3 8* ˖ E Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Blatt Die„Sießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Selt⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Wozu Rußland die Uriegsgefangenen mißbraucht. Der Petersburger„Rjetsch“ hat der Oeffentlichkeit kund⸗ getan, daß die Verwaltung des Transbaikalgebietes beabsich⸗ tige, die Kriegsgefangenen während des ganzen Win⸗ ters(]) zum Ausroden von Wald zu verwenden, um das ge⸗ wonnene Gelände als Ackerland zu vergeben. Ferner sei be⸗ schlossen worden, zu den Arbeiten beim Bau eines Kais am Amurfluß in Chabarows Kriegsgefangene hinzuzuziehen.— Diese Meldung bestätigt die Befürchtungen die man bezüglich der deutschen und österreichisch-ungarischen Gefangenen hegt. Rußland verschleppt seine Gefangenen in Gegenden, in denen es mit voller moskowitischer Grausamkeit gegen sie wüten kann und fordert Arbeiten von ihnen, die der Mitteleuropäer unter den dortigen Verhältnissen ohne langsame Anpassung und Gewöhnung niemals leisten kann. Die Gefangenentrans⸗ porte scheinen zunächst nach den wenigen Städten Sibiriens geleitet worden zu sein. Chabarowsk ist eine Stadt am Amur⸗ fluß, die nach der letzten Schätzung 79000 Einwohner zänlt. Von dort führt der Schienenstrang nach Wladiwostok. War es nötig, ist es mit Menschlichkeit und Völkerrecht vereinbar, die gefangenen Gegner dahin zu verbringen, woher sie auch nach Friedensschluß erst Wochen und Monate reisen müssen, um ihr Heimatland wiederzusehen? Andere Städte Sibi⸗ riens, wo Gefangenentransporte eintrafen, sind nach den bis⸗ herigen Meldungen nach Blagoweschtschensk, ebenfalls im Amurgebiet, also weit im Osten, nahe der Mandschurei, dann Krasnojarsk im Gouvernement Jenissejsk, ferner Omsk, das Zentrum des westsibirischen Verkehrs, und Tomsk, die Haupt⸗ stadt des zweiten westsibirischen Gouvernements. Von Jo⸗ kutsk liegen noch keine Nachrichten vor(Zentrum des östlichen Sibiriens), aber sicher ist auch dahin mancher deutsche Lands⸗ mann verbracht worden. „Das Teuflische und Erschreckende ist nun— und die russische Verwaltung gibt dies zu— daß die Gefangenen nicht etwa in diesen Städten einquartiert, sondern weiter ins Land 1 0 und dort dem entsetzlichen sibirischen Winter ohne Vorbereitung und Ausxrüstung ausgesetzt werden. Schon auf dem Transport, in den Schneestürmen, wie sie kein ande⸗ res Gebiet der Erde kennt, wird da manchem der Engel des Todes winken. Und an der„Arbeitsstätte“ angekommen, wer⸗ den die Gefangenen Verhältnisse vorfinden, die jede von ihnen verlangte Tätigkeit unmöglich machen.„Während des ganzen Winters Wälder ausroden“ in Gegenden, die einer der besten neueren Schilderer Sibiriens(A. Stirne) in folgenden Far⸗ ben malt:„Das Quecksilber gefriert und wird schmiedbar wie Eisen, das Eisen selbst wird spröde und zerspringt beim Schlage wie Glas Nasses Holz wird fester als Eisen und nur trockenes Holz läßt sich spalten. Die Flamme flattert nicht und drückt sich eng ans Holz. Und in der spröden Stille, wo jeder Schritt weit hörbar ist, platzen mit fürchterlichem Ge⸗ F krach die Bäume des Urwaldes. Die Erde spaltet sich mit dDumpfem, wie von einem weiten Kanonenschuß herrührenden Dioonner und bildet breite Risse“. Etrscheinen da die Aufgaben, die die russische Verwaltung den Gefangenen zugedacht hat, nicht wie perverser blutiger Bespre Ist es nicht Hohn, wenn in russischen Zeitungen bei Be prechung der Gefangenenfrage betont wurde, das sibirische Klima stärke die Nerven? Nur schwache und kränkliche Leute könnten es schwer ertragen, und das seien doch die Deutschen nicht. Wir bemerken: Unter den sibirischen Kriegsgefangenen befindet sich vermutlich nur ein geringer Bruchteil deutscher Soldaten, die den Russen in die Hände gerieten. Die große i 5 it sind Zivilisten, die bei Kriegsausbruch den Weg 1 Deutschland nicht mehr gefunden haben. Unter diesen mag sich so mancher Schwache und Kränkliche befinden, der dem traurigen Schicksal in keiner Weise gewachsen ist. Die Ein neues stück von Hermann Bahr. Aus— 1 ad escgaft en ee. Hermann r mitten im Krieg und pft aus eignissen des Krieges, wenigstens des Kriegsanfanges. In dem dreiaktigen Schwank„Der muntere Seifensieder spiegeln sich alle jene aufregenden und zum Teil erheiternden Geschehnisse, von denen die ersten 2 5 der Mobilmachung begleitet waren. Johann der muntere Seifensieder ist der sächsische Kommerzienrat Johann August Näseke, der sich(nebenbei bemerkt, eine ziemlich verbrauchte Possenfigur) aus den kleinen Anfängen eines Seifensieders zum mehrfachen Millionär emporgearbeitet und der sich nun zu seinem 70. Geburtstag seine etwas stark ins Ueberfeinerte und Inter⸗ nationale ausgewachsene Nachkommenschaft auf einen entlegenen 8 eingeladen hat. Mitten in diese Familienzusammen⸗ kunft hinein platzt die Kunde vom Kriegsausbruch, und nun er⸗ leben wir wieder alles das mit, was damals überraschend in Er⸗ scheinung trat; wie der private Eisenbahnverkehr plötzlich auf⸗ hört, wie auf friedliche Automobile geschossen wird, wie man die Sterne des Himmels für feindliche Flugzeuge hält, wie der Ober⸗ 1 als Spion und die Köchin des Hauses als ver⸗ russischer General verhaftet werden, wie der Verehrer der Köchin sich aus einem sozialdemokratischen Agitator in einen strammen Unteroffizier wandelt— kurz, wie sich alles in seinem innersten Wesen dermaßen zu ändern scheint, daß schließlich der Autor in höchst eigener Person(allerdings dargestellt von einem spieler) auf der Bühne erscheinen muß, um den Fall auf⸗ zuklären und die Moral aus der Geschichte ziehen, daß eben ganz Deutschland sich selbst erst jetzt richtig erkannt hat. Man sieht, es klingen auch ernstere Töne in den Schwank hinein, aber dem feiner organisierten Zuhörer ist es nicht recht wohl bei diesem schweifen