r. 28 Der Siodener Anzei erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sietener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ . Fernsprech- Anschlusse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drabtnach⸗ richten: Anzeiger Glezen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. die Abschneidung englischer Krie Deutsche Fortschritte südlich der Weichsel. Hilfe in den Karpathen. Neue türkische Erfolge. Deulsche 0 WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Februar. Amtlich.) g 15 455 n Westlicher Kriegsschauplatz. Außer Artillerie- aste an verschiedenen Stellen keine besonderen Vorkomm⸗ f Oestlicher Kriegsschauplatz. An der ostpreußi⸗ schen Grenze hat sich nichts wesentliches ereignet. l a In Polen nördlich der Weichsel fanden in Gegend Sivno und nordwestlich Siervz Zusammenstöße mit russi⸗ scher Kavallerie statt. Südlich der Weichsel sind unsere Angriffe im weiteren Jortschreiten. f Die französischen amtlichen Berichte über die Kriegsereignisse enthalten in letzter Zeit geradezu un geheuerliche, zu unseren Ungunsten entstellte, zum Teil auch völlig frei erfundene Angaben. Natürlich ver⸗ zichtet die oberste deutsche Heeresleitung darauf, sich mit der⸗ artigen Darstellungen im einzelnen zu befassen. Jedermann ist in der Lage, ihren Wert an der Hand der amtlichen deut⸗ schen Mitteilungen selbst nachzuprüfen. Oberste Heeresleitung. 9* Der dentsche Admiralstab über Kriegsgefahren an den französischen Küsten. (WTB.) Berlin, 2. Febr.(Amtlich.) In seiner heuti⸗ gen Ausgabe wird der Reichs⸗ und Staatsanzeiger folgende amtliche Veröffentlichung bringen: ese Transporte wird mit allen zu Gebote stehenden Kriegsmitteln vorgegangen. Die friedliche Schiffahrt wird vor der Annähe⸗ rung an die französische Nord⸗ und Westküste dringend ge⸗ warnt, da ihr bei Verwechselungen mit Schiffen, die Kriegs⸗ zwecken dienen, ernste Gefahr droht. Dem Handel nach der Nordsee wird der Weg um Schott⸗ land empfohlen. Der Chef des Admiralstabs gez.: v. Pohl. 8* . Die deutsche Flotte bleibt nicht müßig im Hafen lie⸗ gen, sondern sie regt sich mit allen ihren Kräften. Die Wirkung des Auftretens deutscher Unterseeboote in den feindlichen Gewässern ist ganz außerordentlich. Man darf, obgleich es sich nur um kleinere Küstendampfer gehandelt hat, die versenkt worden sind, nicht annehmen, wir hätten nur einen moralischen Erfolg errungen. Nein, wie unsere „Emden“ und anderen Auslandskreuzer, so sind jetzt die deutschen Unterseeboote für den Feind der Schrecken der Meere geworden. Nach neuesten Meldungen sind zwei eng⸗ lische Schiffslinien für den Handelsverkehr bereits auf⸗ gegeben worden, während die Versicherungssätze rapide in die Höhe geschnellt sind. Sicherlich werden die englischen Reeder zahlreiche Schiffe in den sicheren Häfen zurücklassen. Die Hauptwirkung des scharfen deutschen Draufgehens liegt also auch darin, daß die englische Handelsschiffahrt un⸗ sicher, der Wirtschaftsverkehr auf den britischen Inseln mehr und mehr in Frage gestellt wird. Schon sind die Le⸗ bensmittelpreise in die Höhe geschnellt, schon werden Mas— senkundgebungen gegen die Teuerung angekündigt, und ein Ausstand der Aukoomnibusführer in London ist der An⸗ fang inneren Unfriedens. Nun ist durch eine„Bekannt⸗ machung“ des deutschen Admiralstabs der Marine eine neue, höchst unangenehme Spannung für das englische Publikum eingetreten. Deutschland kündigt in aller Form an, daß es jetzt Vorbereitungen getroffen hat, um die britische Zu⸗ fuhr von Soldaten und Kriegsmaterial nach Frankreich wirlsam zu unterbinden, und zwar mit allen Fur Verfü⸗ gung stehenden Mitteln der Gewalt. In erster Linie denkt man dabei selbstverständlich an die Unterseeboote. Wenn im Anschluß an die Ereignisse in der irischen See manche Kri— tiker, auch dänische, gemeint haben, die Tragweite der deutschen Maßnahmen hinge davon ab, wieviel Unter⸗ seeboote für den Vernichtungskrieg gegen den englischen Handel zur Verfügung ständen, so ist darauf heute schon eine deutsche Erwiderung erfolgt, die vorläufig nur in einer Warnung an die neutrale Schiffahrt be— steht. Denn auf homerische Ansprachen vor den Schlachtlinien läßt die deutsche Leitung, wie aus der kurzen Abweisung der französischen Lügenmeldungen hervorgeht, sich nicht ein. Es ift nicht der Zweck der vorstehenden Bekanntmachung des Admiralstabs unserer Marine, die Eng⸗ länder zur Wachsamkeit anzuspornen. Vielmehr liegt in ihr die Absicht, das neutrale Ausland zur Vorsicht zu mahnen, und mancher amerikanische Waffenlieferant wird sich sagen mitssen, daß auch er gar leicht mit unserem englischen Feinde verwechselt werden kann, wenn er den Küsten Frantreichs sich nähert. Gewiß, damit tritt eine Beunruhigung der 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Schiffahrt ein! Deutschland will keinen Neutralen absichtlich oder mutwillig schädigen, daher die Bekanntmachung! Vor einigen Tagen ist eine Erklärung des amerikanischen Staats⸗ sekretärs Bryan durch die Presse gegangen, wonach dieser Staatsmann die Auffassung vertreten hat, die amerikani- schen Waffenlieferungen für unsere Feinde ständen nicht im Widerspruch mit der Neutralität. Es sei vielmehr Sache der Kriegführenden, ihre Kräfte zur See so wirksam zu ge⸗ brauchen, als sie können, um die Beförderung von Konter⸗ bande zu unterbinden. Wir wollen nicht die Vermutung aus⸗ sprechen, als habe der deutsche Admiralstab bei der Ab⸗ fassung seiner Ankündigung auch diese Vorgänge im Auge gehabt. Allein in ihrer Wirkung ist die Warnung einer An⸗ kündigung der Blockade französischer Küstenstriche sehr ähnlich. Es wird„mit allen zu Gebote stehenden Kriegs⸗ mitteln“ gegen die englischen Transporte vorgegangen wer⸗ den. Das ist nicht eine leere Wortemacherei und Drohung, sondern bitterster Ernst, und mit größter Spannung dürfen wir kommenden Ereignissen entgegensehen. Deutschland ist entschlossen, die Zufuhr für unsere Feinde abzuschneiden, und es stehen ihm dafür als Kriegsmittel in der Hauptsache die Unterseeboote zur Verfügung, die nicht in der Lage sind, feindliche Bemannungen aufzunehmen oder gekaperte Schiffe in einen Hafen zu begleiten. Indem die deutsche Regierung keinen Zweifel läßt an ihren Absichten und Auffassungen, beugt sie allen etwaigen entrüsteten Einwendungen vor. Das deutsche Volk begrüßt diese Entschlossenheit mit freu⸗ digem Beifall. Gott strafe England und seine Trabanten! Berlin, 3. Febr. Zu der Bekaentmachung des Admiral⸗ stabs, nach welcher mit allen zu Gebote ste henden Mitteln gegen England vorgegangen werden soll, sagt die„Tagl. Rundschau“: Mit einem stillen Jubel begrüßt die Nation das lang ersehnte Wort, durch das unser Admiralstab den Unterseebooten die Losung zum schärfsten Kampfgegen England gibt. Die„Deutsche Tageszeitung“ hält es für wünschenswert, wenn aus der Bekanntmachung nicht mehr herausgelesen wird, als darin steht. Sie kündet keinen Handels⸗ krieg an, hat aber auch nichts mit dem dieser Tage gemeldeten Vor⸗ gehen der deutschen Unterseeboote in der Irischen See zu tun, sondern bezieht sich lediglich auf die englischen Transporte nach der französischen Küste. Die„Morgenpost“ schreibt: Nach der Generalprobe der deutschen Unterseeboote im Kanal und an der englischen Westküste wollen die Boote jetzt ihre Wirksamkeit an den englischen Kriegssendungen erproben. Hamburg, 3. