1 N * 3 B Bueites vlatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. A Nee 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Die Leiden Sivilgefangener in Frankreich. Die Dokumente über die unmenschliche Behandlung deutscher Zivilgefangener in Frankreich häufen sich immer mehr. Allen gemeinsam ist die Klage über rohes, barbarisches Benehmen den Hilflosen gegenüber, unzureichende Verpfle— gung, hartherziges Einpferchen in kalte, zugige Räume, wie Ställe, Scheunen und dergleichen unter Vorenthalten leer— stehender Kasernen und Verletzung der heiligsten Gefühle der Frauen. 5 Mit der Veröffentlichung von Nachstehendem erfüllen wir die Bitte eines schon monatelang unter diesem Druck schmachtenden kerndeutschen Mannes. g Ich war, wie jedes Jahr, seit dem 15. Juli mit den Kindern der„Deutschen Schule in Paris“ in Orly, einem kleinen Orte im Marnetal, in Ferien. Wir dachten an weiter nichts als an unsere Spaziergänge und Spiele und sahen mit Freuden, wie sich die Backen unserer frohen Jungen in der frischen Landluft von Tag zu Tag mehr röteten und unsere Kräfte wuchsen. Damen und Herren des Komitees, das uns diesen stärkenden Landaufenthalt alljährlich ermöglichte, beehrten uns mit ihrem Besuche und über⸗ zeugten sich mit großer Befriedigung von der heilsamen Wirkung der Landluft. Am 27. Juli las ich im„Matin“, daß Rußland an der österreichischen Grenze mobilisiere. Drei Tage später tele⸗ phonierte mir ein Herr des Komitees, ob es in Anbetracht der po⸗ litischen Lage nicht ratsam sei, mit den Kindern nach Paris zu⸗ rückzukehren. Ich war sofort dazu entschlossen und versprach, am 1. August um 3 Uhr nachmittags zurück zu sein. So fuhr ich dann am folgenden Tage mit meinen Schutzbefohlenen ab, in der Hoff⸗ nung, am Abend noch meinen Sohn, der in Deutschland die Schule besuchte und in Ferien bei uns war, weiterbefördern zu können. Meine Frau und zwei jüngere Söhne ließ ich zurück mit dem Bescheid, sich bereit zu halten, ich wolle von Paris aus sofort eine Depesche schicken, falls mir die Lage gefährlich erscheine. In Paris angekommen, erfuhr ich, daß die Mobilisation dekretiert sei und keine Züge mehr nach der deutschen Grenze abgingen. Meiner Frau sandte ich sofort ein Telegramm, da mein Zug drei Stunden Verspätung hatte, kam ich erst um 6 Uhr in P. an. Nun stand ich in der Gare de l'Est mit zwanzig kleinen Buben. Die Eltern hatte ich nicht mehr benachrichtigen können und die Herren des Komitees waren schon abgereist. Es galt nun, das Gepäck einzulösen, was mir mit vieler Mühe und schwerem Trinkgeld gelang, und die Kinder den Eltern zu— zuführen. Mehrere Autos nahmen sie auf und brachten sie nach Haus. Ich fuhr dann zur Botschaft und zum General- konsulat, um zu erfahren, ob ich mit meiner Familie noch die deutsche Grenze erreichen könne. Am 2. August sollte noch ein Zug über Culoz nach der Schweiz abfahren und noch zwei über Lille nach Belgien. Der nach der Schweiz aber fuhr nicht ab und die nach Belgien waren von Belgiern besetzt, die die Deutschen, wenn sie sich an den Zug wagten, kurzerhand hinaus⸗ warfen. Trotzdem gab ich die Hoffnung nicht auf, mit einem dieser Züge noch fortzukommen und wartete mit Unglück auf Frau und Kinder. Als sie' verzogen, schickte ich eine zweite Depesche ab. Auch diese blieb unbeantwortet. Tief betrübt und niedergeschlagen verbrachten wir den Tag, ohne etwas essen oder trinken zu können. In die Stadt wagten wir uns nicht mehr; denn schon am Sonntag hatte man begonnen, die deut⸗ schen Geschäftshäuser zu plündern und zu zerstören. Sämtliche Depots Maggi in Paris und Umgegend waren wie mit einem Schlage vernichtet. Milchtöpfe und Geräte aller Art, Käse und Butter wurden auf die Straße geworfen und gestohlen, die Roll⸗ läden abgerissen, die Ladentische zertrümmert, so daß zuletzt nur noch die nackten Wände der Läden dastanden. Sämtliche— 1 75 Bierhäuser: Spies, Hans, Pschorr usw., alle, die einen deutschen Namen trugen, auch wenn sie keinem Deutschen gehörten, wur- den zertrümmert. Auf den deutschen„Hügel“, wo eine deutsche Kirche und die deutsche Schule seit mehr als 50 Jahren stehen. sind die Zerstörer nicht gekommen, aber das benachbarte Haus der Firma„Kirchner“, rue Manin wurde ganz zerstört und das „deutsche Arbeitsheim“ rue Compans ist nur noch ein Schutthaufen. Am Montagmorgen beschloß ich, meine Frau und Kinder mit einem Auto durch meinen Sohn holen zu lassen. Aber wie einen Chauf⸗ seur finden, der 80 Kilometer weit fahren will? Nach langem Suchen fand sich endlich einer, der für eine fast unerschwingliche Summe die Fahrt unternehmen wollte. Inzwischen ging ich zur Mairie, um meine declaration de residencé zu machen. Was ich hierbei erlebte, ist nicht zu beschreiben. Es zeigte sich hier wieder einmal die Unfähigkeit der französischen Administration in ihrer ganzen Größe. 3—4000 Männer, viele Frauen mit Kin⸗ dern auf den Armen stehen auf dem Bürgersteig der rue Chateau d'Cau, zusammengepreßt wie die Heringe, bei einer fürchterlichen Hitze, von morgens 8 Uhr bis Mitternacht vor einer Tür, die sich alle Stunden zur Hälfte öffnet, um 40—50 Personen einzulassen. Das entstehende Gedränge, wenn man nach 10—12stündigem Quenemachen endlich die Türe zu sehen bekam, ist unbeschreiblich. Viele Frauen sind fast erdrückt worden, andere wurden ohnmächtig und viele mußten, nachdem sie von morgens 9—12 Uhr nachts gestanden und endlich die heißersehnte Türe erreicht hatten, wieder umkehren, weil nicht mehr eingeschrieben wurde. Ich hatte noch Glück. Da ich die diensttuenden Schutzleute alle kannte, wurde ich verhältnismäßig früh zugelassen und war um 3 Uhr schon wieder zu Hause. Kaum war ich hier angekommen, da kam auch mein Sohn von Orly zurück und brachte seine Mutter und Brüder mit. Wie froh wir waren wieder vereinigt zu sein, kann ich nicht in Worte fassen. Meine Frau hatte die beiden Telegramme nicht er⸗ halten und da keine Züge mehr nach Paris gingen, blieb ihr nichts übrig, als in Angst und Bangen zu hoffen, von mir geholt zu werden. Hätte sie sich einen Wagen gemietet, um nach Paris zu kommen, was ich vermutete, so wäre sie wohl daran gehindert worden, was auch meinem Sohn zweimal drohte, in Meaux und kurz vor Paris. Am 4. August mußte ich wieder zur Mairie, wo uns Tag und Stunde der Abfahrt des Zuges angegeben werden sollten, mit dem wir in die Gefangenschaft geführt werden sollten. Es wiederholte sich die skandalöse Unfähigkeit von Montag. Gegen Mittag wurde ich vorgelassen. Es wurde mir mitgeteilt, daß ich mich am Freitag, den 7. August, morgens 8,47 Uhr, an der Gare Paris Jvry einzufinden habe, um nach Gueret(Creuse)„evacuiert“ zu werden. Als ich durch die rue Lancry und Grange aux Belles hinter dem Hospital St. Louis nach Hause zu ging, sah ich die Straße ganz mit weißen Federn bedeckt und eine Unmenge kleiner Lichtapparate herumliegen. Jung und alt klauten sich dieselben und einige füllten Säcke mit Federn. Ich ging ruhig weiter und kam an einem vollständig zerstörten Laden vorbei, der einem Deutschen gehörte. Ueber dem Laden war seine Wohnung, wo man alles herausgeworfen hatte. Das Bettzeug war in Fetzest gerissen, die Deckbetten aufgeschnitten und zum Fenster hinausgeworfen. Nachträglich habe ich erfahren, daß der Hausbesitzer den Rohlingen. die Erlaubnis hierzu gegeben hatte mit der Bedingung, die Wände nicht zu beschädigen. Welche Gefühle mich überkamen, als ich dies und noch vieles andere sehen mußte, will ich verschweigen. Zu Hause fand ich meine Familie in Tränen; sie hatten befürchtet. es sei mir etwas widerfahren. Wir waren, wie die vorhergehen⸗ den Tage, sehr gedrückt. Die Aufregungen und die Unsicherheit, in der wir lebten, nahm uns jede Lust zum Essen und Trinken. Wenn wir auch später miserabel verpflegt und gemein behandelt worden sind, so ist doch die Zeit von der Abreise von Orly, wo wir unterwegs nichts anderes hörten als„à Berlin, à Berlin!“ und„à bas les boches!