34 Der Giodener erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; Erstes Blatt weunal wöchentl. Kreis- att für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirlschaftliche öeitfragen Fernsprech-Anschlusse: für die Schriftleuung 112 Verlag, Geschäfts stelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießen General⸗Anzeiger für Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. 165. Jahrgang jährl. Mk. 2.20; Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Oberhessen Buch⸗ und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. . Mittwoch, 10. Februar 1915 Zezugsvreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ durch Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz, für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämilich in Gießen. Kriegssitzung des preußi chen Abgeordnetenhauses. Die Türken am Suezfanal! B) Großes Hauptauartier, 9. Februar, vormittags.(Amtllch.) Westlicher Kriegsschauplatz. Es ist nichts Wesentliches zu berichten. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der ostpreu⸗ zischen Grenze wurden wiederum einige kleinere örtliche Erfolge errungen. Sonst Lage unverändert. * 10* Von den Kämpfen unserer deutschen Heere ist gestern und heute wenig verlautet. Im Westen sind anscheinend keine besonderen Unternehmungen im Gange, und im Osten tobt, wie aus dem österreichisch-ungarischen Bericht heraus— klingt, vor den Karpathen ein heftiger Kampf. Wir wissen aus dem Bericht unserer Heeresleitung, daß dort auch deutsche Truppen mitfechten, und die Russen hatten vor einigen Tagen ängstlich festgestellt, daß große Verstärkungen des Feindes eingetroffen seien. So ist die Augenblicksruhe, die wir heute einmal haben, doch von höchster Spannung begleitet. Der Kampf um Warschau geht ebenfalls weiter, und eines Tages wird es auch dort zu entscheidenden Niederlagen der Russen kommen. Was uns ganz besonders erfreut, ist, daß die Türken wieder ein starkes Zeichen ihres Offensivgeistes gegeben haben; wir verweisen auf die Mel⸗ dungen im 2. Blatt dieser Ausgabe. Zwar war vor längeren Wochen— einer anscheinend ähnlichen Lage am Suez⸗ kanal eine kleine Enttäuschung eingetreten. Nach einzelnen Vorpostengefechten, die sich in der Nähe des Suezkanals ab⸗ gespielt hatten, hörte man plötzlich nichts mehr. Der Unter⸗ schied aber ist der: heute steht die türkische Hauptmacht, wie die amtliche türkische Meldung ausdrücklich besagt, in unmittelbarer Nähe, mit der ausgesprochenen Absicht, dem⸗ nächst den Angriff zu beginnen, sobald die Aufklärungs⸗ 3 8 1105 Und diese haben bereits einen Erfolg gehabt, der auf sorgfältige Ausrü u i⸗ ung ae 15 eschließen lag t. Einige Kom⸗ nien Infanterie haben sogar den Suezkanal überschrit⸗ ten, und als englische Schiffe eingriffen, ist ein eng⸗ lischer Kreuzer durch türkische Geschütze schwer beschädigt worden. Es wird also voller Ernst! Am Schluß der ge⸗ nannten Meldung wird noch gesagt, daß ein Teil der türlischen Flotte Jalta wirksam beschossen und ein russi⸗ sches Schiff versenkt habe. Jalta ist einer der vornehmsten russischen Badeorte auf der Halbinsel Krim, wo der Zar ein prächtiges Schloß besitzt. ö Auch an der persischen Grenze haben die Türken Erfolge n Es ist darüber folgende Meldun eingelaufen: (WTB) Konstantinopel, 8. Febr.(elene) Die Son⸗ derberichterstatter der Agence Telegraphique Milli in Bagdad und Amara berichten, daß türkische Truppen, verstärkt durch arabische Krieger, die wichtige Stellung Haviz, nördlich von Muhammera, besetzt haben, wo sich vorgeschobene englische Posten befanden. Dieser Erfolg machte großen Eindruck auf die Beduinen⸗Stämme der Umgegend, die sich gleich denen des be⸗ nachbarten persischen Gebietes den türkischen Truppen anschlie ßen. . Truppen und Beduinen⸗Stämme marschieren auf asra. 5 Dazu bemerkt die„Köln. Ztg.“: Während die Engländer nach ihrer Landung am Nordende des persischen Meerbusens ziemlich widerstandslos sowohl das wichtige Basra, als am Zusammenfluß von Euphrat und Tigris den Ort Korna besetzt haben, behaupten neuerdings die Türken, in mehreren größeren und kleineren Scharmützeln Vorteile davongetra⸗ gen zu haben. Muhammera, in dessen Nähe jetzt gekämpft worden ist, liegt östlich von Basra am linken Ufer des hier die Grenze zwischen der Türkei und Persien bildenden Schatt el Arab. Die Türken und die ihnen verbündeten Beduinen⸗ Stämme ständen somit im Rücken der englischen Stellung von Korna und in der Flanke der englischen Stellung von Basra. Da aber der die gemeinsame Mündung des Euphrat und Tigris darstellende breite Schatt el Arab dazwischen liegt, und die Engländer sicherlich auf diesem Wasserwege noch die Herren sind, so müßten die Türken, damit ernstlich von einem Marsch gegen Basra die Rede sein könnte, auch 5 dem rechten Flußufer Siege erringen oder errungen aben. Oberste Heeresleitung. * 4* Der Kampf um die belgische Küste. Berlin, 10. Febr. Der Kampf um die belgische Küste ist, wie der„Tägl. Rundschau“ ufolge„Daily Chronicle“ berichtet, erheblich stärker und lebhafter geworden. Auf bei⸗ den Seiten wird eine fieberhafte Tätigkeit entwickelt. Es habe den Anschein, als ob die Verbündeten angesichts des am 18. Februar beginnenden Unterseebootskrieges biber ee machen, um in den Besitz der belgischen Küstenstrecke zu gelangen. Die„Schlupfwinkel“ der deutschen Unterseeboote. Basel, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Baseler Nachr. melden aus Mailand: 150 englische Schiffe, Zerstörer und sogenannte Depotschiffe, suchen die gesamte englische Küste nach Schlupfwinkeln der deutschen Unterseeboote ab. 8 Das Schlachtfeld von Soissons. Berlin, 10. Febr.„Daily Telegraph“ meldet aus Boulogne, daß die Deutschen die Beschießung von Soissons eingestellt haben. Das Artillerieduell dauere aber auf den Höhen 17 dem rechten Ufer der Aisne und der Stadt fort. Die Stadt ist noch in den Händen der 70 orberei⸗ Verbündeten, ebenso ein Teil des umliegenden Geländes. Das Gebiet Ville en Meuse-St. Germain ist besonders das Ziel des deutschen Artilleriefeuers. Die Aisne⸗Ebene ist von Bury bis St. Medard le Soissons vollständig überschwemmt. Neue indische Truppen. Lyon, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Expreß Repu— blicain“ meldet: Indi sche Truppen pasfsierten gestern Lyon in der Richtung nach Nordfrankreich. Die euglischen Verluste. London, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Asquith teilte gestern im Unterhause mit, daß die Verluste aller Rangklassen der englischen Armee auf dem westlichen Kriegsschauplatz bis zum 4. Februar ungefähr 104000 Man'n betragen. Der Kampf um Warschau. Berlin, 10. Febr. Zu dem Vorstoß gegen War⸗ schau bringen die Morgenblätter die von polnischen Or⸗ ganen der„Nowoje Wremja“ entnommene Meldung, daß die Deutschen bereits an mehreren Punkten die russische Stel- lung vor Warschau durchbrochen hätten. Der österre chisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Febr. mittags. In Polen und Westgali⸗ zien leine Veränderung; Geschützkampf. Im westlichen Walogebirge gelang es gestern nachmittag den verbündeten Truppen, einen von den Russen hartnä⸗ verteidigten Ort nördlich des Sattels von Veloves nach mehrtägigen Kämp⸗ fen zu nehmen. Zahlreiche Gefangene wi gemacht, viel Munition und Kriegsmaterial erbeutet. An der übrigen Karpathenfront heftige Kämpfe. Im westlichen Abschnitt scheiterten mehrere 3 2 wobei 340 Gefangene und 3 Maschinengewehre in unsere Hände fielen. Die Vorrückung in der Bukon schreitet fort. uns heseht. 1 Wa m a wurde ö.* . a vertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 9. Febr.