Doch weiter: Fisch reich gar nicht die br. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Areis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 0 „Zweites Blatt r 165. Jahrgang Gießener Anzeig General⸗Anzeiger für Gberhessen Die Aushungerung— Englands. Eine volkswirtschaftliche Studie. „Ein Teil von jener Kraft, die stets das stets das Gute schafft,“ die Churchill und Kitchener allmählich von sich kennen, wenn man sie nach den hungerungskrieges fragt. Nachdem die t Böse will und das dürften die Grey und Asquith, selbst be⸗ Ergebnissen ihres Aus- englische Presse unsere Vorsichtsmaßregeln bezüglich der Brotversorgung zunächst natürlich prompt mißverstanden hatte, sieht sie jetzt doch mehr und mehr ein, daß es eine Illusson war, u glauben, man könne sieht sogar noch mehr ein, nämlich daß, wenn es ehungertwerden geht, Großbritannien zuerst an ommt! Wir wol 8 0 unserer Kreuzer und neuerdings unserer ote Deutschland aushungern. Ja, sie ans Aus⸗ die Reihe en hier nicht von dem unermüdlichen Untersee⸗ gegen die englische Handelsschiffahrt sprechen; er tut Albion manchen erfreulichen Abbruch, würde aber allein 7 5 so schnell 155 Aushungerung des Inselreiches führen. Nein, England at sich selbst die Grube gegraben, in die es bereits merklich und unaufhaltsam hineinrutscht. Wir können es gemächlich am volkswirtschaftlichen Thermometer, an der Teuerungsstatistik, ablesen. liche Zahlen und die Begründung der englischen und eines Mitglieds des Londoner Handelsamtes: Das übliche Vierpfund-Brot kostet 7% Pence; es ist um 2 Pence gestiegen. bisher im Kleinhandel nur um 5—6 ren, da der Großhandel bereits mit bedeutenden Wir verwenden amt⸗ Regierung in London jetzt Die Mehlpreise, 0 Pfennig pro Pfund ten le werden demnächst eine gewaltige Steigerung erfah— Erhöhun⸗ gen vorangegangen ist. Fällt es den schlauen amerikani⸗ schen Getreidehändlern ein, einen„Ring“ in Weizen zu bilden oder kauft eine einzige Firma die gesamten Vorräte auf, so wird den Engländern Hören und Sehen vergehen. e kosten jetzt in England doppelt so viel wie vor dem Krieg, teilweise noch mehr. Die Fischzufuhr hat fast vollständig ausgesetzt. Das Fleisch ist 30—50 Pig. pro Pfund teurer geworden; das importierte Fleisch klettert nur so im Preise. Butter, Käse, Kaffee, Eier können arme Leute nicht mehr bezahlen. Besonders interessant ist das Steigen der Zuckerpreise um 6070 Proz. dessen hat der ganze englische Preise erhöht. infolge⸗ Marmeladenhandel seine Als Gründe für die erschreckende Teuerung gibt die englische Regierung nicht die volle Wahrheit an. Sie ver⸗ weist auf die ungeheure Steigerung der der Seekriegsgefahr!), auf die Mißernte in Absperrung der Zufuhr aus Rußland, auf von uns erwähnte händler, aber auch mer, die ihre Vorräte Frachtraten(infolge Australien, die die schon oben Spekulation der amerikanischen Getreide- auf die Spekulation der— britischen Far⸗ zurückhalten, auf das schlechte Wetter, bei dem man nicht ausdreschen könne, und endlich auf den Mangel an Arbeitskräften, da in den Hafenplätzen die besten Arbeiter als Rekruten angeworben seien. Als be⸗ sondere Gründe für die Erhöhung der Schiffstransport- kosten fügt ein Mitglied des Punkten noch zwei Tatsachen an, lassen: 1. Verminderung des für baren Tonnengehalts durch die Ausschaltung der Handelsschiffahrt einerseits Londoner Handelsamts obigen die bereits tiefer blicken den Transport verfüg⸗ deutschen und auch die Heranziehung einer sehr großen Zahl von Transportschiffen durch die britische Regierung andererseits. 2. Längere Dauer aller Ueber- Sechzehn Jahre deutscher Forschung in Frankreich. Von der rücksichtslosen und gewalttätigen Vernichtung seiner unendlich mühevollen Ausbruch des Krieges erzählt der Schweizer Forschungen wir in erster Linie des Steinzeitmenschen, seiner Kunst Gelehrtenarbeit durch die Franzosen beim a O. Hauser, dessen die wunderbaren Entdeckungen und Kultur in der Dordogne verdanken, im neuesten Heft der Umschau in einer ergreifenden Darstellung seiner Flucht während der Tage der Mabilisation. „Mein harterkämpftes Lebenswerk liegt zerschmettert hinter mir; ich bleibe aufrecht! Brutalität war stärker als Recht!“ Worten kennzeichnet Hauser den, Dank, den er für seine Er erzählt, wie die von dem Gendarmen von Frankreich erntete. Mit diesen Mühen in das stille Dorf Laugerie haute gebrachte Meldung von der Mobilisierung alle Einwohner in die ungeheuerste Erregung die sich sofort gegen den Schweizer Gelehrten wandte, unter ihnen geweilt, ihnen nur Gutes erwiesen, eine Fremdenindustrie geschaffen hatte. Er wird offen und bedroht, und nur einer warnt ihn und rät ihm, versetzte, der 16 Jahre Verdienst und beschimpft sofort ab⸗ zureisen, da am nächsten Tage Schlimmes geschehen könnte. Unter dem Toben der Menge gelingt es ihm, mit seiner Frau und seinem Kind in en wendigsten Kleider konnten sie zusammenraffen, und dem Archiv konnten sie kein Stück retten. ausführlich die abenteuerlichen Wechselfälle seiner seinem Automobil davonzukommen; nur die allernot— aus dem Museum Hauser erzählt Reise, die ihn nach vielen Fährlichkeiten doch bis an die Grenze bringt; dort wird ihm sein Automobil kurzer Hand konfisziert! nach seiner Flucht zutrug, 5 sten bewahrt geblieben ist. Am 5. August haben, amtliche und private Mitteilungen erfuhr, vier Siedlungsbezeichnungen, Was sich zeigt, daß er nur so vor dem Schlimm⸗ wie Hauser durch Personen alle seine alle Merkzeichen für seine großangelegte und mit außerordentlichen Kosten durchgeführte prähistorische Topo⸗ graphie lurz und klein geschlagen. Am 25. August kamen wieder vier Leute mit zwei Gendarmen, die Eingänge zu seinem Haus, die Türen zum erbrachen alle Koffer und Kästen; Arbeitszimmer und zum Museum wurden gewaltsam geöffnet, eine regelrechte Haus- —— urchwühlt und daraus 1153 schleppt: die Beschlagnahme den ziationen hin von dem Waffenkommandanten angeordnet. Am 9. ständige das Heim Hausers, um den zustellen, und sie bewerteten ihn auf von 200 Franken! veranstaltet, die Korrespondenz der Jahre 1905—1914 Briefe deutscher Gelehrten mitge⸗ der Korrespondenz war auf Denun⸗ Périgueux Oktober besuchten dann amtliche Sachver⸗ verursachten Schaden fest⸗ „Ueber die Tragweite und den Zweck des Gewaltaktes einem Neutralen gegenüber,“ schreibt Hauser,„war ich mir Anfang an klar; urft, worin man mir bestätigt, günstigere Gelegenheit sic den wertvollen prähistorischen Museum, kostenlos zu übernehmen“, Landes verweisung fiskation meines Besitzes war Endzweck.“ Artikel schildert der Se Forscher l Ergebnisse seiner 16jährigen Arbeit an dieser wichti rischen Stätte. Im April 1898 Bordeaux⸗Périgneux gereist und nach Le Moustier seinen Beobachtungen während der achte, und aus der Nachprüfung der bisherigen von allem es hätte erläuternder Zuschriften aus Frank⸗ daß keine sich böte, die blühenden Landgüter mit Ansiedlungen und einem reichen und Kon⸗ In einem weiteren den Verlauf und die prähisto⸗ war er zum erstenmal nach gekommen. Wanderungen durch Täler, aus den Fundstücken, die man ihm aus jeder Hütte orschungen n Montag, 25. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrift- leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. fahrten, da die Schiffe der Sicherheit halber— wegen der drohenden Mineugefahr— zu bedeutenden Um wegen ge⸗ zwungen seien. Dies gelte insbesondere von der Ueberfahrt über die Nordsee. Hier also liegen die Hauptquellen der Not, in die Eng⸗ land sich selbst gebracht hat. Und diese Not wird immer größer werden. Solange der furchtbare Krieg währt, wird die deutsche Handelsschiffahrt in den englischen Häfen fehlen, die von der englischen Regierung requirierten Schiffe bleiben requiriert und die Dockarbeiter bleiben Soldaten oder kom— men überhaupt nicht wieder. Der englische Außenhandel geht von Tag zu Tag zurück. Man rechne allein die Ausfälle in der Kohlenausfuhr nach Belgien nach Frankreich, nach Italien und Rußland. Hat nicht England seine besten euro— päischen Kunden verloren? Deutschland und Oesterreich⸗ Ungarn, weil es diese bekriegt? Frankreich, weil dieses wirtschaftlich rettungslos darniederlisgt? Rußland, weil der Zugang zur Ostsee verschlossen ist? Und nun zum Vergleich nur ein kurzer Blick auf uns„Auszuhungernde“. Man hatte sich in London das, was man an Teutschland tödlich treffen wollte, nach englischem Schema zurechtgedacht. Man hoffte, Deutschland durch Unterbindung des Seehandels zu er⸗ würden. England gegenüber dürfte die Rechnung stimmen; Seehandel und Außenhandel sind dort dasselbe. Für Deutsch⸗ land ist aber der Festlandshandel bedeutend wichtiger woch als der Ueberseehandel. Gewiß, wir werden, wenn der eg lange dauert, in unserem Ueberseehandel empfindlich ge— troffen, sagen wir in 25 Prozent unseres gesamten Außen⸗ handels. Aber Dreiviertel unseres Außenhandels sind durch Englands Flottendruck nicht berührt. Unser ganzer euro⸗ päischer Handel geht weiter. Allein mit Oesterreich-Ungarn zusammen bilden wir ein geschlossenes Wirtschaftsgebiet von 120 Millionen Einwohnern, sind also viermal so voltreich wie England. Unser Handel mit Italien, den Niederlanden und der Schweiz ist trotz aller englischer Machenschaften laum gestört. Mit Dänemark, Schweden und. Norwegen, mit Bulgarien, Rumänien und der kriegsverbündeten Türkel stehen wir in ununterbrochenem Handelsverkehr und Waren- austausch. Wir hungern nicht, und während wir kämpfen, sehen wir in Ruhe zuß wie das perfide Albion der Pfeil der Aushungerung trifft, den es gegen uns abschoß. * 4* Massenkundgebung gegen 10 englischen Aushungerungs⸗ plan. Berlin, 24. Januar. Zu einer großen Massenkundgebung gegen den englischen Aus⸗ hungerungsplan und zur Aufklärung der deutschen Verbraucher über ihre Pflichten in der gegenwärtigen schweren Wirtschaftslage des Deutschen Reiches gestaltete sich die Versammlung, welche der Kriegsausschuß für Verbraucher⸗Interessenten für heute vormittag nach dem Zirkus Busch einberufen hatte. Der gewaltige Steinban des Zirkus war dicht gefüllt, auch eine Reihe von Reichstags⸗ und Landtagsabgeordneten waren der Einladung gefolgt.