Nr. 33 Der Siodener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sietener Familienblatter; zwermal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlusse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäfts stelleöl Adresse sür Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 40 1 0 105. Jahrgang g f jährl. Mk. 2.20; 8 Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ . jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., l ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch und Steindruckerei „Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 9. Februar 1915 Zezugsvreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ durch Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz, sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue Kämpfe bei La Bassée. Fortschritte in den Argonnen. Ein englisches Geständnis über den Rißbrauch der neutralen Flagge. (WTB. Großes Hauptguartier, 8 Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Dec Kampf um unsere Stellung südlich des Kanals, südwestlich La Bassée, dauert noch an; ein Teil des vom Feinde genom menen kurzen Grabens ist wiedererobert. In den Argonnen entrissen wir dem Gegner Teile seiner Befestigungen. Sonst hat sich nichts Wesentliches ereignet. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der ostpreu⸗ ßischen Grenze, südöstlich der Seenplatte, und in Polen rechte der Weichsel fanden einige kleinere, für uns erfolgreiche Zu— sammenstöße von örtlicher Bedeutung statt. Sonst ist aus dem Osten nichts zu melden. Oberste Heeresleitung. ** Die Mitteilung unserer Kriegsleitung, daß England seinen Handelsschiffen anbefohlen habe, die neutrale Flagge zu hissen, um Gefahren zu entgehen, hat sehr schnell klare Verhältnisse geschaffen. England war gezwungen, darauf zu antworten, und seine geheime Maßregel ist heute nicht mehr geheim. Die deutsche Regierung hatte offenbar klare Bemeise in den Händen, ein Berliner Mitarbeiter der „Frankf. Ztg.“ behauptet sogar, in Berlin sei der volle Wortlaut der britischen Anweisung bekannt gewesen. Zu leugnen hatte unter diesen Umständen also keinen Zweck. Nun hätte es noch einen andern Weg für Albion gegeben: die Hineinziehung fremder Flaggen aufzugeben und in einer öffentlichen amtlichen Erklärung festzustellen, daß man auf dieses zweifelhafte Mittel im Interesse der Neutralen ver- zichten wolle. Diesen Weg hat England nun freilich nicht gewählt es ist ja gewohnt, nur das eigene Ich, ohne Rück⸗ sichsesuf andere, zu pflegen. Liest man die nachstehende, vom Reuter⸗Bureau verbreitete amtliche Erklärung aufmerk- sam durch, so tritt diese rücksichtslose Willkür ins hellste Tageslicht. Man beruft sich darauf, der Gebrauch der neu⸗ tralen 8125 sei,„mit einiger Einschränkung“, in der Praxis als berechtigte Kriegslist anerkannt. Schwindel ist also das Panier der britischen Schiffahrer. Das steht sogar, 7255 der amtlichen Erklärung, in einem brit i⸗ 2 Gesetz! Nur schade, daß das britische Gesetz von uns und anderen nicht als maßgebend angesehen werden kann: wir haben eben andere Begriffe von Offenheit und An- stand und würden uns schämen, auch dem erbittertsten und grimmigsten Gegner gegenüber uns hinter fremden Rockschößen zu verkriechen. Kann England uns denn se ine Gesetze vorschreiben! Es ist bezeichnend für seine An— maßung, daß es solche Grundsätze da eingeführt hat, wo doch auch die Rechte anderer Staaten ganz gewaltig mitsprechen. Wir meinen, die englische Theorie müßte nunmehr auf den schärfsten Widerstand der Neutralen stoßen, an deren Inter— essen England höchst gleichmütig vorbeigeht, indem es sich um die Folgen seines Vorgehens nicht bekümmert. Eng⸗ land hat sich an das Völkerrecht in diesem Kriege immer nur so weit gehalten, als es seinen Interessen diente, im übrigen ist es rücksichtslos drüber hinweggeschritten. Deutschland wurde gezwungen, die Folgerungen daraus zu ziehen. Nun kommt England mit der Berufung nicht auf bas Völkerrecht, sondern auf britisches Gesetz! Wo bleiben, so müssen wir rufen, nun die Neutralen? Die deutschen Schiffe werden den englischen Gegner, auch unter seiner falschen Maske, ohne Nachsicht scharf bekämpfen; wird irrtümlicher— weise einmal ein neutrales Schiff getroffen, so trägt Eng⸗ land die volle Verantwortung. Wir meinen, auch für Ame— rika und die en Neutralen, die doch nicht machtlos dastehen, sei der Tag gekommen, die Folgerungen aus Eng— lands Verhalten zu ziehen und ihre Interessen mit Gewalt zu wahren, ohne sich mit dem britischen Heuchler in Deu— telei über Theorien einzulassen. Wie willkürlich die Engländer mit den Fragen des Völkerrechts verfahren, geht auch aus folgender Meldung hervor: London, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Neil Primrose, der neue Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, hat auf An- trag im Unter hause erklärt, die Regierung hätte bereits mitgeteilt, mit welchen Abänderungen sie die Londoner Deklara⸗ tion für die ganze Dauer des Krieges anzuwenden be⸗ reit gewesen wäre. Angesichts aber der neuen Ankündigung Deutschlands, daß es beabsichtige, die Rechte und Gebräuche des Seekrieges beiseite zu setzen, könne eine weitere Aenderung des britischen Verfahrens nötig werden. *** Der Mißbrauch der neutralen Flagge von England bestätigt. London, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus: Die Passagiere der„Lusitania“, die gestern in Liverpool eintrafen, teilten mit, daß, als sich das Schiff der irischen Küste näherte, ein drahtloses Telegramm ein⸗ traf, daß das Schiff die amerikanische Flagge hissen sol le. Das Schiff fuhr unter amerikanischer Flagge in Liverpool ein.(Also doch!) London, 8. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Auswärtige Amt veröffentlicht folgende Erklärung: Die Benutzung einer neutralen Flagge ist als Kriegslist mit e Beschränkungen in der Praxis wohl begründet(well established). Wenn Kauffahrer andere als ihre nationale Flagge führen, ist ihr einziger Zweck, den Feind zu zwingen, daß er der allgemeinen Verpflichtung des Seskrieges nachkomme und sich von der Nationalität des Fahrzeuges und dem Charakter der Ladung durch eine Untersuchung überzeuge, ehe er es beschlagnahm: ind vor ein Prisengericht bringt. Die englische Regierung hat die Benutzung der britischen Flagge beim Feind stets als ein be⸗ echtigtes Mittel angesehen, um der Erbeutung zu entrinnen. ine solche Praxis enthält nicht nur keinen Bruch des Völkerrechts, sondern ist durch das britische Recht ausdrücklich anerkannt. Der britische Merchant Shippiing Act von 1884, Abschnitt 69, lautet: Wenn jemand die britische Flagge benutzt und sich den Charakter eines Angehörigen der britischen Nat beimißt, an Bord eines Schiffes, das als ganzes oder zu Tei Personen gehört, denen die Eignung fehlt, ein britisches Schiff zu besitzen und dadurch den Anschein erwecken will, daß das Schiff britisch sei, dann soll das Schiff auf Grund dieser Akte beschlagnahmt werden, ausge⸗ nommen, falls eine Vortäuschung bewirkt wird, um der Erbeutung durch den Feind oder ein ausländisches Kriegsschiff zu entgehen. In den Instruktionen an die britischen Konsuln von 1914 wird gesagt: Das Schiff kann beschlagnahmt werden, wenn es sich unrechtmäßig als britisch ausgibt, außer wenn dieses geschieht, um der Erbeutung zu entrinnen. Da wir es in der Praxis fremden Handelsschiffen nicht verwehrt haben, die britische Handelsflagge als Kriegslist zu benutzen, um der Beschlagnahme auf See durch die Kriegführenden zu entgehen, so eten wir umgekehrt den Standpunkt, daß die britischen Handelsschiffe keinen Bruch des Völkerrechts begehen, wenn sie zu einem ähnlichen Zweck die neutrale Flagge annehmen, wenn sie es für angebracht halten. Nach den Regeln des Völkerrechts, von Kriegsgebräuchen und den Vorschriften der Menschlichkeit ist es für die Krie renden Pflicht, den Cha⸗ rakter der Handelsschiffe und ihre 4 festzustellen, bevor sie sie beschlagnahmen. Deutschland hat kein Recht, diese Verpflich⸗ tung zu ignorieren. Schiff und Mannschaft von Nichtkombattanten sowie die Ladung zu vernichten, wie Deutschland es als seine Absicht ankündigt, ist nichts anderes als Seeräuberei auf hoher See. Berlin, 9. Febr. Zur Kundge des englischen Auswär⸗ tigen Amtes wegen des Hissens f dem Mißbrauch neu⸗ traler Flaggen heißt es in der„Tägl. Rundschau“: Das Interessanteste ist jedenfalls für ressierten Neutralen, daß mittelbar, aber unzweideutig, zugestanden wird, wie Eng⸗ land in der Tat entschlossen ist, seine letzte Zuflucht als blinder Passagier unter neutraler Flagge zu suchen.