5 nr. 51 Zweites Platt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sießener Famillendlätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. S F R 6 105. Jahtgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Ein Norweger über Deutschland. Auch die Presse der neutralen Länder wird Deutschland sehr wenig gerecht; man muß schon froh sein, wenn sie] Di wenigstens unparteilich ist und sich offen auf die Seite unserer Gegner stellt. Unter diesen Umständen ist der hier in Uebersetzung folgende Artikel eines Norwegers eine höchst wohltuende Erscheinung; er ist es wert, auch in Deutschland bekannt zu werden. Das Original befindet sich in der Kri⸗ stianiaer Zeitung„Tidens Tegn“ vom 29. Januar 1915. Schlagwörter über Deutschland und den Krieg. Von Ingenieur J. Isaachsen. In Kriegszeiten können Schlagwörter und vorgefaßte, ein⸗ seitige Ansichten über die kriegführenden Völker beim Publikum eine unheimliche Macht gewinnen, wie wir es jetzt vor Augen haben sowohl bei den Kriegführenden selbst als auch bei den neu⸗ tralen Völkern. Von England, Frankreich und Rußland habe ich weniger persönliche Kenntnis, aber von Deutschland, das ich kenne, weiß ich, daß die Schlagwörter„Militarismus“,„Poli⸗ zeiherrschaft“ und„Kriegsmoral“, die sich in einem großen Teile der Welt fortges etzt haben und sich wie ein Nebel über die Wirk⸗ lichkeit legen, sehr wenig zutreffend sind und die deutsche Kultur in eine verkehrte Betrachtung setzen. Leute, die diese Schlagwörter benutzen, haben fast niemals eine gründliche, persönliche Kennt⸗ nis Deutschlands und begründen ihre Behauptungen höchstens durch Verweisung auf deutsche Schriftsteller, von denen man nicht sagen kann, daß sie die Ansicht des deutschen Volkes vertreten. Die„patriotische Pflicht“, den Splitter in dem Auge der feindlichen Nation zu sehen, ist vielleicht ein notwendiges Uebel für die kriegführenden Nationen, um das Triebwerk in Gang zu halten, aber eines der schlimmsten Uebel, die der Weltkrieg mit sich bringt, ist sie nichtsdestoweniger. Alles, was man über den Feind Böses und Giftiges ausgraben lann, aus Ur. gangenheit, Gegenwart, ja sogar Zukunft, das wird mit Hilfe don Zeitungen, Flugschriften und Reden als Drachensaat in Millionen von Herzen ausgesät. Man braucht kein lebenserfahrener Weiser zu sein, um zu verstehen, daß dies ein Greuel der Zerstörung ist schlimmster Art und daß eine Atmosphäre des Hasses die geistige Entwicklung einer Nation verkrüppelt wie ein durch Generatio⸗ nen chronisch wirkendes Gift. 5 2 Aber es ist nicht notwendig, daß auch die neutralen Staa⸗ ten sich selbst so Böses antun, daß sie sich ber dieser Gelegen⸗ heit ebenfalls selber für Generationen vergiften. Für denkende Menschen ist es klar und glücklicherweise jetzt klarer als vor em paar Menschenaltern, daß das Positive, das Sehen alles Guten und das dafür Arbeiten weit wirksamer ist für den Fortschritt der Menschheit, als früherer Kulturperioden einseitige, un⸗ fruchtbare Betonung alles Negativen, der Unvollkommenheit,„Erb⸗ fünde“, Strafe und Hölle, was auf die Länge hauptsüchlich be⸗ wirkt, daß bei der Menschheit eine lähmende, halbtote Hoffnungs⸗ losigkeit hervorgerufen wird. Ich dächte, unter solchen Verhält⸗ nissen wie jetzt wäre es jedes Mannes und jedes Blattes Pflicht. das Gute hervorzuheben, wo man kann, und es ist sicherlich neutral im wahren Verstande des Wortes, nämlich zur Beleuchtung der Wahrheit dienlich, wenn ich auf Grund von Beobachtungen wäh⸗ rend eines dreißigjährigen Aufenthaltes in Deutschland mich gegen die oberflächliche Schlgawortbeleuchtung einer Wirklichkeit wende, über die wir uns jetzt um unserer selbst willen eine unbefangene Meinung bilden 7 5. Ich erblicke in vielen Vorgängen in Deutschland einen Beweis für ein starkes Leben in des Wortes voller Bedeutung. Mangel an höherem Leben zeigt sich bei einzelnen Individurn wie bei ganzen Völkern unter anderem darin, daß die natürliche Träg⸗ heit vorherrscht. Das geistig halbtote Volk vegetiert, hat wenig systematische Fürsorge über das„Ich“ und das„Jetzt“ hinaus und tut am liebsten nichts, bevor„das Feuer einem auf die Nägel brennt“. Aber bei dem deutschen Volke ist gerade das Gegenteil der Fall. Es ist in der Entwickelung so weit gekommen, daß es die große Zukunftsweisheit entdeckt hat, daß eine Gemeinschaft von Menschen als Organismus, als harmonisch zusammenarbei⸗ tende Einheit Ergebnisse erzielen kann, die hoch liegen sogar über den heroischsten Anstrengungen einer unorganisierten Masse von Individuen. Nicht bloß im Militärwesen hat das deutsche Volk in einer harten Schule das Geheimnis der Organisation gelernt; in Handel und Industrie, in Fachschulen für alle möglichen Er⸗ werbszweige, in allem, was sich unmittelbar oder mittelbar auf die Wissenschaft bezieht, in den politischen und ökonomischen Organisationen der Sozialdemokratie mit großartigen