auf das Gebiet der ersteren Gefühle. Er empfindet es etwas peinlich, daß man ihm, zumal inmitten dieser Purzel⸗ bäume, seine eigenen augenblicklichsten Empfindungen aus den bemalten Leinwandfulissen herausprojiziert. Aber die Spekulation auf die breiteren Massen, vor deren Augen man unsere Feld⸗ rauen leibhaftig aufmarschieren läßt, komurt dabei auf ihre Rech⸗ nung. Im übrigen beruht die Stärke Bahrs auch hier wieder in den feinen Zwischenbemerkungen des Dialogs. Da wird allerhand 70 und weniger Zutreffendes, Einleuchtendes und minder inleuchtendes über die Deutschen und über Deutschland vor und nach dem Kriegsausbruch geistreich und unterhaltend vorgetragen. Mit der Charakterzeichnung hat es sich der Verfasser ziemlich leicht gemacht. Auch kann man nicht gerade behaupten, daß er in dem, was da im Hause des Jubelgreises Näseke umeinander läuft, eine besonders typische Auswahl von Vertretern des deutschen Volkstums getroffen hat. Das Werk verleugnet es nicht, daß e e e en. Un 5 0 e tung 8 Wer recht gefällige Wiedergabe. 1 E. M. 8 Freitag, 22. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitläts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul; straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S sl, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen. furchtbaren Fröste Sibiriens, die schlecht gebauten und doch oft überheizten, nicht ventilierten Wohnungen bereits in den Städten, und erst recht draußen auf dem Lande, sind die Ur⸗ sachen häufiger Erkältungen und Brustkrankheiten: Rheu⸗ matismus ist viel häufiger als im europäischen Rußland. Die blendend weiße Schneedecke und die rauchigen Jurten der Eingeborenen führen schwere Augenleiden mit sich. Diphtheri— tis, Scharlach und Masern sind überall eingeschleppt. Die sibirischen Gefängnisse sind für ihre Umgebung gefährliche Typhusnester. Blattern sind bis zum äußersten Nordosten vorgedrungen. In dieses Land, in die Rußland sonst seine schwersten, beziehungsweise unliebsamsten(politischen) Ver⸗ brecher verbannt, in dieses Land der Krankheiten und der tod— bringenden Kälte hat man Hunderte, vielleicht Tausende von deutschen Reichsangehörigen verschleppt, und man mutet ihnen dort Arbeiten zu, die unter sibirischen Verhältnissen im Winter über. Das ist grausam, un⸗ menschlich und niederträchtig. Wir haben gegen die Behand— lung deutscher Gefangener in England und Frankreich pro— testiert, da wo es notwendig war. Es erscheint nun dringend notwendig, die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf die Verhältnisse der Kriegsgefangenen in Rußland zu lenken. Und Eile tut not. Das Leben in Reims. Von einem Einwohner von Reims, der während der ganzen Dauer der Beschießung in der Stadt geblieben ist, er⸗ hält der„Temps“ einen vom 13. Januar datierten Brief, der das Leben der Bevölkerung in düsteren Farben schildert: „Die letzte Woche ist schrecklich gewesen. Mit Hilfe von Ka⸗ nonen, die auf Zugapparaten montiert sind, rücken die Deutschen vor, sobald die Nacht gekommen ist, und schleudern Granaten auf Stadtviertel, die bisher noch perschont waren und die ihre Tages⸗ ration erhalten. Wir haben keine Sicherheit in der Straße mehr. Es ist jetzt vier Monate her, daß wir Reims wiederbesetzt haben; es ist der 118. Tag des Bombardements. Und wir erinnern uns melancholisch der Freude und der Begeisterung, mit der wir am Sonntag, den 13. September unsere netten Artilleristen und unsere kühnen Jäger begrüßt haben. In der Tat, außer einigen Fortschritten in der Ebene steht es so, daß die Deutschen noch genau dieselben Stellungen einnehmen wie vor vier Monaten, und zwar in einem Kreisbogen, der sich von Courcy bis Prunay über die verschiedenen Höhen er— streckt. Das wirtschaftliche, finanzielle und Handelsleben in unserer Stadt ist gleich Null. Die Banque de France und andere Kredit- institute haben ihre Pforten nicht geöffnet. Der Crédit Lyonnais 5 seine halb geöffnet. Nur das Steueramt hat seine Schalter eit dem 16. September zur Verfügung des Publikums gelassen. Aber es ist nur noch eine Zweigstelle der Wohltätigkeitsanstalt. Wenn die Steuereinnehmer auch auf ihren Posten geblieben sind, so kommen doch die Steuern nicht ein. Das Handelsgericht hat zwei⸗ mal für zwei Prozesse Sitzungen abgehalten. Wo das Zivilgericht zusammentritt, weiß man nicht, die Bomben verfolgen es un⸗ aufhörlich. Die berühmten Biscuitbäckereien sind geschlossen, nur eine Marzipanfabrik arbeitet noch. 5 Schlächtereien und Bäckereien, einige Kleinwarenhändler und drei Warenhäuser mit sehr beschränktem Personal sind nur noch in Betrieb. Es gibt ein einziges Hotel und ein einziges Kaffeehaus. Die Post befindet sich 4 Kilometer von der Stadt, das Telegraphenamt besteht nicht 1 Die einzige Verbindung mit der übrigen Welt hat man 9 Kilometer von der Stadt in Bezannes, der Endstation einer Kleinbahn, die in Dormans die Linie Epernay-Paris erreicht. Und um dorthin zu gelangen, bedarf es vieler Schritte bei den bürgerlichen und militärischen Behörden, die nur auf bestimmte Zeiten lautende Erlaubnisscheine geben. Die Stadtbehörden mit dem Bürgermeister tagen ständig im Rathaus. So ist auch die Verpflegung von Reims und dem, was von seinen Einwohnern geblieben ist(man zählt kaum 30 000), vollkommen gesichert. Rind⸗ fleisch und Hammelfleisch aus den Schlachthäusern von La Villette sind besser als in gewöhnlichen Zeiten; sie kosten 1,40 Franks das Pfund, die Butter wird mit 2,40 Franks für das Pfund bezahlt. Frische Gemüse und Kartoffeln werden zu den gewöhnlichen Preisen verkauft. Aber es gibt kein Geflügel, und man findet selten Käse. Die Münchener Kaffeehäuser im Uriege. München, im Januar. Das Münchener Kaffeehausleben hat in den letzten Jahren eine recht große Wandlung durchgemacht. In früheren Zeiten waren