— In der„Kreuz⸗ zeitung“ heißt es: Vom 18. ds. Mts. an können wir in den englischen Gewässern nur noch englische Schiffe vermuten und werden danach handeln. Es müssen schon ganz besondere Umstände vorliegen, wenn wir an das Vorhandensein wirklich neutraler Schiffe glauben sollen. Die Getreideversorgung Englands. Topenhagen, 8. Febr.(Nichtamtlich. WTB.)„Ber⸗ lingske Tidende“ meldet aus London: Die Getreidetrans⸗ porte über See haben so gut wie aufgehört, da die be⸗ stehenden Frachtsätze von Amerika eine solche Höhe er- reichten, daß nachgerade jede Verladung unmöglich ist. Beson— dere Aufmerksamkeit erweckt der La-Plata-Markt, wo die Frachten jetzt 75 Schilling per Tonne betragen. Auch hier sieht es aus, als ob die Höhe der Frachten einstweilen jede Verladung verhindern werden. Die Geheimnisse des englischen Unterhauses. Kopenhagen, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ber- lingske Tidende meldet aus London: Die morgen beginnende Unterhausverhandlung über das Kriegsbudget wird eine bis— her unbekannte Form tragen. Das Kriegsbudget wird in fünf Gruppen eingeteilt: in jeder Gruppe aber wird nur über die Bewilligung eines fiktiven Betrages von 1000 Pfund Sterling abgestimmt werden, womit in Wirklichkeit über den betreffenden Teil des Budgets entschieden werden soll. So werde man die wirkliche Höhe der beabsichtigten Ausgaben verheimlichen können, deren Betrag erst bekannt gegeben wird, wenn neue Beträge für Kriegszwecke verlangt werden. Uebrigens werde ihm mitgeteilt, daß die zuletzt be⸗ willigten 350 Millionen Pfund die Kriegskosten bis zum Juli deckten. 4 Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 8. Febr. 1915. An der allgemeinen Situation in Russisch⸗Polen und in Westgalizien hat sich nichts geändert. Unsere schwere Artillerie am Dunajec be⸗ schoß bei günstigen Sichtverhältnissen mit Erfolg den Raum um Tarnon und erzielte auch gegen lebende Ziele eine ersichtlich gute Wirlung. In den Karpathen wurde auch gestern überall gekämpft. Im weiteren Vordringen in der Bulowina erreichten eigene Kolonnen das obere Suc— zawa⸗Tal und machten 400 Mann zu Gefangenen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Generalmajor. Der Kaiser im Osten. Berlin, 8. Febr.(WTB. Amtlich.) Der Kaiser he⸗ sichtigte gestern Teile der im Bzura- und Rawka-Ab⸗ schnitt kämpfenden Truppen. Verdunkelung Warschaus. Warschau, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In War⸗ schau wurde der erste Versuch einer A bstel lu ng der ganzen Stadtbeleuchtung am 31. Januar gema cht. Um 11 uhr abends wurden alle Gas- und elettrischen Lam⸗ pen ausgelöscht. Alle auf die Straße hinausgehenden Fenster der Häuser mußten verhängt werden, selbst im Innern der Häuser mußte die Beleuchtung auf ein Minimum ein⸗ geschränkt werden. Zu gleicher Zeit wurden die Lichter der Straßenbahnen und Automobile gelöscht, so daß bald jeder Verkehr auf den Straßen aufhörte und die Stadt wie aus⸗ gestorben dalag.. Rußlands Finanzen. Petersburg, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der russischen Presse wird ein Ukas des Zaren veröffentlicht, nach welchem der Finanzminister ermächtigt wird, 500 Mil⸗ lionen Rubel Schatzanweisungen mit sechsmonatlicher Fälligkeit zu 5 Prozent Verzinsung sowohl in russischer als auch in ausländischer Valuta und außerdem für 40 Millionen Pfund Sterling Schatzanweisungen in eng⸗ lischer Valuta auszugeben, bei denen bei der Vergebung der Zins vorher vom Nennwert abgezogen werden soll. Ueber die Höhe der Verzinsung der auf englische Währung auszugebenden Anweisungen sind Angaben in dem Ukas nicht gemacht. Ein russischer Chauvinist. Petersburg, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Führer der Kadetten, Miljukow, hielt in Petersburg eine Rede über den Krieg und die europäische Intelligenz, in der er die Notwendigkeit betonte, den Krieg bis zur sieg⸗ reichen Beendigung für Rußland durchzuführen. Als mora⸗ lisches Ziel betonte Miljukow, daß Rußland für die Freiheit und die Befreiung der kleinen Völker kämpfe; von den Finn⸗ ländern sprach er indessen in diesem Zusammenhange nicht. Was den Kampf gegen die Türkei anlange, so sei es für Rußland notwendig, Konstantinopel und die Meer⸗ engen zu besitzen. Die Neutralisierung der Darda⸗ nellen genüge für Rußland nicht. In der Einleitung seiner Rede betonte Miljukow, daß die Kriegsereignisse sich seit Kriegsbeginn verschleiert hätten und daß die Stim⸗ mung verloren gegangen sei. Es sei demgegenüber notwendig, das Vertrauen des Volkes durch neue Vorstöße von neuem zu stärken; das täten die Verbündeten und das müsse auch Rußland tun. Familienglück des österreichischen Thronfolgers. Wien, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Gemahlin des Thronfolgers Erzherzog Karl Franz Josef, Erz⸗ herzogin Zita, ist um 10 Uhr abends in Schönbrunn von einem Sohne entbunden worden. Plünderungen der Serben. Wien, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Politische Korre⸗ spondenz meldet: Ein serbisches Preßcommuniqué hat behauptet, daß sich unsere Truppen in Ub Zerstörung und Plünde⸗ rung hätten zuschulden kommen lassen. Dem gegenüber wird auf Grund der bei dem Armeekommando der Balkan-Streitkräfte hierüber eingelaufenen Meldungen festgestellt: Am 16. November betraten österreichisch-ungarische Truppen zum erstenmal Üb. Das Korpskommando fand die Stadt in einem traurigen Zustande vor. Eine ganze Reihe von Geschäften und Wohnungen, auch eine gut eingerichtete Apotheke, waren geplündert worden. Nach über⸗ einstimmenden Aussagen der zurückgebliebenen Einwohner hatten die auf dem Rückzuge befindlichen serbischen Truppen barbarisch gehaust, und wie das während des serbischen Rückzuges die all⸗ gemeine Regel war, die eigenen Landsleute drangsaliert und bestohlen. Nach Mitteilungen von Ueberläufern und Kriegsge⸗ fangenen war die Manneszucht bei den serbischen Abteilungen sehr stark gelockert. Ein Offizier sagte aus, daß er seine Leute von Plünderungen nicht hätte zurückhalten können, und daß er von seinem Bataillonskommandanten, dem er darüber Meldung erstattete, den Bescheid erhalten habe, die Verhältnisse seien der⸗ artig, daß man die Leute gewähren lassen müßte. Das öster⸗ reichisch-ungarische Korpskommando traf sofort alle Vorkehrungen zur Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit. Das Kom⸗ mando stellt fest, daß die Ortschaft Üb sich beim Abmarsch der Truppen in einem weit besseren Zustande befunden habe, als beim Einmarsch unserer Truppen. Die Kommandanten anderer e die Üb zu einem späteren Zeitpunkt passiert haben, berichten in ähnlichem Sinne. 0 * 0* Das französische unterseeboot„Saphir“ von den Türken gehoben. Berlin, 8. Febr. Die„B. Z.