ur. 24 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zwetmal. CCC 165. Jahrgang ießener Anzeig General⸗Anzeiger für Oberhessen Portugal unter Militärdiktatur. Wenn dreihundert Offiziere der Regierung ihre Degen senden und sich mit den protestierenden Truppen solidarisch erklären, so ist das nicht mehr Meuterei, sondern Revolution. Dem Kabinett Portugals blieb in dieser Lage gar nichts anderes übrig, als schleunigst einer Militärdiktatur Platz zu machen. Natürlich holte man sich dazu in London die Er- laubnis. Auch dort scheint die Erkenntnis vorzuherrschen, daß die Militärdiktatur das letzte Mittel sei, um die glor⸗ reiche Teilnahme des kleinen Vasallenstaates am euro- päischen Kriege zu retten oder doch nur den Schein der Bundesgenossenschaft zu wahren. An eine nennenswerte Hilfe der von ihnen gekauften Nation glauben die Engländer selber nicht mehr. Der innere Brand in Portugal wird den letzten Rest politischer Kraft aufzehren, und es hängt nur von der Geschicklichkeit und Energie des Diktators, des Generals Pimetra de Castro ab, wie lange die Umwälzung während des europäischen Krieges hintangehalten wird. Die Armee ist und bleibt ein untaugliches Mittel zu politischen Zwecken, ganz abgesehen von ihrer militärischen Untüchtig— keit, ganz einfach deshalb, weil sie in zwei feindliche Lager 1 ist, weil in ihr bereits unlöschbar der Bürgerkrieg lodert. Schon der Sturz des Königtums vor vier Jahren trug dazu bei, den ohnehin zweifelhaften inneren Wert des portu⸗ giesischen Heeres noch weiter herabzumindern. Am Umsturz der Verfassung selbst stark beteiligt, weist das portugiesische Heer, wie die Massenverhaftungen von Offizieren und eine Reihe militärischer, der Wiederherstellung der Monarchie geltender Putsche erhärten, den stärksten inneren Zwiespalt auf. Da die Republik am 6. April 1911 diejenigen Soldaten und Unteroffiziere, die des Lesens kundig sind(Portugal zählt die Kleinigkeit von 79 Prozent Analphabeten!), mit dem aktiven Wahlrecht beschenkt hat, wird sich der Geist militärischer Unterordnung seit dem Systemwechsel schwerlich 3 haben. Schon am 16. Januar 1912 mußte das in nza stehende 29. Regiment wegen einer Meuterei auf⸗ gelöst werden. Disziplin ist etwas, was der portugiesische Soldat kaum dem Namen nach kennt. Er läßt nur Vorgesetzte gelten, die ihm politisch genehm sind. Und da man nicht jeder Kompagnie den geeigneten Hauptmann vorsetzen kann, sind die Proteste und Kundgebungen an der Tagesordnung. Die Beteiligung am europäischen Kriege, die Vergewaltigung durch England, die Fragen, welche militärischen Aufgaben den portugiesischen Truppen nun oblägen, haben neuen, riesigen Zündstoff in die gärende Armee geworfen. Wie stark nun wieder die Royalisten ihren Einfluß in die Armee zu tragen suchen, läßt sich jetzt ar Beginn der neuen Unruhen schwer beurteisen. Die Republik reichlich abgewirtschaftet, hat der Bevölkerung große Versprechungen gemacht, als sie zur Macht gelangte, jedoch wenig gehalten. Und es ist ganz klar, daß ein so unreifes Volk wie portugiesische eine Regierungsform nicht aus ideellen, freiheitlichen Gründen stützt, sondern nur dann, wenn sie ihm die prophezeiten goldenen Jahre wirklich herbeiführt. Die royalistische, regie⸗ a 1 Strömung im Lande darf nicht unterschätzt werden. Wenn man durch große und kleine portugiesische Städte streift, kann man an den Straßenecken oft die Kreide⸗ anschrift lesen: Viva la monarchia! Und die journalistische Opposition erhebt sehr kühn das Haupt. Wirkliche Macht hat die heutige Regierung genau so viel und so wenig in der Hand wie das frühere Königtum. Und die Diktatur macht das herrschende Regime nur noch unbeliebter. Wie man in den Kreisen der Intellektuellen, die politisch beiseite stehen, denkt und fühlt, dafür gibt ein Schreiben einen interessan⸗ einem über Brust und Rücken gehenden Riemen ein schwarzes traf ich ihn einigemal im Schl. 5 D ein Zustand, von dem er sonst während des Feldzugs meines Wissens fast ganz unangefochten blieb“ n 5 geringe Ansprüche inbetreff der Quartiere und begnügte sich auch da, wo besseres zu haben war, mit einem höchst bescheidenen Unter⸗ kommen. Auf Reise fuhr er meist unmittelbar hinter dem Wagenzuge des Königs her.„Im Nachtguartier eingetroffen, ing man stets sofort an die Einrichtung eines Bureaus, wo es nn selten an Arbeit mangelte, zumal, wenn uns der Feld⸗ telegraph erreicht hatte, und der Kanzler durch ihn wieder ge⸗ worden war, was er in dieser Zeit mit kurzen Unterbrechungen immer gewesen ist, der politische Mittelpunkt der zivilisierten Welt Europas. Auch da, wo nur für eine Nacht Halt gemacht wurde, erhielt er, selbst rastlos tätig, seine Umgebung bis spät in fast nie abreißender Geschäftigkeit. Feldjäger kamen und gingen, Boten brachten Briefe und Telegramme und schafften deren fort. Die Räte verfaßten nach den Weisungen ihres Chefs Noten, Erlasse und Verfügungen, die Kanzlei kopierte und registrierte, chiffrierte und dechiffrierte. Von allen Richtungen der Windrose strömte Material in Berichten und Anfragen, Zeitungsartikeln und der⸗ Bücher, gleichen herzu; und das meiste davon erheischte unverzügliche Er⸗ sedigung. Hier war Bismarck dann ganz in seinem Element. „Die fast übermenschliche Befähigung des Kanzlers, zu arbeiten, schöpferisch, aufnehmend, kritisch zu arbeiten, die schwierigsten Aufgaben zu lösen, überall ohne g das zu finden allein Ge⸗ uoronen, war vielleicht nie so bewundernswert wie Seit, und fie war in ihrer Unerschöpflichtett um n R ., Freitag, 29. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. ten Beweis, das der Rektor der altspanischen Universität zu Salamanca, Miguel de Unanzuno, von einem portugiesi— schen Freunde erhalten und der Oeffentlichkeit übermittelt hat. Es heißt in dem Briefe: „In Portugal ist man bei dem Grundsatz verzweifelter Philosophie angelangt, nach dem der Selbstmord als ein edles Heilmittel und als eine Art Erlösung gilt. Das Uebel liegt in einer moralischen Abspannung, der alle verfallen mußten, die an nichts mehr glaubten.