8 9 nr. 0 drittes Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gießener Familienblätter“ werden den „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. An Vorfolks Mü Große Welthäfen, wie sie sich Er Drängen, sehlen an Norfolls Küste. Hätten sich ere Zeppelinkreuzer der en 0 wäre ihnen diese als ein ste. nur durch we nen. Nördlich l einförmiger, Flußläufe unterbrochener Streifen erschie Themse wird die Kreidekü buchten gegliedert, an denen die Häfen Colchester, Ips und Harwich liegen. Doch in der eigen Norfolk wird die Küste immer nie ist eine nicht allzuhohe Steilküste, Strande wechselt, hinter dem sich ein dahinziehen. Lehm bedeckt die tragende Ebene, in der kleine städtchen lie den, als größtes von ihnen die Tuchstad Vororten. An dieser einförmigen Küste sind die Häfen ar wenigen vorhandenen Flußmündungen driger und einfacher entlang der Südküste glischen Küste bei Tage genähert, ste wohl noch durch tiefe Schlauch- tlichen Grafschaft die stellenweise mit flachem förmige Landstriche fruchtbare, Weizen und Gerste Ortschaften und stille Land⸗ en. Nur wenige Gewerbezentren sind vorhan⸗ 5 t Norwich mit ihren gebunden, und so 105. Jahrgang ießener Anzei General⸗Anzeiger für Gberhessen Samstag, 27. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei— R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul- straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗ leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. ger liegt denn der bedeutendste Hafen der ganzen Gegend, gleich- sam das Ausfallstor des Handels von Norwich, Var⸗ mouth, an der gemeinsamen Mündung des Hare und des Waveney. Auf einer langen, ziemlich schmalen Landzunge dehnt es sich zwischen dem Meer und dem fast parallel zur Küste fließenden Unterlauf der vereinigten Flüsse dahin. Außer den beiden breiten Nord- und Südkais durchziehen nur noch zwei Straßen die Stadt in ihrer ganzen Länge. Senkrecht zu ihnen verlaufen allerdings nicht weniger als 145 kleine Straßen und Gäßchen, so daß das Bild der Stadt wie ein unendlich langgestrecktes, ganz schmales Schachbrett anmutet, aus dem die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche von St. Nikolas mit ihren vier achteckigen Türmen, das Rathaus, die Kornbörse, die Markthallen und noch einige aus früheren Jahrhunderten stammende öffentliche Gebäude hervorragen. Das alte Yarmouth war ein kleiner, von hohen Mauern umgebener Ort am Ostufer des Hare mehrere Kilo- meter landeinwärts; doch die Neustadt hat die Mauern, deren Reste heute noch teilweise sichtbar sind, gesprengt und uUn⸗ nige der wich es 5 die Ar cbus cn Angi,.—— ere 4 Engin. N Spetsendss un id fanner.— 6 2* kee ce od um 5 p— 7 5 5——— 5 1 A S ä 5 95— 182 Zr. 1 5 0 8—— 8 011 o ruugit,. Ne N D n. Am 3 J 7. D 5. 70 ee— 2 1* 0 ee. f N 7 r— 5**. F 21 N e—— A J a— 8 7 3 5— 1 * 2 N E — ed 2 — Scusfome g 8„ Des 8 — 8 3 2 — 2 IN 911 Aaulne 2. 2— ——— 1 2 Sei— L 2 D Serbe 8 ers— 7 Lr D* f der Weltkrieg im Scherzbilde. Auch in der Karikatur spielt sich das Drama ab, und wie die Kriegslyrik, 5. so hat auch die Kriegs⸗Karik sich bereits u einer ganzen großen Literatur entwickelt, die Ernst chulz⸗Besser in einem fesselnden Aufsatz bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinenden„Zeitschrift Bücherfreunde“ eine Uebersicht gibt. Auch die Karikatur eine Macht, ja selbst eine Großmacht; vrã ich dem Gedächtnisse weit stärker ein al Artikel, und der Humor hilft selbst den 8 Kamyf gewinnen. diesem Sinne schrieb der Tübinger Volkswirtschaftler Prof. Robert Wilbrandt nt von La Roche bei Longwy an „Ich habe hier draußen die Erfahrung als Ortskommanda den„Kladderadatsch“: 90 gemacht, wie wohltuend der Humor aus der Heimat uns gerade jetzt in diesem einzigen Kampf, wo er jubelnd erklingt, wo er so ganz andere Objekte und so viel Grund hat Lachen. Für mich und mein gesorgt; das zirkuliert dann noch weiter. 1 genüber dem Bedürfnis: an der Front ist es gewiß Mission ist zu erfüllen. Der Humor schlägt Schlachten. eulen Schützenloch hilft er mit. Wie richtig Professor Wilbrandt hier das kannt hat, bezeugt der außerordentlich große führenden deutschen Witzblätter in der Krie ö Der„Kladderadatsch“ mußte einzelne Nummern. siebenmal drudlen lassen, und die„Lustigen Blätter“ Tagen 30 00 5 aufklärend im Auslande, denn der vom Feinde Neutrale nniß sich sagen, f nicht, wie man ihm einreden will, geschlagen am Boden lie e andlung in Buenos Aires schrieb an die„Lust Blätter“, verschiedene Engländer hätten deren dort eingetroff Nummern aufzufaufen und so unschädlich doch wurde ihr Plan bemerkt und vereitelt. Diese lente danm die bunten Bilder des gedachten Witzblatt ihren großen Schaufenstern aus und verursachte damit den ländern ebensoviel Aerger, wie den Deutschen und dem and Publikum Freude. g g Bedürfnis Absatz, den attes vort während der ist hier an das traurige Unwesen der sogenannten Ulkkfar zu erinnern, die nirgends weniger Freude und Gefallen erf ben, als bei unseren Tapferen in der Front selbst. Auch lätter haben sich bei uns keiten und Gefühlsroheiten deren Seite haben sich freili hungen und. können.