“ meldet aus Konstan⸗ tinopel: Das am 15. Januar in den Dardanellen gesunkene französische Unterseeboot„Saphir“ ist von den Türken gehoben worden. Ordensverleihungen des Sultans. Berlin, 9. Febr. Dem Großadmiral v. Tirpitz und dem Chef des Generalstabes v. Falkenhayn ist vom Sultan, wie das„Berl. Tagebl.“ zu melden weiß, die große Goldene Tapferkeitsmedaille verliehen worden. Deutsche aus Tsingtau in Neapel eingetroffen. Neapel, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Heute morgen ist der Dampfer„Taormina“ mit etwa 100 deutschen Offiziersfamilien der Garnison Tsingtau an Bord eingetroffen. Im Mittelmeer war das Schiff von einem französischen Kreuzer angehalten, jedoch dann freigelassen worden. *** Wirtschaftliche Klagen in Frankreich. Paris, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Huma⸗ nité“ greift die Regierung an, weil sie keine Maß⸗ nahmen treffe, um die wirtschaftliche Krise zu beenden, die hauptsächlich durch das Moratorium verursacht worden sei. Frankreich habe sich seit Kriegsausbruch aller Vorteile begeben, die es infolge seiner geographischen Lage gegen Deutschland als einen blockierten Staat besaß. Zur Wieder⸗ 2 3 C ² ˙ ˙—waAÄA 9 spricht.— Hierzu wird bemerkt, daß 225 Gramm Mehl unter 8 2 8 QQ 55 rung des Baues von Kleinbahnen 1,5 Millionen Mark. der deutschen Ortskrankenkassen gestern eine all⸗ gemeine Ortskrankenkassenkonferenz nach Berlin einberufen, die von dem Abgeordneten Fräsdorf-Dresden geleitet wurde. Einstimmig wurde folgender Antrag angenommen: Die Allgemeine Ortskrankenkassenkonferenz beauftragt den Vor⸗ stand des Hauptverbandes bei den obersten Verwaltungs⸗ die Kassen schwer schädigenden Paragraphen 171 abgesehen nicht mehr genehmigt und die bestehenden Verpflichtungen ernährung statt, die wie dem„Berl. Tagebl.“ gemeldet und die Kapelle unter Leitung des Herrn Franz Bauer und des Herrn Musikdirektors Krauße sehr verdient gemacht haben. Es aufnahme des wirtschaftlichen Lebens müsse vor allem die Diskontierung aller Wechselgeschäftspapiere ermöglicht wer— den. Der Umlauf der Wechsel, der in normalen Jahren etwa 40 Milliarden betrage, betrug von Anfang August bis Jahresende 363 Millionen, also etwa fünfzigmal weniger, als in einem normalen Jahre. Man loönne sich keine größere Störung des wirtschaftlichen Lebens denken. England und Deutschland hätten rechtzeitige Maßnahmen getroffen, jede Störung zu verhindern. Betrachte man den Ausweis der deutschen Reichsbank, so erkenne man, daß der Geldumlauf in Deutschland normal sei. Auch außerordentliche Finanz— operationen würden dort mit großer Leichtigkeit vollzogen. Frankreich allein sei gegen die wirtschaftliche Versumpfung ohnmächtig. Das Blatt schließt: Wir wollen siegen und dür⸗ fen uns deshalb ein solches Armutszeugnis nicht ausstellen. Ein Danipferzusammenstoß. Rotterdam, 8. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Rotterdamsche Courant“ meldet: Der norwegische Dampfer„Fix“, der sich auf der Reise von London nach Rotterdam befand, stieß in der Nacht vom Samstag zum Sonntag ein paar Kabellängen vom Südpier von Hoek van Holland mit dem Dampfer„Eimstad“ zusammen, der den „Fix“ unversehens anfuhr. Der„Fix“ wurde sofort am Südpier gelandet, aber das Achterschiff sank und die La⸗ dung auf Deck wurde ins Meer gespült. Der Kapitän und die aus 13 Mann bestehende Mannschaft, die nur das Nötigste mitnehmen konnten, wurden auf Rettungsbooten ans Land gebracht. Der„Eimstad“, der ein großes Leck hatte, kehrte nach Rotterdam zurück. Verluste an Menschen— leben sind nicht zu beklagen. Aus dem Reiche. Der Mehlverbrauch. Berlin, 8. Febr.(WTB. Amtlich.) Die Reichs ver⸗ teilungsstelle beschloß, bis zur Aufstellung des ersten Verteilungsplans, daß jeder Kommunalverband dafür sorgt, daß in seinem Bezirk seitens der versorgungsberechtigten Bevölkerung nicht mehr Mehl verbraucht wird, als einem durchschnittlichen täglichen Verbrauch von 225 Gramm auf den Kopf der versorgungsberechtigten Bevölkerung ent⸗ Hinzurechnung des vorgeschriebenen Kartoffelzusatzes einer Brotmenge von rund zwei Kilogramm wöchentlich entspricht. * Berlin, 9. Febr. Der dem Abgeordnetenhause zugestellte neue Sisenbahnanleihe⸗Gesetzentwurf fordert insgesamt einen Kredit von 207,9 Millionen Mark. Etwa 6 Millionen Mark sollen zur Herstellung des dritten und vierten Gleises auf den Strecken Berlin Luckenwalde und Hamm(Westfalen)— Wunsdorf dienen. 12 Millionen sind vorgesehen zu einer Reihe von Bauausführungen in den Vorortkreisen der Berliner Stadtbahn. Zur Beschaffung von Fahrzeugen für die bestehenden Staatseisenbahnen werden 174,6 Millionen Mark gefordert und zur weiteren Förde- Berlin, 9. Febr. Zur Klärung einiger sehr dringend der Erledigung heischender Fragen hatte der Hauptverband behörden vorstellig zu werden, daß von der Anwendung des werde und zwar dahingehend: Die Befreiung von 8171 soll sollen aufgehoben werden. Berlin, 9. Febr. In München fand gestern eine Konferenz zur Erörterung über die Frage der Volks⸗ wird, aus allen Teilen des Reiches besucht war. Die Ver⸗ sammlung befaßte sich besonders auch mit der Frage der Sicherung der bisherigen landwirtschaftlichen Produktion. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. Februar 1915. Jaterländischer Abend. Zu einem Vaterländischen Abend am Sonntag hatten die Gesangvereine Bürgergesellschaft, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit, Liederkranz und Maschinenbauer eingeladen, zum Besten unserer in Not geratenen Brüder im Osten und im Westen, die an des Reiches Grenzen dem ersten Ansturm der Feinde Stand halten mußten. Wer hätte solcher Einladung nicht gerne Folge geleistet? So war denn der Abend auch recht gut besucht: möge auch das klingende Ergebnis recht stattlich sein! Gut und zweckentsprechend war die Wahl der zu Gehör gebrachten Männer⸗ chöre und Musikstücke, um deren Ausführung sich die Gesangvereine war erfreulich und stärkend, zu sehen, daß trotz der vielen im Felde stehenden Mitglieder ein so großer und klangvoller Chor zu⸗ sammengebracht werden konnte; wie der Landsturm mit der Waffe draußen seinen Mann steht, so auch bei uns der friedliche mit der Macht des Gesanges.— Die Soli lagen bei den Herren Haubach und Schirmer in altbewährten Händen. Den Höhepunkt der Lieder bildeten die sechs altniederländischen Volkslieder aus der Sammlung des Adrianus Valerius, deren Gegenstand jene schwere Zeit der Bedrückung der Niederlande durch Spanien bildet. Wir wollen es heute zu einer ähnlichen Bedrückung durch England nicht erst kommen lassen! a Zündend, eindringlich und von Herzen kommend, wie stets war die Ansprache des Herrn Geh. Kirchenrats Prof. D. Eck. Möchte sie nachwirken in den weitesten Kreisen! Denn wahrlich so ist es und das tut Not: Wir alle müssen jetzt zusammenstehen und kämpfen, unsere wackeren Feldgrauen da draußen mit der Waffe, wir Zurückgebliebenen dadurch, daß wir freudig und gerne im Geiste mit dabei sind und uns nicht durch Trauer und Kummer zu Boden drücken lassen, dadurch, daß wir an unserm Teil leicht und gerne die kleinen Opfer bringen, die das Vaterland in Bezug auf Unsre Lebensführung von uns fordert! Denn so viele auch draußen im Felde stehen, die Erfüllung der uns Zurückgebliebenen obliegenden Aufgaben ist nicht minder wichtig! Wahr ist's: Jetzt kämpft unser ganzes Volk und muß kämpfen, alles: Groß und Klein, Alt und Jung, Männer und Frauen! Stolz, groß und vornehm war der Auftakt zu diesem dritten Teil des Weltkrieges, dessen Ent⸗ scheidung zwischen uns und England fallen wird und muß die amtliche Aussage des bevorstehenden Krieges zur See Möchten wir alle seiner siegreichen, heldenhaften Durchführung uns würdig erweisen! Die heldenhafte Schar der„Emden“, die sich zum Strande Arabiens durchschlug, ist uns ein gutes Zeichen der Zukunft. Fürwahr, die von Kindesbeinen bei uns gepflegte Helden⸗ bewunderung trägt heute herrliche Früchte.