(WTS. Nichtamtlich.) Die„Neue Freie Presse“ veröffentlicht eine Meldung des Blattes„Wiadomosci Polskie“ von einem neuen eklatanten Völkerrechtsbruch, den sich die Russen haben zu Schulden kommen lassen. Die Russen haben in dem von ihnen besetzten südöstlichen Teile Galiziens eine systematische Rekrutierung durchgeführt. Die Aushebung hat im Dezember stattgefunden. Noch früher haben die Russen die Rekrutierung in den Bezirken Stanislau, Borodezany, Nabworna und anderen Bezirken durchgeführt. Der Korrespondent der„Wiadomosci Polskie“ hatte eine Unterredung mit russischen Gefangenen. Er fand unter diesen einen österreichischen Ruthenen aus Brody. Es stellte sich heraus, daß diese schon zu Anfang der russischen Invasion bei der von Rußland in Galizien angeordneten Rekrutierung ausgemustert, ausgebildet end sodann auf den galizischen Kampfplatz entsandt worden sind. Russische Heereszustände. Budapest, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korre- spondent des„Pester Lloyd“ Bela Landauer veröffentlicht den Bericht eines Offiziers, der einen russischen Gefangenentransport beaufsichtigte., Der Offizier berichtet: Nicht zum Zwecke der Stimmungsmache sagen wir es, aber es ist allgemein bekannt, daß die russische Mannschaft, wo sie nur irgend kann, zu uns herüber deser⸗ tiert. Kein Wunder! Denn abgesehen davon, daß sie unter der Witterung ebenso wie die anderen zu leiden haben, ist ihre Verpflegung und ihre Behandlung durch die Offiziere niederträchtig. Kürzlich geriet das Löhnungsbuch eines Ge- fangenen in unsere Hände. Daraus ersah ich, daß der Mann am 1. November seinen letzten Sold erhalten hat. Aber es wird ihnen nicht leicht, herüberzukommen. Denn es ist sozu⸗ sagen die einzige Aufgabe der Kosaken, vor und hinter der Front Fluchtversuche zu verhindern. Darum finden die De⸗ sertionen meist bei Patrouillengängen statt und bei Re— lognoszierungen. Die gefangenen Offtziere fragen wir nicht aus: ihre Haltung ist nicht gleichartig, aber selten be⸗ nehmen sie sich anders als kühl und trotzig. Bei einer Ge⸗ legenheit ordnete ein Offizier unserer Gefangeneneskorte an, daß die russischen Gefangenen wenigstens abwechselnd die Tornister unserer Eskortemannschaft tragen sollten; ein mitgefangener russischer Offizier protestierte dagegen in austerordentlich herausforderndem Tone. Die gefangenen Mannschaften haben wenig Geld bei sich, desto mehr aber die Kosaken, die meisten der letzteren haben mindestens 100 Rubel in der Tasche. Nebenbei gesagt, der reguläre russische Liniensoldat haßt die Kosaken stärker als den Feind. Sehr oft bitten uns die Gefangenen, die Kosaken un⸗ bedingt aufknüpfen zu lassen. Wenn wir die Kosaken durch— suchen lassen, finden sich in ihren Taschen ganze Waren- lager. Bei einer Gruppe von acht Kosaken fanden wir 16 Paar ilbernes Eßzeug, zwei blaue und zwei braune seidene und 15 leinene Tücher, bei dem einen ein goldenes Medaillon, er noch von der Heimat mitgebracht haben wollte. Frei⸗ lich stand auf der Rückseite des Medaillons in deutscher Sprache eingraviert: Andenken an die hl. Firmung. Die efangenen Russen wundern sich sehr, daß wir nicht Hungers terben, wie ihnen von ihren Offizieren immer gesagt wurde, daß sie vielmehr auch noch bei uns reichlich verpflegt werden. Die Eröffnung der russischen Duma. Petersburg, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Heute nachmittag wurde die Session der Duma in Gegenwart des ganzen Kabinetts, der Mitalieder des Reichsrates, des diplomatischen Korps, der Vertreter der Presse und eines zahlreichen Publikums eröffnet. Nach der Verlesung des laiserlichen Ükases über die Wiedereröffnung der Duma brachte der Präsident ein Hoch auf den Zaren aus, das die ganze Versammlung mehrmals wiederholte. Nach dem Ab⸗ singen der Nationalhymne hielt der Präsident eine An⸗ sprache; die Stellen, die sich auf die auf der Seite Rußlands lämpfenden Staaten bezogen, wurden von lauten Beifalls⸗ rufen übertönt, die gegen die Loge gerichtet waren, in der sich die Vertreter dieser Staaten befanden. 5 Der Mißbrauch der neutralen Flagge. New Pork, 9. Februar.(WTB. Nichtamtlich.) Der Washingtoner Korrespondent der„Associated Preß“ mel⸗ det: Obwohl die Re gierung noch keinen Bericht über die Benutzung der amerikanischen Flagge durch die„Qu sa⸗ tania“ erhalten hat, wird in amt ichen Kreisen geäußert, daß eventuell eine Untersuchung des Falles erfolgen werde. Es wird als nicht unwahrscheinlich betrachtet, daß dieser Fall die Grundlage abgeben könnte, um die ganze Frage der Benutzung neutraler Flaggen durch Handelsschiffe krieg⸗ führender Mächte aus Anlaß der deutschen Erklärung zu erörtern. Die amerikanischen Gesetze enthalten keine Vor⸗ schrift, die den Mißbrauch der amerikanischen Flagge durch ausländische Schiffe verbietet. Es war jedoch durcht üb⸗ lich, daß die Regierung die Konsuln anwies,, ausführlich über solche Vorkommnisse zu berichten. Berlin, 10. Febr. Einem New Morker Telegramm der„Post“ zufolge soll ein Antra gim Senat eingegan⸗ gen sein auf Einspruch des Staatsdepartements gegen die mißbräuchliche Führung der amerikanischen Handelsflagge durch fremde Kauffahrteischiffe. London, 9. Febr.(WTB. Nichtamtl ch.), 2 preß“ schreibt: Die En scheidung betreffend die neutrale Flagge spird zweifellos die öf fentliche Meinung Eng⸗ lands sehr beun ruhigen. Seit wann ist der Union Ja ckeine Flagge, die furchtsamniedergeholt wird? Wir zweifeln nicht, daß es eine zulässige Kriegslist ist, aber die Stellung Englands ist so einzigartig, daß wir ungünstige Folgen einer derartigen Taktik befürchten. Doch haben wir Zutrauen zur Admiralität und zur Flotte, daß wir uns dieser Entscheidung beugen. Stockholm 9. Febr. WTB. Nichtamtlich.)„Svenska Tele⸗ graf“ schreibt: In schwedischen Reederkreisen wie in der schwedischen Presse herrscht allgemein die Auffassung, daß mit der englischen Bekanntmachung über die Anwendung neutraler Flaggen die neu⸗ trale Schiffahrt tatsächlich vernichtet ist. Die Presse ist sich dieses mal fast vollständig darüber einig, die über raschend leicht⸗ innige englische Absicht zu verdammen,„Dagens Nyheter“, das leitende liberale Organ Stockholms, schreibt, daß man die englische Handlungsweise streng verurteilen müsse. Denn erstens zeuge sie von einer Fei gheit, die man nur mit Schmerz bei der stolzen englischen Nation feststellen könne, zweitens bringe sie die Rechte der kleinen Völker in Gefahr, was von seiten eines Landes unerwartet komme, das als Beschützer der kleinen Völker gelten will. Im allgemeinen findet die Presse diefe neue Kriegslist Englands, wie„Nya Dagligt Allehanda“ die englische Bekannt⸗ machung nennt, lumpig und man ist erstaunt über die Rücksichts⸗ losigkeit der Engländer, die sich die Meerbeherrschenden nennen und doch ohne weiteres ihre Zuflucht zur Benutzung der neutralen Flagge nehmen. Lyon, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Dem velliste“ zufolge sind die Getreidefrachten! von Amerika nach französischen Häfen von 80 Centimes für den Doppelzentner vor Kriegsausbruch auf über drei Franks gestiegen. Die Ankündigung des Handelskrieges durch Deutschland werde ein weiteres beträchtliches Steigen der Frachten zur Folge haben. Die Holland⸗Amerika⸗Linie. Berlin, 10. Febr. Die Holland-Amerika⸗Linie wird laut„Köln. Ztg.“ für ihren Schiffsverkehr mit den Vereinigten Staaten einen anderen als den bisheri⸗ gen Kurs bestimmen. Sperrung des amerikanisch⸗holländischen Kabels? Berlin, 10. Febr. Verschiedenen Morgenblättern wird über Haag von gestern über eine Sperrung des amerikanisch⸗ holländischen Kabels berichtet. Während des ganzen Tages ist über das englisch-holländische Kabel nicht eine einzige Meldung in Holland eingelaufen. Die Erscheinung ist um so merkwürdiger, als nach Erkundigungen an zuständiger Stelle keine Störung der Kabellinie vorliegt. Es seien zweierlei Vermutungen aufgetaucht. Einmal die, daß das. Kabel von der Regierung für ihren Meinungsaustausch mit den Vereinigten Staaten in Anspruch genommen sei, und dann die andere, daß eine Absperrung des Kabels durch England vorliege, um Mitteilungen über die englischen Truppentransporte nach Holland zu verhindern. Die Haltung Italiens. Rom, 9 Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Amts— blatt von Rom werden die Soldaten der zweiten Kategorie der Jahrgänge 1893, 1894 bis zum 31. Mai 1915 unter den Waffen behalten Ein japanischer Panzerkreuzer aufgelaufen. Tokio, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.] Die japanische Admiralität gibt bekannt, daß der japanische 2 iff Ie—: 2 2 Daily „Nou⸗ lreuzer„Asama“ an der Küste von Mexiko auf ein aufgelaufen ist. 0 Die Kämpfe im Ober⸗Elsaß Mitte und Ende Januar. 4 Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrie⸗ en: Die Franzosen hatten gleich zu Beginn des Krieges große An⸗ strengungen gemacht, sich in den Besitz Elsaß⸗Lothringens zu setzeu. Dem Anfang August von Belfort aus unternommenen Einfalle ins Oberelsaß wurde durch die Schlacht von Mühlhausen ein jähes Ende bereitet, und die Offensive gegen Lothringen brach nach dem glänzenden Siege des bayerischen Kronprinzen in sich zusam⸗ men. Seitdem haben die Franzosen es nicht mehr gewagt, in Loth⸗ ringen einzufallen. Dagegen gingen sie im Oberelsaß erneut vor, als die hier eingesetzten deutschen Truppen eine anderweitig Verwendung fanden. Zum zweiten Male betraten die Franzosen vorübergehend Mühlhausen und drangen nordwärts bis Ensis⸗ heim vor. Die Freude währte aber nicht lange. Durch eine erneute deutsche Offensive wurde der Gegner vertrieben, der heute nur das Weiler⸗ und Münstertal in den Vogesen und den Belfort unmittel⸗ bar gegenüberliegenden Grenzstrich in Besitz hat, während in den Nordvogesen die deutschen Truppen bis in die Höhe von Senones, also tief in französisches Gebiet, vorgedrungen sind. Ende Dezember begannen die Franzosen zum dritten Male mit einer Offensive in Richtung Mühlhausen. Die Stadt sollte nach Gefangenenaussagen spätestens Ende Januar endgültig in franzöfischer Hand sein. N. Wie aus den Tagesberichten der Obersten Heeresleitung be⸗ kannt ist, wurde zwischen dem 27. Dezember und 8. Januar um