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Den Hamburger Nachrichten wird aus Brüssel gemeldet: Nach Nachrichten aus Le Havre hat die englische Truppenverschiffung dort⸗ hin am 15. Januar begonnen und dauert ununterbrochen fort. Die bisherigen Angaben, die von Hunderttausenden sprechen, sind jedoch zweifellos übertrieben. Die englischen Transportschiffe kommen alle von Portsmouth. Eine förmliche Sperrung des Hafens von Le Havre ist wegen dieser Truppensendungen nicht beabsichtigt, aber jeder kommerzielle Hafenverkehr stockt, weil alle Bassins voll englischer Transportschiffe sind. *** Frankreich widerruft! Paris, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Den letzten Nachrichten zufolge versenkten de utsche Unterseeboste, welche am 30. Januar eng⸗ lische Handelsschiffe in der Irischen See anhielten, diese erst, nachdem sie von der Mannschaft ver— lassen worden waren. Die Erfolge der deutschen Unterseeboote. Amsterdam, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Nieuwes van den Dag“ melden aus London, daß infolge der An— wesenheit der deutschen Unterseeboote in der Irischen See zwei Dampfschiffahrtsdienste eingestellt wor⸗ den sind. Die übrigen Dienste würden in der gewöhnlichen Weise aufrecht erhalten. London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Dampfer „Atreus und„Ava“, die gestern in Greenock angekom— men sind, wären beinahe einem deutschen Unterseebodt in der irischen See zum Opfer gefallen. Die„Ava“ fuhr von Liverpool nach Glasgow etwa in der Höhe von Mors⸗ cambe, mehrere Meilen von der„Atreus“ entfernt, als zwischen den beiden Schiffen ein deutsches Tauchboot erschien; Dieses war jedoch so sehr mit einem dritten Schiffe beschäftigt, daß die beiden Dampfer unbehelligt davonkamen. London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Londoner Presse stellt fest, daß es mit 75 Prozent wahrscheinlich sei, daß die deutschen Unterseeboote um Schottland herum nach dem Georgskanal gefahren seien. Diese Fahrtleistung von mehr als 2000 Seemeilen wird sogar im„Daily Telegraph“ als ein Merkstein in der Geschichte der Unterseeboote bezeichnet. Paris, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Marine⸗ . kritikter des„Temps“ äußert sein großes Erstaunen, daß„u. 21“ die englisch⸗französische Blockade brechen und bis in die Irische See gelangen konnte. Mittwoch, 3. Februar 1915 Bezugsvreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Jeuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. gssendungen nach Frankreich. Ein Versteck an der irischen Küste? Rom, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Londoner Korre⸗ spondent der„Tribuna“ meldet, daß die englischen Behörden nach einem irischen Grundbesitzer forschen, der an der irländischen Küste den deutschen Tauchboten ein Versteck gewährt haben soll. Englische Presseäußerungen. London, 2. Febr.(W. B. Nichtamtlich.)„Daily Chro⸗ nicle“ sagt in einem Bericht aus Fleetwood: Daß der deutsche Unterseebootdienst ebenso wagemutig wie tüchtig ist, braucht nicht erst bewiesen zu werden; man kann es überall von britischen See⸗ offizieren hören. Es ist umso angenehmer, das zu sagen, als die Offiziere und Mannschaften der deutschen Unterfeeboote stets vor⸗ nehmund sportsmännisch vorgingen. „Daily News“ schreibt in ihrem Leitartikel: Die Versen⸗ kung dreier englischer Schiffe an der Küste von Lancafshire ist eine Episode, die zum Nachdenken einlädt. Die Operationen wurden am hellen Tage in einer der Haupthandelsrouten des großen Liver⸗ pooler Hafens ausgeführt. Der Aktionsradius dieser Boote ist bedeutend größer als vor dem Kriege angenommen wurde. Es fragt sich, ob Deutschland über eine genügende Anzahl von. Tauchbooten verfügt, um diese riskante Taktik, die mit allerlei Gefahren verbunden ist, großzügig durchzuführen. Man darf auch nicht vergessen, daß alle bisher versenkten Schiffe klein haben selbst keine ungestörte Truppentransport nach dem nent ein genügender Beweis. Wenn die Beutezüge der deut Unterseeboote ernsthaftere Formen annehmen sollten, müßte das Con voi⸗System eingeführt werden. Man weiß bereits, daß schnellfahrende Zerstörer einen guten Schutz gegen Tauchboote bieten. Das letzte Mittel wäre, die britischen Handelsschifse unter neutrale Flagge zu stellen. Leute, die im Falle der„Dacia“ eine drastische Aktion anempfehlen und bezüglich der britischen Rechte gegen den internationalen Handel einen extremen Stand⸗ punkt einnehmen, sollten ihre Anschauungen angesichts der Unter⸗ seebootfrage einer Revision unterziehen. Die Blockade durch Tauch⸗ boote könnte im nächsten Kriege verwirklicht werden; sie würde für uns auf der Insel viel ernsthaftere Dimensionen annehmen als für ein Reich mit Verbindungen zu Lande. Die„Times“ schreibt: Die Bevölkerung Englands darf nicht vergessen, daß die deutsche Admiralität mit dem Untersee⸗ krieg beabsichtigt, die englische Bevölkerung aufzuregen und der Admiralität Schwierigkeiten zu machen. Daher muß gegen jeden Versuch, die öffentliche Meinung gegen die Admiralität zu erhitzen, Widerstand geleistet werden. Das Blatt empfiehlt den Handelsschifsen, den Kampf mit den Unterseebooten aufzunehmen, indem sie versuchen, in voller Fahrt die Boote in den Grund zu fahren. Sie mögen den Befehlen der Untersee⸗ boote keine Folge geben, sondern mit Schnelligkeit dem Kampf⸗ platz entfliehen. Ein Ausstand in London. London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Hier sind 200 Automobilomnibus führer ausständig. Die Brotpreise in London. London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Brotpreise in der Provinz sind um 8 Pence für vier Pfund ge- stie gen. London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Organ der Londoner Arbeiterpartei,„Daily Citizen“, kündigt an, daß am 13. Februar in 44 größeren Städten Kundgebungen gegen die Teuerung stattfinden sollen. Der Zeppelinschrecken iu London. Berlin, 3. Febr. Ueber das Auftreten des Ze ppel in⸗ schreckens melden nach der„Voss. Zeitung“ Kopenhage⸗ ner Blätter aus London: Abends spät hatte sich eine Menge Gerüchte von einem großen Pine n der über London verbreitet. Dieses sollte auf dem Wege nach London sein oder gewesen sein. Tatsache sei, daß wäh⸗ rend der Nacht ein großer Teil der Spezialtruppen alar⸗ miert war, die London gegen einen Luftangriff verteidigen sollen. Englands neueste Hilfstruppen. Die Engländer sehen bekanntlich ängstlich nach allen möglichen neuen Völkern, weißen und schwarzen, aus, die sie für ihre Interessen in den Kampf schicken könnten. Deshalb begrüßt man in der engl. Presse mit Genugtuung Bexichte aus Johannisburg, die von einer neuen Maßnahme der südafrikanischen Regierung erzählen. Danach hat ein namhafter Afrikander den Vorschlag gemacht, 5000 Ba⸗ sutos zur Verteidigung des Suezkanals nach Aegypten zu schicken. Diese Basutoschar könnte dann noch nach Belieben ver⸗ stärkt werden, und auf diese Weise würden eine Menge weißer Truppen frei werden, die in Europa Verwendung finden können. Die Basutos sollten erst ihre Waffen erhalten, wenn sie in Aegypten eintreffen, und müßten ihre Gewehre dem„großen weißen König“ wiedergeben, bevor sie zur Rückfahrt eingeschifft werden. Der Plan soll bereits der südafrikanischen Regierung vorgelegen haben und von General Botha angenommen worden sein. Nach den Mel⸗ dungen sind Buren wie Engländer gleich entzückt von dem Ge⸗ danken, und das Lob der kriegerischen Fähigkeiten der Basutos wird in den höchsten Tönen gesungen.