die Kaffeehäuser gemütliche Lokale, die dem doppelten Zwecke dienten: Die Nachmittags- und Abendstammtische tarockspielender oder den harmlosen Meinungsaustausch liebender Bürger zu be⸗ herbergen und— besonders in dem Schwabinger Künstlerviertel— den jungen Dichtern, Malern und Studenten, den„heimatlosen“ Mitgliedern der Bohsme, eine Art von Heimat zu sein. Man ie ins Kaffee, seinem ungeheizten Atelier oder der unpersön⸗ ichen, ungemütlichen„Bude“ entfliehend, und gewann hier für wenige Nickelstücke(die man bisweilen auch schuldig blieb) Vesper, Beleuchtung, Heizung, Lektüre und die Möglichkeit zu angeregtem e enaustausch. So waren die Münchener Kaffechäuser viel⸗ fach geradezu soziale Einrichtungen. Darüber hinaus diente das „Luitpold“ und seit einigen Jahren auch das„Odeon“ zur Fa⸗ schingszeit karnevalistischen Extra⸗Vergnügungen. In den aller⸗ letzten Jahren aber tauchte in München, nach Berliner Muster, ein neuer Kafferhaustyp auf; Das„Musikkaffee“. Und die„soziale Einrichtung“ wurde mit einem Schlage zum„Vergnügungsinstitut“. Das ist nicht nach jedermanns Geschmack, nicht jeder genießt gern die„Neunte“ Beethovens oder eine Wagner⸗DOuverture bei Teller⸗ Happern in unheiliger Umgebung. Diese besseren Menschen müssen nun in München mit der altmünchener Einrichtung der„Tages⸗ Kaffees“ oder mit einem der wenigen Lokale vorlieb nehmen, in denen man seinen„Berliner“ trinken darf, ohne auch nur den leisesten Walzer als Zugabe genießen zu müssen. Der Krieg hat die Zahl dieser Zufluchtsstätten noch erheblich herabgemindert. Das Publikum soll mit allen Mitteln aus seiner Kriegssparsamkeit herausgelockt werden, und so sahen sich dann manche Lokale veranlaßt, wirksame Anziehungsmittel in Form von „Orchester⸗Podiums“ anzuwenden. Selbst das„Café Luitpold“ be⸗ unruhigt nun durch allabendliche Musikgenüsse seine Stammgäste. So machen die Münchener Kaffeehäuser denn jetzt den Kabaretts eine erhöhte Konkurrenz, die umso fühlbarer wird, als die Mün⸗ chener 12⸗Uhr⸗Polizeistunde den zumeist vom Nachtbetrieb lebenden Bühnen der Kleinkunst ohnehin schon eine arge Beschränkung auf⸗ erlegt. Manche dieser Vergnügungsstätten haben ihre Pforten ganz geschlossen. Andere Kabaretts führen— bei ermäßigten Preisen— auch zur Kriegszeit ihre Programme weiter. Das echte, gewohnte Leben will sich an all diesen Stätten des leichteren Vergnügens nicht so richtig einstellen. Lust und Genuß ist in München, wie überall. vornehmlich eine Sache der Jugend. Und unsere Jugend steht draußen, in West und Ost, Schweres wirkend, am Feinde. — Neue Forschungen über das Empfindungs⸗ leben der Pflanzen. Aufsehen erregende Enthüllungen aus dem Leben der Pflanzen bieten die Forschungen von Prof. Jagadis Chandra Bo se, der allgemein als der größte Gelehrte Indiens Die Einwohner schonen ihre Vorräte; sie machen sich auf schlimmere Tage gefaßt. Petroleum und Oel sind genügend vorhanden. Kohle wird selten, da die Kanäle nicht benutzt werden können. Den Bäckern fehlt es an Brennmaterial, und die Stadtbehörde will ihnen Holz liefern, aber wie kann sie es herbeischaffen? Wenn man das Viertel der Universitätsstraße und die Außenviertel der 6 Stadt, die niedergebrannt sind, ausnimmt, so macht Reims keinen 0 schlechten Eindruck, dank den Bemühungen der Stadtverwaltung, 5 die es sorgfältig von den Trümmern hat reinigen lassen. Wenn 5 die Nacht kommt, so macht die Stadt ohne Licht, ohne Gas, ohne Elektrizität, mit ihren verlassenen Straßen und den geschlossenen Läden den Eindruck einer schrecklichen Einöde. Reims scheint eine tote Stadt zu sein..“ N dee deutsche Medizinalverwal ung in Be gien, die zwar nicht nominell, aber doch in der Sache besteht, 1 wird in einem Brüsseler Briefe an die Deutsche Medizinische 5 Wochenschrift geschildert. Auf das Werk der deutschen Aerzte 5 kann man mit Genugtuung blicken; das deutsche General⸗ gouvernement hat sich nicht mit den rein militärärztlichen Aufgaben in seinen Leistungen begnügt. Unter der Ober⸗ leitung des Armeearztes, Obergeneralarzt D. Stechow, sind Garnisonärzte in Antwerpen, Brüssel, Lüttich und Namur tätig, die z. T. im Verein mit den belgischen Behörden und Aerzten die planmäßige Assanierung des besetzten Gebietes begonnen und teilweise schon durchgeführt haben. Besonders ist dies in der Provinz Namur geschehen, wo der Garnison⸗ arzt Schilling die Meldepflicht für ansteckende Krankheiten eingeführt hat. Das Bakteriologische Institut in Namur wirkt als Untersuchungsamt. Ferner ist die Durchführung der Ka⸗ nalisation, die bisher nur teilweise vorhanden war, in die Wege geleitet, und eine Gesundheitskommission ist eingesetzt, in der unter Vorsitz des Garnisonarztes deutsche und belgische Aerzte gemeinsame Beratungen über hygienische Fragen ab⸗ halten. Die belgischen Spitäler wurden zur Unterbringung und Versorgung der Kranken nach den ersten Schlachten über⸗ nommen; da die meisten ursprünglich Klöster waren, so mußten sie fast überall erst auf den höheren Stand der Deut⸗ schen gebracht werden; abgesehen von der Modernisierung der Innenausstattung, wurde von unserer Verwaltung elektri⸗ sches Licht gelegt, hygienische Aborte wurden eingerichtet usw. Es ist Erstaunliches geleistet worden: Röntgenkabinette, Dauerbäder, Gymnastiksäle, Tagesräume, zahnärztliche Ab⸗ teilungen, Vorrichtungen für Behandlungen mit Höhensonne, für ansteckende Kranke Isolierräume, alles dies ist eingerich⸗ tet. Typhuskranke werden bis zur völligen Genesung in be⸗ sonderen Typhus⸗Genesungs⸗Zügen nach Spaa gebracht. Fer⸗ ner wurden 90 sehr zweckmäßige Lazarettzüge in Charloroi, Sedan und Brüssel zusammengestellt, desgleichen in Namur den besonderen Bedürfnissen angepaßt. Alle Stationen, die diese Züge berühren, sind mit Erfrischungs⸗ und Verband⸗ stellen ausgestattet; eine