„The Kaiser“ bil lischer Karika 5 mi t wird, zu wahren verstanden. Auf der 1 in der Karikatur kaum genug bildet die Zielscheibe unzähliger roher aturen, bei denen der Witz um so empfindlicher als die Vorstellung von der Person des Kaisers, * itz und Humor muß en. Die Dar hat seit de Fortschritt gemacht. Schon damals wurde 1 „Weltkr ein gut gezeichnetes Blatt s der schönste en Zug habe ich durch Bestellung Aber was bedeutet a als hier beim friedlichen Landsturm. Eine nationale Witzblätter an die Front!“ gszeit gefunden haben. gewannen in wenigen neue Abonnenten. Auch solche Zeitschriften wirken irregeführte wer so zu lachen vermag, der kann zu machen versucht, Buchhandlung Eng⸗ An Ent leisungen hat es in der Karikaturenliteratur iegszeit leider nicht gefehlt. Auf deutscher Seite nicht immer vor Geschmacklosig⸗ ch unsere Gegner an vlumpen Schmä— diesen sttbildern immer wiederkehrt, völlig unzutreffend 6 im Boden der Wirklichkeit steklung des Deutschen in der eng⸗ der Zeit der deutschen Einigungskriege sich bis zum Meere ausgedehnt, so daß jenes„Great-Yar⸗ mouth“ mit seinen mannigfachen Hafenanlagen entstanden ist, das gegen 50000 Einwohner zählt. Ihm gegenüber liegt auf dem Westufer des Yare das jüngere und bedeutend klei⸗ nere„Little-Varmouth“, mit seiner älteren Schwesterstadt durch eine große eiserne Brücke verbunden. Schon vor der Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie war- Narmouth der bedeutendste Platz der englischen Ostküste. Kö⸗ nigin Elisabeth gab ihm im Jahre 1552 erweiterte Stadt⸗ rechte, so daß trotz nicht besonders günstiger Lage— die Reede ist bei Ost⸗ und Nordostwind völlig ungeschützt— doch allmählich jener große Fischereiplatz heranwuchs, als der Narmouth heute weit über Englands Grenzen hinaus be- lannt ist. Seine Fischerflotte beläuft sich auf über 500 Fahr⸗ zeuge, die zum Fang von Heringen und Makrelen auslaufen. Zum Pökeln und Räuchern der reichen Fischbeute hat sich in der Stadt eine reiche Industrie entwickelt, und was dem Deutschen der Kieler Bückling bedeutet, das ist dem Eng⸗ länder der„Yarmouth-Bloater“. Etwa 50 Kilometer nord⸗ westlich Varmouth liegt das gleichfalls von einem deutschen Zeppelin bombardierte Städtchen Cromer auf hohen, vom Meere bespülten Felsen und Klippen. Wiederholt hat die austürmende See Teile des Felsens hinweggerissen und die Stadt ganz oder teilweise zerstört. Doch sie erstand stets von neuem, und heute schützt ein künstlicher Wall Land und Felsen gegen die andringenden Meerfluten. Auch Cromer hat eine bedeutende Seefischerei auf Heringe, Kabeljau, Hummer und Krabben, wie denn die Bedeutung aller Häfen der englischen Ostküste weniger in ihrer Seefahrt als in i rer Fischerei und in ihrem Nordseehandel mi„Land, Deutschland⸗ und den skandinavischen Staaten beruht. Cromer ist wegen seines schönen Strandes auch als Seebad für die vornehme Welt der englischen Industriegebiete bekannt. Hier wendef“ sich die Küste von Norfolk völlig nach Westen, dem breiten! „The Wash“ genannten Golf zu, in dessen südlicher Bucht an der Mündung des Ouse die Industriestadt Kings Lynn liegt. Ihr großer Binnenhafen faßt noch Schiffe mit vier Meter Tiefgang, so daß die nur wenig über 20000 Ein⸗ wohner zählende Stadt einen nicht unbeträchtlichen Handel aufweist, zumal in ihren Eisengießereien zahlreiche Ma⸗ schinen für die Ausfuhr hergestellt werden. Auch Kings Lynn ist eine aus der Zeit vor dem Normanneneinfalle stammende Siedelung, die bereits im Mittelalter eine nicht unbedeu⸗ tende Rolle spielte. Von ihrem alten Wall ist noch ein aus, dem 15. Jahrhundert stammendes prächtiges Tor erhalten, und auch die mannigfachen Kirchen der Stadt sind geschicht⸗ liche Denkmäler von hohem Wert. Am Ufer des Wash ziehen sich große Parkanlagen dahin, in deren Mitte der von König Eduard bevorzugte Landsitz Sandringham liegt. Ein deutscher Tag im Aapitol! Unter der Ueberschrift„Deutscher