— Eröffnet wurde die Versammlung von dem Reichstagsabgeordneten Robert Schmidt(Berlin), der in seiner Begrüßungsrede betonte, daß Deutschland vorläufig nicht in der Gefahr sei, seine Feinde mit ihrem Aushungerungsplan trium—⸗ phieren zu sehen. Aber wir müßten auf der Hut sein und alles Mögliche tun, um diesen Plan zu durchkreuzen. Als erster Redner wies Professor Dr. Waldemar Zimmer- mann vom Bureau für Sozialpolitik darauf hin, daß England auch den neutralen Ländern die Zufuhr abschneide. Es kümmere sich eben nicht um die verbrieften Rechte. Deutschland gleiche einem isolierten Staate, fast einer belagerten Festung. Ein Pariser Pro⸗ bildete sich in ihm die Erkenntnis, daß er hier die wichtigsten Dokumente zur Menschheitsgeschichte finden müsse, und nach man⸗ chen vorbereitenden Schritten, bei denen er in französischen Ge⸗ lehrtenkreisen nur geringes Verständnis fand, begann er von seiuer ersten Station,„La Micogue“, aus seine eigentliche syste— matische Forschung. Ein altdiluvialer Kulturplatz wurde in seiner ganzen Lagerung nachgewiesen, dabei wurden Hunderte der herr⸗ lichsten Steinteile gefunden, die heute die Museen von Köln und Berlin zieren. Hauser bezog nun in seine Untersuchungen alle diluvialen Epochen ein, und es gelang ihm unter großen Mühen, im ganzen Gebiet von Vszere und Dordogue über 30 klassische Fundstätten in einem Umkreise von über 120 Kilometern festzu⸗ stellen. Der erste große Erfolg dieser Arbeit kam in der Ent⸗ deckung des diluvialen Menschensteletts, des Homo Mousteriensis Hauseri vom Jahre 1908, die in der ganzen wissenschaftlichen Welt das größte Aufsehen erregte. In der Fortsetzung seiner Arbeit untersuchte Hauser wichtige Stationen des Aurignacien und Magdalenien, wobei sich außer den gewöhnlichen Feuerstein— werkzeugen wertvolle Zeichnungen, Knocheninstrumente und Schmuckgegenstände fanden. In einem weltverlorenen Seiten⸗ tälchen der Dordogne entdeckte er dann bei der Nachprüfung einer von den Franzosen als unfruchtbar aufgegebenen Niederlassung in Combe⸗Capelle, wo er auch zum erstenmal die Schichtenfolge fünf verschiedener Siedelungsepochen feststellte, am 26. August 1909 den Homo Aurignacensis Hauseri, dessen ausgezeichnet er⸗ haltenes Skelett er am 11. September zusammen mit Professor Klaatsch hob. Damit trat zu den alten Menschenrassen vom Neandertal⸗ und Oro Magnon-Typus eine neue, die Rasse von Aurignao, wobei sich außerordentlich wichtige Einblicke in den Entwicklungsgang der Menschheit eröffneten. Eine dritte große Entdeckung, die ihm gerade vor dem Ausbruch des Krieges gelungen, kündigt der verdienstvolle Schweizer For⸗ scher in den folgenden Schlußsätzen seines Aufsatzes an:„Zum drittenmale gelang mir im Juli 1914 eine Entdeckung von großer Tragweite; ich sah sie seit zwei Jahren kommen, habe ihre Spuren zäh verfolgt und schließlich den Spaten da einge⸗ setzt, wo es sein mußte. Kulturhistorisch bedeutender als meine Skelette, gewinnen wir durch diesen Fund, von dem später die Nede sein soll, Einblicke in die psychologische Entwicklung des Diluvialmenschen, seiner Kunst, seiner Zeichenschrift, seines Kul⸗ tes, die schlankweg alles, was wir ähnliches kennen, in den Schatten stellt. Da kam der Krieg! Welche Welt von Schmerz und bitterem Weh für den, der uneigennützig ein Leben lang einer großen Aufgabe gedient hat! Dem fkrupellosen franzö⸗ sischen Deutschenhaß derer, die die Wissenschaft an geographische Grenzen ketten möchten, habe ich weichen müssen; das Eigentum des Neutralen ist vergewaltigt worden, mit ihm das Recht und ein gut Stück deutscher Wissenschaft!“ * — Der Befreiungskampf gegen welsche Art. (Eine Jahrhundert⸗Erinnerung.) In diesem Monat sind gerade 100 Jahre verflossen, seit Erust Moritz Arndt durch öffent⸗ liche Organe die Entstehung vaterländischer Vereine ins Werk setzte. um deutsche Sitte und Sprache wieder zu Ehren zu bringen und das deutsche Volk von fremden— namentlich französischen— Einflüssen zu befreien. In einem in der Posener Zeitung vom 28. Januar 1815 veröffentlichten Artikel fessor habe sogar schon ausgerechnet, wann wir ausgehungert sein werden. Er gibt uns nur noch eine Galgenfrist bis Mitte Mai.(Heiterkeit.) Wir haben allerdings noch nichts vom Hunger gemerkt, nur Preisaufschläge sind eingetreten. Wohl aber sind in England wirtschaftliche Nöte eingetreten, wenn auch noch nicht direkt. Vorratsnöte. Was den W. eizen betrifft, so beherrschen die Vereinigten Staaten und Argentinien den Markt. Darunter leidet auch England. Hoffentlich werden jetzt die Unterseeboote den Eng⸗ ländern bald noch viel zu schaffen machen.(Händeklatschen.) Aller- dings müssen wir an das Morgen und Uebermorgen denken. Doch ist unsere Aufgabe Gott sei Dank nicht hoffnungslos. Wir wissen, daß wir nur die Hälfte von den Nahrungsmitteln für den Körper brauchen, die wir tatsächlich vor dem Kriege ver⸗ zehrten. Wenn wir uns verständnisvoll einrichten und alle Wirt⸗ schaftskenntnisse ausnutzen, dann können wir sogar ein Zehntel bis ein Viertel über das Notwendige hinaus erzielen. Folgende Punkte sind vor allem zu beachten: J. Alle Nahrungsstoffe voll ausnutzen, und die Milch; 2. nichts umkommen lassen, alle Abfälle verwerten; 3. knappwerdende Mittel ergänzen, statt des Roggenbrotes die Kartoffel benutzen: 5 4. Dauerware herstellen und aufspeichern, Vieh rechtzeitig abschlachten; 5. neue Nahrungsmittel fördern, alle brachliegenden Flächen ausnützen. Aber Belehrungen allein machen es nicht. Alte Vorurteile wiegen stark, hier muß öffentlicher Zwang einsetzen. Auf die Be⸗ hörden muß ein moralisch politischer Zwang ausgeübt werden, namentlich im Interesse der Minderbemittelten. Leider ist in den ersten fünf Monaten des Krieges doppelt so viel Roggen an das Vieh verfüttert worden als 1913.(Hört, hört!) Bundesratsbe⸗ stimmungen sind an sich gut, aber leider hat der privatwirtschaft⸗ liche Eigennutz wieder viel Schaden angerichtet. Man hat die Mehlläden gestürmt, um zu Hause Kuchen backen zu können. Die Regierung wird daher noch drakonischer ein⸗ greifen müssen. Eine Politik weiterer Preiserhöhung wäre nicht ganz unbedenklich, auf diesem Wege blüht kein Erfolg. (Bravo! Brot will doch jeder haben, durch die Preiserhöhung wür⸗ den nur gewisse Teile des Mittelstandes Schaden leiden, und den größten Schaden hätten die Armen. Die privaten Getreidebesitzer erhielten gewissermaßen eine Staatsprämie.(Sehr richtig!) Durch weitere Preiserhöhungen würde der Burgfrieden gestört werden, also Schluß damit! Es bleibt nur die öffentliche Be⸗ schlagnahme der Getreidevorräte übrig.(Beifall.) Der Konsu⸗ mentenausschuß hat dem Reichskanzler einen Plan hierüber unter⸗ breitet und auch den privaten Haushalt nicht vergessen. Die Abgeordneten Heim und Gothein sowie Professor Bren⸗ tano treten gleichfalls für diese Lösung des Problems ein. In uns allen lebt der Wille zum Durchhalten, zum Siege, wir wollen alle dafür eintreten, daß uns die Engländer nicht unter⸗ kriegen!(Stürmischer Beifall.) ö Die Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine Frl. Gertrud Bäumer(Berlin) verurteilte scharf den Mangel an Einsicht bei vielen Hausfrauen. Man könne nicht neben jede Hausfrau einen Schutzmann stellen, der noch dazu überlastet werden würde.(Heiterkeit.) Nicht das Geld ist zu sparen, son⸗ dern Vorräte, gerade die Dinge, die am wohlfeilsten sind, vor allem Brotgetreide. Wenn jeder dazu in seinem Haushalte bei⸗ trägt, so macht das in der Gesamtheit unendlich viel aus. Wir müssen dahin kommen, daß am Ende des Krieges neben dem Heer und der deutschen Organisation auch die deutsche Hausfrau bewundert wird.(Beifall.) Ohne Besprechung wurde sodann einstimmig folgende Eutschließung angenommen:„So dankenswert und nötig auch alle Aufklärungs⸗ bestrebungen und Mahnungen sind, um die Bevölkerung zun sparsamen Brotgenuß, zu verständnisvollem Haushalten mit den knapper werdenden Nahrungs- und Futtermitteln und zum An⸗ sammeln gewisser Dauerwaren zu bestimmen, so versagen doch namentlich alles Korn erfahren wir näheres über diese Vereine, denen zwei⸗ fellos ein großes Verdienst am geistigen Befreiungskrieg zu Beginn des 19. Jahrhunderts zukommt.„Jede Gesellschaft, so heißt es da,„hat einen Vorsteher und vier Rüger oder Zen⸗ soren. Ihr Zweck ist Verbannung und Vertilgung der französischen Art und Sprache, Belebung und Erhaltung deutscher Art und deutschen Sinnes, Erweckung deutscher Kraft und Zucht, Auf⸗ frischung der alten und jungen Erinnerungen. Wer sich erfrecht, in ihr französisch zu sprechen, wird als ein, Frevler ausgestoßen; wer eine andere fremde Sprache spricht, wird einem eitlen Toren gleich gerichtet und muß eine Geldstrafe erlegen.“ Als Haupt⸗ gegenstände der Besprechung in den Zusammenkünften werden ge⸗ nannt: Würdige Feier des 18. Oktober als allgemeines Fest: Le⸗ bensbeschreibungen würdiger Vaterlandsfreunde in deutscher Volks⸗ sprache; Anschaffung und Förderung gemeinnütziger deutscher Schriften; Vorschläge über das Siegesdenkmal bei Leipzig; Be⸗ ratung über Einführung gleicher Münze, Maß⸗ und Gewichts⸗ verhältnisse. Wie man sieht, war die Tagesordnung eine recht gründliche und radikale. Der Einfluß dieser erwähnten Gesellschaf⸗ ten machte sich übrigens auch bald in dem Bestreben geltend, fran⸗ zösische Benennungen durch deutsche zu ersetzen. So schrieb Ende Januar 1815 das„Erfurter Intelligenzblatt“:„Es haben sich in Erfurt mehrere Familien das Wort darauf gegeben, jedes unver⸗ heiratete Frauenzimmer von Bildung schriftlich wie mündlich nicht mehr, wie es bisher üblich gewesen, mit dem französischen Worte Mademoiselle(Mamsell), sondern mit dem schönen, unserer edlen deutschen Sprache zugehörigen Worte Fräulein anzureden. Bei dem verheirateten Teile des weiblichen Geschlechts wird man sich ebenfalls durchgehends der würdigen ehemaligen Benennung Frau bedienen und Anstand nehmen, eine rechtliche deutsche Frau ferner⸗ hin Madame zu benennen.