eigene Krankentransportabteilung in Brüssel leitet den Betrieb, Automobile schaffen die Ver?!» wundeten in die Lazarette. In Brüssel sind gegenwärtig fünf Lazarette; zwei davon waren bereits belgische Spitäler, eins wurde aus dem Akademiepalast, eins aus der belgischen Kara⸗ binierkaserne und eins aus dem königlichen Konzertsaal im Lazarette umgewandelt. Man ist dabei mit großem Geschick und schonungsvoll vorgegangen, und es fehlt jetzt an nichts mehr. Im allgemeinen sind zurzeit wenig Infektionskrank⸗ heiten vorhanden. Gerade die Rücksichtnahme auf vorhandene Einrichtungen und die stets wechselnden Anforderungen der Kriegslage weckten das organisatorische Talent in der Aerzte⸗ schaft. Die zahlreichen Zivilärzte haben im Verein mit dem Sanitätsoffizierkorps Erstaunliches geleistet. Trotz der Ver⸗ heerungen des Krieges, die Menschen und Vieh vielfach des Obdachs beraubt haben, ist ein befriedigender Allgemein⸗ zustand im öffentlichen Gesundheitsleben erreicht, nicht nur in der Kriegskrankenpflege, sondern auch in der Wasserversor⸗ anerkannt ist. Bose, der auch in Berlin bereits Vorträge gehalten hat, hat eine neue Methode der Pflanzenforschung eingeleitet, die in den Kreisen der Botaniker die größte Beachtung findet. Der Gedanke, daß Pflanzen in derselben Weise Freude und Schmerz empfinden wie Tiere und daß sie ihre Empfindungen selbst auf⸗ zeichnen, mutet uns zunächst ganz ungeheuerlich an; und doch sind es diese Tatsachen, die Boses Forschungen offenbart haben. Ueber die Ergebnisse seiner Studien veröffentlicht der Gelehrte selbst einen umfassenden Aufsatz in der in Kalkutta erscheinenden „Modern Review“. Nach seiner Darstellung sind alle Pflanzen empfindungsfähig, und manche von ihnen haben Gewebe, die gerade so von selbst schlagen, wie das Herz des Tieres schlägt. Diese Pulsschläge der Pflanze können durch Drogen in derselben Weise beinflußt werden, wie die Pulsschläge des tierischen Herzens; sie reagieren auch ganz so auf einen clektrischen Reiz wie Tiere. All dies will Bose durch einen von ihm erfundenen Registrierapparat festgestellt haben, der die feinen Schwingungen der Pflanzenseelsn festhält und aufschreibt. 3 „In einem Zimmer in der Nähe von Maida Vale befindet sich eine unglückliche Mohrrübe, fest gebannt an einen Tisch durch die Drähte einer elektrischen Batterie, die sich wie zwei Krallen in das Fleisch der Rübe graben. Wird die Pflanze mit einer Zange gezwickt, dann zuckt sie zusammen; dieses Zucken wird auf einen elektrischen Registrator übertragen, an dem sich ein kleiner Spiegel befindet. Der Spiegel wirft einen Licht⸗ strahl auf die Wand am andern Ende des Zimmers, und so wird das Zucken der Mohrrübe ins Ungeheure vergrößert. Auf diese Weise enthüllt die Wissenschaft die Empfindungen selbst einen so wenig empfindsamen Pflanze wie der Mohrrübe.“ g Auf diesem Prinzip beruht in großen Umrissen der Apparat Boses, den er in jahrelanger Arbeit außerordentlich verfeinert hat. Er ist nach derselben Idee gebaut wie der sog.„Resonanzregi⸗ strator“, der die feinen Schwebungen der verschiedenen Töne regi⸗ striert. Die Verwandtschaft zwischen Tier und Pflanze, die die Naturphilosophie träumte und die Gelehrten ahnten, ist nun mit einer überraschenden Genauigkeit bewiesen. Boses Apparat zeichnet den Rhythmus auf, in dem ein Blatt pulsiert. Eine Nadel akzen⸗ tuiert ihn in Punkten auf einem Stück rußigen Glases. Beeinflußt dann der Professor die Pflanze durch Alkohol. so zeigt die Kurve das Zeichen der Freude. Er gibt ihr Kohlensäure; die Pflanze wird krank, und das zeigt sich in dem Register. Er vergiftet sie, und der Puls tickt schmerzlich immer langsamer und langsamer, bis er innehält. Durch diese Versuche ist festgestellt worden, daß die Pflanzen zwischen 6 und 9 Uhr vormittags sich in einem festen Schlafzustand befinden, daß die Atmung am frühen Morgen am schwächsten ist. Die Pflanzen werden müde wie die Tiere. N Leben im Treibhaus läßt sie schlaff und überernährt werden, so sie nur noch wenig auf den elektrischen Reiz antwo usw. Pflanzen werden so zu wirklichen„Brüdern der Diere 1 ä gung, Ernährung, Abfuhr usw. Und bei aller Arbeit ist der wissenschaftliche Geist nicht eingeschlummert; auf kriegsärzt⸗ lichen Abenden findet ein reger Gedankenaustausch statk. Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Januar 1915. Die 2 Mode. h. Frankfurt a. M., 21. Jan. Der ernste Wille zur Schaffung einer deutschen Mode fand am zweiten Bera⸗ tungstag seinen Ausdruck in der einmütig gutgeheißenen Bildung einer Arbeitsgemeinschaft, die sich aus vier größeren Unterausschüssen zusammensetzt. Die Ausschüsse bil⸗ deten sich aus Angehörigen der Fabrikanten, der Großhändler und Versandgeschäfte, der Schneiderinnungen und der Fachpresse. Jede Gruppe berät für sich und unterbreitet ihre Ergebnisse dann der Arbeitsgemeinschaft zur Durchführung. Die Führung der Ar⸗ beitsgemeinschaft sollte der Werkbund übernehmen, doch hat dieser aus grundsätzlich verschiedenen Anschauungen abgelehnt. Trotzdem will man nichts unversucht lassen, mit dem Werkbund in den großen Fra gemeinsam zu arbeiten. Die Heranziehung der Vertreter der Damenmode vir einer demnächst tagenden ge⸗ meinsamen Versammlung zur Aufgabe gemacht, um auch hier die gewaltige Geschlossenheit und Entschlossenheit der deutschen Mode⸗ vertreter nach außen hin zu beweisen. 2 Als Sit der Arbeitsgemeinschaft wurde Berlin bessimmt. Den Vorsitz übernahmen Hoflieferant Lukas Berlin) vom Allgemeinen deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe. Maurer VDerlin) vom Modejournal⸗Verlegerverband und Dr. Kahn München).— Im Verlaufe der. 1.