n Erstes Blatt 27 er Siegener Anzei e täglich, 9 Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäfts stelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. n R. Gießen . 9 105. Jahrgang er Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 2. Februar 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für dei⸗ politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz, sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Der Handelskrieg unserer Unterseeboote. Fortschritte in Polen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 1. Febr.(Amt⸗ lich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Von dem west⸗ lichen Kriegsschauplatz ift nichts wesentliches zu melden. Oestlicher Kriegsschauplatz: Von der ostpreußi— schen Grenze nichts neues. 5 Nördlich der Weichsel, in Gegend südwestlich Mlawa, ha⸗ ben wir die Russen aus einigen Ortschaften, die sie am Tage zuvor vor unserer Front besetzt hatten, verdrängt. 3 In Polen, südlich der Weichsel, gewannen wir weiter an oden. Südlich der Pilica haben wir unsere Angriffeer⸗ neuert. 5 Oberste Heeresleitung. *** Im Vordergrunde der Betrachtungen stehen die Taten unserer Unterseeboote, die überall bewundert— von den Engländern und Franzosen natürlich aber geschmäht wer— den. Es ist mittlerweile bekannt geworden, daß außer den gestern gemeldeten Fällen noch ein weiterer englischer Dampfer versenkt, zwei andere Schiffe verfolgt wurden. Das erregt bei unsern Feinden selbstverständlich unange— nehmes Aufsehen, und so beeilen sie sich, die deutsche Krieg— führung wieder einmal als barbarisch zu brandmarken. Dabei hatten die Reuter⸗Meldungen selbst vorher zuge— geben, daß die Besatzungen der englischen Dampfer gerertet und menschlich behandelt worden seien. Die amtliche„An⸗ klage“ der französischen Regierung, die, ohne den Sach— verhalt richtig zu kennen, ihre Finger in den englischen Topf gesteckt hat, nimmt den Mund sehr voll. Was es mit dem Flüchtlingsdampfer„Admiral Gantaume“ auf sich hat, hätte doch früher klargestellt werden müssen; es muß mit dem allergrößten Nachdruck bestritten werden, daß die deut⸗ schen Seeleute sich unmenschlich benommen hätten. Von Freund und Feind ist lebhaft und bewundernd die Ritter⸗ lichkeit anerkannt worden, mit der unsere Kriegsschiffe, be⸗ sonders die„Emden“,„Karlsruhe“ usw., die feindliche Handelsschiffahrt bekämpft haben. Die Unterseebodte können selbstverständlich nicht große feindliche Mannschaften zu sich herübernehmen, wenn sie im Kampfe siegreich gewesen sind. Sollen sie darum sich abhalten lassen, im Handels⸗ krieg mitzuwirten? England erklärt offen, daß es die Kriegs⸗ taktik befolgt, Deutschland auszuhungern; müssen wir da nicht alle er ten Mittel anwenden, um dieses Vor- haben zu durchkreuzen und seine uns zugedachten Schläge zu erwidern? Die Londoner Deklaration ge⸗ stattet die Zerstörung feindlicher Handelsschiffe, ohne über⸗ haupt der Mannschaft Erwähnung zu tun. Nur für das Auf⸗ bringen von neutralen Schiffen sind Bestimmungen vorgesehen. Wir leben im furchtbarsten Kriege, in den je Deutschland verwickelt war, und wir müssen die überlegene Waffe unserer Unterseeboote ohne Rücksicht auf die eng⸗ lischen Einwendungen führen. Mögen die Engländer sich danach einrichten, mögen sie Vorsicht walten lassen! Das Meer, das unsere Feinde beherrschen wollen und zuerst zum Kampfplatz gemacht haben, um uns rücksichtslos die Ver⸗ bindungen abzuschneiden, sollte auf einmal ein anderes Kriegsrecht in Anspruch nehmen als das Festland? Wenn dort ein Händler ertappt würde, wie er dem Feinde Zu⸗ fuhren bringt, würden ihn nicht alle Fährnisse des Krieges mit voller Gewalt treffen?.. Holländische Blätter wenden sich gegen den englischen und französischen Entrüstungssturm. So schreibt der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“:. „Ob und in welchen Fällen ein erbeutetes Handelsschiff ver nichtet werden darf, statt daß es in den Hafen geschleppt wird, ist eine Frage, worauf eine genügende Antwort nicht gegeben wer⸗ den kann. Einzelne heißen eine Vernichtung des Handelsschiffes nur in solchen Fällen gut, in denen eine absolute Notwendigkeit dazu vorliegt; andere dagegen halten die Vernichtung in jenem Fall für erlaubt, in dem das Schiff nach einem Hafen zu bringen, Beschwerden oder Gefahren verursachen würde. So erhielten beim Ausbruch des Krieges zwischen England und Amerika im Jahre 1812 die Befehlshaber der amerikanischen Kriegsschiffe den Be⸗ fehl, alle erbeuteten Schiffe sofort zu vernichten, da sonst ein ein⸗ zelner Kreuzer gegen die feindliche Handelsflotte wenig ausrichten konnte. Die Bestimmungen des Instituts für Internationa⸗ les Recht zählen fünf Fälle auf, in denen die Vernichtung erlaubt ist, nämlich 1. wenn der Zustand des Schiffes und das Wetter es unmöglich machen, das Schiff schwimmend zu er⸗ halten, 2. wenn das Schiff zu langsam fährt, um dem Kriegsschiffe, das es erbeutet hat, folgen zu können, und auf diese Weise wieder durch den Feind abgenommen werden könnte, 3. wenn das Her⸗ annahen einer feindlichen Uebermacht zu befürchten ist, die das er⸗ beutete Schiff wieder wegnehmen könnte, 4. wenn das Kriegsschiff Leute nicht missen kann, um das erbeutete Schiff aufzubringen, 5. wenn der nächste Hafen, wohin das Schiff gebracht werden soll. zu weit entfernt ist. In allen diesen Fällen müssen vor der Ver⸗ nichtung die Papiere von dem Schiff geholt werden und der Mann⸗ schaft Gelegenheit geboten werden, sich von dem Schiffe zu ent⸗ fernen. 3 Die Erfolge des U 21. Sondon, 1. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Lloyds mel det aus Douglas, daß der Dampfer„Keleoon Gar— st on“ am 30. Januar nordwestlich Liverpool in Grund ebohrt worden sei. Die Bemannung wurde durch das Küstenfahrzeug„Gladys“ gelandet. Dublin, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Leinster“ ver⸗ ließ gestern nachmittag Hollyhead. Hinter dem Leuchtschiff Kish wurde es von einem deutschen Untersee⸗ boot verfolgt, das eine halbe Meile lang hinterher fuhr. Das Paketboot„uUlster“ verließ gestern zu ge— wohnter Zeit Kingstown mit Passagieren. Die Versicherungs⸗ gesellschaft hielt es nicht für nokwendig, die Abreise von Schiffen aus Liverpool zu verbieten. Das Passagierboot„Grahia“ wurde auf der Fahrt von Belfast nach Liverpool sieben Meilen weit von einem deutschen Unterseeboot verfolgt; es gelang ihm aber nach einer aufregenden Jagd durch geschickte Manöver des Kapitäns Liverpool zu erreichen. Alle an Bord befind— lichen Personen, etwa 200 an der Zahl, hatten Rettungs- 8 erhalten und die Rettungsboote waren in Bereit- schaft. Berlin, 1. Febr.(tr. Blu.) Aus Rotterdam mel— det die„Tägl. Rundschau“: Das englische Hafenamt in Hull meldet für die Zeit vom 15. Dezember bis 15. Januar elf Schiffe in der Nordsee als vermißt. Die fer- neren Veröffentlichungen des Hafenamtes Hull sind am 23. Januar durch den englischen Zensor verboten worden. Berlin, 1. Febr.(etr. Bln.) Aus Amsterdam wird der„B. Z. a. M.“ gemeldet: Der dritte englische Dampfer, der von dem„U. 21“ in der Irischen See versenkt wurde, ist das Schiff„Kileoan Gar st on“. Es wurde 18 Meilen nordwestlich vom Golf von Liverpool in den Grund gebohrt. Die Bemannung wurde an Land ge⸗ bracht. Die Geretteten der versenkten englischen Dampfer erzählen, daß die deutschen Offiziere zu ihnen sagten:„Es tut uns sehr leid, daß wir Sie belästigen müssen. Aber wir haben Befehl erhalten, alle englischen Fahrzeuge in den Grund zu bohren.“ Der Kapitän eines anderen Dampfers erzählt, er habe eine Kiste mit 40 Rettungsgürteln gefunden. Das Schiff, von dem diese Kiste stammte, müsse von beträcht⸗ licher Größe gewesen sein. London, 1. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ Bureau meldet: Der britische Dampfer„Takamaru“ hatte 97 000 gefrorene Hammel, sowie Kleidungsstücke für die flüchtigen Belgier in Frankreich an Bord.