Tag im Kapitol“ lesen wir in der New Porker Staatszeitung einen Be⸗ richt über eine in ihrem kurzen Inhalte schon bekannte Sitzung im Repräsentantenhaus in Washington, bei dessen Lektüre uns das Herz im Leibe lacht. Die Zeitungsnummer ist vom 17. Dezember und uns von einem unserer Leser freundlichst zur Verfügung gestellt worden. Der„Deutsche Tag“ im Repräsentantenhaus hat am 16. Dezember stott⸗ gefunden und uns gezeigt, daß„drüben“ noch herrliche mann⸗ Deutsche als täppischer Bauer mit Schirmmütze, Pfeife im Munde Brille auf der roten Nase und Holzpantoffeln oder Stiefeln dargestellt, und die Kenntnis der Engländer von deutschem Wesen scheint sich seither nicht beträchtlich erweitert zu haben. Dieselben Attribute müssen auch jetzt noch den„Teutonen“ kenn zeichnen, und selbst in einer„Gesellschaft bei Bethmann“ mit Karikaturen auf den Kaiser, den Kronprinzen, den Reichskanzler und die bekanntesten Generäle darf die Wurst auf dem Flügel nicht fehlen. Wesentlich harmloser und vor allem witziger sind die Scherze, in denen die Engländer sich selbst verspotten. Be⸗ sonders die Spionenfurcht treibt in London derartige Blüten, daß auch die englischen Zeitungen darüber zu spotten beginnen. „Evening Standard“ veroffentlicht folgende Unterhaltung:„Was machen Sie hier? Sie wollen doch sicherlich spionieren!“ fragt ein Schutzmann ein verdächtiges Individuum.„Nein, ich wollte nur einbrechen!“„Dann entschuldigen Sie bitte!“ Gelegenheit zu manchem guten Scherzbilde hat auch die Zeppelinfurcht der Engländer geboten. So schildert ein Bild im„Bunch“ einen ge⸗ panzerten Badestuhl, der zum Gebrauche an der englischen Ost— küste empfohlen wird. Ein anderes Bild verspottet die Furcht der Londoner vor den Deutschen, indem es einen braven Bürgers⸗ mann beim Barbier zeigt. Auf die Frage, ob er den Herrn rasieren dürfe, zuckt die mutige Seele zurück, da man doch nie wissen kann, ob man nicht solch einen Mordsdeutschen vor sich habe, und so begnügt sich der Brave für diesmal mit dem Haarschneiden. Löwen, Reims und Genossen haben dem Stift der Zeichner und dem Witz der Blätter natürlich reichlichste Nahrung gegeben. So wird die Geschichte von einem Kubisten erzählt, der seine bis dato un verkäuflichen Bilder„Tulpenstilleben“,„Damenbildnis“ und „Frühtingssang“ nun als„Zerstörung von Löwen“,„Ruinen der Reimser Kathedrale“ und„Die Hunnen“ spielend äbsetzt. Daß man in en . 5 sch en ieg“ 8 atur über der für ist In ist, zum noch Im er⸗ die neu 1 glischen Witzblättern niemals ein Bild oder Wort gegen die Scheußlichkeiten findet, deren sich die farbige Gefolgschaft der Verbündeten schuldig macht, versteht sich, und ebenso, daß jede verirrte deutsche Kugel, die ein Schloß oder eine Kirche trifft, zu einem furchtbaren Geheul über„Barharen“ Anlaß gibt. Aber der holländische„Notenkraker“ sieht auch die andere Seite der Sache; dort schildert Hahn die Reimser Kathedrale im„Baustile des 20. Jahrhunderts“; ganz zusammengesetzt aus Kanonen und Granaten, und er wendet sich mit diesem Bilde gegen den Miß⸗ brauch des ehrwürdigen Gotteshauses zu militärischen Zwecken, wie die Franzosen ihn zur Regel gemacht haben. 5 Der wiedererstehende Fuciner⸗Seec. Das Erdbeben, das besonders die Stadt Avezzano so schwer heimgo⸗ sucht hat, droht durch eine Folgeerscheinung weiteres schweres Unglück über die Bewohner dieses Gebietes zu bringen. Wie aus Rom gemeldet wird, ist infolge der Erderschütterung eine gen. igen enen u in eren ten veckt die an- tun Strecke des unterirdischen Kanals, der zur Entwässerung des eng- Fuciner⸗Sees angelegt worden ist, eingestürzt, und so füllt sich ver- das ehemalige Becken des Sees von neuem mit Wasser und zer⸗ stört die Kulturarbeit, die die Ansiedler auf diesem dem Wasser abgerungenen Boden geleistet haben. Die Unterfuchung, welchen Umfang die Zerstörung des Ableitungskanals hat, ist sofort ein⸗ geleitet worden, und von ihrem Ergebnts wird es abhängen, ob es noch möglich sein wird, das Unheil abzuwenden. Durch wie bis weit in das Altertum zurückreicht. Der Fuciner-See war einst diner der größten Seen in den Apeninnen. Er hatte sich auf dem Grunde einer Talsohle gebildet, die von hohen Bergen umgeben ist; das ursprüngliche Seebett besteht aus durchlässigem Kallstein, dessen niedrigster Punkt sich 655 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Im Jahre 1860 betrug seine mittlere Oberfläche 150 Quadratmeter, aber in der Vergangenheit hatte 5 großen Schwankungen unterlegen, die nicht nur vom Hoch⸗ wasser, sondern