„Diese prachtvolle Rasse, die sich selbst rühmt, niemals besiegt worden zu sein,“ lesen wir da,„ist ein geborenes Reitervolk, geübt in allen Tugenden des Krieges von der Wiege an und vorzüglich im Gebrauch der Gewehre ebildet, die sie sich oft unrechtmäßig verschaffen. Die Anwesenheit Ba⸗ sutos im Felde würde für jede Armee von Nutzen sein, ihre Moral und von geringer Fahrtgeschwindigkeit waren. Die Tauchboote b ße Fahrtgeschwindigkeit; sie besitzen nur leine Kanonen, würden also vermutlich schnellen, gut armierten Schiffen nichts anhaben können. Dafür ist eigentlich Fon E o nti⸗ PT 3 r tauglich be „Humane“ führt aus, daß der schöngeformten starken weißen n und ihre Kraft heben, und es besteht nicht der geringste Hinde⸗ rungsgrund, warum man dieses starke und tapfere junge Volk nicht in Aegypten verwenden könnte.“ ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart 2. Februar 1915, mittags: Die allgemeine Si⸗ tuation hat sich nicht geändert. Ein vereinzelter russi⸗ scher Vorstoß an der mittleren Pilica in Polen wurde abgewiesen. In den Karpathen dauern die Kämpfe im west⸗ lichen Frontabschnitt an. 1 der Mitte der Front Erfel en deutsche und unsere Truppen mit folg. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer. Feldmarschalleutnant. Erfolge der Türten. Konstantinopel, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird gemeldet: Oertlich beschränkte Zusammenstöße der letzten Tage auf der kaukasischen Front hatten einen für unsere Truppen erfolgreichen Ausgang. Eine feindliche Abteilung, welche unsere Truppen bei Artwin angegriffen hatte, wurde mit schweren Verlusten zurückgeschlagen und ließ, als sie verfolgt wurde, viel Kriegsmaterial in unseren Händen. In der Gegend von Korna überraschte in der Nacht vom 30. Januar eine kleine Abteilung zwei hinter Stacheldrähten verschanzte feindliche Bataillone und brachte ihnen bedeu⸗ tende Verluste bei. Am nächsten Tage versuchte der Feind. unter dem Schutze von Kanonenbooten, in der Umgebung zu landen. wurde aber unter Zurücklassung zahlreicher Toten, darunter eines Hauptmanns und eines Unteroffiziers, zurück⸗ geworfen. Konstantinopel, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ein be⸗ sonderer Korrespondent meldet der Agence Milli aus Ba g dad: Eine türkische Abteilung von 100 Mann griff in der Nacht ein englisches Lager bei dem Leuchtturm von Kor na über⸗ raschend an, drang ein und schlug zwei englische Batail⸗ lone in die Flucht, welche dabei starke Verluste erlitten. Die Engländer verloren so sehr den Kopf, daß sie, in Gruppen ge⸗ drängt, einander zwei Stunden lang beschossen und so weitere Verluste erlitten. Bei Anbruch des Tages eröffneten zwei Schwadronen englischer Kavallerie unter dem Schutze von Kanonenbooten das Feuer gegen unsere schwache Abteilung. Die Engländer landeten Soldaten, um ihre Flüchtigen aus dem vorher— gegangenen Gefecht zu sammeln. Die Gelandeten mußten sich aber vor dem tapferen Widerstand unserer Truppen wieder zurück⸗ ziehen und viele Tote, darunter einen Hauptmann, zurück⸗ lassen. Die Kanonenbootbesatzungen wagten keine weitere Landung an dem von uns besetzten Flußufer und zogen sich zurück. Sie hatten keinen anderen Erfolg als die Niederbrennung zweier Araberhütten. *** Die Unterredung der feindlichen Finanzminister. der ark Die französische Jahrestlasse 1916. %. ᷣ...... hilflos anstarren, durch ihr armseliges Land. Das Getreide mußte teilweise durch deutsche Truppen ausgedryschen werden, Organisation, etwa dem Nachbar zu helfen, scheint den Polen fremd zu sein. Von dem Getreide, das sonst verkommen wäre, sind schon 5000 Zentner Roggen nach Deutschland ge⸗ führt worden. Immerhin in dem verhältnismäßig Heinen Um⸗ kreise und der Kürze der Zeit, da wir systematisch vorgingen, ein hübsches Resultat. Das kleine Bauerngut mit seinen strohgedeckten Ställen und Scheunen, seinem kümmerlichen Wohnhaus, das eine Stube und eine Küche enthielt, war noch einmal geteilt worden. In der Mitte hatte man eine neue Scheune aufgerichtet, eine Wohn⸗ hütte dazu und zwei Brüder suchten mit dem zu leben, was den Vater kaum noch ernährt hätte. Diese Teilung findet man oft; sie ist zusammen mit der primitiven und unordentlichen Bewirt⸗ schaftung des nicht gerade guten Bodens eine Ursache, die zu immer größerer Verarmung führt. Wir kamen in ein Wassermühlengrundstück. Der ungeheure Gegensatz der sauberen Wohnstube, mit einem Tisch, auf dem eine weiße Decke lag, mit Borden voll blitzendem Porzellan, die sichtliche Ordwung fiel mir auf. Die Besitzerin, eine Stadtpolin, sagt: Mein Mann ist Deutscher, die Russen haben ihn fort⸗ geführt. Sinnfälliger hätte deutsche Art nicht von russisch⸗pol⸗ nischer abgehoben werden können, wie es hier geschah. Es war die gleiche arme Umgebung, die gleiche kümmerliche Lebensweise, aber es war, als Bauernhäusern ringsum für immer trennte. Genau wie die Grenze hier im Osten kein Strich ist, der nur zwei Staaten voneinander scheidet, sondern auch Verkommenheit und aufbauende Arbeit, Vegetieren und kräftiges gesundes Leben, so ist das Haus, das der Deutsche hier in Russisch⸗Polen— um beim Nahen zu bleiben— baut, wie fremdes, glückliches Land, es bezeugt so stark die Ueberlegenheit, die so ausdrückliche Ueberlegenheit der Rasse, daß schließlich in dem anderen Volke der Haß aufsteht. Der Slavenhaß gegen Germanentum. Nur die Kreise, die schon abgefärbt haben, die in heißer Arbeit gelernt haben, werden diesen Haß nicht mitfühlen. Den Eindruck denkbarster Trostlosigkeit, den der Besuch in vier, fünf Dörfern mit sich bringt, kann der Besuch bei den Gütern nicht auslöschen. Gewiß, ich sah ein paar hübsche Herren⸗ häuser, die selbst in ihrem jetzigen Zustand, da deutsche Ein⸗ guartierung in ihnen lag, noch für gewissen Wohlstand und für sehr gastlichen Sinn zeugten, aber hinter diesen Herrenhäusern lag die lange Zeile der Kossätenwohnungen, die, sobald es nicht friert, tatsächlich bis über die Türschwelle in Jauche stehen müssen. Jetzt liegen oft Mann und Frau und Kinder und außer⸗ dem die deutschen Mannschaften in dem einen kleinen Raum (mit Kochherd), den die Familie bewohnt. Der Offizier, der uns aus dem Schloß begleitete, erzählte denn auch, seinen Leuten fiele aus bestimmten Gründen das Stillestehen schwer.. Auffallend sind die vielen Kirchen in der armen Gegend. Sie stammen aus der Revolutionszeit, da man sie schnell auf⸗ baute, um sie als Festungen zu benutzen. Sie haben feste stei⸗ nerne Mauern und leichthin gezimmerte Holzdächer. 