— Der Kapitän des Fischdampfers „Niblick“ berichtete, er habe ein Behältnis mit vierzig Rettungs⸗ gürteln ohne jede Namensbezeichnun, aufgefischt. Die Zahl lasse vermuten, daß das verlorene Schiff, den die Rettungsgürtel ge⸗ hörten, von beträchtlicher Größe gewesen ist. Die 8 kam mit Kaffee, Zucker und Häuten beladen von La Plata. Die Mannschaft dachte an nichts Böses, als eine Explosion unterhalb der 5 stattfand. Das Schiff be⸗ gann zu sinken und gab Notsignale. Französische Torpedo⸗ boote beeisten sich, dem Schiffe zu Hilfe zu kommen. Zwei Schlepper brachten das Schiff nach dem Hafen von Le Havre.— Inzwischen in England angekommene Leute von der Besatzung der Taka Maru“ sagen aus: Das Schiff lag in Erwartung des Lotsen fast still, als eine furchtbare Explosion unter dem Wasser stattfand. Das Wasser drang in das Schiff ein. Die Leute retteten sich in die Boote; sie sollen nur die Schiffspapiere mitgenommen haben. Das Wetter war ruhig, so daß die Boote in der Nähe bleiben konnten, als das Schiff kenterte. Drei französische Fisch⸗ dampfer näherten sich dann und retteten die Mannschaft. Pressestimmen. Berlin, 2. Februar. Zu dem Erfolge der deutschen Tauchboote schreibt die„Kreuzzeitung“: Die kühnen Streifzüge der deutschen Unterseeboote in die englischen Gewässer rufen allenthalben das größte Aufsehen hervor. In fachtechnischen Kreisen des Auslandes wird der Mut der deutschen Seeleute be⸗ wundert. Ueber den Eindruck in Rom und Paris heißt es, in einem römischen Telegramm des Berliner„Lok.-Anz.“: Alle bewun⸗ dern rückhaltlos den Wagemut der deutschen Seeleute und die Technik der Werften, die Unterseebobte mit einem Aktions-⸗ radius von 2500 Seemeilen herstellen. Telegramme aus Paris bestätigen, daß man auch dort die ungeheure Bedeutung dieser„Kosakenfahrten“ würdigt. 8 Wien, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber das Wirken der deutschen Unterseeboote schreibt die„Reichspost“: Wuchtiger als jede böse Nachricht vom französischen Kriegsschauplatz mag heute in London die Meldung wirken, daß an der Westküste Eng⸗ lands, knapp vor den Toren großer Häfen mehrere Handelsschiffe von deutschen Tauchbooten vernichtet worden sind. Deutschland hat die Blockade gegen England eröffnet. Diese Tatsache muß das ganze selbstgefällige Sicherheitsgefühl der Engländer erschüttern. Der Hunger, mit dem die Briten uns und Deutschland zu besiegen gedachten, ist ihnen näher als uns. Noch einige solcher Hiobs— botschaften, und in England wird man über den Krieg anders zu denken beginnen.. f London, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily News“ erkennen an, daß der Erfolg der deutschen Unter— seeboote in der Irischen See bei Liverpool einen tian Eindruck gemacht habe. Das Blatt sagt aber weiter: Von einer Panik sei keine Rede, auch sei keine Lähmung des Ver- kehrs in den Häfen des Mersey vorhanden. Leichtfertige französische Behauptungen. Paris, 1. Febr.(WDB Nichtamtlich) Amtlich wird gemeldet: Das Marineministerium gibt folgende Note bekannt: „In einer gewissen Selbstachtung hat die deutsche Marine im allgemeinen Handelsschiffe der Verbündeten erst dann versenkt, nachdem sie die Besatzung aufgenommen oder ihr gestattet 8 50 sich zu retten. Einen Verstoß gegen diese Regel hatte sie ich bisher nur bei dem verbrecherischen Anschlag gegen den franzö⸗ sischen Postdampfer„Admiral Ganteaume“ bei Boulogne vorzuwerfen, der, mit belgischen Frauen und Kindern besetzt, von einem Torpedo eines deutschen Unterseebootes getroffen wurde, aber glücklicherweise die Küste gewinnen konnte; unterstützt von befreundeten Schiffen konnte die Mehrzahl der Passagiere gerettet werden. Heute entschloß sich die deutsche Marine, planmäßig und leichtfertig die Menschenrechte zu verletzen. Die Offiziere erhielten den Befehl, nichts mehr zu achten und sich so aus der Liste der Menschheit zu streichen. Deutsche Unterseeboote schossen am 30. Jan. ohne vorherige Warnung vier englische Handelsdamp⸗ fer an, davon zwei bei Havre und zwei in der Irischen See. Die ganze Welt wird sich mit Grauen gegen ein derartiges, einer zivilisierten Nation unwürdiges Kriegsverfahren auflehnen.“ Englische Entrüstung. London, 1. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Auch die en g⸗ lische Admiralität veröffentlicht jetzt ein Entrüstungs⸗ communiqué gegen die deutsche Kriegführung zur See, in dem es heißt, daß die deutsche Flotte offenbar entschlossen sei, das Völkerrecht bewußt und systematisch zu verletzen. Sie stelle sich durch das Torpedieren wehrloser Handels- schiffe außerhalb der zivilisierten Gesellschaft. Die ganze Welt würde von Abscheu erfüllt durch die Taten, die einer zivilisierten Nation unwürdig seien. * 05* Bor den Außenforts von Warschau! Berlin, 2. Febr. Nach der Krakauer„Nowa Reforma“ mel⸗ den verschiedene Morgenblätter, die deutschen und öster⸗ reichisch-ungarischen Truppen stehen nunmehr trotz des schlechten Wetters ka um mehr in Gefechtsweite von den Außenforts von Warschau. Die Bevölkerung der Stadt fliehe massenhaft in der Richtung auf Bialystock. Man sei der Meinung, daß die Russen sich nach der Räumung von Warschau in einer etwas kritischen Lage befinden. Berlin, 2. Febr. Eine Petersburger Depesche der Kopen⸗ hagener„Politiken“ besagt laut„Berl. Tageblatt“, daß ein großer Teil der Zivilbevölkerung von Warschau die Stadt ver lassen habe. Ebenso seien die Banken fortgezogen. Es herrscht großer Mangel an Lebensmitteln in der Stadt. Ein russischer Bericht. Petersburg, 1. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Großen Generalstabs. In den Wäldern nördlich Gu m⸗ binnen und Pillkallen rücken unsere Truppen unter be⸗ ständigen Kämpfen an gewissen Punkten vor. Auf dem linken Weichselufer fand am 30. Januar in der Gegend von Bor⸗ zymow ein erbitterter Kampf statt. Die Deutschen, welche dort am 29. Januar einen unserer Schützengräben eingenommen hatten, wurden von uns in der Nacht zum 30. Januar angegriffe ckigem Bajonettkamp Fe äußerst hartnä dem ützengrabet heren 1. mad t zwei ga Kompagnien nieder, machten drei Offiziere und über 60 Soldate zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr. Im Lau des 30. Januar versuchte der Feind aufs neue, uns zum Verlassen unserer vorgeschobenen Schützengräben zu nötigen, wurde aber überall nach blutigem Kampfe zurückgeworfen. Nur in einer unserer Sappen gelang es einigen feindlichen Truppenkörpern, sich festzusetzen. Aus Aussagen von Gefangenen geht hervor, daß die Deutschen für ihren Angriff auf einen Teil unserer Schützen⸗ gräben bei Borzymow am 28. Januar vier Regimenter Infanterie ins Feuer führten, von denen mehrere sehr mitgenommen wurden. In der Gegend des Dorfes Vitkovitse, sechs Werst südlich Vehgrod, besetzte ein deutscher Vorposten am 30. Januar eine Anhöhe, die er jedoch, von unseren Aufklärungstruppen angegriffen, wieder räumen mußte. Auf der ganzen Front auf dem linken Weichselufer erlangte unsere Artillerie durch fortgesetzte Beschießung der feindlichen Stellung merkliche Ergebnisse. Sie hat namentlich die Stellung eines deutschen Vorpostens vernichtet, Schützengräben beschädigt, Blenden zerstört, drei Maschinengewehre außer Kampf gesetzt und einen Teil der feindlichen Artillerie zum Schweigen gebracht. In den Kar pathen dauern die Kämpfe auf der Front zwischen dem Dukla- und dem Wychkow⸗Paß an. Unsere Stellung ist im allgemeinen stark. Was den linken Flügel auf der Front Nijnia-Polianka anlangt, so rücken wir erfolgreich vor und machen täglich Gefangene, deren Gesamtzahl wir nur all- mählich ermitteln können. In der Bukowina hat sich nichts ereignet, außer unwesentlichen Zusammenstößen von Vorposten. Dieser russische Bericht übertreibt kleine Einzelheiten und verschweigt die Hauptsache, wie sie aus den deutschen Meldungen zu erkennen ist: die Deutschen dringen siegreich vor! Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, I. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Februar mittags. In Russisch-Polen und Westgalizien war gestern lebhafte Gefechtstätigkeit. Die günstigen Sichtverhältnisse, die größtenteils vorherrsch⸗ ten, waren die Ursache zahlreicher Rekognoszierungsgefechte und Plänleleien, durch die in manchen Abschnitten lokale Erfolge erzielt wurden. Die allgemeine Situation in den Karpathen ist seit den letzten Ereignissen unverändert. Neue russische An⸗ griffe westlich des Lupkower Sattels wurden abgewie⸗ sen. Bei einem Gefecht im Waldgebirge verlor der Feind an Gefangenen fünf Offiziere, 800 Mann; zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. e. In der Bukowina hat sich nichts Wesentliches er⸗ eignet. Am südlichen Kriegsschauplatz ist die Lage unver⸗ ändert. Sch Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Lügen über die Lage in Oesterreich-ungarn. Wien, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Wiener Korr. ⸗ Bur. stellt fest, daß die Meldungen des„Matin“ über Unruhen im Süden der Monarchie von Anfang bis zu Ende auf freier Erfindung beruhen. Weder in Laibach noch in Triest oder sonst irgendwo gab es Demonstrationen, geschweige denn Aufruhr, Brandlegungen und Plünderungen. Die Einberufung neuer Reserven, die übrigens noch nicht die letzten sind, vollzog sich, wie stets seit Beginn des Krieges, in musterhafter Ordnung. Die rumänische Bevölkerung der Monarchie gab durch Bildung eigener Legionen neue Beweise ihrer Anhänglichkeit an die Monarchie und konnte darin durch die Grausamkeiten, welche die Russen ihr gegenüber in der Buko⸗ wina verübten, wahrlich nicht beirrt werden. Die des französischen Blattes gehören somit ebenso in die Kategorie Ausführungen 8 2 4 a a 3 g f 4 Franz Josef auftischt. aufgenommen. dem 21. Reserpe⸗Jäger⸗ vorragenden Leistungen beim feldmarschall v. Hindenbur f geleistet habe. N waren, wieder ein. Die Deutst haben behaupten. fall gemeldet. Meinung in Paris selbst, wo der Getreidepreis zwischen 29 und 31 Franken schwanke. Es seien Maßnahmen getroffen, 1 einer Brotverteuerung vorzubeugen, indem die Intendantur bedeutende Getreidevorräte angekauft habe, aber in der . rovinz, besonders in Südfrankreich, das kein Getreide 5 vorbringe, erhöhe sich der Getreidepreis auf 35 Franken. 75 sschüssen mit, daß sie 5 etreide angekauft habe f toliter ankaufen werde, 5 euen Ernte vorzubeugen. f Die deutschen Erfolge im Argonnenwalde. 1 Kopenhagen 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„National Tidende“ meldet aus Paris: Im Argonnenwal de mußten die g . e Regierung teilte den Kammerau bereits fünf Millionen Hektoliter G und noch weitere 20 Millionen Hek um jedem Getreidemangel bis zur n 5 Paris, 1 Febr. WTB. Nichtamtlich.) Der g meldet: Das Ehepaar Caillaux ist nach Fra gereist. 5 1 Lord Roseberry Lord Roseberry fügte hinzu, in den Vereinigten Staaten N J%%VER᷑!!! ber sattsam bekannten und oft genug stigmatisierten, die Ereignisse immer wieder dementierten Lü wie die Nachricht des„Daily Chronicle“, das wieder einmal seinen Lesern das Märchen von Abdankungsabsichten des Kaisers gen meldungen, Schandlichteiten der Kosaten in der Bukowina. Wien, 1. Febr.(WTB. Kriegspressequartier wird gemeldet: Amtlichen Nachrichten zufolge wird seit dem Einmarsche der Russen in der S ü d⸗ bukowina in allen rumänischen Gegenden seitens der Ko— saken unaufhörlich geraubt und geplündert. Das Schloß Kostina, der Stammsitz der sowohl in der Bukowina wie in Rumänien besonders angesehenen Bojarenfamilie Po- povica wurde geplündert; alle Kästen wurden erbrochen, Wertgegenstände und Kleider geraubt. Der Gutsverwalter, der sich den Kosaken entgegenstellte, wurde schwer verletzt. Mehrere andere Gutshöfe wurden gebrandschatzt, auch die Pächter der Güter wurden vollständig ausgeplündert, Mä d⸗ chen und Frauen vor den Augen der Eltern und Männer vergewaltigt. In Czokanestis wurde der Pfarrer aufs schänd⸗ lichste mißhandelt und beraubt. Deputationen von rumäni⸗ schen Gemeinden, die sich beim Stadtkommandanten von Suszawa, einem russischen Major, beschwerten, wurde unter Schimpfworten die Türe gewiesen. Eine Rede des Grafen Tisza. Budapest, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Vortrage zugunsten des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes sagte Ministerpräsident Graf Tisza: Der Krieg ist der Triumph menschlicher Solidarität, die nicht nur die Angehörigen desselben Volkes und derselben Rasse mit⸗ einander verschmilzt, sondern auch über ethnographische, und nationale Grenzen hinausreicht. derer Wärme der Heldenhaftigkeit und Opferfreudigkeit, von der Kroatien ein glänzendes Beispiel gab. Er wies auf Oe sterreich hin und sagte:„Es ist ein erhebendes Gefühl, die ungarische na⸗ tionale Trikolore in brüderlicher Eintracht mit der schwarz⸗gelben Fahne an den Häusern Budapests und Wiens flattern zu sehen. Es wird dadurch bewiesen, daß der Krieg die Seelen in Ungarn und Oesterreich einander näher brachte. Jetzt müssen wir alle fühlen, daß wir wirklich im Guten mie im Bösen aufeinander angewiesen Nichtamtlich.) gedachte mit beson⸗ 6„Jetzt muß jedermann, der wirklicher österreichischer Patriot 8 welche große Kraft der ungarische Staat in der ganzen Monarchie bedeutet.“ Bezüglich Deutschlands heißt :„Mit der Frude von wirklichen Kameraden und mit einer Hegeisterung, die frei von jedem kleinlichen Gefühl ist, ind wir Zeugen der glorreichen Kriegstaten der deutschen undesgenossen. Wenn es jemals zwei Bundesgenossen gab, die einander vertrauen können, so gilt dies für unser Bündnis. Wenn es jemals zwei Bundesgenossen gab, von denen ein jeder die glänzenden Kriegstaten des anderen kühn anerkennen durfte, weil dies ganz und gar nichts von dem ei dies für unser Bündnis. Lebhafter Beifall, lich mit großer Wärme der Türke kund f. türkischen Nation zum Anschluß an die beiden Zentralmächte ist er⸗ Patz als sich an vielen Orten Kleinmütigleit offenbarte. Ein solcher ntschluß in einem solchen Augenblick löst in jedem Gefühle der Anerkennung, Wertschätzung, des Dankes und der Freundschaft aus.“— Der Vortrag wurde mit großen Beifallslund genen Ruhme schmälert, so gilt ) Tisza gedachte schließ⸗ e: Der Entschluß der Die Totentopf⸗ Jäger. Der Kaiser hat, wie die„Tägliche Rundschau“ meldet, Bataillon für seine her⸗ Durchbruch von Lod Totenkopf für die Fahne und Tschakos verliehen. dem erhält das Bataillon Gardelitzen und wird nach Be⸗ dendigung des Krieges aktiv bestehen bleiben. Der General⸗ g hat in einem Armeebefehl ausgesprochen, daß das Bataillon so viel wie eine Division Der amtliche französische Bericht. . Paris, 1. Febr.(WTB Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 31. Januar nachmittags: Während des 30. sich der Kampf nahezu an der ganzen Front auf Artilleriekämpfe. 45 Die nade war von beiden Seiten heftig. Auf zahlreichen Stellen hatten wir überall Vorteile. englische Armee alle Schützengräben, die vorübergehend verloren 5 zen beschossen die Kirche von Fouque⸗ viller südlich Arras. In den Abschnitten Arras— Reims und Petthes zerstörten unsere schüte und mehrere Schanzarbeiten. Eine größere Anzahl Bomben⸗ —2 zerstreuten mehrere Ansammlungen, Biwaks und Trans- vorte. In den Argonnen im Gruriewald, wo wir am 29. Jan. einen leichten, bereits gemeldeten Rück unternahmen die Deutschen gestern bei Fontaine Madame drei Angriffe, welche abgewiesen wurden. Zwischen den Argonnen und 7— keine Aenderung. Wir halten namentlich bei Bandon⸗ viller das Dorf Angomont besetzt, daß die Deutschen besetzt zu Januar beschränkte Vor La Basseée nahm die Roye— Soissons, Batterien zwei feindliche Ge⸗ zug durchführen mußten, Paris, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 31. Januar abends. Es wird kein bemerkenswerter Zwischen⸗ Der Sohn des Generalobersten v. Kluck gefallen. Berlin, 1. Febr.(etr. Bln.) Der berichtet: Im Artilleriegefecht bei Mi 28. Januar der älteste Sohn des Generalo veutnant zur See Egon v. Kluck, bei Regiment den Heldentod gefunden. Brotverteuerung in Frankreich. Paris, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Huma⸗ ö nit“ schreibt, die Brotfrage beunruhige die öffentliche . „Berl. Lokalanz.