n dvðaeites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Uriegsbriefe aus dem Westen. (Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.) Eine Rede des Kaisers an die Landwehr. Großes Hauptquartier, 31. Jan. Die Rede, die der Kaiser an seinem Geburtstage an ein mitteldeutsches Landsturmbataillon hielt, welches bisher im Großen Hauptquartier Dienst getan hat und jetzt zur Front abgerückt ist, lautete, wie ich erfahre:„Guten Morgen, Kameraden! Ich spre euch Kameraden meinen Glück— wunsch aus, daß euer aller Wunsch, an die Front zu kommen, in Erfüllung geht, und meinen Dank, daß ihr eure Sache hier so gut gemacht habt; ich war sehr zufrieden mit euch. Ich weiß, was ich an meiner Landwehr habe. Ueberall, wo die Landwehr vor den Feind gekommen ist, hat sie sich glänzend geschlagen, im Osten und in den Vogesen; erst kürzlich war es die Landwehr, die mit todesmutiger Tap⸗ ferkeit und Verachtung der Gefahr eine 175 5 Höhe ge⸗ stürmt und den Feind hinuntergeworfen hat. Also macht es ebenso! Lebt wohl, Kameraden, meine Segenswünsche be— gleiten euch!“ a Nachdem der Kaiser von dem das Bataillon vorführen⸗ den Oberstleutnant erfahren hatte, daß es in den Bereich der Armee des Kronprinzen abrücke, wandte er sich freudig lächelnd nochmals an die Mannschaften und sagte:„Na, da grüßt mir meinen Sohn!“ Das Bataillon antwortete mit einem begeisterten Hurra auf den Kaiser. W. Scheuermann Kriegsberichterstatter. Ein halbes Jahr. Wiener Kriegsbrief. Von Dr. Hans Wantoch. Nun, lieber Freund, tragen wir das Schicksal dieses Krieges schon ein halbes Jahr. Und es geht uns gut dabei. Ja, du würdest dieses als lau, träge und kleingläubig ver⸗ schriene Wien, über das ich dir im Frieden oft, und nicht ganz mit Unrecht zu klagen hatte, kaum wiedererkennen. Doch es scheint ein Gesetz der Geschichte zu sein, daß Völ— ler, mit denen die Zukunft ist, mitten im Krieg— siehe Deutschland 1870!— erstarken und sich verjüngen. Als der Krieg begann— er begann für uns ein paar Tage früher als für die übrigen Großmächte—, da wußten wir gar nicht, wie stark wir sind. Star technischer Rüstung, stark an wehrhafter innerem Widerstand der Seele. Wer wußte von unseren Motorbatterien? Wer von unseren Landsturmregimentern? Als aber unsere Land⸗ sturmmänner, genau drei Tage nach der allgemeinen Mobili⸗ sierung, zu Zehntausenden ins Feld zogen, da fehlte an ihrer Montur nicht ein Seit hr, nicht eine Identi⸗ . nicht ein Umsch„den die Chargen über ihren Distinltionskragen hüllen. Alles, alles hatte griffbereit in den Magazinen gelegen. Ganz akkurat, genau gezählt, preußisch pünktlich! Als der Krieg begann, sagten die Stetsunterrichteten:„Längstens drei Monate!“ Die anderen, die sich von dem Vorurteil der öffentlichen Mei⸗ nung nie imponieren lassen:„Höchstens bis zu Weih⸗ nachten!“ Aber es wurde aus Weihnachten Neujahr, aus den drei Monaten wurden vier, fünf und sechs, und die scheue, ungewisse Frage der Unsicherheit wurde seltener und seltener mit jedem Tag. Jetzt ist sie verstummt. Jetzt sind wir so fest in unserer Zuversicht, so gut eingerichtet im Kriegszustand, daß keiner mehr seuf⸗ 12 zu fragen braucht. Unerschöpflich wachsen uns die Mittel an Mann und Munition, an Kapital und Kraft zu. Wie aus dem Boden, den man aufgepflügt hat und den von J zu Jahr ergiebiger wird. Erst dauerte es von der Mobilisierung zur Vorassentierung der 5 volle zwei Monate, dann nur noch einen Monat zum Landsturm ersten Aufgebots, und jetzt ziehen in Zwischenräumen von je dreimal vierzehn Tagen dreizehn Jahrgänge ins Feld. Die Sache hat Zug. Sie geht sozusagen mit beschleunigter Ge⸗ schwindigkeit vor sich. Und das übt einen ungeheuren Ein⸗ in unserer Wirtschaft, stark an lkskraft und druck auf uns aus. Es stärkt unser Zutrauen, es hebt unser Selbstvertrauen. Wien, das kleinmütige, räsonierende, erschreckte und verzagte Wien der Friedenszeit trägt seinen Kopf steifer im Nacken, seit der Krieg begann. Jawohl, diese Stadt war das Aschenbroͤdel von Europa. Trotz ihrer Schönheit, trotz ihrer alten Kultur, trotz ihrem Naturgeschenk einer unvergleichlichen Weltlage im Zentrum von Nord zu Süd, Okzident zu Orient. Bismarck sagte einmal mit Bezug auf diese geographische Bevorzugung Wiens, in einem Staat, dem Wien und Berlin angehörten, müßte Wien unbedingt den Vorrang gewinnen, und darum hätte er nie in seinem Leben auch nur einen Augenblick lang an einen solchen Staat gedacht, denn Berlin dürfte nicht an eine zweite Stelle kommen. Dennoch, was hat uns diese günstige Lage genützt? Man fuhr über München vom Norden nach dem Süden, man reist ohne Aufenthalt in Wien vom Osten nach dem Westen. Wien blieb auf der Strecke, Wien bleibt abseits. Das Aschenbrödel verzog sich in den Schmollwinkel. Ich sprach einmal einen Schrift⸗ steller in Berlin, der an der Spitze einer großen Tages⸗ zeitung steht; er kannte die halbe Welt, er kannte Skandi⸗ navien, England, Frankreich, Italien, er kannte Bukarest, Belgrad, Konstantinopel; Wien aber kannte er nicht. Und wieder ein anderes Mal, da sprach ich in Mailand einen dort ansässigen Wiener Fabrikanten, der eben für das österreichische Konsulat eine Denkschrift für den österreichi— schen Welthandel verfaßt hatte. Die Frage war, warum Oesterreich auf dem Weltmarkte nicht mitkönne. Und die Antwort:„Qualität die allerbeste, aber rückständig in tech⸗ nischem Betrieb, unpünktlich in der Lieferfrist, langsam in der Herstellung, schwerfällig in der Initiative.“ Es war in Umrißlinien ein Charalterbild von Wien. Ein Porträt von gestern, das heute nicht mehr stimmt. Mit einer Fixigkeit, die zugleich erstaunte und befremdete, hat sich die öster⸗ reichische Industrie dem Krieg assimiliert. Man sattelte um. Ueber Nacht entstand eine Kriegsindustrie, Maschinen wurden ummontiert. Berufsverschiebungen gingen vor sich. Auf einmal ist der Geist des Unternehmens in den patrizi⸗ schen Geschäftsgang der österreichischen Fabrikation ge— fahren. Der Krieg hat sie verjüngt. Und wenn wieder Friede ist, werden wir wohl auch ein Wort auf dem Weltmarkt mit— zusprechen haben. Dieses Schulter an Schulter mit Deutschland draußen auf den Schlachtfeldern von Galizien und Polen wirkt, wie es scheint, auch ins Hinterland. Deutschland ist unser Vorbild, unser Muster und Meister. Und irgendwie ist durch heimliche Kanäle auch den Nichtkombattanten etwas von deutscher Art ins Blut gesickert; deutsche Tüchtigkeit, deutsche Tatkraft und Energie. Wien freilich ist noch nicht Oesterreich. Die Reichs⸗ hauptstadt eines Staates, in dem acht, nach Sprachen, Kultur und Lebensart ganz verschiedene Nationen wohnen, kann weniger der Exponent des Reiches