auch von der Oeffnung oder Schließung unter⸗ irdischer Kanäle abhingen, eine Erscheinung, die allen derartigen Sen gemeinsam ist. Als Marruvio im Altertum gegründet würde, dessen Ruinen sich noch in der Nähe von San Benedetto di Pescina erheben, war der Seespiegel kleiner als im 19. Jahr⸗ hundert, wahrscheinlich weil das Wasser reichliche Abflüsse ge⸗ funden hatte, die sich später schlossen. Marruvio verschwand im 1. Jahrhundert n. Ehr. unter dem ansteigenden Wasser, und seine Ruinen erblicken erst wieder in der großen Dürre des Jahres 1572 das Licht. In der Nenzeit war ein ständiges Steigen des Wasserspiegels zu beobachten, und es wäre auch der Tag gekommen, an dem Avezzano in dem See untergetaucht wäre, wenn das Wasser in demselben Maße weiter gestiegen wäre. Schon seit dem römischen Altertum hatten daher die Ein⸗ mohner dieses Tales gefordert, daß ein Abfluß des Seewassers geschaffen würde, um ihr Gebiet von den. Ucberschwemmungen und der schädlichen Sumpfluft zu befreien. Im Jahre 44—54 n. Chr. wurde auch unter dem Kaiser Claudius ein Abzugskanal von einer Länge von 5605 Metern angelegt, der zum Teil durch das Gestein des Monte Salviano führte und in den 24 Meter tiefer liegenden Liris bei Capistrello mündete. Trotz wiederholter Erneuerungsarbeiten versandete der Kanal bald, und auch Versuche, ihn wiederherzustellen, die unter Kaiser Friedrich II., von Alfons J. von Arragon, von einem Fürsten Colonna im 17. Jahrhundert und von Ferdinand von Bourbon im 19. Jahr⸗ hundert unternommen wurden, hatten nur wenig oder gar keinen Erfolg. Da aber das Ansteigen des Wasserspiegels die umliegen⸗ den Ortschaften immer mehr bedrohte, unternahm in den Jahren 18541876 Fürst Alessandro Torlonia die Trockenlegung des Beckens. Ein unterirdischer Emissar von 6301 Meter Länge, der den Spuren des von Claudtus angelegten Kanals folgte, leitet das Wasser des Sees in den Liris ab. Das gewaltige Unternehmen kostete über 43 Millionen Lire und führte zur Gewinnung von 16000 Hektar bebaubarem Land. Wo einst der Seespiegel sich ausbreitete, liegen heute fruchtbare Wiesen, auf denen zahlreiches Vieh weidet, sind weite Strecken mit Gr treide angebaut und finden die Bewohner der umliegenden Dör⸗ fer, die sich merklich vermehrt haben, Arbeit und Nahrung. An⸗ stelle der verloren gegangenen Ergebnisse des Fischfanges, deren Wert etwa 70000 Lire im Jahre betrug, liefert das ausge⸗ trodnete Land den fünffachen oder sechsfachen Ertrag; allerdings wird etwas darüber gellagt, daß die Oliven Schaden leiden, und auch das Klima der Umgebung soll verändert sein. Das Erd. beben hat nun die Frucht einer über zwei Jahrzehnte währen⸗ den Arbeit in Frage gestellt, und es bleibt abzuwarten, ob es schnell genug gelingt, die Störungen des Abzugskanals wieder aufzuheben. 8 N der] das Erdbeben ist so ein Kulturwerk gefährdet, dessen Geschichte hafte deutsche Naturen leben, die den hinterlistigen An⸗ greifern auf die Deutschen mit der nötigen Wucht zu begegnen wissen. Daß das Auftreten der deutschen Abgeordneten vollen Eindruck gemacht hat, ersieht man aus dem Bericht der New Norker Staatszeitung, aus dem auch vollständig zu ent⸗ nehmen ist, worum es sich gehandelt hat. Wir geben den Be— richt hier wörtlich wieder: Washington, 16. Dez. Das Repräsentantenhaus hatte heute seinen deutschen Tag. Aus der Infamie eines be— zahlten Schurken, der Namen und Ehre von Millionen treuer Bürger deutscher Abstammung in den Schmutz seines eigenen Wesens hinabzuzerren versucht hatte, erwuchs den deutschen Kämpen im Haus, denen dieser perfide Angriff hauptsächlich Zegolten, die Gelegenheit, vor aller Welt die deutsche Ehre in Schutz zu nehmen und in einem beredten Appell an die ameri⸗ kanische Nation für die kämpfenden Brüder im alten Vater⸗ land Gexechtigkeit und jene Neutralität verlangen, die wir mit den Lippen täglich bekennen, mit unserem Tun indes jede Sekunde verraten. Gleich nach Eröffnung der Sitzung erhob sich der Ab⸗ geordnete Richard Bartholdt zu einer persönlichen Be⸗ merkung und ließ durch den Clerk des Hauses einen Angriff verlesen, der am Tage zuvor in der„New Vork Sun“ gegen ihn und zwei andere Kollegen deutscher Abstammung, Voll- mer von Jowa, und Lobeck von Nebraska, gemacht worden war. Die drei deutschen Repräsentanten waren darin als die Agenten der deutschen Regierung bezeichnet und gleich Mil⸗ lionen deutsch⸗amerikanischer Bürger durch die Verdächtigung ihrer Loyalität für dieses Land ihrer Geburt oder Adoption aufs infamste beleidigt worden. „Sicherlich werde ich diesen Schimpf nicht noch durch eine Be⸗ stätigung meiner Treue für ein Land auszeichnen, dessen Volksver⸗ tretung ich zweiundzwanzig Jahre als Mitglied anzugehören die Ehre hatte und das meine Vergangenheit als ein offenes Buch kennt. Es ist wahr, daß ich ein ameritanischer Bürget deutscher Geburt bin, aber das bedeutet, daß ich tren zu den Sternen und Streifen stehe, für Amerika gegen England, für Amerika gegen Deutschland, für Amerika gegen die Welt.