— auch noch Bera⸗ tungen zwischen Vertretern des Zentralverbands der Schneider, eiderinnen und Wäschearbeiter und des Bundes deutscher Schneiderinnungen statt. Beide Interessengruppen beabsichtigen ebenfalls die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Erlangung von Militärlieferungen von den Kriegsbekleidungsämtern. In der Annäherung dieser beiden Gruppen ict ein erfreuliches Zeichen wach⸗ senden Verständnisses für die gegenseit ige Unentbehrlichkeit von Ar⸗ beitgeber und Arbeitnehmer zu erblicken, nicht zum wenigsten aber chf ein zuversichtlich frohes Zukunftsbild, das die Not der Zeit uf. * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Landwehrmann Konrad Aug. Wick, Res.-Inf.-Rgt. 116, aus Langenbam-Ziegenberg.— Kriegsireiw. Dr. jur Ludwig Hahn, Res.-Inf-Rgt. 214, aus Offenbach. Krieassreiw. Lehrer Karl Strohl, Res.⸗Juf⸗-Rgt. 2 1, aus Rumvenheim.— Res. Konrad Ooffelder, Ink.⸗Rat. 117, aus Offenbach.— Gesr. Krieassreiw. Ferd. Jäger, Res.⸗Ind-⸗Rat. 221, aus Offenbach.— Unteroff. der Res. Telegraphenarbeiter Otto Bop!, Res.-Ins.⸗Rgat. 116, aus Stockheim.— Res. Albert Ulrich, Ins.-Rgt. 116, aus Reichels- beim.— Res. Otto Gräf, Inf ⸗Rat. 168, aus Reichelsheim.— Re. Heinr. Koch, Res.⸗Rat. 83, aus Waldgirenes.— Kriegsfreiw. VPVionier Val Rübsamen aus Leun. Res. Wilh. Steitz, Inf ⸗Agt. 167, aus Nordeck. Ritter des Eisernen Kreu Oberlehrer Dr. Hensel aus Hirzenhain(Oberh.), 2. Bayr. Inf.⸗Regt Vizefeldw. Jäckel, Inf.⸗Regt. 116, Leibkomp. Musk. Willi Schmidt III., aus Borsdorf, Inf.⸗Regt. 168. Kriegsfreiw. im Gardeschützen⸗Bat. Hermann Lampe II. aus Marburg. Unterarzt Adolf Keller aus Friedberg. Vizefeldwebel Karl Stadelmann, Stadtgeometer in Offenbach. Stud. theol. Schmahl aus Friedberg. Vize⸗ feldwebel Hch. Schneider aus Hörnsheim, Nlesß-Inf. Regt. 168. Jäger im Garde⸗Jäger⸗Bat Franz Geyer aus 5 feld. Friedrich Hermann aus Hermannstein, Leutn. D. R. im 7. Bayr. Inf.⸗Regt. Kriegsfreiw Kand. phil. Rudolf Völkel von Audenschmiede. . Stadttheater. Wenn dieses Jahr im Stadttheater auch keine offizielle Festvorstellung am 27. d. M. stattfindet, um den besonderen Wünschen des Kaisers Rechnung zu tragen, so ist für die nächste Dienstag⸗Abonnementvorstellung doch, wie man uns schreibt, ein Werk vaterländischen Charakters, das Schauspiel„Grüne Ostern“ von Heinrich Lee angesetzt DVorden. Der Verfasser des„Schlagbaums“ stellt in seinen„Grünen Odstern“ wirksame Bilder aus der Zeit der Erhe ung Preußens im Jahre 1813 auf die Bühne, Bilder, die in manchem an die Er⸗ Eianisse der Gegenwart gemahnen, und die bereits an zahlreichen Bühnen ihre starke Wirkung erprobt haben. die vereinigten Posaunenchöre von Gießen und Umgebu 111 beabsichtigen den in der Alten Klinik unter⸗ —— Verwundeten dadurch eine Freude zu bereiten, daß sie denselbensam Sonntag. von 3 Uhr vom Musikpavillon der Gewerbeausstellung aus ein Ständchen bringen. An diesem Vorhaben beteiligen sich etwa 40 Bläser. 3 Der Evang. Arbeiter verein veranstaltet am 31. l. Mts. aus Anlaß von Kaisers Geburtstag im Vereinslokal eine vaterländische Feier in Form eines Familienabends, die den derzeitigen Verhältnissen angepaßt werden soll. Außer musi⸗ klalischen Darbietungen, Gesangsvorträgen des Gemischten Chors des Vereins usw. wird der Gründer des Vereins, Kirchenrat 9 D. Schlosser einen— halten über das Thema: 5— Hoffnungen können wir auf den Krieg als sozialen Erzieher setzen. Preußische Klassenlotte rie. Ziehungen der laufenden, nächst ihren planmäßigen es: Off. Stellv. 8 Die unterbrochenen 231. Klassenlotterie werden dem⸗ ö ihre a rtgang nehmen. Die Ziehungstage sind wie folgt festgesetzt: 2. Klasse 12. und 13. Februar, 3 Flasse 12. und 13. März, 4. Klasse 12. und 14. April und 5.(Schluß⸗ Klasse 7. Mai bis 3. Juni. Die. erster Klasse erfolgte bekanntlich im Juli vergangenen Jahres, die weiteren Ziehungen wurden infolge des Kriegsausbruches vertagt und werden nun, wie oben angegeben, nachgeholt. Kreis Friedberg. A Friedberg, 21. Jan. Herr Karl von Helmold, Ttrellor des Bremer Lloyd in New Hort, ein geborener Fried- berger, hat für die Ointerbliebenen von Kriegs teilnehmern seiner Vaterstadt 600000 Mark bei Lands. leuten gesammelt und der Stadt Friedberg zu diesem Zwecke überwiesen. 5 dessen-Nassau. „ m. Neustadt, 21. gan. Das neue Jahr bringt unserer Stadt folgende Krammärkte: 16. Februar Jastnachts markt, 3. Mai Walpurgismarlt, 19. Juni Kirchweihmarkt, 29. September Michaelismarkt, 16. Oktober Gallusmarkt und am 27. Dezember Chri'taasmarkt.— Unteroffizier Kall Weber aus dem nahen Momberg erhielt das Eiserne Kre uz, womit jetzt fünf Söhne 95 un erer Nachbargemeinde ausgezeichnet sind f Das neue Reichsbank + Dillenbura, 21. Jan. gebäude an der Untertorbrücke gegenüber dem Vostgebäud⸗ v chtigt. Der massige Bau en Dienstwohnung qnissen Rechnung tragend, hatte abgesehen. Kirche und Schule. Missionsversammlung. Eine vorzüglich besuchte Ale durfen ü, . Januar im Johannessaal statt. Nach kurzen Berl des Herrn cheh Kirchenrat D. Schlo 725 spra 3 erster Krieg und die Mission“. Er führte fand am * worten 0 22 ssionar Gsell über„Der r hat die Mission durch den Weltkrieg 1914/15 einen unge⸗ heuren Schlagerlitten. Schon bisher haben ihr Kriege Schaden — der Boxeraufstand in China, der Hereroauf and in eutsch⸗Südwest. Aber das schwerste hat sie jegt erlitten. So hat die Baseler Missionsgesellschaft 130 Zöglinge unter den Waffen stehen. Ferner ist sie finanziell geschwächt worben. Die ersten Kriegs monate brachten starle Einnahmeausfälle, was sich allerbings jetzt wieder bedeutend gebessert hat. Die Störungen der Missionsarbeit im einzelnen sind sehr erheblich. Die Baseler Mis⸗ sionare in Kamerun wurden gefangen gesetzt und in englische Konzentrationslager gebracht, nur 12 wieder freigelassen. In In⸗ dien wurden ebenfalls die Missionare von den Engländern ge⸗ fangen n und mit ihren Familien nach einem überaus ungesunden O f Missionaren die albernsten Vorwürfe, sie seien Agenten der deut⸗ schen Regierung, manche unter ihnen seien Atheisten().