— Glauben!— Der einzige Glaube bei uns, der noch Achtung verdient, sieht im Tode den Befreier. Das ist schreckcich, aber so verhält es sich. Europa verachtet uns: das zivilisierte, das mittelmäßige, das spießbürgerliche, das praktische Europa, wie man Leute ohne Ehre und ohne Geld verachtet. Trotz alledem gibt es in Portugal noch genug Adel der Gesinnung, jedenfalls genug zum Sterben. Wirklich, mein Freund, ich weiß nicht, wohin unser Weg uns führt, aber ich weiß, daß es ein schlechter ist, auf dem wir von den bösen Winden des widrigen Schicksals fortgetrieben werden.... Portugal befindet sich in einer unbestimmten grauen Dämmerungsstunde. Wird es die Däm⸗ merung sein, die den Tag und das Leben, oder die, welche die Nacht und den Tod ankündigt?“ London, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Daily Mail“ meldet aus Lissabon vom 25. Januar: In der gestrigen Ver⸗ sammlung der demokratischen Partei wurde beschlossen, der neuen Regierung stark zu opponieren. Castro ordnete die 8 aller verhafteten Offiziere, ferner die Rückgabe der Säbel an alle Regimenter und Einhesten sowie an einzelne Per⸗ sonen an, die sie freiwillig abgelegt oder dem Kriegsamt zugesandt haben.— Die Siegel, die an die Geschäftsräume des republikani⸗ schen Organs sowie an die„Duoto“ und„Intransigente“ gelegt worden waren, wurden entfernt. Castro gewährte dem Korrespon⸗ denten der„Daily Mail“ eine Unterredung, in der er sagte, seine Absicht sei, energisch vorzugehen, sich aber innerhalb der Gesetze zu halten. Es sei nötig, beruhigend zu wirken. Nach den Wahlen werde die Regierung wahrscheinlich wieder mit Zivilpersonen besetzt werden. von milch und Mäse. Die wichtigsten Ersatzmittel des bei dem herrschenden Futter⸗ mangel mit der Zeit einzuschränkenden Fleisches sind die Milch und deren Erzeugnisse, unter denen wiederum der Käse die Haupt⸗ rolle spielt. Deutschland erzeugte vor dem Krieg jährlich rund 20 Milliarden Liter Kuhmilch, wobei zum Verfüttern verwendete Milch schon abgerechnet ist. Selbst wenn unsere Milchwirtschaft während des Krieges um 10 v. H. zurückgeht, verfügen wir doch immer noch über 18 Milliarden Liter. Bisher haben wir nun etwa zwei Fünftel unmittelbar als Vollmilch verbraucht, über die Hälfte verbuttert und einen kleinen Teil zu Fettkäse verarbeitet. Der Vollmilchverbrauch soll keineswegs eingeschränkt und die Her⸗ stellung von Fettkäse eher noch gesteigert als vermindert werden. Fettkäse ist ja sozusagen konzentrierte Milch; er enthält in hand⸗ licher Form alle ihre wertvollen Bestandteile, hat dazu den Vor⸗ zug des kräftigen, mannigfaltigen Wohlgeschmacks und der, we⸗ nigstens für viele Menschen leichteren Verdaulichkeit und ist nahr⸗ hafter als mittelfettes Fleisch. Da Milch nach ihrem Nährwert nur etwa die Hälfte des Fleisches kostet, stellen sich Fettkäse, die für den Massenverbrauuch in Frage kommen, wie Tilsiter, Schweizer. Allgäuer und Holländer, infolge ihrer beguemen Beförderung und ihrer Haltbarkeit noch etwas billiger als Milch. Freilich muß sich der Deutsche abgewöhnen, diesen Käse mit Butter zu genießen. In Frankreich, dem klassischen Käseland, ißt man derartige Fett⸗ käse ohne Butter zum Brot und wenn ein verwöhnter Gaumen dies anfangs etwas trocken findet, wird er sich doch leicht daran ewöhnen, zumal, wenn man anstelle der Butter eine größere Menge des ja noch nahrhafteren Käses verzehrt. Beim Verbut⸗ tern der Milch findet nämlich, wie in der bekannten, von Pro⸗ fessor Eltzbacher über die deutsche Volksernährung herausgegebenen Broschttre des näheren ausgeführt wird, ein erheblicher Verlust an Nährwerten statt. Der gesamte Fettgehalt geht zunächst in den Rahm, dann in die Butter über, während der ganze Gehalt von Ei⸗ so erstaunlicher, als nur wenig Schlaf die bei solcher Tätigkeit aufgewandten Kräfte ersetzte. Wie daheim stand der Minister auch im Felde, wenn ihn nicht eine zu erwartende Schlacht schon vor Tagesanbruch an die Seite des Königs und zum Heere rief, meist spät, in der Regel gegen 10 Uhr auf. Aber er hatte dann die Nacht durchwacht und war erst mit dem durchs Fenster scheinenden Morgenlichte eingeschlafen. Oft kaum aus dem Bette und noch nicht in den Kleidern, begann er schon wieder zu denken und zu schaffen, zu studieren, den Räten und anderem Mitarbeitern Instruktionen zu erteilen, Fragen vorzulegen und Aufgaben der verschiedensten Art zu stellen, selbst zu schreiben oder zu diktieren... Erst um zwei, manchmal erst nach drei Uhr gönnte sich der Kanzler an Orten, wo für längere Zeit Halt gemacht worden war, einig Erholung, indem er einen Spazier⸗ ritt in die Nachbarschaft unternahm. Darauf wurde nochmals gearbeitet, bis man zwischen fünf und sechs Uhr zum Diner ging. Spätestens anderthalb Stunden nachher war er wieder in seinem Zimmer am 3 und häufig sah ihn noch die Mitternacht lesen oder Gedanken zu Papier bringen. Seine Erholung fand der Kanzler bei dem in die Abendstunden verlegten Diner, wo er das einzige Mal am Tage reichlich aß. In den angeregten Tischgesprächen, die er da führte, sprach er sich auch über die heute wieder behandelte Frage der Diplomaten⸗ sprache aus. Stolz war er darauf, das Deutsche statt des Franzöfischen eingeführt zu haben:„Mit Fapre habe ich zwar in Ferriéres Französisch gesprochen. Aber ich sagte ihm, dies geschähe nur, weil ich nicht amtlich mit ihm verhandelte. Er lachte darüber. Ich sagte ihm aber, das werden Sie schon beim Friedensschluß sehen, daß wir deutsch reden.“ Bei einem mytho⸗ logischen Gespräch meinte er einmal, er habe„niemals Apollo leiden können“. Er hätte„einen aus Einbildung und Neid geschunden(Marsyas) und aus ähnlichen Gründen die Kinder der Niobe totgeschossen“.„Er ist,“ so fuhr er fort,„der echte Typus eines Franzosen; es ist einer, der es nicht er⸗ tragen kann, daß jemand besser oder ebensogut die Flöte spielt wie er.