Konsum⸗ vereinen, Bäckereien, Seifenfabriken usw., in einem ganzen Strome idealer Jugendbestrebungen, überall sieht man handgreifliche Wir⸗ kungen desselben Geistes. Ja selbst an den Stellen, wo die deutsche Kultur„einen Leichnam in der Ladung“ mit sich schleppt, hat da irgend eine andere Nation das Recht, den ersten Stein zu werfen? Wo ein so handgreifliches Lebensfeuer in einem Volke steckt, da glimmt 21 auch dort, wo es noch von erstarrten alten Formen bedeckt ist.. 3 5 Gar allzuoft begnügen sich andere Länder mit den Stich⸗ wörtern„Militarismus“ und„Polizeiherrschaft“, um den deut⸗ schen Geist zu kennzeichnen. Glaubt wirklich ein denkender, zu⸗ verlässiger Mensch, daß ein anderes Volk, z. B die Engländer oder die Skandinavier, bei Deutschlands geographischer Lage und histori⸗ scher Entwickelung hätten anders handeln können, eingeklemmt wischen Frankreich und Rußland, als sich zu rüsten, solange bis die Welt zu stabileren und vernünftigeren internationalen Einrich⸗ tungen gelangt ist, als sie es jetzt ist? Es ist meiner Meinung nach nicht gerecht und nicht wahr, einem bestimmten Volksgeist oder einer bestimmten Volkskultur die Schuld für das zuzu⸗ schreiben, was die Macht äußerer Verhältnisse erzwingt Ganz abgesehen davon, daß Frankreich und Rußland, rein statistisch betrachtet, größere Anstrengungen gemacht haben, ihr Heerwesen zu entwickeln, als Deutschland, und daß Englands überwältigende Kriegsflotte doch ebensogut„Militarismus“ eines Inselstaates ist, wie bei einem Landstaate ein Heer 5 5 Der Glaube, daß der Geist des Militarismus nicht von den unerbittlichen geographischen und historischen Verhältnissen her⸗ stamme, sondern als eine Art Mangel an moderner Kultur in Deutschlands„Junkerwesen“ liege, dieser Glaube ist nach meiner Ansicht eine Seeschlange, die jeder anständige Mensch, der die Ver⸗ hältnisse aus eigener Anschauung kennt, totzuschlagen verpflichtet ist, jedesmal, wenn sie sich periodisch in den Zeitungen zeigt. Wie sollte Deutschland rein finanziell imstande sein, ein Heer von Offizieren ersten Ranges zu erhalten, wenn es diese nicht zum Teil mit„Ehre“ bezahlte statt mit Geld? Glaubt jemand in Skandi⸗ napien oder England oder Amerika, daß man so viele tausende körperlich und geistig ausgesuchte Menschen dazu bringen könne, ihr Leben der Offizierslaufbahn zu opfern für die schlechte Bezah⸗ lung, die sie in Deutschland bekommen, wenn sie nicht gleichzeitig als eine Art Er W Gage eine hoch angesehene soziale Stel⸗ lung hätten? Hätte tschland nicht in seinem eigenen wohl⸗ verstandenen Interesse eine so hohe Achtung vor seinen Offizieren, so würde nicht bloß sein Militär t stark steigen, sondern vor allen Dingen das Offiziersmaterial schlechter werden und die Di⸗ sziplin leiden. Man klage die gegebenen äußeren Verhältnisse an oder verbessere diese, wenn man dazu imstande ist, aber man an⸗ klage nicht die Kultur des deutschen Volkes. 5 8 Samstag, 6. Sebruar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul; straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S5, Schrift · leitung: S112. Adresse für Draytnachrichten Anzeiger Gießen. Ja, aber in dem täglichen Leben sollen„der Militarismus“ und„die Polizeiherrschaft“ eine so drückende Rolle spielen, heißt es. Ich habe nichts davon gemerkt in den dreißig Jahren, die ich in Teutschland gewohnt und es kreuz und guer durchreist habe. e Offiziere waren immer sehr liebenswürdig, und das letzte, was ich mit der Polizei zu tun hatte, als ich nach Norwegen reiste, war ein gemütlicher Schwatz mit einem mir vollständig fremden Polizisten auf dem nächsten Polizeiamte, als ich meldete, daß ich von der Stadt wegzöge. 4 Militärwesen und Polizeiwesen haben in Deutschland ihre Schattenseiten; es gibt niemanden, der das schärfer ausspricht, als die Deutschen selbst. Aber von den Schattenseiten abgesehen, die alles Beamtenwesen überall in der Welt hat, sind es in Deutsch⸗ land nur ausgeprägte Folgen der äußeren Verhältnisse und deren. vorhin angedeutete Wirkungen, die an dem beständigen Gerede von Militarismus und Polizeiherrschaft schuld sind. Der lurze, scharfe, kommandierende Ton bei untergeordnete Beamten, die lange Unteroffiziere gewesen sind, der„Unterofsiferston“ wird sich sicher im Laufe der Zeit verbessern; aber weder das deutsche noch irgend ein anderes Volk würde oder könnte, eingeklemmt zwischen Rußland und Frankreich, seine Selbstverteidigung opfern, bloß um eine un- behagliche Nebenerscheinung aus der Welt zu schaffen. Für den, der lange in Deutschland gelebt hat, verschwinden diese kleinen Einzel⸗ heiten, Militärwesen und Polizei, in der ungeheuren Masse an⸗ dern Kulturlebens, auf das er bei jedem Schritte stößt, so daß er die Sinnestäuschung nicht recht begreifen kann, die die Leute in der Ferne dazu bringt, von diesem ganzen wimmelnden Leben bloß den„Militarismus“ und