— da in Deutschland der Atheismus Friedrich Nietzsches herrsche! So steht die ganze Hoffnung der Mission z. Zt. auf den eingeborenen Mis⸗ stonsgehilfen. Hoffentlich gelingt es ihnen, das Werk in kommende, dem Wiederaufbau günstigere, friedliche Zeiten hinüberzuretten!— Als 2, Redner sprach Prof. D. Schian über„England und die Mission“. Wir heben folgende Gedanken hervor: Wie wir alle England zu günstig beurteilten, so auch die Missionare. Sie ge⸗ dachten der geschichtlichen Verdienste der Engländer um die Mission, ihrer diese betreffenden gewaltigen Arbeit im 19. Jahrhundert, die ihnen den Namen des„Misfionsvolkes“ eintrug, 1 85 nicht nur von politischen, sondern auch innerlich-religtösen Motiven gelei⸗ teten sprichwörtlichen Opferwilligkeit für Mifftonszwecke Der Krieg brachte eine große Enttäuschung. Statt der englischen Regierung das Gewissen zu schärfen, ihr eine chriftliche Behandlung der deut⸗ schen Missionen nahezulegen,— baten die englischen Missions⸗ 3 diesen— eine Geldunterstützung! Dies wurde natür⸗ ich von deutscher Seite einhellig zurückgewiesen. Wir müssen auch hier allein auf uns stehen. Und wir werden es. Allem An⸗ schein nach gedenken die Gemeinden der deutschen Mifsionare diesen — vielleicht abgesehen von Indien— die Treue zu halten. Und die deutschen Missionsfreunde werden es ebenfalls tun. Die all⸗ emeine Belebung des religiösen Interesses in der Gegenwart ommt auch der Mission zugute.— Geh. Kirchenrat D. Schlos⸗ ser wünschte zum Schluß, daß der Weltkrieg der Mission zum Segen dienen möchte; die Richtung sei schon jetzt zu sehen: der Krieg erziehe das deutsche Volk zum Verständnis seiner Welt⸗ aufgaben, er schärfe den Sinn für heroische Arbeit, er erziehe zum Opfersinn. Von dieser Erziehung des deutschen Volkes werde auch die Mission Gewinn haben. Universitäts⸗ Nachrichten. WMarburg, 21. Jan. Zum Nachfolger des in den Rube⸗ stand tretenden Archäologen Geh. Rat Prof. Dr. v. Sybel ist der diesige Prosessor Dr. Vaul Jakobsthal ernannt worden. Wien. 21. Jan.(WB. Nichtamiltch.) Die„Neue Freie Presse“ meldet: Der Neuphlologe und Prosessor der Wiener Uni- versität Dofrat Schipper it gestern infolge eines Gehirnschlages gestorben. ——— Jalien und das Erdbeben. Rom, 21. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ministerrat hat solgende Veschlüsse gesaßt: 1) einen, der für den Augenblick 30 Millionen zur Lile für die von dem Erdbeben be⸗ trossenen Gegenden auswirfst; 2) einen, der die Steuern für die in Mitleidenschaft gezogenen Gegenden vor lä usig auf- bebt; 3) den emes Moratoriums von sechs Monaken für Wechsel⸗ und Handelsverpflichtungen der Provinz Aquila und des Bezirks Sora; schließlub einen Veschluß zwecks Sicherstellung der Lehrergehälter in den Erdbebengebieten. Rom, 21. Jan.(WT. Nichtamtlich.) Zahlreiche Einwohner haben heute nachmittag 1 Uhr 30 Minuten einen leichten Erd⸗ stoß wahrgenommen. In der Tat verzeichneten im geodynamischen 2 die Erdbebenmesser um 1,30 Uhr einen ziemlich starken rdstoß. Man schätzt die Zahl der aus den von dem Erdbeben beimgesuchten CEegenden bierher gekommenen 51 üchtlinge auf 8000. Alle werden sorgfältig in ein Verzeichnis eingetragen. Die Ankunft von Verletzten und Flüchtlingen dauert an.— Aus Avezzano wird berichtet, daß dort ebenfalls um 1.30 Uhr ein Erdstoß wahrgenommen wurde. Dabei seien einige Mauern ein⸗ gestürzt. Später wurden aus den Trihnmern, die von dem letzten Erdreben herrühren, zwei Frauen und ein Kind geborgen, die sich bei guter Gesundheit bejanden und unverletzt waren. —— Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel rnimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) ö Zur Reichs⸗Woll⸗Woche! Auf eine große Gefahr bei dem beabsichtigten guten Zweck der Sammlung von alten Wollsachen, die unter anderem aus ge⸗ tragenen Kleidern, Gardinen usw. bestehen, möchte ich hinweisen. Aus dem gesammelten Bestand dieser alten Wol sachen werden in opferwilliger Weise gewiß wohl in allen Orten von einer An 9 Frauen 22 hergestellt, welche unseren Soldaten im Feld zugehen sollen. Hierdurch kommen die Decken ohne Zweifel mit den Atmungsorganen der Soldaten in 1 2 Berührung. Wenn auch in dem Aufruf um Hergabe der alten Wollsachen hervorgehoben wor⸗ den ist, daß Familien sich nicht an der Spende beteiligen möchten, in welchen ansteckende Krankheiten herrschen oder ge⸗ herrscht haben so ist der Verfasser doch mit vielen anderen unserer Mitmenschen der Ansicht, daß dieser Punkt von manchen oder vielen Personen nicht 7 9 verstanden und gewürdigt wird. Sie möchten sich am Opferwerk auch gerne beteiligen. Wir dürfen sicher sein, daß sich trotz Warnung unter der Sammlung Stücke befinden, vielleicht viel mehr als man ahnt, die aus Beständen herrühren, welche der Benutzung gedient haben zu einer Zeit, während welcher ein Mitglied der Familie an ansteckender Krankheit litt. Vielleicht, ja sogar wahrscheinlich, wurden solche Stücke von den Kranken selbst 8 oder sowst benutzt. as erreichen wir mit solcher Spende an unsere Truppen! Wollen wir wissentlich unseren gefunden Leuten die Schwindsucht ins Pu senden? Gewiß will niemand dies. Hier gibt es nur eine Hilfe. Unsere Regierung braucht bloß anzuordnen, daß aus der Sammlung der alten Wollsachen nichts früher ins Feld ge⸗ sandt wird, aber auch, und das ist sehr wichtig, auch nichts früher an Decken usw. daraus hergestellt wird, bevor nicht eine gründ⸗ liche Desinfektion durch ein dazu berufenes Unternehmen bezw. unter obrigkeitlicher Kontrolle erfolgt ist. F. ** * Die in dem vorstehenden„Eingesandt“ ausgesprochene Be- fürchtung, die tatsächlich vielfach geteilt wird, ist grundlos. Es sind überall die nötigen Maßnahmen getroffen worden, um die eingelieferten Gegenstände vor dem Abgang zu den Truppen in geeigneter Weise zu desinfizieren. Red. d.