— Deutschland erweist sich würdig seiner alten Stammeshelden und der Heldenverehrung aller Völler und Zeiten! So wird und muß kommen, was kein aufrechter Deutscher bezweifelt: der volle Sieg unserer guten und Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Musketier Ferd. Kuhn, Ins.⸗Agt. 117, aus Mainz.— Kriegs- freiwilliger Polizeikommissar-Aspirant Jos. Ernst, Pion.⸗Bat. 21, aus Mainz.— Lt. Franz Krül l. Ini.⸗Rgt. 144, aus Neresheim. —Ersagreservist Wilh. Fritz, Res.⸗Juf.⸗Agt. 80, aus Steinheim Kreis Gießen).— Res. Wilh. Falck, Juf.⸗Agt. 168, aus Fried- berg.— Unteroff. Adolf Ems bach aus Dutenhosen.— Landwehr⸗ mann Heinr. Franz, VPion.-Bat. 21, aus Atzbach.— Reservist demr. Stahl, Ins.⸗RAgt. 168, aus Bonbaden.— Ers.-Res. Wilb. Möller, Landw.-Ink.-Rgt. 118, aus Allmenrod.— Musk. Karl Möller, Jnß.-Rgt. 168 aus Angersbach.— Ingenieur August Lobbes aus Offenbach a. M.— Ingenieur Karl Müller, Res.⸗ Ins-⸗Rat. 116, aus Ossenbach a. M.— Unteroff. d. Landw. Auqust Schopue, Res.-Inf.⸗Rgt. 221, aus Offenbach a. M.— Reservit Johann Dammer, Inf-Rgt. 168, aus Offenbach a. M.— Unter- offizier Franz Mit sch, Int.-Agt. 168, aus Worms.— Reservist Lehrer Georg Dinger, Bayr. Inf.-Rgt. 23(früher in Laubach, Köddingen, Melbach und Mittel-Seemen. * * Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel Wilh. Wolf aus Heckholzhausen im Inf-Regt. 116.— Landwehrmann Adam Höhler aus Villmar im Res.⸗ Feldart.⸗Regt. 21.— Landwehrmann Hch. Becker aus Werschau, Kreis Limburg.— Hauptmann Haentjes vom Landsturmbataillon Limburg.— Gefr. Heinr. Maldaner aus Limburg im badischen Gren.-Regt. 110.— Amtsrichter Heidenreich in Selters(Westerwald), Oberleutnant und Bat.⸗Adjutant.— Stabsveterinär Dr. Zürn aus Wetzlar, im Fußart.⸗Regt. 3.— Feldwebel Ott aus Wetzlar beim Landsturm-Ersatzbataillon Wetzlar.— Lehrer Franz Mocke⸗ witz aus Wetzlar, Vizefeldwebel im Res.-Inf.⸗Regt. 71.— Wehrmann Heinrich Hofmann aus Burgsolms im Res.⸗ Inf⸗Regt. 81.— Unteroffizier d. R. Karl Eschenauer aus Naunheim im Inf.-Regt. 83.— Rechtsanwalt Scheer, Hauptmann im Landsturmbataillon Gießen, aus Lauterbach. — Feld⸗Oberpostsekretär Karl Rauber von der Feldpost⸗ expedition der 49. Reserve-Division, früher in Lauterbach.— Unterofsizier d. R. im Inf. Regt. 83 Ludwig Kolb, Offen⸗ bach.— Unteroffizier im Res.⸗Inf.⸗Regt. 80 Georg Wei⸗ gold, Offenbach.— Grenadier im 1. Garde⸗-Regt. zu Fuß Karl Börner, Offenbach.— Landwehrgefreiter Karl Gombel, Landwehr ⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Werdorf.— Pio⸗ nier Ludwig Fey, Pionierbataillon 25, aus Tiefenbach.— Oberbootsmannsmaat Jörg und Ufsz. Oskar Steinert bach(Schwalm), 1. Kl.— Fähnrich im Jägerbataillon 11 Hans v» Baumbach aus Ropperhausen(Schwalm).— Gefreiter im Inf⸗Regt. 116 Justus Steitz aus Ebsdorf.— Lehrer Phil. Dönges aus Fellingshausen, Vizefeldwebel im Inf.⸗Regt. 81.— Feldwebel Fritz Neuweger im Landsturmbataillon Gießen.— Grenadier Emil Schäfer, 2. Garde-Regt. z. F., aus Niederscheld.— Gefreiter Hermann Nickel, Landw. Inf.⸗Regt. 30, aus Weinbach.— Deckoffi⸗ zier Heinrich Weber, Oberstückmeister auf S. M. Schiff „Derfflinger“, aus Niedershausen.— Vizefeldw. L. Sei p p, Fußart.-Regt. 3, aus Heuchelheim.— Unteroff. Lehrer Heller, Inf.⸗Regt. 168, aus Lich.— Off. Stellv. Postsekr. Schäfer, Inf.⸗Regt. 222(unter gleichz. Beförderung zum Leutnant der Landwehr). * Das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Der Leutnant d. R. Dr. Wilhelm Malzan aus Gießen, Oberlehrer am Realgymnasium und ehemaliger Schüler des Landgraf-Ludwig⸗ Gymnasiums, der am 22. August 1914 bei Anloy in Belgien verwundet wurde und darauf das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt, ist nunmehr, wie wir höre, in Polen am Geburtstage des Kai⸗ 1 75 dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. * Krieg und Landesuniversität. Der Rektor der Universität Gießen Geheimrat Prof. Dr. Sommer hat eine 27 Druckseiten umfassende Broschüre zusammengestellt, die eine 3 über die Einwirkungen dietet, die der Krieg auf den Bestand des Professoren Kollegiums und der Assistenten-, Beamten- und Angestelltenschaft und auf die Studentenschaft hinsichtlich ihrer Zahl und ihrer mlitäri⸗ schen Verwendung ausgeübt hat. „Die Zusammenstellung soll, wie es in dem Vorwort heißt, zeigen, wie der Krieg auf den Gesamtorganismus der Universität gewirkt hat. Dabei handelt es sich nicht nur um die militärische Verwendung der Einzelnen, sondern um den Ein⸗ fluß, den diese auf den Lehrkörper, die Institute, Kliniken und sonstigen Einrichtungen innerhalb der Fakultäten, ferner auf die Studentenschaft und innerhalb dieser auf die Korporationen aus⸗ übt. Es ist hier nicht der Ort, um darzulegen, welche Anforde⸗ rungen aus dieser Abwesenheit Vieler zu militärischen Dienst⸗ leistungen für die Zurückbleibenden indirekt erwachsen, und welche ernste Arbeit die Aufrechterhaltung aller dieser Betriebe und Ein⸗ richtungen kostet. Für uns, die aus irgend welchen Gründen an dem Kampfe für das Vaterland nicht unmittelbar teilnehmen können, ist es ein Trost, daß wir gerade durch diese Durchführung der Friedensarbeit mitten im Krieg eine wichtige Aufgabe er⸗ . Wenn in einer späteren Zeit der Einfluß dieses größten aller Kriege auf die sozialen Verhältnisse der beteiligten Völker untersucht werden wird, mag dieses Verzeichnis mit seiner Gliederung einen Beitrag zur Biologie der deutschen Universitäten während der Zeit des Kampfes um Deutschlands Zukunft bilden.“ * Militärische Ausbildung der Jugend. Nachdem von verschiedenen Seiten der Wunsch ausgesprochen worden ist, für dje Angehörigen des Kaufmanns st an⸗ des, die Sonntags vor Z uhr nicht frei sind, eine beson⸗ dere Abteilung zu bilden, deren Uebungen am Sonntag um 3½¼ Uhr beginnen, hat sich der Ausschuß entschlossen, dem Vorschlag bei genügender Beteiligung zuzustimmen. An⸗ meldungen werden schriftlich oder am nächsten Mittwoch Abend von 8—9 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums entgegengenommen. Der Abmarsch des Landsturms, der zum Etappendienst im Westen gestern mittag unter dem klingen⸗ den Spiel der neugegründeten Kapelle des Landsturm⸗ Ersatz⸗Bataillons zum Bahnhof ausrückte, gestaltete sich namentlich auf dem Seltersweg zu einer herzlichen Kund⸗ ebung für die alten Soldaten. Die Quartiergeber hatten en meist verheirateten Männern zum Auszug Blumen⸗ sträuße gestiftet. Ueberall wurde der schmucken Truppe zum Abschied freundlich zugewinkt, und zahllos war das Geleite bis zum Güterbahnhof. Die nun ins Feld gerückten Land⸗ sturmleute waren in der Mehrheit aus der Provinz Hessen⸗ Nassau gebürtig, sie haben vier Wochen lang in Gießen Wachdienst getan und waren allen Lobes voll für die Gast⸗ freundschaft, die sie in Gießen gefunden haben.— Die Aus⸗ rüstung der Landsturmleute war manchem Zuschauer Anlaß u freudigem Erstaunen, wie die Militärbehörde die Mann⸗ 5 versorgt hat. Nicht nur daß alles, was die Leute auf em Leibe hatten, neu und frisch von der Elle weg war, sondern auch die Unterwäsche war, wie sie erzählten, in der Güte des Stoffes ganz ausgezeichnet. Es fehlte der Truppe aber auch rein gar nichts; Pulswärmer und 2 Paar Handschuhe, ja selbst ein Trinkbecher waren mitgegeben“ Die Mannschaft war auch mit Proviant, 1 Brot, Speck und Wurst auf mindestens dreimal 48 Stunden versorgt. Für Tabak rechten Sache, der Sieg des Deutschen Geistes, der Sieg des Idealismus!—— . 5* und Zigarren hatten größtenteils die Quartierwirte gesorgt. Die Mannschaft wird sicher der Hießener Quartiere draußen aus Oberursel.— Reservist Johhannes Fink aus Schrecks⸗L in Feindesland dankbar gedenken.