den Beli der Höhe 425 westlich Sennheim Tag für Tag erbit⸗ tert gekämpft. Die Franzosen kamen jedoch über diese Höhe nicht hinaus. Dagegen gelang es den deutschen Truppen Gelände zu gewinnen.. Bis Ende Dezember hatten sich auf dem in 956 Meter Höhe, fast 700 Meter über dem Rheintale gelegenen, dicht bewaldeten Hartmannweilerkopfe, einem beliebten, geologisch und botanisch interessanten Ausflugspunkte nur deutsche und französische Wachen befunden, die einander beobachtend gegenüber lagen. Die Deutschen hielten den östlichen, die Franzosen den westlichen Teil des Kopfes besetzt. Inzwischen hatten die Franzosen eine Reihe von Alpen⸗ jäger⸗Bataillonen in die Südvogesen entsandt und auf den Hart⸗ mannsweilerkopf eine ganze Alpenjäger-Kompagnie vorgeschoben, die sich dort eine festungsartige Stetlung schuf, die ellipsenför⸗ Rig den höchsten Punkt umschloß. Die Höhe des Molkenrain (1125 Meter), zu der man vom Hartmannsweilerkopf über die Jägertanne(Sattelpunkt) gelangt, wurde ebenso wie der Belchen französischerseits start 9. Die ersten deutschen Vorstöße gegen die Ringburg auf dem Hartmannsweilerkopfe, einem beliebten, geologisch und botanisch Auch mußte die dem Flachland entstammende Angriffstruppe erst die Schliche des im Gebirge erfahrenen Gegners kennen und be⸗ kämpfen lernen, der mit schwarzen Zlegensellen behangen oder mit Tannenreisig bedeckt, die Gipfel der schneebedeckten Tannen, bestieg und pon dort aus, in Körben sitzend, aus seinen Verstecken auf unsere Soldaten herabschoß. Bald hatten diese die Ringfestung von außen völlig umschlossen; auch war die Jägertanne besetzt worden, um die von Molkenrain her erwarteten französischen Ent⸗ satzversuche abweisen zu lönenn. Solche erfolgten auch mit min⸗ destens einem Alpenjäger⸗Bataillon, wurden aber von unseren sich energisch zur Wehr setzenden schwachen Truppen abgewiesen. Zu gleicher Zeit aus dem Ringwalle unternommene Ausfälle der Bergbesatzung scheiterten. Inzwischen hatte man die weiter nötigen Angriffsmittel bereitgestellt, so daß am 19. Januar der Sturm umternommen werden konnte. Die ersten wohlgezielten Schüsse trafen den Offiziersunterstand in der Ringfeste. Zwei Offiziere wurden getötet und einer verwundet. Der letzte Offizier streckte, auf dieses Ereignis hin, die Aussichtslosigkeit weiteren Wider⸗ standes einsehend, mit dem Rest der Befatzung die Waffen. Ein Offizier und 150 Alpenjäger wurden so zu Gefangenen gemacht. Zwei Tage später wurde auch der Hirzstein genommen und dort noch 2 Offiziere und 40 Mann gefangen genommen. An den Hirzstein waren unsere Truppen, ohne einen Schuß zu tun, herangekommen. Selbst die gefangenen Offiziere sagten aus, daß 7 die deutschen Vorbereitungen zur Wegnahme der Höhenstellungen vortrefflich gewesen seien. 3 99 9 5 Ansere Truppen waren während dieser Kämpfe im Gebirge den allergrößten Strapazen und Entbehrungen ausgesetzt. Auf hoher Bergeshöhe kämpfend, wo tiefer Schnee lag, die Tannen hoch zum Himmel ragen und wo dichtes Unterholz den Ausblick auf wenige Meter beschränkt, Tage lang ohne warme Nahrung und ohne schützendes Obdach, hatte die Truppe Außerordentliches zu leisten. Erst nachdem der Feind vertrieben war, konnte man sich einigermaßen häuslich einrichten, Wege und Hütten bauen und warmes Essen bereiten. Jetzt finden wir auch Kavallerie hoch oben in den Bergen, aber nicht etwa zu Pferde, sondern angetan mit Rucksack, Bergstock und Eissporen. Stuunden— ja halbe Tage lang gehen die Kavalleristen die längsten und gefahrvollsten Pa⸗ ttrouillen und bringen oft die besten Meldungen. Nachdem der französische Versuch über Sennheim auf Mül⸗ sen durchzustoßen, an dem Widerstande der Deutschen ge⸗ scheitert war, unternahm der Feind am 27. Januar einen Durch⸗ bruchsversuch an anderer Stelle. Er hatte sich also Kaisers Ge⸗ burtstag für seine Angriffe ausgewählt. Ein höherer Stab war gerade in der Kirche, wo der Festgottesdienst abgehalten wurde, als um 11 Uhr vormittags von dem Nachbarverbande die Meldung einlief, daß ein feindlicher Angriff in Richtung Ammerzweiler erfolgt sei und um artilleristische Unterstützung gebeten wurde. Kaum war dieser zugesagt, so wurde auch innerhalb des eigenen Abschnittes des betreffenden Truppenverbandes ein französischer Infanterie⸗Angriff gegen einen rorgeschobenen Posten am Rhein⸗ Rhonekanal gemeldet. Die in schwierigem, weil sehr unübersicht⸗ lichen Gelände stehende deutsche Feldwache wurde von einer weit überlegenen feindlichen Truppenmacht überrannt. Gleichzeitig er⸗ folgte ein dritter französischer Angriff in Richtung auf Aspach. Dieser Angriff, sowie jener auf Ammerzweiler wurden bis auf Sturmentfernung durchgeführt, brachen dann aber unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Dagegen begann der bis an den Kanal vorgedrungene Feind sich dort einzurichten, indem er die deutsche Feldwachstellung umbaute, mitgebrachte Pfähle ein⸗ bones Drahtrollen entfaltete, auch Maschinengewehre auf Bäumen ogleich in Stellung brachte.. Der deutsche Führer hatte mittlerweile den Gegenangriff be⸗ fohlen, zu dem, weil die Reserven weiter abstanden, Teile der . zur Hand befindlichen Abschnittsreserven eingesetzt wur⸗ den. Eine Landwehr⸗ und eine Landsturm⸗ Kompagnie waren es, die sich um 4 Uhr nachmittags dem Feinde entgegen⸗ warsen, um ihm die verloren gegangene Stellung zu entreißen. Um 7 Uhr abends war die Stellung wiederum in deutscher Hand. Die Sieger, Landwehr und Landsturm, konnten mit berechtigtem Stolze auf die erbeuteten Trophäen— mehrere Maschinengewehre — sowie auf die gemachten Gefangenen sehen. Um 4 Uhr nachmittags war ein neuerlicher französischer An⸗ griff auf die deutschen Stellungen im Hirzbacher Walde erfolgt und abgeschlagen worden. Es war schon Nacht, als der Feind um 9 Uhr 30 Minuten abends endlich einen letzten Versuch machte, um im Hirzbacher b Walde die Linie der Deutschen zu durchbrechen und die Kanal⸗ stellung wieder zu erobern. Alle diese Angriffe wurden abge⸗ wiesen. Am nächsten Tage fand man eine große Anzahl toter Franzosen vor den deutschen Stellungen. Im Gegensatz zu den bei Tage unternommenen Angriffen waren die Nachtangriffe der Franzo sehr matt geführt. Die deutschen Soldaten hörten im Hirzbacher Walde, wie die französischen Offiziere große Mühe hatten, ihre Leute überhaupt vorwärts zu bringen. WTB. —— die ne hrlegiugua des preußishen Landtags. 98. Sitzung, Dienstag, den 9. Februar. Am Ministertische: Dr. Delbrück, Dr. Lentze, Beseler, Breitenbach, v. Schorlemer, v. Loebell. Präsident Graf Schwerin⸗Löwitz eröffnet die um 2,20 Uhr mit etwa folgenden Worten: g Sydow, Sitzung . FC ²ĩ˙äÄwà]] wu-Ä!! ̃7Ü•7.̃ ⅛—A“ Seit unserer kurzen Kriegstagung sind 3¼ Monate wieder vergangen. Neuen unvergänglicken Ruhm haben unsere herr⸗ lichen Truppen wieder an unsere Fahnen geknüpft, auch die schwer⸗ sten Strapazen eines erbitterten Winterfeldzuges heldenmütig er⸗ tragen, unser Land vor größeren feindlichen Einbrüchen 5 und die fortschreitende Niederringung unserer Feinde ermögli Freilich die ungeheuren Opfer dieses Krieges sind weiter gestiegen und werden weiter steigen, denn wir sind vielleicht noch lange nicht am Ziele. Aber mit der Größe der Opfer festigt sich in un⸗ serem Volk der unbeugsame Wille, durchzuhalten kis zu einem vollen Siege, der diese ungeheuren Opfer lohnt.(Lebhafte Zu⸗ stimmung.) Alle Kreise unseres Volkes haben ganz verstanden, was die eigentliche Triebfeder dieses lange vorbereiteten Vernich⸗ tungskrieges gegen uns war und um was es sich für uns handelt. Erneute lebhafte Zustimmung.) Was auch die Ziele unserer Gegner sein mögen— vielleicht wiffen ihre Völker nicht einmal, um was sie eigentlich kämpfen— wir kämpfen um Sein oder Nichtfein, um unsere ganze wirtschaftliche, kulturelle und nationale Zukunft. Und weil es sich für uns um alles handelt, was uns das Leben lebenswert macht, deshalb ist uns in diesem Kampfe auch kein Opfer zu groß.(Lebhafter Beifall.) Auch unsere nüch⸗ ternen, verfassungsmäßigen Arbeiten werden, wie ich hoffe, von dem einmütigen opferwilligen Geist unseres Volkes beherrscht sein, und wir werden deshalb auch alle Sonderwünsche und Partei⸗ inleressen unbedingt den großen vaterländischen Interessen unter⸗ orbnen, wie sie heute für uns alle auf dem Spiele stehen.(Leb⸗ hafter Beifall.) Die Etatsberatung. Gee der ersten Lesung des Etats wird die Beratung der Vor⸗ !. Weihilfen für Kriegswohlfahrtsausgaben der Gemeinden verbunden. Finanzminister Dr. Lentze: Unsere Hoffnung, in friedlicher Entwicklung die wirtschaftliche, geistige und kulturelle Wohlfahrt unseres Landes weiter zu fördern, wurde durchkreuzt dadurch, daß Rußland, Frankreich und England uns gemeinsam überfielen, um uns zu vernichten und dem Nebenbuhler im internationalen Wett⸗ bewerb ein für allemal den Garaus zu machen. Niemals ist ein friedliches Volk schmählicher überfallen worden(lebhafte Zustim⸗ mung), aber auch niemals haben sich die überfallenen Feinde so gründlich verrechnet, wie diesmal. Nicht Rußlands, Frankreichs und Englands Heere sind als Sieger in unserem Lande, sondern unsere tapferen, siegreichen Truppen stehen in Ost und West in Feindesland, haben den Feinden schon manchen wuchtigen Schlag versetzt, und unfere Flotte sorgt dafür, daß England die deutsche Küste nicht anzugreifen wagt.