“ bis zur Abfahrt von Paris am Freitag⸗ morgen die schrecklichste für mich und meine Angehörigen gewesen. Am ersten Mobilmachungstage war in Paris ein„decret“ des Präsidenten der Republik angeschlagen worden, worin es hieß. wir könnten später auf Verlangen an eine neutrale Granze ge⸗ bracht werden. Wir bereiteten uns denn darauf vor und hofften, nach 14 Tagen über die Schweiz nach Deutschland fahren zu kön⸗ nen. Auch diese Hoffnung ist uns genommen worden: denn das Dekret des Präsidenten ist gar nicht berücksichtigt worden. Am Freitag, den 7. Juli, waren wir mit unseren Paketen um 7 Uhr morgens an der gare d'Jvry, wo bereits schon Tausende von Leidensgefährten standen. Wieder mußten wir 1½ Stunden im Regen warten bis uns Einlaß in den Hof gewährt wurde und wir endlich in unseren Zug einsteigen konnten, der nur aus Viehwagen bestand, die bereits zum Truppentransport gedient hatten. Unge⸗ fähr 40 Personen kamen in jeden Wagen. Wir waren annähernd 1500 Deutsche, Oesterreicher und Ungarn, die nach Gueret trans⸗ portiert werden sollten. Viele andere, noch dichter besetzte Züge fuhren nach anderen Richtungen.. Man machte rasch Bekanntschaften im Zuge. 3 die ge⸗ meinsamen schweren, aufregenden Erlebnisse war man sich so nah⸗ gerückt! Ein Deutscher erzählte mir, wie er am Tage zuvor eine gräßliche Szene mitansehen mußte. In der Nähe der gare Mont⸗ parnasse begegnete er einer Abteilung französischer Reservisten, Gießener Stadttheater. Philotas. Trauerspiel von Lessing. Der zerbrochene Krug. uuf N L 0 5 egen folgt Sonnenschein? enn unsece Theaterleitung sich entschlossen 15 in dem Programm eines Abends die tragische Muse in der übermütigen Gesellschaft eines Lustspiels erscheinen En Ale wollen wir gern den Verdacht ablehnen, es habe sich f eine Betätigung obigen Sprichwortes gehandelt; und gegen den Vorwurf, eine Stilwidrigkeit begangen zu haben, mag für manchen der Hinweis genügen, daß Lessing und Kleist mit Höhepunkten ihres Schaffens nebeneinander zu zeigen auf der Bühne ebensowohl angängig sei, wie sie in der Klassikerbibliothek nebeneinander zu stellen. Dieser Hinweis ist natürlich vollkommen stichhaltig, wenn es sich nicht um zwei gar zu extreme Proben dichterischer Kunst und menschlichen Empfindens handeln würde. Es würde zu weit führen, wenn wir an dieser Stelle die Gründe auseinandersetzen wollten, warum unserer Ansicht nach zwischen dem„Philotas“ und dem„Zerbrochenen Krug“ eine Kluft besteht, die nicht von dem Umstande überbrückt werden kann, daß beider Berfasser zu unseren Klassikern zählen. Nur soviel sei gesagt: Das Durchschnittsempfinden lehnt sich dagegen auf, behaglich zu den Seitensprüngen und dem Hereinfall eines grauen Sünders zu 1 eln, wenn eine Weise vorher der Schleier vor einem er⸗ itternden sittlichen Prinzip zu reißen drohte, und mit schweren ägen die Apotheose des vom Zweck geadelten Selbstmords ver⸗ kündet wurde. Und mit dem Durchschnittsempfinden möchten wir sagen, daß der gewaltsame Schritt aus der Welt gigantischer An⸗ tike in die plauder ame holländische Dorfstube nur mit einem Zwang getan werden kann, der dem Auffassungsvermögen Abbruch tun muß. Und den düsteren Lorbeer erblickt man mit Befremden mit heiteren Rosen zum Kranz gewunden.. Ehe Lessing seinen Philotas schrieb, war im Rationalismus der Zeit so ziemlich jeder Halt versunken, an dem die Dichtkunst ranken und blühen konnte. Dann begannen Winkelmann und Les⸗ sing nach den einzigen Schätzen zu graben, die der Kunst wieder neues Leben zuführen konnten, nach denen des klassischen Alter⸗ tums. Erstrebte jener das ruhige, fertige Schönheitsideal, so stellt dieser den Drang nach Exkenntnis über das Erreichen eines Schön⸗ itszieles, er beruhigt sich bei keinem fertigen Glauben, sonderm ebt in immer tiefere Tiefen. Bei seinem Eindringen in den Geist der Antike versuchte er die Richtigkeit seiner Methode durch die An⸗ wendung zu erweisen. Aus diesem Schaffen heraus wurde auch der Philotas geboren. Es wäre falsch, wenn man ihn schlechthin im Sinne des Gesagten für eine doktrinäre Untersuchung der Berechti⸗ gung des Selbstmordes, für das Anschneiden eines antiken Problems halten wollte. Man wird ihn vielmehr in erster Linie wie die meisten anderen Erzeugnisse von Lessings dramatischer Kunst für die Probe auf die aus der intensiven Beschäftigung mit dem klassischen Alter⸗ 1 tum gewonnenen ästhetischen Anschauungen halten müssen. Getreu seinem Grundsatz, daß Forschen über Erkennen gehe, setzt sich Lessing denn auch mit dem behandelten Problem nicht restlos auseinander. sondern die Handlung ist ihm nur der Spiegel für den Geist des echten Hellenentums.— Direktor Steingoet ter ist die Ver⸗ mittlung der selten zu hörenden, kraftvollen Dichtung schon unter dem Gesichtspunkte literarischer Vielseitigkeit zu danken. Dank der glücklichen Besetzung der Hauptrolle durch Ferdinand Stein⸗ hofer gelang die Wiedergabe des ganz aufs Innerliche gestellten, auf alle äußeren Höhepunkte bis zum wuchtig⸗logischen Schluß ver⸗ 8 trotz seinem dunklen Abschluß so schmetternd⸗hellen erkes ausgezeichnet. Steinhofer ließ restlos den mit Verstandes⸗ mitteln und dem Eisen gegen sich selbst wütenden Geist griechi⸗ scher Heldengröße nachempfinden, dem das Leben nicht der Güter Höchstes ist, der aus der Kultur des Individuums die Fähigkeit zur Unterordnung unter die Gesamtheit herleitet und unter der For⸗ derung des Schönen, Wahren und Guten lächelnd zur Selbstver⸗ nichtung greift, wenn es gilt zu erweisen, daß ein Mensch voll⸗ kommen ist, wenn er seinen Zweck erfüllt. Paul Schubert als König, Johannes Drescher als Strato und Walter Dwor⸗ kowskit als Parmenio sorgten mit gutem Gelingen dafür, daß der Stil und die Einheitlichkeit des Ganzen auf dem farbigen Hinter- grund des Bühnenbildes zur vollen Geltung kamen. Dann galt es den erwähnten Gewaltschritt zu tun und den starken Eindruck des Gesehenen abzustreifen, denn Kleists entzücken⸗ des Genrebildchen vom„Zerbrochenen Krug“ wollte belacht sein. Mußte belacht werden, denn wenn die Rollen so verteilt sind, wie man es gestern abend sah, so wird man nach einem ähnlich zün⸗ denden Lustspiel lange suchen können. Wenn auch die bis ins Kleinste gehende Situationsmalerei, die peinlich saubere Schnitz⸗ arbeit der Handlung bisweilen in die Zügel fallen, so ist doch der „Zerbrochene Krug“ mit Recht das Lustspiel unserer Literatur ge⸗ nannt worden. Die Bewegung all dieser närrischen Originale ist durchaus frei und dem wirklichen Leben angemessen; man glaubt sich in das behagliche Gemälde eines Teniers oder Ostade versetzt, wenn das überwältigend komische Lügengebäude, in dem der Faun von Dorfrichter seine galanten Abenteuer verstecken will, unter seiner eigenen Ungeschicklichkeit zusammenbricht; so echt hat Kleist den breiten, gemütvollen Lokalton getroffen; und wie die Sonne durch die Butzenscheiben lächelt und ihre lustigen Kringel auf sand⸗ bestreute Dielen und blankes Kupferzeug malt, so lacht inter dem kristallkllaren Hin und Her des ergötz⸗ ichsten aller Strafgerichte der Humor, der nicht aus Possen und Zufällen, sondern aus dem Charakter seine Wirkungen af Rudolf Goll stattete den Richter Adam mit all den Eigen⸗ chaften aus, die den Alten zu seinem Amte und zum Don Juan durchaus ungeeignet und deshalb zur Lustspielfigur doppelt be⸗ rufen erscheinen lassen. Else Jüngling, zuverlässig wie immer, war als Frau Marte von beängstigender Resolutheit in Wort und Gebärden, und Marta Schild als ihre Tochter Eve ließ die Eifersucht des Bräntigams und die verdächtige Dienstbeflissenheit des Dorfrichters durchaus verständlich finden, während Hans 1 E Mittwoch, 3. Februar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul- 5 straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. die sich zur Bahn begaben. Da riefen vor ihm zwei junge Deutsche — allerdings wenig vorsichtig—:„4 bas la guerre, vive J Alle⸗ magne!“. Sofort stürzten aus den Reihen der französischen Re⸗ servisten einige wie wilde Tiere auf sie los. Der eine wurde durch einen Revolverschuß niedergestreckt, dem andern zerschlugen sie den Kopf am Bürgersteigrande, so daß das Gehirn nach allen Seiten hin flog. Um ihr Werk zu krönen, schnitten sie ihm die Ohren ab und nahmen sie mit. In der rue du 4 septembre habe ich selbst mit angesehen, wie eine Bande von mehr als 100 Per⸗ sonen, darunter feingekleidete Herren, hinter einem jungen Manne herliefen und schrien:„Voila encore un boche!