“ delkerke hat am bersten v. Kluck, einem Matrosen— Franzosen 200 Meter Schützengräben räumen. 1 Das Ehepaar Caillaux. nkreich zurück⸗ Lord Roseberry über Preußen⸗Deutschland. Berlin, 2. Febr. Ueber eine Rede Lord Rose⸗ berrys, die er in einer Versammlung für Rekruten⸗ anwerbung gehalten hat, teilt das„Berl. Tagebl.“ mit, — Deutschland mit einemgroßen Ele⸗ fanten verglichen, der von einem kleinen Hindu gelenkt würde. Dieser kleine Hindu sei Preußen, der den Ele⸗ fanten Deutschland mit Nadelstichen führe, wohin er wolle. von Nordamerika gebe es ein starkes deutsches Volkselement, das vor Verlangen brenne, gleichfalls die Rolle des kleinen Hindu zu spielen und die Vereinigten Staaten in einen Krieg mit seinem alten Freunde England hineinzutreiben. Die türtisch⸗englischen Kämpfe. Konstantinopel, 1. Febr.(WTB. Nichtamtl. Nach Privattelegrammen, die die Korrespondenz Milli aus Ba g⸗ dad erhält, betrugen die Verluste der Engländer in der Schlacht bei Korna am 20. Januar ungefähr 1000 Tote. Die Moral der englischen Truppen sei erschüttert. Etliche befestigte Stellungen ausgenommen, verlassen die Engländer seit einem Monat gleich bei Nachtanbruch ihre Stellungen, um die Nacht auf Schiffen zu verbringen. Den Arabern gelingt es oft, bis zu den Zelten der Engländer vor⸗ zudringen. Amerika und England. London, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach den Aeußerungen der hiesigen Presse zu urteilen, weckt der ame⸗ rilanische Gesetzentwurf betreffend den An kauf von Schiffen große Unzufriedenheit in London. Man meint, daß die Annahme des Vorschlags und der darauf folgende Anlauf von deutschen Schiffen eine höchst ernste Regierung habe der amerilanischen Regierung in Washing⸗ ton in llarer, bestimmter Sprache bekannt gegeben, daß England den Verkauf deutscher Schiffe nicht gutheißen werde, da er cee mit der Unterstützung Deutschlands wäre. Man erklärt, daß die Mitglieder des Fongresses, die den Vorschlag einbrachten, nicht gewußt hätten, daß sie mit dem Feuer spielten und daß sie, wenn sie Englands bestimm⸗ ten Protest erführen, auf dem Vorschlag nicht bestehen würden oder daß von republikanischer Seite alles geschehen werde, um dem vorzubeugen, daß der Vorschlag angenom- men werde. 5. Die„Dacia“ fährt! London, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ Bureau meldet aus Galveston: Die„Dacia“ ist gestern mittag mit der Bestimmung Rotterdam in See gestochen. Ein Aufruf an die Deutsch-Amerikaner. Berlin, 2. Febr. In der„New Porker Staatsztg.“ veröffentlicht, wie verschiedenen Morgenblättern berichtet wird, Direltor Hermann Ridder einen Aufruf dahin⸗ gehend, daß jeder Deutschamerikaner in diesem Augenblick Partei ergreifen und das Evangelium der deutschen Ge— rechtigleit und deutschen Billigkeitsgefühls predigen müsse. Auch das sei eine Art von Dienstpflicht. China und Japan. Paris, 1. Febr.(WT. Nichtamtlich.) Dem„Petit Parisien“ zufolge hat China von Japan die Aufhebun, der während der Operationen zugestandenen Kriegszone 50 zugleich die Räumung der Eisenbahn von Tsinanfu sowie die Anerkennung der Hoheitsrechte Chinas über Kiautschau verlangt Japan sei von dem Vorgehen Chinas sehr un⸗ angenehm berührt und habe erklärt, die Frage ließe sich erst bei dem Friedensschluß regeln. China müsse sich solange ruhig verhalten. Robinsonade. London, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer bei Lloyds vorliegenden Nachricht sind vier Matrosen von dem an der chtlenischen Kütste untergegangenen Panzer— kreuzer„Good Hope“ von dem Kreuzer„Canopus“ auf einer Insel des Stillen Ozeans aufgefunden worden. *** Italiens Getreidebedarf. Rom, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Dekret vom 31. Januar schafft die Zölle an der Grenze auf Mehl, Weizen und andere Zerealien vom 1. Februar bis zum 30. Juni ab. Das Dekret ermächtigt den Minister der öffent⸗ lichen Arbeiten, die Eisenbahntarife bis zur Hälfte zu er⸗ mäßigen, um für Getreide und Mehl den Eisenbahntrans⸗ port zu erleichtern. Dieselbe Ermächtigung wurde dem Ma⸗ rineminister erteilt, um den erwähnten Transport auf der staatlich subventionierten Schiffahrtslinie zu erleichtern und um nötigenfalls außergewöhnliche Reisen für diesen Zweck vornehmen zu lassen. Das Dekret ermächtigt au den Minister des Innern, falls er es für sachgemäß hält, eine Bestandsaufnahme der Lager von Mehl, Weizen und anderen Zerealien anzuordnen und bindende Regeln für die aufzustellen. Aus Rumänien. Bukarest, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Roumaine. Ein auf drahtlosem Wege verbrei— tetes Telegramm aus Lyon behauptet, Rumänien habe in London eine Anleihe von 375 Millionen Franken aufgenommen. Die Zeitungen ziehen nun daraus die ihnen erwünschten Schlußfolgerungen. Der gegenwärtige Augenblick ist nicht der geeignete, um Anleihen von hundert Millionen aufnehmen zu können, aber Aufsehen erregende Nachrichten schaffende Phantasie ist fruchtbar und macht aus einer Tatsache von geringster Bedeutung das größte Er- eignis. Der Ursprung der Nachricht ist folgender: Der rumä⸗ niche Staat hat den größeren Teil der öffentlichen Schuld im Auslande und muß deshalb die Zinsen in fremdem Gelde in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und selbst in Eng⸗ land bezahlen. Für Deutschland konnte man sich rechtzeitig mit deutschem Gelde versehen, da der seit fünf Monaten texte. Es war jedoch unmöglich, Franken zu erhalten trotz des hohen angebotenen Preises. Indessen verlangten die Couponbesitzer in Frankreich, der Schweiz und Belgien sowie die sie vertretenden Banken dringend die Bezahlung der Coupons in Franken, sie wiesen die Bezahlung in Mark zurück. Die Beschwerden wurden immer zahlreicher. An⸗ gesichts dieser Lage gab das Finanzministerium Schatzscheine ausländischer Währung aus und bot sie mehreren Banken an, von denen es einigen gelang, sie im Auslande unter- zubringen und so dem Staat Franken zu beschaffen, die er brauchte. Gegenwärtig werden die Coupons in Frankreich und der Schweiz sowie alle in Franken zu zahlenden Cou⸗ pons regelmäßig bezahlt. Dies ist der Ursprung der sensatio⸗ nellen Nachricht von Hunderten von Millionen, wir sind gegenwärtig mit nur etwa 10 zufrieden. Aus dem Reiche. Die Vorratserhebungen. Berlin, 1. Febr.(WT. Amtlich) Der Bundesrat hat dem Entwurf einer Bekanntmachung über die Vorrats⸗ erhebungen zugestimmt. Es handelt sich um eine Verord⸗ nung über 90 Vorratserhebungen, die die früheren Bundesrats verordnungen über die Vorratserhebungen vom 24. August und 15. Oktober 1914 zusammenfaßt und sie nach folgenden zwei Richtungen ergänzt: Einmal wird bestimmt, daß die Auskunft internationale Frage aufrollen müsse. Die englische 5 ch Mark für diese Zwecke bereitzustell Brotbereitung sowie den Verkauf von Mehl und Getreide B durchgeführte Export zu Lande dessen 0 a e erleich⸗ b ˖. über Vorräte nicht bloß durch unmittelbare behördliche der Auskunftspflichtigen, sondern auch durch öffentliche Be machung erfordert werden kann. Sodann werden die Strafbe⸗ stimmungen dahin verschärft, daß bei vorsätzlicher Uebertretum der für die Auskunfterteilung gegebenen orschriften eine Ge⸗ fängnisstrafe bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe bis 10000 Mk. .. 1 e im Urteil als für taat v en erklärt nnen. Berlin, 1. Febr.