(Beifall.) Wir diktieren unseren Gegnern die Gesetze des Handels. Wir wollen und werden siegen, so große Opfer der Krieg auch erfordert.(Lebhafter Beifall.) Der Staatshaushalt wird durch den Krieg nicht unbeträchtlich beeinflußt. Das Jahr 1913 schloß günstig ab. Mit einer ähn⸗ lichen Entwicklung ist jetzt natürlich nicht zu rechnen. Als der Krieg ausbrach, schien das ganze Wirtschaftsleben mit einem Ruck still⸗ zustehen. Handel und Industrie waren lediglich auf den eigenen Markt angewiesen. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit von geradezu riesenhaftem Umfange erschien am Horizont. Zu unserem Heil ist diefe schwere Krise überwunden. Durch bedeutsame Verord⸗ nungen und Wirtschaftsmaßnahmen ist es dem Bundesrat ge⸗ lungen, das Wirtschaftsleben wieder in Gang zu setzen. Vor allem haben dazu beigetragen die Abstandnahme von einem Moratorium, die geniale Mitwirkung der Reichsbank in der n Maßnahmen der Staatsregierung, der allgemeine gute Wille und nicht zuletzt die unvergleichlichen Taten unseres Heeres und der Marine.(Lebhafter Beifall.) Auch der Krieg hat sich als starke Quelle der Arbeitsgelegenheit erwiesen. Durch die Intelligenz und die Anpassungsfähigkeit unserer Industriellen und Kaufleute ist die Arbeitslosigkeit vermindert worden und der Beschäftigungs⸗ grad gestiegen. Der Volkswirtschaft sind keine allzu starken Wun⸗ 8 und wir können diesen Zustand noch lange ertragen. eifall. Bei Beginn des Krieges sind dessen Einwirkungen auf den Wirtschastskörper überschätzt worden. Namentlich bei den Eisen⸗ bahnen, jetzt ein gewaltiges Instrument der Kriegführung, deren Leistungen in diesem Kriege unübertroffen dastehen, ist zwar der Betriebskoeffizient gestiegen, aber doch ist schon im Dezemberabschluß der Güterverkehr nur noch um 5 Prozent von dem des Vorjahres entfernt. Der Ausgleichsfonds ist eine gewaltige Stütze des Staats⸗ haushalts. Jedenfalls haben wir nur mit erträglichen Minder⸗ ergebnissen zu rechnen. Es ist gleichwohl schwer, einen Plan aufzustellen. Einnahmen und Ausgaben sind ja nicht zu übersehen. Deshalb war es das beste, anzunehmen, am 1. April sei der Krieg zu Ende und die Sätze des Vorjahres einzustellen. Soweit Aenderungen schon feststehen, sind sie indessen bereits berücksichtigt worden. Der Etat ist ohne Defizitanleihen ins Gleichgewicht gebracht worden, nur durch Ab⸗ striche und Ersparnisse.(Beifall.) Ostpreußen kann erst nach dem Kriege wieder aufgebaut werden. Die Schäden werden mit allen Mitteln jetzt schon in ihrer Wirkung zu mildern vexsucht. Parallel mit dem Reichstag wird auch vom preußischen Staate den lei⸗ stungsschwachen Gemeinden und Verbänden mit Zuschlagen zu den Kriegswohlfahrtsbeihilfen zu helfen sein. Die Sicherung der Volksernährung ist die wichtigste Aufgabe zur Abwehr des englischen Aushungerungsplans. Wir haben ge⸗ nug Fleisch und Brot, nur muß damit haushälterisch umgegangen werden. Dies zu erreichen, sind die bekannten Verordnungen des Bundesrats erlassen worden. Eine Reihe weiterer Maßnahmen wird die Regierung noch ergreifen. Besonders soll die Kartoffeltrocknung gefördert, die Beschaffung von Dampfpflügen und von Ersatz für den abgesperrten Chile⸗ Salpeter erleichtert werden, ebenso die Einlagerung von Fleisch⸗ dauerware zur wirtschaftlichen Verwertung unserer wertvollen Vieh⸗ bestände. Zur Regelung der Ernährung des Landes mit Brot⸗ getreide hat der Staat die Kriegsgetreidegesellschaft gegründet, da ohne eine Beschlagnahme der gesamten Getreide- und Mehlvor⸗ räte überhaupt nicht weiter auszukommen war. Eine Unsumme von Erfahrungen muß in diesem gewaltigen, noch nicht dagewesenen Unternehmen zusammenwirlen, und das ganze Volk muß den guten Willen haben, keine Schwierigkeiten zu machen und das vater⸗ ländische Interesse zu fördern. Das erheischt der Ernst der Lage, der über die Unbequemlichkeiten hinweghelfen muß. Das Deutsche Reich wird nicht zugrunde gehen. Es wird ein Hort der Bildung, Kultur, Pflichterfüllung und treuester Arbeit weiter bleiben. Leb⸗ hafter Beifall.) Fester als je werden wir hoffentlich aus dem Kampf hervorgehen, und wenn dann auch im inneren Kampf durch das gemeinsam vergossene Blut die Gegensätze ihre Schärfe verlieren, dann erfüllt sich an uns das Bibelwort: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.(Leb⸗ hafter Beifall.) Abg. Hirsch(Soz.): Ihren grundsätzlich ablehnenden Stand⸗ punkt gegenüber der bisherigen Regierungspolitik hält die sozial⸗ demokratische Fraktion aufrecht, verzichtet jedoch in dieser ernsten Zeit bei der ersten Lesung des Etats auf Erörterungen partei⸗ volemischer Natur. Ihre vielfachen Wünsche und Beschwerden wird sie bei der Einzelberatung zur Sprache bringen. Aber heute schon müssen wir entschieden verlangen, daß die Regierung aus der gegenwärtigen Lage die unumgänglichen innerpolitischen Fol⸗ gerungen zieht. b Der Polizeikampf gegen die Arbeiterbewegung, die Sozial⸗ demokratie, die Gewerkschaften und die freie Jugendbewegung muß aufhören, ebenso die Dänen⸗ und Polenpolitik. Vor allem muß aber das Dreiklassenwahlrecht durch das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht ersetzt werden Wir wünschen, daß dieser entsetzliche Krieg bald ein Ende sinden möge. Die Friedensstimmen in allen kriegführenden Ländern mehren sich von Tag zu Tag, namentlich bei der Arbeiterklasse. Hoffentlich kommt bald ein gesicherter Friede zum Heile des deutschen Volkes und der Nan Menschheit zustande. Abg. Dr. v. Heydebrand(kons.) erklärt im Auftrage der übrigen Parteien des Hauses: Auch wir wollen Wünsche, Klagen und Beschwerden zu geeigneter Zeit und zwar in der Kommission vorbringen, gegebenenfalls auch im Plenum. Dieser Augenblick ist aber nickt geeignet dazu.(Beifall. Aber während dieses Existenzkrieges, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, verlangt und erwartet das preußische Volk nicht, daß der Einzelne Klagen Geschlossenheit des ganzen preußischen Volkes auch gegenüber die- sem wütenden Kriege zum Ausdruck bringen. Ebensowenig, wie man auf dem Schlachtfelde Klassen kennt, dürfen jetzt Forderungen einzelner Klassen vorgetragen werden.(Beifall.) Unsere Brüder 3 draußen in den Schüßengräben erwarten, daß auch wir daheim Opfer bringen, daß das preußische Volk zu Opfern bereit ist. Unser Volk ist in diefer ernsten Lage zu jedem Opfer bereit.(Leb⸗ 25 Beifall.) Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) ruft: Sie dice türmi echt, im Namen des deutschen Volkes zu sprechen!—( Entrüstungsrufe im ganzen Hausc.) Auch wir wissen den Wert des Friedens zu schätzen, aber er muß uns dauernd die Früchte sichern, die wir in die wal⸗ tigen Kampfe erwerben wollen. Jetzt handelt es sich um den Kampf. um Krieg und Sieg! Was später kommt, ist eine andere Frage. Die Aufgabe dieser Stunde ist gemeinsame Arbeit, Pflichterfüllung, Opferbringen, Kämpfen und Siegen und einig Zusammenstehen. Das erwartet das Volk von uns und darum bitte ich alle Parteien dieses Hauses!(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Da sich weiter niemand zum Worte gemeldet hat, schließt der Präsident die erste Lesung des Etats. Der Etat und die Wohlfahrts⸗ vorlage für die Gemeinden gehen an die Budgetkommission. Naächste Sitzung Montag, den 15. Februar, 2 Uhr: Zweite Lesung des Etats. Schluß 3¼ Uhr. ** Berlin, 10. Febr. Tas gestrige Zusammentreten des Ab⸗ geordnetenhauses zur Etatsberatung im Kriege bot, wie der „Berl. Lokal⸗Anzeiger“ schreiht, ein fesselndes Bild, viel farben⸗ reicher als in gewöhnlichen Zeitläuften. Eine große Anzahl der Volksvertreter trugen die Uniform, zumeist geschmückt mit dem Eisernen Kreuz.— Die Etatsrede des Finanzministers dürfte der „Vossischen Zeitung“ zufolge wohl die Fürze ewesen sein, die bisher dagewesen.— Sie bedeutete, wie die„Post“ hervorhebt. in der Hauptsache die Begründung unserer Siegeszuversicht, die erwähnte die Grundkraft unserer unbezwinglichen und unerschütter⸗ lichen Stärke, unsere Wehr zu Lande und zu Wasser und zeigte, daß unsere unerschütterliche Machtstellung des weiteren noch auf drei Hauptfaktoren beruht: auf der Leistungsfähigkeit unserer Eisenbahnen, unserer Landwirtschaft und unserer Reichsbank.