“ An der Ecke der rue du 4 septembre und der rue Choiseuil holten sie ihn ein, fielen gleich Hyänen über ihn her und rissen ihn in Stücke. Und diese Leute nennen uns„Barbaren“!— Unsere Reise ging lang⸗ sam von statten. Wir hatten Proviant für einen Tag mitge⸗ nommen, denn wir mußten nach unserer Berechnung in höchstens 12 Stunden unser Ziel erreicht haben, da Gueret kaum 400 Kilo⸗ meter von Paris entfernt ist. Wir hatten uns jedoch gewaltig verrechnet. Einmal legten wir in der Stunde nur 15 Kilometer zurück und dann verkehrten ununterbrochen Militärzüge auf der Strecke. Sie waren alle bekränzt und trugen die Inschrift: „Train de plaisir pour Berlin“. Die Fahrt wurde mir noch be⸗ sonders verärgert durch das Gebaren einer Mitgefangenen. Es war die Frau eines Oesterreichers und schien eine geborene Fran⸗ zösin zu sein. Jedesmal, wenn ein Militärzug langsam an uns vorüberfuhr, schrie sie mit vollen Lungen: Vive la France! allez chercher les moustaches à Guillaume II pour m'en faire des chichis“. Das Hoch-Frankreich-rufen verging ihr, als wir in das Gefangenenlager kamen. Gegen Mitternacht waren wir in St. Sulpice angekommen und dort 2 Stunden liegengeblieben. Bis dahin hatte der Zug mehrmals auf freiem Felde angehalten, in den Bahnhöfen selten. Kaufen konnte man nirgends etwas; denn an den meisten Orten war nichts vorhanden und da, wo sich Brot und Wein vorfand, stand ein Offizier daneben und verbot dem Wirt an uns zu verkaufen unter dem Vorwand, es müsse alles für die Soldaten zurückbehalten werden. Um 2 Uhr morgens fuhren wir in St. Sulpice ab und kamen um ½5 Uhr in Gueret an. Wir atmeten auf, in dem Gedanken, unser Ziel erreicht zu haben, hatten uns aber sehr getäuscht. Nach zweistündigem Warten fuhr der Zug weiter und wir erhielten den Bescheid, wir würden nach dem Camp de la Courtine gebracht, 80 Kilometer von Gueret entfernt. Nach 28stündiger Fahrt kamen wir denn auch unter quälendem Hunger und Durst Punkt 12 Uhr dort an. Es hieß: „Aussteigen und Gepäck zur Hand nehmen“. Im Bahnhofsge⸗ bäude stand ein junger Mensch von ungefähr 17 Jahren mit einer Jagdflinte Posten. Gleich einer Verbrecherherde wurden wir nun durch die Straßen getrieben. Zu beiden Seiten standen berittene Schutzleute und Soldaten mit aufgepflanztemSeitengewehr. 5 Das Lager war 1 Klm. von der Bahn entfernt. Schon beim Aus⸗ steigen aus dem Zuge scht ten uns die Gendarmen frech an: „Zigarren und Pfeifen aus Mund.“ Eine Weile danach: „Un peu plus vite que ca“ oder„En route“. Drehte man sich um, um zu sehen, wem diese freundlichen Worte galten, so sah man einen alten oder kranken Mann, der sein Gepäck nicht mehr tragen konnte. Endlich erreichten wir die ersten Kasernen des Lagers. Der sous⸗prefet, der diesen ruhmvollen Einzug im Camp de la Coartine persönlich führte, befahl die Frauen links und die Männer rechts. Eine Dame, die ein schweres Gepäck in einer Hand atte und auf dem andern Arm ein kleines Kind trug, war in ngst, von ihrem Manne getrennt zu werden. Als sie sich an⸗ schickte, einen Soldaten zu befragen, schrie diesen der sous⸗prefet an:„Sentinelle, ne parlez pas aux prisonniers de guerre.“ Als Frauen und Männer säuberlich geschieden waren, trieb man sie in 1 8 liegende Gebäude. Unser Proviant war längst auf⸗ gezehrt.* Viele unter uns hatten gar nichts mitgenommen, weil sie sich am Abend desselben Tages längst am Ziel glaubten. Sie waren nun in halbverhungertem Zustande. Die beiden Gebäude, in denen die Frauen und Männer Unterkunft gefunden hatten, gleichen sich vollkommen. Beide hatten vier große Zimmer unten und ebensoviel oben, dazu mehrere kleine Unteroffizierstuben. In die großen Zimmer mit 28 Schlafsteller wurden 40—45 Personen gesteckt. Das geschah aber keineswegs aus Platzmangel, denn nebenan blieben sieben gleichgroße Gebäude leerstehen, wir hatten ihrer fünf bezogen. Ich kam als Stubenältester mit 42 Mann in ein Zimmer, das nur für 28 eingerichtet war. In den Zimmern war nichts vorhanden, keine Decken, kein Stroh, kein Besen, nichts; Grosser-Braun den Ruprecht mit liebenswürdiger Frische gab. Cl. von Roggenhausen fand als Gerichtsrat Walter gleichfalls die rechten Lustspieltöne, und da auch die übrigen Rollen durchaus angemessen vertreten waren, kam es im Zuschauerraum zu einer so dankbaren und heiteren Anerkennung, wie man es sich nur wünschen mochte. a- ** Wie Wildenbruch zum vaterländischen dichter wurde. (Zum 70. Geburtstag, 3. Februar.) „Ich bin zur Welt gekommen am 3. Februar 1845 zu Beirut in Syrien und geboren worden am 3. Juli 1866 bei Königgrätz in Böhmen. An jenem Tage kam mir die Ahnung, daß ich ein Lebe⸗ wesen, an diesem das Bewußtsein, daß ich ein Angehöriger eines roßen Volkes sei.“ In diesem Anfang einer nicht lange vor seinem ode Leschriebenen Selbstbiographie spricht es Wildenbruch mit voller Deutlichkeit aus, daß die große Zeit der deutschen Einigungs⸗ kriege ihn erst im eigentlichen Sinne zum bewußten Menschen und damit zum Dichter hat werden lassen. Jedenfalls waren es die ge⸗ waltigen Erlebnisse der Kriege von 1866 und 18 70, die in ihm den Gedanken reiften, seine Dichtung in den Dienst der vater⸗ ländischen Idee zu stellen, der begeisterte Sänger deutscher Siege und deutschen Wesens zu werden, als der er gerade jetzt vor unserem Bewußtsein steht. Dieses Werden und Wachsen des jungen Wilden⸗ bruch zum vaterländischen Dichter können wir jetzt genau verfolgen an der Hand der großen Wildenbruch-Biographie von Berthold Litzmann, deren erster Band vor kurzem erschienen ist. Mit Homer und Horaz im Koffer überschritt am 18. Juni 1866 der junge Leutnant, der mitten aus den Studien zum Abiturienten⸗ examen herausgerissen war, mit seinem Gardelandwehrregiment die sächsische Grenze. iegerische Lorbeeren zu pflücken, war ihm nicht beschieden. Er hörte nur das Feuer der kämpfenden Truppen, die bei Hühnerwasser und Münchengrätz unmittelbar vor ihm die Schlacht lieferten, und auch bei Königgrätz langte seine Division erst am Abend auf dem Schlachtfeld an.„Es war ein wunder⸗ barer Eindruck,“ erzählt er,„als die Kolonne aus Nechaniz de⸗ bouchierte und plötzlich das ganze Schlachtfeld mit unzähligen Lager- feuern offen lag.“ 1870 trägt er wieder den Rock des Königs und verläßt diesmal die Vorbereitungen zum Referendarexamen. Aufs tiefste ergreift ihn die heilige Glut jener Julitage, in denen sich das deutsche Volk wie ein Mann erhob, und in dem Siegesjubel am Abend der Schlacht von Wörth entringt sich ihm sein erstes vaterländisches Gedicht„An Preußens Adler“. Die töd⸗ liche Wunde, die sein liebster Freund, Graf Wolf Yorck von Warten⸗ burg, bei St. Privat empfängt, bringt ihm des Krieges grausam erhabenes Walten schmerzlich nahe.„Halte es nicht für Spott,“ schreibt er am 25. August dem mit dem Tode ringenden Freunde, „daß ich Dir Deine Schmerzen beneide; denn so fürs Vaterland darniederzuliegen ist das Höchste, was der Mensch erreichen kann. Welch eine Empfindung, Teurer, wenn Du einst sprechen kannst, 2 REV 9 — 82 5 GGG 3 2 ** 1 N wir standen zwischen vier nadten Wänden. Gegen 5 Uhr kam ein N schaftlich die Türe ein. und Wied ..