— Uebrigens ist gestern nachmittag eine neue Kompagnie Landstürmer von Ba 5 in Gießen eingerückt, um den Wachdienst zu übernehmen. 5 *Landsturm-Musterung. Die heute vorliegende Nummer des Kreisblattes enthält die Bekanntmachung der Ersatz-Kommission Gießen über die Zeit der Musterung des unaus gebildeten Landsturms der Jahres- klassen 1884 bis einschließlich 1875. 5 5 * Die Quartiergelder für die Schlesier werden nunmehr laut einer Bekanntmachung der Stadt Gie⸗ ßen 1 Nummer an der Stadtkasse aus⸗ geꝭ a 0 1 * Kaserne Café Leib. Im Cafes Leib wird in den nächsten Tagen ein Rekruten⸗Depot für 280 aus⸗ zubildende Vaterlandsverteidiger eingerichtet. Die Verpfle⸗ gung hat der Wirt übernommen.. Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ herzogin hat durch Entschließung vom 16. Januar d. J. dem e a. n 1 r a 2 185 as Allgemeine Ehrenzeichen mit uschrift„Für langjähri treue Dlenste am Bande des Verdienstordens Philos des Groß mütigen verliehen. Aus dem Schuldienst entlassen wurde der Lehrer Karl Müller zu Schneppenhausen. In den Ruhestand versetzt wurde am 6. Februar d. J. der Gerichts vollzieher mit dem Amtssitze in Gießen Konrad Seipel auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 15. Februar 1915. Die Großherzogin hat am 6. Februar d. J. ihm die Krone zum Silbernen Kreuze des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ernannt wurde am 6. Februar ds. Is. der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Lauterbach Otto Heßler zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen mit Wirkung vom 15. Februar 1915. Die Großherzogin hat am 6. Februar ds. Is. den Bezirks⸗ kassier der Bezirkskasse Grebenhain Otto Seibert zu Greben⸗ 255 5 gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkskasse Beerfelden versetzt. * Personal nachrichten der Ober⸗Postdirek⸗ tion in Darmstadt. Verliehen wurde: das Eiserne Kreuz 2. Klasse den Postsekretären Bausch aus Butzbach, Bonarius und Steinmetz aus Darmstadt, den Ober⸗Post⸗ assistenten Kling aus Bad⸗Nauheim, Krämer aus Worms, Langsdorf aus Alsfeld und Schlie aus Gießen, den Post⸗ assistenten Brückbauer aus Mainz und Imbescheidt aus Bingen(gest.); die Hessische Tapferkeitsmedaille dem Ober⸗Postassistenten Krämer aus Worms und dem Poslanwärter Leuthner aus Rüsselsheim.— Zu Offizieren des Be⸗ urlaubtenstandes wurden befördert: Postsekretär W. 1 Müller aus Mainz, Ober⸗Postassistent Kling aus Bad⸗Nauheim und Postassistent Brückbauer aus Mainz.— Ernannt wurden: zum Vize⸗Postdirektor die Postinspektoren Bürner in Mainz und Kleinsteuber in Vad⸗Nauheim.— Angenom⸗ men als* wurde Schneidermeister Vogel in Nordeck bei Londorf.— Versetzt wurde Postassistent Moo g von Bens⸗ heim nach Darmstadt.— Gestorben sind Postmeister a. D. Rechnungsrat Danziger und Telegraphensekretär a. D. Preuß in Darmstadt, Postsekretär a. D. Kohl in Mainz, Ober⸗Post⸗ assistent Deiß in Offenbach und Postagent Vogel in Nordeck bei Londorf.— Vor dem Feinde fielen die Postassistenten Carnier aus Darmstadt⸗Uebungsplatz und Cöhristian Schnell 1 aus Sprendlingen(Rheinhessen).* Die Kartoffelfäule macht sich, wie uns von verschiedenen Seiten aus unserem Leserkreis mitgeteilt wird, augenblicklich in den Beständen stark bemerkbar. Es erscheint daher dringend geboten, an die an dieser Stelle vor einigen Wochen veröffenklichte Mahnung der Behörden zu erinnern, mit aller Sorgfalt über die Kartoffelvorräte zu wache. und durch öfteres Verlesen der Knollen dem len wenn auch noch so kleiner Teile der für die Volksernährung so wichtigen Vorräte zu steuern. Gegegebenenfalls heißt es, für eine trockenere und luftigere Unterbringung der Kartoffeln sorgen. N* Ein gutes Beispiel. Die hiesige Burschen⸗ schaft Germania hat 200 Mk., d. h. den Rest aus der Weihnachtsliebesgaben⸗Sammlung, der Bürgermeisterei zur Verfügung gestellt, um sich auf diese Weise an Beschaffung von Sanitätshunden werktätig zu be⸗ teiligen. Herberge zur Heimat Der Verkehr im Januar belief sich auf 839 Gäste(gegen 1367 im Januar 1914). Von den beherbergten Personen waren 706 Selbstzahler 5 während 133 Personen(649) für Rechnung öffentlicher Mittel Herberge und Verpflegung erhielten.— Durch den Arbeitsnachweis der Herberge konnten 71 offene Stel⸗ len von 73 angemeldeten besetzt werden Unterkunft fanden 38 Handwerker und 35 ungelernte Arbeiter. 68 offene Stellen waren in Gießen zu besetzen, drei außerhalb. Gesucht werden Schneider und besonders Bäcker. E e Landkreis Gießen.. kl. Lol ar, 8. Febr. Am gestrigen Sonntag nachmittag rückte die hiesige Jungmannschaft zu einem Kriegsspiel diejenige von Daubringen aus. Der Uebung lag der Plan zugrunde, daß die Jungmannschaft von Daubringen ihren Ort besett hatte und sich beim Angriffe durch Lollar nach dem Walde in der Richtung Alten⸗Buseck zurückziehen sollte. Beide Parteien großem Geschick. Gegen 5 Uhr war die lösten ihre Aufgaben mit Uebung beendet. Nach einem samen Vorbeimarsch in Dau⸗ llar unter Vorantritt ihrer Spiel⸗ ban 8 88 9 eute ihrer mat zu. Lollar, 8. Februar. Am Sams tag nachmittag brachen beim Schlittschuhlaufen auf der— „Alten Lahn“ bei Kirchberg, einem stillstehenden, durch⸗ schnittlich 3—4 Meter tiefen Gewässer, ein 15 jähriger Junge einige Tage dem übrigen und ein 13 jähriges Mädchen an einer er. vorher abgeeisten Stelle, die jedoch 125 von Teil abgegrenzt war, ein. Die sich in der Nähe aufhalten⸗ den zehn- und zwölfjährigen Schüler Walter Heinrich und August Geiß sprangen hinzu und retteten unter eigener Lebensgefahr die dem Ertrinken nahe gewesenen Kin⸗ der. Am gleichen Nachmittag ist an einer anderen Stelle ebenfalls ein Mädchen eingebrochen, dem es jedoch gelang, allein wieder ans Ufer zu kommen. H. Daubringen, 7. Febr. Von den aus unserer Ge⸗ meinde ins Feld gezogenen Kriegern sind bis jetzt drei mit dem b eutna ehrer Hemmerle im Inf. 1 findet sich z. Zt. schwerverwundet im Lazaret ist Ludwig 2* vom Garde⸗Inf.⸗Regt. Nr. 115, a W rett), st Der, der eben⸗ E— 1 8 8 der Komp. inien⸗Inf.⸗Regt. Nr.„Sohn Steinbruch⸗ aufsehers Hofmann. Er befindet sich seit Anfang des* Felde und hat bis jetzt alle Gefechte und Schlachten ö überstanden. 0 Kreis Alsfeld. Elpeurod, 9. Febr. Zum Leutnant befördert wurde der Sohn des Landtagsabgeordneten Rittmeister Lu tz von ier, der im Feld⸗Artillerie⸗Regiment Nr. 25 5* f rist beim ämpft, ebenso der Offiziersstellvertreter Wilhelm Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116, Maschinengewehrkompagnie. Kreis Schotten. Oulrichstein, 8. Febr. In der Reichs woll w. 1 — 1 dhe e— Aden, bed de l ersten a zusammen, 1 8 5 beben fch anch oer nern Set, ie fe r . abgetragenen Wollsachen zur Verfügung hatten. Das Uebrige wurde zur R gebracht, und nach der Rück⸗ lieferung haben die Frauen und Jungfrauen von hier 85 Decken berstellen können. Ober ⸗Seibertenrod, 8. Febr. Der Krieg hat ein zweites Menschenleben aus unserem Orte gefordert. In Ruß⸗ land fand den Heldentot fürs Vaterland der Gardist Heinrich, Becker, Sohn des Schuhmachers Becker, im hess. Leibgarde⸗ ufanterie⸗Regiment Nr. 115. Er war gleich zu Beginn des ieges in Frankreich verwundet worden, kämpfte nach seiner Heilung gegen die Russen und fand auch dort seinen Tod. 5 5 1 g Kreis Lauterbach. N om Vogelsberg, 7. Febr. Wenn auch der Flachs bau seit längeren Jahren infolge des Mangels an 3 Arbeitskrästen und des Röstverbotes in den fischreichen Gebirgs- wässern sast bedeutungslos geworden ist, so finden sich doch bei fast allen alteingesessenen Einwehnern noch bedeutende Mengen alten Flachses. Augenblicklich kommt auch dieser Flachs, der eigentlich späteren Geschlechtern zum Verspinnen dienen sollte, zur Verwendung. Händler kausen die Vorräte zur Verarbeitung in Fabriken und den aroßen mechanischen Spinnereien auf und bezablen für die Ware hobe Preise. Bis zu 36 Mk. geben die Aufkäuser für den Zeutner, gegen 15 Mk. in früheren Jahren. Aus manchem Hose wanderten in den letzten Wochen Säcke mit Flachs im Werte von 400— 500, a 600 Mark. a Kreis Wetzlar. 