— Mit der Rede des Ministers hätte, wie die„Vossische Zeitung“ meint, die Sitzung zu Ende sein können, wenn die Sozialdemokraten es über sich gewännen, auf die obligat gewordene Erklärung zu verzichten. i meinen, eben schon genug verzichtet zu haben sich die übliche Darlegung ihrer Wünsche und Be später aufheben. Es handelt sich für sie darum, immer wieder zu betonen, daß ihr grundsätzlicher Standpunkt keine Aenderung erfahren habe. Sämtliche anderen Parteien hatten dem Vor⸗ sitzenden der konservativen Partei die Aufgabe übertragen, auf die Erklärung der Sozialdemokraten zu antworten. Die z⸗ zeitung“ schreibt: Mit ebenso sachlicher Entschiedenheit wie patrio⸗ tischer Wärme brachte Herr von Heydebrand das zum Ausdruck, was innerhalb und außerhalb des Abgeordnetenhauses jetzt weite Kreise des deutschen Volkes empfinden. Mit Nachdruck wies er darauf hin, daß unser Vaterland von allen jetzt nur Opfer und nur Pflicht zu verlangen hat und daß kein 3 jetzt groß genu ist, um es nicht freudig darzubringen. Das„Berliner Tageblat 5 sagt: Die Parteiforderungen sollten erst wi hervorgeholt wer⸗ den, wenn Friede ist. Aus Stadt und cand. l Gießen, 10. Februar 1915. * Ausfuhrverbot für Brot und Mehl aus Gießen. Um die Versorgung der hiesigen Bevölkerung mit Brot und Mehl sicherzustellen, hat der Oberbürgermeister die Abgabe von Brot und Mehl außerhalb der Stadt Gießen untersagt. Auf die San Bekannt⸗ machung in heutiger Rummer wird ausdrücklich verwiesen. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) f Landwehrm. Nikolaus Scholl, Res.-Inf.⸗Rgt, 88, aus Mon heim.— Landwehrm. Heinr. innel, Landw.⸗Rgt. 116, an Schotten.— Musketier Aug. olf, Inf.-⸗Rgt. 88, aus Klei Altenstädten.— Kriegsfreiw. Ludwig Tröller, Pionier⸗Bat. 16, aus Burgfoems.— Kapitänleutnant Hans Gropius von S. Mm,. S.„Emden“, aus Weilburg.— Hilsshohoist Franz Böhlmann, Inf.-Rgt. 118, aus Worms.— Wehrmann Gesr. Georg Konrad Weißbach, Res.-Ins.-Rgt. 116, aus Rheindürkheim.— Rendaunt Gg. Schmittbetz jun. aus Zotzenheim.— Gesr. Friedr. Windisch, Fuß⸗Art.⸗Yigt. 18, aus Mommenheim.— Hoboisten Kacl Little und Rich. Poetsch, Inf-Rgt. 117 in Mainz.— Reservist Otto Binzer, Ins.⸗ggt. 168, aus Pohlgöns.— Kriegsfreiw. cand. phil. Ludwig dohenstein, Res.-Inf.⸗Ngt. 221, aus Darmstadt.— Major und Vat.-Kommandeur Heinr. Weihrauch, Res.⸗Ins.⸗ Rgt. 93, aus Darmstadt. f * Ritter des Eisernen Kreuzes: Einj.⸗Uffz. Ernst Schmitt aus Darmstadt, e 115. Feld⸗ webel Hans Tyroller aus Offenbach, Brig. 1 49. Wehrmann Johann Schneider 77160 Offenbach, Res.⸗Inf.⸗ Regt. 116. Kapitänleutn. Leo Dollmann aus tzlar, auf S. M. S.„Großer Kurfürst“. Leutn. d. R. Hans Doll⸗ mann aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 88. Sergt. Max Klieber aus Wetzlar, Stabswache der 22. Res.⸗Div. Geft Allen⸗ dörfer aus Vüdingen, 21. Pionier⸗Bat. Vizewachtmeister Rohrmann aus Kefenrod, 25. Art.-Regt. Wehrmann Konr. Besemer, Art.⸗Regt. 44, und Wehrmann Joh. Schlegel aus Kefenrod. Vizefeldw. d. R. August Penck aus Darmstadt. Rechtsanwalt Schoedler aus Darmstadt, Leutn. d. L. II, bei einer Art.⸗Mun.⸗Kol. des 27. Res.⸗ Armeekorps. Dr. Max Oppenheimer aus Hadamar, Unterarzt im 8. Feld ett beim 5. 1 Uffz. d. R. Jos. Möhn aus Oberweyer. Gren. Emil Schäfer aus Niederscheld, 2. Garde⸗Regt. 95 F. Pionier⸗Gefr. Karl Weber aus Dillenburg. Gefr. Ludwig Weil aus Lohr⸗ heim, Unterlahnkreis. Hauptmann un e beim Marburger Landsturm⸗Jufanterie-Bataillon Konsisto⸗ rialrat Stamm aus Kassel. 5 a Regelung des Verkehrs mit Brot. Die im Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung des Ober⸗ bürgermeisters, wonach über die Abgabe und das Ver⸗ backen des Mehls von Mehlhändlern, Mühlen, Bäckern, Konditoren usw. Nachweise zu führen und lierüber am 1., 10. und 20. jeden Monats nzeigen zu erstatten sind, wird zur Beachtung empfohlen. „Stadttheater. Das Kindermärchen„Tischlein deck“ dich, Esel streck dich und Knüppel aus dem Sac!“ von Marie Waldeck, das am Sonntag nachmittag bei Volkspreisen zum ersten Mate bier gegeben wird, hat, wie man uns schreibt, im Dezember in Frankfurt im Neuen Theater seine Uraufführung er⸗ lebt und sieht seitdem andauernd dort auf dem Spielplan, was am besten sür den großen Ersolg spricht. Eine Dramatisterung dieses Märchenstoffes ift hier noch nie geboten worden und die Ver⸗ arbeitung durch die Verfasserin erweist sich als recht glücklich und dem lindlichen Auffassungsvermögen angevaßt. Daß auch die Zeit⸗ eleignisse in entsprechender Form zur Sprache kommen, bedeutet einen weiteren Vorzug des Märchens. Die Einstudierung leitet ** Ein bräuchlichen 2 e Kettenbriefe als Feld 8 Der Absender eines solchen Kettenbriefs verpflichtet den Empfänger, einen auf der Karte angegebenen Vers Spruch eine gewisse Zeit hindurch täglie n unfug. Cinen neuen Fall der miß⸗ und Beschwerden vorbringt.(Lebhafter Beifall.) Wir müssen die Empfänger weiterzusenden. Jeder neue 3 als 50 g. . schwung des Bades * * 5 stürzte sich gestern aus der im 9 8 e R b n Verpflichtung zu unterziehen. Wer diesem Gebote nachkommt, soll im Leben kein Glück mehr haben; wer das Gebot aber befolgt, wird an einem bestimmten Tage eine große Freude erleben. Das Publikum möge möglichst darauf inwirken, daß derartige unsinnige Belästigungen unserer Soldaten im Felde verhindert werden. 1 a Jeitungssendungen an Angehörige des Feldheeres müssen vielfach bei den Aufgabe-Postanstalten von der Beförderung ausgeschlossen werden, weil sie schwe— aber nicht frankiert sind. Ist außer⸗ dem der Absender auf ihnen nicht angegeben, so werden die Sendungen unanbringlich. Empfänger wie Absender wun⸗ dern sich dann, wo die Sendungen verblieben sind, und schie⸗ ben den nach ihrer Ansicht eingetretenen Verlust der Feld⸗ post zur Last. Das Publikum wird deshalb im eigensten Interesse ersucht, zu beachten, daß sich im Feldpostbrief⸗ derkehr die Portofreiheit nur auf Sendungen bis 50 g 8erstreckt, daß ein Uebergewicht bei portofreien Briefen nicht zugelassen ist, und daß deshalb alle Briefe über 50g frankiert werden müssen. Für Briefe über 50 g. bis 8 kostet das Porto 10 Pf., für noch schwe⸗ rere Briefe bis 550 g 20 Pf. Dies gilt auch für Sendungen mit Zeitungen. 5 Kreis Schotten. ae Herchenhain, 8. Jebr. Von Herchenhain sind bis jetzt bei der Goldsammlung 4000 Mk., aus Hartmannshain und Sichenhausen je 1000 Mk. abgeliefert worden. Kreis Friedberg. Bad⸗Nauheim, 10. Febr. Zum Tode des Geh. Baurats Dr. Karl Eser, den wir in der Montagsausgabe meldeten, bringt die„Darmstädter Zeitung“ eine längere Würdigung der Verdienste des namentlich in Oberhessen wohlbekannten Mannes, der wir folgende Sätze entnehmen: In geradezu bewundernswürdiger Weise hat Dr. Eser ver⸗ standen, sein reiches Wissen und Können zum Nutzen des Bades Nauheim zu verwerten. Wer Bad⸗Nauheim bei seiner Dienst⸗ übernahme gekannt hat und es mit der Gegenwart vergleicht, in der es zum internationalen Weltbad geworden ist, der wird er⸗ messen können, was die Dienstzeit Dr. Esers für das Bad bedeutet. Die Besuchsziffer im Jahre 1901 von rund 19 800 gegenüber der letzten von rund 35 000 Kurgästen, die Bäderzahl in jener Zeit von rund 296 000 gegen 480000 im Jahre 1913 sprechen das Ihre. Es darf unumwunden sestgestellt werden, daß dieser Auf- zum allergrößten Teil ein Verdienst von Dr. Eser ist, der, unterstützt durch, weitblickende Beschlüsse seiner vorgesetzten Behörde und der Landstände, sowie durch treue Mit⸗ arbeiter seine Gedanken für eine zeitgemäße Ausgestaltung des Bades der Wirklichkeit zuführte. So kamen die großen Erneuerungs⸗ und Erweiterungsbauten zustande, bei deren äußerer Erscheinung selbstverständlich der Architekt ausschlaggebend sein mußte, deren ganze Komposition aber im Rahmen der zweckmäßigsten Ausnutzung der Schätze geschehen mußte, die Bad⸗Nauheim in seinen Heil- quellen besitzt.. Auch zu einer Sehenswürdigkeit haben die Ge⸗ danken von Dr. Eser und ihre Ausführung das heutige Bad⸗Nau⸗ heim 8 die von Laien angestaunt, von Fachleuten in höch⸗ stem Maße bewundert wird. Die wirtschaftliche Bedeutung, die schließlich dem Ausschwung des Bades für den Staat, wie vor allem für die Stadt Bad⸗Nauheim zukommt, muß dem Manne ebenfalls ein dauerndes Denkmal setzen, auf dessen Gedanken, Ausdauer, bewunderungswürdigen Weitblick und unermüdliche Pflichttreue jener Aufschwung in erster Linie zurückzuführen istt. Der Merk⸗ stein, den das Wirken von Dr. Karl Eser in der Entwickelung des Bades bedeutet, wird seinem Namen ein ebenso dauerndes und ehrenvolles Andenken in der Geschichte des Bades sichern, wie sein persönliches und Charakterbild bei allen, denen er dienstlich und persönlich näher getreten ist. Jedenfalls darf gesagt werden, daß Bad⸗Nauheim dem Verstorbenen so viel Dank schuldig ist, wie bis jetzt keinem anderen Mann.“ Starkenburg und Rheinhessen. m Offenbach, 10. Febr. Die 17jährige Johaung Lang ersten Stock des Hauses Mittelsee⸗ straße 36 gelegenen Wohnung in selbst mörderischer Ab sicht auf die Straße. Das Mädchen trug neben geringeren äußeren Verletzungen sehr schwere innere Verletzungen davon und wurde im Krankenautomobil ins städtische Krankenhaus gebracht. 