„der es verstand, mit dem Hier im Breuil waren wir vollständig isoliert. Wir lagen in einem — damals nicht beschieden, dem Vaterland den höchsten Dienst zu und Tiraillierkunststücke“ üben. Nur einmal kam er als Führer in Versailles geboren wurde, da brach aus seiner Seele, in der sich dende Zeit von 6 Jahren verbrachte, vollzog sich ein Wagen Stroh für die Frauen. Man warf es auf den Fußboden und auf die Holzbritschen und so war das Nachtlager für die „vaches de prussiennes“ bereit. Zum Glück mußten auch die sich ohne Decken und Kissen darauflegen, die vorher so laut:„vive la France“ geschrien hatten. Natürlich konnten nicht alle auf den Britschen liegen, viele mußten auf dem steinernen Boden über einer Handvoll Stroh schlafen. Wir Männer mußten die erste Nacht ohne alles zubringen. Um 6 Uhr wurden einige Brote verteilt, für jeden etwa 1 Pfund pro Tag. Am Tage unserer Ankunft bekamen wir außer diesem nichts weiter. Man konnte auch nichts kaufen, denn eine Kantine war nicht vorhanden. Morgens wurde uns nie etwas verabreicht. Die erste Mahlzeit war nachmittags um 2 Uhr, bestehend aus einem kleinen Stück Rindfleisch und etwas vollständig ungenießbarem Reis. Das Abendessen bestand in einem Tellerchen Fleischbrühe, die jedoch derart war, daß sie Schweine 8 gelassen hätten. Dies war monatelang unser tägliches Seitdem wir hier in sind, ist die Zubereitung etwas besser und wir bekommen statt Reis öfter Kartoffeln. Das Essen wurde jetzt von Leuten, die sich freiwillig meldeten, bereitet. Außer Kochherd und Kesseln war in den Küchen nichts vorhanden. Den freiwilligen Küchenmeistern wurde jeden Morgen Fleisch mit Reis oder Kartoffeln geliefert. Wie sie die 1500 5 damit satt bekamen, war ihre Sache. g Beim Reinigen der Küche in„La Courtine“— die übrigens aussah, als wäre sie seit 10 Jahren nicht benutzt worden— habe ich auf einer der Wände folgende Inschrift gelesen:„parti pour la guerre le 27 Juillet 1914“ und„parti pour Verdun le 27 Juillet 1914“ Weitere Zeugnisse für die geheime Mobilisierung vor der Kriegserklärung. 8 Am zweiten Tag nach unserer Ankunft erkrankte mein Sohn an Röteln und wurde sofort in einem leerstehenden Gebäude isoliert. Außer meiner Frau und mir durfte niemand zu ihm. Die vom Militärarzt verschriebene Arznei sollte der Apotheker noch am selben Tage bringen, aber erst um 12 Uhr des folgenden Tages hatte ich sie in Händen. Auf meine einfache ruhige Bemerkung, der Kranke hätte nach Aussage des Arztes die Arznei schon tags zuvor haben sollen, wie sie bestellt war, wurde ich in frechem Tone angeschrien: „e'est bon, des observations, je n'en recois pas“ und machte mir einen ganz unverschämten Preis. Mit der Arznei sollte sich der Kranke die Gurgel auspinseln, sonst war ihm nichts verordnet wor- den. So oft ich den Arzt traf, frug ich ihn, ob er meinen Sohn, nicht einmal besuchen wolle, und jedesmal erhielt ich die Antwort: Ich gehe gleich zu ihm hin.“ Dabei aber blieb es. Das Ge⸗ t meines Sohnes war dick angeschwollen, er durfte nichts essen und mußte sich sehr vor Erkältung schützen. Er lag nun auf seinem Strohsack, den er inzwischen bekommen hatte, ohne Decke in einer kühlen Unteroffizierstube. Wir brachten ihm heiße Milch und Tee Ein Soldat hatte uns für schweres Trinkgeld und bei entsprechender Preiserhöhung eine Spirituslampe besorgt. Als wir drei Tage später des Morgens den Kranken besuchen wollten, fanden wir die Türe des Hauses verschlossen. Niemand schien mehr zu wissen, daß ein Kranker darin lag; er war vollständig vergessen. Wir mußten ihm durchs Fenster Milch reichen. Den ganzen Morgen lang ging ich auf die Suche nach dem Arzt. Gegen Mittag fand ich ihn. t nachdem er erfahren, mein Sohn sei eingeschlossen, ent⸗ schloß er sich endlich, mit uns zu gehen. Wir brachen gemein⸗ Am 13. 8. erhielten wir endlich alle Strohsäcke. Die Frauen hatten vier Tage zuvor Decken bekommen. Am andern Morgen wurden 60 deutsche Männer, darunter auch ich, aufgefordert, sich mit Gepäck und Strohsäcken vor der Kaserne aufzustellen. Nachdem dies geschehen, wurden wir von einer Abteilung Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr ein⸗ chlossen und nach einem 1 Kilometer 8 Orte des Lagers, Breuil, abgeführt, den Strohsack auf dem Rücken und das in der Hand. So waren wir denn vollständig von Frau Kindern getrennt. Wie ich später erfahren, galten wir als „verdächtig“ und bildeten nun die Gruppe 25. Im„Breuil“ an⸗ kommen, mußten wir wieder, wie bei unserer Ankunft im Lager, Kaserne fegen. Es war alles noch viel schmutziger als dort. er mußten wir das Kochen selbst besorgen. Wir hatten das Glück, einen gelernten und sehr tüchtigen Küchenchef unter uns zu 5 wenigen, was uns zur Verfügung and, ein recht schmackhaftes Essen zu bereiten. Durch Herstellen von Extraportionen, die er an besser Bemittelte verkaufte, erwarb er Geld, das er wieder dem allgemeinen Wohl zukommen ließ. Tal, das durch ein kleines Wäldchen von dem übrigen Lager ge⸗ trennt war. Außer einem Arzt und einem Lazarettgehilfen, der uns gegen hohes Trinkgeld Tabak besorgte, bekamen wir niemand zu sehen. Ein kleiner Raum, etwa 75 Schritte lang und 25 Schritte breit, stand uns zum Spazieren 1 zur Verfügung. Hier liefen denn von morgens bis abends hr 60 Mann wie wilde Tiere in ihrem Käfig auf und ab und wehe dem, der die Grenze über⸗ schritt, die an jedem Ende durch eine Schildwache mit aufgepflanztem Seitengewehr bezeichnet war. An den Längsseiten standen zwei, etwa 75 Schritte lange Gebäude. Das Schrecklichste für uns aber war, von unseren Familien getrennt zu sein. Als zwei ältere mit meinem Blute habe ich den Grundstein kitten geholfen, auf dem sich Deutschlands Ehren erheben.“ Ihm selbst war es auch leisten; er mußte Freiwillige ausbilden und seine alten„Exerzier⸗ eines Ersatztrans portes auf kurze Zeit nach Frankreich hinein. Aber während die Waffen tatlos in seiner Hand ruhten, be⸗ gann es im Herzen mächtig zu arbeiten. Als das Deutsche Reich bisher nur unklare und unfertige dichterische Ahnungen geregt hatten, ein ganz neuer gewaltiger Ton; ein choatischer Wirrwarr dröhnender Worte und pathetischer Bilder brauste in dem Gedicht „Deutschlands Jubellied“ hervor.„Das war wie der Ausbruch eines Vulkans,“ schildert eine bekannte Dame sein damaliges Wesen. Sein 3 Innere entlud sich in einer erhitzten Kriegs⸗ poesie, und aus diesem Sturm der Gefühle wurde der vaterländische Dichter in ihm geboren. Als er nach dem Kriege als Referendar in dem stillen Frankfurt a. O. eine für seine Entwicklun a ärungs⸗ und Läuterungsprozeß, der ihn Vaterland und Volk als höchsten und einzigen Inhalt seines Schaffens erkennen ließ. Aus der Stimmung des deutsch⸗französischen Krieges ist im Winter 1871 als„das erste Zeugnis seiner neuen Persönlichkeit“ die Dichtung „Die Söhne der Sibyllen und Nornen“ entstanden, ein noch ju⸗ lich unausgeglichenes, aber großangelegtes Werk, in dem die ämpfe und Kulturarbeit der Germanen und Romanen durch das Mittelalter verfolgt werden bis zu den Tagen, da Deutschland und Frankreich im großen Kampf sich messen und der Franke unterliegt. Einen bedeutenden Schritt weiter auf dem neuen Wege war das im Frühling und Sommer 1873 entstandene Heldenlied „Vionpille“, in dem ein Stück jüngster Vergangenheit mit präch⸗ tiger Leidenschaft zum Kunstwerk gestaltet wurde. Das„Helden⸗ lied“, das er als sein eigener Rapsode vortrug, brachte ihm den ersten Ruhm und machte seinen Namen in weiteren Kreisen be⸗ kannt. Er durfte es auch dem Kaiser vorlesen und war durch dessen Beifall tief gerührt.„Zweimal reichte er mir seine Hand, und mir war zu Mute, als wäre ich nun erst geadelt worden. Das zweite Mal geschah es, als er hinausging. Er drehte sich herum und dankte mir für das Gedicht. Ich packte zu, jedenfalls ganz geen die Etikette, und drückte tüchtig drauf los, denn, dachte ich, wird wohl nicht wieder vorkommen, daß Du dem Sieger von Sedan die Hand drückst.“ Sein zweites Heldenlied„Sedan“ hatte weniger äußeren Erfolg, zeigte aber sein Reifen und Erstarken als patriotischer Dichter. Damals hatte er bereits die hohe Aufgabe in Angriff genommen,„dem politisch geeinten und reif gewordenen Teutschland ein politisch⸗historisches Drama zu schaffen.