die„Polizeiherrschaft“ und Bismarcks drei Haare zu sehen. Daß Deutschland sich den Durchmarsch durch das neutrale Bel⸗ gien erzwang, hat Schrecken hervorgerufen und ist schrecklich; ganz besonders fühlen wir das, weil wir als eine kleine Nation so leicht in eine ähnliche Lage kommen können. Aber das ist ein. Schrecken, der im Kriege überhaupt liegt. Deutschland befindet sich zwischen 150 Millionen Russen im Osten und 40 Millionen Franzosen und 45 Millionen Engländern im Westen, abgesehen von den englischen Kolonien. Ein ganzes Volk kämpfte um das Leben und wußte, daß Schnelligkeit sein einziger Vorsprung in dem ungleichen Kampfe war. Will man sich als außerhalb Stehen⸗ der ein Urteil über solche Verhältnisse bilden, so muß man sich selber ganz bis auf den Grund klar machen, welches Recht man einer Nation zuerkennen will in einem Selbstverteidigungskampfe auf Leben und Tod, und muß in der Geschichte nachsehen, was andere Kulturnationen unter ähnlichen Verhältnissen durchzu⸗ führen imstande gewesen find, nicht auf dem Papiere, in einer pharisäischen Diskussion in Büchern und Zeitungen, sondern in der Wirklichkeit. Ungefähr acht Millionen Belgier sind wider ihren Willen in den Krieg hineingezogen; aber es sind wahrscheinlich weit mehr als acht Millionen Engländer, Franzosen, Deutsche, Oesterreicher, Ungarn und Russen, die gegen ihren Willen in den Krieg hinein⸗ gezogen sind. Abgesehen von den traurigen völkerrechtlichen Mo⸗ menten klärt man daher, rein menschlich gesehen, das Bild nicht, wenn man das Verdammungsurteil und die Aufmerksamkeit auf den Einmarsch in Belgien hinüberzieht und ab von der eigentlichen Wurzel des reckens, dem Kriege selbst, ab von der Tatsache, daß im zwanzigsten Jahrhundert der Krieg zwischen Europas Kultur⸗ völlern entstehen konnte, die doch vorneweg wissen mußten, welchen Abgrund von Schrecken sie losließen, wenn sie einen Krieg zuließen und zwar einen Krieg so beispiellos ungeheuer, daß die Gefahr und die Angst, das eine oder andere der teilnehmenden Völker werde zerschmettert und in seinem zukünftigen nationalen Leben verstümmelt werden, die Rücksichtslosigkeit der Selbstver⸗ teidigun hervortreiben mußte. Ziele ich auf einen Mann, so kann ich jedenfalls mich nicht darüber beschweren, daß er den Garten des Nachbars zertritt, um mir zu Leibe zu kommen. Darin und nicht in dieser oder jener Einzelheit, die die Großmächte jetzt einander moralisch an die Köpfe werfen, liegt Europas Verbrechen, an dem wir alle teilhaftig sind, weil wir alle aus Mangel an persönlicher Kenntnis die Drachenzähne des Hasses, der Lüge und des Mißverständnisses gesät haben in Büchern und Zeitungen, in Parlamenten und in unserer täglichen politischen Kannegießerei. Alle die Völkerschaften, die beim Kriege dabei sind, haben ihre guten Seiten, und meine Aeußerung soll kein Angriff gegen irgend eine sein, sondern eine Beleuchtung solcher Seiten, die ich persönlich am besten kenne und die ganz besonders durch oberflächliche Stichwörter oft in trübem Licht erscheinen. Können wir mit unseren dritthalb Millionen Einwohnern keine Macht in die Wagschale legen, so laßt uns unseren Ehrgeiz in etwas setzen, was besser ist. Wir bedürfen keines Propheten, um zu sehen: die Großmacht des Verständnisses und der Sym⸗ pathie hat die Zukunft für sich und das Land, das sich an die Spitze stellt, das seinen reichlichen Anteil an der Aufgabe hat oder wenigstens auf sich nimmt, das hat Zukunftsmöglichkeiten für sich, die es zu einer ebenso stolzen Sache machen, ein Klein⸗ staat zu sein wie eine Großmacht. Wir aber können das mit umso besserem Gewissen tun, als das Ideal des Verständnisses und der Selbstbeherrschung durchaus nicht im Streite steht mit einem ener⸗ gischen Geiste der Wehrpflicht und der Opferwilligkeit, den wir auch bitter nötig haben. Niemand wird uns deshalb im Ver⸗ dacht haben, Eroberungspläne zu nähren, weil wir uns als ein lebenskräftiges Volk beweisen, indem wir an die Zukunft den⸗ ken und unsere Verteidigungsmittel in Ordnung halten, so lange die Menschheit noch keine anderen Mittel zur Sicherung des Weltfriedens gefunden hat. Kristiania, im Januar 1915. — Gießener Straftammer. th. Gießen, 6. Febr. Nachwehen der Viehseuche in Gießen. Der Viehhändler Simon R. von Hochelheim führte Anfang September aus seiner Heimatgemeinde ein Rind in das Gießener Schlachthaus. In einer Hofreite der Mühlenstraße war aber da⸗ mals die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und das ganze Stadtgebiet war als Sperrgebiet erklärt, indem zwar den Metzgern gestattet war, Vieh an der Leine ins Schlachthaus zu bringen, während andere Sterbliche diesen Transport auf Wagen vornehmen mußten. Der Angeklagte erklärte dem Gerichtshof, daß er die Sachlage nicht gekannt hat und die Bekanntmachung des Kreisamts, welche das Treiben von Vieh verbot, nicht gelesen hat. Infolgedessen nahm die Strafkammer Fahrlässigkeit an und ver⸗ urteilte den Täter zu 3 Mark Geldstrafe, hilfsweise 1 Tag Gefän nis.