5 Das Bild Kosziuskos hängt in fast allen Schlössern, die ich sah, auch wie das in Rußland verbotene Bild, das die Freiheitsapotheose Polens darstellt, fand ich in einem Herren⸗ haus. Der Kaplan des Dorfes, zu dem dies Gutshaus gehörte, weigerte sich russisch— das mein Begleiter fließend beherrschte — zu sprechen, und da die polnische Unterhaltung oft stockte, schlug ein Offizier, der in der Kaplan⸗Wohnung einquartiert war, vor, sich zu helfen, wie er es auch täte, er verständigte sich mit dem geistlichen Herrn auf lateinisch. Es ging auch. Wenn mein alter Lateinlehrer, der eine von uns Jungens nie recht geglaubte dunkle Geschichte aus dem dunkelsten Afrika zu erzählen pflegte, in der zwei Forscher verschiedener Nationalität, die die Sprache des anderen nicht kannten, sich fließend auf lateinisch verständigt hätten, wenn mein alter, guter Lateinlehrer diese lateinische Unterhaltung gehört hätte, er würde trotz der vermutlich hanebüchenen grammatischen Schnitzer seine helle Ge⸗ nugtuung gehabt haben. Im Kriege kann man eben tausend Dinge nützlich anwenden, die man längst in einen Winkel ge⸗ Paris, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem backt hatt mps“ sind die Aushebungsarbeiten für die esklasse 1916 in Paris gestern beendet worden. Von Gestellungspflichtigen wurden ungefähr 12 000 für unden. Das Ergebnis ist hinter der Jahresklasse 1915 zurückgeblieben, doch erklärt der Temps, es sei sehr befriedigend. Mängel im französischen Heere. Paris, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Leitartikel der . 5 es nur möglich sei, zu dem g mum für die zu einem Siege notwendige militärische Kraft⸗ anstrengung zu gelangen, wenn die Mißstände im Heere und der Heeres intendantur endlich aufhörten. In dem Artikel heißt es weiter:„Seltsame Gerüchte laufen um Man spricht von zu eilig und schlecht gelieferten Ausrüstungsstücken und zahlreichen Ecmarogern in der Intendantur, die auf Kosten des Staates un⸗ geheure Gewinne einstecken. Man sagt, daß militärische Beamte aus politischer oder persönllcher Gefälligkeit Mili⸗ tärpersonen aus dem Frontdienst in die Depots bringen, von den unzähligen Klagen über den Sanitätsdienst gar nicht zu reden Wenn allen diesen Mißständen nicht abgeholfen wird, 71 ße und wenn lauter Genies unser Heer führten, nichts zu hoffen!“ Französische Landwirtschaftsarbeiter. Paris, 2. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Auf Antrag des Acker inisters hat nach einer Meldung des„Temps“ der Kriegsminister beschlossen, daß den Mannschaften der Terri⸗ torialarmee, die in der Innenzone Dienst tun und im Pri⸗ vatleben landwirtschaftliche Berufe ausüben, zur Aussaat und zul anderen dringenden landwirtschaftlichen Arbeiten ein IA4tägiger Urlaub gewährt werden darf. — Kriegsbriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kri i ¶Anberechtigter Nachbruck, auch aus zugsweise, verboten.) Polnische Bauern und polnische Güter. Myoncyn, Ende Januar. Der Tag war hell, stärkerer Frost hatte eingesetzt. An den Bäumen und Sträuchern glitzerte Rauhreif, der Hummel leuchtete hellblau und weiß über das schimmernde Land. Die Spitzen der alten Bäume standen wie ein schwarzes Schleiertuch vor dem Glanz Wolkengebilde. Der leuchtende Tag ließ die Armseligkeit der schmutzigen Dörfer greller her⸗ vortreten Wir hielten zuerst in Wojnowska. Ein Landsturmbatail⸗ lon lag hier in Quartier. Der Schmutz war überfroren, so daß ich über den Hofraum in eines der Bauernhäuser treten konnte, ohne zu versinken.„Wir haben keine Kartoffeln“, sagte eine junge, kräftige Frau, die nur mit Rock und Hemd bekleidet, den finger⸗ dicken Staub zusammenkehrte.— daß ich auch gar keine Kartoffeln wollte. Leute auf. Ein junger stattlicher Pole 5 ihn, warum er micht in der russischen Armee diente. Sohn,“ sagte er und ich mußte an das 1 Lächeln meiner jüdischen Wirtin denken, als ich mit einem igen Söhne dasselbe fragte:„Es dienen in der Armee, wer wird er hat Geld?“ 8 Der junge Mensch wurde mitteilsamer. Er klagte, daß man ihm die vorletzte Kuh fortgenommen hatte. Er zeigte auf die verwahrlosten, leeren Ställe. 5 Der Krieg ist hart für Polen, und die Leute wissen nicht, warum sie leiben. Sie haben es nie gut, diese armseligen Dörser, die einen Hauptteil der polnischen Halbia iter nach 725 Ja 18 — e. Die schwarze Mutter Gottes von Czenstochau sah von der Wand herab auf unsere Unterredun über polnische Revolutions kirchen und das mächtige hölzerne ifir, das aus Köln stam⸗ men sollte. Eine alte ganz verkrümmte und verhutzelte polnische Bäuerin lag auf den Knien vor dem Bilde. Sie hob ihre Arme inbrünstig zu der schwarzen Maria. Ich verstand ihr Gebet nicht.„Für ihren Sohn,“ sagt der Geistliche. Myoncyn war erstaunlich sauber. Die Wege waren mit gelbem Sand bestreut, jeder Unrat zur Seite gekehrt. Eben, da wir unserm Erstaunen Luft machten, kam der Ortskommandant und meinte,„ja, sie mögen es jetzt auch nicht mehr leiden, es kommt ihnen so fremd vor. Es war aber eine schwere Arbeit, das durchzusetzen.“ Die Dorffugend hatte sich um uns versammelt. Ich gab einem kleinen, niedlichen Mädchen ein Stückchen Schokolade. Das machte einen Knix, tief und anmutig und küßte mir— ich mochte wollen oder nicht— die Hand. Dzieka je bardzo. Ich danke sehr. 4 5 Sie war eine arme Polin. Sie wird dem die Hand küssen, den sie für den Herrn hält, wie ihre Schwester und Brüder auch. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Der Kaiser in Wilhelmshaven. (WTB.) Berlin, 2. Febr.(Amtlich.) Der Kaiser begibt sich im Laufe des morgigen Tages zu Besichtigungen nach Wilhelmshaven. Der Reichskanzler beim König von Bayern. München, 2. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Der König hat den Reichskanzler in Audienz empfangen. Ausfuhrverbote. Berlin, 2. Febr.(WTB) Der„Reichsanzeiger“ veröffent⸗ licht eine Bekanntmachung des llvertreters des Reichskanzlers, nach der verboten wird, die Ausfuhr von Hirse, Wachs der Nummern 73, 141 und 247 des Zolltarifs, Erdwachs(Ozokerit), ereinigt und Zeresin in Blöcken, Täfelchen oder Kugeln, Wachs⸗ tumpfen von gereinigtem Erdwachs und von Zeresin Nummer 249 des Zolltarxifs, Tabak und Tabakfabrikate, Kleesaat, Grassaat, Runkel⸗, Zucker⸗ und Feldrübsamen, Mohrensamen, gepulverte Knochenkohle, Sanatogen, Plasman und anderen Trockenmilchfabri⸗ katen. Ferner ist verboten die Ausfuhr und Durchfuhr von: Loko⸗ motiven und Teilen davon, Nummern 892 und 898 des Zoll⸗ tarifs, Roheisen mit weniger als ein Prozent, Blechen aus Eisen, roh und entzündet, gerichtet, dressiert, gefirnißt, sowie gepreßt, ebuckelt, geflanscht, geschweißt, gebogen, gelocht, gebohrt mit einer Starte von 4,5 Millimeter oder darüber, Wellrohren, durch Wal⸗ zen, Ziehen oder dergleichen gewellten Röhrchen(aus Eisen mit einer Wandstärke von 4,5 Millimeter oder darüber, inn, roh und Zinkblech roh, Nummer 855 und 856 des Zolltarifs. Beschlüsse