(Anhaltender Beifall.) Aber bei aller Treue zu meier Braut brauche ich meiner Mutter nicht zu vergessen. Tate ich's, hätten Sie Grund, mich zu verachten. Die Vereinigten Staaten sind keine Kolonie Englands mehr und mit meinem Amerikanertum kann ich daher Sympathien Hr das Vaterland gerade so gut vereinen, wie es so viele Zeitungs⸗ herausgeber mit der offenen Unterstützung der Alliierten vermögen. Lord Shaftesbury hat einmal gesagt, daß das Herz niemals neu⸗ stral sein könne und immer für eine Seite oder die andere Partei ergreifen müsse. Das aber ist jedes Mannes eigene private An⸗ gelegenheit. In meiner Stell als Repräsentant babe ich nie auch nur ein einziges unneutrales Wort geäußert, nie in irgend einer Art mich einer unneutralen Handlung schuldig gemacht. Was ich in meiner Resolution zur Verhinderung der Waffenaus fuhr au kriegführende Nationen etan, ist mit dem vollen Bewußtseim meiner Verantwortung als Mitglied des amerikanischen Kongresses geschehen, nicht auf den Wunsch des deutschen oder irgend eines anderen Botschafters, sondern in Vertretung einer allgemeinen immer weiter um sich greifenden Bewegung, wie sie sich 7 in Masse ersammkungen guter lohaler amerikanischer Bürger aus⸗ drückt. Und lassen Sie mich nebenbei betonen, daß ich den deutschen Bobtschafter seit nahezu einem Johre nicht mehr gesehen habe, daß ich im Gegenteil jede Zusammenkunft vermied, um mich gegen der⸗ artig infame Verleumdungen zu schützen. Soviel in 1— Sache. 5 Aber die Angelegenheit hat eine ernstere Seite, der Angriff ent⸗ hält eine schlimmere Beschuldigung nicht nur gegenüber den Mil⸗ lionen von Deutschen, die das amerikanische Blilrgerrecht hier er⸗ worben, sondern ebenso gegenüber der deutschen Regierung. Ich meine jene Behauptung, daß in Deutschland ein Vesetz seinen Unter⸗ tauen erlaubt, anderswo sich naturalisieren zu lassen und doch ihre Zugehörigkeit zur deutschen Nation zu behalten, die mit der in ihrer Verlogenheit 4 unglaublichen 3 zweiflung eines Schurkens, der„in flagranti“ ertappt worden ist. (Lauter Beifall.) e 1 Ich bin der Ansicht, daß ein Land, welches mit Recht sich seiner Abneigung gegen Trug und Heuchelei, der Unbestechlichkeit seiner Richter und der Ehrenhaftigkeit semer Beamten rühmen kann, eines gaemeinsamen Betrugs zu beschuldigen und gleichen Verbrechens einen Teil unserer Bevölkerung anzuklagen, dessen nie wankende Treue auf jedem lachtfeld, von Lexingtno bis Appomattox, sich erwiesen hat und en Bürgertugenden in unferer Republik ihm Linen Ehrennamen erworben, an sich ein verbrecherisches Unrecht it, für das die schuldige Person zur Rechenschaft gezogen werden ssollte.(Beifall.) Und doch, wie Emerson gesagt, mögen auch dies⸗ 3. unserr Gegner sich als die besten Freunde erweisen, da ihr schurkischer Angriff mir Gelegenheit gibt, in Bezug auf meine Re⸗ solution einige Worte zu sagen, die ich sonst wohl kaum hätte sagen können: Es muß allmählich deutsche Volk nicht besiegt werden kann. Warunt dann gebieten wir nicht dem fu e auf, die ein paar Fabrikanten aus dem Ver⸗ m Kriegsmgterial Und außerdem Aim solches Vorgehen Beweis für die Aufrichtigkeit unserer S Balferferden ze Nahen * 5 r 9 r n Völkerfrieden in Kirchen beten und Dum⸗Dum⸗Geschosse herstellen, Deutsche und Oesterreicher Herrn Bartholdts, Vollmer von Daven⸗ das Wort zur Abwehr der auch gegen ihn go⸗ prägnant in seiner Er⸗ orten die Erregung über „schmutzigen, käuflichen der Ehre Millionen von Blutes angetan worden war. i Emphatisch leugnete der Abgeordnete, daß er über haupt Graf Bernstorff oder irgend einen anderen Vertreter des Deutschen Reiches persönlich kenne Emphatisch wies er die Beleidigung Furücl, die deutscher Treue und Ehrenhaftigreik mit diesem An⸗ . griff angetan worden sei und fuhr fort:„Die De tschen be⸗ dürfen meiner Verteidigung nicht. 