15 Hessen⸗Nassau. J. Frankenberg, 9. gebr. Auf der gestrigen 48. Ab- geordneten⸗Versammlung des Kreis⸗-Krlegerver bandes waren 32 Vereine durch 62 Delegierte vertreten. Die Abrechnung ergab an Einnahme 2481,37 Mk. und an Ausgabe 2143,30 Mark. Von einer Sommerversammlung und einem Kreis-Verbandssest wurde in diesem Jahre Abstand genommen. 5 h. Frankfurt a. M., 9. Febr. Auf dem Hauptbahnhof geriet der 24 jährige Arbeiter Mandel zwischen die Puffer zweier Kohlenwagen. Er wurde zu Tode gedrückt. (h) Bad Homburg v. d. H., 9. Febr. Das Kurjahr 1 914, das für Bad Homburg eins der besten der letzten Jahre zu werden versprach, fand mit dem Ausbruch des Welt- krieges ein jähes Ende. Es brachte infolgedessen der Stadt und dem gesamten Wirtschaftsleben einen Schaden, der bis heute noch nicht zu übersehen ist. Wie Oberbürgermeister Lübke heute in der Stadtverordnetensitzung bei der Vorlegung des Kuretats für 1915 mitteilte, rechnung für 1914 mit einem Fehlbetrage von rund 80 000 Mark abschließen. Da Dauer und Ausgang des Krieges auch noch ungewiß sind, konnte der neue Haushalts- plan nur mit großer Mühe zum Ausgleich gebracht wer⸗ den. Obwohl für 1915 die Ausgaben auf das geringste Maß beschränkt wurden, dürfte sich auch für dieses Jahr ein Fehl⸗ betrag ergeben, der einschließlich des Ausfalls von 1914 eine Höhe von 1 35 000 Mark erreichen dürfte. Diese Summe soll durch eine Anleihe bei dem für derartige Fälle ge— schaffenen Kurfonds gedeckt werden. Auch in den Jahren nach dem Kriege wird sich das Wegbleiben der ausländischen Kur⸗ gäste sehr bemerkbar machen, doch erwartet man einen neuen Aufschwung durch den vermehrten Besuch der deutschen Gäste. Für 1915 wurden die Einnahmen auf die halbe Summe der bisherigen festgesetzt. So erwartet man aus den Einnahmen aus der Kurtaxe und der Frankfurter Abonnements die Hälfte, aus den Homburger Besuchen ,, aus Besichtigungen die Hälfte, aus Spielen„ usw.— Der Etat wurde dem Finanzausschuß zur Beratung und Feststellung überwiesen. — Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte sodann 1000 Mark für die Erbschaftssteuer zur Annahme der Samm- lung Balmer; sie will aber gegen die Höhe der Steuer Beschwerde einlegen, da der materielle Wert der Schenkung nur 20000 Mark beträgt. Für den Roten Halbmond be⸗ willigte man 500 Mark, für die Schaffung einer neuen ka⸗ tholischen Lehrerstelle 2603 Mark, für Feuerversicherungs— prämien 4120 Mark und 10000 Mark zur Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln. Außerdem kaufte die Stadt für 13000 Mark. zur Abgabe an die Bäcker auf. h. Höch st a. M., 9. Febr. Eine bemerkenswerte Statistik, die zu denken gibt, zeitigte die letzte Sitzung des Schöffen⸗ gerichts. In den zur Verhandlung stehenden Privat⸗ beleidigungsklagen traten nicht weniger als elf Frauen als Moger, Angeklagte und Zeugen auf. wird die Rur⸗⸗ —— 2 Ein Automobil vom Eisendahnzug erfaßt. Essen Ruhr), 9. Febr.(Priv.⸗Tel.) Heute nacht durchtahr ein mit fünf Fahrgästen aus Gladbeck besetztes Essenen Droschkenauto auf der Fahrt von Essen nach Gladbeck die geschlossene beleuchtete Schranke der Eisenbahnstrecke Vogelhein. Altenessen an der Kreuzung der Essen-Horster Straße in Alten- essen. Das Auto wurde von einem von Vogelheim nach Alten- essen fahrenden Güterzuge erfaßt, herumgeschleudert und teilweise zertrümmert. Der neben dem Chauffeur sitzende Hotelier Drach- mann aus Gladbeck, der im Augenblick des Zusammenstoßes aus dem Auto sprang, wurde vom Zuge überfahren und gelötet. Der Chauffeur und die übrigen vier Fahrgäste blieben unverletzt. Untersuchung ist eingeleitet. Märkte.. le. Franlfurt a. M. Schweinemarktberi h. vom 10. Febr. Ausgetrieben waren 22˙4 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 80.00 82.50 Mk. Schlachtgewicht 95.00— 100.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 80.00—82.50 Mk., Schlachtgewicht 98.00— 100.70 Mt. vollfleischige Schweine von 100—120 k Lebendgewicht 80.00-82.50 N Schlachtgewicht 9/0100 Vik. vollfleischige Schwelne von 120 dis 150 kg Lebendgewicht 80.0— 82.50 Mk., Schlachtgewicht 98 100.00 Geschäst ziemlich rege. le. Frankfurt a. M., 10. Febr.(Orig.⸗Telear. de?„Gieß. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Am heutigen Markt fanden keine Umsäge in Getreide statt, da es an Angebot sehlte. Weizenkriegsmehl 45 Mk., Roggen riegsmehl 44 Mk. Futtermittel: sest. Kleie 15.50 Mk., Biertreber 30 bis 30.50 Mk. Alles per 100 kg. le. Fraulfurt a. M., 10. Febr.(Drig.-Telegr. des Gieß. Auz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 7,00 bis 8,00, Kartoffeln im Kleinhandel Mk. 8,00— 9,00, Alles per 100 Kg. SSSR— — Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „Wie kann ich mitwirken dem Vaterlande zu helfen?“ Die nicht die Waffen tragen, können der Volksernäh⸗ rung durch Einsammeln und vorschriftsgemäße Sortierung der Haus haltsabfälle, wie es in verschiedenen öffentlichen Aufrufen der städtischen und staatlichen Behörden ausgedrückt wurde, wert— volle Dienste leisten. Schon haben sich eine Anzahl Frauen auf den Weg gemacht, um straßenweise in den Haushaltungen nach⸗ zufragen, welche Verwendung die besagten Küchenabfälle finden und aufklärend dahin zu wirken, daß sie zur Abholung als Vieh⸗ futter bereit gehalten werden. Auch der Landwirtschaftliche Lokalverein hat sich in seiner Sitzung vom 5. Februar, die sehr zahlreich besucht war, mit dieser Frage befaßt. Der Vor⸗ sitzende, Herr Prof. Dr. Kleeberger, machte Mitteilung von der diesbezügl. Tätigkeit der Hausfrauen eines Bezirkes unserer Stapt, und daß er den Pächter des Albacher Hofes, Herrn Pekrs, veranlaßt habe, die Abfälle abzuholen. Dieser erstattete dann Be⸗ richt dahin, daß ihm zuerst 3, später 5 bis 6 Zentner zur Ver⸗ fügung gestanden hätten. Mit Verfütterung desselben nach ent⸗ sprechender Zubereitung durch Kochen usw. habe er recht gute Er⸗ folge erzielt da die Schweine das Dargereichte gerne fraßen. In nachfolgenden Reden wurde der Gegenstand noch ausführlich erörtert und man kam überein, anzuregen, daß die städtische ftommission Sorge tragen möge, daß in allen Bezirken der Stadt Körbe, oder besser graße Eimer mit Deckeln aufgestellt würden. Dies am besten im Hof, damit die Abholenden nicht genötigt find, bis in die einzelnen Stockwerke zu steigen. Wichtig ist die mehrfach betonte Freihaltung von allen Scherben, Knochen, Na⸗ deln u. dergl. und die tunlichst genaue Sortierung der Reste nach sauberen, ungekochten Gemüseabfällen, Schalen, Brot, Wurstschalen usw., die möglichst getrennt zu halten sind, um das Sauerwerden zu verhindern. Wir hoffen, daß diese Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen. 8 Landwirte haben sich bereits zur Abholung be⸗ reit erklärt. Darum auf, ihr Hausfrauen, lasset euch keine Mühe verdrießen, an eurem Teile mitzuwirken, daß der Plan, Deutsch⸗ land auszuhungern, zu Schanden werde! A. Bd. Fastnachtsgebäck. Nach einer Bekanntmachung des Magistrats der Stadt Hanau ist in der Zeit vom 12.—17. Februar, also in der Faschings⸗ zeit, das Kuchenbacken verboten, und zwar nicht nur für die Bäckereien und Konditoreien, sondern auch für die Haushal⸗ tungen. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch für unsere Stadt Gießen, am besten fün das ganze Reich, die Herstellung von Faschingsgebäck allgemein verboten würde, noch besser, wenn der gesunde Sinn unseres Volkes ein solches Verbot überflüssig machte. Wie ist eine Freude an Fastnachtskreppeln und ähnlichen Leckereien in den Fastnachtstagen auch nur denkbar, angesichts der Todesbereitschaft unserer zum entscheidenden Kampfe im Osten und Westen und auf der Nordsee sich rüstenden Söhne und Brüder! Es hieße unseren tapferen Kämpfern geradezu in den Rücken fallen, wollten wir während ihres todesmutigen Kampfes die zur Verteidigung der von Englands Aushungerungspolitik bedrohten Festung, wie dies tatsächlich heute Deutschland ist, unentbehr⸗ lichen Vorräte leichtfertig vergeuden! 