der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 3. Febr. Die sozialdemokratische Frak- tion des Reichstags hat in ihrer gestrigen Sitzung laut„Vor⸗ wärts“ folgenden Beschluß gefaßt: Die Fraktion schließt sich der über die Abstimmung Liebknechts abgegebenen Erklärung des Frak- tionsvorstandes vom 2. Dezember 1914 an. Sie verurteilt den von Liebknecht begangenen Disziplinbruch auf das schärfste, sie weist die von ihm verbreitete Begründung seiner Abstimmung als unvereinbar mit den Interessen der deutschen Sozialdemokratie entschieden zurück. Ebenso verurteilt sie die von Liebknecht im Auslande verbreitete, irreführende Mit- teilung über Vorgänge innerhalb der Partei. Da der Fraktion ob eine Welt diese Stube von den polnischen] 92255 2. Maßnaßmen zuftebt, so muß sie die endalltige Ent dem nächsten Parteitag anheimstellen. Die Fraktion hat hat geschlossen zu erfolgen, soweit nicht für den einzelnen Fall die Abstimmung ausdrücklich freigegeben ist. Glaubt ein Fraktions⸗ mitglied nach seiner Ueberzeugung an der geschlossenen Abstim⸗ mung der Fraktion nicht teilnehmen zu können, so steht ihm das Recht zu, der Abstimmung fernzubleiben, ohne daß dieses einen demonstrativen Charakter tragen darf. * Berlin, 3. Febr. Von dem Prinzen Au gust berichtet der Berliner„Lok.⸗Anz.“: Ter doppelsvlittrige Bruch des Unter⸗ schenkels und der mehrfache Bruch des linken Fußes sind nach einer neuerlich vorgenommenen Durchleuchtung von der völligen Heilung noch weit entfernt. Die langsam fortschreitende Besserung gestattet dem Prinzen fedoch, der Weisung des Arztes entsprechend aus⸗ zusahren und auch dank der bequemen Transportmöglichkeiten hin und wieder ein Theater zu besuchen. Der Termin der Rückkehr in die Front läßt sich noch nicht ersehen. — Aus Stadt und Cand. . Gießen, 3. Februar 1915. Gedenkt der hungerden Vögel! Eine schlimme Zeit ist nun auch für die Vogelwelt an⸗ gebrochen. Die Ungunst der Witterung, Kälte und Schnee lassen die bei uns überwinternden Vogelarten jetzt nicht die Nahrung erlangen, deren sie zur Erhaltung ihres Lebens bedürfen. Wenn der Mensch sich ihrer nicht annimmt, gehen unzählige der so nützlichen und zutraulichen Tierchen zu⸗ grunde. Sie sind auf unsere Barmherzigkeit angewiesen. Gedenken wir also auch dieser unserer! itgeschöpfe und geben wir ihnen die 755 Erhaltung ihres Lebens er. liche Nahrung. Rübsamen, Hanfsamen, die geringsten Küchenabfälle, namentlich Fleischreste— für all dies sind die hungernden Vögel dankbar. Man streue oder lege das Jutter an eine geschützte Stelle; für die Meisen bringe man die Körner in hohlen Holzeiern unter. Es macht jung und alt viel Vergnügen, zuzusehen, wie die geschmeidigen Kost⸗ gänger sich an dem für sie gedeckten Tisch einfinden. Durch ihren Gesang und durch Insektenvertilgung bieten sie uns in besserer Jahreszeit eine reichliche Gegenleistung für das, was wir jetzt an ihnen tun. * Ritter des Eisernen Kreuzes: Off. Stellv. Otto Heyd aus Lang⸗Göns, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116. Uffz. d. R. Hermann Euler aus Butzbach, Inf.⸗Regt. 168. Feldunter⸗ arzt Herwig Krekel aus Hadamar. Reservist Jakob Münz aus Offheim, Res.⸗Inf.⸗Regt. 87. Uffz. Mahner aus ö Ems, Feldart.-Regt. 8. Gefr. Heinrich Wagner, Pion.⸗Bat. 16 und Gefr. Karl Roth, Garde⸗Gren.⸗Regt. 5, beide aus Eppenrod, Unterlahnkreis. Wallmeister Welcker aus Dillenburg. Rechtsanwalt Dr. Sey d, Leutn. d. L. 1, Res.⸗ Inf.⸗Regt. 80, aus Friedberg. Lehrer Leutn. d. R. Dickler aus Friedberg. Oberlt. d. L. Viebahn aus Friedberg. Prinz Karl zu Yhsenburg und Büdingen, 7 Korvettenkapitän und Kommandeur des 2. Bat. des 5. rine-Regiments in Flandern. Postass. Friedrich Volz, Feldw.⸗Leutn. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Düdelsheim. Res. Moritz Siesel aus Ober⸗Mockstadt, Inf.⸗Regt. 116. Hauptmann Schreiber aus Ulm, Kreis Wetzlar, Landst.⸗ Bat. Darmstadt. Uffz. Noack aus Wetzlar, Feldart.⸗Regt. 4 1115. e 19 er aus eh 1 116, im 2. ob Holzheimer 1 Worms, Ref-Inf det 0. a: r Krieg und Angestelltenversicherung. Vom Orts ausschuß Gie rungsanstalt für Angestellte wird uns geschrieben: Der Krieg hat als Folgeerscheinung in unserem Wirtschafts⸗ ——„ in den ersten Kriegsmonaten, eine größere ellenlo jedoch erfreulicherweise in der letzten Zeit wieder erheblich im Rückgang begriffen ist. Es erscheint besonders wichtig, die bisher versicherten, teilweise noch stellenlosen Angestellten auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam zu machen, die ihnen für diese Zeit eine Sicherheit zur Ve rhinderung des Erlöschens der Anwartschaft gewähren. Nach 8.49 des Gesetzes erlischt die Anwartschaft, wenn in einem Beitragsjahre weniger als 8 Beitragsmonate gezahlt wor⸗ den sind und die Zahlung einer Anerkennungsgebühr, die jährlich 3 Mark beträgt, unterlassen worden ist. Einen Schutz bietet 8 50 des Gesetzes, der im wesentlichen e lautet:„Die durch Nichtzahlung der nerkennungsgebühr verlorene Anwartschaft lebt wieder auf, wenn die ruͤckständi⸗ gen Beiträge im folgenden Kalenderjahre nachgezahlt wer⸗ den. Die Beiträge können auch auf Antrag bei der Reichs⸗ versicherungsanstalt während der Wartezeit gestundet und später mit den Pflichtbeiträgen, soweit sie mehr als 8 für das Jahr betragen, verrechnet werden.“ Wenn z. B. ein Ver⸗ sicherter 1914 nur 6 Beiträge 17 15 hat statt der pflicht⸗ emäßen 8 Beiträge und ist 1915 10 Monate in Stellung, fo können die 2 Beiträge, die er mehr als die 8 Pflichtbeiträge gezahlt, auf 1914 angerechnet werden, so daß sich die Zah⸗ lung der gestundeten Beiträge erübrigt. * Stadttheater. Zum morgigen Vortrag Norbert acques über„Paris und London während der riegszeit“ dürfte einiges aus dem Referat eines gro⸗ ßen urger ttes aus der letzten Woche interes⸗ sieren. Es heißt da:„Norbert Jacques ist den Hamburgern kein Fremder und als vielgereister Mann und Vertreter großer Blätter ist er auch ein Mann nach dem Herzen unserer See- und Handelsstadt. Und nun dieser nstand: Die beiden auptstädte unserer westlichen Feinde im Krieg! Es lag auf der Hand, daß hier et⸗ was zu hören und zu erfahren war. Der Andrang war des⸗ halb außerordentlich stark. Von denen, die die Bes affung der Karten auf den letzten Tag verschoben hatten, konnten nur noch wenige befrie werden. Mehr als 1000 ragende mußten schon im Vorverkauf weggeschickt wer⸗ en, trotzdem der 1 1 Saal Hamburgs gewählt worden war.... Jacques ist ein e Sprecher; er redet deutlich, natürlich, anschaulich und weiß durch Wechsel von Ernst und Ironie bis zum letzten Wort fesseln. Kurz, der englische wie der französische Abschnitt der Reise fand stärksten Beifall und oft schallte das ae mitten zwischen den Text. Die begeisterte Aufnahme des dem nicht entfernt ne Wiederholung in Vortrages wie der stürmische Andran Erwägung zu ziehen, die als gesichert betrachtet werden genügt werden konnte, veranlaßte darf.