01 Datsch in Net ande geleistet, fpricht für sich selhst. Redlich haben fie alle ihr volles Teil zu der einzigartigen cklung unserer wundervollen Re⸗ publik beigetragen. Frieden fand sie überall ihrem Platz und wenn es zum Kriege ging, stellten die eine, wie die Geschichte uns lehrt, jedesmal mehr als ihren er ischen Anteil für die i der Hagge Denn dieses Volk hat Pie derber wia uind hloterpiice Ergehun dus Pflichtbewußtsein, den kat chen Imperafsp tief in seine Seele geypflanzt. 1 7 soll 1. 1 furchtbare Frise som⸗ men, werden Deuts. merikaner mie ein Mann um 1 7 1 geschart finden, die herrlichste Flagge, die in den ften* Der tiefe sittliche Ernst, der aus den Worten Herrn Voll⸗ mers sprach, verfehlte auf die übrigen Abgeordneten nicht beine Wirkung. In dem sonst so lebhaften Hause war es wüh⸗ e durch den Mund dieser Männer alle Deutsch-Amerikaner der Republik sprachen und Protest gegen gemeine Verleumdung erhoben. Wie die Rede Herrn Bartholdts, wurde auch jene des Vertreters von Jowa häufig durch lauten Beifall unter⸗ brochen, der zum Schluß demonstrativen Charakter annahm. Als dritter der angegriffenen deutschen Repräsentan⸗ ten sprach schließlich noch Herr C. O. Lobeck von Omaha, Neb., und wie bei seinen Vorrednern, war auch hier deutlich der Eindruck zu spüren, den der Protest nicht nur gegen den angetanen Schimpf, sondern darüber hinaus gegen die Heuchelei unserer Neutralität auf die übrigen Abgeordneten machte Verschiedene Abgeordnete sprachen sich darüber später in den Wandelgängen aus, und so mag aus dem, was 8 als furchtbarer Schimpf erschien, letzten Endes doch der Sieg jener Ideen erblühen, gegen deren überzeugende Kraft der schürkische Angriff gerichtet war. —— die Hindenburgspende in französsschem Licht Ein Meisterstück in seiner schon längst hochentwickelten Kunst der Verdrehung einfachster Tatsachen, um alles Deutsche herabzusetzen, hat wieder der„Figaro“ geleistet. Man weiß, daß vor einigen Tagen infolge eines Aufrufes des Deutschen Städtetages, dem Ostheer zur Abwehr der Unbill des russischen Winters Pelzioppen zu verschaffen, ein Aus⸗ schuß dem Feldmarschall von Aindenburg eine Spende von zwei Millionen anzeigen und einen großen Teil der Pelz⸗ joppen überreichen konnte. In seinem Danke betonte der Feld⸗ marschall, daß seine Truppen wahrhaft Uebermenschliches ge⸗ leistet hätten und daß deshalb diese für die Truppen sehr wertvollen Spenden ihm eine große Freude und gern ange⸗ nommene Anerkennung seiner Arbeit für Kaiser und Reich sei. Was wird nun unter den Fälscherhänden des Figaro aus dieser schlichten Nachricht, die den opferbereiten Sinn unserer Städte in ein helles Licht rückt? Unter dem bombastischen Titel„Der Preis des Blutes“ schreibt diese Blüte der fran⸗ zösischen Kultur, deren Schönheit in jeder Rummer ein Preis⸗ lied gesungen wird, Folgendes: „Es hat Ehren auf das Haupt des Marschall von Hindenburg eregnet. Aber in Deutschland sind die Ehren nichts ohne Geld. Daher haben sich auch die großen Städte speben zusammen etan, um dem Befehlshaber der Heere in Polen eine übsche Schenkung von 2 Millionen Mark anzubieten. Ist dieser Held nicht nur ein solcher„in partibus“, da Warschau, das er nehmen sollte, immer noch unversehrt ist? Wem eutspricht also diese neue Belohnung? Ist es dafür, daß er in einer kollen Offen⸗ sive eine starke Zahl von Truppen, die ihm der Kaiser anvertraut hatte, hat töten lassen? Es war zu allen Zeiten in Deutschland ein nutzbringendes Geschäft, Soldaten zu verkaufen. So bezahlt man also jetzt die Toten, die Verwundeten, die Gefangenen und die Vermißten mit 2 Millionen Mark. Die deutschen Städte be⸗ gleichen im voraus dem Matschall von Hindenburg die Gesamtheit der Regimenter, die unter seinen Befehl gestellt werden. Er hat jetzt das Recht, allein zurückzukehren. Dieses Bedürfnis nach einen Sieger um jeden Preis kennzeichnet gut die zunehmende Be⸗ unruhigung der öffentlichen n des Rheins. Diese Leute nehmen, um die Angst vor dem Unheil, das sie fetzt kommen fühlen, ihre Zuflucht zu den Zaubertränken, die die Illusion wecken. Man kann sagen, daß die Stadthäupter, die diese Schen⸗ kung bewilligten, Haschisch oder Opiumrausch genossen hatten. Jenseits aller Wirklichkeit haben sie das Zauberbild eines sieg⸗ reichen Kriegers undeutlich gesehen, der den Fussischen Riesen er⸗ schlagen haben und nun völlig bereit sein soll, mit einem Bissen Frankreich und England zu verschlucken, und sie opfern das Geld ihrer Mitbürger, um diesen glänzenden Traum zu verlängern. Lassen wir sie träumen. Kehren wir zurück in die schöne französische Klarheit, und denken wir an unsern siegreichen General. Er hat an der Marne die größte Schlacht aller Zeiten gewonnen und arbeitet schweigendd aran, sein heldenhaftes Werk zu vollenden, ohne im geringsten die Lobhudelei der Menge nötig zu haben.