“ Wie damals, so ist man ja auch heute redlich bemüht, mit den Fremdwörtern gründlich aufzuräu⸗ men, und von der Schaffung einer deutschen Tracht ist eben in diesen Tagen wieder die Rede, und man kann nur wünschen, daß der Geist Arndts auch in diesem jüngsten Kampf sieghaft voran⸗ leuchten möge. ier die Künstlerversorgung im Reiche bringt die Kunstchronik eine Zusammenstellung, die zeigt, in wel⸗ chem Umfange man in Deutschland der Not der Künstler infolge des Krieges zu steuern sucht. In Berlin ist die alademische Kriegs⸗ hilfskasse tätig; in München hat der Künstler⸗Unterstützungsperein, dessen Vermögen über 2 Millionen Mark beträgt, vorläufig die Summe von 100.000 Mk. gegeben, und dazu kommen die Beträge, die andere Verbände und Kunstfreunde aufwandten, so daß wohl eine Viertelmillion zur Verfügung steht. In Dresden hat man * veranstaltet, für die der Kunstverein und die großen Kunstsalons zur erfügung stehen; in dem einen wurde mehrere Wochen lang alles überhaupt Angebotene ausgestellt. Im Kunstverein kaufte der Rat zu Dresden eine Reihe von Bildern, Zeichnungen und plastischen Werken für das Stadtmufcum an, darunter auch drei vorzügliche Gemälde von dem im Felde ge⸗ fallenen jungen Maler Kurt Nessel. Ebenso kaufte das sächsische Ministerium des Innern eine ganze Anzahl Gemälde sächsischer Künstler. In Karlsruhe beabsichtigt der westdeutsche wirtschaftliche Verband bildender Künstler eine Hilfsststelle für badische Künstler zu errichten, für die auch badische Kunstvereine Unterstützungen bewilligen wollen. —— N N l 2 . f g n solche bloß erziehlichen Maßnahmen gegenüber tief eingewurzelten Gewohnheiten und eingebildeten Bedürfnissen. Auch die bisherigen gesetzlichen Verbote und Eingriffe in die Viehwirtschaft, den Handel und die Bäckerei genügen nicht. Der Ernst und die Größe der Aufgabe verlangen eine entscheidende Tat. Die Versammlung erwartet in Uebereinstimmung mit zahlreichen Sachkennern nur von einer öffentlichen Beschlagnahme aller Brot⸗ getreide- und Mehlvorräte und ihrer geregelten Ver⸗ teilung gegen Mehl- und Brotscheine an die Verbraucher eine wirksame Sicherung der noch vorhandenen Vorräte für den un⸗ entbehrlichen Bedarf der Volksgesamtheit, im Gegensatz zur bis— herigen Verzettelung des Getreides durch Private oder durch Viehzüchter. Mit Entschiedenheit lehnen wir dagegen die angeregte Heraufsetzung der Getreidehöchstpreise, aber ebenso die Beseitigung der Höchstpreise ab, da sie keinerlei nennenswerte Ersparnisse ge— wähnleistet, die unbemittelten Volksllassen aber zugunsten weniger zahlungsfähiger Aufkäufer schwer benachteiligen müßte und da⸗ durch die nationale Einmütigkeit gefährdet. Gleichzeitig emp⸗ fehlen wir dringend, angesichts des bevorstehenden Schweineab⸗ chlachtens eine Regelung der Vieh⸗ und Fleischverwertung durch städtische und genossenschaftliche Markt und Speichermaßnahmen. Durch sofortiges planmäßiges Eingreifen öffentlicher Organisatio⸗ nen, aber auch nur dadurch, kann die Brot- und Fleischversorgung gegenüber den Aushungerungsdrohungen Englands in Deutsch⸗ land so geregelt werden, daß die Wirtschaftskraft der unbemittelten Volksgenossen selbst die längste Kriegsdauer zu überstehen vermag.“ Damit hatte die große Versammlung, in der die Organisationen von etwa 16 Millionen deutscher Verbraucher vertreten waren, ihr Ende erreicht. 12. Nop. Hier wurde mein Schreiben gestern abend unter— brochen, weil alles heftig auf einen Skat drängte, und schließ⸗ lich noch Besuch erschien! Ich füge heute in Eile noch ein paar chlußzeilen an. Die ganze letzte Nacht hindurch wurde heftig ge— . schossen— es war stockfinster, und heute früh merkten wir dann, daß sich die Franzosen erheblich genähert hatten. Nun gab es eine heftige Schießerei, wir feuerten auf nur 900 Meter, wo jetzt die Feinde vor ihren ersten Schützengräben lagen Darauf gingen sie zurück in ihre Gräben und plöhlich, wir trauten in der Beobachtungsstelle unseren Augen nicht, schoß die französische Artillerie direkt von der Flanke in die eigenen Schützengräben hinein. Die Verbindung zwischen Infanterie und Artillerie muß nicht geklappt haben, oder die Infanterie hatte ihr Vorgehen nicht gemeldet, auf jeden Fall miissen die Leute in den Schützengräben wie gemäht gelegen haben! Ihre Uniformstücke — sie als Erkennungszeichen hoch gehalten, weiße Tücher ge⸗ schwenkt, aber immer wieder ein neuer Schuß sauste, von Franzos gegen Franzos abgesandt, in die Deckung.— 1 5 Inzwischen wird immer noch heftig von drüben weikergeschossen 8 1 wie sich der Kampf weiterentwickelt, deshalb r heute uß.— 93 Artilleriestellung nördl. d. Aisne, 17. Nov. 1914. Meine Mit⸗ teilung, daß inzwischen die dritte Typhusimpfung stattgefunden hat, wird eingetroffen sein. Donnerstag beginnen nun unsere Feiertage, die wir hinter der Front zubringen, um 6 Tage lang mit den HKriegsfreiwilligen zu exerzieren, Fahrübungen zu machen und in Betten zu schlafen. Allerdings werden wir dann das Geräusch feind⸗ licher Granaten entbehren müssen und vorwitzige Infanteristen wer⸗ den nicht mehr auf uns schießen, wenn wir, wie das öfter der Fall war, hie und da einmal den Kopf unvorsichtigerweise über die Teckung hinausstreckten! Besonders schmerzlich werde ich eine seind⸗ liche Kanone vermissen, die uns gerade gegenüber stehen muß. Ihr N 2 5— ich vermute, es ist ein alter Landwehrhäuptling— wird hei jeder Kleinigkeit dermaßen erregt, daß er dann ununterbrochen 12 Stunden lan 3 schießt, immer mit so hohen Spreugpunkten, Daß wir in der ersten Zeit 1 3 er beschösse Flieger. Ter Mann beschießt uns nun seit etwa ochen andauernd, d. h. er sucht uns und streut das 0 118 mit Granaten ab, ohne bisher auch nur die gering 8 zu haben. Wir kümmern uns überhaupt nicht um ihn,„während ich schreibe, knallt er wieder unausgesetzt und verschwendet Munition.— Hier setzen neuerdings die Nachfröste ein und lindern den furchtbaren Morast, deer durch andauernden Regen in dem Lehmboden entstanden war.— * Heute abend findet bei der uns vorgelagerten Infanterie die festliche Eimveihung einer neugebauten Offiziershöhle statt. Sie poll angeblich bombensicher sein, ich bin zur Feier des Ereignisses geladen! Wir 77 fahren eifrigst Eisenbahnschinen an, mein Dauptmann und ich beabsichtigen, wenn wir nach unserer sechs⸗ tägigen 1 zurückkommen, mittels dieser uns ein bomben⸗ sicheres Schlafzimmer zu konstruieren.— Im Gegensatz zu Vor⸗ stehendem, was alles sehr friedlich klingt, auch nachstehend wieder Lingmal ein grelleres Kriegsbild.— In meiner letzten Karte schrieb ich von einem Angriff, den die Franzosen hier versucht hatten. Jiunächst hatte man die armen Gesellen, damit sie den notwendigen Mut zu einem Angriff aufbrachten, gründlichst mit Alkohol be⸗ geistert. Die Reaktion kam selbstverständlich nach. sie ließen sich Ia so gerne gefangen nehmen und freuten sich wie die Kinder, als sie im sicheren Geleit unserer Soldaten hinter der Front außerhalb des Bereichs der Artillerie waren. Schlechter erging es den Reserven und denen, welche ver⸗ siuchten, wieder zurückzukommen! Wir und eine andere unserer Batterien, schossen mitten in sie hinein. Sie haben schreckliche Verluste gehabt. In der Mitte, zwischen den nur 90 Meter aus⸗ eeinanderliegenden Schützengräben, lag 2 Tage lang ein armer verwundeter Franzose. Man konnte ihm nicht helfen. Sobald jemand von uns aus der Deckung ging, wurde auf ihn geschossen. Die Franzosen selbst getrauten sich nicht einmal bei Nacht ihrem Kameraden zu Hilfe zu kommen. Man wollte ihm dann ein Seil ziuwerfen, aber auch das mißglückte, und ihm den Gnadenschuß u geben, der für den Mann eine Erlösung gewesen wäre, dazu hatte keiner das Herz. Das sind Kriegsbilder, bei denen sich einem noch lange danach, wenn man an sie zurückdenkt, das Herz im Leibe umdreht. 1 5 . An Kleidung. Wollsachen usw. ist alles in Ueberfülle vor⸗ handen, nur Lichte und Streichhölzer benötigen wir ständig, und für . Deliratessen zur Würze des eintönigen Mahls sind wir immer sehr empfänglich! d N Le N. 20. Nov. 14. Meine letzten beiden ausführlichen Berichte werden angekommen sein. Diese Zeilen schreibe ich aus dem Dorfe, in welches wir, um Ruhe 10 haben, für 6 Tage zurüd gezogen sind. Die Unterkunft ist nicht hervorragend, aber man hat einmal ein Dach über dem Kopf und schläft in einem leidlich guten Bett. Allerdings getraue ich mich auch hier nicht, nachts die Kleider abzulegen. Neben unseren beabsichtigten Uebungen sollen die Kleidungsstücke der Leute einmal gründ⸗ lichst nachgesehen werden, es gibt also allerhand zu tun. Auch it täglich eine stärkere Srtswache zu stellen als Posten und zur Bewachung der gefangen gesetzten männlichen Einwohner, Letz⸗ tere müssen am Tage unter Aufsicht arbeiten, Straßenreinigen, Ausbessern. Brennholz holen usw.— Es ist momentan eine Lust, im Freien Dienst zu tun. Täglich das herrlichste Frost⸗ wetter! Uebermorgen, Sonntag, folgt weitere Nachricht. Le M., 22. Nov. 14. Welch köstlicher Sonmtagnachmittag in Nuhestellung in Feindesland. Ich sitze in einer leidlich geheizten 5 tube, im Kamin knistert das Holzfeuer und ringsum herrscht tiesster sonntäglicher Friede.— Dabei beschleicht einem seit langem ungekanntes beschauliches Wohlbehagen! Alles ist spazieren ge⸗ ritten, ich blieb zurück, um mich elwas meiner Korrespondenz zu widmen!— Junächst die Meldung, daß nun das 10⸗Pfund⸗Baket mit Kerzen glücklich eingetroffen ist.— Die 10⸗Pfund⸗Pakete haben alle durchschnittlich einen Monat zur 5 nach hier benötigt. — Zetzt, wo jeden Tag derartig große Sendungen eintreffen, schwelgen wir einmal wieder im Ueberfluß, Umsomehr dauern uns die armen französischen Bewohner gieser traurigen Dörfer, wo es 12 mehr zu nagen und zu beißen gibt. Sie sind völlig auf die Versorgung durch unsere Truppen angewiesen Auch . wir geben den vier Frauen, die hier in unserem Hause wohnen, 3 ein aut Teil unserer Mahlzeiten ab. Jaur die Tauer unserer sechstägigen Ruhezeit herrscht hier der richtige Friedensbetrieb, jeden Tag macht die Batterie eine 2 . N möglichen Stellungen eingefahren und mit Wut gegen einen markierten Feind abgeprotzt. Am Nachmittag folgt Geschütz⸗ ezerzieren und dergl. mehr.— Vorne in der Feuerstellung ist es eben auch äußerst gemütlich! Zur Erklärung dieses Zustandes will ich hier ein Geschichtchen einflicken, welches ich, wenn seine Wahrheit nicht verbürgt wäre, jederzeit für das gröbste Jäger⸗ latein erklären würde!— Etwa 700 Meter links vorwärts unserer Batteriestellung, d. h. der Stellung, aus der wir hierher kamen und in die wir am Mittwoch auch wieder zurückkehren, liegt ein Foßes Ge⸗ höst, welches pon unserer Infanterie besetzt ist!