— Dieselbe Tat fiel dem Viehhändler Julius S. von Krof⸗ dorf zur Last. S., der vor Jahren schon zweimal wegen Vergehens gegen Seuchenverhinderungsanord bestraft ist, erhielt eine Geldstrafe von 5 Mark, hilfsweise 1 Tag Gefängnis. Auto⸗ und Fahrrad-Zusammenstoß. Der Kaufmann Karl D. von Gießen hatte sich s. Zt. in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt, er war auf dem Wege, mit seinem Auto einen schwerverwundeten Offizier in die Chirurgische Klinik zu verbringen, und kam vom Selterstor an die Kreuzung der Liebig⸗ und Frankfurter Straße. Neben ihm in derselben Fahr⸗ richtung fuhr die Straßenbahn. Da glaubte, dieselbe würde an der an jener Ecke liegenden Haltestelle Station machen, was aber nicht der Fall war, und so mußte er seinen Wagen, um einen Zusammen⸗ stoß mit der Straßenbahn zu vermeiden, scharf links herüberlenken. Im gleichen Augenblick kam ein Radfahrer die Liebigstraße von der Höhe der alten Klinik her und wurde von dem Auto des D. gefaßt, wobei er einige unbedeutende Verletzungen erhielt. Das Schöffengericht, das sich mit der Sache zu befassen hatte, sprach den Angeklagten D. von jeder Schuld frei und nahm als erwiesen an, daß eine zufällige Verkettung von Umständen den unerheblichen Unglücksfall herbeigeführt hat. Der Staatsanwalt verfolgte aber Berufung vor der Strafkammer und hielt hier ein Verschulden des D. für vorliegend, indem er wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 50 Mark beantragte. Die Strafkammer hielt aber eine Geldstrafe von 20 Mark hilfsweise 4 Tage Gefängnis für eine angemessene Sühne. Der Angeklagte habe zweifellos gegen die Bestimmungen betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen ver⸗ stoßen, er durfte nicht darauf los fahren, ehe er sich überzeugt hatte, — 5 Wagen der Straßenbahn auch wirklich an der Haltestelle tand. Eine verstorbene Geschenkgeberin. Die Ehefrau Christine Sch. von Kirchhain war von Mai bis Ende 1914 zur Bedienung der Gäste beim Zimmervermieter W. in Bad⸗Nauheim tätig. Bei ihrem Abgang aus der Stelle fehlten verschiedene Gegenstände, welche die Frau sich angeeignet haben soll. Es wurden bei ihr auch zwei Bilder in goldenen Rah- men, zwei kleine Aufstellbilder, ein altes Ueberhandtuch und ein Frauenhemd gefunden. Die Angeklagte erklärte, die beiden kleinen Bilder habe ihr der Arbeitgeber mit den Worten, die können sie sich nehmen, geschenkt, was dieser als wohl möglich zugab. Die Bilder in Goldrahmen und die Wäschegegenstände habe die in⸗ zwischen verstorbene Schwester ihres Arbeitgebers ihr geschenkt. Der als Zeuge gehörte Wagner erklärte: Seine verstorbene Schwester habe nicht das Recht gehabt, etwas zu verschenken, sie habe auch sicher nichts verschenklt. Er beschuldigte die Ange⸗ klagte, daß sie auch sonst nicht sehr ehrlich verfahren sei. Die Strafkammer kam zur Freisprechung der Angeklagten, weil Aus⸗ sage gegen Aussage stehe. Armenhaus ⸗ Streitigkeiten. Der Tagelöhner Joh. Ludw. W. von Klein⸗Karben wohnt im Armenhaus, ebenso das Ehepaar T. Zwischen den Parteien herrschte Unfriede, der sich sogar im Gerichtssaal dahin äußerte, daß die Parteien sich gegenseitig herrechneten, wie viel Alkohol jede von ihnen täglich zu sich nehme. Das Schöffengericht hatte den W. zu einem Monat Gefängnis wegen Körperverletzung der Frau T. verurteilt, er soll diese mit einer Axt angegriffen und verletzt haben. Vor der Strafkammer bestreitet der Angeklagte die Tat und führt an, er sei allerdings von der T. dadurch ge⸗ reizt worden, daß diese ihm in seine Küche einen Eimer Wassen hingegossen habe. Die Strafkammer fand keine Veranlassung, an dem ergangenen Schöffenurteil etwas zu ändern, sie verwarf die Berufung des Angeklagten. Streit unter Verwandten. Der Landwirt Otto K. von Unterwiddersheim war vom Schöfsengericht von der Anklage der Körperverletzung des Bruders seiner Schwiegermutter, den er mit einer Mistgabel über den Kopf geschlagen haben sollte, freigesprochen worden. Der Staatsanwalt und der rletzte als Nebenkläger verfolgten gegen das Urteil Berufung. In der Hofreite des Angeklagten hat der Verletzte seinen Einsitz. Es kam öfters zu Zwistigkeiten in der Familie, und wegen einer geringfügigen Sache kam es eines Abends zu Tät⸗ lichkeiten, bei denen K. dem schon altersschwachen Onkel seiner Frau den wuchtigen Hieb versetzte, so daß dieser am Lopf eine blutende Wunde davontrug und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Die Strafkammer billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu. Er sei zweifellos gereizt worden, habe aber mi der Mistgabel nicht abwehren wollen, sondern seine Absicht war, dem alten Onkel seiner Frau eins zu versetzen. Es sei daher wegen Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 30 Mark, hilfs⸗ weise 6 Tage Gefängnis, erkannt. Dem Verletzten wurden als Ausgleich für Arzt⸗ und Apothekerkosten sowie als, Schmerzens⸗ geld 60 Mark zugebilligt. vüchertisch. f — Der Kartoffelban wird in diesem Jahre im Interesse unserer Volksernährung eine ganz besondere Aufmerksamkeit er- fordern, namentlich wird es nötig sein, so zeitig wie möglich die abgehenden Kartoffeln durch neue zu erseten, da uns das Ausland mit solchen nicht versehen wird. Der Verein zur Förderung des Kleingartenbaues in Frankfurt a. M. widmet deshalb in richtiger Erkenntnis dieser wichtigen Sachlage das Hest Nr. 2 seiner Zeit⸗ schrift Blätter für Klein gartenbau, ausschließlich dem Kartosselbau. Jeder Laie auf dem Gebiet des Gartenbaues, wie der Gärtner selbst dürste iu diesem Hestchen viel neues erfahren und manche Anregung gewinnen, wie er seinen Kartoffelbau aus- giebiger und frühzeitiger in diesem Jahre gestalten kann. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2. —— 2 22 2 2 2 3. E 22 38 2 . 58 3 S3 SS Wetter 353 Zz SS AS ss 105 5 8 8 8[ 8 F 52:80 os 46 8s s 2 10 Bed. Himmel 5% 00 42 91 8 210 1 6 25 46,6 05 3 88 EE 2 10 1 0 0 0 f ö Höchste Temperatur am 4. bis 5. Februar 1915- + 3,47 C. Niedrigste„ 5 1918„1 Niederschlag: 0,0 min. in hübscher Metall⸗Felddose Auf vielfache Anregung aus dem Felde liefern wir zum Versand als Liebesgabe ½¼ Flasche Odol in einer hübschen Metall⸗Felddose, die fix und fertig als Feldpostbrief(10 Pfg. Porto) verpackt, in allen Apotheken. Drogengeschäften. Parfümerien usw. zum Original⸗Preis von 85 Pfg.“) zu haben ist. 4.„ 5.„ ) Die Metall-Felddose wird während des Feldzuges kostenfrei eliefert. Der leichteren Mitführung wegen haben wir die balbe lasche Odol für diesen Zweck gewählt. 2 r . ͤ. owñL. . 12 2 4 Bekanntmachung. Diejenigen Einwohner, die beim Freiwerden von Quar⸗ tieren erneut Einquartierung zu übernehmen wünschen, wollen sich stets umgebend im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, melden. Gießen, den 6. Februar 1918. Der Oberbürgermeister Keller. 112⁴⁴ Anmeldungen zum Eintritt in die Oberrealschule und die Vorschule de Real zymnasiumg und der Oberrealschule nimmt der Unterzeichnete auf seinem Amtszimmer entgegen für die Vorschule, Donnerstag, den 18. Februar, für die Oberrealschule, Freitag, den 19. Februar, jedesmal von 10—1 Uhr. Bei der Anmeldung sind Geburtsscheine, Impf— scheine und das letzte Schulzeugnis vorzulegen. Gießen, den 5. Februar 1915. Großh. Direktion der Oberrealschule. Dr. Schnell. 1198 Dl 3 Glessener Paedagoglum Individueller Unterricht in Kleinen Klassen. Vorbereitung auf alle Schul- Prüfungen Einjährigen-,Abiturientenexamen Aufnahme von Knaben und Madchen vom 9. Lebensjahre ab. Unterricht als Ersatz der öffentl. Schulpffich! vom Großh. Ministerium anerkannt. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Näheres durch Direktor. RBrackemann, Bleichstraße 6 (ab I. IV. im Schul- u. Wohnhause 2 11 Ludwigstr. 70. Eeke Liebigstraße) . Infolge best. Erfolge sehrgute Empfehlungen* 5 Lalh. andes: Badge isg hüt ba net 5 Beginn des Sommersemestes am 8. April. Schluß desselben Mitte August. Die Schule umfaßt 5 Klassen für Hochbau und 2 Klassen für Tiefbau.(Im Sommer Tiefbau I.) Die Abgangszeugnisse der Großh. Landes⸗Bau⸗ gewerkschule sind denjenigen der Königl. Preußischen Baugewerkschulen gleichgestellt. 5 Programme und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der Landes⸗Baugewerkschule Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten. 25 Das Schulgeld beträgt 100 Mk. für das Halbjahr. 5 Schluß der Anmeldefrist am 31. März ds. Is 11880] Die Direktion. Hadbsdiuls d. Sushu,L uuns, verbunden mit Aelier Hues Lamenboltloidun 9 Meine Icurse der Vorbereitung zu den gesetalicsien Prusfungen nehmen von Montag ab wieder ihiren Anfang M. Punderlicli Vetelarer Weg I I, gegenüber dem Balinhaf 110 Arbeitsvergebung. 1 Für die Feldbereinigungsgesellschaft Queck⸗ born sollen Donnerstag, den 11. Februar vor⸗ mittags 10 uhr auf dem Rathaus zu Queckborn nachstehende Arbeiten und Lieferungen in einzelnen Kriegern bereits das Leben gerettet haben. Mittel, die nicht reichlich genug fließen können. Gießen, 29. Januar 1915. graphendirektor Wiebusch, Landgerichtsrat Wiener, Spenden werden eutgegeugenommen: hofstraße 23. Aufruf Eine wichtige Aufgabe harrt der Lösung. Es gilt die Leiden derjenigen Verwundeten zu lindern, die Nacht und Nebel auf dem Schlachtfelde überraschten. Die Zahl der Vermißten muß sich vermindern! Um dies zu erreichen, brauchen wir Euere Hilfe! Wir brauchen Sanitätshunde, die mit wunder⸗ barem Instinkt und hoher Intelligenz ihre Pflicht erfüllen und vielen tapferen Der Deutsche Verein für Sanitätshunde in Oldenburg i. Gr. unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg tritt an Euch heran. Wir brauchen Hunde, die geeignet sind, und vor allem Geld, um die hohe Mission zu erfüllen, tausende