“ 1. * Der Allgemeine Staats⸗Gisenbahn⸗ abends Verein Gießen hielt am Sams 30. Jan., a in Kobels Restaurant seine alljährliche Hauptversamm⸗ lung ab. Dieselbe wurde von dem Ober-Ba hofsvorsteher Rechnungsrat Kuchler eröffnet mit dem Hinweis auf den ausgebrochenen Weltkrieg, in welchem wir mit unserer Deulschlanb schicken, aber jezt geht die Not, die sie wie Kinder nach dem Organisationsstatut nicht die Handhabe zu weitergehenden Kriegspflicht durchaus durchhalten müßen. In der Oßfer⸗ wüßte Eiese min aach 8. ae, e r weiter beschlossen: Die Abstimmung im Plenum des Reichstags en der Reichsversiche⸗ sigkeit von Angestellten mit sich gebracht, die wn i eee r Vortr ereine 300 Mk., Angehörige der Heeresver— .— aller waltung 150 Mk., das Rote Kreuz 150 Mk., den Töchterhort 50 Mk. und für die Sanitätskolonne vom 20 Mk. Ferner wurde beschlossen, Frühgemüse und ühkartoffeln den Kleingartenbau der Eisenbahner durch Anpachtung geeigneter unbenutzt liegen- der Landflächen tatkräftigst zu unterstützen. Hierfür würde eine Kommission, bestehend aus den Herren Compter, Kliffmüller und Walther gewählt, die sofortige vor bereitende Schritte unternehmen wird. Die wackere Gesangs⸗ Abteilung trat zum Schluß mit patriotischen Liedern auf. gur Verwertung der Küchenabfälle veröffent⸗ licht der Oberbürgermeister im Anzeigenteil vorliegender Nummer einen Aufruf an die Hausfrauen, der der Aufmerksamkeit dringend empfohlen sei. Die Bezirkssparkasse Gießen macht in vorliegen⸗ der Nummer bekannt, daß sie vom 4 d. M. ab ihre Zahlstunden auf die Vormittage vom 8—1 Ühr beschränken muß. Eine zweite Fahrkarten⸗Druckmaschine ist seit einigen Tagen an den Fahrkartenschaltern unseres Bahnhofs in Gebrauch genommen worden. Während bisher nur drei Klassen gedruckte Fahrkarten von dem Verkäufer maschinell hergestellt wurden, stellt die neue Maschine für 1900 Stationen, deren Zahl auf gesteigert werden kann, Karten 1. bis 4. Klasse her. Landkreis Gießen. B. G. Großen ⸗Buseck, 3 Febr. Am vergangenen Sonntag ersolate hier eine Zusammenkunst der Jungmannschasten Großen Buseck, Beuern, Reiskirchen, Hatten rod usw., um des Geburtstages des Kaisers zu gedenken. Auf dem Anger fand eine Paradeausstellung mit einer zündenden An— sprache des Herrn Wachtmeisters Glaub, Reiskirchen, statt, daran anschließend ein Vorbeimarsch unter Vorantritt der Spielleute der Jugendwehr Reiskirchen. Alsdann war Kompagnieexerzieren und Sturmangriff auf den Hohen Berg. Bei einem gemütlichen Zu— sammensein im Saale Brück forderte Wachtmeister Glaub auf, in dieser ernsten Zeit zusammenzustehen wie eine Mauer, denn nur dadurch werde es uns ermöglicht, einen glänzenden Sieg davon— zutragen. Herr Berlin trug vaterländische Gedichte vor und Herr Kaufmann Rühl schilderte den jungen Leuten die Schwere des wirtschastlichen Kampfes gerade mit England.— Aus unserer Gemeinde sind bis jetzt sechs Krieger mit dem Eisernen Kreuz und ein weiterer mit dem Bayerischen Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet worden. E Göbelnrod, 2. Febr. In welch reichem Maße auch in kleineren Landgemeinden für unser liebes Vaterland an Liebes- gaben gespendet wird, zeigt sich auch in unserer Gemeinde. Hier wurden vor lurzem für Ostpreußen 115 Mk., für den 2. hessischen Lazarettzug 60,70 Mk. gesammelt. Ebenso gingen in der Reichs- wollwoche eine große Menge Tücher, Decken, Kleider u. dergl. als Gaben 910 f 1 80 „Lich, 2. Febr. Am Sonntag beging die Jugendwehr des Bezürks Lich die Feier des Geburtstags des Kaisers. In fröhlichen Scharen zogen die Jungmannschaften mit ihren er an der Spitze dem Festsaale zu, wo um 3¼ Uhr der Oberleiter der Uebungen, Forstmeister Heimburg, seine Begrüßungs⸗An⸗ sprache an die Festteilnehmer, wohl 600 an der Zahl, richtete. Auf den Wert und den Zweck der llebungen der Jugendwehr in dieser sehr ernsten Zeit näher eingehend, betonte er, daß es gerade⸗ K einer Schande gleich sei, wenn sich gesunde junge Männer diesen ngen, die sür den demnächst folgenden Militärdienst von bohem Wert seien, unter nichtigen Gründen fernhielten. Er for⸗ derte alle Anwesenden auf, an ihrem Teil dazu mitzuhelfen, daß auch die den Uebungen bisher Ferngebliebenen sich regelmäßig und pünktlich beteili sollten. Die von Wärme und e durchwe te Ansprache dürfte ihren Zweck kaum verfehlt haben. Ein kräftiges Hoch auf das liebe deutsche Vaterland durchbrauste den Saal, und feierlich erscholl die deutsche Hymne: „Deutschland, Deutschland über alles“. Nach dem nun folgenden Vortrag des Gesangvereins Cäcilia:„Gebet vor der Schlacht“ erhielt Pfarrer Freytag das Wort zur„ Kaiserrede“. Hier redete ein echter Patriot, der es verstand, die gewaltige Zu⸗ hörermenge so zu fesseln, daß lautlose Stille in dem weiten Raume herrschte Er feierte unsern geliebten Herrscher als Kaiser des Frie⸗ dens und als Kaiser des ieges, der in echt kameradschaftlicher Weise unter seinen Truppen weilt und auch die Strapazen und Entbehrungen mit ihnen trägt, die das Kriegsleben mit sich bringt. Seine Rede klang in ein kräftiges„Hurra“ auf unseren obersten Kriegsherrn aus, und das„Heil Dir im Siegerkranz“ schloß sich als allgemein gesungenes Lied an. Die nun folgenden rträge des Gesangvereins Cäcilia:„Reiters Morgenlied“ von A. Kirchl und„Heimatlied“ von Wengert, fanden großen Anklang. Beide waren so recht passend zu der herrschenden Stimmung und wurden mit großem Geschick zu Gehör gebracht. Nunmehr ergriff Leutnant der Reserve Dr. Meyer von Gießen das Wort zu seinem Vortrag über Kriegserlebnisse. In außerordentlich anschaulicher Weise er⸗ zählte er Selbsterlebtes aus den Kämpfen bei Craonne an der Aisne, in denen er als Kompagnieführer mitgekämpft und sich das Eiserne Kreuz erworben hat. Nach dem gemeinsamen Lied:„Es braust ein Ruf wie Donnerhall“ erhielt Dr. Meyer nochmals das Wort zu einer herrlichen Würdigung der Kriegslieder, die so gerne von unseren Soldaten im Felde 1 werden und deren tiefer Sinn erst jetzt in der schweren Kriegszeit von vielen richtig verstanden wird Das Schlußwort bekam der Vertreter des Großh. Kreisamts Gießen, Kreisschulinspektor Prof Dr. Alles. Er wies nochmals auf den Wert der Jussendpehrübungen für die Wehrkraft unseres Volkes hin, dankte allen denen, die zur Ver⸗ en schönen Feier mitgewirkt hatten, dankte den Jung⸗ mannschaften und allen Anwesenden für ihr Erscheinen. Ganz besonderen Dank zollte er dem Feen Wag ene Heim⸗ burg, und dem Oberführer der Uebungen, Wachtmeister Weber, die sich großer Mühe für das Gelingen der guten Sache unter⸗ r 6 Gegen 7 Uhr erreichte die in allen Teilen würdige Feier r Ende. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 2. Febr. Die Turnhalle ist in ein Lazarett umgewandelt worden. Es befinden sich bereits 30 verwundete Soldaten aus hiesiger Gegend darin. Die Leitung des Lazaretts hat Herr Dr. med. Pyreth übernommen. 2— Verluftliste. Infanterie-Regiment Kaiser-Wilhelm Nr. 116. — Gefechte am 19. u. 20. I. 15.— 3. Kompagnie. Musk. Heinr. Albohn, Hattenrod, Ober⸗ schenkelschuß, z. Zt. in der Münchener Poliklinik. 9. Kompagnie. Musk. Phil. Greb, Eichelhain, Lauter⸗ bach, lyw.— Musk. Herm. Schenk, Hamburg, low.— Res. Konrad Klee, Holzheim, Gießen, gestorben an seinen Wunden Laz. Omen⸗ court 20. 1. 15. Reserve⸗Infanterie-Regiment Nr. 116. 