“ Wir alle wissen, wie ihm dies gelungen, und gedenken in Verehrung dieses teuren Geisteskämpfers, der bescheiden von sich gesagt hat:„Ich will nichts weiter sein als der Mann, der sich den einen Ruhm zu⸗ schreibt, daß er mitten in das Dunkel hineingestürmt ist und dem deutschen Volle zugerufen hat: mir nach, hinter dem Dunkel kommt W 3 die ältere, ob ihr Mann bei den„ Frrdächg gene sei. 5 Mädchen und 0 ihr, e ihr im ihr eindringlich, sich nicht zu widersetzen. Die frevelhaften Ab⸗ Am 24. August läßt mir meine Frau durch einen Lazarett⸗ gehilfen ein Briefchen zukommen, worin sie mir mitteilt, daß alle Frauen der„Verdächtigen“ beim Obersten eine Petition eingereicht hätten, zu uns herüberziehen zu dürfen, worauf sie 8 erhalten hätten, ihr Wunsch solle baldigst erfüllt werden. Am 26. August um 1 Uhr. sahen wir sie denn auch wirklich mit Sack und Pack, von Soldaten begleitet— jedenfalls damit sie nichts ausspionieren oder entfliehen konnten — in der Ferne die Straße des oberen Lagers herunterziehen. Welche Freude, uns nach 12tägiger e Dieses Glück, wieder alle beisammen zu sein! ein Sohn war wieder hergestellt, aber ganz abgemagert, ganz ohne Kraft. Er hätte nun einer kräftigen Nahrung bedurft. Aber wie sie ihm geben! Mit 125 Gramm Rimdfleisch, einem Teller Suppe und etwas Gemüse, was jeden Tag verabreicht wurde, konnte er schwerlich neue Kräfte sammeln. Das einzige, was wir tun konnten, war, ihm jeden Morgen einige Eier und etwas Milch zu kaufen. Aber immer war das nicht möglich, da nur zwer Bäuerinnen mit Milch und Eiern zu uns kamen. Sie wurden jedesmal mit großer Sehnsucht erwartet und von allen um⸗ zingelt. Jeder wollte zuerst sein und alles für sich haben. Es kam oft vor, daß viele nicht einmal ein Ei bekamen. Eines Tages kam der sous⸗prefet in den Breuil. Als ihn mehrere frugen, ob sie nicht zu Verwandten gehen könnten, schrie er sie an:„Von Euch hier im Breuil kommt keiner fort.“ Vous etes tous bouches jusqu'a la fin de la guerre!— In Breuil sind wir bis zum 9. September geblieben. Dann wur⸗ den wir wieder zu den andern geführt und mit diesen in einem noch weiter entlegenen Orte des Lagers in Pferdeställen unter⸗ ebracht, da 9 Landwehrleute die Kasernen beziehen sollten. s kamen aber nur 45 Mann, für die nicht einmal Kleidung da war. Man sah während der ganzen Zeit, die wir noch in der Courtine geblieben sind, die Leute in Zivilkleidern herum⸗ laufen, die einen mit einem Kepi, die andern mit einer roten Armbinde, zum Zeichen, daß sie Korporal waren. Neben den Ställen, in die wir eingepfercht worden waren, standen 6 leere Kasernen, die wie die andern 26 nie bewohnt worden sind. Und hier in den Ställen, auf gepflastertem Boden mit einem Strohsack und einer leichten Decke müssen Frauen und Kinder, 70⸗ und 80⸗ jährige Greise bei naßkalter Witterung, heftiger Zugluft ausgesetzt, die oben unter dem Dach und unter den Türen hereinpfiff, ihr elendes Dasein fristen! Ein Achtzigjähriger hat es nicht ertragen können und ist nach 8 Tagen beerdigt worden. Und dieses Volk schimpft uns„Barbaren“!— i Von jetzt ab mußten wir Männer auch arbeiten. Von 6 Uhr morgens ab hatten wir unter Aufsicht bewaffneter Soldaten Stroh⸗ säcke zu stoyfen. Der Hauptmann, der das Ganze leitete, die meiste eit aber betrunken war, benutzte jede Gelegenheit, uns tief zu zänken. Eines Morgens, als wir zum Magazin geführt wurden, stand er wieder betrunken am Tore und schrie uns an:„un peu plus vite que ca.“ Als wir natürlich keinen Schritt mehr machten, brüllte er in Pariser Argot:„si vous ne vous depechez pas plus vite, on vous ferra creber de faim.“ Ein andermal:„on va vous 1* 75 dans les paillasses aver votre empereur et one y mettra le feu.“— Die Nahrung war wieder ungenießbar. Wir bekamen fast jeden Tag verschimmelten Reis und altes verschimmeltes Brot. Unsere Lage war wie nie zuvor. Die Behandlung und Verpflegung un⸗ menschlich und schier unerträglich. Da beschlossen wir uns am 12. September, eine Beschwerdeschrift an Se. Exzellenz den Bot⸗ schafter der Vereinigten Staaten zu richten, die wir 60„Verdäch⸗ tige“ alle unterschrieben.— Als vorstehender Bericht seine geheime Reise nach Deutschland antrat, stand die Antwort noch aus.— Bis zum 21. September mußten sie in den Ställen aushalten, dann wurden sie weitergeschoben. Wieder fanden sie nichts vor Die erste Nacht mußten Männer und Kinder auf dem nackten Boden schlafen, ohne Stroh und ohne Decke. 5 l Damit bricht der Bericht ab. Die weiteren Ergebnisse sind bei der nächsten Gelegenheit zu erwarten. Möchte bald eine Wendung zum Besseren eingetreten sein und den Obdach⸗ losen vor allem Mittel an die Hand gegeben worden sein, sich vor der Nässe und Kälte des Winters zu schützen; denn bald ist es genug des Grausamen und Barbarischen, und jeder Deutsche weiß nun zur Genüge, welch leere Begriffe den Franzosen Zivilisation und Humanität sind. „Daitschland sein großes Mausenfall“. 2 Königsberg. Pr., 1. Febr. Die kleine Feste Lötzen, die einen wichtigen Uebergang 1 zwei großen Seen sperrt, und schon seit Kriegsbeginn n Ansturm der Russen aushält, kann den Ruhm für sich in An⸗ spruch nehmen, daß ihre Besatzung als erste deutsche Garnison auf den Gedanken gekommen ist, eine Kriegszeitung herauszugeben. Sie ist im Osten wohl bisher auch die einzige ihrer Art geblieben. Als Probe des guten Humors, der auch in der Feste Lötzen hoch⸗ gehalten wird, geben wir folgende„kleine Episode aus dem Ta⸗ tareneinfall in Ratzeburg“ wieder, die der Kriegsfreiwillige Otto Neumann einem Bürger nacherzählt: 5 Die Russen kommen! Ein pompöser Einzug. hen e. Am folgenden Tage werden alle halberwachsenen männli Per⸗ sonen zusammengetrieben, um als Gefangene je nach Alter aus⸗ sortiert zu werden. Ich entfleuche rücklings und eile schnurstracks zu meinem guten alten Bekannten, dem Hotelwirt Rennekamp, um mich hilfesuchend in seinen Schutz zu begeben. Als heller Masure verspreche ich mir viel Gutes von seinem Namen. Richtig. Ein Trupp Offiziere kommt, deutsch gebrochen mauschelnd, heran. „Is sich wohl Verwandter vom großen General Rennekamp?“ —„Jawohl, ist mein Onkel“, erwiderte prompt mein Freund.— „So, so, großer Onkel, jawohl, sehr großer Onkel! Haben sich auch Wuttkt von guten Altens?“, begleitet von einem verständ⸗ nisinnigen Klopfen des Daumens an die ausgepichte Kosaken⸗ der Tag!“ mps, der sich kurz vorher 400 Flaschen echten russischen Wutll, l.—„Aber j„ iderte de se N ane er jawohl,“ exwiderte der famose Neffe Renne⸗ alen unb für Brot festgescht. Gs keen dag noch mit russischem l versehen, über Wirballen men lassen.„Hat sich der große Onkel alles seinem lieb geschickt, wo ich sein so gut russisch.“— Der Schnaps win 0 holt, und nach Prüfung der echt russischen Etikette setzt sich die ganze Gesellschaft um den großen runden Hoteltisch, um den Onkel und den Neffen gebührend zu feiern. Einmal Kaffee 70 1215 ung, dann wieder Schnaps mit Kaffee, in rührender Ah sie alle steif Nef wie die Igel. Zwischendurch eine sehr erbau⸗ liche Unterhaltung:„Hier jetzt sein alles russisch; über eine Woche kommt russische Polizei, dann wird kommen russische Ordnung: aus Magazine werden verkaufen wir. Unser Zar sein so groß (Bogen), euer sein so klein(Punkt). Wo 9 überhaupt Pruß? Ist sich Pruß hier? Ist sich sein dort? Wo ist sich Pruß? Hier ein Vogelche hupf, dort ein 8 hupf— hier, dort, Pruß Ai nirgends. Wir jetzt alle nach Berlin, und dann alles sein russisch. Wir sein alle russisch, auch Schnaps sein russisch.“ 3 „Nach einiger Zeit rückt alles in die große Schlacht. Zwei bis drei Tage sind vergangen, und schon hofft man, von der russischen Plage befreit zu sein. Unser guter Bürger ist gerade in die Stadt spazieren gegangen, als er voll staunender Ueberraschung einen Zug von etwa 80 Mann russisches Militär in einem Fastnachtsaufzuge auer über den gepflügten Acker in einem Tempo, was Zeug und Le⸗ der hält, ankommen sieht. Drei Kanonen waren auch 9 da, doch ohne Protzen. Einer ritt mit Sattel, der andere ohne, cher Deb Artillerie und auch Kavallerie, alles in hübscher russischer Ord⸗ nung durcheinander. Auf dem Marktplatze Halt! Kontribution. Man muß doch Reisegeld haben, und Väterchen Zar ist weit!— Zwischendurch ein Erholungstrunk von dem anstrengenden Aus⸗ reißen der Herren Offiziere, und natürlich beim guten alten Renne⸗ kamp. Zufälligerweise trifft auch unser guter Bürger, der inzwischen auch zu Kaffee gegangen ist, unter den Herren einige, mit denen er vor Tagen so famos gezecht hat. Erstauntes Fragen seinerseits, woher, wohin?„Ja, Väterchen Zar hat uns gerufen, wir müssen nach Haus.“—„Nun, bleiben Sie doch hier, wo doch hier sein jetzt alles russisch.“—.