„Gieß. Anz.“ ——— Märtte. le. Frankfurt a. M. Biehhofmarktbericht vom 21. Jan. Auftrieb: Rinder 63(Ochsen 1, Bullen 0, Kühe und Färsen 58, Kälber 708, Schafe 151, Schweine 957. Tendenz: Kälber und Schase rege; Schweine lebhalt, wird geräumt. Preise für 100 Pid. Lebend- Schlacht; gewicht Kälber. Mk. Mk. Neluste Mastkälbee. 54-53 90—96 Mittlere Mast- und beste Saugkälber 48—52 80—70 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber 42—48 71—78 Scha se. Stallmastschase: Mastlämmer und jüngere Mastbammel.. 45-46 88100 Aeltere Masthammel, aut genährte junge Schase und geringere Mastlämmer„ 56—98 86—90 ch weine. folgendes aus Nach verheißungsvollen großen Jortschritten Miss eme Bonsiecchtge Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 68.00— 70.00 66.00 88.00 1 Mäßig genährte bammel u. Schase(Marzschase) 34—00 80-00 rt gebracht. Die indische Presse macht den deutschen* Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht. Vollfleischtge Schweine 120 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweme von 120 bis 150 kg Lebendgewicht a le. Wiesbaden, 21. Jan. 67.00 68.00 85.00 87.00 68.00— 70.00 86.00—88.00 68.00- 70.00 86.00-88.00 deu ⸗ und Strohmarkt: Man notierte: Hen 404,90 Mk., Stroh(Richtstroh) 3,10 bie 0,00 Mt., Krummstroh 2,45—2,60 Uk.— Fruchtmarkt. Haser 12,50 12,75 Mt., Alles je 50 Kilo. bis von 160 9 —— Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 23. Januar 1915: Bedeat, zeitweise Schnee- und Regenfälle, keine wesentlich⸗ Temperaturveränderung. 5 Letzte Nachrichten. Zum Wechsel im Kriegsministerium. Berlin, 22. Jan. Zum Wechsel im Kriegsministerium schreibt Major Merath im„Berl. Tagebl.“: 8 Herr von Falkenhayn hatte an der Vorbereitung für den Krieg einen hohen Anteil, indem er die Bergungsarbeit der letzten Heeresvorlage in die Wirklichkeit übertrug. Es blieb ihm noch übrig, während der ersten Kriegsmonate manche wichtige Frage der Organisation und Technik zu lösen. Dazu kamen wahrscheinlich auch noch neue nicht planmäßige Rüstungsfragen im Verlaufe der Ereignisse. Es ist zu verstehen, daß Herr von N mit der vollen Verantwortung des neuen Amtes elastet, die Enthebung von der Stelle als Kriegsminister an⸗ strebte, sobald die Umstände einen Wechsel der Person erlaubten. Herr Wind v. Hohenborn entwickelte kurz vor dem Kriege als Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Reichs tage in klarer und eindrucksvoller Rede Schlagfertigkeit und Humor. Das deutsche Volk hat die Zuversicht, daß ein wichtiges Amt in die richtige Hand gelegt ist.. Die Deutsche Tageszeitung“ sagt von dem bis⸗ . en Kriegsminister, daß er sein Amt mit Geschick und Tatkraft verwaltet und namentlich mit der energischen, raschen und gelungenen Durchfühcung der Verstärkung un⸗ seres Heeres sich große und bleibende Verdienste erworben at. Der neue Kriegsminister habe in seinen Stel⸗ ungen, die er bisher leitete, eine sichere und feste Hand bewiesen. Man müsse vertrauen, daß er den verantwor⸗ tungsreichen Posten aufs Beste ausfüllen und den Auf⸗ gaben seines neuen Amtes mit der Umsicht und Tatkraft und der 8 gerecht werde, die er schon in seinem bis⸗ herigen Wirken bewährt habe. Die starke deutsche Offensivbewegung im Osten. London, 22. Jan. Der 1 5 der„Times“ drahtet seinem Blatte: Die starke deutsche Offensivbewegung an der Bzura und Rawka läßt immer noch nicht nach. Am stärksten fühlbar ist der Druck der deut⸗ schen Truppen bei Sircha, Borzimow und Humin. Die Sturmangriffe der Deutschen 1 die strate⸗ gisch wichtigste Stellung der Russen in diesem Gelände, sind von unerhörter Wucht und übertreffen an Kraft und Erbitte⸗ rung bei weitem alles, was auf dem östlichen Kriegsschau⸗ platz bisher geleistet wurde. Besonders häufig werden von beiden Gegnern auf diesem Gebiete Panzerautomo⸗ bile verwendet. Die Führer dieser Automobile, sowohh die deutschen wie die russischen, leisten Unglaubliches au Mut und Todesverachtung und speien Tod und Verderben in die Reihen der Feinde. Von den Kämpfen im Osten. Wien, 22. Jan Roda Roda bringt in der„Neuen Freien Presse“ einen Bericht, in dem es heißt: Wenn der starke Frost anhält, wird ein weiteres Ausheben von S 2 unmaglich sein und es dürfte dann zu einem hartnäckigen Kampf um die gegenwärtigen Stellungen kommen, hierauf zu einer Jeld⸗ schlacht mit rascher Entscheidung. Mit dem Augenblick des Zufrierens der Flüsse und Ströme ist mit dem Eintritt in eine neue 55 des Krieges zu rechnen. Unsere Truppen sind Teil in quar⸗ tieren untergebracht. Sie bleiben da als Reserven, um dann wieder in die Schützengräben zu gehen. Der Schichtwechsel erlaubt den Truppen ein zeitweiliges Ausruhen und eine bessere Verpflegung. Die Operationspause hält einstweilen immer noch an, nur am Dunajec herrscht lebhafte Tätigkeit. Dort sind unsere Truppen stellenweise zur Offensiwe übergegangen und haben einige Stütz⸗ punkte und Brücken genommen. Der Infanterieangriff wurde durch Artilleriefeuer aufs wirksamste unterstützt. Der Eindruck der Zeppelinfahrt in London. Amster dam, 22. Jan. Ueber den Eindruck der Zeppelin⸗ fahrt in England wird dem stark zu England haltenden„Tele⸗ gigaf“ aus London berichtet: Den ganzen Tag über kamen gestern viele Besucher nach Narmouth, um den durch die deutschen Zeppe line angerichteten Schaden zu besichtigen. All⸗ gemein war man der Ansicht, daß Darmouth infolge seiner age derartige Angriffe erwarten muß. Ungefähr 150 Häu⸗ ser sind beschädigt worden. In Kings Lynn erwartet man eine Wiederholung des Angriffes bei Neumond. London ist vorbereitet auf einen Angriff, aber 1 Angst(2). Am vorigen Dienstag wurde eine allgemeine Probebesichtigung der Verteidigungsmittel vorgenommen, die