6. Kompagnie. Musk. Otto Michel, Röthges, Gießen, low. 2. 1. 15, gemeldet vom Res.⸗Feldart.⸗Rgt. Nr. 25. Aus Mexiko. London, 2. Febr.(W. T. B. Nschtamtlich.) Die„Daily Mail“ meldet aus der Stadt Mexiko: Carranza schlug die Anhänger Zapatas in der Vorstadt Mexiko und versolgte sie. General Roten Kreuz zur Beschaffung von Obregon hat einen Erlaß veröffentlicht, durch den das unter 115 n Villas herausgegebene Papiergeld für ungültig er⸗ rt wird. Vermischtes. Angstträume englischer Soldaten. Ein Mit⸗ arbeiter der englischen medizinischen Wochenschrift The Lancet, der als Arzt an der Front tätig ist, hat die psychischen Folge⸗ erscheinungen der Aufregungen untersucht, die der Krieg mit sich bringt. Er konstatierte bei den englischen Soldaten einen häu⸗ figen nervösen Zusammenbruch.„„Manche solcher Fälle sind sicherlich hoffnungslos, aber es gibt auch andere, und 15 sind glücklicherweise in der Ueberzahl, so daß aus diefen psychisch Er⸗ krankten bei guter Behandlung noch wieder nützliche Bürger werden können. Man sollte solche günstigeren Fälle nicht so⸗ gleich in Irrenhäuser unterbringen. Die Schwierigkeit für die als untauglich von der Front zurückgeschickten Soldaten, im bür⸗ gerlichen Leben Beschäftigung zu finden, ist ohnehin sehr groß, und man sollte daher diesen nervös Erkrankten nicht das Stigma eines Aufenthaltes im Irrenhause aufprägen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.“ Soldaten von nervöser Veranlagung reagieren in sehr Aarker Weise auf den jähen Schrecken, den eine Explosion in unmittelbarer Nähe hervorruft. Bei manchen entwickelt sich dann eine Tendenz zum Nachtwandeln. Man begegnet ihnen mit allen Zeichen des Entsetzens und der — auf den Zügen in halb bewußtlosem Zustande, wie sie nach ihrem Regiment suchen. Die Furcht davor, von den Kame⸗ raden getrennt zu werden, tritt überhaupt mit fehr großer Häu⸗ ligkeit auf, und dieses Grauen vor dem Alleinsein spielt eine Hauptrolle in den häufigsten Angstträumen, die man bei Sol⸗ daten in der Feuerlinie beobachtet. Sie träumen, daß sie end⸗ lose Schützengräben entlang wandern, die wie die Irrwege eines Labyrinths in ewiger Folge ineinanderlaufen, oder daß sie durch einsame dunkle Wälder eilen auf der Flucht vor einem un⸗ sichtbaren Feind, der ihnen dicht auf den Fersen ist. Das leiseste Geräusch während des Schlafes ruft Visionen von explodierenden Granaten oder den Eindruck von dem Tritt marschierender Regi⸗ menter hervor. Die Träumenden stoßen dann laute Angstschreie aus und wecken dadurch die neben ihnen liegenden schlafenden Gefährten. Ein anderer gewöhnlicher Alptraum des englischen Soldaten ist der, daß plötzlich Alarm geblafen wird und er nun seine Waffen nicht finden kann, in steigender Angst nach ihnen sucht und schließlich durch das heftige Hin⸗ und Herwerfen, von kaltem Schweiß bedeckt, aufwacht. Andere Leute träumen, daß sie einem Feinde das Bajonett in die Brust gebohrt haben und nun nicht imstande sind, es wieder herauszuziehen, während sie selbst von allen Seiten angegriffen werden. Das häufige Auf⸗ treten solcher Träume ist ein Anzeichen für eine schwere hyste⸗ rische Erkrankung, wie deren der Artz einige beobachten konnte. Die Kranken leiden an Schlaflosigkeit und Unruhe; in einigen Fällen wurden Sehstörungen und die Unfähigkeit, Buchstaben zu Worten zusammenzusetzen, beobachtet. Kleine CTageschronik. Mannheim, 2. Febr.(Priv.⸗Tel.) Als heute früh um 71% Uhr der von der Staatsanwaltschalt Pforzheim wegen Mordes an seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern verfolgte Kaufmann Johann Friedrich Poth aus Ersenbach von zwei Polizeibeamten in einem Hotel verhaftet werden sollte, brachte er sich einen scharsen Revolverschuß in die Stirn bei. Lebensgefährlich verletzt wurde er mit dem Sanitätswagen ins Allgemeine Krankenhaus gebracht. 7 a Märkte. 3285 c. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 3. Febr. Ausgetrieben waren 211 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 70.00— 73.00 Mk., Schlachtgewicht 9 00— 92.00 Mk. vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 70.00 00.00 ait 150 fe 90.00— 00.0 Mt. vollfleischige Schweine von 100—120 kg bendgewicht 70.00— 73.00 Mk., Schlachtgewicht 90.00—92 Mk. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Lebendgewicht 70.00— 73.00 Mk., Schlachtgewicht 90—9.„00 Geschaft lebhaft. 1 l le. Frankfurt a. M., 3. Febr.(Orig.⸗Telear. des„Giez. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27.9000 00, Kurhessischer Mt. 27.80 00.00, Roggen Mk. 90.00 00.00, Gerste Mk. 0.00, Mais Mk. 39—40, Haser Mk. 22.30. Alles ab den Stationen des Höchstpreisbezirks Frank⸗ furt a. Ml. zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision per 100 kg. — Futtermittelmarkt und Mehl. Kleie Mt. 13.00— 13.50, Bier- treber Mk. 27.00—28, Weizenmehl 0 Mk. 00.00 00, Roggenmehl Mk. 00.00— 00. Alles per 100 kg. se. Frankfurt a. M., 3. Febr.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mt. 7,00 bis 8,00, Kartoffeln im Kleinhandel Mk. 8,00—9,00, Alles per 100 Kg. Wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 3. Woche. Vom 10. bis 15. Januar 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 22,46%, Nach Abzug von 8 Ortsfremden: 9,50. Er-. Kinder Es starben an Zus. wachsene im 1 8 Un. Lab Diphtherie 100—— 10) Unterleibstyphus(Feinde) 2() 2 2)—— Lungenentzündung 3(1 Feind) 2( Feind) 1— Krankheiten d. Nervensystems 2(J) 2()—— Krankheiten der Verdauungs- organe 10) 101)—— Masidarmkrebs 1 1 8— Kriegsverletzungen 2(1 Feind) 2(1 Feind)—— anderen Krankheiten 2(U) 10)— 1 Summa: 14(8) 11077 1 2(J) Darunter 4 kriegsgesangene Feinde. Anm: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinde. Heute abend 8 Uhr: Kriegsbetstunde im der Johanneskirche. Pfarrer Ausfeld. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 4. Febr. 1915: Vorubergehend aufheiternd, dann Zunahme der Bewölkung, trocken, westliche Winde. 4 Letzte Nachrichten. Ganghofers Schilderungen aus dem Großen eee München, 3. Febr. Ludwig Ganghofer fährt mit seinen Perbfsenllich gen über seinen Besuch im Großen Hauptauartier fort. Er gibt zunächst eine Charakteristik des Reichskanzlers und einige seiner Aeußerungen und kommt dann auf sein neuliches Zu⸗ sammensein und sein Gespräch mit dem Kaiser zurück. Er sagt: Ich sah und hörte da ein für uns alle sehr lehrreiches Beispiel von des Kaisers Ruhe und Geduld gegenüber den Verleum⸗ dungsbomben. Diese Dinge erbittern. Die Stirne brennt; aber auch in der höchsten Erregung verließ ihn nicht die Herrschaft des Wortes: Ich hörte den Kaiser in einem Fall sagen: Das ist stark, aber dumm ist es auch Ein Glück, daß die Wahrheit auf die Dauer klüger ist und schnellere Beine hat. Ritterliches Verhalten einzelner Gegner erfreut ihn, und noch kaum einem Deutschen habe ich über die guten Eigenschaften, zähe Tapferkeit und kriegs⸗ technische Leistungen des Feindes so objektiv, gerecht und aner⸗ kennend urteilen hören wie den deutschen Kaiser. Auch 992 die Engländer hörte ich von dem Kaiser kein im Zorne maßloses Wort. ff Jedes Urtel, das er ausbricht, so streng es guch manchmal klingt ist immer innerhalb der Grenzen einer vollkommenen Zurückhal⸗ tung, doch klingt, wenn von den germanischen Vettern über dem Kanal die Rede ist, aus seiner Stimme ein leises, kaum merkliches Vibrieren. Im Gespräch mit dem Vertreter eines neutralen Staates sagte der Kaiser: Sie sind doch Sportsmann; wenn bei einem Wettrennen nach und nach alle schwächeren Konkurrenten ausschie⸗ den und es ringen nur noch die zwei stärksten Pferde um den Sieg, haben Sie da schon einmal gesehen, daß der Jockey des Pferdes, welches nachzulassen droht, mit der Peitsche nach den Pferde des Jockeys schlägt, welches ehrgeizigen und besser bei Kräften ist?