„Nein, nix hierbleiben, ist sich sein hier großes Mausenfall. Ist sich sein Pruß überall. Kommt sich hier, ist sich Pruß, kommt sich dort, ist sich Pruß. Kommt sich wieder her, ist sich wieder Pruß, und dort sein sich vieles, vieles Wasser. Ist Nix wissen wollen von „Nun, Lötzen wäre sich doch sich sein großes Mausenfall, Daitschland. Pruß, nach Rußland!“— auch schönes Stadt?“—„Nein, nein, nix Lötzen, sein sich dort vieles Wasser, Lötzen sein sich auch großes Mausenfall.“— So zogen sie weg, die Helden, die mit den geprägten kmünzen ihres.— zuges in Berlin in unser Ostpreußen gekommen waren. Eine Har⸗ lekinade. Die Kanonen zoddelten hinterher, hopla, querüber ma⸗ surischen Sturz. —— Aus Hessen. Aus der Zweiten Kammer. Der Abg. Senßfelder hat in der Zweiten Kam⸗ mer folgende Anfrage betr. die Verwertung des fiskali⸗ schen Gutes Sensfelder Hof bei Gräfenhausen (Gemarkung Wixhausen) eingebracht: Wie n verlautet, haben weder die Verkaufsverhand⸗ lungen, noch die Verpachtung des oben genannten Besitztums zu einem Ergebnis geführt. 1 davon ist, daß das Gut vollständig in unbebautem Zustande sich befindet, so daß jeder Landwirt ermessen kann, mit welcher Schwierigkeit es in einen bebauungs- und ertragsfähigen Zustand wieder versetzt werden kann; zumal es sich hier größtenteils um einen Sandboden handelt, der sehr leicht verunkrautet und verqueckt, so daß die Instand⸗ setzung zu brauchbarem Ackerfeld mit viel Arbeit und Mu! seligkeit verbunden ist. Es ist aber klar, daß ein derartiger Zustand nicht länger fortdauern kann, wenn nicht noch größere Schäden entstehen sollen, und der Allgemeinheit dadurch Nachteile erwachsen, die nicht verantwortet werden können. Ganz besonders aber in heutigen Ta⸗ gen, wo unsere Volksernährung doppelt hohe Ansprüche an Grund und Boden stellt, kann das Brachliegenlassen einer Bodenfläche von ca. 280 Morgen unter keinen Umständen gerechtfertigt erscheinen, Der Unterzeichnete richtet daher an Hohe Regierung die 5 Frage: Was sie zu tun geneigt ist, um jenem Zustande ein zu bereiten und das Gelände des genannten Gutes zu einem er⸗ tragreichen umzugestalten? 5 Die Abg. Calman und Schott haben folgende An⸗ frage an die Regierung gestellt: Die Unterzeichneten fragen bei Großh. Regierung an, ob nun⸗ mehr Maßregeln getroffen sind, welche die fortdaue Da m m⸗ . auf den Strecken Alzey—- Mainz und Alzey— orms endgültig unmöglich machen. 8— BB Aus Stadt und cand. Gießen, 3. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. AKAus Hessen und den Nachbargebieten.) Landwehrm. Adam Horn III. aus Horchheim.— Landwehr⸗ mann Friedrich Däu mer, Inf.-Rgt. 81, aus Garbenheim.— Gardist Karl Mäußer, 5. Garde⸗Agt. z. F., aus Bonbaden.— Ersatz⸗Res. Joh. Wilh. Schnorr, Res.⸗Inf.-⸗Rgt. 222, aus Schwalbach.— Musketier stud. theol. Heinr. Pfeiffer, Inf. Rat. 116, aus Greisenstein.— Landwehrm. Adam Grünewald, Res.⸗Inf.-Rgt. 116, aus Heimertshausen.— Kriegssreiwill. Eduard Soeder, Res.-Inf.⸗Rgt. 221, aus Offenbach.— Gefr. d. Res. Adam Lotz, Inf.-Rgt. 168, aus Offenbach a. M. 4 1 * Einberufung zum Heere. Das Bezirks⸗ kommando Gießen macht wiederholt darauf aufmerk⸗ 4 105— suche im Augenblick der Einberufung unzu⸗ ässig sind. 88 tadttheater. Man schreibt uns: Der Vortrag, den Herr Norbert Jacques morgen auch in Gießen über eine Erlebnisse in Paris und London während es E 1914 halten wird, hat in Frankfurt a. M. im Saalbau ein ausverkauftes Haus zu 8 Beifall ae Sicher wird sich auch hier ein zahlreiches Publi⸗ um einfinden, denn das zeitgemäße Thema des Vortragen⸗ den, dessen Artikel in der Frankfurter Zeitung auch hier viel gelesen worden sind, beansprucht ja allgemeines Interesse. Der Anfang ist um 8 Uhr. “ Was im Krieg nicht alles passiert. Ein Leser teilt uns folgenden ergötzlichen Zwischenfall mit: Der Gefreite S. gibt einem verwundeten Kameraden einen Brief mit nach Gießen, mit der Bitte, ihn seinen Eltern s zu übergeben. Der Verwundete erledigt sich seines Auftrags, Nele in das Elternhaus des Gefreiten und wirft dort den rief in den Kasten. Die Eltern finden den Brief und lesen erstaunt die inhaltsreichen Worte:„Seid so gut und nehmt den Ueberbringer dieses Briefes recht freundlich auf, er wird Euch alles andere mündlich erzählen.“ Landkreis Gießen.—* ( Beuern, 2. Febr. 1 5 Feier von Kaisers Ge⸗ burtstag veranstaltete der Jungfrauen⸗Verein am Sonntag für die Angehörigen aller Vereine einschließlich der Jugendwehr einen Familienabend. Lebende Bilder führten deutsches Familienleben vor Augen. Zwei Festspiele, „Der Königin Traum“ und„Germanias Erwachen“, ver⸗ setzten die Zuhörer in die große Zeit vor 100 und vor 44 Jah⸗ 5 Die Ansprache forderte, in unserer jetzigen schweren Zeit, reu zu un klangen und mit einem Hoch auf Deutschland schloß die Ver⸗ anstaltung. Kreis Alsfeld. sofortiger Wirkung hat das Kreises Alsfeld Höchst⸗ 1 h. Alsfeld, 2. Febr. Mit Kreisamt für den Bereich des reise für Schweinefleis und Schweine- Kaiser und Reich zu stehen. Vaterlandslieder er- Neffen wird ge⸗ — en munen 1 * 418.** P 1 W r J. Speck 1.10 Mt., Dörrfleisch ochen 1.40 Mk. Schwartema eberwurst 90 Pfg., Fleischwurst 1 Mk. b Fle 3 84— 30 Mk., nken ohne Mk., Blut⸗ und en, davon sind 28 gefallen, 2 vermißt, 30 mit dem isernen Kreuz dekoriert. X. Hanau, 1. Febr. Nach einer Veröffentlichung des Die Marktpreise für vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise 1.10 und ausgelassenes Schweineschmalz 80 Pfg. Der Preis für] Stadtarztes sind bis zum 31. Dez 1914 in Hanau acht fran⸗ m 1. Nebra 1215.* Wa Aber darf den Betrag von 17 Pfg. für das Pfund zösische eien 3 und ein deutscher Soldat Schlachtviehpreise Zleischpreise in Gießen nicht übersteigen. an den Folgen der erhaltenen Verwundung gestorben. in Frankfurt a. M. v Kreis Schotten. (h) Freienseen, 2. Febr. Verhungert und er⸗ Außerdem ist der Tod von 20 Kriegsteilnehmern, deren letzter Wohnsitz Hanau war, dem Standesamt bis zum S 2—98 froren wurde der betagte Bergmann Knöß von hier bei 31. Dez. 1914 gemeldet worden. 7 3 nn 1 Kirschgarten aufgefunden. Der alte Mann war seit längerer—— ꝙ́jl——— aber, g. Schlachtgw. 68—83 W.. 76—80„ Zeit nicht mehr geistig normal. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Schweine e ee eee eee 1 Kreis Wetzlar. 8 8 N 8 Getreideprelse in Mann heim Brotoreise in Gießen: „ Wetzlar, 2 Febr. Der etwa 60 Jahre alte Hüt⸗] Febr. 88 2 383 22 3 2 e 5 Fu— tenarfeiter Wikeim Bezel aus Aßlar gerte auf der For n, a, e ee Nesben 160 2d. 24 60% U.. Schwarte e 72 fle phienhütte zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, die 15 E88 S I„ 8 a ü f ihn auf der Stelle zu Tode drückten. 60 8 5 S Unser deutsches Heer steht gegen eine Welt von Fein⸗ N Hessen⸗Nassau 0— den im Kriege. Wir 8 ihre Ausbildung 8 7—— 1 3 2 a ihr Können und ihre Tapferkeit jedem Feind das Gewicht halten k. Erumbach, 2. Febr. Infolge der Zusa mmen⸗ 2 220 N S 210 Bed. Himmel wird. Aber wir wissen auch, daß die Schrecken des Krieges nicht legung unserer Feldmark wird auch diesen Wint der] 28% 15 8 4,0 82 58 210 2 e sich ziehen, f i ; i 9585 nter wieder 3 809 18 49 98 5 2„* nur den Tod bedeuten und nach sich ziehen, sondern auch viele ein Stück der Langhecke unter den Ax thieben der Holzhauer“ 2 8 5 10 5* Krankheiten, die entstehen müssen, wenn ein Millionenheer in verschwinden. Die abgetriebene Waldfläche wird vorzüg⸗ f ständiger Berührung mit fremden Völkern ist, die nicht besonders f 5 auf körperliche Reinlichkeit achten, wie es z. B. bei den Russen 8 liches Ackergelände abgeben, an welchem es tatsächlich bei der steten Zunahme der Bevölkerung mangelt. 9 (Marburg, 2. Febr. Die Stadtverordneten⸗ versammlung erhöhte den Kredit zum Ankauf von Höchste Temperatur am 1. bis 2. Februar 1915 + 2.30. Niedrigste 7 1 1915—— 5,1“„ Niederschlag: 3,0 mm. der Fall ist. Jeder ausziehende Soldat, besonders aber jede f Mutter, jede Frau und jede Braut soll als erstes Geschent für den Ausziehenden ein Stückchen gute und dauernde Stecken⸗ 5 i ä. lj pferd⸗Teerschwefel⸗Seife in Betracht ziehen, die vermöge ihrer a Ankauf. Getr 1— iist be— 775 110 3 Mark, Der f märkte. desinfizierenden Eigenschaft einen wirtsamen Schutz bietet und 8 Ferner wurde di 5 iche S 8 0 Kreise aus erfolgt. 