— Es ist dies unser vorderster Punkt! Auf 80 Meter liegen sich Freund und und Feind gegenüber. Hier wird also nun schon wochenlang tagtäglich erbittert gekämpft. Jeder Rockzipfel, der sich dort zeigt, wird beschossen, jede Kompagnie, die dort vorne lag, wurde nach kurzer Zeit wieder abgelöst, weil die Anforderungen, die dort an die Nervenkraft der Leute gestellt wurden, ganz außergewöhnliche waren! Wie gesagt, in dieser Stellung herrscht seit vorgestern tiefster Friede, und das kam folgendermaßen: Im vorgelegenen französischen Schützengraben wurde vorgestern ein weißes Tuch hochgehalten. Darauf ging von unserer Seite ein sprachgewandter Ofstzierstellbertreter vor und von sranzösischer Seite kam ebenfalls ein Bevollmächtigter herüber. Derselbe machte viele Worte, aber der langen Rede kurzer Sinn war der, man möchte ein Abkommen treffen, um sich in Zukunft in Frieden zu lassen, man sei die ewige Schießerei müde!— So herrscht denn dort ein stilles Einverständnis, Zeitungen und Nauchwaren werden ausgetauscht, und wo man früher nur auf dem Bauche kriechend vorbeikommen konnte, stehen heute die Leute in voller Größe und rauchen ihre Zigarren, sogar oben auf den Rändern der Schützengräben sitzen die Wurschen. Neulich abends wurde ein Franzos, der allerdings betrunken war, so vertraulich, daß er in unserem Schützengraben Besuch machte, er nahm es aber auch nicht übel, als man ihn nicht wieder zurückließh!— Trotz allem herrscht auf dieser Seite natürlich größte Vorsicht, die Posten sind dort sogar verstärkt worden, falls die ganze Friedens- liebe sich als ein Ueberrumpelungsversuch herausstellen sollte. Heute abend findet hier bei uns am friedlichen Sonntag eine kameradschaftliche Einladung statt.— Im ganzen zehn Gedecke— früher Couverts. Die Speisefolge— früher Menu — ist: Gemischte Platte— früher Hors d'veuvres, Schildkröten⸗ Suppe(früher Mocturtle, Wiener Würstchen mit Beilage, Rinder⸗ braten früher si et de boeuf mit Gemü ten(früher Harricots verts), Käse, Kaffee, verschiedene Weine und zum Schlusse Würzburger Hofbräu. Daß alles tadellos serviert wird, der Tisch mit Blu⸗ men geschmückt ist und ähnliche Aeußerlichkeiten bis herab zu den weißen Handschuhen der Kasinoordonnanz, brauche ich wohl nicht zu erwähnen! C'est la guerre!— g A., 28. Nov. Artilleriestellung nördl. d. Aisne. Mein gest⸗ riges Telegramm aus Ch. wirst Du erhalten haben.— Wir sind nach unseren Ruhetagen jetzt wieder in unserer alten Stel⸗ lung und fühlen uns wieder äußerst wohl hier. Geschossen wird sast gar nicht, nur einmal nachts nach unserer Rückkehr gab es ein Scharmützel, aber nichts von Bedeutung!— Tas gute Einber⸗ nehmen in Der exponierten Stellung zwischen Freund und Feind — von dem ich in meinem vorigen Briefe berichtete, nahm wäh⸗ rend unserer Abwesenheit ein Ende mit Schrecken, denn ganz unvorhergesehen kamen dort plötzlich feindliche Granaten ange⸗ saust und setzten 15 Leute unserer Infanterie ausser Gefecht.— Das Frostwetter hat leider wieder heftigem Regen Platz gemacht und somit berrgeht hier wieder mächtiger Schmutz. Alles was ich den letzten Nachrichten von Dir aus Gießen entnahm, war mir hochinteressant und daß meine Bitte behufs täglicher Ueber⸗ sendung des Gießener Anzeigers so prompt Erfüllung fand, freute mich sehr.— 3 A., nördl. der Aisne, 1. Dez. Seit Tagen bin ich wieder ohne Nachricht, wie kommt das? Hier hat sich nichts Neues ereignet, wir bauen unsere Stelungen immer weiter aus und schaffen uns sogar Unterstände, durch welche die schwerste Granate nicht durchzudringen vermag. Auch die Mannschaften verschönern ständig an ihrer Erd⸗ höhlen! Große, geräumige Zimmer sind es geworden! Gestern weihte ein Geschütz seine neue Wohnung mit einem geselligen abend⸗ lichen Zusammensein ein! Es mutete an wie ein heimatlicher Stu⸗ dentenabend, da die betreffende Geschützbedienung sich fast nur aus Kriegsfreiwilligen zusammensetzt! Wir saßen bis 3 Uhr auf und schmetterten deutsche Studentenlieder hinaus in die Nacht.— 2. Dez. Inzwischen sind eine ganze Reihe Postsachen zusammen eingetroffen. Die Reklamebändchen sind sehr erwünscht, sind rasch elesen, werden dann weiter gegeben und machen anderen ebenfalls eude,— 6. Dez. Vorgestern endlich haben die Franzosen unsere Stel⸗ lung entdeckt, nach beinahe zwei Monaten, und wir werden jetzt von französischer und englischer schwerer Artillerie heftigst beschos⸗ sen.— Da wir bombensichere Unterstände während der Länge der Zeit anlegen konnten, ist die Beschießung natürlich erfolglos!— Nur ist es nicht erfreulich, stundenlang still in seinen Unterständen sitzen zu müssen. Was an sonstigen Deckungen entzwei geschossen wird, bringen wir nachts immer wieder in Ordnung. Gestern konn⸗ ten während der ununterbrochenen feindlichen Beschießung die Kö der Geschütze mit ihrem Essen nicht an die Batterien herankom⸗ men, so daß stark gehungert wurde! Für gewöhnlich nehmen wir unsere Mahlzeiten in der Wohnhöhle ein. Immer tadellos ge⸗ deckt!— Porzellan, Gläser, Tassen, Bestecke aller Art besitzen wir schon längst, ebenso Likörflaschen, Kaffeekannen, Supventerine, Schüsseln, Anrichtplatten. Unsere Ordonnanz deckt den Tisch und wäscht das Geschirr, und unser Koch bereitet das Mahl. Das heu⸗ lige Mittagessen besteht aus Bouillonsuppe und gebackener Leber. Die Kartosseln sind durch den plötzlich auftretenden Frost knapp geworden. Sehr behaglich ist immer das erste Frühstück! Wenn wir uns zum Kaffeetrinken versammeln, prasselt schon das Feuer im Ofen. Der Tisch ist sauber gedeckt, Kaffee, Butter, Brot, Schin⸗ leu, Wurst, kurz alles, was das Herz begeht, ist vorhanden, auch Bienenhonig und Marmelade fehlen selten!— Auch der Abendbrot⸗ tisch ist reichlich besetzt, Franksurter Würstchen, Amchovis, Sar⸗ dinen, sogar Gänseleberpastete ist häufig da. Wenn man, wie vir, nun schon so lange in einer Stellung liegt, bildet sich natürlich die Möglichkeit einer guten Beköstigung leicht heraus, und außerdem sind wir mit Liebesgaben und Geschenken von allen Seiten über⸗ flutet!— Es kommen auch wieder Zeiten, wo man fuͤr ein Stück trockenes Brot froh ist!! 5 Morgen abend sollen wir wieder für 6 Tage in Ruheguaxtier wandern. Es ist fraglich, ob wir nachher in unsere alte Stellung zurückkommen! Es wäre mir eine große Freude, wieder einmal mit eignen Geschützen selbständig wirtschaften zu können!— 9, Dez. Unsere Erholungstage sind bis zum 12. Dezember binausgeschoben worden, wir bleiben vom 12. bis zum 18. hinter der Front und kommen dann wahrscheinlich in eine andere Feuer⸗ stellung.— Wir haben solch trostloses Regenwetter, daß die Schaft⸗ stiefel fast im Lehm stecken bleiben!— 11. Dez., frühmorgens. Viel Post ist inzwischen wieder einge- troffen, alles ganz unregelmäßig in der Reihenfolge.— Heute arbeitet schon seit einer Stunde draußen im Dunkeln meine Batterie, Mit 2 und 3 Pferden vorgespannt werden dicke Baumstämme für Unterstände aus dem nahen Walde herangeschleift. All das geschieht unter meiner Leitung und im Dunkeln, damit der Feind nichts bemerkt! Hier in unserer Wohnhöhle, wo ich eben diese Zeilen schreibe, ist es schon mollig warm. Der Kaffeetisch ist schon ge⸗ deckt, aber Kaffee gibt es erst um 8 Uhr. Die andern Offiziersoldaten schlafen noch! Ich bin der Frühaufsteher der Batterie und tue daher diesen Frühdienst immer sehr gerne,— Bl., 14. Dez. In den letzten 3 Tagen war viel für mich zu tun und nicht an Briesschreiben zu denken!— Jetzt sind wir wieder in Ruhe hinter der Front und zwar nicht wie im vorigen Monat in, Le M., wie wir hofften, sondern in dem größeren Städtchen Bl. in welchem auch der Divisionsstab liegt. Zuerst waren wir recht unglücklich darüber, als unser Ruheort umbefoheln wurde. Ich kam als Quarliermacher am Sonnabend hierher, doch waren die Quartiere, die noch frei waren, so schlecht, daß sie weder für, Mann noch Pferd cine 1 ee hätten. Eine Unterredung, welche ich deshalb direkt bei der Division herbei⸗ führte, hatte den schönen Erfolg, daß ein schon länger hier Fahrübung ins Gelände! Mit großem Trara wird in allen untergebrachter Train-Truppenteil umquartiert wurde, und wir in dessen Quartier einrücken konnten. Die ganze Batterie liege auf einem großen Fabrikhof zusammen! Alles ist prachtvoll mnutergebracht. Wir Sffiziersoldaten wohnen sehr elegant in der Villa des Fabrikdirektors Im Speisesaal sind Flügel und Pianine vorhanden und ein musikalisch begabter Kriegsfreiwilliger würzt unsere Mahlzeiten mit herrlicher Tafelmusik. Vor unserer Ueber⸗ siedelung hierher hatten wir in unserer alten Stellung andaue strömenden Regen und wurden zudem andauernd bom Feinde beschossen, so daß wir tagsüber nur wenig an unseren reparatur⸗ bedürftigen Unterständen arbeiten konnten. 85 8 Bl., 19. Dezember 14. Hier nur die Bestätigung meines gest⸗ rigen Telegramms, daß wegen bevorstehender Adreßveränderung jede Postsendung bis auf weiteres an mich unterbleiben soll.— Wohin es gehen wird, weiß ich nicht, und was ich weiß, kann ich nicht schreiben. Sobald meine Adresse feststeht, gebe ich Nach⸗ richt.— Gestern erhielt ich wieder eine Reihe Sendungen, u. a, das dcizende Tannenbäumchen, alles macht riesig Freude! Bl., 23. Dez 14. Noch liege ich hier in der Stellung hinter der Front in Marschbereitschaft! Jede Stunde kann den Besehl zum Aus rücken bringen! Wohin es gehen wird, weiß niemand— nur das Kriegsministerum! 1 Weben beim bin ich schon mit mir geht auch der bisherige Abteilungsadfutant. Hoffentlich verbringe ich den morgigen Weihnachtsabend noch inmitten meiner Batterie, ich freue mich auf dieses Weihnachts⸗ sest im Felde unter meinen Leuten und werde später darüber be⸗ richten. Es kann sein, daß ich einige Zeit nicht in der Lage bin, Nachrichten zu geben, doch bilder dies dann kein Grund zu Besorgnis! Mehrere Sendungen trafen aus Gießen heute wieder ein und auch eine Menge aus der Garnison.— Alle Welt bedenkt uns! Das wird, wenn ich morgen abend noch hier bin, ein reiches Beschenken werden. Denken soird man aber dann doppelt derer in der Heimat, mit denen man in die⸗ sem Jahre nicht unter dem Weihnachtsbaum stehen kann!— Aber im nachsten Jahr werden dann in einem siegreichen Deutsch⸗ land bei Hoch und Niedrig die Weihnachtslichter um so heller strahlen! Das gebe Gott! DD——— Aus Stadt und cand. Gießen, 25. Januar 1915. Standesamts⸗Statistit 1914. Die Gesamtzahl der im vergaugenen Jahre in der Stad Gießen geborenen Kinder beträgt 1105(gegen 1148 in 1913 davon sind Knaben 561(600), Mädchen 544(548).