1 ———— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 11. Febr. 1015: Bededt, mi trocken, süs liche Winde, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Das Zurückdrängen der Russen aus Galizien. Wien, 10. Febr. Ungarischen Berichten zufolge wurden auch die gestrigen russischen Angriffe am Dukl a⸗Paß mit schweren Verlusten für den Feind völlig zurückgeschlagen. In furchtbarem Schneegestöber versuchten die Russen nachts noch einmal einen Durchbruch, doch vergebens. Sie wurden durch Maschinengewehrfeuer vernichtet. Wir mach⸗ ten eine große Anzahl halberfrorener und hungriger Ge⸗ fangener. Der Vorstoß der Russen, um durch einen Einbruch in Ungarn den Serben zu Hilfe zu kommen, kann als ge⸗ scheitert angesehen werden, trotzdem er mit großen Kräften angesetzt war. In der Bukowina kämpfen viel Tscher⸗ tessen. Gefangene, die noch nichts vom Heiligen Kriege ge⸗ wußt hatten, zeigten sich äußerst bestürzt, daß sie gegen uns zefochten. Eine rasche Verbreitung der Nachricht vom Sultan Fetwa ist nunmehr unter den Mohammedanern im russischen Heere zu erwarten. K. K. Kriegspressequartier, 10. Febr. In den Karpathen liegt tiefer Schnee. Die Marschbewegung der Trup⸗ pen ist ausschließlich an die 1 gebunden. Diese Märsche gehen mühselig vonstatten und die Entwicklung zum Gefecht ist ungemein schwierig. Der Feind drückt mit sehr beträchtlichen Kräften gegen die Duklafurche und führt unablässig neue Truppen heran. Er befindet sich an der übrigen langen Front in vorzüglich befestigten Stellungen, die sehr schwer zu nehmen sind. nter diesen Umständen werden ungeachtet der größten nstrengungen der im nördlichsten Ungarn Hand in Hand kämpfenden österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen alle Unternehmungen verlangsamt. Erfolge, die abwechselnd von beiden Seiten erzielt werden, haben nur ört⸗ liche Bedeutung. Es ist ein schweres und schwieriges Ringen, das den höchsten Einsatz von den Kämpfenden erheischt, das die bittersten Mühsale im Gefolge hat und doch nur sehr langsam zum Ziele führen kann. Mutmaßungen über weit vorausblickende Opera- klonen sind müßig, so lange die natürlichen Schavierigkeiten auf dem Karpathischen Kriegsschauplatz hüben wie drüben der Fühurng die Gesetze vorschreiben. Wir mu sen zufrieden sein, wenn es uns gelingt, ohne unsere übrigen Fronten zu schwächen, die Russen Schritt für Schritt aus dem Grenzgebirge zurückzudrängen, und r n 3 ihre gleichzeitigen Versuche, nach weisen. Daß diese Aufgabe mit der N n gut d. führt wird, dafür sprechen die Ergebnisse der bisherigen Kämpfe der seit Wochen gegen eine übermächtige Anzahl und gegen die Ungunst von Boden und Witterung heldenmütig und zähe ringen⸗ den Verbündeten.(B. L.⸗A.) Die Verfolgung der Russen in der Bukowina. Budapest, 10. Febr. Die geschlagenen russischen Truppen flüchten teils gegen Radautz, teils gegen Kut y. Unsere Truppen verfolgen sie und machen viele Gefangene, erbeuten auch Munition und Kriegsmaterial. Der Rückzug der Russen nimmt den Charakter der Flucht an. Suczava. soll hier eingelaufenen Berichten zufolge schon geräumt sein, womit 120 Kilometer bukowinisches Ge⸗ biet in unseren Händen wäre. Die Richtung der Flucht der Russen ist Czernowitz. Die Bevölkerung feiert allenthalben unsere Truppen. Das Verhältnis zwischen Rumänien und Bulgarien. Rotterdam, 10. Febr. Der„Times“ wird aus Butarest gemeldet: Das Verhältnis zwischen Rumänien und Bulgarien wird täglich besser. Der bulgarische Staats⸗ bahndirektor Morloff traf in Bukarest ein, um über die Wagendurchfuhr zu konferieren, die bereits im Prinzip eine beschlossene Sache ist. Englands Getreideversorgung stockt. i. Köln, 10. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm: Nach einem Londoner Privattelegramm des„Svenska Dagbladet“ hat die Getreideversorgung Eng⸗ lands tatsächlich aufgehört, die durch den Untersee⸗ boottrieg bedingten erhöhten Frachtsätze wirken auf die Schiffahrt vollkommen lähmend. Der neue„Sultan“ von Aegypten„zieht sich zurück“. Konstantinopel, 10. Febr. Nach einer Meldung aus Beirut soll sich der neue„Sultan“ von Aegypten, Hussein Kia⸗ mil, über Kairo nach Alexandrien zurückgezogen haben, wohin sich auch die Vertreter Rußlands und Frankreichs begeben haben. Der gestern hier eingetroffene Senussi⸗Führer Seid Ali Halil teilt mit, daß die Senussi schon vor einigen Tagen verschiedene Orte an der ägyptischen Grenze besetzt hätten. Aus dem Sudan und der Wüste Sahara kämen immer neue Scharen Senussis, um gegen Aegypten zu ziehen. Die Senussi würden den Kampf gegen die Engländer nicht früher aufgeben, als bis deren Macht in Aegypten zusammengebrochen sei. Verschwendet kein Brot! Ungarn durchzubrechen, abzu⸗ Zeit zu einem guten Ende ge⸗ (75 — aus Dr. Oetker's Gustin sind wohlschmeckend und ein vor- Jeder spare, so gut er kaun. zügliches Nahrungsmittel, besonders 0 für Kinder. 398 bhv In Paketen zu 15, 30 und 60 Pfg. überall zu haben. Drucksachen aller Art lletert in jedet gewunschten Ausstattung prelswert die Brühb'sche Universitäts-DOruckerei. Schulstr. 7 Amtlicher Teil. Betr.: Sicherstellung des Haferbedarfs für die Heeres verwaltung. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir bestätigen hiermit, insoweit dies bei den einzelnen Gemeinden noch nicht geschehen ist, die von Ihnen aufgestellten Verteilungspläne ebenso wie die 0 Haferbesitzer erlassenen Aufforderungen und beauftragen Sie, dies sofort den Betreffenden zu eröffnen. Gießen, den 9. Februar 1915. 5 Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hechler. Bekanntmachung ö Bestimmungen. 1. Für die ausgehobenen Landsturmpflichtigen gelten vom Tage der Aushebung an die für die Mannschaften der Landwehr(See⸗ wehr) bestehenden Bestimmungen. amts Alsfeld oder der Bezirkskompagnie Schotten. Sie sind ver⸗ pflichtet, jede Aufenthaltsveränderung innerhalb 48 Stunden ihrer Kontrollstelle anzuzeigen und sich beim Verziehen in einen an⸗ deren Kontrollbezirk bei der dortigen Kontrollstelle innerhalb 48 Stunden anzumelden. Die Meldungen. können mündlich oder schriftlich durch den zur Meldung Verpflichteten selbst erfolgen. Bei schriftlichen Meldungen ist Geburtsdatum und»ort, sowie der frühere Wohnort und der Wohnort, folgt, genau anzugeben. Zuwiderhandlungen tärgesetzen bestraft. Landsturmpflichtigen sind die Feldwebel des 1 Meldeamts oder der Bezirkskompagnie und der Bezirkskomman⸗ deur, sowie deren Stellvertreter. lichen Befehlen ihrer Vorgesetzten, 0 Gestellungsbefehlen unbedingt Folge zu leisten. 5 stli Verkehr mit den Vorgesetzten sind sie der militärischen Disziplin unterworfen. 4. Bei Anbringung dienstlicher Gesuche und Beschwerden sind benen Dienstweg einzuhalten. Gesuche sind an den Bezirksfeldwebel der Kontrollstelle zu richten, Beschwerden dem Bezirkskommandeur vorzutragen; richtet sich die Beschwerde bei dem Bezirksadjutanten anzubringen. am folgenden Tage oder nach 0 1 Strafe erhoben und muß innerhalb einer Frist von gebracht werden. Die Beschwerde darf erst 5 Tagen an⸗ sonderer Befehl. 1 5 6. Ausgehobene Landsturmpflichtige können ungehindert ver⸗ reisen, haben jedoch der Kontrollstelle den Antritt der Reise und die Rückkehr zu melden, sobald die Reise länger als 48 Stunden dauert. Bei jeder Abmeldung zur Reise hat der Betreffende an zugeben, durch welche dritte Person während seiner Abwesenheit etwaige Befehle an ihn befördert werden können. Er bleibt jedoch jeder Befehl richtig zugeht. 7. Ein Uebertritt vom sturms nicht statt. 5 8. Die vorstehenden Bestimmungen gelten für die ausgehobenen Landsturmpflichtigen bis zur Auflösung des Landsturms.** Großberzogliches Bezirkskommando Gießen. 1 Naumann, 855 Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. der für die ausgehobenen Landsturmyflichtigen geltenden 3. Die nächsten militärischen Vorgesetzten der ausgehobenen 5 Hauptmeldeamts, des Die Mannschaften haben dienst⸗ f öffentlichen Aufforderungen und 8 Im dienstlichen die ausgehobenen Landsturmpflichtigen verpflichtet, den vorgeschrie⸗ 3 der Militärbehörde gegenüber allein dafür verantwortlich, daß ihnt ersten zum zweiten Aufgebot sowie ein Ausscheiden aus dem Landsturm findet bis zur Auflöfung des Land⸗ 2. Die ausgehobenen Landsturmpflichtigen treten in die Kon⸗ 5 trolle der Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts Gießen, des Melde- für den die Anmeldung er⸗ werden nach den Mili⸗ gegen diesen, so ist sie Verbüßung einer etwa verhängten 5. Ueber etwa stattfindende Kontrollversammlungen ergeht be⸗ 25 ii: „ 9 von Ihnen an die einzelnen Amsterdam und Giessen, Friedhofes aus statt.— Bitte von Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 5 17. Januar auf Frankreichs Erde unser treues Mitglied 2— Wilheln Spaar Musketier im Juf.⸗Regt. 168, 2. Komp. im Alter von 2 Jahren. 5 Wir verlieren in dem Heimgegangenen ein treues Mi lied, welches wir stets in Ehren halten werden. Gesangverein„Harmonie“ und Turnverein„Gut Heil“. Reiskirchen(Kr. Gießen), 10. Februar 1015. Mittwoch, den 10. Februar 1915, abends 8½ Uhr, im Hotel Großherzog von Hessen Vortrag Dr. Bruno Wille, Friedrichshagen über: „ rüslungen der Thasoptie in scher el“ Karten zu Mk. 1.00 und zu Mk. 0.50 sind im Vor⸗ verkauf in der Frees'schen Buchhandlung zu haben. Der Reinertrag ist für die Kriegsfürsorge bestimmt. 1 2 7 Hassler LonzerCVepei Sonntag, den 14. Februar 1915, abends 5/ Uhr, in der neuen Aula zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Gießener 1201 Konzert des Heute vormittag 9 Uhr verschied nach langer, schwerer Krankheit unser lieber Sohn und Enkel Claus Schoenewald. Dr. Schoenewald und Frau Else Rechnungsrat Wilker u Die Beisetzung findet Donnerstag mittag 2 Uhr von der Kapelle des neuen geb. Wilker nd Frau. den 9. Februar 1015. 