sein, als Berlin der von Deutschland. Und so fragt man in Wien ständig und Tag um Tag nach der Provinz. Manchmal sogar ein wenig besorgt. Denn hat man es uns nicht— besonders französische Schriftsteller waren darin sehr eifrig— immer vorgeredet: beim ersten Anprall von außen fällt dieses alte, morsche Oesterreich auseinander. Der Zerfall Oester⸗ reichs! Du lieber Gott! Merkwürdig war es nur, daß Staatstrümmer und Reichsscherben einen ganz anderen An⸗ reiz zu bieten scheinen, als etwa die Stücke einer zerschla⸗ genen Porzellanfigur. Indessen erwies sich, um in der Sprache des Töpfermetiers zu bleiben, Frau Austria so gut gekittet, daß man nicht einmal an Sprünge glauben kann. War es Zufall oder ein historisches Argument, daß einer unserer größten Strategen, der Kommandant unserer Kar⸗ pathenarmee, Svetozar Boroevic, von Nation ein Serbo— kroate ist? Zufall oder ein Beweis für das Oesterreicher⸗ tum, daß das Agramer Korps das tapferste ist? Daß just das Prager Hausregiment, der Kern der 5. Armee, an der Donau und Save mit Heldenmut kämpfte? Und in erleuch⸗ teter Erkenntnis, wo Freund, wo Feind ist, brachte der Bürgermeister von Prag, Doktor Gros(sprich Grosch) ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Montag, 1. Sebruar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Draytnachrichten: Anzeiger Gießen. Ja, dieses morsche, 1 N und künstlich zusammen⸗ 0 gehaltene Oesterreich erwies sich als ein sehr junges, natur⸗ geborenes und zukunftsträchtiges Gebilde. Vielleicht noch ein bißchen unorganisiert, untechnisiert möchte man sagen. Aber in diesem Krieg erwuchs es von Tag zu Tag mehr, wie Bäume, Sträucher, Kräuter eines Urwaldes. Und wir fühlen es fast physisch, beinahe körperlich: wir gehören zusammen, kein Teil kann ohne den andern sein. Wir fühlen es fast schmerzhaft im Herzen des Reiches; in Wien: Galizien gehört zu uns, die Bukowina zu uns, Bosnien, die Herzegowina, sind Teile eines einzigen Ganzen. Wir empfinden diese Länder fast mit einem persönlichen Ge⸗ fühl als Teile des Oesterreichertums, obwohl wir sie kaum anders als vom Anblick der Landkarte kennen. Der Wiener reist wenig. Er kennt zur Not seine Alpen, Tirol, die Schweiz, ein bißchen Deutschland, ein wenig Italien. Wer aber weiß, wo Galizien und die Bukowina liegt? Und doch! Und doch! Oesterreich ist auch dies. Man hat das nie so heftig wie jetzt gespürt. Warum? In einem vielsprachigen Reich mit vielen Kulturen ist der Patriotis⸗ mus keine so eindeutig klare Tatsache, wie in einem Ein⸗ heitsstaate gleich Deutschland. Da ist der Patriotismus zunächst einmal ein dynastisches Gefühl: der Kaiser Sinn⸗ bild und krönender Ausdruck des Ganzen. Dieser Kaiser, der alt und schneeweiß ist, wird von jedem mit einem ganz persönlichen Gefühl geliebt. Und als sie im August ins Feld zogen, da dachte jeder: unser Kaiser. Dachte: ihm wollen sie etwas nehmen. Dachte: ihm und nicht: uns! Und wirklich ist diese patriarchale Vorstellung im Wesen Kaiser Franz Josefs irgendwie begründet. Kürzlich erst brachte eine sehr radikal demokratische Zeitung eine Notiz, in der sie die Niederkunft einer sehr armen Soldatenfrau mit Zwillingen berichtete und an die Mildherzigkeit der Oeffentlichkeit appellierte. Die Frau eines Redakteurs an diesem Blatte schickte die Zeitungsnummer dem Kaiser ein. Ganz formlos. Wie man irgend einem Menschen ein Zei⸗ tungsblatt mit einer ihn vielleicht interessierenden Notiz einschickt. Und es vergingen nicht zweimal 24 Stunden, da hat sie ein Telegramm des kaiserlichen Generaladju⸗ tanten in Händen, der Kaiser widme der Reservistenfrau. eine Unterstützung von 300 Kronen. Jawohl, Kaiser Franz Josef,„der Landesvater“, sorgt für seine Kinder, die für ihn in den Krieg gezogen sind. „Für ihn zunächst und zuerst. Dann aber hat sich während dieses Feldzuges etwas Wunderbares begeben: Oesterreich wurde uns gleichsam bewußt. Und, genauer be⸗ sehen, ist das gar nicht so wunderbar; denn der Patriotis⸗ mus des Nationalitätenstaates ist nicht in der positiven Tatsache der Spracheinheit begründet, er entsteht aus der negativen Abwehrbewegung gegen die niedrigeren Zivili⸗ sationsformen in Rußland, in Serbien, Montenegro. Die sollten etwa ein Stück Galizien oder Kroatien bekommen? Unerträglich! Der Patriotismus in Oesterreich wurzelt tief im Kulturgedanken. Und nun zeigt sich eine merkwürdige Ueberraschung: dieses wirtschaftlich verjüngte, durch ein Kriegshalbjahr gefestigte, politisch und militärisch in der Welt ungeachtete Oesterreich ist das uralte. Immer noch, wie in den Babenbergerzeiten, die Ostmark: ein Bollwerk des Okzidents gegen den Orient. Das fühlen wir. Wir wissen, wer und was wir sind. Und das gibt uns eine von Tag zu Tag gesteigerte Spannkraft bis ans Ende! Aus Stadt und Cand. Gießen, 1. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Res. Adolf Schüler, Res.⸗Inf.⸗Regt. 81, aus Weidelbach. — Landwehrm. Jakob Maurer, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Worms.— Oberl. Postinspektor Leo Oehler, Res.⸗Inf.⸗ Regt. 219, aus Hanau.— Res. Heinrich Föller, Res.⸗Inf.⸗Regt. 88 aus Hanau.— Vizefeldw. d. L. Lehrer Theodor Eichenberg, Res.⸗Inf.⸗Regt. 88 aus Hanau.— Kriegsfreiw. Gg. Hedrich, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Wetzlar⸗Niedergirmes.— Landwehrm. Joh. Georg Kn ust, Pionier⸗Reg. 25, aus Hanau.— Ersatz⸗Res. Ernst Weber, Inf.⸗Regt. 116, aus Büdingen.— Kriegsfreiw. ä Siesßzener Konzer tverein. 5 Gießen, 31. Jan. e e trug wo le änglichen örer dieser— i mitten hinein ins Leben, in den hohen Ernst des Lebens. Der Ewigkeitsgehalt der Kunst fand diesmal seinen wahrhaften Ausdruck; es war so recht ein Abend, an dem man sich bewußt werden mochte, daß dieser furchtbare Krieg vergehen, K ul⸗ tur und Kunst aber um so reiner wieder erstehen und in Ewigkeit bestehen werden. Fast jedes der dargebotenen Kunst⸗ werke erstand hier als Symbol, bedeutsam weit über den be⸗ schränkten Sinn der Worte hinaus, ewige Wahrheiten kündend. Daß dies so ward, ist das Verdienst zweier so warm und inner⸗ lich, so kraftvoll und stürmisch, freudvoll und lebensfroh empfin⸗ dender Naturen, wie sie uns sonst so selten begegnen. Zwei wahr⸗ haft Strebende sahen wir hier am Werke, in jedem Augenblicke neu schaffend, schöpferisch wirkend. Frau Elly Ney van Hoogstraten— man gestatte mir die Uebertrei: die Einen suchen allen Ausdruck dem Instru⸗ ment, das sie spielen, zu entlocken, die Andern sind ganz sel bst Ausdruck und das Instrument ist nur Mittel, oft vielleicht nur un⸗ zulängliches Mittel, sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Ganz zu diesen letzteren Naturen gehört Elly Ney, ganz