(WTB. Amtlich.) Zu Mitgliedern der zur Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl gebildeten Reichsverteilungsstelle sind dem, eichsanzeiger“ zu- folge bestellt worden: Als Vertreter des chen Landwirt⸗ schaftsrates Graf Schwerin⸗Löwitz, als Stellvertreter Dr. Dade, Genexalsekretär vom Deutschen Landwirtschaftsrat, als. des Deutschen Handelstags Dr. Kämpf, als Stellvertreter Dr. Soetbeer, Generalsekretär vom Deutschen Handelstag, als Ver⸗ treter des Deutschen Städtetages Oberburgermelster Wermuth, als Stellvertreter Dr. Luther, Syndikus des Deutschen Städte⸗ tages. Die Reichsverteilungsstelle hat ihren Sitz in Berlin W., Lützowellfer Nr. S. Zum Vorsitzenden ist der Präsident des Statistischen Amtes Dr. Delbrück ernannt worden. Das Ergebnis der e e 8 Noch immer liegen abschließende Ziffern über das Ergebnis der Reichswollwoche nicht vor, doch kann bestätigt werden daß es weit glänzender ist, als irgend vorauszusehen war. In Berlin allein sind über 500000 Pakete im Gewichte von 5 fund bis 5 Zentner eingeliefert worden. Friedenau hat 400 Kubikmeter Sammlungsergebnis aufzuweisen. Auch in auswärtigen Städten sind die Ergebnisse nicht geringer. Die Stadt Görlitz z. B. kündigte die Lieferung von 15000 Decken in drei Waggons an, Frankfurt a. M. sogar 50 000 Decken. Es bestehe danach kein Zweifel mehr, daß dem vorhandenen Bedürfnis nach Decken alsbald Penn sein wird. Zu dem glänzenden Erfolge der Sammlun⸗ in Berlin hat natürlich die ausgezeichnete Organisation des Berliner Roten Kreuzes, um die sich Kommerzienrat Bamberg besonders verdient gemacht hat, das meiste 1 Es gibt aber keinen Teil des Reiches, wo die Bereitwilligkeit zu allen erforderlichen Dienst⸗ leistungen und die Opferwilligkeit hinter Berlin irgendwie zurück⸗ geblieben wäre.. 5 5 5 Der Reichskanzler in Berlin. „ Berlin, 1. Febr.(W 7B Amtlich.) Der Reichskanzler ist zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen. Die Verwendung der eee Berlin, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Erfahrungen, die man mit der Verwendung von Kriegsgefangenen in der In⸗ dustrie gemacht hat, sind ausgezeichnet. In letzter Zeit erhielt die„Bremer Hütte“ in Siegen wieder eine große Anzahl von Russen von der Kommandantur„Bad Orb“. Die Gefangenen drängen sich zu diesen Arbeiten und leisten, da nur vollaus⸗ gerüstete kräftige, gesunde Leute abgegeben werden, gute Dienste. . Reichstagsersatzwahl in Hamburg III. Bei der Reichstagsersatzwahl im dritten amburger 5 kreis wurden bei insgesamt 212 403 Wahlberechtigten 417 3 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Partei⸗ sekretär Heinrich Stubbe⸗ Hamburg(Sozialdemokrat) 41 704 Stimmen. 79 waren zersplittert. Der Wahlkreis Hamburg III hat mit Ausnahme der Legislaturperiode von 1881 bis 1884, in der er fortschrittlich vertreten war, früher einen nationallibe⸗ ralen Abgeordneten in den Reichstag entsandt, darunter die be⸗ kannten Schiffsreeder Slomann und Adolf Woermann. Erst 1890 wurde der Kreis von dem Sozialdemokraten Metzger er⸗ — 5 der das Mandat bis zu seinem kürzlich erfolgten Ableben innehatte. * Der Jahresbericht des„Reichsverbandes zur Unterstützung deutscher Veteranen“, Berlin W. 9, Potsdamer Str. 126, der demnächst— Ausgabe gelangt, 4. in welch segensreicher Weise der nd in seinem iten Geschäftsjahr 1914 gearbeitet hat. Es wurden 3650 Veteranen einmalige Unterstützungen gewährt, während 230 Veteranen mit laufenden Beihilfen, die allmonatlich zur Auszahlung gelangen, bedacht wurden. Außerdem überwies der Reichsverband für Unter⸗ stützungszwecke dem Königlich Sächsischen Kriegsministerium 30 Dresden 5000 Mk., dem Landeskriegerverband zu Berlin 3250 Mark, dem Württembergischen Kriegerbund zu Stuttgart 2500 Mark, dem Arbeitsausschuß des Altonaer Ortsausschusses für 7 ! die Tüppelfeier 100 Mk. Ferner wurden an 116 Veteranen von 2864 anläßlich der Düppelfeier eine Spende verteilt. In Berlin werden täglich z. Z. auf Kosten des Reichsverbandes 100 Vete⸗ ranen gespeist. Das Interesse, welches alle Kreise des deutschen Volkes an den Aufgaben des Reichsverbandes bewiesen haben, zeigt sich besonders dadurch, daß zu Beginn des Jahres 1914 die Mitgliederzahl 5000 betrug, während sie bis zum 31. De⸗ 1 zember 1914 auf über 15000 gestiegen ist. Durch diese so gün⸗ tigen Erfolge ist der Reichsverband, der in Erweiterung seiner bisherigen Magaben auch die Unterstützung der jetzigen Kriegs⸗ teilnehmer bewirkt, in den Stand glb, zunächst weitere 100 000 in und für das Jahr 1915 laufende Unterstützungen an 450 Veteranen vorzusehen. München, 1. Febr. 3 Nichtamtlich.) Das Deutsche Museum hat seinem Protektor König Ludwig III. von ayern den Betrag von 50000 Mark zugunsten der deutschen Verwundeten zur Verfügung ge⸗ stellt. Der König bestimmte den Betrag zu der Ausxrüstung eines Lazarettzuges und ersuchte den Kaiser, über dessen Zuteilung zur Armee zu verfügen. Wie die Leitung des Museums mitteilt, ist der Zug fertiggestellt worden. Er wurde infolge der guten Be⸗ ziehungen zu der deutschen Industrie mit den besten kechnischen Hilfsmitteln in mustergültiger Weise ausgestattet. Gotha, 1. Febr.(WT. Nichtamtlich.) Am Samstag 4½% Uhr stieg auf dem Flugplatz an der Waggonfabrik der Flug lehrer Oswald ahnt auf einem Zweidecker zu beträchtlicher Höhe auf. Gegen 5 Uhr stürzte das R plötzlich steil ab und be⸗ grub den Flieger unter sich. Der Tod war auf der Stelle ein⸗ getreten. Aus Stadt und and. Gießen, 2. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Unteroff Ernst Gutjahr, Res.⸗Inf.⸗Regt. 80 aus Wies⸗ aden.— Kriegsfr. Lehrer Heinr. Krämer, Inf.⸗Regt. 221 aus Ernsthofen.— Ers.⸗Res. Gg. Ludw. Rödelsperger, Ers.⸗Jnf.⸗Regt. 118 aus Heubach.— Einj.⸗Freiw. Karl Roth, Inf.⸗Regt. 80 aus Nidda.— Musk. Gust. irth, Res.⸗Inf.⸗ Regt. 222 aus Ober⸗Schmitten.— Landwehrm. Friedr. Wester⸗ weller, Inf. Regt. 116 aus Fauerbach bei Nidda.— Ober⸗ matrose Karl Wallbruch aus Ehringshausen bei Weßlar. „ Dachdeckermeister Wilh. Sames aus Hermannstein.— Musk. Karl Schultheiß, Inf.⸗Regt. 168 aus Atzenhain.— Gefr. d. R. August Finkernagel, Res.⸗Inf.⸗Regt. 72 aus Mer⸗ lau.— KN Gustav Grafe, e 116 aus Offenbach a. M.— Kriegsfr. Dr. jur. Ludwig Hahn, Res.-Inf.⸗Regt. 214 aus Offenbach. N * ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Musik⸗ meister Ernst Krauße aus Gießen, 1. Schles. Gren ⸗Regt. Nr. 10. Matrose Leo Kann aus Gießen. 8975 Heinr. Wei aus—— in, e 1 9 d. 5 175 Kompagnieführer im Res.⸗Inf. t. vemheld, Rechtsanwalt und Notar in Gießen. Lt. d. L. Bankdirektor Grießbauer aus Gießen, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222. Res im Inf.⸗Regt. 168 Christian Ritter aus Offenbach. Uffz. d. R. Otto Waldmann aus Darmstadt, Inf.⸗Regt. 115. Post⸗ sekretär Bausch aus Butzbach, Feldw.-Leutn. im Landst.⸗ Inf. Bat. Friedberg. uffz. Georg Beyer aus Schlechten⸗ wegen, Feldart.-Regt. 25. Leutn. d. R. Reg.⸗Baumeister Lud⸗ wig Vogt aus Butzbach. Off. Stellv. Dr. Mögenburg 1 2 aus Marburg. ö n 4 2 5 9 1* K . kus zeichnungen. Dem Staatsanwalt Trümpert von hier, Hauptmann d. R. und Batterieführer, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl. wurde im Osten die hessͤsche Me- daille für Tapferkeit verliehen.— Hauptmann und Balt.⸗Chef Weimer, Sohn des Herrn Üniversitäts⸗Rentamtmanns Weimer, erhielt am Geburtstage S. M. des Kaifers das Eiserne r e uz 1. Klasse.— Dem Musikmeister im 1. Schles. Grenadier-Regi⸗ ment Nr. 10 Ernst Krauße aus Gießen wurde vom Chef des Regiments, Herzog Bernhard von Sachsen⸗Meiningen, das si berne Verdienstkreuz mit Schwertern zum Sächsisch-Er⸗ nestinischen Hausorden verliehen. N Stadttheater. Auf den bereits erwähnten Vortrag des Hrn. Norbert Jacques am kommenden Donnerstag über„Paris und London während der Kriegszeit“ sei nochmals ganz ausdrücklich hingewiesen. Derselbe Vortrag wird heute abend von Herrn Jacques in Frankfurt a. M. gehalten und der Saal ist dort seit Tagen ausverkauft.— Für Militär und Studenten gelten an diesem Abend die bekannten Ermäßigungen. * Der Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Sonntag im Vereinslokal aus Anlaß von Kaisers Geburts— tag einen gut besuchten Familienabend ab. Nach einer Begrüßung durch den J. Vorsitzenden des Vereins Ober bibliothekar Dr. Heuser eröffnete der Gemischte Ehor den Reigen der Darbietungen mit dem wirkungsvoll vor etrage⸗ nen Chor:„Ein feste Burg ist unser Gott“, dem sich eine sehr beifällig aufgenommene Deklamation von Frl. Weller anschloß. Das hierauf von dem Chor mit Musikbegleitung 1 Gehör gebrachte Lied des hiesigen Komponisten Gesang— ehrer L. Geller„An das Vaterland“, das bereits ge⸗ legentlich des Regimentsfestes zur Aufführung gelangte, paßte vorzüglich in den Rahmen diezer patriotischen Ver- anstaltung und fand reichen Beifall. Den Hauptanziehungs— punkt des Abends bildete die von dem Gründer des Vereins, Geh. Kirchenrat D. Schlosser, gehaltene Ansprache, welche die Frage:„Welche Hoffnungen können wir auf den Krieg als sozialen Erzieher setzen?