Verwundete zu retten, die nach jeder Schlacht noch leben und in Gräben, Hecken und Gebüschen verbluten müßten, weil die Sanitätsmann— schaften trotz aller Umsicht und allen Eifers sie nicht finden konnten. Saget nicht, Ihr hättet schon geholfen! Die draußen sagen auch nicht, wir haben schon gekämpft! Sie kämpfen weiter und gehen immer wieder für Euch in die Schlacht! Viele hunderte Sauitätshunde arbeiten bereits für Euch und alle, die Euch tener sind im Felde. Wir brauchen sofort 84 Pfarrer Ausfeld, Direktor des Realgymnasiums Dr. Baur, Dekan Bayer, Pfarrer Bechtolsheimer, Geh. Kirchenrat Prof. Or. Eck, Beigeordneter Kommerzienrat Em⸗ melius, Geh. Kommerzienrat Dr. Gail, Frau Geh. Justizrat Gebhardt, Vorsitzende des Alice-Frauen-Vereins, Chefredakteur Goetz, Beigeordneter Justizrat Grünewald, Landtagsabgeordneter, Landgerichtspräsident br. Güngerich, Geh. Kommerzienrat Heichelheim, Vorsitzender der Handelskammer, Geh. Schulrat Or. Hensell, Direktor des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums, Rabbiner Dr. Hirschfeld, Oberstaatsanwalt Hof⸗ mann, Reut auw. Homber zer, Vors.de Zweigvereins Gießen d. Hess. Polizei- u. Schutz- hundevereins, Oberbürgermeister Keller, Vertrauensmann d. Deutsch. Vereins f. Sanitäts- hunde, Generalleutnant Ktingelhösser, Kommandeur des Abschnitts III der Festimg Mainz, Forstmeister Köhler, Geh. Justizrat Prof. Dr. Leist, Mitglied der Ersten Kammer der Stände, Reichsbankdirektor Müller, Finanzrat Dr. Offenbächer, Generalmajor von Petersdorff, Rabbiner br. Sander, Postdirettor Schäfer, Geh. Kirchenrat 0. Schlosser, Direktor der Oberrealschule Ur. Schnell, Pfarrer Schwabe, Weinhändler A. Schwan, Vorsitzender des Verems Hundesport für Gießen und Umgegend, Ober- stabsarzt Dr. Siegert, Reservelazarettdirettor, Geh. Medizmalrat Prof Dr. Sommer, Rektor der Landesuniversität, Finanzrat Steinhäuser, Major Stephan, Geh. Schul⸗ rat Dr. Stoeriko, Direktor der höheren Mädchenschute, Forstmeister Trautwein, Prof. Urstadt, Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter, Provinzialdirektor Geheimerat Or. Usinger, Reda teur Vetters, Medizinalrat Dr. Walger, Großh. Kreisarzt, Tele Vorsitzender des vom Roten Kreuz, Eisenbahndirektor Zimmermann. im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 15, bei der Mitteldentschen Creditbank, Johannesstraße 17, bei der Bank für Handel und Industrie, Johannesstraße 1, in den Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers, Schulstraße 7, und der Oberhessischen Volkszeitung,* weigvereins 3 4 Buchen 100, Eiche 5** N e Berichtigung des Consum⸗Vereins Daubringen. Die Haftsumme hat sich am 31. Dezember 1914 nicht verringert, sondern Mark 60 erhöht. 1 Daubringen, den 6. Februar 1915. 12¹⁰ Wilh. Wagenbach, Schlienbecker, Ludw. Grölz. Nutz⸗ und Brennholz⸗Versteigerung. Im Markwald der Gemeinde Lützellinden kommt 1 Dienstag, den 9. Februar d. Js., don vorm. 10 Übr ab. folgendes Holz zur Versteigerung. Fichten: 2 Stämme 5. Kl. 40,05 Fstm., 763 Stangen N 1. Kl, 115 2 Kl. 4170 Wellen und 592 Rm. Srockbolz. g Zusammenkunst im Distrikt„Sandhügel“ an der Torsschneise nördlich der Main⸗Weser⸗Bahn. Groß- Rechtenbach, den 5. Februar 1915. Der Bürgermeister. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. „ Montag, den 15. Februar, vormittags 9% Uubr, im Distrikt Dard. Scheiter, Rm. 278 Buchen, 3 Eichen rund, 1 gespalten, Nuszschei, Knüppel, Rm. 216 Buchen, , Eichen, 1 Kirschbaum, 13 Nadelholz. Stöcke, Run 164. Buchen, 43 Eichen(2 Scheitbrocken, 7 Nadelholz. Reisgolz Wellen: 4150 Buchen, 600 Eichen, 100 Nadelholz. 24 Eichen Nfosten— 1, Istm. 2 Meter lang). 5 Kiesern⸗Schnittholz ⸗ n Istm.(2838 em. Mitten⸗ durchmesser, Nr.(889. 2 Lärchen= 2.8 FIstm. 427 und 28 im. Mittendurchmesser Ca. 126 Rm. Fichten⸗ Schichthaufen. Die Zusammenkunft ist auf dem Fußweg von Birklar nach Lich über die Hard beim Eingang in den Wald. Von 9 bis 10 Uhr steht auf dem Wege von Muschenheim nach Lich über die Hard beim Eingang in den Wald ein Mann, welcher den Weg zeigt. jengtag, den 16. Jebrnar, vormittags 9 Ubr im Distrikt Mönchwald. Knünpel, Rm. 113 Buchen, 13 Eichen, 213 Kiefern. Stöcke, Rm. 110 Kiefern. Reis⸗ bolz⸗Wellen: 2300 Buchen. 1730. Eichen, 6400 Kiefern, wenige Fichten. 21 Eichen⸗Pfosten- 1,10 Fstim. 2.2. Ptr. lang). 2 Fichten⸗Derbstangen— 0,11 Jen 505 Fichten⸗Reisstangen- 272 Fstm.(1209 B Die Zusammenkunft ist auf dem Visinalweg von Albach nach Hattenrod, wo er vom Schlagweg gekreuzt wird. 2 Holzversteigerung. Im Licher Stadwald, Distrikt Kronau, Sauloch, Ried⸗ köpfe und Kübunter werden Donnerstag, den 11. Febr. 1915 versteigert: Scheiter Rm.: Buchen 140, Ktesern 7, Fichten 14, Knüp⸗ vel. Am.: Buchen 80, Eichen 75, Kiefern 5, Fichten 7, Reisig Wellen: Buchen(Durchforstung) 7000, Eichen (Durchforstung 2450, Fichten(Astreisig) 600, Stöcke Nm.: n en 15, Fichten 150, Derbitaugen Istm.: Fichten 30.