selbst Ausdruck des Kunstwerks, wie sie es im Innersten empfindet, empfindend oft über die Grenzen der Möglichkeit hinaus, die das Instrument bietet. Urwüchsiges Temperament, riesenhafte Gebärde der Emp⸗ findung— der Ibach ächzt und ist längst an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit angelangt— da ebbt die Flut, kehrt zurück zu den Ufern und voller Poesie guillt der Töne Quell aus dem In⸗ strument in ewig wechselnden Farben. Prachtvoll da, wo die eherne Kraft der Hand und die Kraft des Instruments harmonieren— wie beim Eingang von Bach's Passacaglia, wie in den dramatischen Höhepunkten der Brahm'schen Balladen und in den Oktavgängen der linken Hand in Beethovens Deutschen Tänzen— übermächtig, an die höllischen Mächte des Chaos gemahnend, da, wo der Mensch seinem Empfinden weit hinaus wächst über die armen Mittel des Instrumentes! Wer möchte aber darum dieses urgewaltige Tem⸗ perament missen? Wer wünschte nicht im Gegenteil, es möchten das Instrument und seine Technik ganz diesem Temperament zu Willen ein? Elly Ney war lange nicht bei uns— sie ist unbeirrt im ihrer st, im Temperament die alte geblieben, ihre Technik bat sich diesem Temperamente angenähert, noch ohne es ganz zu erreichen. Möge aber lieber die Technik Schaden nehmen als dieser 25 übermächtig gewaltige künstlerische Wille. Er meistert sich schließlich sicher dennoch seine Technik. Hedwig Rode— der erinnert sich, hier bei uns eine Sängerin gehört zu haben, die man ihr vergleichen könnte? Es muß in der Tat lange her sein! Gewiß: wir haben manche Jertigere“ Sängerin, viele gute und selbst hervorragende Sängerinnen, hier gehabt— eine, die schon so Köstliches bietet und noch sehr viel Größeres verspricht, wüßte ich nicht zu nennen. Von den Sängern, die wir hier hörten, möchte gerade ihrer Art einer vergleichbar sein: August Leimer, der leider auch gar lange nicht mehr bei uns war. Es ist der warme, gesunde, weiche und runde Ton, den Hedwig Rode mit ihm gemeinsam hat. Aber wer so jung diese Lieder, die zu den innerlichsten und reifsten Kunst⸗ werken aller Zeiten gehören(Brahms und Schubert, von Traut⸗ manns Meisterhand wundervoll begleitet), so zu bringen weiß, wie Hedwig Rode, von dem wird die Zukunft Großes zu berichten wissen. Hedwig Rode ist aus der Schule Stockhausens hervor⸗ gegangen, mittelbar wenigstens, und sie hat das Beste dazu mit⸗ gebracht; eine gesunde natürliche Stimme. Auf solcher Grund⸗ lage muß und wird das Beste gelingen: Tonbildung und Tonansatz, Aussprache und Vortrag sind schon heute mustergültig; die volle Ruhe und eine gewisse Unerschöpflichkeit des Tones werden sich einstellen, sobald die Atemtechnik für ausreichende Atemreserven sorgt. Vortrefflich war schon jetzt die Auffassung der Lieder, das Herausarbeiten des Textes; ja man darf dieser Sängerin nach⸗ rühmen, daß sie in manchen Einzelheiten sogar ursprünglich neues brachte, das gesund und wohlbegründet von der herkömmlichen Auf⸗ 5 abstach. Kurz: hier haben wir Großes zu erwarten! Drum rufen wir der Sängerin, nicht minder wie Frau Elly Ney, zu: Auf baldiges Wiedersehen!* 5 — Ein Börsenschauspiel. Aus Bremen, 27. Jan., wird uns geschrieben:„Die Firma“, ein Börsenschauspiel von Karl Hollmann gelangte heute im Schauspielhaus am Ostertor zur Uraufführung. Die Handlung dreht sich um den Konflikt, in den der Sohn eines alten Hamburger Hauses, Robert Randorf, gerät, als sein Vater, von geschäftlichen Schwierigkeiten bedrängt, ihn auffordert, seine künstlerische Laufbahn(Robert ist Maler) und seine Neigung zu einer anmutigen, aber nur mäßig begüterten Frau aufzugeben, in das Geschäft einzutreten und eine Geldheirat zu schließen. Robert besteht nach einer heftigen Aus⸗ einandersetzung auf seiner Weigerung, wird aber andern Sinnes, als sein Vater, von den Sorgen und Aufregungen übermannt, plötzlich stirbt, und opfert nun wirklich Beruf und Liebe der Firma, die untergehen zu lassen ihm nun doch als eine Unmöglichkeit erscheint. Die interessante und fruchtbare Idee, zu zeigen, welch eine Fülle unsichtbarer, aber auch unzerreißbarer Fäden ein großes kaufmännisches Geschäft um alle Mitglieder des Hauses schlingt, das es besitzt, aber auch von ihm besessen wird— diese Idee poetisch zu gestalten, fehlte leider die psychologische Hellsichtigkeit; man sieht, wie die großen, entscheidenden Umwandlungen sich vollziehen, aber man erfährt nichts von den Motiven, die nur ganz im, allgemeinen angedeutet werden und daher sowohl der individuellen Farbe wie der überzeugenden Kraft entbehren. So bleibt nichts als ein spannendes Theaterstück aus dem modernen, sehr gut beobachteten Berufsleben. Gut inszeniert, besonders dekorativ sehr geschmackvoll und charakteristisch von Herrn Obermaschinenmeister Engelhardt ausgestattet und recht lebhaft gespielt, fand das Slück sehr viel Beifall. W. K. — Berliner Kriegszahlen. Ein gutes Zeichen der deutschen Standhaftigkeit ist es, daß daheim alles im richtigen Gange bleibt. Das beweist die Statistik. Jetzt liegen die genauen Zahlen für den Monat November 1914 und die Stadt Berlin vor. Da findet sich manch beachtenswertes Ergebnis. Die Frage: „Wird auch im Kriege geheiratet?“ wird z. B sehr ent⸗ schieden mit ja zu beantworten sein, denn in diesem Kriegsmonat sind allein in Berlin immer noch 1020 Ehen geschlossen worden. Im Jahre vorher waren es 1608. Der Drang zur Ehe ist also trotz des Ausrückens so vieler Männer im besten Lebensalter un⸗ vermindert erhalten geblieben. Die Gesamtzahl der Bevölkerung Groß⸗Berlins ist nur um ganz wenige Zehntausende geringer ge— worden. Neu zugezogen sind etwa 32000 Personen. Nur 22 000 verließen dauernd die Reichshauptstadt. Trotz der Kriegszeit wur⸗ den 287 Baugesuche eingereicht. Durch die Berliner Verkehrsmittel (Straßenbahnen, Hoch- und Untergrundbahn, Omnibuslinien) wur⸗ den nicht weniger als 45 Millionen Personen in diesem einen Monat befördert Auch der Fremdenverkehr besteht weiter. In Berliner Gasthösen stiegen nämlich im November 71 000 Fremde ab, im Friedensjahr 1913 waren es 108 000. Von den fremden Gästen waren 250 aus Rußland, 1400 aus Oesterreich, 19 aus England, 520 aus Schweden und 239 aus Amerika. Das An- gebot an Vieh überstieg sogar beträchtlich die Zahlen des vor⸗ jährigen Novembers. So wurden auf dem städtischen Viehhof 28 000 Rinder, 12 000 Kälber, 34000 Schafe und 150000 Schweine zum Verkauf gestellt. Im Vorjahre waren die entsprechenden Zahlen: 11 700, 10 300, 29 800, 110 600. Einen guten Eindruck muß auch die Feststellung machen, daß bei den städtischen Sparkassen 4700000 Mark eingezahlt wurden. Das heißt nur 300 000 Mark weniger als im November 1913. Also Berlin Hermann Albrecht aus Dübelsbeim.