“ Büchertisch. ˖ — Zum 100. Geburtstage Bismarcks(1. Apri 1915) erscheint„Das Bismarck-Buch des deutschen Volkes“ von Dr. Alfred Junke.(Verlag von W. Vobach& Co., Leipzig) Das Wesentliche und Blei hende im Leben und Schaffen Bismarcks schildert der Verfasser, aber nicht im trockenen Tone des Geschichts⸗ sorschers, der die Herzen kalt läßt, sondern mit Wärme und Be⸗ geisterung. Ueber 800 Bilder und etwa 40 farbenprächtige Kunst⸗ beilagen sowie Nachbildungen von Briefen Bismarcks und andern wichtigen Dokumenten schmücken das Werk, darunter viele bisher unbekannte Bilder und zahlreiche Zeichnungen des Künstkers Alfred Weßner⸗Collenbey. Die soeben erschienene erste Lieferung enthält als Beilagen einen wohlgelungenen Kupferdruck„Lenbachs Bismarck“ und das farbenprächtige Bild„Schloß Schönhausen“. Das Gesamtwerk wird etwa 1000 Textseiten umsassen; es erscheint in 32 vierzehntägigen Lieserungen zu je 50 Pfg. f Spielplan des Gießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingvoetter. Sonntag, den 24. Januar, nachmittags 3¼ Uhr, bei kleinen Prelsen:„Als ich noch im Flügelkleide.“ Ende nach 6 Uhr. Abends 727 Uhr, bei kleinen Preisen:„Johannisseuer.“ Ende nach 10 Uhr. Dienstag, den 26. Januar, abends 8 Uhr(10, Dienstag- Abonnements⸗Vorstellung), bet gewöhnlichen Preisen(ermäßigt): „Grüne Ostern.“(Neuheit!) Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich Lee. Ende nach 10%, Uhr. Freitag, den 29. Januar, abends Uhr(9. Freitag⸗Abounements-Vorstellung), bei gewöhnlichen Preisen(ermäßigt):„Johannisseuer.“ Ende nach 10½ Uhr. Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 3% Uhr, bei kleinen Preisen!„Wie einst im Mai.“ Ende 6% Uhr. Abends 7¼ Uhr, bei kleinen Preisen:„Weh' dem, der lügt.“ Ende gegen 10½ Uhr. — dein heutige WI. Hübner Märkte. Gießen, 23. Jan. Marktbericht. Auf Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,00—1,15 eier 1 Stück 13—14 Pfa,., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pfa. 2 St. 00 Pig.) Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., 2 St. 00 Pf. Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 2 Tauben das Paax 1,00—1,40 Mk, Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stiick 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pid. 70—80 Pig. Welsche 4—5 Mk. Ochsenfleisch das Pfd. 90—98 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine fleisch das und 20.106 big, Kalbfleisch das Pfd. 76— 80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pig. Kartoffeln 100 Kilo 700— hk, Weißkraut das Stück 1020 Pig.: Zwiebeln der Ztr 12,00 15,00 Mt.: Milch das Liter 22 Pig.; Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Piund 12—15 g., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr. Standes amts nachrichten. Gießen. Aufgebote: Januar 16. Heinrich Andreas Louis Jenzen, staufmann in Gießen, mit Irene Alßertine Schreiber in Frlemers⸗ heim.— Wilhelm Badouin, Taglöhner, mit N Siebert, beide in Schwabendorf. 8. Friedrich Paul lf Zimmer⸗ maun, Kellner, mit Emmy Friederike Emilie Kramer, beide in Gießen.— 20. Kurl Junker, Eisenbahnschlosser, mit Margarete Katharine Weber, beide in Gleßen. Eheschließungen: Januar 16. Wilhelm Münch, Gen⸗ mit Marie Emma Ster in * der Rede fast wie in einer Kirche, denn jeder spürte, daß darmerie⸗Wachtmeister in Gießen, Bahnarbeiter in Göbelnrvd, mit Lina Hering.— Heinrich Fuchs, Melchior in Gießen. Julius Albert Look, Schmied in Gießen, erst G mi Amanda Christing Zimmermann in Brunscheid.— Karl 5 W mit Pauline Henriette Emilie Kriegermeier, in en. Geborene: Januar 9. Dem Privatschul⸗Direktor Heinrich Konrad Zacharias Wilhelm Brackemann ein Sohn, Hans Jürgen Heinrich Wilhelm Karl.— 10. Dem Dachdecker Eduard Wülbeln Martin Konrad Appel eine Tochter, Margarete Emilie.— 11. Dem Bäckermeister Ludwig Bende ein Sohn, Heinrich Erwin.— 14. Dem Former Thristian Friedrich“ August Fritz ein Sohn, Friedrich.— Dem Oberlehrer Friedrich Lamby ein Sohn, Jo⸗ Jannes Friedrich.— 18. Dem Bankbeamten egor Paul eine Tochter, Elfriede Thekla.— 20. Dem Schlosser Philipp Christian Pfaff eine Tochter, Margarete. ö „Sterbefälle: Januar 15. Christoph Ludwig Otto Bergen, Direktor des städtischen Gas⸗ und Wasserwerks i. R., 74 Jahre alt, koßer Steinweg 23.— 16. Katharine Kimpel, 42 Jahre alt, Licher Straße 74.— Johannes Brückel, Dienstknecht, 55 Jahre alt, Licher Straße 106.