“ unter dem ethischreligiösen Gesichtspunkt in treffender Weise behandelte. Seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß der Redner mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Anwesenden be— geistert einstimmten. Von dem zweiten Teil der Veranstal⸗ kung verdient neben den musikalischen Darbietungen, die sämtlich reichen Beifall ernteten, das von dem Dirigenten des Vereins, Musiklehrer Gernhardt, verfaßte und kom⸗ pontierte„Soldatenlied“, das mit Musikbegleitung vom Ge— mischten Chor zum Vortrag gebracht wurde und bei dieser Gelegenheit seine Uraufführung erlebte, ganz besonderer Erwähnung. Oeffentliche Bücherhalle. Im Januar wurden 2266 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1249, Zeitschristen 315, Jugendschristen 209, Gedichte und Dramen 59, Literaturgeschichte 10, Länder- und Völkerkunde 46, Kulturgeschichte 40, Geschichte und Biographien 114, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 81, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehre 14, Religion und Philosophie 34, Staatswissenschaft 14, Sprachwissenschast 10, Fremd- sprachliches 18 Bände. Nach auswärts kamen 57 Bände. * Pferdeversteigerungen. Donnerstag, den 4. Februax, von vormittags 10 Uhr ab, werden im Hofe der Dragonerkaserne Nr. 24 in Darmstadt zunächst ca. 50 Stück aus Frankreich kommende/— jährige Beute foh⸗ len im belgischen Typ sowie daran anschließend ca. 30 Stück ausrangierte Militärpferde versteigert werden. Ferner wer⸗ den Freitag, den 5. Februar, nachmittags 2 Uhr, ca. 75 aus rangierte Militärpferde in obiger Kaserne gegen Barzah⸗ lung versteigert. Sollte die Versteigerung an diesem Tage nicht zu Ende geführt werden, so wird dieselbe Samstag, von 10 Uhr ab, fortgesetzt. Zugelassen werden nur Landwirte, die sich verpflichten, die Pferde für die Dauer des Krieges in ihrer Wirtschaft zu behalten.— Freitag, den 5. Februar, von vormittags 10 Uhr ab, werden weiterhin 34 Stück durch die Landwirtschaftskammer aus Belgien eingeführte 2—5jäh⸗ rige Fohlen und Stuten, darunter 12 trächtige, auf dem Paradeplatz in Darmstadt Heben Barzahlung versteigert. Hier werden nur Landwirte aus dem Großherzogtum Hessen zugelassen. 135 1 Landkreis Gießen. e e OOdenhausen a. d. Lda., 2. Febr. Der Sohn unseres Bahnhofsaussehers Weber, der am 31. September in dem Nacht- gefecht bei Le Onessnois als Unteroffizier der Reserve das Eiserne Kreuz erhielt und kurze Zeit darauf zum Vizefeldwebel ernannt wurde, ist an Kaisers Geburtstag zum Leutnant der Reserve befördert worden. a 5 OLauter, 2. Febr. Der hiesige Gastwirt Tröller hat bei Kriegsausbruch nicht weniger als fünf Söhne dem Vater- lande zur Verfügung gestellt; einer davon ist bereits gefallen. Im ganzen sind aus unserem Orte bis jetzt fünf Mann gefallen, zwei weitere werden vermißt. -m. Hungen, 1. Febr. Der Bergmann Herm. Schuld, Gefreiter im Landw.⸗Juf.⸗Regt. Nr. 87, wurde mit dem Eiser⸗ nen Kreuz ausgezeichnet. Kreis Büdingen. Effolderbach, 1. Jebr. Der langjährige Verwalter auf der benachbarten Domäne„Konradsdorf“ Siegel erhielt das i K 0 E if erne Kreuz Hessen⸗Nassau. Marburg, 1. Febr. Der seit langen Jahren hier im ande—. Königl. Preußische Generalmajor z. D. Carl Hartert hat im Alter von 87 1 das Zeitliche gesegnet. Der Verblichene stand früher als Offizier in Kurhessischen, Schles⸗ wig⸗Holsteinschen und Hamburgischen Diensten. h. Frankfurt a. M., 1. Febr. Der älteste Pfarrer Frank⸗ furts, Konsistorialrat Dr. Heinrich Bauer, erlitt am Sonntag abend auf dem Heimweg von einem Kirchenkonzerte einen Herz⸗ schlag, dem er sofort erlag. Der Verstorbene, ein geborener Heidel⸗ berger, wirkte seit 40 Jahren als Geistlicher an der deutsch⸗refor⸗ mierten Gemeinde. Neben seiner ausgedehnten seelsorgerischen Tä⸗ tigkeit beschäftigte er sich mit kirchengeschichtlichen Forschungen, vor allem mit der e Kirchengeschichte. Bauers„Erinnerungen eines Feldgeistli. aus den badischen Lazaretten im Krieg 1870/71 erregten bei ihrer Veröffentlichung solches Aufsehen, daß sie zum größten Teil in das Große Generalstabswerk aufgenommen wurden. Fer in allen Bevölkerungsschichten hochgeachtete Geistliche hat ein Alter von 71 Jahren erreicht.— Bei der Frankfurter Spar⸗ kasse der Polytechnischen Gesellschaft wurden im Monat Januar 2 630 000 Mark mehr eingezahlt als ausgezahlt, ein erfreulicher Beweis unserer wirtschaftlichen Kraft. Die hohe Ziffer gewinnt aber insofern noch an Interesse, als im Januar 1914 rschuß nur 000 Mark betragen hatte.— Auf dem Hauptbahnhof wurde heute früh der Arbeiter Georg Kemmerer aus Langstadt von einem Arbeitswagen überfahren und lebens⸗ gefährlich verletzt.— Ein älterer Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht ermittelt werden konnte, erlitt in einem Straßenbahnwagen einen tödlichen Schlaganfall.— Von der Notbrücke sprang heute früh ein junger Mann in den Main. Er rief im Wasser um Hilfe, konnte aber nicht mehr gerettet werden. Innerhalb einer Woche ist dies der zweite Todessturz von der Brücke. Kleine Tageschronit. 5 Berlin, 1. Febr.(Priv.⸗Tel.) Die„Voss. Zeitung“ meldet aus Müschen: In Südbayern sind in der letzten Nacht un⸗ geheure Schneemassen niedergegangen. Insolgedessen ist der Eisen- bahn⸗ und Postverkehr sehr erschwert. Aus den Bergen werden einzelne schwere Unfälle beim Schifahren und Rodeln gemeldet. Berlin, 1. Febr.(Priv.-Tel.) Die„Voss. Zeitung“ meldet aus Rom: Nach tagelangen Stürmen und Schneefällen ist jetzt im Erdbebengebiet besseres Wetter eingetreten, so daß mit 3 * der Errichtung von Baracken vegonnen wurde.— Bisher sind 2000 von den 30 000 Opfern bestattet worden. Für 50000 muß ein neues Obdach geschaffen werden. Etwa 6000 Holzhäuser sollen im Laufe des Sommers errichtet werden, Cittaducale, 1. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Gestern sank der Wasserspiegel des Sees von Pater no ungefähr fünf Meter. Cin kleiner Teil des umgebenden Geländes ist in den See gestsrzt, dessen gegenwärtiger Durchmesser 150 Meter be- trägt. Landleute der Nachbarscha't erklären, sie hatten gesten nach- mittag Wirbelbildungen in der Mitte des Sees gesehen und einen starken unteuirdischen Donner gehört. Die Quellen des schwesel. haltigen Wassers strömten stärker und nahmen eine trübe Farbe an. Ingenieure und Beamte haben sich dorthin begeben. Sandel. 45 Ein Eisenhüttentag. Düsseldorf, 31. Jan.