1a. Frankfurt a. M., 2. Jeb. Heu- und Strobmarkt. gleichzeitig auch besonders nach großen Strapazen erfrischt und f 12 e umme zum Ankauf von Fleisch⸗ Man unotielte Deu 4, 4,50 Mt., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis erquickt.* vorräten(Dauerware) bewilligt..- 9 gstroh) 0. 00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. Alles schäst flott. Die Zufuhren Hanau und Dieburg. je 50 Kilo. Ge⸗ llefert in jeder gewunschten aus den Kreisen öriedberg, Ausstattung stilrein u. preiswert die Brühf'sche Univ.-Oruckerel. Aus Kurhessen, 2. Febr. Aus dem Konsistorial⸗ bezirk Kassel sind 260 Pfarrerssöhne ins Feld ge⸗ waren Drucksachen aller Art L? Zimmer! 284] TFandgrafenstraße 8 Ecke Ost⸗Anlage sind zwei TeZimm.- Wobnungen mit Bad, Parterre u. 1. Etage, v. 1. April zu vermieten. Näberes Löberstraße 8. DU Zimmer Ludwigstraße 19 elegante 6⸗Zimmer⸗Wobnung sof. od. spät. z. verm. Frau A. Petri Ww., Neuen Baue 29 I. 22. Ost⸗Aulage 14 berichte 8 d. Gerichts⸗ gebäude, 1. Stock, bestebend aus 6 Zimmern mit allem Zubehör, per 1. April 10 verm. Näh. 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Wer weniger als diese Menge in Gewahrsam hat, bat die am Schlusse der Anzeige vorgesebene Erklärung u unterschreiben. b) Vorräte, die sich im Eigentume der Kriegs⸗Getreide⸗ Gesellschaft m. b. H. und der Zentraleinkaufsgesell⸗ schaft m. b. H befinden. 3. Alle Angaben haben in Zentnern zu erfolgen. Jede andere Gewichtsangabe ist verboten. 5 4. Ungedroschenes Geireide ist nach dem zu schätzenden Körnerextra! anzugeben. 3 5. Als Mehl ist auch das zur menschlichen Ernährung dienende Schrot und Schrotmehl anzugeben. 6. Es sind nur die im eigenen Gewahrsam befindlichen Vorräte anzugeben, aber auch dann, wenn sie anderen Eigentümern gehören, ausgenommen die oben unter 2b exwähnten. 7. Gebören die Vorräte nicht dem Anzeigenden, sondern einem Anderen, so ist der Eigentümer mit Namen und Wobnort, außerdem Gewicht und Art des ihm gebörenden Getreides und Mehles unter II des Anzeigeformulars anzugeben. 3 8. Die vorhandenen Vorräte sind vollständig anzu⸗ geben. Es ist unzulässig, irgendwelche Abzüge für den Bedarf des Haus hats, des gewerblichen oder land— wirtschaftlichen Betriebs zu machen. 5 9. Landwirte sollen unter 4 die Menge des zur Früh⸗ jabrsbestellung nötigen Saatgutes nach gewissenhafter Berechnung und ferner die Zahl der zu ihrer Haus⸗ wirtschaft gehörigen Personen angeben. Hierher ge⸗ bören Familien mitglieder, Gesinde, Pensionäre, Ar⸗ beiter einschließlich ihrer Angebörigen, Deputanten, Altenteiler, Anstaltsinsassen, soweit sie in dem land⸗ wixtschaftlichen Betriebe regelmäßig Beköstigung er⸗ balten oder durch fortlaufende Lieferung von Brot⸗ getreide oder Mehl zu ernähren sind. 10. Bäcker und Konditoren haben außer der Vorrats⸗ anzeige unter 1 die in der Zeit vom 1. bis einschlleß⸗ lich 15. Januar 1915 verbackene Mehlmenge unter B anzugeben. 5 g 5 11. Händler haben außer der Vorratsanzeige unter I die in der Zeit vom 1. bis einschließlich 15. Januar 1915 verkaufte Mehlmenge unter C anzugeben. 2 12. Die zuständige Behörde ist berechtigt, zur Nachprüfung der Angaben die Vorrats⸗ und Betriebsräume des Anzeige pflichtigen zu untersuchen und seine e Bücher prüfen zu lassen. 2 a 13. Die Anzeige ist in der Zeit vom 1. bis einschließlich 5. Februar 1915 unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Anzeigen ohne Unterschrift gelten als nicht abgegeben. 5. 14. Getreide und Mehlmengen, die sich mit dem Beginn des 1. Februar 1915 auf dem Transporte befanden, sind unverzüglich nach dem Abladen von dem Emp⸗ fänger anzuzeigen.. 15. Wer die geforderten Anzeigen nicht in der gesetzten Irist beantwortet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Ge⸗ fängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis 25 1500 Mark bestraft.. a 11062 16 Die Verfütterung von Weizen(Dinkel und Spelz), Roggen allein oder mit anderer Frucht gemischt auch ungedroschen, sowie von Weizen, Roggen“, Hafer⸗ und Gerstenmebl wird mit Gefängnis bis zu 1 Jabr oder mit Geldstrafe zu 10000 Mark bestraft. Gießen, den 1 Februar 1915. Der Oberbürgermeister: elle Aufnahme der Getreide⸗ und Mehlvorräte. 5 Zur Bearbeitung des Zählergebnisses werden zahlreiche freiwillige Hilfskräfte benötigt. Geeignete Personen, Mitarbeit bereit sind, werden gebeten, sich alsbald im Stadthaus, Gartenstraße 2 — Zimmer 9— anzumelden. Gießen, den 2. Februar 1915. Der Ober bürgermeister. Keller. 1099 Heft lächeln prüfungen Die diesjährigen Gesellen-Prüfungen finden in den Monaten März und April statt. Die . Anmeldungen haben zu erfolgen: Für männliche Lehrlinge: Sonntag, den 7. Februar, Für weibliche Lehrlinge: Sonntag, den 14. Februar, jeweils von vormittags 9 bis 12 uhr, in der Gewerbeschule. Die Prüfungsgebühr von 5 Mark ist bei der Anmeldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehr— vertrag vorzulegen. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellen⸗-Prüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nach⸗ teile im Gefolge hat. 930 D Gießen, den 28. Januar 1915. Der Prüfungs⸗Ausschuß des Ortsgewerbevereins Gießen. . H. Garnon, Vorsitzender. Arbeitsvergebung. Für die Stadt Hungen sollen vergeben werden: Graben⸗ u. Rohrverlegungsarbeiten ver⸗ pom. Liefern von Zementröhren 15 Zim. I. W. , Pläne und Bedingungen liegen bei Großherzogl. Bürgermeisterei Hungen offen. Angebote in Pro- zenten des Voranschlags sind bis 15. Februar ds. Js. bei Großherzogl. Bürgermeisterei Hungen einzureichen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten, Zuschlagsfrist 3 Wochen. 1115 D Gießen, den 1. Februar 1915. Großh. Kulturinspektion Gießen. die ehrenamtlich zur :— An die Hausfrauen der Stadt Gießen. Verwertung der Küchenabfälle. Mit Rücksicht auf die durch den Kriegszustand bedingte Erschwerung der Be⸗ schaffung geeigneter Fut ermittel ist es im Interesse der Voltswohlfabrt dringend notwendig, die Küchenabfälle als Futtermittel für unfere Landwirtschaft nutzbar zu machen. a 2 5 Hierfür ist erforderlich, daß die brauchbaren Abfälle in den Küchen von allem übrigen Müll. insbesondere von Aschenresten, Glasspligern, streng gesondert werden. Zunächst sollen nur zur Verfütterung geeignete Abfälle gesammelt werden, wie Abfälle von frischem Gemüse, Kartoffel, Apselschalen, elwaige Brotreste, soweit letztere nicht mehr zu Brotsuppen u. dgl. verwendet werden können. Von der Verwertung ausgeschlossen sind: Flerschreste, Knochen, Wurstschalen. besonders solche von frischer Wurst, Fischreste, besonders Heringsreste, Zitronen- und Apselsinenschalen, Kaffeesatz. Die Sammlung und Aufbewahrung geschieht am besten in einem Korbe, not⸗ falls in einem Eimer oder Kistchen, möglichst luftig und locker, vor Feuchtigkeit geschützt. Die Abholung wird durch Landwirte erfolgen. Die Abholungstage und Abholungs zeiten werden noch bekannt gegeben. Es ist vaterlandische Pflicht, hier im kleinen mitzuwirken an den großen Aufgaben einer ausreichenden Volksernährung während des Krieges. Sache der verstandigen Haus frau wird es sein, hier aufklärend mitzugxbeiten und durch fort⸗ gesetzte Hinweise im Bekanntenkreise und bet den Nach! aren in diesem Sinne zu wirken. Mit Unterstützung biesiger Frauenvereine werden in den nächsten Tagen Listen in Umlauf gesetzt, in welche sich diejenigen eintragen wollen, die bereit sind, die Klichenabfälle auf die oben geschilderte Art für die Abholung durch Landwirte kosten⸗ los zurechtzustellen. Gießen, den 2 Februar 1915. 