— 21. Karl Möll, 2 Jahre alt, Großer Steinweg 10. Im Felde gefallen: Oktober 2. Christian Reuter, Kauf⸗ mann, Musketier, 22 Jahre alt, Goethestraße 50, zu Senus im Lazarett gestorben.— 20. Karl Mandler, Postbole, Gefreiter der ahre alt, Krofdorser Straße 37, bei le Quesnoy gefallen. Res., 29 Butzbach. l 4. 19. Heinrich Merdsche, Bäcker und Sanitätsmaat in der 2. Nompagnie der II. Matrosendiwvision, z. Zt. in Rüstringen⸗Wilhelmshaven, mit Katharina Margareta Kreuter, Dienstmädchen in Butzbach. 5 Geborene: Jau 3. Dem Schaftemacher Zemah Britt eine Tochter, Dora.— 16. Den Fuhrmann Christian Honrighausen eine Je Maria Renata.— Dem Ziegler Friedrich Klare ein Sohn, Jakob. Sterbefälle: Jan. 13. Wilhelm Albert Wamser, Prof Oberlehrer, 53 Jahre alt. 5 n Friedberg. Aufgebote: Jan. 18. Karl Rudolf Lot„Hilfsschaffner, mit Ottilie Ehristine Hacker, beide in Friedberg⸗Fauerbach. Geborene: Jan. 9. Dem Hilfsweichensteller Richard Bayer ein Sohn, Ernst.— Dem Maurer Johann Adam Schorge ein Sohn, Friedrich.— 15. Dem Friseur Hans Otto Eisenreich ein Sohn, Hermann Ludwig.— 16. Dem Bäcker Karl Albin Gunder⸗ manu ein Sohn, Ludwig. % Sterbefälle Jan. 14. Philipp Adam Miller, Lackierer in Groß⸗Karben, 31 Jahre alt.— 20. Elisabetha Schaaf, geb. Schau pp, 71 Jahre alt. 26. Georg Ludwig Heinrich Eheschließun „ Im Felde gefallen: Okt. Steinhäuser, Musketier, Oberprimaner, 17 Jahre alt, gefallen.— Dez. 4. Heinrich Fischer, Reservist, Schuhmacher, 26 Jahre alt. gestorhen zu Northeim im Lazarett.— 27 Heinrich Loch. Kriegs⸗ freiwilliger, Gymnasiast, 19 Jahre alt, gestorben im Lazarett Kol⸗ pinghaus Köln.— 31. Ernst Karl Konrad Adolf Kutsch, Leutnant im Inf.⸗Regt. 168, 22 Jahre alt, gefallen. Grünberg. Eheschließungen: Jau. 13. Ernst Leidolf, Student, nrit a 1117 beide in. 9 eborene: Jan. 15. Dem Landwirt Johannes Herman Rühl ein Sohn, Karl. 8 —— Kirchliche Nachrichten. Sonntag den 24. Januar, g. nach Epiphanias. Gottesdienst. . In der Stadtkirche. Vormittags 9¼ Uhr!: Pfarrassistent Hoffmann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrassistent Hoffmann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für gemeinde gemeinsam. Gemeinde erbeten. Mittwoch, den 27. Januar, vormittags 10% Zivfl⸗ und Militärgottesdienst zur Feier des Majestät des Kaisers. Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe. a In der Johanneskirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheime r. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausseld. Abends 7/½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde in Lukassaal, sowie der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und männer⸗berein. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Vortrag und Be- sprechung. Dienstag, den 26. Januar, abends 895 Uhr: Bibelstunde. 9„ den 28. Januar, abends 8½ Uhr: Leseabend. Samstag, den 30. Januar, abends 8½ Uhr: Aeltere Abteilung. Gäste stets willkommen. „ Bibelkränzchen für schüler höherer Lehranstalten. Für die jüngere Ableilung jeden Mittwoch von 6—7 Uhr, für die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr un Johannessaal. Bibelkränzchen für mädchen aus der ohannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannesfaal. Sonntags⸗verein für mädchen. Jeden Sonntagnachmittag von 2 Uhr ab Diezstr. 15 p.(An⸗ tm Gesang, Spiele, Bibliothet). 5 Evangelischer Gottesdlenst. i f Kirchberg: Sonntag, den 24. Januar, vormittags 10 Uhr. Mainzlar: Senntag, den 24. Januar, nachmittags 2 u Lollar: Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann. Matthäus- und Markus⸗ Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder * Uhr: Vereinigter Pfarrer Aus feld. Katholische Gemeinde. ö Gottesdienst. 8 l den 23. Januar: Nachmittags um 5 und abends um s Uhr: Gelegenheit ur heil. Bei 5. ountag, den 24 Januar, 3. Sonntag nach Epiphanie: Vormittags von 90 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. 1 um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. 0 um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 5 um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 8 1 um 11 Uhr, Hl. Messe mit Predigt. i Nachmittags um 555 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht zu Ehrri a. der heil. Familie. Dienstag und Ne ag Mittwoch, den 27. Januar, am Geburtstage Sr. Kaisers, vormittags 9¼ Uhr: Militärgottesdienst. Diaspora⸗Gottesdienst. In Grünberg um 93/ Uhr. In Hungen um 9½½ lihr. ajestät des „Ulebeshabe“ begen Husten, Heiserkest, Verschleimung, Inssuenra eto. Geburtstages Sr 5 abend um 7% Uhr ist Krieg sbittandacht