— Die ehelichen Geburten allein stellen sich auf 859, darunter 435 Knaben und 424 Mädchen(844— 242 und 402). Da⸗ gegen betragen die unehelichen Geburten 246, 126 Knaben und 120 Mädchen(304 158 und 146). Von den zur Welt 1 Kindern entfallen auf die einheimische Vevölkerung 601(598), darunter 308 Knaben(310) und 293 Mädchen(288). Auf ortsfremde Mütter, welche in Kliniken und Anstalten Aufnahme gefunden haben, ent⸗ fallen 504 Geburten mit 253 Knaben und 251 Mädchen (550— 290 und 260). Von den 246 unehelichen Ge⸗ burten entfallen auf unsere städtische Bevölkerung 66(64), auf ortssremde Mütter 180(240). Todesfälle gab es im abgelaufenen Jahr im ganzen 837(594) ohne die vorgekommenen 66 Totgeburten 609, die auch bei der angegebenen Zahl der Sterbefälle außer Ansatz geblieben sind. Von den Gestorbenen entfallen auf die Einheimischen 459, nämlich 275 männlichen und 184 weib⸗ lichen Geschlechts(279— 141 und 138, auf Ortsfremde, die in Kliniken und Anstalten verstarben, 378, 232 männliche und 146 weibliche Tote(315 183 und 132), Unter den Ver⸗ lebten befanden sich Kinder imersten Lebensjahr 106, davon 75 aus Gießen und 31 von außerhalb(72= 36 und 36). Unter diesen Kindern waren 79(54) ehelich und 27(18) unehelich zur Welt gekommen. 1 Wenn man die Geburten und Sterbefälle ansieht, soweit sie unsere ortseingesessene Bevölkerung betreffen, stellt sich der Ueberschuß an Geburten im letzten Jahre auf 142, ein Ergebnis, das für unsere Stadt recht ungünstig aus⸗ fällt, wenn man die nachstehenden Zahlen der letzten Jahre betrachtet, die wir zum Vergleich hier folgen lassen: 1008 1909 1910 191 1912 1918 1914 Ueberschuß 330 2909 214 319 142 an Geburten. * 389 328 Verglichen mit dem Durchschnitt im Deutschen Reich und im L ee Hessen stellen sich die Ergebnisse der Geburten, Sterbefälle und des Geburtsüberschusses für 1914 bei der Annahme, daß Gießen rund 31000 Einwohner zählt, wie folgt: Es entfallen auf je 1000 Einwohner in Gießen Hessen Deutsches Reich 19(19,3) 24,8 28,3 ahne 16,4 Ueberschuß an Geburten 4,6(10,2) 112 12,7 Die Zahlen zeigen, daß die Sterblichkeit in Gießen im abgelaufenen Jahre als normal bezeichnet werden kann. Allerdings war die Sterblichkeit in unserer Stadt in den früheren Jahren bedeutend günstiger. Ob für 1914 etwa schon der Einfluß des Krieges mitspricht, läßt sich aus den uns zur Verfügung stehenden nackten Zahlen⸗ angaben nicht ersehen. Jedenfalls gibt der erneute Rück⸗ gang des Geburtenüberschusses in unserer Stadt zu denken, wobei wir auch darauf hinweisen möchten, daß die Säug⸗ lingssterblichkeit sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat trotz der Kinderklinik und dem Säuglings- heim. Die Zahl der Eheschließungen betrug im letzten Jahre 226(208) bei 57 Kriegs- oder Nottrauun⸗ gen. In den einzelnen Monaten heirateten: Januar 12, Februar 13, März 20, April 27, Juni 5, Juli 20, August 3 3 15, Oktober 16, November 7 und Dezember 13 Paare. Die Alterstabelle der in den heiligen Ehestaud ge tretenen Personen für 1914 gibt das nachstehende Bild: 16-20 21-24 2529 30-34 35-39 40-49 5059 6069 Jahren 1 F 16 10 3 1 Männer 35 80 s 10 9—— Frauen. Es entfallen auf 1000 Personen: in Gießen 7,3(6,65), in Hessen 7,5, im Reich 7,9 geschlossene Ehen. Auch die Lust zum Heiraten hat, abgesehen von den Krie— strauungen, in Gießen sehr nachgelassen. Der Grund dafür ist wohl in den wirtschaftlichen Verhältnissen zu suchen. * o 1 4 N 5 1 * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Res. Wilh. Hildebrand, Juf.⸗RAgt. 116, aus Wölfersheim. — Einj.⸗Unteroff. Maximilian Junker, Jus-Agt. 168, aus Offen ⸗ bach a. M.— Kriegssreiw. Neserendar Emil Wankel, Inf. Nat. 88, aus Hanau.— Res. Fritz Weitert, 2 168, aus Friedberg.— Gesr, d. Res. Christian Käß, Inf.⸗Agt. 116, aus Irledberg.— gt. Lehrer Wilh. Lautenschläger, Res.⸗In⸗ Rat. 221, aus Niedernbausen.— Justizselr. Ludwig Bundschuh* im Darmstadt.— Musk. Georg Wagner, Ins.⸗Rgt. 117, aus Bliches.— Kriegssreiw. Primaner Ernst Groth, Ins.-Rgt. 116, aus Wetzlar. 5 Ritter des Eisernen f Res. Inf.-Regt. 28 Konrad 9 cher aus Marburg. Vize⸗ wachtm. und Off.-Asp. Josef Schmidt aus Limb! og 2. Bayr. Feldart-Regt. Vizefeldw. Heinrich Ebe 3 Kreuzes: Uffz. im 5 3 2. 2 15 19 Landw.-Inf.⸗Regt. 116. aus Butzbach, Einj.⸗Freiw. linteroffizier im Inf. Regt. 168. Unterarzt Walter Mhlius aus Glezen, Res.⸗Inf.-Regt. 87. „ Soldatenheim. Am 27. Januar, nachmittags 375 0 wird eine musikalische Nachmittags 5 Leutn. d. R im Juf.⸗Regt. 9 aus Offenbach. Finanzasp. Ad. Beck 1 Unterhaltung im Soldatenheim(Café Ebel, Burg- graben 9) stattfinden und zwar diesmal in dem geräumigen Saale im Erdgeschosse. Alle Verwundeten und Angehörigen der Garnison werden peerd freundlich eingeladen. Amtliche Perso nal nachrichten. Durch Entschlie— ung Großh. 1 des Innern wurde der Referendar Erich Jourdan aus Mainz zum Regierungsassessor ernannt.— Die Großherzogin hat der bisherigen Vizepräsidentin des Alice Vereins für Frauenbildung und Erwerb, Freiin Sophie v. Fol len ius, das Ernst⸗Ludwig⸗Eleonorenkreuz verliehen; am 23. Ja⸗ nuar den Landgerichtssekretär am Landgericht der Provinz Skar⸗ lenburg Karl Denk zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darm stadt J. den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Wilhelm Hetzel zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ssthofen Dr. Max May, zurzeit im Felde, 175 Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen, die er mit Wirkung vom 1. Fe⸗ bruar 1915, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst Gustav Detzberger, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim Dr. Karl Werner, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herb⸗ ein Albert Hoffmann, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten Dr. Ernst Brill, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht 44— Jakob Keller, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Dr. Johann Michael Min nich zu Oberamts⸗ richtern bei diesen Gerichten ernannt, und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt J. L. Neu roth, den Amtsrichtern bei dem Amtsgericht Offenbach Adolf Meyer, Ernst Schmidt und Dr. Georg Schmuttermaier, dem Amtsrichter bei dem Amts- 170 Oppenheim Fritz Kopp, und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Dr. Wilhelm Weiffenbach den Cha- rakter als Amtsgerichtsrat erteilt. 5 N er Postverlehr mit Gefangenen in Japan. Von jetzt ab können auch Post pakete an deutsche Kriegs⸗ und Zivil⸗ gefangene in Japan zur Beförderung über die Schweiz ange⸗ nommen werden. * Das Großherzogliche Hauptsteueramt wird, wie man uns mitzuteilen bittet, am Mittwoch, den schiefen aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers ge⸗ 0 ssen halten. * Ein bedeutender Wasserschaden entstand in der Nacht zum Sonntag in einem Hause an der Süd-Anlage. Durch die Kälte in den Tagen vorher war in einer nicht geheizten unvermieteten Wohnung die Wasserleitu ng eingefroren, wodurch ein Rohrbruch herbeigeführt wurde. Das Wasser ist bis in das Erdgeschoß des Hauses, ja durch dessen äußere Umfassungsmauer gedrungen, ehe man den Schaden entdeckte. Ein Anruf des Wasserwerks war ohne Erfolg, da man im Werk nachts für einen so seltenen Fall keine Leute zur Verfügung hält. Ein Anruf der Feuerwehr von einem der nächsten Feuermelder aus hätte genügt, um ausreichende Hilfe sofort zur Stelle zu schaffen. Das städtische Sanitäts⸗ Automobil hatte am Samstag vormittag auf der Fahrt mit einem Schwerver⸗ wundeten an der e der Frankfurter Straße und der West⸗Anlage einen Unfall. Als der Fahrer die Kurve nehmen wollte, rutschte der Wagen bei der Glätte der Fahr- bahn gegen das Vorgartengitter des Jägerschen Hauses, wo⸗ bei das Gitter beschädigt wurde. Das Auto war nicht mehr imstande, seine Fahrt 1 en. Die Feuerwehr kam auf Anruf sofort an die Unfallstelle. Man schaffte den Verwun⸗ deten, der keinen Schaden genommen hatte, mittelst. bahre zur Klinik und hängte das der Reparatur bedürftige Automobil an die Autospritze, befindliche Reparaturwerkstätte von Goebel und Appel zu verbringen. 4 Landkreis Gießen. 1* 5 m. Albach, 25. Jan. Von den Kriegern unserer Ge— meinde, welche zur Verteidigung des Vaterlandes aus zogen sind, hat als erster Kaufmann Karl Hardt im Res.⸗ Inf. Regt, 223, l. Komp., das Eiserne Kreuz erhalten. Von den übrigen sind vier gefallen, und einer' wird vermißt. Drei wurden verwundet, wovon zwei sich wieder in der Front befinden. Kreis Büdingen. I. Büdingen, 224. Jan. Das Kreis amt hat für en Büdingen mit sofortiger Wirkung Hö ch stpreise für Schweinefleisch festgesetzt. Es kosten ein Pfund Bratfleisch 92 Pfennig, Bauchfleisch 86 Pfennig, Leber- und Blutwurst 86 Pfg., Schwartemagen 1,10 Mk. und Fleischwurst 1 Mk. Höchstpreise für Dauerwaren wurden nicht bestimmt. O Nidda, 24. Jan. Heute wurde der 2. Gedächt⸗ nisgottesdienst für die aus dem Kirchspiel im Krieg Gefallenen abgehalten. Die Kriegervereine waren mit e Fahnen erschienen, das ganze Gotteshaus war mit Andächtigen gefüllt. Pfarrer Werner hielt die Predigt iber den 5 Ich will dir deiner Augen Lust nehmen— du aber sollst nicht weinen noch klagen. Es wurde neun teils im Kirchspiel Geborener, teils darin eine Zeitlan wohnhaft Gewesener gedacht. Drei der Gefallenen hatten das erne Kreuz, einer war dazu vorgeschlagen, starb aber, ehe er es empfangen konnte. Kreis Lauterbach. „O Schlitz, 22. Jan. Eine Nachfrage nach Gold- nlünzen hatte bei den russisch⸗polnischen Arbeite rn, die auf dem Gräflich Görg'schen Gute beschästigt sind und in diesem Winter insolge des Krieges nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, ein überraschendes Ergebnis. Auf eindrinaliche Belehrung hin wurden von ihnen nicht weniger als 1950 Mk. in Gold abgeliesert und in Papiergeld mungewechselt. Ebenso kamen von den wenigen russisch⸗polnischen Arbeitern auf dem Hofgut Rimbach 250 Mk. in Gold zur Ablieferung und Umwechslung. Kreis Friedberg. 