1 Fellingshausen, 8. Febr. Der uralte Bergbau an Fuße des Dünsberges ist bis auf Grube„Eleonore“(Ge- brüder Stumm) stillgelegt. Viele unserer Bergleute finden etzt eine lohnende Beschästigung auf dem Gießener Brauneisenstein⸗ ergwerk. „“pPiessen⸗Kassau. m. Kirchhain, 8. Febr. Zu Beginn des Feldzuges hatte der Kreiskriegerverband sein gesamtes Ver⸗ mögen in Höhe von 4500 Mk. für Zwecke der Kriegsfür⸗ sorge bereitgestellt. Neben Mitteln für das Rote Kreuz sollten die Gelder in erster Linie zur Unterstützung hilfs⸗ bedürftiger Kameradenfamilien Verwendung finden. Da, wo die Reichsunterstützung nicht ausreicht, tritt der Kreis⸗ Kriegerverband ein, und jeden Monat werden für Unter⸗ stützungen über 500 Mk. aufgewendet. Da auch noch der Deutsche Kriegerbund weitere Beihilfen gewährt, ist die Sorge um das tägliche Brot von allen bedürftigen Fa⸗ milien der Kriegsteilnehmer ferngehalten. bh. Frankfurt a. M., 8. Jebr. In der Liegenschaft Eschers⸗ beimer Landstraße 53—55 brach heute srüh ein Brand aus, der das Leben einer aus sechs Personen bestehenden Familie aufs —— st e bedrohte. Erst als die Feuerwehr erschien und mit — in die brennende Wohnung eindrang, ko nuten die Leute im f vor dem Flammentode bewahrt 1. h. Frankfurt a. Mi 8. Febr. Die Stadt bezahlte seit Kriegsbeg inn für Familienunterstützungen 3 904 000 Mark aus, ferner 430 000 Mark für die Unterstützung Arbeitsloser, 107 000 Mark Beisteuer zu den Sammlungen für die Notleidenden Ostpreußens und Lothringens, 98 600 Mark für Liebesgaben an die Frankfurter Truppen, 50 000 Mark für die Hindenburgspende, 16 000 Mark für Verwundetenpflege, 42000 Mark für sonstige Zwecke, zusammen 4597000 Mark. Weitere 1060 000 Mark wird die Stadt bis Ende März, dem Schlusse des Geschäftsjahres, für Familienunterstützungen auszahlen. 5 „h., Nied, a. M., 8. Febr. In dem Baubureau der hiesigen Eisenbahnwerkstätte trug sich gestern abend ein Liebesdrama zu. Die 30jährige verheiratete Dorothea Auguste Berling hof unterhielt mit dem Gelegenheitsarbeiter Adolf Graf ein Liebes⸗ verhältnis und hatte 1 ihren Mann verlassen. Am Sonntag erschien nun Graf der hiesigen Polizei, wo er angab, daß er im Nieder Walde überfallen und durch Rrvpolverschüsse schwer verletzt worden sei. Bei seiner eingehenden Vernehm im Höchster Krankenhause erklärte er— daß er sich selbt habe töten wollen, nachdem er zuvor die Berlinghof auf deren Wunsch getötet habe und daß sie im Bauburcau der Werk⸗ stätten liege. Die Frau wurde schwer verletzt aufgefunden und starb später im Krankenhause. Es erscheint aber ausgeschlossen, daß die Frau freiwillig aus dem Leben schied, verschiedene Um⸗ stände deuten auf die Ermordung durch Graf hin. Graf wurde verhaftet, er befindet sich auf der Polizeistation des Kran⸗ kenhauses. Die Erschossene hinterläßt mehrere Kinder. Die Wüste als Exerzierplatz. Die ersten Kämpfe am Suezkanal haben nun statt⸗ gefunden, und die Engländer werden zeigen müssen, ob die gewaltigen Vorbereitungen, die sie seit Monaten zur Verteidigung Aegyptens getroffen haben, dem Ansturm der Türken widerstehen können. Die aus allen Teilen des briti⸗ schen Reiches zusammengebrachten Truppen sind jedenfalls in der letzten Zeit unermüdlich gedrillt worden. Diese Um⸗ wandlung der Wüste zum Exerzierplatz schildert anschaulich ein Aufsatz des Sonderberichterstatters der„Daily News“, * Martin, aus Kairo: „Zehn Schritt auseinander, Leute, zehn Schritt! Werft Euch nie⸗ der, nieder, sag' ich, sucht Deckung! Heiliger Moses! Deckung!“ Die Luft war so still, eine so tiefe Ruhe herrschte in dem weiten Sand⸗ meer, daß die Stimme des Sergeanten, im schönsten Dialekt von Lancaster, wie eine Glocke die 300 Meter herüberhallte bis zu dem Gipfel der steinigen Düne, von der aus ich das Exerzieren. der Brigade beobachtete. Das Schweigen der Wüste ist, geradeso wie das Gefühl der grenzenlosen Verlassenheit, nichts nur Nega⸗ tives; es ist eine positive Gewalt der Wüste, die sich dem Men⸗ schen wie das Wirken eines lebendigen Wesens aufdrängt Sol⸗ daten, die schon jahrelang an der Grenze der Sahara Dienst tun, haben mir oft erzählt, welch eine furchtbare Angst sie überfällt, wenn sie S auf Stunden, Tage auf Tage nichts anderes sehen, als die ungeheure Weite dieser unfruchtbaren Sandmassen, die eintönige Gleichförmigkeit dieses Landes, das alle guten Geister der Natur verlassen zu haben scheinen.„An was denkt Ihr, wenn Ihr so durch die Wüste reitet?“ fragte ich eines Ta⸗ ges einen alten Scheik, um zu erfahren, wie er sich in dieser trau⸗ rigen Umgebung Geist und Gemüt gesund erhalte.„An gar nichts“, war die Antwort.„Ja, das zu lernen, an gar nichts zu denken, das ist die große Kunst, die jeder Wüstenwanderer sich aneignen muß, wenn er nicht wahnsinnig werden will“, fügte ein dabei stehender Offizier hinzu. Und selbst hier am Rande der großen arabischen Wüste, von der die wimmelnde Menschheit fruchtbarer Gebiete doch nur wenige Kilometer entfernt ist, umfängt einen die grausige Stimmung dieser Macht des Leeren mit drückender Gewalt. Englische Moore und englische Dünen sind bevölkerte Plätze gegen diese tragische Einsamkeit, in der ewiges Schweigen und ewige Ruhe herrschen. Die Territorialtruppen aus Lan⸗ cashire, die hier im glühenden Sonnenbrand ihre Ausbildung für die Front erhalten, arbeiten unter Bedingungen, die sich die Eng⸗ länder zu Hause nur sehr schwer vorstellen können. Das Wetter ist zwar gut, der Himmel klar und leuchtend: aber die Hitze setzt ihnen doch heftig zu, und an mauchen Tagen verursachen die Sandstürme unerträgliche Schwierigkeiten. Immerhin haben es die Lancashire⸗Truppen noch besser als die Australier, die am Rande der Libyschen Wüste auf der andern Seite von Kairo ihr Lager haben und unter dem Sand und Staub viel entsetzlicher leiden. Sand, heißer, trockener Sand, ist kein guter Boden für lange Märsche, und die Leute in ihren neuen Schuhen leiden Höllenqualen, gleich als wenn ihnen die Fußsohlen gebraten würden. Diese Leute haben nur wenige Tage„frei“ gehabt, seit sie Ende September hierher gebracht wurden, und die Wirkung des heißen Sandes, das qualvolle Gefühl der Verlassenheit inn Wüstenschweigen hat schon manchen zermürbt. Freilich haben sie auch viel gelernt. Denn als sie herkamen, waren sie noch kleine Kinder im Militärdienst, und sie müssen Männer werden... Zehn Schritt Zwischenraum! Niederwersen!“ hallt wieder die 1 usw., meist von den Leuten gestiftet, die] Stimme des Sergeanten herüber. Es ist nicht leicht, in der Wüste eine gedeckte Stellung zu finden. In dünnen Reihen ist die ganze Brigade über die weiten welligen Sandmassen verstreut; von Hügel zu Hügel kriechen sie langsam vorwärts, und nun ist das Tal vor mir mit langen, braunen Linien bedeckt, fast so wie ein Noten⸗ blatt mit Noten. Da liegen sie flach auf dem Bauch im Sande, dünne Linien mit kleinen Köpfen, wirklich wie Noten anzu⸗ sehen und fast unsichtbar. Lautlos rollen die Feldkanonen durch den weichen Sand und wechseln ihre Stellung; eine Kavallerie⸗ patrouille wirbelt riesige Staubmassen auf in der Ferne und ver⸗ schwindet. Auf dem Wege nach dem Suezkanal schwanken große Krankenwagen wie schwerfällige Schiffe. Nicht weit von mir kauern zwei arabische Frauen, schwarze Gestalten, die wie rie⸗ sige Ameisen aussehen, und auf dem sandigen Weg von Kairo her nahen Kamele, ruhig und sicher schreitend durch das in grel⸗ les Licht gebadete Land, durch die klare, kristallene Luft. Vom Sü⸗ den her knattert Gewehrfeuer, vielleicht die Australier oder die Neusceländer, die an den Schießständen üben. Und hinter diesem ungeheuren Exerzierplatz erhebt sich wie eine Vision der Wüste Heliopolis, die uralte Sonnenstadt, mit ihren marmornen Kup⸗ peln und Türmen, ein glänzendes Lichtbild, gehüllt in einen Purpurschleier, auftauchend aus dem goldenen Teller der Erde, hineinragend in den türkisblauen Himmel. Großfeuer in Berlin. Berlin, 9. Febr. In der Bierbrauerei Friedrichs⸗ hain kam in später Nachtstunde Großfeuer zum Ausbruch, das beim Aus rücken von sechs Löschzügen schon sehr weit vor- geschritten war. Märkte. Fo. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom g. Febr. Auftrieb: Ninder 326(Ochsen 63, Bullen 28, Kühe 235, Kälber 386, Schase 98, Schweine 974. Marktverlauf: In allen Viehgattungen reges Geschäst, Rinder hinterließen geringen Ueberstand. Preise für 100 Pid - Lebend; Schlacht- Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4—7 Jahren 5356 91—101 Die noch nicht gerggen 2(ungejochte). 50—54 88—9. ullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 44—48 79—86 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten Schlacht wertes„ 50—54 87—96 Vollfleischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 40-46 75—82 Wenig gut entwickelte Färsen... 44-48 88— 92 Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 56—58 95 98 Geringere Mast-* ate Saugkälber.. 42—50 80—84 a fe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel. 46,00 00,00 94—00 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht 1. 74—76 95—93 Vollfleischige Schweine unter 80 I. Lebendgew. 72 75 94-95 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewichet t:: Bͤ—————. 9598 73 75 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 10. Februar 1915: Bedeut, zeuweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde. S———— Letzte Nachrichten. Kardinal von Hartmann über den Krieg. i. Köln, 3. Febr. Gestern abend fand hier eine große Katholikenversammlung statt, in der Kardinal von Hartmann in einer Ansprache versicherte, das Kaiserwort, daß es keinen Parteiunterschied mehr gebe, habe in allen. ten ungeteilten Anklang gefunden und die Gefühle des olkes trefflich zum Ausdruck gebracht. Alle Deutsche ständen in lückenloser Einigkeit zum Kaiser. Für die Soldaten sei das gegenwärtige Ausharren im Schützengraben schwerer als das Draufgehen, und an ihrer Geduld sollte man sich im Lande ein Beis piel nehmen. In Ost und West stehe die Sache unserer Heere gut; Gott werde nicht zulassen, daß das atheistische Frank- reich oder das orthodoxe Rußland das blühende religiöse Leben Deutschlands zerstören. Wechsel im österreichisch-ungarischen Finanzministerium. Wien, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Wiener Zei⸗ tung“ veröffentlicht ein allerhöchstes Handschreiben, in wel⸗ chem der gemeinsame Finanzminister, Ritter von Bilinski, auf seine Bitte von diesem Amte in Gnaden, enthoben und der ewesene Ministerpräsident Ernest v. Körber zum gemeinsamen Finanzminister ernannt wird. In einem an Bilinski gerichteten Handschreiben spricht der Kaiser Bilinski seine Anerkennung und seinen Dank für die treuen Dienste aus, die derselbe als gemein⸗ samer Finanzminister mit patriotischem Eifer und aufopfernder Hingabe dem Kaiser und der Monarchie geleistet habe. Der Rückzug der Russen in der Bukowina. Budapest, 9. Febr.„Az Est“ meldet aus Bietritz: Unsere Offensive im Gebiete von Valecutan und Kimpolung hatte den fluchtartigen Rückzug der Russen zur Folge. In Tozorita und Kimpolung hatten die Russen an schneeigen Gebirgsabhängen in Betontürmen Kanonen untergebracht. Unseren Truppen gelang es, trotz der in dem Gebirgsgelände vorhandenen äußerst großen Schwierig- leiten, die Stellung der Russen zu erreichen und nach hef— tigem Angriff gelangten Tozorita und Kimpolung in un⸗ seren Besitz. Eine Abteilung der polnischen Legion eroberte ein bei Vareu in einer Höhe von 1635 Metern gelegenes, von Russen besetztes Wächterhaus und erschoß 20 Russen, während es den übrigen gelang, zu entfliehen. Nördlich Izwor wurde der Feind aus seinen bei Szypot innegehabten Stellungen verjagt und unsere Aktion wurde in einem Zuge so heftig sortgesetzt, daß sich die Russen in den vorbereiteten Positionen nicht mehr aufstellen konnten. Wie Frankreich die Wahrheit beschützt! Lyon, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Répu⸗ blicain“ meldet aus Paris: Die Polizeipräfektur beschlagnahmte eine Anzahl von Flugschriften, welche seit einiger Zeit Kaufleuten des Hallenviertels in Paris überschickt wurden, die unter dem Titel„Meinung der Neutralen“ Auszüge aus spanischen, holländischen und schwedischen Blättern. enthalten, welche Deutschland, sein Heer und seinen Kaiser rühmen. J Die Unterbringung von Flüchtlingen aus Nord⸗Franlreich. Paris, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Matin.“ macht der Minister des Innern. Mal vn, eingehende Angaben über die Maßregeln, welche die Regierung getroffen habe, um den aus der one der Kriegsoverationen geflüchteten Per⸗ 3 z u Lelfe zu kommen. Auf Befehl der Regierung wird die Mehrzahl der Flüchtlinge in Fa⸗ milien untergebracht; die Präfekten werden ermächtigt, zur Unter⸗ bringung— 1 Wohnungen und Lokale zu benußen, welche Deutschen, Oesterreichern und Ungarn ehören und beschlagnahmt wurden. Hilfsbedürftige Erwachsene erhalten einen Staatszuschuß von 1,25 Franken täglich, ferner 50 Centimes für jedes Kind unter 16 Jahren. Insgesamt handelt es ich um nahezu 1 Million Flücht⸗ linge, von denen über die Hälfte taatshilfe beansprucht. JT. TTT Wunsche an dle französische Regterung. Paris, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Humanite“ meldet: Der Deputierte Lagrosilliere wird in d Kammer einen Gesetzantrag auf Naturalisierung der Ein- 1 in den französischen Kolonien einbringen. Ferner erichtet die„Humanité“: Das Aktionskomitee der sozia⸗ listischen Verbände Frankreichs richtete eine Adresse an die Regierung mit der Aufforderung, alle Getreidevor⸗ räte in Frankreich in Beschlag zu nehmen und den Preis für Mehl und Getreide nach Maßgabe der letzt⸗ jährigen Ernte festzusetzen, bis zur nächsten Ernte die noch fehlende Getreidemenge durch Einfuhr zu decken und auch den Mehlverbrauch in den Bäckereien zu überwachen. Die Stellung Italiens im gegenwärtigen Weltkriege. Rom, 9. Febr. Die„Stampa“ behandelt in einem Leit⸗ artikel die Isolierung Italiens. Sie weist zunächst die These des Corriere della Sera“ zurück, der behauptete, Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn würden Italien die Nichtbeteiligung Italiens am Weltkrieg nicht verzeihen, deshalb müsse Italien schon jetzt an die Sicherung seiner Stellung nach dem Kriege denken. Die „Stampa“ führt dem entgegen aus, daß die gegenwärtige Kon⸗ stellation der Dreiverbandsmächte den Krieg nicht überdauern werde so wenig als der Balkanbund den türkischen Krieg über⸗ dauert habe. Italien habe deshalb lein Interesse, sich dem Drei⸗ verband anzuschließen. Eine Allianz mit Frankreich? fährt der Arti.. fort. Aber Frankreich wäre zu schwach für uns, wie wir zu schwach für Frankreich wären. Von dem notwendig immer mehr wachsenden Interessenkontrast im Mittelmeere ganz abgesehen, wäre Frankreich gar nicht imstande, Italien gegen eine deutsch⸗ österreichische Revanche zu schützen, ebensowenig wie Italien Frank⸗ reich den ruhigen Besitz der wiedereroberten Provinzen garantieren könnte. Weit eher dürfte zwischen Frankreich und Italien ein kälteres Verhältnis als eine Stärkung ihrer Freundschaft ein⸗ treten. Eine Allianz mit