“ 3 — Deutschlands Büchererzeugung. Deutschlands Büchererzeugung ist bekanntlich seit Jahrzehnten im stetigen Wachstume begriffen, und es sind auch im Jahre 1913, für das jetzt die Statistil vorliegt, wieder mehr Bücher in Deutschland erzeugt worden, als im Jahre zuvor. 1912 nämlich betrug die Zahl der in deutscher Sprache erschienenen Bücher 34 801, 1913 bingegen 35 078. Doch ist, wie ein Bericht im Buchhändler⸗Börsen⸗ blatte hervorhebt, zu bemerken, daß die Zunahme der deutschen üchererzeugung im Jahre 1913 immerhin eine unverkennbare Verlangsamung zeigt. Uebrigens bedarf die erwähnte Gesamt⸗ zahl von 35 078 Druckschriften einer Einschränkung insofern, als 5084 Werke zwar in deutscher Sprache abgefaßt, aber in fremd⸗ fremdländischen deutschsprachigen Gebieten erschienen sind Die reine Büchererzeugung von Deutschland im Jahre 1913 ver⸗ mindert sich hiernach auf 29 994, und da die entsprechende Zahl für das Jahr 1912 30 153 war, so ergibt sich hieraus, daß die Büchererzeugung in den Grenzen des Deutschen Reiches selbst weiß und Kohlehydraten in der Magermilch und der in gerin⸗ gerer Menge entstehenden Buttermilch bleibt. Bei dem heutigen Umfange unserer Buttererzeugung entstehen aber jährlich 8 bis 9 Milliarden Liter Magermilch, die vorläufig nur in geringem Maße der menschlichen Ernährung zugeführt wird. Hier muß Wandel eintreten, indem die aus der Magermilch bereiteten bil⸗ ligen Magerkäse eine viel größere Verbreitung als bisher erlan⸗ gen. Der Quarkkäse wird zu wenig genossen. Gewiß, er schmeckt etwas weichlich, ist aber gerade infolge dieser Eigenschaft den man⸗ nigfachsten Zubereitungen zugänglich. Er kann mit Zucker, Küm⸗ mel oder Schnittlauch auch vom schwachen Magen, so besonders dem der Kinder, leicht verdaut werden. Und was für seine Eigen⸗ schaft als Fleischersatz besonders in Betracht kommt, ist seine Ver⸗ wendbarkeit zu Kuchen und warmen Mehlspeisen, wie uns die Quarkknödel und der Topfenstrudel der süddeutschen Küche zeigen. Der eigentliche Magerkäse, also der aus Quarkkäse gefertigte ge⸗ reifte, wie der Harzer Käse, der Mainzer Handkäse und der Mün⸗ chener Bierkäse, ist ja schon jetzt wegen seiner Billigkeit so recht der Käse des kleinen Mannes. In vielen Kreisen bildet er aber erst ein Genußmittel und noch kein eigentliches Nahrungsmittel. Und doch sind gerade diese Käsearten dank ihres großen Eiweiß⸗ gehaltes und ihres kräftigen Geschmackes ein vortrefflicher Fleisch⸗ ersatz, so daß das Käsebrot immer mehr an die Stelle des Wurst⸗ brotes treten sollte. P — Uriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatten (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Wandel und Handel. N Mlawa, den 23. Jan. Jeder Einwohner, mit dem man in ein Gespräch kam, erzählte nach einiger Zeit die Geschichte von dem Talmudschüler Ruben, den ein russischer Dragoner und ein Kosak während des letzten russischen Besitzes der Stadt in der Plockerstraße ermordet hatten. Der Vater wurde halbtot geschlagen und zweitausend Rubel ge⸗ stohlen. In den unterwürfigen dunklen Augen glomm dann ein Licht auf und als logische Schlußfrage wurde hinzugefügt:„sollen wir nicht lieben die Deutschen?“„Sollen wir Ihnen nicht ver⸗ kaufen gern was wir haben?“ Ich glaube, daß ein bereitwilliges Verkaufen weniger von der Tatsache ermordeter Talmudschüler und erhaltener Knuten⸗ hiebe abhängt, als von der Verdienstmöglichkeit. Die russische Zahlungsmethode wird ebenso einfach wie jeden Verdienst aus⸗ schließend gewesen sein. Die deutschen Soldaten bezahlen und das ist der springende Punkt, der über die Sympathien der Mla⸗ wenser, soweit sie noch in Mlawa sind, entscheidet. Die Hoff? nungen der reichen Juden scheinen mir vielleicht nicht nach Ruß⸗ land, aber durchaus nach Warschau zu gehen. Nach Warschau sind die Töchter geflüchtet, nach Warschau ein Teil ihrer Wertsachen. Unsere Wirtin ringt den Kopf in hellem Entzücken, wenn sie von Warschau spricht:„Eine schöne Stadt, mein guter Herr, eine feine Stadt. O, ich bin öfter in Warschau als in Mlawa.“ Ein Sohn von ihr ist in Holm, eine Tochter in Lublin, aber ihre Lieblings⸗ tochter hat sie zu Verwandten nach Warschau geschickt. Ihr be⸗ wegliches Gesicht wird ganz hell und offen, wie sie von Warschau erzählt. Ich frage, ob sie Nachrichten habe, da bekommt sie wieder das höfliche, verschlossene Lächeln, das sie hier alle vor den Ge⸗ sichtern tragen.„Nein, mein lieber Freund, seit zwei Monaten nichts. Da fielen die Bombes von dem Zeppelin in Warschau, sollen getötet worden sein zweihundert Menschen.“ 1 Ich erzählte ihr, daß man mir in den Teestuben gesagt habe, meine Wirte seien die reichsten Leute von Mlawa,„Se reden in den Taistuben. Was wird sein mit unserem Geschäft? Nix wird sein. Unsere Vorräte sein bald ausverkauft und Neues gibt Zell von Warschau und gibt nicht von Deutschland. Ae schlimme eit.“ i Es ist die Klage aller Händler hier und sie hat ja auch viel Recht in sich, allerdings auch vorläufig noch viel Spekulation, denn die vorhandenen Vorräte scheinen mir größer zu sein, als zuge⸗ geben wird. Die deutsche Verwaltung hat wie wohl überall in Polen schwere Arbeit, den Handel in den notwendigen, zunächsl gegen 1912 sich sogar tatsächlich etwas, nämlich um 159 Werke, vermindert hat. Innerhalb der einzelnen Literaturzweige sind die Schwankungen nicht sehr beträchtlich. Am bemerkenswertesten ist ein immerhin ansehnlicher Rückgang in der Zahl der theo⸗ logischen, sowie der auf Kunst bezüglichen Werke. Die mit Neu⸗ erscheinungen am reichsten gesegnete Gattung ist nach wie vor die der Bücher über Erziehung und Unterricht, die auch das gesamte Gebiet der Schulbücher und der Jugendschriften umfaßt; auf sie sind 1913 nicht weniger als 5429 Bände entfallen. Will man nun aber den gesamten Umfang der deutschen Erzeugung an Druckschriften im Jahre 1913 erfassen, so muß man auch die in diesem Jahre erschienenen Dissertationen sowie die perio?