— Musketier Friedr. Zimmermann aus Friedberg.— Kriegsfreiw. Georg Kru p⸗ pert, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Hartershausen.— Kriegsfreiw. Emil Ziesing, Res.⸗Inf⸗Regt. 116, aus Darmstadt.— Ersatz⸗ Res. Oskar Preuß, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Darmstadt. Kriegsfreiw. Harry Bauer, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Weil⸗ burg.—. Vizefeldw. d. Landw. Bauführer Herm. Otto Schmidt aus Pohl⸗Göns— Bürgermeistereigehilfe Friedrich Reifen⸗ berg, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Worms.— Res. Carl Dil l⸗ mann aus rndorf. * * Ritter des Eisernen Kreuzes: Vizewacht⸗ 5 meister Nagel aus Bad Ems, Hus.⸗Regt. 11. Musk. Josef 4 Schneider aus Thalheim. Uffz. d. R. Joh. Malm aus 5 Weroth, Kreis Westerburg, 5. Garde⸗Regt zul Fuß. Erich g Hanner aus Büdingen. A. Manz aus Württemberg, 4 langjähriger erster Verwalter auf dem Erbacherhof bei Büͤ⸗ 1 dingen. Gefr. Habermehl vom Stadtbauamt Wetzlar, 2 Pion.⸗Regt. 25. Lehrer Anton Viehmann, Vizefeldw. im 5 Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, Lehrer Wilhelm Viehmann, Vize⸗ feldw. im Res.⸗Inf.⸗Rgt. 118, Pionier Johannes Reitz, sämtlich aus Hochelheim. Res⸗Leutn. Fr. Schmalz aus Hungen, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222. Oberlehrer Dr. Hasler aus Büttelborn, Leutn. in der gemischten Ersatz⸗Brig. Regt. 87. Gefr. im Res⸗Regt. 202 Jost Klein aus Bracht. Einjähr. Ufsz. im Inf. t. 118 Johannes Raab, Lehrer an der Knabenschule in Offenbach. Führer der Fernsprechabt. im Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116 Vizefeldw. August Langsdorf. Vizefeldw. Gg. Lang und Uffz. J. Noll aus Storndorf. Unterförster 91515 Eiffert aus Strebendorf. Vizefeldw. Feik aus Gießen, Inf.⸗Regt. 116. Hohe Brotpreise. Eine Folge des Weltkrieges sind u. g. die hohen Brotpreise. In Gießen kostet heute ein fund Kriegsbrot, wie es unsere Bäcker herstellen, 18 Pfg. Das erinnert an frühere Zeiten. Vor uns liegt eine in Zinn geprägte Medaille, deren Rückseite folgenden Text hat: „1772. Das J. Viertel Jahr Da War Die Theu⸗ rung Sogrohs Das Viel 1090 Für Hunger Ver⸗ 0. Das Pfd. Brod kostete 12 Kr. In Saxen 18 Pfennig. Joh. Ch. Reich in Fürth.“ Auf der Vor⸗ derseite der Medaille hält ein aus Wolken gestreckter Arm eine Wage; in deren einer Schale, die hoch geschnellt ist, liegt ein Brot, in der andern befindet sich ein Gewichtsstück. Der hin⸗ zugefügte Text dieser Seite weist auf Psalm 34, 11. Vers, hin, dann heißt es: Die Reichen Müssen Darben und Hungern.— Interessant ist, was die auf Anordnung des Stadtvorstandes 1865 herausgegebene Uebersicht aus der Geschichte Gießens sagt. Aus dem Jahre 1777 berichtet diese allerdings lückenhafte Chronik von keiner Not in unserer Stadt, wohl aber heißt es darin: 1817 Eine große Teuerung folgt dem Krieg. Das Malter Waizen galt 30 fl. Korn 20 fl. Man zeigte uns aber aus jener Zeit nach dem Freiheits⸗ 15 1818. eine kleine Kupfermünze, die nach ihrer Aufschrift 18161817 der Elberfelder Korn⸗Verein zur Erinnerung an die damalige schwere Not hatte prägen lassen. Auf den beiden Seiten der Münze steht die Mahnung: Kauft In Der Zeit 1816, So Habt Ihr in der Not ein Brod 1817. Ob sich jemand findet, der zur Erinnerung an das teure Brot heuer auch eine Medaille prägen läßt? 0* Das Deutschtum im Auslande. Im Frank⸗ urter Völkermuseum wurde Freitag mittag eine Ausstellung eröffnet, die in hervorragender Weise einen Ueberblick über die Verbreitung der Deutschen auf dem Erd⸗ balle darbietet. Zahlreiche Karten und anschauliche Sta⸗ tistiken führen in das Verständnis für die Bedeutung des Deutschtums um die Kultur ein; sie bringen aber auch die überraschend und weiteren Kreisen nur wenig be⸗ kannte Verbreitung der Deutschen über die Erde und ihren Anteil an der Zusammensetzung der n Nationen 0 Veranschaulichung. Auf der Erde sind rund 95 Millio⸗ nen Deutsche; davon wohnen 63 lionen im Deutschen Reich, 32 Millionen im Auslande, von letzteren besitzt nur 1 Million die deutsche Reichsangehörigkeit. Am stärksten vertreten ist das Deutschtum in der Schweiz, in den russi⸗ schen Ostseeprovinzen und Polen. In den Vereinigten Staa⸗ ten stehen die Deutschen an zweiter, in Kanada erst an fünfter Stelle. Vortrefflich ist die Sonderausstellung der Baseler Mission, die in das geistige Arbeitsfeld des Dieutschtums einführt und ihre gesegnete Arbeit an einer Fuülle von Dokumenten erhärtet. Die Mission arbeitete vor dem Kriege auf 71 Hauptstationen mit 425 europäischen Ie sie stellte in allen ihren Feldern Wörter⸗, ks⸗ und Schulbücher, Bibeln und Grammatiken in der Sprache der Eingeborenen her. Ein Engländer tat das bisher nicht. Ein Meisterstück deutschen Fleißes ist das 1200 Seiten starke, in Englisch⸗Tulu⸗Canaresisch verfaßte Wörterbuch, die Lebensarbeit des Missionars Kittel. Wert⸗ volle Proben deutscher Kulturarbeit aus Kamerun, China, Persien, Südamerika usw. usw. schließen 5 an. Im Hin⸗ blick auf die gegenwärtigen Zeitumstände besitzt die Aus⸗ 3—— einen Wert, der weit über das lokale Interesse inausragt. * Bekleidungsbeschaffungsamt. Es wird von der Handwerkskammer Darmstadt nochmals darauf hingewie⸗ n * 5 sen, daß vom 1. Februar 1915 ab das neu errichtete Be⸗ kleidungsbeschaffungsamt in Berlin, Budapester⸗ 0 straße 132, den Bedarf an verschiedenen Heeresausrüstungsgegen⸗ ständen, z. B. Helmen, Tornistern, Trägerriemen, Patronen⸗ llaeaschen, Pistolentaschen, Leibriemen, Säbelkoppel, Ueberschnall⸗ koppel, Mantel⸗ und Kochgeschirriemen, Karabinerhalterriemen, 5— den Krieg trefflich durch. In anderen Orten unseres Vater⸗ landes ist es sicherlich ebenso. 5— Französische Pensionäre. Frankreich war seit jeher . geneigt, sich mit einer glänzenden Vergangenheit über trübe gegen⸗ wuärtige Zustände hinwegzuhelfen. Die Heerführer und Marschalle des ersten Kaiserreiches spielen noch heute in der Volksphantasie eine ungeheure Rolle— und nicht allein das: ihre lachenden Erben machen sich aus der Dankbarkeit des französischen Volkes vergnügte Tage. Es dürfte kaum allgemein bekannt sein, daß die heute le⸗ benden Nachkommen Alexandre Berthiers, des Fürsten von Wagram, außer dem Präsidenten der Republik, das höchste Staats⸗ einkommen in Frankreich beziehen. Der Urenkel Berthiers be⸗ kommt heute dreimal soviel, wie der Präsident der Deputiertenkam⸗ mer.