5 Iriedberg, 22. Jau. Vor einer sehr zahlreichen Zu- hörerschast sprach am Donnerstag im Saalbau Herr Pros. Walz über den Sieges zug unserer Truppen durch Bel“ gien. Der Vortrag, der überall die eigene Kenntnis des Landes verriet, begann mit einem Ueberblick über die Geschichte des Landes von Römerzeiten bis in unsere Tage und kam dann, nach- dem Land und Leue in kurzen Zügen geschildert und gekennzeichnet waren, wobei besondere Rücksicht auf Anbau, Gewerbe, Handel und Wandel genommen wurde, auf den besonderen Zweck, an einen Reihe gut ausgewählter Lichtbilder die großen geschichtlichen Er eignisse der letzten Monate vor den Augen der Erschienenen lebendig werden zu lassen. Die sehr guten Bilder, verbunden mit den erläuternden Ausführungen des beliebten Redners, erreichten diese Absicht vollkommen und als Herr Prof. Walz mit einem ver— trauenden Ausblick auf die Zukunst und einem begeisternden Hin⸗ weis auf die durch Belgiens Unverstand und Vöswilligkeit in nahe Aussicht gerückte volle Erfüllung des Liedwortes:„Von der Mage bis an die Memel“ schloß, wurde ihm lebhafter Beisall zu teil, der ihm zeigen mochte, daß seine Worte eine Stätte gefunden hatten in den Herzen feiner Zuhörer. „Friedberg, 24. Jan. Zur Deckung von Kredit— überschreitungen im letzten Jahre beschloß die Stadt N„ um es so in die in der Nähe] O Sge- Elkexlijt an, daß es g besonnenen Beurteilern Bedenken erregen, e verordnetenversammbung die Aufnahme einer An— leihe von 50 000 Mk.— Eine neuerbaute Straße erhielt der Namen„Hindenburgstraße“. Hessen⸗Nassau. m. Treysa, 24. Jan. In Verna ereignete sich ein schreck · licher Unglücksfall. Gegen den ausdrücklichen Besehl des Lehrers hatte sich ein Mädchen vor Veginn des Nachmittags unterrichts in den Schulsaal geschlichen, um sich zu erwärmen Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Kind dem Osen zu nahe ge. kommen, so daß seine Kleider Feuer fingen. Brennend und schreiend eilte es auf die Straße. Frauen suchten zu löschen, verbrannten sich aber die Hände, bis eine Frau eine große Decle um das Kind schlug und so die Flammen erstickte. Das Kind war jedoch nicht mehr zu retten. Gegen abend starb es unter großen Schmerzen. Im felde erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattcs. um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man den feldpost⸗Bezug des Gleßener Anzelgers für februar schon jetzt erneuern Alle Eostamter nehmen die Besteuung entgegen. der monatliche bezug be⸗ trägt Mk. 1.07 einschließlich der um⸗ schlag⸗ Gebühr. Außerdem vermittelt dlic Bestellungen wie bisher auch die Ceschäftsstelle des Gießener Anzeigers Die deutschen in Gent. Aus dem Briefe eines Genter Bürgers. In der Kopenhagener„Politiken“ veröffentlicht ein Genter Bürger, Herr H. Elkerlijt, einen Brief über die gegenwärtige Lage in Gent, der mancherlei Interessantes bietet. Es ist natürlich, daß die Stimmung eines Einwohners von Gent gegenwärtig recht trübe ist, und daß er den fremden Siegern, die jetzt in seiner Stadt schalten, nicht eben hold gesinnt sein kann. Um so bemerkenswerter aber ist es, daß Herr Elkerlijt als ehrlicher Mann. zugesteht, er müsse sagen, daß Gent bisher schonend behandelt worden sei und ein milderes Schicksal erfahren habe, als viele Orte im übrigen Bel⸗ gien getroffen hat. Das Leben, so berichtet er, geht hier auf seine Art im großen und ganzen seinen gewohnten Gang, wenn auch die Verhältnisse freilich in mehr als einer Hinsicht etwas Mittel alterliches angenommen haben. Natürlich kein Theater und keine per— nur die unvermeidlichen Kinos haben ihre Wirksamkeit nicht eingestellt, stehen aber jetzt unter deutscher Zensur, was ihnen übrigens nichts schadet. Die Verbindungen der Stadt mit der Welt find sehr schlecht. Es gibt keinen Telegraphen, keinen Fernsprecher, keine Post. Was das Verhältnis zwischen der Be⸗ völkerung und den deutschen Truppen angeht, so erkennt Herr im großen und ganzen erträglich ist; die deutschen Offiziere und Mannschaften sprächen, wenn sich Gelegen⸗ heit dazu bote, gern ihre Teilnahme für das arme Belgien aus, für dessen Schiasal sie allgemein England die Schuld zuschieben. Daß im übrigen die beiderseitigen Anschauungen über die Not⸗ wendigkeit des deutschen Einmarsches in Belgien durch eine tiese Kluft getrennt bleiben, bedarf kaum der Hervorhebung. In mancher 1 25 kennzeichnend ist, was Herr Elkerlijk über die Geschichte und rgeschichte der deutschen Besetzung von Gent erzählt. Noch am Abend desselben 9. Oktobers, an dem Antwerpen fiel, stand in den Genter Zeitungen, alles stehe in Antwerpen gut; der Feind abe ia wohl ein paar Forts erobert, aber die herübergeworfenen ngländer würden die Lage retten. Die Geschichte von Lüttich, so bemerkt der Briefschreiber, hat sich hier noch einmal wiederholt, und die hollandischen Zeitungen, die die Lage von Antwerpen bereits als sehr bedenklich schilderten, wurden kurzerhand als ver⸗ logen und als— deutschfreundlich(! verworfen. Der 10. Oktober kam— noch kein Wort von Antwerpens Fall in der Presse, und erst am Sonntag wurde die Katastrophe eingestanden. Nun durch⸗ zogen gewaltige belgische Truppenmassen die Stadt, und die Bür⸗ ger beeilten sich, ihnen Erquickungen zu bringen.„Es lebe Bel⸗ gien!“ war die dankbare Antwort und:„In acht Tagen steht kein Deutscher mehr auf belgischem Boden.“ Aber die Antwort mußte e denn die delgischen Truppen durchzogen Gent in der Richtung nach Westen— also der Grenze zu! Man kann aus alledem erneut sehen, wie völlig desorientiert Volk und Heer in Belgien über die wahre Lage der Dinge gewesen sind. So im Kriege wie vorher im Frieden! Herr Elkerlifk erkennt auch an, daß Gent von einer Kriegsauflage befreit geblieben ist. Was die deutschen Truppen für ihren Privat- verbrauch benötigen, das kaufen und das bezahlen sie bar, ja oft sogar reichlich. Freilich kommt die Einquartierung der Stadt doch teuer zu stehen, denn es versteht sich, daß der Heeresbedarf selbst von ihr aufzubringen ist. Dazu gehören Wagen und Pferde, Kraft⸗ wagen, Benzin und Petroleum, auch Nahrungsmittel und Kohlen, Decken und Betten, Arzneien und Verbandstoffe auch für die Ver⸗ wundeten und so weiter mehr. Das ist gewiß hart für die Stadt, deren Bürgermeister Emile Braun sich übrigens vortrefflich be⸗ währt, aber das ist nun eben der Krieg, und auch der Brief des Herrn Elterlist bestätigt— man darf wohl sagen: halb wider Willen—, daß die Deutschen in der alten flandrischen Hauptstadt mit so viel Rücksicht schalten, wie die Verhältnisse es überhaupt gestatten. Bandel. Preiserhöhungen. Das Syndikat der deutschen Shprengstoffabriken erhöht die Preise für alle der Privatindustrie freigegebenen Sprengstoffe.— Der Verband deutscher Zinkblech⸗ walzwerke hat die Verkaufspreise für Zinkbleche um 2 Mk. die 100. Kg. erhöht. Der Händlerpreis bei Abnahme von mindestens 30 000 Kg. beträgt 61,20 Mk., der Preis für Verbraucher stellt sich je nach Frachtgrundlage auf 6772 Mk. die 100 Kg. Essen(Ruhr), 23. Jan.(W. B.) Aus dem der Zechen⸗ besitzer-Versammlung des Rheinisch. Westsälischen Kohlen- syndikats erstatteten Bericht ist solgendes zu entnehmen: Der rech⸗ nungsmäßige Kohlenabsatz betrug im Dezember 1914 bei 24½(im Vormonat 24, im Dezember des Vorjahres 24¼) Arbeitstagen 1469 072(Vormonat 46 0 119, Vorjahr 6 183 200) Tonnen, oder arbeitstäglich 184 292(Vormonat 191 672, Vorfahr 258 299) Tonnen. Das Zurückgehen des Absatzes ist lediglich auf geringere Förder- leistungen der Zechen insolge eee Verringerung der Veleg- schasten zurückzuführen. Der Koksabsatz weist eine Steigerung auf. n Letzte Nachrichten. Ein Telegramm Hötzendorffs an Falkenhayn. Wien, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Auf die Nachricht von der Ernennung Generals v. Falkenhayn zum Chef des Gene⸗ ralstabes und General der Infanterie hat der Chef des öster⸗ reichisch-ungarischen Generalstabes, General der Infanterie Frhr. Conrad v. Hötendorff, nachstehende Depesche an den General gerichtet: 0 „Anläßlich der eben zu meiner Kenntnis gelangten Beför⸗ derung und zur Ernennung Ew. Exzellenz zum Chef des General⸗ stabes des Feldheeres, bitte ich Ew. Exzellenz, in meinem und im Namen des mir unterstellten österreichisch-ungarischen General- stabes die nachstehenden kameradschaftlichen Glückwünsche entgegen⸗ nehmen zu wollen. Ich bitte, überzeugt zu sein, daß ich besonders Wert darauf lege, die nunmehr auch in ernster Zeit bewährten vertrauensvollen Beziehungen der verbündeten Generalstäbe weiter zu pflegen und zu den innigsten zu gestalten, wobei ich der vollen Unterstützung Ew. Exzellenz sicher zu sein glaube.“ Die günstige Lage der Deutschen. i. Köhn, 25. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm: Der militärische Mitarbeiter von„Stockholms Dagbladet“ schreibt: Für den, der einigermaßen die gegenwärtigen Stärkeverhältnisse der Kriegführenden kennt, ist es klar, daß der augenblicklich scheinbar ganz ergebnislose Kampf allmählich zum Vorteil der Deutschen aus⸗ fallen muß. Wenn die Deutschen die erfolgten Angriffs- versuche großen Stils zurückgeschlagen haben und sogar einen erfolgreichen Gegenangriff gemacht haben, welcher die deutschen Stellungen in einer Front von zwei Meilen meh⸗ rere Kilometer vorgebracht hat, so beweist dies, daß die Mög⸗ lichteit für die Verbündeten, ihr verhältnismäßig beschei⸗ denes Ziel zu erreichen, die Deutschen aus Frankreich und Belgien herauszuwerfen, äuß er st gering ist. Die Kämpfe bei Soissons. Amsterdam, 25. Jan. Ueber die Kämpfe bei Soissons be⸗ richtet der Korrespondent der„Morning Post“ noch interessante Einzelheiten. Nach seiner Feststellung haben die Franzosen, als sie aus die Linie Cuffies⸗Crouy vertrieben waren, in den Laufgräben auf den Wiesen, die sie vor ihrem Abmarsch besetzt hielten, hart⸗ näckig standgehalten. Die Deutschen gruben einen Tunnel z u nr Flusse und ließen diesen darauf austreten. Sie erreichten da⸗ mit, daß das Wasser auf die Wiesen und in die Laufgräben strömte. Zugleich stürzten sich die Deutschen auf die sich zurückziehenden Franzosen, worauf ein erbitterter Bajonettkampf am Flußufer statt⸗ fand. Die Franzosen verloren dabei 12000 Tote, Verwundete und Gefangene. a Deutscher Bahnverkehr von Lodz nach Lille! Stettin, 24. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Seit gestern ist der Personenverkehr Ostro wo— Lodz aufgenommen worden, so daß man nun auf deutschen Bahnen von Lodz nach Lille ver⸗ kehren kann. Die deutschen Tauben. Genf, 25. Jan. Ein Erkundungsflug mehrerer Tauben über Reims und Chaulnes bis in die Nähe der Pariser Bann⸗ meile ist gestern vollkommen geglückt. Die spät begonnene Ver⸗ solgung war ergebnislos. Kriegsminister Millerand hält noch immer mit dem amtlichen Bericht über die beträchtlichen Schä⸗ digungen der Militäranstalten durch die deutsche Luftflotte zurück. In Dünkirchen haben, einer Meldung des„Figaro“ zufolge, einige Geschosse auch drei Konsulate getroffelt. Deutsche Taube über Paris. Paris, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Taube überflog am 20. Januar Reims, mußte aber infolge der Be⸗ schießung durch französische Artillerie den Rückzug antreten. Eine andere, in der Richtung auf Paris fliegende Taube, wurde über Chaulnes bemerkt und von französischen Flugzeugen verfolgt. Sie konnte jedoch die deutschen Linien wieder erreichen. Friedensstimmung in England? Rom, 25. Jan. Der Londoner Korrespondent des „Giornale d'Italia“ schreibt: Mit der Erklärung des sicheren Gefühls(?) im englischen Volke nehme in England eine gewisse Friedensstimmung zu. Man möchte Frieden schließen, vorausgesetzt, daß Englands Machtstellung aus dem Kriege siegreich, mindestens hervorgehe. Rücktritt des portugiesischen Kriegsministers. Lissabon, 24. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Während des Ministerrats erklärte der Kriegs- minister, er sei entschlossen, zurückzutreten. Zur Belagerung von Przemysl. a Wien, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) vressequartier wird gemeldet: 0 phen⸗Agentur wendet sich in einer, der Form einem Dementi ähnlichen Mitteilung gegen die Angaben unseres amtlichen Com⸗ munigués vom 5. Januar, das fälschlich die Feststellung enthalte, daß die Festung Przemysl erfolglos angegriffen werde, und daß unter den Einschließungstruppen eine Meuterei ausgebrochen sei. Dem Dementi ist eine Bemerkung beigefügt, daß die Russen vor Przemysl bisher nur 60 Mann an Gefangenen verloren hät⸗ ten.— Diese Verlautbarung entbehrt jeder Voraussetzung. Gründe: Von Przempsl war in dem amtlichen Bericht vom 5. Januar gar nicht die Rede. Unsere offiziellen Verlautbarungen in den Monaten Dezember und Januar hatten überhaupt nur in zwei Fällen der Festung Erwähnung getan, einmal bei der Feststel⸗ lung der das Kriegsrecht verletzenden Tatsache, daß sich russische Abteilungen österreichisch-ungarischer Uniformen bedienen, dann bei der Widerlegung der russischen Zeitungsnachricht, daß die Festung Przemysl am 10. Dezember einen Parlamentär zum Feinde gesandt habe. Es hat ganz den Anschein, als ob die mit mächtigem Aplomb bewirkte Veröffentlichung der Peters⸗ burger Telegraphen⸗Agentur lediglich dem Jweck diente, die Welt glauben zu machen, die Russen hätten bei Przemysl bisher nur 60 Gefangene verloren, eine lächerliche Angabe, die mindestens zwanzigmal zu vervielfältigen wäre, um annähernd richtig zu sein. Ein Lebenszeichen von dem früheren Gouverneur von Kiautschau. i Berlin, 25. Jan. Wie das Berl. Tageblatt schreibt, hat der Bruder des früheren Gouverneurs von Kiautschau, Geh. Hofrat Dr. Meyer⸗Waldeck gestern ein Funkentelegramm erhalten, das der ihm befreundete Professor Hugo Münsterberg aus Amerika gesandt hat. Prof. Münsterberg teilt mit, daß nach Informationen, die ihm zugegangen sind, der frühere Gouver⸗ neur von Kiautschau sich wohl befinde und von seinen Wunden genesen ist. Seine Familie habe die Erlaubnis bekommen, zu Uhm zu kommen. Das ist bekanntlich die erste Kunde, die über Herrn Meyer-Waldeck nach Europa gelangt ist. Die deutschen Schiffe in amerikanischen Häfen. i. Köln, 25. Jan. Die„Köln. Itg.“ meldet von der holländischen Grenze: Reuter berichtet aus W̃ ashington, daß im Senat der Senator Lodge dem Gesetzentwurf wider⸗ sprochen habe, wodurch die Regierung ermächtigt wird, deutsche. in amerikanischen Häfen festliegende Schiffe anzukaufen, da ein solches Vorgehen die Vereinigten Staaten an den Rand eines Krieges mit England nicht nur sondern auch mit Rußland, Frank- reich und Japan bringen müßte. Der Ankauf der deutschen Schiffe durch Amerika sei gleichbedeutend mit einem Geschenke von 30 bis 40 Millionen Mark an die durch die Festhaltung der Schiffe betroffenen deutschen Reedereien.„ Die Schiffahrt mit Archangelst eingestellt. i. Köln, 25. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldek aus Stockholm, daß einer amtlichen Mitteilung des russischen Auswärtigen Amtes die Seeschiffahrt von und nach Archangelsk aufgehört hat. aber unberührt Aus dem Kriegs⸗ Die Petersburger Telegra- Brotaufschlag Infolge der sehr hohen Mehlpreise sieht sich die Bäcker Innung veranlaßt, ab heute folgende Preise festzusetzen: Brot 4 Pfd. 72 Pfg., 2 Pfd. 36 Pfg. Weizenmehl.... per Pfd. 30 Pfg Roggenmehl.. per Pfd. 25 Pfg. Bücker⸗Innung Gießen Feldpost- Schachteln jeder Art und Grösse. Billigste Bezugsquelle für icder verkäufer.— Rian verlange I'robesendung! Ernst Balser. Giessen Telephon 615 drs Mäusburg 11 i Rodelschlitten Kinderschlitten Auswahl und Preise konkurrenzlos! J. B. Häuser Neustadt 56 Telephon 660 (677 Für Wiederverkäufer! Wir liesern billigst: Feldpost⸗Flaschen. aus Glas, mit dichtem Metallschraubverschluß, zum 0⸗ und 500 Gramm-Versand von Spirituosen, mit und ohne feldpostmäßige Verpackungen.— Man verlange Proben : und Preis⸗Angebote. 831 Ehrmanntraut& Zeidler Hohl- und Preß⸗Glas-Fabrikate,. Bekanntmachung. Betreffend: Den Voranschlag der Gemeinde Weickarts— hain für 1915 Ri. Der von dem Gemeinderat durchberatene Vor— anschlag liegt während einer Woche und zwar vom 26. Januar bis 1. Februar 1915(beide Tage ein— schließlich) auf der Amtsstube des Bürgermeisters offen. Die Beteiligten können innerhalb dieser Frist den Voranschlag einsehen und bei dem Bürger⸗ meister schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen den Inhalt vorbringen. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Um— lage beschlossen wurde, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Weickartshain, den 24. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei. Knöß. in der fürstlichen holz. Reisbolz, Wellen: 12.90 120 Nadelbolz, 4 Fichten- B Derbstangen= 0,8) Fstin., Die Zusammenkunst Hattenrod, wo i Holzversteigerung Montag, den 1. Februar, vormittags 9½¼ Uhr, im Distrikt Meilbach: Scheiter Ri.: 701 Buchen e Werl schein, Eichen, 2 Nadelholz. Knüppel Rm.: 184 Buchen, 10 Eichen. 11 Nadelholz. Stöcke Nm.: 232 2 5 sie vom Vizin Nieder-Bessingen gekreuzt wird r Oberförsterei Lich. eingestellt. Körperlich rü zuchen, 4 Eichen, 14 Nadel⸗ Buchen, 1700 Eichen, 50 Exlen auoh) 061 Fstm., 94 Fichten] er Stadt Gießen melden. Bekanntmachung. Es werden noch tüchtige Hilfswagenführer 8 Jahren wollen sich umgehend bei der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke und Straßenbahn Empfenlungen „Feldgrau' Läusetod stige Leute nicht unter 826 100 Reisstangen— 0,64 Fim. t auf der Kreisstraße Lich— alweg. 80 Wir suchen zum sofo 28 35 Rm. Knüppelholz, 2 Rm. 15,8 Nin. Stockholz und 3 Weichholz: 19 „Nadelholz: 1 Stamm 5 20 4. Kl. 8.26„Fsti 7 90 87 Rm. Reiser. Zusammenk Nm. Knüpp Uutz⸗ und Brennholz⸗Ver Im Gemeindewalde Dornholzhausen sperden am Buchen: 40 Rm. Scheitholz. 906 Rm. R . Kl., 70 4. Kl., unft im Distrikt„Kühheck“ in der Nähe steigerung. 8 29. de. Mts., von vormittags 9% Uhr ungebote mit Zeugnisabschriften „Lichen 1 Stamm 4. Kl.— 0% Isim, 3 Stamme,ansprüchen sind zu richten J. Kl.— 171 FIstm., 3 Rm. Nutzholz, 24 Rm. Scheitholz, Stockholz und 93 Rm. Reiser. ureaugehilfen od. Bureaugehilfinnen Städtische Gas⸗ und Waserwerk Gi in Flaschen àa Mk. 1.— versandsertig verpackt. Engros Niederlage: Aug. Noll, Krenz Drogerie Babnbhofstraße 51.% Wiederverk. hohen Rabatt! p rr rtigen Eintritt und Gehalts— an das 842 Feld post- 76 Rm. Knüppelholzs, Am Reiser. eiser. 2. Nl.= 1.03 Fsim., 13 4 Kl. 5.85 FIstun, 8 Stangen 1. Kl, 42 Rm. Nutzholz, 11 Rm. elhols, 9 Rm. Stockholz und Erd- und Drainage⸗Arheiter für dauernde Beschäftig⸗ ung sofort gesucht. Karl Schäfer, Unternehmer, der Freih. Oberförste kunft um 10 Uhr vormitt 1 Rm. Eiche Werkschen!. Nutzknüppel: 21. Eiche(teils 3 Hainbuche, 18 Reiser, Rm. 5 4 Buche, 27 Fichte. Kuüppelreiser. § Kiefer. Stöcke, Ri.: 3 Kieser. Nähere Auskunft Climbach. 2) Dienstag, den 2. um 10 Uhr vormittags auf Weitershain, 25 Eichepfosten— 1.8„str 2 Eiche. Knüppel, Nun eser, 2 Fichte. Stöcke, R. durch Forstwart (ausgeknüppelt!. Naheres des Knorrhofs. Wieseck. 5 Grobi 9 087 in 5 gebunden.— Brobrechtenbach, den 23. Januar 1915. A D 11 Der Bürgermeister. 828* Ses 15 — 2 gesucht. Hermann Heß, Holzversteigerungen Schlbenstraße. 811 1) Freitag, den 29. Januar 1915, na agqs er am 3 aus den Tistritten Krebs⸗ Ei 5 d k d t opf, Buchkopf, Eichwald und Burghain. Stamme:* P 5 Fichten(dürr)— 1.61 Fstm. Derbstaugen: 102 Fichten 47 1 ser etne 925 ,, Isun. Reisstangen: 20 Fichten— 0,67 Fstm.] auf sofort gesucht. 023 Eiche, 12 Aspe, 1 Birke, 7 Fichte, 5 Kieser. 104 Buche, am Waldeingang, Meiser. Am. 402 Buche, 4 Kiefer rei Rabenau, Londorf. 1 ch Zusammen⸗ auf der Kreisstraße Allerts Tüchtiger Fuhrmann gesucht, dauernde Beschaftig. 0371 C. Rübsamen. 2 Neuenweg 33. Pf kann 0429 Pferdeknech eintreten. Ed. Klinkel, Kohlenhandlg. 712] Metzger Lehrling kann jederzeit unter günstig. Be⸗ dingungen indie Lehre treten. Näher. zu erf 1 delle des Gießener Anzeigers. Fräulein für Schreibmaschine für einige Stunden am Tage sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 844 an den Gießener Anzeiger. Buche, Buche, Scheiter, m. 193 Knüppel, Rm: 100 50 Eiche, 10 Aspe, 21 Erle, Rm. 14 Eiche, 19 Ilchte, 18 Eiche, 3 Fichte, erteilt Forstwart Leyerer, ebruar, nach Zusammenkunft der Kreisstraße Appenborn— aus Distrikt Hörnes. n. Scheiter, Rm.: 129 Buche, 2.8 Buche, 5 Eiche, 2 Aspe, u. 86 Buche, 2 Eiche, 3 Kiefer. euerer, Od f 1 8 Zimmer „ Die von Herrn Haupkm. Coulmann innegehabte 6—7⸗ Zimmerwohn., 1. Etg. ist zu nerm. Näheres Berastr. 9p. E Zimmer- Gesucht als Pflegerin f. d. Männerseite kräft. Frau gesetzt. Alters, vom Lande bevorzugt; gegen 300 Mk., jährlich steigend, 75 Mk. Zulage. Als Wärter kräft. Leute von 18 Jahren ab gegen 450 Mk., jährl. steigend. Selenangeböe Jünger. Kaufmann gewandt im Verkehr mit seinster Kundschast, als Ver⸗ käufer zum sofortigen Ein⸗ tritt gesucht. Schriftl. Angebote unt. 847 an den Gieß. Anz. erbeten. Bahnhofstr. 391 „Zimmerwohnung m. Zu⸗ behör per 1. Juli ev. auch 1 April zu verm. Näberes use daselbst. 436 Maus.⸗Zimmer, Bodenkammer mit allem Zu⸗ behör pr. 1. April evtl. früher zu vermieten. 