⸗ dische Presse heranziehen. Die Dissertationen haben im Univer⸗ sitätsjahre 1913/14 die bisher überhaupt höchste Zahl erreicht— es sind ihrer nicht weniger als 7121 erschienen, was als eine geradezu ungeheure Zahl zu bezeichnen ist. Die Zahl der in Deutschland erscheinenden Fachblätter beläuft sich, soweit das eigentliche Deutschland in Betracht kommt, auf 5630; sie haben sich seit 80 Jahren verzehnfacht. Die genaue Zahl der deut⸗ schen Zeitungen ist statistisch bisher noch nicht zu erfassen ge⸗ wesen; man rechnet, daß an Fachblättern und Zeitungen in Deutschland zusammen etwa 10 000 erscheinen. Schließlich ser angeführt, daß 1913 noch 11845 musikalische Werke in Deutsch⸗ land veröffentlicht worden sind. Zieht man alle diese Zahlen zusammen in Betracht, so ergibt sich ein wahrhaft imponierendes Bild der Regsamkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Buch⸗ und Musikalienhandels. — Schillers Dramen aufder türkischen Bühne. Bisher hat die türkische Bühne fast ausschließlich unter franzö⸗ sischem Einfluß gestanden, wie ja auch die französische Sprache das vorherrschende Verständigungsmittel im Morgenlande war. Seitdem aber die Osmanen im Dreiverbande ihre Todfeinde und in den zwei mitteleuropäischen Kaiserreichen ihre einzigen wahren f Freunde erkannt haben, wenden sie ihr Interesse allein der deut⸗ 5 schen Kultur zu und bemühen sich vor allem, deutsche Dramen auf die Konstantinopeler Bühne zu bringen. Nach den Mittei⸗ lungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland erwirbt sich besonders der Lehrmeister des neutürkischen Theaters, Burha⸗ neddin Bej, außerordentliche Verdienste um die Uebersetzung und Inszenierung Schillerscher Schauspiele. Es ist übrigens bezeich⸗ nend, daß Burhaneddin Bej aus der französischen Schule her⸗ vorgegangen ist. Das erste deutsche Drama, das dieser Tage über die türkische Bühne ging, waren die„Räuber“, 133 Jahre nach der Erstaufführung in Mannheim. Wie deutsche Besucher der Vorstellung berichten, gebührt dem Karl Mvor Burhaneddin Bejs volle Anerkennung: seine stattliche Erscheinung und seine geschulte biegsame Stimme machen ihn zu einem vortrefflichen Darsteller Schillerscher Helden. Auch die übrigen Mitwirkenden entledigten sich ihrer Aufgabe mit löblichem Bemühen. Die Auf⸗ führung fand lebhaften Beifall, sowohl von seiten der einhei⸗ mischen Zuschauer, wie bei den deutschen Besuchern. Burhaneddin Bei hat die Absicht, neben Dramen auch deutsche Lustspiele zu bringen, so daß den Konstantinoplern für die nächste Zeit ein reindeutsches Theaterprogramm in Aussicht steht. 12 — die Truppen, aber auch für die Einwohner zweckmäßigen K eg zu lenken. Vorläufig sind die meisten Nahrungsmittel reich⸗ lich vorhanden. Fleisch, Brot, Gemüse, Kuchen wird auf den vielen Tischen und Tischchen, die längs der Straßen einen Ver⸗ kaufsladen darstellen sollen, feilgehalten, Butter, frische Eier, Schmalz sind leicht zu bekommen. Ich für meine Person konnte mich allerdings nur zu dem Kauf von Eiern entschließen, weil 5 man ja dahinein durchaus keinen Schmutz praktizieren kann. 2 Die Soldaten stehen in Gruppen vor den Tischchen und . trinken den ausgezeichneten Tee, der mit 10 Pfg. für das große Glas berechnet wird. Wer sich dazu nicht entschließen kann hat Gelegenheit zum Teetrinken in der einzigen Konditorei 2 am irktplatz. Die Scheiben sind zerschlagen und mit Brettern ö ausgebessert worden, aber die Inneneinrichtung ist unbeschädigt. KAaffeetische mit„Marmorplatten“, Wiener Stühle. Der Wirt it ein Pole, der einzige, den ich in der Stadt selbst mit Be⸗ wußtsein gesehen habe. Ich habe den Verdacht, daß der Kuchen, der auf der Theke steht, keineswegs in der einigermaßen sauberen Konditorei gebacken wäre, sondern aus zweiter Hand stamme, die erste Hand wäre dann eines der„Geschäfte“ auf der Straße. Mann versichert mir aber mit viel Temperament, daß dies aausgeschlossen wäre, und ich glaube ihm, nicht so sehr, weil ich überzeugt bin, sondern weil es mir angenehm ist, von dem 5 zu essen. Ich glaube, nach einiger Zeit, in Polen schenkt man sich auch die Anfragen, und noch etwas später. 5 Um fünf Uhr wird die Beleuchtung entzündet. Eine fast armdicle Kirchenkerze ist in einem Blumentopf mit Erde gepflanzt, der auf dem Mitteltisch steht. In dem grellen, warmen Licht sitzen Offiziere und Soldaten, trinken Tee, rauchen und schreiben. Einen dicken, blutjungen und semmelblonden Gefreiten sehe ich, mie er vorsichtig dem Licht die beste Seite abgewinnt, er schreibt einen langen Brief, nach der Art, wie Kinder schreiben, indem er den Kopf bei schwierigen Stellen seitwärts neigt und den Mund dazu spitzt Dann sieht er in das flackernde Licht mit fremden und sehnsüchtigen blauen Jungensaugen. Ein Kamerad schlägt ihm auf die Schulter, er faltet den halbfertigen Brief bdusammen und läuft im Sturmschritt zu dem Krümperwagen, der wieder zur Front fährt. „„Ich trete auch aus dem Qualm der Stube in die kühle * Klarheit des Abends. Das Rathaus sieht alt und schwer in dem matten Licht auf die niedrigen Häuser. Die schwarze In⸗ schrift auf weißem Grund, die den Sims umzieht, ist noch zu entziffern: 5 Providentia Divina Regnaute Serenissimo Stanislao Augusto Rege Poloniae M D L. stante Protectione Magnifieis 8 Adami Felieis Bini Nominis Piotrowiez Capitanei Mlarensis Sumptibus Totius Civitatis Sacrae Regni 0 Majestatis Mlawae Diligentia Autem Et Cura Ipectabilis Ad Famati Stauislai Krokvinski 1 Proconsulis Mlavaensis hoc domum acdivicata est. 4 JNominam Miseris Ouam Divitibus In Quam 4 Adventibus Fiat Aequalis Justitia Anno Domini ubecLXXXIX. FEhrlich gestehe ich, daß ich keinerlei Hilfsmittel hier habe, die 7 Inschrift zu kommentieren. Stanislaus Augustus starb 1798 in Grodno als König ohne Land, es scheint, eine polnische Obstruk⸗ tionsinschrift zu sein. Das Rathaus und die— 2 2 Kirche und die Häuser um den Marktplatz dessen Mittelpunkt die beiden Gebäude bilden, stehen iu verblüffendem Gegensatz zu den niedrigen, schmutzigen Hütten der Nebenstraßen. Die Mieten in