— Den Erben des Marschalls und Fürsten von Eßlingen, Masséna, wird ein jährliches Gehalt von etwa 84000 Fran⸗ 15 70 P während sich z. B. der Präsident des Senats mit 72 Franken begnügen muß. Die Nachkommen Mortiers, des Herzogs von Treviso, erhalten etwas weniger, 66 000, die des Herzogs von Massa 51000 Franken. Neben diesen Enkeln Aaiserlicher Heerführer beziehen a eine Anzahl ganz obskurer Leute Pensionen, weil ihre Groß⸗ oder Urgroßväter vielleicht Kammerdiener oder Leibkoch beim Kaiser gewesen sind. Der selt⸗ samste Name auf dieser Liste der französischen Pensionäre aber ist zweifellos der des Königs von Schweden. Als Nachkomme Bernadottes bekommt er jährlich 16 468 Franken und 45 Cen⸗ times, wie er sich auch immer der französischen Republik gegenüber verhalten mag. Und Bernadotte selbst, der ja später gegen Frank⸗ reich kämpfte, hatte nie über eine Unregelmäßigkeit in der Aus⸗ zahlung seines Gehaltes 1 Hagen. Die Ney, Masséna, Berthier gehören heute zu den offensten Gegnern der Republik— ihre Einkünfte werden dadurch nicht geschmälert. Feldflaschen, Trinkbecher, Kochgeschirre usw. decken wird. Die An⸗ gebote auf derartige Ausrüstungsgegenstände können an die Hand⸗ werkskammer Darmstadt unter genauer Angabe, welche Gegenstände und für welchen Heeresbezirk geliefert werden soll, gerichtet wer⸗ den. Die Handwerkskammer vermittelt die Weitergabe. Die Korpsbekleidungsämter, die seither in dieser Hinsicht zuständig waren, scheiden vom 1. Februar 1915 ab für die Dauer des Krieges für diese Gegenstände aus. Dagegen verge⸗ ben diese Aemter nach wie vor die Lieferungen von Uniform⸗ stücken, Mäntel, Röcke, Hosen und dergl. Da nach Bekanntgabe der Heeres verwaltung fortgesetzt an die Korpsbekleidungsämter irrtüm⸗ genstände gerichtet werden, die bei der enormen Arbeitsbelastung keine Beantwortung finden können, so wird den Handwerkszweigen im eigensten Interesse empfohlen, sich mit den neu getroffenen Anordnungen vertraut zu machen. Die Handwerkskam⸗ mer Darmstadt ist jederzeit bereit, zur Erlangung von Aufträ⸗ gen behilflich zu sein, wie sie es sich auch angelegen sein läßt, durch Schaffung geeigneter Organisation einem möglichst großen Kreis von Handwerkern Arbeitsmöglichkeit zuzuführen. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 1. Febr. In der Offenbacher Faß⸗ fabrik Wilhelm Vogler in der Sandgasse, die in dem ältesten Stadtteil gelegen ist, war am Samstagabend kurz nach Feier⸗ abend ein Großfeuer ausgebrochen, das bei den reichen Holz⸗ vorräten rasch um sich griff und alsbald einen recht bedrohlichen Charakter angenommen hatte. Im Nu stand das vor einigen Jahren neuerbaute Fabrikgebäude, in dem die sogen. Zylinder⸗ fässer hergestellt werden, in hellen Flammen. Diese drohten auf die übrigen Gebäude sowie anschließenden Wohnhäuser der Alt- stadt überzuspringen. Die Situation war außerordent⸗ lich gefährlich, da der ganze Straßenzug der Altstadt mit seinen alten Gebäulichkeiten und seiner dichten Bevölkerung stark gefährdet wer. Dem Fabrikgebäude, in dem das Feuer zum Ausbruch kam, sind zwei Wohnhäuser vorgelagert, von denen das eine nur wenige Meter von diesem getrennt ist. In dem einen waren bereits sechs kleine Kinder zur Ruhe gebracht, während dicht daneben die Flammen hoch aufloderten. Glück⸗ licherweise aber konnten diese sowie die übrigen Hausbewohner gerettet werden. Als die Feuerwehr, die mit der Motorspritze, der Dampfspritze sowie der übrigen Löschbereitschaft ausgerückt war, auf der Brandstätte erschien, brannte das Anwesen bereits lichterloh. Sie hatte einen recht schweren Stand, da dem Feuer schlecht beizukommen war. Schließlich wurde in die Mauer des dem Brandherde nächstgelegenen Wohnhauses eine Bresche ge⸗ schlagen, um auf diese Weise von verschiedenen Seiten das Feuer mit mehreren Schlauchleitungen bekämpfen zu können. Den vierstündigen angestrengten Bemühungen der Feuerwehr ist es allein zu verdanken, daß das Großfeuer auf seinen Herd be⸗ schränkt werden konnte. Von dem Fabrikraum stehen nur noch die Umfassungsmauern, die darin befindlichen Holzteile sowie die gesamten elektrisch betriebenen Maschinen sind von dem Feuer völlig vernichtet worden. Von einem angrenzenden Gebäude wurde der Dachstuhl erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die durch den Brand obdachlos gewordenen Familien wurden in Nachbarhäuser untergebracht. Die Eutstehungsursache des Feuers ist auf Kurz⸗ schluß der elektrisch betriebenen Anlage zurückzuführen. Der Brandschaden ist recht erheblich, aber größtenteils durch Ver⸗ sicherung gedeckt. Die in dem Hofraum lagernden reichen Holz- bestände blieben von dem Feuer verschont. 5 m. Offenbach a. M. 30. Jan. Zu einer Massenkund⸗ gebung der Frauen Offenbachs gestaltete sich die in der Goetheturnhalle veranstaltete Hausfrauen-Versammlung, in der die überaus wichtige Frage der Ernährungsweise im Kriege eingehend erörtert wurde. Der außerordentlich starke Be⸗ such der von der Frauenkriegshilfe veranstalteten Kundgebung 8 mögen an die Frauen gewesen sein— brachte den deutlichen Beweis dafür, daß alle Frauen den siegreich im Felde stehenden Truppen nicht nachstehen wollen und mit aller Entschiedenheit den Kampf in den Küchen gegen jede Verschwendung aufnehmen, um durchzuhalten und die Hoffnung unserer Feinde auf Aus⸗ hungerung zu Schanden zu machen. Die Referenten waren Redak⸗ teur Kaul, Sanitätsrat Dr. Pullmann und Frau Henriette Fürth ⸗ Frankfurt, die die Haushaltung in der Kriegszeit vom volkswirtschaftlichen, gesundheitlichen und haus⸗ und küchenwirt⸗ schaftlichen Standpunkte behandelte.— Beigeordneter Ernst Weil, . der Reserve, wurde zum Hauptmann Gießener Strafkammer. 8 th. Gießen, 29. Jan. Wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz wurde der Viehhändler Jakob L. aus Gießen zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. In einer zweiten Sache wegen desselben Ver⸗ gehens erhielt der Ziegeleiarbeiter Chr. Sch. aus Angersbach die niedrigst zulässige Strafe von 15 Mark bezw. 1 Tag Gefängnis. Er hatte von dem Beigeordneten in Fraurombach, das sich im Beobachtungsgebiet befand, eine Kuh gekauft und diese auf einem Umweg durch den Wald nach Angersbach getrieben. Der Ver⸗ käufer des Tieres, der als Zeuge zum Termin geladen war, ver⸗ zichtete auf Zureden des Vorsitzenden der Strafkammer auf Reise⸗ kostenentschädigung und Zeugengebühr zugunsten des Verurteilten. Wegen einer Fälschung 15 sich die Dienstmagd Elisabeth H. aus Gießen strafbar gemacht. ie hat in ihrem Gesindedienstbuch das Zeugnis der Dienstherr⸗ schaft, welches auf„nicht zufrieden“ lautete, in„recht zufrieden“ geändert. Der Schwindel war übrigens sehr plump ausgeführt, doch war immerhin eine Täuschung möglich. Die junge Sünderin leugnete die Tat und erklärte, es sei ihr zufällig ein Regentröpf⸗ chen auf das Wort nicht gefallen, dies habe sie bloß mit der Schürze weggewischt, und dadurch sei