(WD. Nichtamtlich.) Eine so bedeutsame und so. besuchte Hauptversamm⸗ lung wie die heutige hat der Verein deutscher Eisen⸗ hüttenleute wohl noch nie gehabt. Außer den gewohnten Gästen aus Verwaltung und Wissenschaft nahmen dieses Mal auch zahlreiche Militärs teil, da auf der Tagesordnung das Thema stand:„Die Eisenindustrie unter dem Krieg“, worüber Dr. ing h. c. Schrödter und Abg. Dr. Beumer berichteten. Besonders bemerkt wurde die An— wesenheit des kommandierenden Generals aus Münster, Exz. v. Gayl, der mit seinem Stabe erschienen war. Der Vor- sitzende, Generaldirektor Dr. ing. h. c. Springorum(Dort- mund) unterbreitete der Hauptversammlung zunächst den Vorschlag, den außerordentlichen Gesandten Herrenhaus mitglied Dr. ing. h. e. Kruppvon Bohlen und Hal⸗ bach im Hinblick auf die unvergleichlichen Verdienste der Firma Krupp um die nationale Rüstung zum Ehrenmitglied zu ernennen, was unter brausendem Beifall beschlossen wurde. Außerdem wurde dem Geh. Baurat Du. ing. h. c. Ehrhardt wegen seiner Verdienste um die Technik und die Artilleriebewaffnung die Karl Lueg-Denkmünze verliehen. Dr. ing. h. c. Schrödter, der wiederholt Gast im Großen Hauptquartier war, hat bei diesen Gelegenheiten die von uns besetzten Gebiete besucht und stellt nun fest, daß sich die deutsche Eisenindustrie nach ihrer Lage vorteil“ haft unterscheide von der der feindlichen Länder. Den größ⸗ ten und entscheidenden Teil der französischen Eisenindustrie, einen bedeutenden Teil der dortigen Kohlenindustrie und die gesamte belgische Eisen- und Kohlenindustrie habe Deutschland im Besitz und betreibe sie zum Teil schon jetzt im Interesse der Heeresverwaltung. Die durch Englands Verhalten am meisten geschädigten Länder seien Frank— reich und Belgien, die nun bereits das Schicksal in weitem Maße getroffen, das den Deutschen von England zugedacht worden sei. Abg. Dr. Beumer besprach sodann die wirt⸗ schaftlichen Verhältnisse unserer Industrie, indem er zu⸗ nächst in einer finanzpolitischen Studie den Geldmarkt Deutschlands mit dem der feindlichen Länder verglich und dabei zu einem für Deutschland günstigen Ergebnis kam. Er warnte dabei vor einer Ueberschätzung der Lage unserer Industrie, die sich zwar den durch den Krieg völlig ver⸗ änderten Verhältnissen in geradezu wunderbarer Weise an⸗ feiteßt⸗ aber doch mit nicht zu unterschätzenden Schwierig⸗ eiten zu rechnen habe. Dazu zählt der Redner die Tatsache, daß die Arbeit naturgemäß teurer geworden sei und die Preise vielfach nicht in dem richtigen Verhältnis zu den Erzeugungskosten stünden, daß der parasytäre Zwischen⸗ handel eine verhängnisvolle Rolle spiele und daß es vor allen Dingen an Arbeitern fehle. Arbeitslosigkeit sei mit einigen ganz geringen Ausnahmen nirgends vorhanden. Wer heute arbeitslos sei, leide an Arbeitsscheu; das gäben unumwunden auch die Gewerkschaften zu. Der Redner mahnte deshalb zu einem starken Zusammenhalten in der Industrie durch Rücksichtnahme des einen auf den anderen und zu einer Pflege des inneren Marktes im Sinne der Vismarckschen Interessensolidarität zwischen Landwirtschaft 5 Industrie und zwischen den schaffenden Ständen über⸗ aupt. * A Neues Bleibergwerk. Das Oberbergamt Bonn, dem auch der Bezirk des Fürstentums Waldeck unterstellt ist, hat der Fürstl. Waldeck'schen Domänenkammer in Arolsen unter dem Namen Hunds dorf 1 das Bergwerkseigentum in dem in der Gemeinde Bugfreiheit(bei Wildungen) im Kreise der Eder belegenen Felde erteilt. Es soll dort ein bergmännischer Betrieb auf Bleierze errichtet werden. — — ñ——ů——̃ä ͤæ“I Märkte. FC. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom 1. Febr. Auftrieb: Rinder 265(Ochsen 27, Bullen 22, Kühe und Färsen 216), Kälber 316, Schafe 106, Schweine 993. Marktverlauf: Geschäft rege, geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4—7 Jahren. 53—56 91101 Die noch nicht geiggen NN(ungejochte). 50—54 88—94 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 144—48 79—86 10 0 8 rh döchst Vollfleischige, ausgemästete Färsen en Schlacdt wertes 50—54 87—96 Volefleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4046 75—82 Wenig gut entwickelte Färsen.. 44-48 88—92 Kälber. Feinste Mastkälbe r.. 60-900 100—00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 54—56 9095 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 40—43 78—81 Geringe Saugkälber„. 35—40 59—68 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel. 46,00 00,0) 100-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg . œ'p ˙*. 8880 86—88 Vollfleischige 1 unter 1 1 5 6466 8486 5 i on i Vollfleischige Schweine von*. 1 Lebendgew icht. 5 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 3. Febr. 1015: Bededt, Schneefälle, südwestiiche Winde. 5 Letzte nachrichten. Die Erfolge der U-Boote. i. Köln, 2. Febr. Die„Kölnische Zeitung“ meldet von der französischen Grenze: Der„Temps“ widmet der Ver⸗ nichtung englischer Handelsdampfer durch Unterseebvote eine Betrachtung, die deutlich bekundet, welche neue Be— unruhigung diese Erfolge der deutschen Marine unserem Gegner bereiten. Das Blatt schreibt: 8 Das Eindringen deutscher Unterseeboote in die irische See ist ein hochwichtiger Punkt, denn es ist die erste Verwirklichung der Absichten der deutschen Admiralität, den Kaperkrieg mit Unter⸗ seebooten gegen den englischen Handel zu handhaben, bis zu dem Grade, die Vernichtung der Handelsschiffe und ihrer Besatzung als berechtigt anzusehen und dies Vorgehen auf alle Territorialgesetze Englands auszudehnen. Dies Vorgehen hat jetzt seine Ausdehnung bis in die irischen Seen, bis ins Herz Englands genommen. Den Aktionsradius, der dem deutschen Unterseeboote dieses Vorgehen er⸗ möglichte, schätzt der„Temps“ auf 2500 Seemeilen, d. h. auf 500 Meilen mehr, als die Umfahrt um ganz England benötige. Die deutschen Unterseeboote in der irischen See. i. Köln, 2. Febr. Die„Köln. Zeitung“ meldet aus Lopenhage n:„Berlinste Tidende“ erfährt aus London: Die Blätter bringen spaltenlange Betrachtungen über die erfolgreichen Angriffe der deutschen Unterseeboote in der irischen See. Die Kühnheit der Unterseeboote gehe daraus hervor, daß eines der ver— senlten englischen Schiffe nur 18 Meilen von Liverpool in Grund geschossen sei. Der Kapitän eines Personendampfers, der in der Richtung nach Liverpool an dem Unterseeboot vorbeikam, hörte die Explosion eines Torpedogeschosses. Er nahm Kurs auf Holyhead und entkam durch Zickzacksteuer. Der Angriff habe große Unruhe bewirkt, weil er nahe bei Liverpool erfolgt sei. Die Blätter behaupten aber, die bri⸗ tische Admiralität habe kräftige Gegenmaßregeln getroffen. Der englische Handel lasse sich durch deutsche Unterseeboote nicht lahmlegen. Amsterdam, 2. Febr. Das„Allgemeen Han⸗ delsblad“ schreibt zu dem kühnen Auftreten der deut⸗ schen Unterseeboote, die an der englischen Ostküste zwischen Liverpool und Havre auf englische Schiffe Jagd machen und schon verschiedene Fahrzeuge in Grund gebohrt haben: Diese Nachricht hat in England großes Auffehen hervorge⸗ rufen. Bisher war die Zufuhr von Lebensmitteln für das vereinigte Königreich sichergestellt. Die ein⸗ zelnen deutschen Kreuzer, die auf dem Ozean etwas gegen die englischen Kauffahrer unternehmen konnten, waren vernichtet und nur die„Karlsruhe“ ist noch frei auf dem Weltmeere und läßt dann unb wann etwas von sich hören. England, das alle Zu⸗ fuhr von Lebensmitteln und Materialien für die Industrie nach Deutschland abschneidet und dadurch versucht, das deutsche Volk aus⸗ zuhungern und seine Industrie still zu legen, konnte noch immer alles, was zu seinem Lebensunterhalt und für seine Industrie nötig hatte, einführen. Die kühnen deutschen Unterseebvote suchen nun, Eng⸗ lands Seehandel nach Möglichkeit zu schädigen; sie greifen im Atlan⸗ tischen Ozean die englischen Kauffahrteischiffe an und bohren sie in Grund, da sie nicht in einen befreundeten Hafen gebracht undvor ein Prisengerichtgestelltwerden können, nachdem sie der Besatzung die Möglichkeit gegeben haben. sich von den Schiffen zu entfernen.— Die klerikale„Tijd“ sagt. gegenüber der erstaunlichen Aktivität der en 5 undd iche Unt a G 1 Unterseeboote hebe sich die ganz unbegrei keit der englischen Luft⸗ und Seeflotte ab, deren folge im Kriege minimal sind. Haag, 2. Febr. Nach hier eingelaufenen Drahtmeldungen schreibt der Londoner„Evening Standard“ über die Tätigkeit der deutschen Unterseeboote, denen jetzt in 48 drei englische Handelsdampfer zum Opfer gefallen seien, daß mit Beginn des neuen Jahres Englands Küste durch deutsche Schiffe und Luftschiffe und jetzt die Fahrten der müsse sich auf erheblich schärfere Folgen des Krieges als bisher gefaßt machen und zur Erreichung des gesteckten 3 auch zu bedeutend größeren Opfern als bisher bereit ein. Unterseeboote im Bau, wird uns, da Deutschland auf die Zufuhr zur See sein als umgekehrt. Die und die Versicherungsprämien fur die Schi des Handelsverkehrs zur See größer wird und die Leben verteuerung eine in England bisher ungekannte Form wird. Je länger der Krieg dauert, desto größer wird die Zahl dies⸗ furchtbaren Boote sein und Lebensnerven Englands werden. Deshalb wird ein langes Hin⸗ ziehen des Krieges gerade für England die schlimmsten Folgen ha⸗ ben. Diese Frage ist sehr kompliziert. jedoch die sehr baldige Aufnahme einer kräftigen Aktion zur Be⸗ schleunigung der Kriegsentwicklung. Die Geretteten des„Blücher“. i. Köln, 2. Febr. Die„Köln. 316 meldet von der holländischen Grenze: Die englischen Bl. 287 Gerettete vom„Blücher“ in dem Sammellager von Handforth in Cheshire untergebracht sind. Das Lager sei so bequem wie möglich eingerichtet. 