diesen Schmutzlöchern, die meist in größerer Anzahl irgend einem reichen Felle oder Holzhändler gehören, sind erstaunlich hoch. Für eine Wohnung von zwei Zimmern— die Ausdrücke Wohnung und Zimmer sind sehr stark B**— muß der Mieter Mark 3 Mietzins geben. Raum mit Küche kostete 110 Mark. Die jüdischen Handwerker, die in diesen Löchern hausen, müssen dabei noch zu⸗ frieden sein, daß man ihnen die Räume abvermietet, denn es war vor dem Kriege ein gewisser Wohnungsmangel in Mlawa. Das einzige Lokal, das geöffnet ist, macht einen solchen Eindruck, daß die Militärbehörden ein Kasino für Offiziere und Soldaten gründeten. Es ist in einem großen Hause schräg 1 7 er der orthodoxen Kirche untergebracht. Der Raum für Offi⸗ Büchse tondensierter Milch dazu herumgereicht wird. Es herrscht. wie gast den, aber jedesmal, wenn man in diesen Kreisen sitzt, faßt es auf's Wanner ihre Pflicht— ob groß, os len,— erfüllen. Der 2 kleinen Tisch, der den Lale hatte, vor einem Sopha zu * 5— erhält, habe ich in Mlawa nichts gehört, ich habe so viel 1 nswürdige Anregung und belebte Gastfreundschaft kaum je 1 Ueber einige dieser Stunden, so über die Ausführungen, die mir Prof. Michaelis bei einer Schale Ter über die Aufgaben der Hygiene im polnischen Feldzuge machte— Aufgaben von aller⸗ größter und weittragendster g, wie leicht einzusehen ist— wird im besonderen Zusammenhange— reden sein. 5 Als wir das Kasino verlassen, ist Mlawa in noch größerer Auf⸗ regung als bei unserer Ankunft. Die fremden Militär⸗Attachés, die wir schon in Allenstein gesehen hatten, und die nun Mlawa/ besucht haben, fahren zu ihren Salonwagen nach dem Bahnhofe zurück. Es sind acht Herren, die in ihren verschiedenen Uniformen Eder Chilene wäre von einem Preußen kaum zu unterscheiden— ein buntes Bild in die abendgraue Mlawensische Hauptstraße beingen. Amerika ist vertreten, Schweden, Spanien, Italien, .—— Rumänien, Chile, die Schweiz. Auch ein amerikani⸗ ournalist, Mr. Bennet, ist angekommen. Der Besuch hat großen Eindruck auf die Judenschaft gemacht. Sie stehen in gestikulierenden Gruppen vor den Haustüren. Ich möchte gern wissen, wie sich die Tatsache des Attach⸗Besuches in ihren Köpfen malt. Als wir Vertreter der Presse gestern mit un⸗ seren gelben Binden über Land fuhren, hielten uns die Leute 15 die deutsch⸗österreichische Abgrenzungskommission und hatten die merkwürdigsten Wünsche für uns bereit.. 5 Deer Sohn unseres Hausherrn legte den Band Puschkin beiseite, als ich ihn fragte, für was er die fremden Herren gehalten habe, er lachte, sah mich von der Seite an und sagte:„Nu!“ Weiter war aus ihm in dieser Angelegenheit nichts herauszubekommen. Aber er erzählte mir, daß die Bibliothek, die in meinem Zimmer 2 von ihm und seinen Brüdern von ihren Ersparnissen ge⸗ kauft wäre. Ich blätterte in den nicht sehr sauberen Bänden, die unordentlich durcheinander lagen, aber alle viel benutzt waren: Puschkin, Tschechow: Gesammelte Werke; D'Annunzio„Die tote Stadt“, Danilewski:„Das tote Haus“; Lermantow: Werke; Zola, Oskar Wilde: gesammelte Werke, eine gute deutsche Aus⸗ gabe von Schiller und Descartes: Grundlage der Philosophie. 5 5 Ich wurde nachdenklich vor dieser Bibliothek. Aber es scheint mir keineswegs Gelegenheit, sehr alte Probleme, die mit dieser Bibliothek zusammenhängen, zu erörtern. Draußen vor meinem Jenster formierte sich ein Bataillon, das nach vorn gehen sollte. Sie sangen:„Als ich vom Liebchen fortgemüßt, hat sie noch ein⸗ mal mich geküßt Der Gesang brach plötzlich, ich weiß nicht ob auf Befehl, ab und man hörte nur den Takt, den die schweren Stiefel auf das Pflaster schlugen. . der mentlich die in oberhessischer o Aus Stadt und Fand. Gießen, 29. Januar 1915. Ritter des Eisernen Kreuzes: Feldwebel⸗ Leutn. Oberpostassistent Schlie aus Gießen, Landw. ⸗Inf.⸗ Regt. 116. Gefr. Ernst Naumann aus Pohl⸗Göns, Inf. Regt. 111. Feldw-Leutn. im Inf.⸗Regt. 168, Eisenbahn⸗ praktikant Wilhelm Karbach aus Offenbach. Uffz. d. L. im Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116 Otto Friedrich Kralle aus Hau⸗ sen bei Offenbach. Res. im Inf-Regt. 168 Adam Rau aus Mühlheim a. M. Off. Stellv. L. Luckhard aus Wetzlar, Inf.-Regt. 83. Leutn. d. R. Regierungslandmesser Karl Andrs aus Wetzlar, Res.⸗Jägerbat. 16. Uffz. Lehrer Boch aus Niederbiel, Inf.-Regt. 16. Vizefeldw. Gros aus Butz⸗ bach, Inf.-Regt. 168. Uffz. Heinrich Wolf aus Gambach, beim Stabe des 6. Garde-Feldart.-Regt. Uffz. Jakob Schmitt aus Hangenmeilingen, Garde-Gren.⸗Regt. 5. Res. Johann Theodor Molsberger aus Oberbrechen, Garde⸗ Gren.-Regt. 5. Leutn. Curt Dornfeld, früher an der Unteroffizierschule in Wetzlar. Uffz. d. R. Siegel, Ver⸗ walter auf der Domäne Konradsdorf. Gefr. Hermann Werner aus Marburg, Jägerbat. 11. Dragoner Heinr. Rapp aus Okarben. Bezirksfeldwebel Steinacker aus Kirtorf, zurzeit Feldwebel bei der mob. Etapp.-Komm. „ Auszeichnungen. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille wurde verliehen: dem Sanitäts⸗Unter⸗ offizier Stud. med. Rud. Schmidt im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222 aus Gießen, dem Unteroffizier Karl v. Diemar im Landw.⸗ Inf.⸗Regt. 116 aus Eberstadt; dem Reservisten Otto Döll im Res.⸗Inf.⸗Regt. 116 aus Borsdorf. Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ herzogin hat am 26. Januar den Vorstand des Polizeiamts Darmstadt Regierungsrat Heinrich Gennes zum Kreisrat des Kreises Offenbach mit Wirkung vom 1. Februar 1915 ernannt, den Direktor des Neuen Gymnasiums zu Darmstadt Geheimen Schulrat Dr. Gustav Forbach auf sein Nachsuchen unter An⸗ erkennung seiner langjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. April ds. Is. in den 1 ver⸗ setzt, den Direktor des Gymnasiums zu Offenbach Ludwig Buchhold zum Direktor des Neuen Gymnasiums zu Darmstadt. den Direktor des Gymnasiums Fridericianum zu Laubach Dr. Hugo Müller zum Direktor des Gymnasiums zu Offenbach, den Ober⸗ lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Professor Friedrich Henk zum Direktor des Gymnasiums Fridericianum zu Laubach— sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1915 an ernannt, dem Direktor des Neuen Gymnasiums zu Darmstadt Geheimen Schul⸗ rat Dr. Gustav Forbach anläßlich seiner Versetzung in den Ruhe⸗ stand das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Groß⸗ mütigen verliehen, den Oberlehrer an der Oberrealschule zu Gießen Professor Dr. Philipp Wiederhold auf sein Nach⸗ suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und Verleihung des Charakters als Geheimer Schulrat mit Wirkung vom 1. April ds Is. in den Ruhestand versetzt, den Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Professor Dr. August Buchhold auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lang⸗ jährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Charakters als Geheimer Schulrat mit Wirkung vom 1. April 1915 in den Ruhe⸗ stand versetzt, den Lehramtsassessor Dr. Jakob Berg aus Für⸗ feld zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Alsfeld ernannt. * Kaiser⸗Geburtstags⸗Feier im Sol⸗ datenheim. Die Kunde von der Veranstaltung einer Feier von Kaisers Geburtstag hatte vorgestern eine außerordentlich große Zahl von Verwundeten und Angehö⸗ rigen der Gießener Garnison, gegen 150—200 Besucher, in den Räumen des Café Ebel versammelt. Die Räume hätten doppelt so groß sein dürfen, um alle Gäste zu fassen. An langen Tafeln saßen unsere Feldgrauen und Landsturm⸗ leute in dem festlich hergerichteten Saale, den das Blumen⸗ haus Dietz mit Blattpflan, und eine Freundin des Heims mit Fahnen geschmückt hatte, und ließen sich den vom Soldatenheim gespendeten Kaffee mit Semmeln und mit Zigarren gut munden. Die musikalischen Vorträge(Trios für Klavier, Violine und Cello, Violin- und Cello-Stücke) hatten Fräulein Holzapfel und Velke, Geh. Rat Haupt und cand. theol. Wallau übernommen. Der kleine Sohn des väterlich für das Soldatenheim sorgenden Herrn Horst trug ein Gedichtchen auf den Kaiser vor, worauf Herr Geheimer Kirchenrat D. Schlosser in tief empfun⸗ denen, zu Herzen gehenden Worten unsern Kaiser feierte. Dem von der Versammlung begeistert ausgebrachten Hurra auf unsern geliebten Herrscher folgte der gemeinschaftliche Gesang des Kaiserliedes und der von Frau Rechnungsrat Kalbfleisch begleitete Gesang des sog.„Bundesliedes“ der treuen Stammgäste des Soldatenheim. Herr Oberlehrer Leh⸗ nert und Dr. Lehnert führten zum Schluß eine Reihe von Lichtbildern vor, vorwiegend Ansichten von den Kriegs⸗ schauplätzen im Osten und Westen. Großen Beifall fanden die von einigen der Gäste* Dichtungen, na⸗ Mundart verfaßte poetische Kriegsschilderung des Gefreiten Heß von unserem Kaiser⸗ Regiment, deren köstlicher Humor stürmische Heiterkeit aus⸗ löste, und die prächtigen Gesangsvorträge eines Landsturm⸗ mannes.— Wir dürfen an dieser Stelle wiederholt alle Freunde unserer Krieger an die werktätige Förderung un⸗ seres Soldatenheims erinnern, dessen Einrichtungen in geworden sind. Weitere Spenden für die Unterhaltung des oldatenheims werden im Cafe Ebel, in der Universitäts⸗ bibliothek und von der Geschäftsstelle des Gießener An— zeigers gerne entgegengenommen. Konzert⸗Verein. Als Genossin von Frau Elly Ney wird sich im Konzert vom nächsten Sonntag, den 31. Januar, die jugendliche Sängerin Fräulein Hedwi Rode aus Osnabrück hier einführen. Fräulein Rode ist aus der Schule der Gesangsmeisterin Frau Doktor Stüve hervorgegangen und hat fleißig und mit starkem Erfolg in verschiedenen Städten des Rheinlandes, in Darmstadt, Bre⸗ men u.a. konzertiert. Hervorragende natürliche Stimm⸗ begabung und künstlerisches Feinempfinden wurden ihr allenthalben nachgerühmt und ihrer voluminösen und doch schmiegsamen und weichen Altstimme mit besonderem Lobe edacht. Fräulein Rode wird Lieder von Schubert und Brahms singen. ** Vom städtischen Schlachthof. Die Schlach⸗ tungen in unserer Stadt stellten sich im abgelaufenen vierten Quartal 1914 wie folgt:(Die in Klammern gestellten Zahlen sind das Ergebnis des gleichen Zeitraums 1913.) Ochsen 315(273), Bullen 100(63), Kühe 235(192), Rinder 351 316), Großvieh zusammen 1001(844); Kälber 941(1277), Schafe 454(307), Ziegen 37(10), Schweine 3769(3246), Kleinvieh zusammen 5201(4840). Die Pferdeschlachtun⸗ en betrugen 29(51). Die Mehrschlachtungen gegenüber 1 Vorjahr betragen: Großvieh 157 Stück, Kleinvieh 381 Stück, bei Schweinen allein 523 Stück, denen ein Weniger von 336 Stück Kälbern gegenübersteht. Interessant dürfte sein, daß die Schlachtungen im Januar, soweit sich dies bis jetzt überblicken läßt, von Woche zu Woche langsam zurückgegangen sind, soweit es sich um Großvieh handelt, 1 Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. aber sich auch bei Schweinen nicht steigend bewegen und jüngster Zeit für eine Reihe anderer Städte vorbildlich knapp deu Durchschnitt der monatlichen Schlachtungen aus dem 4. Quartal(1250 Stück) erreichen werden. 5 ** Die Ueber führung von Gefallenen in die Heimat. Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps gibt folgende Verfügung des Kriegsmi⸗ nisters bekannt: 2 „Die Rückführung von Leichen vom Kriegsschauplatze nach der Heimat muß auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Der für das Vaterland Gefallene ruht am ehren vollsten im Soldatengrab, wo er stritt und fiel, inmitten seiner Kame⸗ raden, deren Ruhe nicht um eines willen gestört werden darf. Dort baben Kameradenhände an vielen Grabstätten bereits harmonisch wirkende Anlagen geschaffen, die erhalten bleiben sollen. Eine Ueberführung von Leichen ist nur möglich, wenn es sich um ein Einzelgrab handelt, Massen⸗ und Reihengräber dürfen nicht geöffnet werden. Gesuche um Rückführung von Leichen sind an das stell⸗ vertretende Generalkommando zu richten, das für den Wohnort des Gesuchstellers zuständig ist. In den Gesuchen muß dargelegt sein: a) wo das Grab liegt— die Angabe muß so 2 irgend möglich sein, tunlichst ist eine Skizze beizufügen; bei kleinen, schwer auffindbaren Orten ist auf die nächste größere Ortschaft(Stadt usw.) Bezug zu nehmen; b wer die lleberführung bewirken sol!