die Aenderung des Wortes entstanden. Der Augenschein im Buch lehrte aber, daß an der Stelle radiert war. Als ausreichende Sühne erkannte das Gericht auf eine Geldstrafe von 5 Mark ev. 1 Tag Haft. Als russischer Staatsbürger gegen das deutsche Automobilgesetz gefehlt zu haben, wurde dem Mühlenbesitzer Ed Kr. aus Lublin zur Last gelegt, der in Bad⸗ Nauheim, als der Krieg ausbrach, zur Kur sich aufhielt. Er war mit einem Opelwagen aus Rußland nach dem hessischen Badeort gekom⸗ men. Am 1. August, als der Kriegszustand erklärt war, wollte der Ausländer mit seinem Auto zurück in die Heimat fahren und wählte die Route über Schotten nach Fulda, um von da über Norddeutschland zu reisen. In Schotten aber wurde er von der Gendarmerie angehalten und dem Kreisamt vorgeführt, welches den Fremden nach Prüfung der Papiere weiter fahren ließ. In Fulda war dem Manne das Benzin knapp geworden, er hatte auch dort Schwierigkeiten, weiter zu kommen und beschloß, nach Nauheim zurückzufahren, um dort die Entwicklung der Dinge abzuwarten. In Schotten wurde der Reisende aber zum zweiten⸗ mal festgehalten. Die Gendarmerie witterte in ihm einen russi⸗ schen Spion. Das Kreisamt belegte das Automobil mit Beschlag und überwies es dem Generalkommando. Der Eigentümer wurde nach einigen Stunden nach Bad⸗Nauheim entlassen. Der Wagen ist vom Generalkommando enteignet und der Erlös dafür an den Ausländer ausgehändigt worden. Der Gendarmeriewachtmeister Kaiser in Schotten mußte aber gegen den Russen eine Anzeige erheben, weil dieser ohne einen internationalen Fahrausweis in Deutschland herumgefahren ist und weil an dem russischen Abzeichen, das der Wagen führte, das R(die Bezeich⸗ nung für Rußland) fehlte. Der Ausländer bekam für diese 3 durch Strafbefehl die Aufforderung, eine Ge⸗ samtstrase von 250 Mk. zu bezahlen Er weigerte sich dessen und brachte die Sache an das Schöffengericht, das die Strafe auf die Hälfte ermäßigte. Dagegen verfolgte Rechtsanwalt Stahl⸗Bad⸗Nauheim als Vertreter des Angeklagten Berufung an die Strafkammer. Die Strafkammer stellte an Hand der Verordnung über den Kraftfahrerverkehr in Deutschland fest, daß ein Ausländer überhaupt keinen internationalen Ausweis als Legitimation brauche, wenn er beim Ueberschreiten der deut⸗ schen Grenze eine Steuer von 40 Mk. bezahlt und dafür einen i legitimierenden deutschen Fahrtausweis erhalte. U lee. Fall liege aber hier por, der Angeklagte habe gleichzeitig licherweise Gesuch eum Arbeitsübertragung auf erstgenannte Ge⸗f mit dem Fahrtausweis beim llamt gegen 5 Mk. eine deut Nummerplatte erhalten und die e außer der in Rußland er⸗ haltenen Nummerplatte am Wagen befestigt. Es sei ihm zu glauben, daß an der Grenze von der russischen Nummerplatte der Buchstabe R von dem deutschen Beamten entfernt worden sei. Es sei aber auch die Entfernung der n nach den gegebenen Vorschriften nicht einmal strafbar. Aus diesen Grün⸗ den habe auf Freisprechung erkannt werden müssen. Der Staatsanwalt wollte die Sache vertagt haben, um beim deutschen Zollamt an der Grenze neue Informationen einziehen zu können. Die Strafkammer ließ sich darauf aber nicht ein, weil es zweifels⸗ frei ganz unmöglich sei, Auskunft von einer Behörde an der russi⸗ schen Grenze zu erhalten, deren Bücher und Beläge wegen der Invasion der russischen Truppen gar nicht mehr zur Stelle sein können.(Der Fall zeigt, wie bei„uns Barbaren“ auch gegenüber den Angehörigen eines Staates, der mit uns im Kriege liegt, objektiv und ohne Ansehn der Person Recht ge⸗ sprochen wird.) 8 —— Candwirtschaft. Zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge im Winter. Der aufmerksame Natur- und Gartenfreund hat auch im Winter, besonders an trockenen, hellen Tagen, in seinem Garten gute Gelegenbeit zu recht interessanten Beobachtungen. Da um diese Zeit sonst wenig im Garten zu tun ist, so wendet er seine Aufmerkfamkeit auf die Schädlinge des Obstbaumes und deren. tilgung. Viele Insekten überwintern in den Eiern, welche die Weibchen an geschützten Stellen abgelegt haben, andere überdauern den Winter in der Puppensorm, eine ganze Anzahl im lebendigen Zustande als Schwetterling oder Raupe. Wer nun mit forschendem, prüsendem Blick durch seinen Garten schreitet und auf alle Er- scheinungen genau achtet, der kann viel schädliches Ungeziefer ohne viel Mühe vernichten und sich vor großem Schaden bewahren. Vor allem sind es die großen und kleinen Raupen nester, die zu vernichten sind. In ihnen überwintern viele Hun⸗ derte von jungen Räupchen, die im April und Mai durch ihren Fraß ost großen Schaden anrichten. Die großen Raupennester stammen vom Goldafter, die kleinen vom Baumweißling, welch letzterer in unserer Gegend seltener geworden ist. An dünnen Zweigen findet man die kittartigen Eierringe des Ringel⸗ spinners, eines braunen Nachtsalters, dessen Raupen, die so⸗ genannten„Livreen“, uns so oft die Obsternte streitig machen; serner sind für ein geübtes Auge auch die Eierschwämme des Dickkopfs oder Schwammspinners leicht zu sehen, die als braune, unregelmäßige Flecken an den Stämmen eine gewisse Aehn⸗ lichkeit mit einem Stückchen Feuerschwamm haben. Fest an die kleinsten Zweige der verschiedensten Obstarten angeschmiegt, kann man auch die jungen, überwinternden Räupchen der Kupfer⸗ glucke erspähen, denen die größte Winterkälte nichts schadet. Alle diese Schädlinge kann man jetzt im Winter leicht ver- nichten: man schneidet die besetzten Zweige mit der Raupen— schere ab und verbrennt sie. Tie Eier der Blattlaus die wie Pulverkörnchen die Rinde der jungen Triebe der Obst- bäume und der Nosen bedecken, sowie die Schildläuse am alten Holz der Johannis- und Stachelbeeren und der Weinreben sind leicht abzukratzen und zu vernichten. Wer nun gründlich auf- äumen will mit all diesem schädlichen Ungeziefer, auch mit den Flechten und Moosen an Stamm und Aesten, der nehme die Weinbergspritze oder die Baumspritze und gehe mit einer 10proz. Lösung des wasserlöͤslichen Obstbaumkarbolineums aus der chemischen Fabrik von Schacht in Braunschweig gegen diese tierischen und pflanzlichen Obstbaumschädlinge vor. Im blattlosen Zustande der Bäume und Sträucher werden die Eier, Puppen und Larven leicht mit diesem Spritzmittel getroffen und getötet, die Bäume selbst aber erleiden keinen Schaden. Wenn so der Obst⸗ züchter immer offenen Auges, beobachtend und überall hin aus- schauend, auch im Winter den Kampf gegen die Schädlinge un⸗ ermüdlich fortsetzt, dann wird reicher Segen seine Arbeit lohnen. Aber nur der Kundige sieht, was dem Unkundigen und Unwissen⸗ den verborgen bleibt. Deshalb sollten die Belehrungen über der⸗ artige Erscheinungen in der Natur schon bei der Jugend beginnen. Rur wer in der Jugend gelernt hat zu sehen und zu beobachten, der wird in späteren Jahren mit sicherem Blick sich vor manchem Schaden bewahren und manches Unheil leicht abwenden und ver⸗ hindern können. Auch in der jetzigen schweren Kriegszeit dürfen die Daheimgebliebenen die Arbeiten an den Obstbäumen nicht ver⸗ gessen, die die Vorbedingung sind für eine gute Ernte Zur Ver⸗ tilgung der hauptsächlichsten Schädlinge ist aber der ganze Winter geeignet, und es wird sich immer einmal eine Stunde finden für diese Arbeiten. Standesamtsnachrichten. Gießen. f Aufgebote: Januar 25. Johann Georg Amann, Stein⸗ richter, mit Elisabethe Bickert, beide in Gundernhausen.