12220 bereits für Euch und alle, die Euch teuer sind im Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 8— Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb auf Frankreichs Erde unser lieber Sanges— bruder Neservist W. Jung Inf.⸗Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116, 7. Komp. F. Ehre seinem Andenken. 4 Mäuner⸗Gesangvercin Läzellinden. 20 F 28 2* 1 123. 7 13120 Aliece⸗Schule. Sämtliche Kurse in Schneidern, Weißzeug⸗ nähen, Bügeln, Kochen und Hauswirtschaft, sowie die Seminare für Handarbeits- und Haus⸗ wirtschaftslehrerinnen beginnen im Sommerhalb⸗ jahr am 7. April. Anmeldungen dazu haben spätestens am Ostersamstag, den 3. April— an diesem Tag von 10 bis 6 Uhr im Schulhaus Steinstraße 10— zu geschehen. Gesuche um Auf— nahme in eins der Seminare müssen schon bis Ende Februar beim Vorstand eingereicht werden, durch welchen auch Prospekte gratis zu beziehen sind. . Feldpost-Schachteln 6 für 50, 250, 500 Gramm- u. 3 bis 5 Kilo⸗ Pakete, nur bewährte Größen, sowie sämtl. Feldpostschreibwaren werden in meinem Be⸗ triebe in großen Massen fertiggestellt. Probe⸗ paket(72 Kartons) M. 5.—, Preisliste kostl. barem Instinkt und hoher Intelligenz ihre 5 5 haben schon gekämpft! Sie kämpfen 9 9 Aufruf Eine wichtige Aufgabe harrt der Lösung. Es gilt die Leiden derjenigen Verwundeten zu lindern, die Nacht und Nebel auf dem Schlachtfelde überraschten. Die Zahl der Vermißten muß sich vermindern! Um dies zu erreichen, brauchen wir Euere Hilfe! Wir brauchen Sanitätshunde, die mit wunder⸗ Pflicht erfüllen und vielen tapferen 4 gerettet haben. Kriegern bereits das Leben Der Deutsche Verein für Sanitätshunde in Oldenburg i. Gr. unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg tritt an Euch heran. Wir brauchen Hunde, die 4 geeignet sind, und vor allem Geld, um die hohe Mission zu erfüllen, tausende Verwundete zu retten, die nach jeder Schlacht noch leben und in Gräben, Hecken und Gebüschen verbluten müßten, weil die Sanitätsmann: schaften trotz aller Umsicht und allen Eifers sie nicht finden konnten. Saget nicht, Ihr hättet schon geholfen! Die draußen sagen auch nicht, wir weiter und gehen immer wieder 4 Viele hunderte Sanitätshunde arbeiten — Felde. Wir brauchen sofort für Euch in die Schlacht! Mittel, die nicht reichlich genug fließen können. Gießen, 29. Jannar 1915. Pfarrer Ausfeld, Direktor des Realqymnasiums dr. Baur, Dekan Bayer, Piarrer Bechtolsheimer, Geh. Kirchenrat Prof. Or. Eck, Beigeordneter Kommerzienrat Em⸗ melius, Geh. Kommerzienrat br. Gail, Frau Geh. des Alice-Frauen-Vereins, Chefredakteur Goetz, Justizrat Gebhardt, Vorsitzende Beigeordneter Justizrat Grünewald, Landtagsabgeordneter, Landgerichispräsident br. Güngerich, Geh. Kommerzienrat Heichelheim, Vorsitender der Handelskammer, Geh. Schulrat br. Heusell, Direktor — des Landgraf⸗Ludwig-Gymnasiums, Rabbiner br. Hirschfeld, Oberssaatsanwalt Hof⸗ mann, Reut auw. Homber er, Vors. de Zweigvereins Gießen d. Hess. Polizei- u. Schutz⸗ bundevereins, Oberbürgermeister Keller, Vertrauensmann d. Deutsch. Vereins f. Sanitäts- gunde, Generalteummant Klin elhöffer, Kommandeur des Abschnitts III der Festung Mainz, Forstmeister Köhler, Geh. Justizrat Prof. Or. Leist, Mitglied der Ersten Kanmer der Stände, Reichsbankdirektor Müller, Finanzrat Dr. Offenbächer, Generalmajor von Petersdorff, Rabbiner dr. Sander, Postdirektor Schäfer, Geh. Kirchenrat 0. Schlosser, Direktor der Oberrealschule Dr. Schuell, Pfarrer Schwabe, Weinhändler A. Schwan, Vorsitzender des Vereins Hundesport für Gießen und Umgegend, Ober- zabsarzt Dr. Siegert, Reservelazarestdirektor, Geh. Medizmalrat Prof dr. Sommer, Rektor der Landesuniversität, Finanzrat Steinhäuser, Major Stephan, Geh. Schul⸗ rat Dr. Stoerito, Direktor der höheren Mädchenschule, Forstmeister Trautwein, Prof. Urstadt, Landlagsabgeordneter und Stadtverordneter, Provinzialdirektor Geheimerat Or. Usiuger, Reda teur Vetters, Medizinalrat Dr. Walger, Großh. Kreisarzt, Tele graphendirektor Wiebusch, Landgexichtsrat Wiener, Vorsitzender des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Eisenbahndirektor Zimmermann. Spenden werden entgegengenommen: im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 15, bei der Mitteldeutschen Creditbauk, Johannesstraße 17, bei der Bank für Handel und Industrie, Johaunesstraße 1, in den Geschäftsstellen des 3 3 Schulstraße 7, und der Oberhessischen Volkszeitung,— ofstraße 23. Bekanntmachu Die mit dem 1. Februar 1915 in Kraft getretene neue Verordnung, die für die Gast⸗ und Speisewirtschaften ebenfalls den Verbrauch an Back⸗ waren auf ¼ des früheren Tagesverbrauchs und Schankwirte, im Einverständnis mit dem Stadt Gießen, gezwungen, Sonntag, den 14. Februar d. J. ab für alle den Gästen zu den Speisen verabfolgte Backware Bezahlung zu fordern. Zeit, diesem notwendigen Beschlusse zu bringen. verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend, e. b., festsetzt, hat die hiesigen Gast⸗ Herrn Oberbürgermeister der um dieser Bestimmung gerecht werden zu können, von Wir bitten die verehrten Gäste, in Würdigung des Ernstes der wohlwollendes Verständnis entgegen 1322 und die ihm angeschlossenen Gast⸗ und Speisewirte. Tel. 2ʃ5 J. Weinert, Giessen Neuenw. 9 Buchdruckerei u. Papierwaren⸗Großhandlung. Lbb-Aseilag Klingler-Ouartetts Professor Karl Klingler, Alphons Brun, virtuos Hugo Dechert. Beethoven: Streich- Quartett F- moll, op. 95. Haydn: Streich-Ouartett Cedur, Op. 76 Nr. 3(Kaiserquartett). Schubert: Streich-Quartett D-moll(Der Tod und das Mädchen). Eintrittskarten: e.. DM. 2.—, 3. Platz M. 1.—, 4. Platz M. 0.50, samtlich numeriert, Studenten- karten M. 1.—(für den zweiten Platz, soweit verfügbar, gültig), für Schüler und Militär vom Feldwebel abwärts 30 Pfg. sind in der Musi- kalienhandlung von Ernst Challier, Tel. 671, und abends an der Kasse zu haben. Offnung des Saales 4½ Uhr. — N T————.— 1 Waggon az in: Neearinkerien ne Mischware) eingetroffen. 0743 Abgab e nur au Wiederverkäufer. Benner& Krumm Drogen, Material⸗ S rieeecee und Farbwaren. aus Berlin 1 Fridolin Klingler, Kgl. preuß. Kammer.. Die feinsten holländ ischen Aug. Schwab, Plockstr. 4 empfichlt für den Feldbedarf: Taschen- und 2 Armband-Uhren in guter Qualität, mit und ohne 0 kau. Leuchtblatt, von 6.50 Mk. an. Ferner: Taschen- ** : Schollen: lampen mit Dauerbatterien in nur bester Quali- treffen morgen früh ein bei 1311 Kräftige, reinschmeckende 2 Mischung, Pfund⸗Paket 60 Pfg. mischungen/ fd.⸗PB. 75, 88, 100 Pf. einer Qual. 1 Pfd.⸗P. 38, 43, 50 Pf. KAFFEE: Naturell geröst. Santos Pfund 1.50 Kräftige, ausgiebige und rein⸗ schmeckende Mischung Pfd. 1.60 Jeine Mischungen Pfund 1.70, 1.80, 2.—, 2.20 Donnerstag eintreffend: Bratschellfische Pfd. 24 Pfg. Kabliau, mittel„ 28 * Gr. Schellfische 4 1 chell fi sch Limburger Käse Pfund 58 Pfg. ist. Emmentaler„51 Tafelreis, großkörnig Pfd. 36 u. 40 5 Pflanzen⸗Margarine, weiß, weich vorzügl. Pflanzensett Pfd. 76 Annend, sollen in den Distrikten Badenburger Wäldchen, Hühnerwäldchen und Heide nachverzeichnete Holz⸗Sorti⸗ mente versteigert werden: Zusammenkunft 01 auf der Badenburger Wäldchen. Holzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Freitckg, den 12. Februar, vormittags 10 Uhr be⸗ Georg Wallenfels 610 Markt 21, gegenüber der Engelapotheke. 1110 Fluß. u. Seefisch 1 Eichen-Stamm 1. Kl. über go Zim. Drchm.)= 091 Fstm. 8— 2„Stämme 2.„(5050„„„ 1„ 9 98 3„„(40-49„ 22506„ 28— 17„„ 8 N„ 1 1.—— 5„ 1.„ 3 lalesern Sfanmg: fie:: 1 J. M. Schulhof 1 Kiefern Stamm.„(40-40„„= Telephon 1— Prompter O pickten Seren,,„ aus warts. 5 20 Pöl Buden Scheel= 209„ 0, m. uchen⸗ 1 0 20 8 er ur 1 ener 6 Rm. zu Werkholz 22 Turhperein J. 040 r Küfer un aser geeignet), 1„ 4 4 Nm. Kiesern⸗Scheitholz, E bonnerstag 1. februar 4„ Sichen elbe— abends 8½ Ubr „9„ en⸗* 2„ Erlen. 1 Turnstunde . Mittwoch, 10. Februar, 150 Wellen Sen dene Schülerturnen 7 ichen⸗ 5 300 1 Ficen. 5 1337 v Der Turnwart. . ten⸗* 4 ul. Buchen, 11,5 Rm. Eichen 11 Rm. Kiefern · und 29,4 Rm. Fichten ⸗Stockholz. 50 0 2 treut sitzendes Holz wird nicht vorgezeigt. 1 5 Etraßze nach Lollar am Distrikt Wieseck, am 8. Februar 1915. Großberzogliche Bürgermeisteret Wieseck. — 18845 Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, 12. Febr. 1915 abends 8 11. Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg Verkaufsstellen in Giessen: Bahnhofstrasse 26 Ludwigstrasse 20, Walltorstrasse 24 0 den 11. d. Mts., fetten abgängigen Faselochsen auf Submission vergeben. Angebot bis dahin auf der Bürgermeisterei ein⸗ reichen, Die Gemeinde Philotas iel in ei Aeg von Ge&. eff. Hierauf: er zerbrochen Aug Lustspiel in einem Aufzug o 9 Pelneich von Kleist 8 Ende 10¼ Uhr. Soldaten pomßcseldwebel ab E ae 127—— ungen auf 2. u. 3. Parke nur balbe Preise. 13¹⁵⁰ Harbach will Donnerstag, nachmittags 4 uhr, einen Reflektanten wollen ihr woselbst auch die Bedingungen einzu⸗ ehen sind. Harbach, den 7. Februar 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei. Münch. 1333 ng! 4 0 D