— grundsätzlich muß ein Verwandter oder Freund 88 werden, der bei Erkennung der Leiche mitwirkt; bei egräbnisanstalten ist deren Vertrauenswürdigkeit darzulegen; e) daß sich der Gesuch⸗ steller allen Bedingungen unterwirft, die von der Militärbehörde im folgenden aufgestellt sind.. 3 Für die Genehmigung geeignete Gesuche geben die stellver⸗ tretenden Generalkommandos an die Etappen⸗Inspektio⸗ nen weiter, in deren Bereich das Grab liegt. Gesuche von Aus⸗ ländern gehen durch den Generalquartiermeister im Großen Hauptquartier an die Etappen⸗Inspektion. Die Etappen ⸗Inspektionen prüfen unter Heranziehung der Etappen⸗Kommandanturen die tatsächlichen Verbältnisse; ob das Grab im Bereiche der Etappe liegt; ob es ein Einzelgrab ist und kein Zweifel besteht, daß der gesuchte Tote in diesem Grabe liegt: ob ausreichende Transportmöglichkeit vorhanden ist; ob nicht 1 Gründe die Ausgrabung verbieten. Liegt das Grab im perationsgebiet, so leitet die Etappen⸗Inspektion das Gesuch an das Armee⸗Oberkommando weiter, das unter Heran⸗ ziehung der Truppe entsprechend verfährt und das Gesuch dann wieder der Etappen⸗Inspektion für weitere Behandlung zurückgibt. Die Entscheidung der Etappen⸗Inspektion wird an das stellvertretende Generalkommando zurückgeleitet, welches den Ge⸗ suchsteller bescheidet. Die Erlaubnis muß stets folgende Punkte ent⸗ halten: a) daß sie zurückgezogen werden kann, wenn sich bis zur tatsächlichen Ausgrabung die Verhältnisse geändert haben sollten: bd) daß jegliche Haftpflicht der Militärbehörde abgelehnt wird, oJ für welchen Zeitraum die Erlaubnis erteilt wird— in der Regel muß die Ausgrabung innerhalb eines Monats stattfinden—, d, Einzelbestimmungen über den Weg in das Etappengebiet; über Mitnahme von Särgen, die den Vorschriften für Leichentransport auf Eisenbahnen entsprechen: wo und bei wem im Etappengebiet Meldung zu erfolgen hat: welche Transportmittel zur Verfügung stehen; daß die Ausgrabung nur im Beisein eines Kriegsgerichts⸗ rats, ausnahmsweise eines Offiziers(nicht Offizier⸗Stellvertre⸗ ters) erfolgen darf, welcher ein Protokoll aufnimmt. e) Hiernach stellt das stellvertretende Generalkommando einen mit allen vor⸗ stehenden Angaben versehenen und den sonst erlassenen Bestim⸗ 5 entsprechenden Geleitschein aus. 5 5 ach Meldung des Gesuchstellers bei der befohlenen Dienst⸗ stelle im Etappengebiet hat diese unter nochmaliger Anhörung eines Militärarztes für die erforderlichen Transportmittel und die nötige Begleitung(siehe Ziffer 5 Fer zu ee Des⸗ gleichen vermittelt sie die Anmeldung der Leiche zum Eisenbahn⸗ transport bei der einladenden Linien⸗Kommandantur oder Mili⸗ tär⸗Eisenbahn⸗Direktion. Der Etappenbehörde fallen alle diese Maßnahmen auch dann zu, wenn das Grab im Operationsgebiet liegt(siehe Ziffer 4); der Truppe darf bei der Ueberführung kei⸗ nerlei Arbeit erwachsen. Das über die Ausgrabung aufgenommene Protokoll bleibt bei der A Etappen⸗Inspektion aufbe⸗ wahrt Reise und Ueberführung dürfen nur mit der Eisenbahn und Pferdefuhrwerk geschehen. Die Verwendung von Kraft⸗ wagen ist verboten. Die Beförderung der Leichen auf den im Militärbetrieb befindlichen Bahnen erfolgt frachtfrei, auf den übrigen Bahnen nach den Bestimmungen der Verkehrsordnung. Für Ueberführung der Leichen der an übertragbaren oder emeingefährlichen Krankheiten Verstorbenen gelten die gleichen enungen wie im Frieden. 5 Landkreis Gießen. r. Muschenheim, 28. Jan. Aus unserer Gemeinde sind bis jetzt sieben Kriegsteilnehmer gefallen, nämlich: Unteroffizier Hermann Kaus, Unterossizier Otto Becker, Lehrer, Feldwebel Heinrich Becker. Otto Magern, Ludwig Bam berger, Karl Jakob und Wilhelm Steul. Für diese Ge. sallenen sand gestern in der Kirche eine Gedenk eier statt. Krieger⸗, Gesang- und Turnverein stisteten den Gefallenen einen Lorbeerkranz, der in der Kirche aufgehängt wurde. Der Orts- ausschuß des Roten Kreuzes wird den Hinterbliebenen ein Gedenk⸗ blatt überreichen. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 28. Jan. Der Viehversicherungs⸗ verein des Kreises Wetzlar zählte bei der Rindviehversicherung 1429, bei der Schweineversicherung 3389, bei der Perdeversicherung 550 und bei der Ziegenversicherung durchschnittlich 582 Mitglieder im abgelaufenen Geschästsjahr. Es galt insgesamt 597 Schaden- jälle in einer Höhe von 71942,24 Mk. zu decken. Aus der Vieh⸗ leihkasse, die aus Kreismitteln gegründet ist und den Zweck hat, bedürstigen Landwirten zur Beschassung des in ihrer Wirtschast notwendigen Viehbestandes Unterstützung zu gewähren, warer Ende des Geschäftsjahres 13 091,53 Mk. ausgeliehen. ——.— 2 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2.„„„ Jan. Z- 8 S 2 2 82 2 S3 SSS 2 Welter 145[ 8 f S3 S 5 Br 4 ö 28 2% 36,— 1.5 23 55 NE 2 1 Sonnenschein 28. J 88— 81 28 7 N 21 77 37,5— 100 1, 88s WJ W 2 0 * 0 0 ö 27. bis 28. Januar 1915= + 2 Höchste Ten ratur am * 1915—— 6,1“„ Niedrigste. Niederschlag: 0,0 men. 8 i N 5 in hübscher Metall⸗Felddose Auf vielfache Anregung aus dem Felde liefern wir zum Versand als Liebesgabe ½ Flasche Odol in einer hübschen Metall⸗Felddose, die fix und fertig als Feldpostbrief Tc Pfg. Porto) verpackt, in allen Apotheken, Drogengeschäften, Parfümerien usw zum Original-Preis von 85 Pfg) zu haben ist. Die Metall-FJelddose wird während des Feldzuges koste geliesert. Der lei 55 Mitführung wegen haben 2 ö Flasche Odol für dlesen Zweck dewäblt. 75 2 4 P 3 bend, 30. Januar, von Vermistungen 101 Eleg. Wohnung, Hoch⸗ varxterre, 6, auf Wunsch auch Zimmer mit all. Zubehör, Zentralbeiz. u. Warmwasser⸗ versorg. p. 1. April od. später zu vermieten Bleichstraße l. 1 S Zimmer f Schönes Logis 5 Zimmex 8 und reichl. 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Zimmer Nr. 10, wochentags in den Dienststunden eingesehen werden. Wetzlar, den 8. Januar 1915. Königliche Spezialkommission J. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag der Gemeinde Allertshausen für 1915 liegt vom 30. Januar 1915 ab eine Woche lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Beteiligten und Vorbringen von mündlichen oder schristlichen Einwendungen offen. Es werden Umlagen erhoben, zu denen die Ausmärker beizu— tragen haben. Allertshausen, am 27. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. 946 Hillgärtner. 934 Gesehliche esellen Prüfungen Die diesjährigen Gesellen-Prüfungen finden in den Monaten März und April statt. Die Anmeldungen haben zu erfolgen: Für männliche Lehrlinge: Sonntag, den 7. Februar, Für weibliche Lehrlinge: Sonntag, den 14. Februar, jeweils von vormittags 9 bis 12 uhr, in der Gewerbeschule. Die Prüfungsgebühr von 5 Mark ist bei der Anmeldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehr— vertrag vorzulegen. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellen-Prüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nach⸗ teile im Gefolge hat. 930 D Gießen, den 28. Januar 1915. Der Prüfungs⸗Ausschuß des Ortsgewerbevereins Gießen. H. Garnon, Vorsitzender. * 1 Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Allerts⸗ hausen soll nachstehendes Holz im Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: Kiefern: 2 Stück 3. Kl.= 1,81 Fstm. „ n 5„ 9„ 5 „ 1 Fichten! 5„52 5 3 30.18„ 4 1„ 3006„ . 5b.„= 60, 78 * 1 Angebote sind nach Sortiment und Klasse mit der nötigen Aufschrift bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei der hiesigen Bürgermeisterei einzureichen. Die Bedingungen sind die allgemeinen und können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden. Nähere Auskunft durch Förster Römer dahier. Allertshausen, den 27. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Hillgärtner. 933 — Jagd ⸗ Verpachtung. Samstag, den 6. Februar 1. Js., nach⸗ mittags 2 Uhr, soll auf der Bürgermeisterei da⸗ hier die der Gemeinde Beltershain zustehende Jagd, bestehend aus zirka 326 Hektar Feld mit mehreren sehr schönen Anstandswaldungen, auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. a Die Haltestelle Beltershain liegt direkt im Jagdgebiet. Beltershain, den 27. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei. Magel. 926 Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag der Gemeinde Göbelnrod für 1915 Ri. liegt vom 30. d. Mts. an eine Woche lang auf unserem Bureau offen. Es werden Umlagen er⸗ hoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. 5 Göbelnrod, den 27. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei Göbelnrod. Weber. 936 Jagd⸗Verpachtung. Samstag, den 30. Januar l. J., nachmittags 3 Uhr, soll die der Gemeinde Steinbach zustehende Jagd in 2 Bezirke auf dem hiesigen Rathaus auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Steinbach, am 20. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 21 — — Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen.. Die Auszablung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Februar an die Angehörigen der zum Heeres⸗ dienst Einberusenen findet Montag, den 1. Februar Dienstag, den 2. Jebruar Mittwoch, den 3. Februar Donnerstag, den 4. Februar 2 Freitag, den 5. Februax vormittags von 8—1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 18. statt. 989 Kartoffelverkauf durch die Stadt. . Der Verkauf von Speisekartoffeln durch die Stadt findet vorerst nicht mehr statt. 941 E Verkauf von Kolonialwaren. Die Stadt Gießen hat aus einem übernommenen Warenlager größere Mengen Kolonialwaren abzugeben. Verzeichnisse der Vorräte der einzelnen Waxen⸗ attungen nebst Angebots vordrucken sind bei dem Tief⸗ augamt, Asterweg 9. erhältlich. Angebote hierauf sind bis spätestens 3. Jebrnar bei dem Unterzeichneten einzureichen. Gießen, den 27. Januar 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Schulgeld an der höheren und erweiterten Mädchenschule. A0 Beschluß der Stadtverordneten⸗Bersammlung vom 30. Juli 1914 ist das Schulgeld mit Wirkung vom 1. April 1915 wie folgt festgesetzt worden: „a) für die böbere Mädchenschule für die Klassen 2 auf jährlich 130 Mk. CCC 5) jür die erweiterte Mäbchenschule für die Klassen 2 auf jährlich 72 Mk. 12„ 35—8.„„ 60„ Für beide Schulen erhöht sich das Schulgeld für Schillerinnen, deren Eltern nicht in Gleßen, aber im Großherzogtum Hessen wohnen, um 12 Mk. jahrlich und für Schülerinnen, deren Eltern nicht im r Hessen wohnen, um 20 Mk. jährlich. E Holzversteigerung im Gießener Stadtwald a (Torstwartei Gießen III, Forstwart Gessel czieszen,. stontag, den 1. Februar 1915, vormittags 9% Ubr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Giezen in den Distrikten Wanneseld, Saubütte und d⸗ mannslust(Abt. 55, 57 b. 60e und 70) versteigert: 22. mit 3,67 Festmeter 22 Rm. Buchen⸗Scheitholz 6 Rm. Eichen⸗Scheitholz 3 Rm. Erlen⸗Scheitholz Am. Fichten⸗Scheitholz 10 Rm. Buchen⸗Knüppelholz 20.8 Rm. Eichen Knüppelholz 310 Wellen 3 25 7470 Wellen Hainbuchen-Reisig(Durchforstung 660 Wellen Eichen⸗—55 310 Wellen Fichten Reisig 100 Wellen Aspen⸗Reisig 1 Am. Buchen Stockholz 15 Rm. Eichen⸗Stockholz 3 Rm Kiefern⸗Stockbolz 230,7 Rm Fichten⸗Stockholz. Die Zusammenkunst ist auf der Wannschneise an der 7. Schneise. S8 Städt. Wohnungs nachweis Gießen, Asterweg 9. Es sind zu vermieten: 28 1 herrschaftliche Wohnung von? Zimmern mit Zentral- heizung, 1 Wohnung von 7 Zimmern, evtl. mit Mansarde, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 1 Wohnung v5 Zimmern und 1 Mansardenzimmer, 3 Wobnungen v. 5 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 bis 5 Zimmern, 3 Wohnungen von 4 Zimmern, 6 Wohnungen v. 3 Zimmern, 6 Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Lager- oder Fabrikraum, 6 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende. Zu mieten gesucht: 10 Wohnungen von 2—5 Zimmern. Addi. Mbeilsnacdueis essen. Asterweg 9. 951 en estellt werden: ** 1. 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