— 26. Johannes Otto Walter S dt, Kaufmann in Gießen, mit Jo⸗ hanna Margarete Auguste Neumann in Breslau. Wecken geg Januar 23.. Peter Weil, Bäcker in Friedberg(Hessen), mit Johanna Maria Wagner in Gießen. „ Januar 19. Dem Lokomotivheizer Joh, Veith ein Sohn, Georg Fritz.— Dem Buchbi ter Hugo Sann 2[— Dem K 9 b i ter, Margarete.— 22. Dem omotivheizer ri⸗ 1 Cohn, Anton.— Dem— Ernst ahre alt, Landgrafenstraße 5. 1 5 * Felde gefallen: September 19. r berger, Geschäftsreisender, Feldwebel der Lan 5 018 alt, Landgrafenstraße 7, bei Cernay gefallen.—. 8. Otto Joseph Nahrgang, Kellner, Musketier, 19 Jahre alt, Kirchen⸗ platz 10, bei Pont de gefallen.— 19. bei Mal ca⸗Mierzonska in 9 Polen gefallen.— Au Gorr, Kaufmann, Kriegsfreiwilliger, 17— alt, Ebelstraße 37, bei Mala⸗Duca⸗Mierzonska in Russisch⸗Polen gefallen.— Adolf Heinrich Kaspar e Wagner, Musketier, 21 re alt, Lahnstraße 10, bei Mala⸗Duca⸗Mierzonska in Russisch⸗Polen ge⸗ fallen.— Heinrich Theodor Christian Walter, Kaufmann, Kriegs⸗ eiwilliger, 19 Jahre alt, Kaplansgasse 23, bei Mala⸗Duca⸗ e inenschlosser, eg williger, ahre alt, Sonnenstraße 11, be bal Be Aierzens la un Nufstsch⸗ Wien gesellen. Friedberg. Eheschließungen: Januar 22. Peter Johann Bayer, Bestte 2 Karoline Schäfer, beide in Friedberg. 12 n Gall Ehrmann Geborene: Januar 20. Dem Kau ein Sohn, Kurt. i a Sterbefälle: Dezember 3. Gottfried Otto Scriba, Mus⸗ ketier, Kandidat der Thevlogie, 24 Jahre alt, gefallen.— 5. 8 Ehrmann, geb. Marxsohn, 54 Jahre alt.— 27. Dorothea n gel, geb. Pfeifer, 84 Jahre alt. —— Apotheker Neumeler's Asthma- Caso g, n. Cigarillos Papier) J M. 1. 80 D. R. G. M. No. 26122 und 26617 loongg Aeratlich Ane— Deutsches Erzeugnis. Erhältlich in den Apotheken. Apotheker Neumeier, Frankfurt am Main. Den Heldentod fürs Vaterland starb in Frankreich am 24. Jan. mein lieber Gatte, unser treu sorgender Vater, Bruder und Schwager 1037 Jäger der Landwehr, welches wir allen Verwandten und Be— kannten auf diesem Wege mitteilen. In tiefem Schmerz: Elise Wilhelm, geh. Schnecko und 3 Kinder Familie Ernst Schnecko. Gladenbach, Gießen, den 1. Februar 1915. Nach langer Ungewißheit und sorgenvollem Warten traf heute die amtliche Nachricht ein, daß unser lieber, braver Sohn, Bruder, Neffe und Onkel Gefreiter Karl Spuck Kriegsfreiw., 7. Komp. Inf.⸗Regt. 222 im Alter von 19 Jahren in Rußland im Kampfe fürs Vaterland gefallen ist. In tiefer Trauer: Familie Spuck. Wieseck, 1. Februar 1915. 1017 *— Gesehliche Gesellen Prüfungen Die diesjährigen Gesellen⸗Prüfungen finden in den Monaten März und April statt. Die Anmeldungen haben zu erfolgen: Für männliche Lehrlinge: Sonntag, den 7. Februar, Für weibliche Lehrlinge: Sonntag, den 14. Februar, on vormittags 9 bis 12 uhr, in der Gewerbeschule. Die Prüfungsgebühr von 5 Mark ist bei der Anmeldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehr- vertrag vorzulegen. : Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellen-Prüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nach⸗ teile im Gefolge hat. 930 D Gießen, den 28. Januar 1915. Der Prüfungs⸗Ausschuß des Ortsgewerbevereins Gießen. H. Garnon, Vorsitzender. Eschen⸗ und Pappelholz:⸗Verkauf. Es liegen zum Verkauf: 9 Fstm. Eschenstämme, 31—55 Ztm. Durchm., auf der Kreisstraße Altenburg— Brauer⸗ schwend, und 9,80 Fstm. Pappelstämme auf der Kreisstraße Burg⸗—Nieder⸗Gemünden. Schriftliche Angebote werden bis zum 5. Jebruar l. Js., vormittags 10 Uhr, von dem Unterzeichneten entgegengenommen. Die Eschen stämme liegen ½ Stunde von der Bahnstation Alsfeld und die 4 Pappelstämme 10 Minuten vom Bahnhof Nieder⸗Gemünden entfernt. Holzverzeich⸗ nisse werden auf Wunsch abgegeben. Das Brennholz: 25,5 Rm. Eschenknüppel und 48 Rm. Reiser auf der Altenburg Brauer⸗ schwender Straße wird am 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle versteigert. Alsfeld, 28. Januar 1915. Der Großh. Kreisbauinspektor. jeweils v (10190 Nach langem, schwerem Leiden entschlief Samstag nachmittag unsere innigst geliebte Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Paula Haas geb. Schönberg. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Giessen, den 1. Februar 1918. hermann wilhelm Dr. Hoddes. 1039 Todes⸗Anzeige. Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief gestern unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter 84 0 Fran Margarete Fuchs, geh. Opper im Alter von 66 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Fuchs Familie Heinrich Fuchs Familie Rohm, Wieseck Familie Thiemann, Wieseck. Lollar, 1. Februar 1915. 5 Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr, in Daubringen statt. 0³5⁰ Danksagung. Für die in so reichem Maße be— wiesene Teilnahme beim Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Kindes sagen wir innigen Dank. Familie Georg Mohr. Gießen, Landgrafenstr. 5. 1023 * Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Dienstag, den 9. Februar, vormittags 9½ Uhr, werden aus den Distrikten Schwarzwald und Höler ver⸗ steigert; Scheiter Rm.: 280 Buchen(4 Hainbuchen rund), 32, Eichen(rund), 1 Kiefern(rund); Knüppel Rm.: 493 Buchen(meistens Stammknüppel), 161 Eichen, 8 Birken, 4 Aspen, 10 Nadelholz; Stiscke Rm.: 145 Buchen, 57 Eichen, 2 Bixken, 10 Nadelholz; Reisholz⸗Wellen: 7180 Buchen (eg. 20% Nor twellen), 1150 Eichen, 200 Nadelbolz. 90 Eichen ⸗Pfosten, 22 Mtr. lang; 2 Erlen 1,12 Fstm. (40 und 30 Zim. Mittendurchm.J. 1 Aspen⸗ Stamm 0,8 Istm.