(Kopfschütteln des Sportsmanns.) Nun, warum schlägt England nach uns, warum schlägt es nicht nach seinem fauler werdenden Gaul?— Und noch ein anderes Wort von ihm: Viele von den Leuten, die uns Deutsche nach den Aeußer⸗ lichkeiten des Schliffs beurteilen und uns Barbaren nennen, scheinen nicht 0 wissen, daß zwischen Zivilisation und Kultur ein großer Unterschied ist. Die Engländer sind gewiß eine höchst zivilisierte Nation, im Salon hört man es immer; aber Kultur haben be⸗ deutet, tiefstes Gewissen und höchste Moral besitzen. Und Moral und 5 5 5 haben meine Deutschen. Wenn man im Ausland sagt. ich hätte die Absicht, ein Weltreich zu gründen, so ist das der krasseste Unsinn, der je über mich geredet wurde, aber in der Moral 1 Fleiß liegt gewiß eine Kraft, die uns die Welt erschließen wird. Ganghofer schildert dann noch jenen Abend in dem kleinen französischen Winterquartier, an dem das Gespräch mit dem Kaiser stattgefunden hat. Außer dem Großadmiral waren hierbei als Gäste noch anwesend zwei Offiziere, von denen der eine ein Kurier aus Konstantinopel und der andere aus dem Osten vom Heere Hinden⸗ burgs gekommen war. Göhre als Landstürmer. Görlitz, 2. Febr. Der sozialdemokratische Reichstagsabge⸗ ordnete Göhre der sich trotz seiner 51 Jahre als Krie 1 williger meldete, tritt als Unteroffizier bei einem Bautzener Landsturmbataillon ein. Deutsche Flieger über Nancy und Lunsville. Rom, 3. Febr. Ein deutscher Flieger warf Bomben über Nancy ab, durch welche im Bahnhofsviertel schwe⸗ rer Schaden angerichtet wurde. Auch über Lune ville und Pont⸗à-Mousson warfen deutsche Flieger Bom⸗ ben ab, durch welche mehrere Personen getötet bezw. ver⸗ wundet wurden. Eine amerilanische Neutralitätsliga. Rotterdam, 3. Febr. Die„Times“ melden aus Washing⸗ ton, daß das Mitglied des dortigen Abgeordnetenhauses Bar⸗ tholdt eine Versammlung von Deutsch⸗Amerikanern ge⸗ leitet habe, in welcher eine amerikanische Neutralitätsliga ge⸗ gründet wurde. Die Liga würde von den Vertretern der deutsch⸗ amerikanischen Vereine, die eine Gesamtzahl von 5 Millionen Mitgliedern haben, und von den unversöhnlichen Iren unter⸗ stützt werden. Zweck der Liga ist nach den Satzungen, eine wirk⸗ liche amerikanische Neutralität wieder herzustellen und jene Neu⸗ tralität von der Unterwürfigkeit den Forberungen fremder Mächte gegenüber zu befreien, ferner ein offenes Meer für den Handel der Union zu erwerben. Die Beziehungen Rumäniens zu Bulgarien. Sofia, 3. Febr. Der aus Bukarest hierher zu⸗ rückgekehrte rumänische Gesandte hatte eine lange Aus- sprache mit dem Ministerpräsidenten Rados lawow. Die Mitteilung, daß Rumänien die Erleichterung des bu i schen Durchgangsverkehrs durch Rumänien zugesagt habe, macht hier vorzüglichen Eindruck. Es wird mir versichert, daß sich die Beziehungen der beiden Länder wesent⸗ lich gebessert haben und lange nicht so gut waren als sie es jetzt sind. Das Friedensgebet des Papftes. Rom, 3. Febr. Das Friedensgebet, das nach der Anordnung des Papstes am nächsten Sonntag in allen katholischen Kirchen veranstaltet werden soll, scheint nicht nach dem Geschmack der französischen Regierung zu sein. Nach einer hier vorliegenden Mel⸗ dung wurde der Text des Gebetes in Frankreich kon⸗ fisziert und das Verbot soll solange aufrecht erhalten werden, bis eine amtliche Interpretation des Gebetes vorliegt. ö Die österreichisch⸗russischen Kämpfe. Wien, 3. Febr. Nach Mitteilungen von unterrichteter Seite beginnen die Folgen des Zurückwerfens der Russen in den östlichen Karpathen bereits an der e schen Front sichbemerkbar zu machen. unter⸗ bleibt jedes aktive Vorgehen der Russen von der Festung Przemysl seit jenen Tagen. Das Bewußtsein der eigenen Schwäche ist als eine Hinderung der Truppenverschiebung zu bewerten. Trotz der täglich steigenden Zahl der Gefangenen ist in der Festung Proviant in Hülle und Fülle vorhanden. Militärbefreiungsschwindel in Rußland. ˖ Kopenhagen, 3. Febr Der„Rußkoje Slowo“ wird aus Petersburg berichtet, daß der Kriegsminister eine strenge Nachprüfung der Meldeliste der Offiziere und Aerzte der Reserve angeordnet habe, da er meint, daß viele aus Gesetzesunkenntnis ihre militärische Meldepflicht versäumt haben könnten. Aus Tula wird weiter gemeldet, daß die schwindelhaften Befrei⸗ ungen vom Militärdienst den Umfang des Pana ma⸗ skandals anzunehmen drohen. Eine große Anzahl von Personen besserer Kreise, darunter Fabrikanten, Stadträte, Hausbesitzer usw. und die Hauptschuldigen der Militär⸗ einziehungskommission sind verhaftet worden. Es werden täglich neue Verbrechen entdeckt. Enorme Bestechungen spie⸗ len dabei die Hauptrolle. Der Zusammentritt des englischen Parlaments. i. Köln, 3. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Ko pen⸗ hagen: Der Londoner„Daily Telegraph“ schreibt zum Zusammentritt des englischen Parlaments: Innerpolitische Fragen werden nicht angeschnitten werden. Man wird sofort zu den finanziellen Fragen übergehen, die mit dem Krieg zusammen⸗ Hängen. Der Friede zwischen Regierung und Opposition bleibt ungestört. Die Opposition hat der Regierung die freiwillige Unterstützung einer jeden mit dem Kriege zusammenhängenden Forderung versprochen. Die Tagung des Parlaments wird des⸗ halb vollkommen ruhig verlaufen. 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Komp. in ie e im Alter von 17½ Jahren den Heldentod. Die trauernden Hinterbliebenen. In tiefer Trauer: In deren Namen: Familie Johs. Conrad. Die Eltern: Johannes Gärtner und Frau, Climbach, den 3. Februar 1915. J. Gärtner nebst Frau und Kind. 15 Brüder: El F Schwester: K. Gärtner. Klein-Linden. eee ieee e eeH Beileidsbesuche dankend verbeten. 11379 CARL BERG-· GE SSEN Schuhwarengschäft Mäusburg Nr. 4 Alm Aut Anfertigung nach Mag Lager fertiger Herren- Damen- u. Kinder- stiefel ·VWinterschuhe in Kamelhaar u. Tuch Alleinverkauf der so beliebten Kinderstiefel Marke ⸗Petto- Danksagung. Für alle herzliche Liebe und Teilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste bewiesen worden ist, sagen wir innigen Dank, zugleich im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Reparaturen werden prompt ausgefuhrt III mmmmkau Allium Aalanunen nanu fische Ses 1½—5 Pfd. v. 4.5 48 Pig. Kabliau 9. K. Pfd. 40 Donnerstas frisch eintreffend: Bratfsche 77 2 Bratschellsische Pfd. 25 Pfg. 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