— Zusammenkunst auf der Hattenröder Straße im Distrikt Rehträntsberg, Anfang vormittags 10 Übr. Lich, den 4. Februar 1915. 5 Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Dörmer. 25 5 53 12208 125 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wucde heute bezüglich der Firma Johannes Fleischer, Fabrik patentierter technischer Apparate zu Gießen ein- getragen: Der Karl Malkomesius Ehefrau, Marie geb. 8 zu Gießen ist Prokura erteilt. ießen, den 3. Februar 1915. 1208 B Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die durch Einberufüng zum Heeresdienst neu eingetretene Verminderung unserer Arbeitskräfte sehen wir uns genötigt, vom 4. d. M. ab den Verkehr des Publikums bei unserer Kasse wieder auf die Vormittagsstunden zu beschränken. Die Zahlstunden finden daher bis auf weiteres nur werktäglich vormittags von 8—1 uhr statt. Gießen, den 3. Februar 1915. Der Vorstand der Bezirtssparkasse Gießen. Zacheis. Bekanntmachung. Der von dem Gemeinderat durchberatene Vor⸗ 1117 Losen vergeben werden: . 1. Graben⸗ und Bachregulierunasarbeiten veranschlagt zu 1422 Mk. 306 2. Chaussierungsarbeiten 5 5 1 3. Brückenbau eee 4. Verschleifungsarbeiten. 1 5. Zementrohrlieferung 5„5 5 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Queckborn zur Einsicht offen. Angebote haben nur in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröff- nungstermine einzureichen. Freie Auswahl ausdrücklich vorbehalten, Zu⸗ schlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. Februar 1915. Großzh. Kulturinspektion Gießen. H Steinbach, Gr. Baurat.(11930 Für die Feldbereinigung Lang⸗Göns sollen zur alsbaldigen Ausführung etwa 40000 qm Rodungsarbeiten vergeben werden. Die Verdin— gungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei offen, wo die Angebote mit entsprechender Auf— schrift versehen postfrei in Prozenten des Kosten⸗ anschlags einzureichen sind. Eröffnungstermin Mittwoch, den 10. d. Mts., vormittags 10½ Uhr, auf dem Rathaus. Gießen, den 5. Februar 1915. 1216 B Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach, Großh. Baurat. Bekanntmachung Der vom Gemeinderat burchberatene Voranschlag der Gemeinde Grüningen für 1915 Ri. liegt vom 6. ds. Mts. ab eine Woche lang auf dem Bürger⸗ meisterei⸗Bureau dahier zur Einsicht der Beteiligten und Vorbringen von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen. Es werden Umlagen erhoben, zu denen die Ausmärker beizutragen haben. Grüningen, den 5. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. 2 6 — c anschlag liegt während einer Woche und zwar vom 8. bis 14. Februar 1915(beide Tage einschließlich) auf der Amtsstube des Gr. Bürgermeisters offen. Die Beteiligten können innerhalb dieser Frist den Voranschlag einsehen und bei dem Bürgermeister schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen den Inhalt vorbringen. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen wurde, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Queckborn, am 5. Februar 1915. Gr. Bürgermeisterei. (gez.) Schmidt. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Beuern für 1915 Rj. liegt vom 9. Februar bis einschl. 15. Februar l. Js. auf dem Bureau der unter- zeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Be— teiligten offen. Einwendungen können innerhalb 1190 dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Zu der zur Erhebung kommenden Um— lage werden auch die Ausmärker herangezogen. Beuern, den 6. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Walther. 1214 * Holzversteigerung. Mittwoch, den 10. d. Mis. wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Eichenholz versteigert: 3 Stämme 3. Kl.= 1,88 Fstm. 6 Stämme 4. Kl.= 1,93 Fstm. 24 Rm. Nutzscheiter 2,5 Meter lang 8 Rm. Nutzknüppel 2,5 Meter lang 86 Rm. Scheiter 85 Rm. Knüppel 121 Rm. Stöcke 2560 Wellen. Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr im Distrikt Hain auf der Winkelschneise. Großen⸗Linden, am 3. Februar 1915. 1241 Bingel. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. J. V.: Mehl. 1156 Magut Reform Hundekuchen in runder Form, sowie Gefügel-Futter was sich seit 10 Jabren zur Erzielung vieler Eier, sogar ohne freien Auslauf, Herbst u. Winter glänzend bewährt und womtt täglich über eine ½ Mitlion Hübner gefüttert, empfiehlt: Aug. Wallenfels, Drogerie, . Baut möglichst viel Futterrüben! Nosteulose zusendung d. „ Auchesgutter⸗ AIrubenbau und datterrüben⸗ men⸗sSonder⸗ Angedot! durch Wieder⸗ o rkäufer od trett von der Domäne grie⸗ drichswerth 12(Thur) Le meiben Postkarte genügt. N Glanz⸗ Nußkohlen kosten nur 14⁵ Mark 1.20 ver Zentner frei Haus. Probelteserungen durch J. Hwppcl, Mühlstraße. elevhon 125. Gießen, Marktplatz 17. Fee Sutternot! Für Feldpost. 