62⁰0 Näheres Stephanstraße 31. L mnmer rankterter Straue 25 schöne 4. Zimmer⸗Wohn., Loggia u. Balton nebst Badez. per 1. April 1915, evtl. auch früher, zu vermieten. Näh. im Hause bei Frau Böhm und Walltorstraße 16 bei L. Althoff,. 304 L.— 1 5 Holzversteigerung Fürstlich Solmsischer Oberförsterei Hohensolms Donnerstag, den 28. Januar, vormitt. 10 Ubr. im Lokale des Gastwirts Kraft zu Eisernhaud. Distr. Windelbach. Nutzbolz Fichte: Stammbolz, 4 St. 9. Mtr. I. 28 Zim. Drchm.— 153 Fstm., 21 St. 8,1452 tr l., 421 Ztm. Drchm.= 3,40 Fstm. Brennbolz. Buche: 200 Rm. Schest und Prügel, 370 Hdt. Stamm“ und Aft Woch Eiche: 2 Rm. Prügel, 17,50 dt. Stamm⸗ u. Astwellen, eichbols 1 Rm. Aspen, 2 Rm. Erlenprügel. Nadel⸗ bolz 2 Rm. Prügel. Treitga, den 29. Jauuar. V Distrikte Scheuernwald und Buche 6 Rm. Nubscheil. Eiche: 8 Abschnitte 38/8 Mir. l., 36/46 Zim. Drchm. 496 Istin.(Schreiner⸗ und Wagner⸗ le 40 St Stammbolz mit 22. Fim(Wagner. und Baubolz, Fichte: Stammholz, 12 St.— 241 Fstm.(Bau⸗ Vols. Derbstangen: 32 St. erster, 101 St. zweiter, 704 St. dritter Klasse= 33,66 Istm. Reisstangen: 10 St. fünfter, 21,00 Hdt. sechster Klass sse. Brennholz. Buche: 173 Rm. Scheit und Prügel, 2 Rm. Stöcke, 740 Odt. Stamm und Astwellen. Eiche: 7 Rm. Scheit und Prügel 17 Rm. Stöcke, 9,70 Hdt. Wellen. Birke: 1 Rm. Prügel. Nadelholz. 2 Rm. Scheit, 9,20 Odt. Wellen. Das Nutzbolz wird zuerst versteigert. Zusammen⸗ kunft der Nutzholssteigerer 9½½ Ubr vorm. vor dem Sastbof Führer in Hohensolms. Zusammenkunft der Breunbolzsteigerer um 1 Übr im Distrikt Eichelsberg am Scheibenstand. 794 1 2 Holzversteigerung. In den Waldungen der Gemeinde Treis a. Oda. kommt Donnerstag, den 28. Januar folgendes Holz zur Versteigerung: 204 Rm. Buchen ⸗Scheit 26 Rm. Eichen⸗Scheit, darunter 19 Rm. Werk⸗ holz grob gespalten 65 Rm. Buchen⸗Knüppel 25 Rm. Eichen Knüppel 11 Nm. Fichten⸗Knüppel 700 Rm. Buchen⸗Reisig 182 Rm. Eichen⸗Reisig 8 Rm. Fichten⸗Schichthaufen 65 Rm. Buchen⸗Stock 25 Rm. Eichen⸗Stock 5 Rm. Fichten⸗Stock. Zusammenkunft vormitta Aspenstrauch bei Holz Nr. 1. Treis a. d. Lda, am 22. Januar 1915. Großh. Bürgermeisterei Treis a. d. Eda. exkauf an Ort u. Stelle. Eichelsberg. Nußzholz. gs 10 Uhr im Distrikt 412] Große 3⸗Zimmerw. per 1. April zu vermieten. Naheres Hammstr. 8 O h. LLer schiedene] Bergstrasse 15 227 schöne 6—7: Zimmerwobn. mit Pferdestall, Burschen⸗ zimmer etc. per 1. April zu vermieten. Näheres Fraukfurter Straße 59. Mansarden- Wohnung sosort zu vermieten. 638² Licher Straße 19. Gr. Zim. an eing. ruh. Pers. z. v. Näh. Schloßgasse 10 i. Lad. oe LMC Zimmer! Pension Brandl (Bellevue), Neuen Bäue 22. Mod. Haus, Bad, Zentral⸗ beiz. Von vornehm. Famil. bestens empfohl. 7s Tel. 1085. an solide Persönlichkeit z vermieten. 0430 Wolkengasse 181. Neubau. Aietgesuche Gesucht 2 möbl. Zimmer (Wohn⸗ u. Schlafz. mit 2 Bett.) ev. mit Pension, zum 1. Febr. Schriftl. Angebote unt. 0374 an den Gießen. Anzeiger erb. 2 bis J möblierte Zimmer gesucht von älterem Offizier. Schriftl. Angeb. unter 0434 an den Gieß. Anz. erbeten. Hett sucht für die Zeit vom 5 1. bis. Februar möbl. Zimmer mögl. in d. Nähe d. Bahnhofs. Schriftl. Angebote unter 0419 an d. Gießener Anzeig. erb. Benner. 797 K 19 u. 0416 nz. erbeten. an den Gieß. Schön möbliert. Zimmer o Beide erhalten daneben fr. Station, Dienkleidung u. nach 6 Jahren 1000 Mk. Prämie. 0 Gut Beleumundete wollen sich mit Zeugnissen melden. Großh. Direttion der Heil⸗ u. Pflegeanstalt Gießen. 8450 Pflegerin jür eine gemütsleidende Dame gesucht. Offerten mit Zeugnisabschriften unter Lüis Inge. Heiienfabrid uchl Jertpeler, der in der Branche versiert it, zum Besuche der Händler⸗ kundschast Qu. 6. Offert. unt. K. N. I. 872 an Rudolf Mosse, Frankf. a. M.%s Junger Gehilfe J. Postkarten⸗Anfertigung sofort gesucht. 64 Photo⸗Haus, Rat. Tüchtige 5 155 25 es an 0 osse, Frankf. a. M. senss Dreher 8¹⁹ Juigcbe altere Hobeler Köchin Schlosser sofort für dauernd gesucht. Justitut Garnier Friedrichsdorfb. Frankf. M Küchen mädchen zur Aushilfe gesucht. 18135 Medizinische Klinit. Ordentlich. Diensmädchen und Former sowie andere Arbeiter, welch. zur Bedienung v. Maschinen angelernt werden könnten, zum sofortigen Eintritt gesucht. 6590 Heyligenstaedt KComp. Werkzeugmaschinenfabrik u. Eisengießerei gesucht.““ Ludwigsplatz 3. Aktiengesellschaft Zuverlässiges Mädchen Gießen. gesucht. 0425] Bleichstr. 23. 8171 Tüchtige Aungeres hrares Laulmädchen ges. Bleichstr. 28 II. 64¹⁵ Brapes, sseißig. Mädchen gesucht Ludwigstr. 8 p. Stellengesuche Junge seißige Frau sucht saubere Heimarbeit. Schriftl. Angebote unter 0413 an d. Gießener Anzeig. erb. Suche für m. Tochter, welche 5 aus der Schule ent⸗ lassen wird, Lehrstelle auf einemstontor. Schr. Angebote u. 0433 an den Gieß. Anz. erb. Peffause Ein trächtig. Pferd zu verkaufen. Näheres im Bureau des Konsum⸗Ver⸗ eins Gießen u. Umgegend, Schanzenstraße 16. 171¹5⁵⁰ 2 mittelschw. Pferde, für Bäcker Metzger, Land- wirte passend, gut genährt, 8 u. 11 Jahre alt, sehr aus⸗ dauernde Läufer. Auch als Chaisenpferde passend. Preis 1600 M. ohne Handeln sofort abzugeben. Mühlenbesitzer Heuser, Zur Walkenmühle in Wetter bei Marburg. Ein 18 Monate alter Simmentaler Bulle zu verkausen bei W. Reeh, Eisendreher und Schlosser finden dauernde u labnende Beschäftigung. Sofortiger Eintritt erwünscht. Mayer& Schmidt Maschinenfabrik ffenbach a. Main Waldstraße 195. Sattler Tapezierer Schuhmacher bei hohem Lohn u. dauernd. Beschäftigung gesucht.(0391 Jos. Collisp, Kaplausg. 18. Wir suchen für unsere Auto⸗ mobil-Reparaturwerkstätte tüchtige Schlosser u. 1 Eisendreher. Göbel& Appel, Alicestraße 25. 755 Mehrere tüchtige Fehmiedegsselen für Wagenbau u. Huf⸗ beschlag gesucht. 705 E. Mohrmann, Großh. —42⁰ d. Geschäfts⸗ 81 Ein brauner Tackel Wach⸗ Naut genährte, ßen. * sehr starke Fahrochsen ungefähr 30 Zeniner schwer. 3% Jahre alt, stehen zum Verkauf bei Karl Hofmann, Treienseen!Sberbessenk Sl Dobermann sehr wachsam mit Stamm⸗ baum billig zu verkaufen. Walltorstraße 33 11. 0411 Gut 1 5 solagende Küugrienvögel zu perk.% Sandgasse 11. in dulg 4/0 28. mit Verdeck, ein geschloss. Wagen, ein Jagdwagen, ein Schlitten u. ein Damen rad zu vertaufen. 04¹8 Erossen-Linden, Kaiserstraße 107. 22 Drehbank aut erhalten wegen Anschaff. einer Spezialmaschine zu verkaufen. Heiur. Mühlich, 15 Waguermeister. Wegen mangelnder Be⸗ schaftigung sind eine Anzahl moderner Lassengehränte weit unter Preis abzugeb. Schriftl. Angebote unt. 0132 an den Gießener Anzeiger. 0431] 3 wenig gebrauchte Dauerbrandöfen für große Raume billig zu verkaufen. Schulstraße 6. Wenig gebrauchte, aut er⸗ balten. schmiedeeis. Kopier⸗ Schachteln für 50, 250, 500 Gramm⸗ und 3. bis ö⸗Kilo-Pakete, nur be⸗ währte Größen, sowie sämtl. Feldpostschreibwaren werd. in meinem Betriebe in groß. Massen fertiggestell. Probe⸗ paket(72 Kartons) Mk. 5.—, Preisliste kostenlos. 611 J. Weinert, Giessen Buchdruckerei u. Papierwar.⸗ Tel. 215. Großhdlg. Henenw. 9 Sets besonders verstellbare „Marke Kamerad“ empfiehlt zu billigsten Preisen 758 Edgar Borrmann Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte- Handlung Giessen Telephon 16 Neustadt 11 ———— T—̃— Users Trigger empfiehlt zu billigsten Preisen: Taschen-Lampen und Ia. Ersatz- Dallerien, besonders Marke 8 presse, 11 5 1 geben Hindenburg preiswert abzugeben. 8. 5 Näheres in der Geschäftsstelle lüalen euerzeuge Taschenmesser-Aicker u. Sllle 4s Hexover und Runiion Taschenvärmer, Lis-Sporen Verzand-Haschen für kogn K Bum, Arrak us. Versand- Füchsen für Butter, Tell, Marmelade us. Tühar Dorrmarn des Gießener Anzeigers. Kisten ca. 70/25/20 Ztm. groß billig abzugeben. 81010) Zu erfr. in d. Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Sees Günstig abgebbar gebrauchte, Holzschwellen 4 Eisenwaren Belag, Brand. Schr. Angeb.][ Zaus- und Küchen- Geräte unt. 3940 a. d. Gieß. Anz. erb. Giessen. ge 200 Lenser Anterid. Hobleapen billig abzugeben. 8 Schriftl. Ange hote unt. 0370 an den Gießen. Anzeig. erb. Lasers Friaarichsdorter Bulter- Zwieback aus der Fabrik von Cbr. Kaiser, Langgöns stets vorrätig 78¹ J. M. Schulhof, Marktstr. 4. Televhon 119 Alg. Denseh. Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Auskunftstelle für Frauenberufe. rauen u. Mädchen er⸗ balten unentgeltlich Rat und Auskunft für alle Berufe imalten Rathaus, Marktplatz 14, Dienstag nachmittags von 6½½ bis 7½ Uhr.. D Rechtsschutzstelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechtsangelegenheiten im alten Rathaus Markt · vlatz 14 Mittwoch nach⸗ mittags von 6½—8 Uhr. Wir kaufen fortwähr. große Posten 8245s 22 Federkiele 5 Händler wollen Offert. ein⸗ reichen unter F. S. H. 916 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. H. Gebrauchter guterbalt. Teppich, 1 bis 5 Meter, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 0432 an den Gieß. Anz. erb. 5 Deulsche Dame, 30 J. in Paris f 1 gelebter, franz. Unterricht (monatl. Z Uk bel wöch. 2Std.) Offterb.Ebelstr. 911 Briest. EENSIONRBRRANDL Bellevue, Neuen Bäue 227 Teinbürgerl. Mittagstisch. Gebildeter Herr Ende 30 Jahre, ev., m. Privat nermögen, möchte mit evang. Dame mit etwas Vermögen zwecks Heirat bekannt werd. Schriftl. Angeb. unt. 0421 an den Gieß. Anz. erbeten. telhund ist bei Großherzog⸗ lichem Polizeiamt als herxen⸗ los abgeliefert worden. Der Eigentümer möge bis zum 25. seine Ansprüche bei Groß⸗ berzoglichem Polizeiamt geltend machen, andernfalls der Hund getötet oder ver⸗ wertet wird. 818 Hund(Foxterrier) zugel. Abzuholen. Geschw. Alten⸗ vohl, Gießen, Plockstr. 4.(o. Verloren 3 schwarzes Portemonnaie, ungefähr 90 Mk. Inhalt, Cafs Hettler—West-Aul.— Babnbofstr.— Marktstr.— Burggraben bis Kirchstr. und zurück Löweng.—Sel⸗ tersweg-Kreuzplatz. Geg. Bel abzug. a. d. Polizeiwache. Hündchen zugelaufen Wer krank ist und Interesse hat für gute Hausmittel (keine Arznei- oder Geheim- mittel!) verlan kostenlose schriftl. Aufklärung durch: Krankenschwester Marie Wiesbaden S. 75, Adelheldstr. 13 — 5 Magenleiden, Stuhlver- ktoptung, morrhoiden, Blutarmut, Bleichfucht, Schwächezuftände, Shro- phulote, Adernverhalkung, Nervenleiden, Gicht, Rheuma, Gallentteine, Ceber-, Dleren-, Blafen- leiden, Zuckerkrankheit, Ausschläge, ylechten, Hrampladern, Fuß- und Belnleiden et. Hoflieferant, Darmstadt. Kronenmüble a. d. Bieb. 4 0¹²7 Mäusburg 5 Hinterh.