(0 Zim. Mittendurchm.). Die Zusammenkunft ist am Schwarzwald auf der alten Gießener Straße von Steinbach ber. 9755 Submissions⸗Verkauf von Fichtenstammholz aus den Domanial⸗ Waldungen der Großh. Oberförsterei Feldtrücken. Zum Verkauf kommen rund 1392 Fstm. Schneebruch⸗ bols aus dem W. J. 1914 in 5 Losen und zwar: 61 Stämme= Fstm. der Va Klasse, darunter 60 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, 305 Stämme= 85 Fstm. der Vb Klasse, darunter 352 St. m. üb. 8S Mtr. Länge, 317 Stämme= 175 Fstm. der Va Klasse, Los I Kesselwald 3 Los II darunter 316 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, Distr. Köst 1 345 Stämme= 110 Fstm. der Vb Klasse, darunter 313 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, 0 282 Stämme= 155 Fstm. der Va Klasse, Los III darunter 276 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, 795 Stämme= 210 Fstm der Vb Klasse, darunter6ss St. m. üb. 8 Mtr. Länge, 410 Stamme= 22 Fstm. der Va Klasse, Distr. Köst 2 1 Los IV darunter 400 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, Distr. Köst 3 u. 40[ 648 Stämme— 100 Fstm. der Vb Klasse, darunter 644 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, 217 Stämme 118 Fstm. der Va Klasse, Los V. darunter 215 St. m. üb. 8 Mtr. Länge, Distr. Köst 5 359 Stämme= 110 Fstm. der Vb Klasse, darunter 332 St. in üb. 8 Mtr. Länge. Das Holz ist ohne Rinde gemessen, entrindet, gerückt und liegt zum größten Teil an chaussierten Wegen etwa 9 km von Bahnstation Schotten. Die Gebote sind mit der Aufschrift„Submissions⸗ bolzverkguf aus den Domanjalwaldungen der Sber⸗ sörsterei Feldkrücken“ bis 17. Montag, den 15. Fe⸗ bruar 1915, vormittags 11 Ubr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Später einlaufende Gebote können keine Berütcksich⸗ tigung mehr finden. Eröffnung der Gebote: Montag, den 15. Februar 1915, vormittaas 11 Uhr, in der Gastwirtschaft zum Poft⸗ bäuschen zu Schotten. Vordrucke zu den Angeboten werden von der unter⸗ zeichneten Stelle kostenlos geliefert. Die Bietenden erkennen die Verkaufs bedingungen als rechts verbindlich an und sind drei Wochen an ihre Ge⸗ bote gebunden. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle, so⸗ wie Jorstgebilse Appel zu Betenxod, Post Schotten. Schotten, den 88. Januar 1915. Großb. Oberförsterei Feldkrücken. 1018 Den Heldentod fürs Vaterland im 23. Lebensjahre. Grossen-Linden, den 1. Februar 1915. und Bruder im 23. Lebensjahr Marie Amend. Allendorf a. d. Lahn, den 30. Januar Joh. 13, V. 7. 19. November in Russland auch unser zweiter teurer Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel Heinrich Hankel Kriegsfreiwilliger im Inf.-Regt. 167, 10. Kompagnie Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Johs. Hankel, Strassenwart. starb am 0⁵⁵³ Viel zu früh bist Du geschieden Und umsonst war unser Flehn, Ruhe sanft. Du Herzensguter, Bis wir uns einst wiedersehn. Auf Russlands Erde starb den Heldentod fürs Vater- land am 16. Januar unser innigstgeliebter, einziger Sohn Reservist Wilhelm Volk Maschinen-Gewehr-Kompagnie Nr. 49. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Volk, Schuhmacher und Konsum-Lagerhalter 1915. 1013 die Aufnahm Bekanntmachung, der Getreide- und Mehlvorräte in der Stadt Gießen am 1. Februar 1915 betreffend. Nach§ 8 der Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915, betreffend die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl, findet in den Tagen des 1.—5. Februar 1915 eine Aufnahme der in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar in Gießen vor⸗ handenen Getreide⸗ und Mehlvorräte statt. Zu diesem Zweck werden den Anzeigepflichtigen Vordrucke nebst einer gedruckten Anleitung zur Ausfüllung derselben zugestellt und nach Ausfüllung spätestens am 5. Februar wieder abgeholt. hat dies dem Oberbürgermeister keinen Vordruck erhalten hat, Wer (Stadthaus, Gartenstraße 2, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 8) anzuzeigen. Alle Eintragungen in den Vordrucken dürfen nur in Zentnern er⸗ folgen. Zur Anzeige verpflichtet sind nicht nur die Inhaber von Geschäften und Betrieben, sondern auch alle Privathaushaltungen. Wer die geforderten Anzeigen nicht in der gesetzten Frist er⸗ stattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geld⸗ strafe bis zu 1500 Mark bestraft. Unabhängig von der Bestrafung tritt die Fortnahme der bei der Anzeige nicht angegebenen Vorräte zu Gunsten des Kommunalverbandes ein, ohne Entschädigung für den bisherigen Eigentümer. Ein Anzeigepflichtiger, der am 1. De⸗ zember 1914 Vorräte verschwiegen hat, bleibt straffrei, wenn er sie jetzt richtig angibt. Im Eigentum der Kriegsgetreidegenossenschaft stehen lediglich solche Vorräte, die bereits vor dem 1. Februar 1915 von einem Vertreter dieser Genossenschaft abgenommen sind. Die hiernach noch nicht abgenommenen Vorräte sind von dem Besitzer im Erhebungs⸗ formular anzugeben. Gießen, 31. Januar 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. 102⁵ Holzversteigerungen Fürstl. Solmsischer Oberförsterei Hohensolms. Dienstag, den 2. Februar, nachm. 2¼ Uhr, im Lokale des Gastwirts Schlierbach in Bieber. Distrikt Helsbolz. Brennholz, Buche; 169 Rin, Scheit u. Prügel, 56,70 Hdt. Stamm⸗ und Astwellen; Eiche: 20 Rm. Scheit und Prügel, 33,30 Hdt. Stamm- u. Astwellen: Weichhols: 2 Rm Erlenprügel. Dienstag, den 9. Februar. Verkauf an Ort und Stelle. Distrikt Ißelscheid. Nutzholz, Fichte: ca. 50 St. bels Buche: 2 den Pride 90 Din ellen. iche: olz, Buche: m. Prügel, 8 Eiche: 15 Rm. Prügel, 24,40 Hdt. Wellen. Weichholz: 9 Rm. Erlen⸗Scheit und Prügel. Distrikt Eulersgrund. Nutzbolz, Fichte: Stamm⸗ holz. 1 St., 36 Zim. Durchm. 4 Mtr. Id.= 0,41 Jestm., 21 St. 12/17 Zim. Durchmesser 12/14 Meter lang S 3,84 Jestm. Derbstangen: 240 Stück 1/3. Klasse 121 Festm. Brenn⸗ bolz, Kieser: 15 Rm. Prügel, 5,00 Hdt. Wellen. 8 ee.—. Fellingsbausen—Frankenbach, wo diese! 0 ngs⸗ bausen ber den Distrikt Ißelscheid berührt. 993 Brennholz ⸗Versteigerung. Freitag, den 5. Februar 1915, im Fürstlichen Nobert Ranstadt. Distrikte Finkenloch, Kirchwald, Rühlswa. 8 ichen Rm.: 19 Scheit 1. Kl. 116 Knüppel, 58 Reiser⸗ knüvvel. Buchen Rm.: 286 Scheit 1. Kl., 166 Scheit 2. Kl., 307 Knüppel, 617 Stammreiser, 877 Astreiser. Sonstiges Laubholz Rm.: 6 Hainbuchen rundscheit, 2 Knüppel. Fichte Rm. 9 Scheit, 4/ Knüppel, 3 Stöcke, 4 Reiserknüppel. Das mit D bezeichnete Hol; wird nicht versteigert. usammenkunft 10 Uhr in der Wirtschaft von Peter Jung, Nansadt⸗ Nähere Auskunft erteilt Förster Semper, Ranstadt. Gedern, den 29. Januar 1915. 0 Der Forstmeister: Klingelhöffer. 10 Db Auskun und Auskunft für a ½ Uhr. nechtsschutzstel Alg. Deutseb. Frapenverein Ortsgruppe Gießen. ll für m rauen u. Mädchen er · balten unentgeltlich Rat Berufe im alten Natbaus, Marktplatz 14 Dienstag nachmittags von 6½ 985 lle e. Frauen u. Mädchen erbalten unentgeltlich Nat und Auskunft in Rechtsangelegenhei im alten Rathaus Mar platz 14 itwoch na mittags von 6½¼ Ubr. ten kt ch· Allexbeste Taschenlampen; SBafferien g für unsere Krieger.— Bei Uebernabme der regelmäßig. Zusendung ins Feld 10 für Porto. Carl Schun Kriegslieserant. ig. 0 ck 1