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Holzversteigerung im Beuerner Gemeindewald. Donnerstag, den 11. Februar, vormittags von 9 Uhr an, kommt in dem Distrikt Heegwald folgendes Holz zur Versteigerung: N 5 1 1240 f 380 Rm. Buchen⸗Scheit, 379 Rm. Buchen⸗Reisig, 10„ Eichen⸗„ 6„ Eichen⸗„ 127„ Buchen⸗Knüppel, 93„ Buchen⸗Stock, 13„ Lichen. 6„ Eichen⸗ Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße Beuern-Geilshausen. Es wird bemerkt, daß das Holz durchweg an sehr guten Abfuhrwegen lagert. Beuern, den 6. Februar 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. Walther. 1213 Holzversteigerung. Nächsten Mittwoch, als den 10. d. Mts., sollen im Steinbacher Gemeindewald, Distrikt Helgenwald, Geseng, Ameisekopf, Hengheck, Toden⸗ zipfen und Embach nachverzeichnetes Holz ver⸗ steigert werden: 1 3. Klasse 2 St. mit 3,06 Fstm. 4. 6 4,65 a) Eichenstämme: * 0* 9* 5.* 6* 5 3,20* „„ b) Kiefernstämme: 3. Klasse 17 St. mit 11,22 Fstm. „„ N „ 27 Rm. 3,5 Mtr. l. Nutzknüppel. e) Fichtenstämme: 3. Klasse 1 St. mit 1,41 Fstm. „„ 5.00 5.„% 1, d) Fichten⸗Derbstangen * 1 7 : 550 St. von 7—12 Ztm. Durchmesser, bis zu 15. Länge, mit 31,86 Fstm. Der Anfang ist morgens 10 Uhr im Helen wald am Fichten⸗Stamm und Stangenholz. Das Holz im Ameisekopf, Hengheck, Todenzipfen und Embach kann eingesehen werden und wird mittags beim Feuer mitversteigert. Steinbach, am 4. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. 0 1 5 4 7 Krämer. 6 1195 Nur eigene Saubere Stepparbeit 4 brikattou Stepp Dechen bel dg. Ber ms uster in reichhalt. Auswahl für dat Katte zu. Daunen teppdecken, sow. Ausarb. alt. Decken. L * 7. 1 25 * 757* 3. Weimietungen Zur Vermeidung von Verwechselungen bel Abbestellung von Vermietungs- — 2 oder dal. wird dringend um e der Angeigennummer gebet. Verlag des Gieß. Anzeigers Sud Anlage 1 1 schöne ö⸗Zimmer⸗Wohn. Bad, Gas und Elektrisch, mil reichlich. Zubehör v. 1. April zu vermiet. Näh. J. Stock. 292 1 2 Ammer 4 7 Zimmer- MWohnung. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Konrad Pfeiffer Familie Peter Aff. Großen-Buseck, den 6. Februar 1915. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstraße, aus statt. 03⁰¹ 9 e e r Aebrüürag gögd dnn Aer von den Kriegsschauplätzen empfehle mein C. Zimmermann Neuen Bäue 15. 872 Dr. med. vet. oh. Tapken Unterveterinär im Ersatz- Feld-Artilleriè- Regt. 62. Die Landsmannschaft„Darmstadtia“. I. A. d. C: A, Theodor Hesemann bu de * ge ze 5 J bodhare enerersiahcrunssbanm auf degensgilgtel. der eingezahlten Frümien. Ir qi Einhruchdiebstahl- Ver- sicherung gemäß der niedrigeren Einzahlung ein Drittel Agenturen: 1189 es Agentur Kießen: WUh. Jallmann, Kaufmann, Grabenstr. 7. Agentur Lollar: Richard Schulze, Kaufmann. Im Jahre 1821 erbfinet. Der Ueberschuß des Geschäktsjahres 1914 die Fenerversicherung: 72 Prozent beträgt s vorstehenden Satzus: 24 Prozent. Der Ueberschuß wird auf die nächste Prämie an- rechnet, in den im 5 11 Abs. 2 der Banksatzung be- ichneten Fällen bar ausbezahlt. Auskuntt erteilen bereitwilligst die unterzeichneten Nach Gottes Willen starb am 15. Januar den Heldentod mein geliebter Bräutigam, unser lieber Schwiegersohn und Schwager f Facpost flaschen Glas, in Wellpappkarton fertig zum Versand. lang& Wiederstein 1069 Kellner⸗Verein Gießen(e. V.) Unser lieber Vereinsbruder und Vor⸗ standsmitglied Erich Taeger Wehrmann in Inf.⸗Regt. 116, 11. Komp. starb am 31. Januar auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland. Der Vorstand. Gießen, den 6. Februar 1915. 1239 Uriegs⸗Sigarren Stücke 43 5, 6, 7, 8 Pig. 1 solange der Vorrat reicht. Gießen, Sonnenstraße 31, am Kreupplatz. Feldpost-Schachteln für 50, 250, 500 Gramm⸗ u. 3 bis 5 Kilo⸗ N b Pakete, nur bewährte Größen, sowie sämtl. Feldpollschreibwaren werden in meinem Be⸗ triebe in großen Massen fertiggestellt. Probe⸗ paket(72 Kartons) M. 5.—, Preisliste kostl. 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Lebensjahre. 1p In tiefer Trauer: Frieda Arnold Ludwig Arnold, 2. Zt. im Felde Philipp Arnold Fhilipp Jung Familie Wilh. volk VIII. Familie Friedr. Arnold Familie Heinr. Arnold. Allendorf a. Lahn, Lützellinden, Giessen. la. Taschenlampen für unsere Krieger in allen Preislagen. Ia. hellste Sparbirnen Ii. Dauer⸗Batterien Carl Schunck, langjäbrig. Militärlieserant mit Kriegslieserungen für dle „Truppenteile betraut.% Felbpost⸗Versandfartons in verschiedenen Größen il 20. B01. ramm- u. 3. 1 5,Kilo-Paket Verpackung so wie wasserdichtes Oeltuch z. billigen Prelsen. Wieder Am 31. Januar starb auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland mein innigst⸗ geliebter Mann, meines Kindes bester Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Enkel, Neffe, Schwager und Onkel 138 Erich Taeger Wehrmann im Inf.⸗Regt. 116, 11. Kompagnie. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Taeger, geb. Kaiser und Tochter Elisabethe. Gleßen(Babnbofstr. 15, Oschersleben, Düssel⸗ dorf, den 6. Februar 1915. 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