England würde Italiens friedliche Existenz am besten verbürgen. Aber wer bürgt dafür, daß England das Bündnis mit Italien eingehen will! Englands ganze Geschichte beweist seine Abneigung gegen ein Bündnis mit Festlandsmächten. Bleibt Rußland, mit dem wir vielleicht eine Allianz abschließen könnten, ohne wie bei einer Allianz mit Frankreich einen Gegensatz und Schwächung befürchten zu müssen. Aber man braucht kein Prophet zu sein, um nicht binnen allzulanger Frist den eng⸗ lisch-russischen Bruch vorauszusehen. Nur die Furcht vor der deutschen Hegemonie konnte die Jahrhunderte alte Rivalität Eng⸗ lands und Rußlands vorübergehend beruhigen. Folglich wird Rußland mit uns kein Bündnis schließen, weil wir 1914 unseren Verbündeten nicht beistehen können, sobald auch England gegen ihn ist. Falls aber wirklich ein Bündnis mit Rußland zustande kommt, leben wir in beständiger Angst vor einem englisch⸗russi⸗ schen Konflikt. Die„Stampa“ schließt: Nur eine kühle und genaue Einschätzung der gegenwärtigen italienischen Interessen muß über Italiens Richtlinien während des Weltkrieges entscheiden. Die Führung neutraler Flaggen. Amsterdam, 9. Febr. Aus Anlaß der heute veröffent⸗ lichten Erklärung der englischen Regierung über den Gebrauch neutraler Flaggen durch englische Schiffe hat sich der sehr eng⸗ landfreundliche„Telegraaf“ an einige maßgebende Persön⸗ lichkeiten in holländischen Schiffahrtskreisen ge⸗ wandt. Das Blatt teilt das Ergebnis dieser Umfrage mit. Dik⸗ Schiffahrtskreise sind der Meinung, daß unter den gegenwärtigen Umständen das Fahren unter neutraler Flagge zur Verbergeng der Nationalität des Schiffes in dem allgemeinen Sinne, wie die englische Regierung es versteht, zu verurteilen sei. Es sei selbst⸗ verständlich, daß ein Kapitän, der plötzlich in Gefahr komme, auf eigenes Risiko und eigene Gefahr eine neutrale Flagge zu hissen, durch eine derartige vereinzelte Handlung auf sich selbst gestellt sei Er bringt die wirklich zur neutralen Schiffahrt ge⸗ hörenden Schiffe damit nicht weiter in Gefahr. Was aber England tue, liefere die neutralen Schiffe in demselben Maße der Gefahr und der Vernichtung aus als die Ankündigung des deutschen Marineamtes. Wenn, was in der Tat der Fall zu sein scheine, die englische Admiralität ihren nationalen Reedereien aufgetragen oder stark zugeredet habe, unter neutraler Flagge zu fahren, so liege es auf der Hand, daß dazu die Flaggen von Holland, Dänemark, Norwegen und Schweden und zwar die von den Niederlanden amt meisten benutzt werden würden. Die Folge werde sein, daß die Kom⸗ mandanten deutscher Unterseeboote gegen die neutralen Schifse äußerst mißtrauisch werden würden und mancher von ihnen sich die Zeit nicht nehmen werde, ob die neutrale Flagge zu Recht geführt werde. Die englische Regierung würde den Neutralen einen großen Dienst erweisen, wenn sie die Reedereien verständigen würde, daß das Fahren unter neutraler Flagge auf eigene Verantwortung ge⸗ schehe. Die Namen der Schiffe sollten in großer weißer Schrift fein die Seiten des Schiffes geschrieben und bei Nacht beleuchtes ein. Das türkische Vordringen. Konstantinopel, 9. Febr. Wie die offiziöse Agence Milli meldet, haben sich türkische reguläre und irreguläre Streitkräfte nach heftigem Kampfe der Stadt Hauwise nordöstlich von Kurna bemäch⸗ tigt und die Engländer von dort völlig vertrieben. Dieser Erfolg ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Hauwise zum Gebiet des Sultans von Mohammara gehört, 1 Unterstützung es den Engländern vor allem ermöglicht bis Kurna vorzudringen. Jetzt haben sich 10000 seiner Leute und die in diesem Gebiete ansässigen persischen Stämme den Türken angeschlossen, die bei Kurna in den letzten Kämpfen siegreich geblieben sind. Die türkischen Stämme und die arabischen Stämme rücken weiter gegen Bassora vor. 7 Konstantinopel, 9. Febr. Die Annäherung der Türken an den Suez⸗Kanal hat sicheren Nachrichten zufolge die Erregung unter der ägyptischen Bevölkerung noch gesteigert. Der Haß gegen die Engländer tritt immer heftiger zutage. Einige Fatibs, das sind Priester, die den Namen des Sultans beim Gebet in den Moscheen auszu⸗ rufen haben, wurden von der Menge geschlagen und zum Teil schwer verletzt, weil sie auf Geheiß des englischen Sultans Hussein Kiamil seinen und nicht den Namen des Kalifen ausriefen. Einer weiteren hier vorliegenden Mel⸗ dung zufolge soll ein Trupp Mohammedaner die Redaktio⸗ nen der englandfreundlichen arabischen Zeitungen El Mo⸗ katam und El Brit in Kairo überfallen und zerstört und drei Redakteure des El Molatam getötet haben. ——— hatte, 2 Rheumatische und Nerven⸗Schmerzen. Herr Schröder in B. schreibt:„Meinen innigsten Dank für das vorzügliche Mittel, durch das ich endlich wieder meine Gesundheit, das büchste Gut des Menschen, zurückerhielt. 3 Jahre litt ich surcht⸗ bar an Schmerzen in den Gelenken und war nicht sähig zu arbeiten. Der Arzt, welcher mich im Hospital behandelte, sagte, daß er alles mit mir versucht hätte, und daß ex nichts mehr tun könnte. Am 24. November— nie werde ich diesen Tag vergessen— brachte mir meine Tochter Togal⸗Tabletten mit. Sie hatte sie sitr wenig Geld in einer Auotheke gekauft. In der Nach vom 2. zum 25. November schlief ich seit langem zum ersten Male wieder 8 Stunden und morgens war ich meine furchtbaren Schmerzen los. Ich fühlte mich wie neugeboren. Togal war das einzige, was mir geholfen hatte. Was hätte ich darum gegeben, wenn ich dieses wunderbare Mittel früber gekannt bälle. Einige von meinen Betannsen, welche auf meine Empfehlung Togal gegen rheumatische und Mevbenschwerzen nahmen, sagten. daß es ihnen ehenso gut geholsen batte. die schnelle und anbaltende Wirkung. Ein salches Mintel vordient tatsächlich allgemein bekannt zu werden, zumal es so billig ist!“ Die meisten Apotbeken führen bereits ö voxräuig, knnen sie schnellstens besorgt werden. „Best.: Acid. acet. salic Chinin Mg I. Alle loben Togal Tabletten. Wenn nicht Ff! ²˙·¹em ¶ ⁰! 8 * N— 1 Infolge eines im Felde sich zugezogenen schweren Leidens starb am 6. d. Mts. unser lieber A. H. Dr. med. vet. Hermann Buttron. — e A Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. d. Mts., nach- mittags 3½ Uhr, in Hungen statt. 128810 Wie allseits bekannt, muß gesetzlicher Bestimmung gemäß, die Brotfrucht sei es Korn oder sei es solches mit Gerste vermischt, bis zu 82% aus gemahlen werden. Naturgemäß erwachsen dem Müller infolge der längeren Ausmahlung erheblich höhere Kosten. Die unterzeichnete Müllervereinigung hat dement— sprechend einstimmig den Mahllohn bei normaler und guter Frucht bei Barzahlung auf Mk. 1.50 pro Zentner festgesetzt und hierbei werden 80% Mehl und 16% Kleie ausgeliefert. Wird der Mahllohn nicht in bar bezahlt, werden 75% Mehl und 10% Kleie verabfolgt 19060 Dem Wunsche auf Barzahlung kann jedoch nur entsprochen werden, wenn die zur Mühle gesandten Säcke mit Namen und Hausnummer versehen sind und die Bezahlung des Mahllohnes sofort bei Empfang geschieht. Die Müllervereinigung des Nidda-, Nidder- und Horloff⸗Tals, sowie deren angrenzenden Mühlen. VPVVVPVVVVVVWVTVTVVVVVVVVVVVVVVV—VVV—v—Ä——— Zur K ö f empfehle mein reichhaltiges Lager in Schwarzen und farbigen Kleider-Stoffen Konfirmanden-Anzüge vorrätig in schwarz, blau und marengo in allen Preislagen Anzug-Sfoffe Da sämtliche Artikel in nächster Zeit ganz bedeutende Preiserhöhungen erfahren, empfiehlt es sich für die verehrliche Kundschaft, ihren Bedarf frühzeitig zu decken Die Landsmannschaft„Darmstadtia“ I. A. d. C.: Theodor Hesemann 1180 a Tel. 773 Wilh. Horn rel 773 Während des Umbaues Mäusburg 5 52 f f 2 2 2 a 3 . . f : 2 5 5 5 H. 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