8 Der Oberbürgermeister: Keller. Aufruf! Eine wichtige Aufgabe harrt der Lösung. Es gilt die Leiden derjenigen Verwundcten zu lindern, die Nacht und Nebel auf dem Schlachtfelde überraschten. Die Zahl der Vermißten muß sich vermindern! Um dies zu erreichen, brauchen wir Euere Hilfe! Wir brauchen Sanitätshunde, die mit wunder⸗ barem Instinkt und hoher Intelligenz ihre Pflicht erfüllen und vielen tapferen Kriegern bereits das Leben gerettet haben. Der Deutsche Verein für Sanitätshunde in Oldenburg i. Gr. unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg tritt an Euch beran. Wir brauchen Hunde, die geeignet sind, und vor allem Geld, um die hohe Mission zu erfüllen, tausende Verwundete zu retten, die nach jeder Schlacht noch leben und in Gräben, Hecken und Gebüschen verbluten müßten, weil die Sanitätsmann: schaften trotz aller Umsicht und allen Eifers sie nicht finden konnten. Saget nicht, Ihr hättet schon geholfen! Die draußen sagen auch nicht, wir haben schon gekämpft! Sie kämpfen weiter und gehen immer wieder für Euch in die Schlacht! Viele hunderte Sanitätshunde arbeiten bereits für Euch und alle, die Euch teuer sind im Felde. Wir brauchen sofort Mittel, die nicht reichlich genug fließen können. Gießen, 29. Januar 1915. Pfarrer Ausfeld, Direktor des Realgymnasiums Dr. Baur, Dekan Bayer, Pfarrer Bechtolsheimer, Geh. Kirchenrat Prof. or. Eck, Beigeordneter Kommerzienrat Em— melius, Geh. Kommerzienrat Dr. Gail, Frau Geh. Justizrat Gebhardt, Vorsitzende des Alice-Frauen-Vereins, Chefredakteur Goetz, Beigeordneter Justizrat Grünewald, Landtagsabgeordneter, Landgerichtspräsident br. Güngerich, Geh. Kommerzienrat Heichelheim, Vorsitzender der Handelskammer, Geh. Schulrat r. Heusell, Direktor des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums, Rabbiner dr. Hirschfeld, Overstaatsanwalt Hof⸗ mann, Oberbürgermeister Keller, Vertrauensmann des Deutschen Vereins für Sanitäts- unde, Generalleutnant Klingelhöffer, Kommandeur des Abschnitts III der Festung Mainz, Forstmeister Köhler, Geh. Justizrat Prof br. Leist, Mitglied der Ersten Kammer der Stände, Reichsbankdirektor Müller, Finanzrat Dr. Offenbächer, Generalmajor von Petersdorff, Rabbiner br. Sander, Postdirektor Schäfer, Geh. Kirchenrat D. Schlosser, Direktor der Oberrealschule Or. Schnell, Pfarrer Schwabe, Weinhändler A. Schwan, Vorsitzender des Vereins Hundesport für Gießen und Umgegend, Ober- stabsarzt Dr. Siegert, Reservelazarettdirektor, Geh. Medizinalrat Prof br. Sommer, Rektor der Landesuniversität, Finanzrat Steinhäuser, Major Stephan, Geh. Schul“ rat Dr. Stoeriko, Direktor der höheren Mädchenschule, Forstmeister Trautwein, Prof. Urstadt, Landiagsabgeordneter und Stadtverordneter, Provmzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger, Redakteur Vetters, Medizinalrat br. Walger, Großh. Kreisarzt, Tele- graphendirektor Wiebusch, Landgerichtsrat Wiener, Vorsitzender des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Eisenbahndirektor Zimmermann. Spenden werden entgegengenommen: im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 15, bei der Mitteldeutschen Creditbank, Johannesstraße 17, bei der Bank für Handel und Industrie, Johannesstraße 1, in den Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers, Schulstraßt 7, und der Oberhessischen Volkszeitung, Bahn⸗ hofstraße 23. 986 Der vom Gemeinderat durchberatene Vor⸗— anschlag der Gemeinde ÜUtphe für das Ri. 1915 liegt vom 5. bis einschließlich 11. Februar l. Is. auf der Amtsstube des Unterzeichneten zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen gegen seinen Inhalt können schriftlich oder zu Protokoll während der Offenlegungsfrist vorgebracht werden. Auch ist eine Umlage beschlossen worden, zu der die Aus⸗ märker beizutragen haben. Utphe, den 3. Februar 1915. Großh. Bürgermeisterei Utphe. Schneider. 1091 Verpachtung von Ackerland. Das ca. 17000 qm große Gelände auf der „Schönen Aus sicht“ oberhalb der neuen Ohrenklinik soll in einzelnen Losen zum Anbau von Körner⸗ frucht, Kartoffeln oder Gemüse meistbietend verpachtet werden. Lageplan und Bedingungen sind auf unserem Amte, Stephanstraße 18, einzusehen. Ver⸗ pachtungstermin: Donnerstag, den 4. Februar, 2 Uhr, an Ort und Stelle. Gießen, den 25. Januar 1915. Großh. Hochbauamt Gießen. Holzversteigerung 5 Dre msd 28 8 3 58 5 r werden e angohr'schen Wirtschaft am 8 Bahnbof zu Nieder Obmen aus den Distrikten Haag, Briketts. Kröbges, Oberer und Unterer Haagkopf, Vorderster und Den billigsten Haus und 8 5 1 5113 hebe, 1. Lüchenbrand erziel. Sie bei er und Junger Zw er Forstwartei Nieder⸗Obmen] Fri Bri 8 rere 1 El en T A l en. Triedrich⸗Briketts. Direkte 0 Sackfüllung ab Fabrik. Buchen 3. Kl.— 239 Fesim.; 3 Birken 4. 1. 5. Kl.— 150 Festn.; 2 Kiesern n 8. Jenner nur 1 Mk. frei Haus. 2 tm.; Fichten: F.* , She& at e 1c deim. 0 Sigg 4. Nl Pzesen. S. Aber. Wenstelutr. 19 7 Stück 5b Kl.- 9 Festm.; Anthrazitlohlen Derbstangen: 5 Eichen= 0,95 Festm., 3 Ahorn— 0,18 Ciform⸗Vrikettz 1098 re Feld post- Schachteln für 50, 250 500 Gramm⸗- und 3. bis 5⸗Kilo⸗Pakete, nur be⸗ währte Größen, sowie sämtl. Feldpostschreibwaren werd. in meinem Betriebe in groß. Massen fertiggestellt. Probe⸗ paket(7 Kartons) Mk. 5.—, Preisliste kostenlos. 641 J. Weinert, Giessen Buchdruckerei u. Papierwar.⸗ Tel. 215. Großhdlg. Neuen w. 9 Glanz⸗ Nußkohlen kosten nur 14⁵ Mark 1.20 ver Zentner frei Haus. Probelieserungen durch J. Happel, Mühlstrae. Telepbon 125. 1113 Fetm. Nunscheiter; 245 Eiche(rund, 25 und 2 Mtr. 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Die Zahlstunden finden daher bis auf weiteres nur werktäglich vormittags von 8—1 Uhr statt. Gießen, den 3. Februar 1915. g Der Vorstand der Bezirtssparkasse Gießen. Zacheis. 1117 Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Rüddings⸗ hausen soll nachverzeichnetes Holz auf dem Sub⸗ missionswege verkauft werden: 1. Fichten⸗Stämme: 1 Stück 2. Klasse, 40—49 om Durchm., 1,81 fm 6 3. 30—39 10,07 N 1 1 * 1077 * 1„* 25%„„% 4% da„ 483„ 5b.„ 12—19„„ 1019 2. Fichten⸗Derbstangen: 206 Stück 10 und 11 m Durchmesser, 20,91 fm 3. Kiefern⸗Stämme: Stück 3. Klasse, 3039 om Durchm., 3,52 fm 4 2529 20,40„ 3 27 **„ 54„.„„ 3900„%„ 1 9300 Die Angebote sind längstens Montag, den 8. Februar dss. Js., nachmittags 2 uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. i Rüddingshausen, den 2. Februar 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshausen Braun. Holzsubmission. In den Waldungen der Gemeinde Rödgen soll im Wege schriftlichen Angebots folgendes Holz, verkauft werden. 1095 Fichtenstämme: 3 Stück 3. Kl. 30—39 Ztm. Ochm.— 3,66 Fstm. e 16,99„ 37 52., 20—25„„ 19.70 114„ Sb.„ 12-195, Weißtanne: f 1 Stück 5a. Kl. 21 Zim. Durchm.= 35 Fstm. Die Angebote sind nach Klasse pro Festmeter bis zum Montag, den 8. Februar 1915, nachmittags 4 Uhr, mit der Aufschrift„Holzsubmission“ ver⸗ schlossen bei unterzeichneter Buͤrgermeisterei einzu⸗ reichen, wo die Eröffnung der Offerten und Be⸗ kanntgabe der Verkaufsbedingung in Gegenwart der etwa erschienenen Käufer stattfindet. Rödgen, am 1. Februar 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. — Kraushaar. Nutzholz⸗Versteigerung. Montag, den 8. Februar, werden in den f Distrikten Dillenberg, Pfingstweide und Sommerberg des Butzbacher Stadtwaldes versteigert: 11⁰⁰⁰ 9 Kiefernstämme— 6,75 Kbm.(20—40 Ztem. stark, 7—14 Mtr. lang) 11 Weißtannenstämme= 5,02 Kbm.(14—28 Ztm. stark, bis 18 Mtr. lang) 20 Buchenstämme— 12,85 Kbm.(30—63 Ztm. stark, bis 8 Mtr. lang) 24 Fichtenstämme— 5,10 Kbm.(bis 18 Ztm. stark, bis 19 Ztm. lang) 93 Fichtenderbstangen 1. Kl.= 10,54 Kbm.(bis 15 Mtr. lang, bis 11 Ztm. stark) 345 Fichtenderbstangen 2. Kl.— 17,88 Kbm.(bis 12 Mtr. lang, bis 9 Ztm. stark) 37 Weißtannenderbstangen 1. Kl.= 1,81 Kkbm (bis 10 Mtr. lang) 27 Weißtannenderbstangen 2. Kl.= 0,99 Kbm. (bis 9 Mtr. lang) 428 Fichtenreißstangen 5,70 Kbm. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Butz⸗ bacher Forsthaus. Anfang mit den Kiefern⸗ und Weißtannenstämmen. 1 Butzbach, den 1. Februar 1915. eee Bürgermeisterei. fösdobst-Faschef Glas, in Wellpappkarton. fertig zum Versand. Lang& Wiederstein Wiederverkänfer Preisnachlass. 70 —— Aug. Schwab, plockstr. 4 empfiehlt für den Feldbedarf: Taschen- und Armband-Uhren in guter Qualität, mit und ohne Leuchtblatt, au 6.50 k. an. Ferner: Taschen- Iampen mit Dauerbatterien in nur bester Quali- 4 1087 (bis 8 Mtr. lang) H. Steinbach, Baurat. Dan. Wirth's Nachf. West⸗Anlage 51. Teleph. 28. Großb. 9 Nieder-Obmen. chneider.(1107D tat, sowie Benzin- und Lunten- Feuerzeuge. 21˙ e