5 und die Verwendbarkeit dieser Waffe zurzeit keine Schiffahrt treibt, wir aber angewiesen sind, erheblich 1 Folge wird sein, daß die Frachten smittel⸗ — Wer mit dem Brote spart, erwirbt sich ein Verdienst vor dem Vaterland. Buhbach⸗Licherkisenbahn Am 1. Jebr. 1915 treten fol⸗ gende abr vlan Aende gens in Kraft: 11051 D Auf d. Strecke Lich—Grün⸗ berg wird ein Frühzugs⸗ pagr eingelegt. Abfahrt in Lich 6.19. Abfahrt inGrün⸗ berg 7.40 V. Der Zug 4 auf der Strecke Lich— Butzbach Versteigerung. Freitag, den 5. Febr. I. Is. nachmittags 3 Uhr sollen im städt. Pfandlokale, Selters⸗ weg. 11 dahtex, die weg. rück⸗ ständiger Gemeindestener und Kaualgebühren ge⸗ pfündeten Gegenstände wie: Sofas, Vertikos, Sekre⸗ täre, Kommoden, 2 Bil⸗ * u. d. Zug B a. d. Strecke setts, 3 Kassenschränke,, Butzbach— Bad ⸗Naubeim 1 S reibt, 1 eoula⸗ ren cr. 1½ Ciunden tor, Schränke u. a. wege werden. 983 essel, Pfandmeister. früher u. erhalten längere — eiten. Eine Gewährf. unehaltung dieser Zeiten wird b. d. genannt. nicht übernommen. Fahrplan hängt auf allen tationen aus. 9229008 Faadllbealer lieben ügen Labelsberger Stunden ˖ ö eine merkliche Verschärfung des Krieges gegen England eingesetzt habe, was die Angriffe gegen deutschen Unterseeboote dartun. England Deutschland habe unzweifelhaft sehr leistungsfähige neue ffe steigen, das Risiko annehmen desto fühlbarer wird das Beschneiden der Mittwoch, den 3. Febr. d. J., abends 8¼ Ubr, eröffnen wir in der Stadtknaben⸗ schule(Nord⸗Anlage) einen neuen Anfänger⸗Lehrgang für Herren und Damen. Unterrichtsgeld Mk. 6.—. Gef. Anmeldungen an Herrn Wilh. Jullmann, Grabenstr., oder zu Beginn des Unter⸗ richts erbeten. 594 utbilbnntö⸗Unterritt Furth Hittwoch, 3. Februar, abends 9½ Ühr, In d. Stadt' knabenschule. Cabelsberger Stenographen-Verein (gegr. 1861 und Damen- Verein babelsberger. Olr.: Hermann Steingoetter. Dienstag, 2. Febr. 1915 abends 8 Ubr Gesabbnl.Vrrieler gent Gewöbnl. Preise ermäßigt). Philotas Ein Trauerspiel in einem Aufzug von G. E. Lessing. Hierauf: Jer erbrochen rug Lustspiel in einem Aufzug u. einrich von Kleist. Ende 10¼ Uhr. Soldaten vomfFeldwebel ab⸗ wärts zablen bei allen Vor⸗ stellungen auf 2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. eee ee 10640 Wünschenswert erscheint uns 0 ätter melden, daß Den Heldentod fürs Vaterland starben auf Frankreichs Erde unsere unvergeßlichen Mitglieder und Kameraden Karl Sack Res. i. Inf.⸗Regt. Nr. 116, 12. Komp. Gustav Schäfer Res. im Res.⸗Inf.⸗Regiment Nr. 116, 8. Kompagnie Wilhelm Beltzer Res. im Jnf.⸗Regt. Nr. 116, 8. Komp. Wir werden Ihnen stets in Ehren gedenken. 1005 Der Uriegerverein Utphe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer be— troffenen Verluste sagen wir innigsten Dank. Familie Lyncker Schiffenberg. 1076 Sonntag, d. 7. Februar, abds. 5 Uhr in der Aula der Universität Paterländischer Abend veranstaltet von hiesigen Männer— gesangvereinen zum Besten der durch den Krieg in Not geratenen Ostpreußen und Elsaß-Lothringer 0 1 unter gũtiger Mitwirkung der Kapelle des Herrn Musikdirektor Krauße Leitung des Chores: Herr Franz Bauer Ansprache des Herrn Geh. Kirchenrats Prof. D. Eck Eintrittskarten: Mk. 3.—, 2.—, 1.— für die numerierten, 50 Pfg. für die unnumerierten Plätze, Soldaten vom Feldwebel abwärts 30 Pfg. Sind in der Musikalienhandlung von E. Challier und abends an der Kasse 5 zu haben. 10⁰²D 2 Offnung des Saales 4%½ Uhr. Tingang zum Saal nur von der Ludwig- trage, zur Galerie von der Goethestr. aus. f 4. 3 Obst⸗ und Gartenbauverein Gießen (Ortsgruppe des Oberhessischen Obstbauvereins) Samstag, den 6. Februar 1915, abends 8¼ Uhr: Vereinsversammlung im hotel Schütz 5. Tagesordnung: Kleingärten, ihre Bedentung, Anlage, Instandsetzung und Bewirtschaftung. Unsere Mitglieder lade ich hierzu freundlichst ein und richte weiter an alle Gaxtenliebhaber und namentlich an alle Hausfrauen die drin zende Bitte, zu dieser Ver⸗ sammlung recht zahlreich erscheinen zu wollen. Die vorliegenden Fragen find von großer Bedeutung für unsere Volksernährung. 1053 U Der Vorsitzende. Simon, Stadtverordneter. Allen Spendern für das Bischweiler fegiment sprechen wir nach Ankunft der Gaben bei der Truppe herz- lichsten Dank aus Für die Eltern: Prof. Dr. Gunkel Gewerberat Dr. Gerhard Kanzleirat Schiffnie Das Rektorat der Universität: Sommer 1059 D Er war so gut und starb so früh. Wiedersehn war seine Hoffnung In Frankreichs Erde liegt mein Glück begraben. Am 25. Januar 1915 fiel auf dem Felde der Ehre mein lieber, guter Bräutigam Ferdinand Schneck Ers.⸗Res. im Res.⸗Infanterie-Regt. Nr. 80 im 27. Lebensjahr. Schlaf wohl! Ich denke Dein allezeit. In tiesem Schmerz: Berta Böcher. Inheiden, den 1. Februar 1915. 6572 Zu früh bist du von uns geschieden, Umsonst war alles Hoffen, Fleb'n. So ruhe fern im stillen Frieden, Bis wir uns einstmals wiedersehn Den Heldentod fürs Vaterland starb im Feld⸗ lazarett in Frankreich infolge einer tückischen Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Reservist Wilhelm Jung 7. Kompagnie Kaiser⸗Wilhelm⸗Regt. 116 im 26. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Marie Jung, geb. Schüler, nebst Kind Jamilie Schüler, Klein-Linden Familie Jung, Lützellinden. Klein⸗Linden, den 1. Februar 1915. 69 Lichtspielhaus! Spielplan vom 30. Januar bis 2. Februar 1915 Das vaterland ruft Hervorragendes Kriegs-Schauspiel der Gegenwart Der Besuch won außerhalb Die nruesten Kriegsberichte Sein Ersatzmann Große Komödie Die Balearen 979 Prachtvolles Nalurbild Vom östlichen Kriegsschauplatz: Sprengung einer Chausseebrücke. Rast auf dem Marsch. Essen verteilung. Landsturmradfahrerkompganie. Deulsch-Oesterreichische Waffenbrüdexrschaft. Auf der Verfolgung der fliehenden Russen. Der Kaiser auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Die kaiserlichen Kraftwagen auf der durchweichten Landstraße. Truppen in Erwartung des Kaisers. Der Kgiser im Gespräch mit den Offizieren des Stabs. Ein Trupp russischer Gefangener defiliert vor dem Kaiser. Konstantinopel. Nach Eröffnung des Parlaments verläßt der Sultan das Parlamenisgebaude, erwartet bom Scheik⸗-ul⸗JIslam, dem Großwesir und allen Ministern. Militär obne Charge zahlt werktags die Hälfte — e Feldpost- Schachteln, für 50, 250, 500 Gramm⸗ u. 3 bis 5 Kilo⸗ Pakete, nur bewährte Größen, sowie sämtl. 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Januar, abends 7 Uhr, meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihres Töchterchens, unsere liebe Tochter, Schwester und Nichte Frau Lina Heib geb. Schultheiss im Alter von 40 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen lst. Die trauernden Hinterbliebenen: Otto Heib, z. Zt. im Lazarett Kaiserslautern Frau Margarethe Schultheiss Ww. Giessen(Neustadt 59), den 2. Februar 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Februar, nachm. 3½ Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Frische Fische beute Mittwoch u. Donnerstag eintreffend: * 1081 1—4 pfündig 2-3 pfündig Blutfrische Holländer Angel ⸗Schellfsische Feinste Jutländer Schellsiche Große Schellfische per Pfund 50 Pfg. Kleine Schell fische zum Backen Prima holl. Kabliau ohne Kopf, 4—Spfündig Merlan. Schollen Steinbutt, Fischkoteletts Goldbarsch obne Kopf. Pfund 45 Pfg. Feinste Holst iner Hechte Frische Schleien, ver Pfund 75 Pfg. Frische Karpfen, ver Piund 75 Pfg. obne Kopf ver Pfd. 85 Pfg. Stück 10 Pfg. Stück 11 Pfg. 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