sehr zur Befriedigun ausfiel. In Kings Lynn ist durch eine Bombe die hydraulis Station zerstört worden, wodurch die Maschinerie der Schleusen außer Betrieb gesetzt worden ist. Ein französischer Zweidecker abgestürzt. aris, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Petit Parisien“ ist ein Militärzweidecker während einer Uebungsfahrt abgestürzt und mitten in Autauel auf dem Kai de Javel zu Boden gefallen. Der Führer und der Be⸗ obachtungsoffizier wurden getötet. Frankreichs Finanzen. Paris, 22 Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Temps“ hat Minister Ribot im Budgetausschuß der Kammer über zwei von ihm eingebrachte B gesprochen. Zu dem ersten, der die Vermehrung der Bonds für den Zweck der Landesperteidigung vorschlägt, erklärte der Minister, bisher N über 27 Milliarden Franks dieser Bonds gezeichnet worden. Vom 1. bis 10, Januar allein 500 Millionen. Der andere Gesetzent⸗ wurf schlägt die Ausgabe kurzfristiger Obligationen, die steuer frei mit 5 Prozent verzinslich und bis spätestens 1925 zurück zahlbar sein sollen, vor. Der französische Außenhandel. Paxis, 22 Jan.(WTB. Nichtamtlich) Der„Temps“ bringt die Statislil sür den Außenhandel Frankreschs in den ersten 10 Monaten 1914. Die Einfuhr betrug danach 692 675009 Franken, also 1 139 703 000 Franken weniger als um gleichen Zeikraum des Vorjahres, die Ausfuhr 1421 676 000 Franken, also 1 217 435 000 Franken weniger. e sanken in dem gleichen Zeitraum um 113 020 Franken. Schükri Pascha in Gefangenschaft? Bukarest, 22. Jan. Aus Petersburg wird berichtet. daß der bekannte türkische General Schükri ber Verteidiger von Adrianopel, im ersten Balkankri Kämpfen im Kaukasus schwer verwundet und in ru 1 15 4 a. e, in den iche Ge. fangenschaft geraten ist. Ein schwedischer Dampfer gesunken. Stockholm, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der schwe⸗ dische Dampfer„Drott“ aus Gefle ist heute im Meerbusen vor dem Hafen von Raume auf eine und gesunken. Ein Teil der Besatzung ist ertrunken, 10 8 8 2 . . 1 . 8. . 25 Ju aeg LLL Alle Winter waren ohne Rücksicht der bedeutenden Preiserhöhung billiger wie sonst Togl Mei aren, orm bilig Kinderkapp. u.-Mützen pus 10, 25, 45 Wolle Kinder- Sweater pie 65, 95, 150 Kinder- Strümpfe pr 15, 30, 60, 95 Wolle und Baumwolle Flanell-Reste 1% 33, 45, 55, 65 Damen-Handschuhe pr 35, 45, 88 Winter- Wert bis Pfg. 250 Damen- Strümpfe lle 58, 75, 95 Flanellkinderkleid. rn 95, 120, 225 Hackersien--balegenbeistau Kinder-Handschuhe bis. 20, 30, 38 Wolle, weiss und bunt Kinder-Kapuzen vis, 95, 135, 160 Sammet und Tuch Manchester-Neste neter Pie. 150, 175 braun und blau 1 fteform-Hosen verm. gn 95, 125, 75 Kinder-Schürzen vis 85, 95 bis 170 Reise-Muster Korsetts, lang vis. 130, 165, 195 Pfg. 75, 95 Reise · Muster Kinder-Gamaschen Herren- U. Militär-Artike jetzt enorm billig! 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Die Abholungszeiten werden sich für die einzelnen Straßen ungefähr wie folgt stellen: Samstag, den 23. Januar 1915. I. Bezirk. Vormittags von 9—12 Uhr Nan ne Floinstraße von der Nord-] 1. Nord⸗Ankage, vom Neu⸗ Anlage ab stüdter Tor ab — eins Gießen u. Umgegend, Hofgut Londorf. 751 . tur, Gießen, Bleichstr. 32 5 Suede 4 8 5 Für nach⸗ ift i 1 J Schillerstraße 3. Schtllerstraße mittags Beschäftigung 1 7 17 75 4. Veserstraße J. Dammstraße auf der sud⸗ 6 1 6 E 1 Eine gut erhaltene 5. Ederstraße lichen Seite der Nord— Schreibarbeiten gesucht. Azetylenlicht- 5 a Schriftl. Angebote unt. 748 2 7 7 Schottstraße bis zur Nord- 5. Wehsteingasse an den Gießen. Anzeiger erb. age Anlage 6. A Jange ganb. Fra f d. ganz. Anl„ Au der Bach Tag Arb. nimmt auch Aush 8 Kirchenplatz an Fenen-Bäne 17 H. II., ist billig zu verkaufen. 750 11. Bezirk. 9 0[Vormittags von9—12 uhr] Nachmitta s von 2—6 Ubr Tea Datöaahausen, Hole Heil. 5 9— 8 5— fue Sieinweg 25 5 i 5 2. Marburger Straße 2. Grünberger Straße eee 8 70 il 3. Ost⸗Anlage 3. Licher Straße Ein rü fi Pferd 30 Liter Vollmi 50 4 Tampa skenscrabe 4.ů S 5 N 3 r 3. Wiesenstraße 5. Landmannstraße 5 5 f 155 f* 30. Sciudt 65 3— 4 Subwelgspigg zu verkaufen. Näheres im 2 7 Roonstraße 5 tenstraße, m Lud⸗ Bureau des Konsum⸗Ver⸗ Ph. Judt, 8. 7. Wfa Eichweg wigsplatz bis Süd⸗Anlage furt a. M. und lehen der Stadt Gießen von deu Jahren 1896 und Bezirk. 2 1 1 5 11 Gies e* Kunsug abgebgar gebe, Vormittags von B12 ihr Nachmittags von 2—6 Uhr 77 Gaz zar N u. Gleis, S 5 Selters 8 Kleiner Has eizofen Holzschwellen ele ae billig zu verkaufen. 903 6 Belag, Brand. Schr. Angeb. z. Mäusburg 3. Johannesstraße Wilgelmurgke 5 1. unt 301 L) g. d. Gleß. Anz. erb. J. Dreihausergasse 4. Plockstraße 8 1 5. Kreuzbolatz 5. Süd⸗Anlage(Bleichstraße Amtliche Bekanntmachungen der e Larlantaase anfangend 5 7. Katbartnengasse 6. Lonystraße Stadt Gießen. 8. öwengasse 7. Löberstraße 3 8 14 9. Teufelslustgärtchen 8. Goethestraße f 95 der in e 1— 3 v. Bezirk sammlung vom Januar 1915 vorgenommenen plan 3 5 7 4 23 2 mäßigen Verlosung dex am 15. Mal 1915 zur Rück⸗ See von 9—12 Uhr Nachmittags von l uhr zahlung kommenden Schuldverschreibungen der An⸗ J. echustraze 1. Süd Andage(vomSelters⸗ Frankfurter Straße und] tor bis Bleichstraße) e stre 5 7. 1897 fi 5 Stli zoge en„Fudwigstraße 5 2. Jofmannstraße 4 1 480er Anleben. 3. Lethgesterner Weg 3. Wetzlarer Weg Lit. Q. 22, 30, 182, 185, 260, 2% zu 100 Mk. 4. Liebigstraße(von Frank- 4. Crednerstraße „ K.. 86, 138 170, 26, 284, 38„ 200„ surter Straße bis Lud⸗ J. Hillebrandstraße „ S. 57. 61, 69. 77, 94, 101. 182. 195, 257, 3 Wiastraße 9. Mittelwe 355, 120, 544, 549, 50.„ 500„[5. Oberer Riegelpfad 7. Llinikstraße „ T. 9, 257, 269, 321, 343, 418, 419, 482 6.Alicestraße 8. Friedrichstraße 500, 515, 516, 60, 635, 661, 707.„„ 8 „ 0 n 4 e e Montag, den 25. Januar 1915. 2„„b. vom 1897ĩer Anlehen. I. Bezirk: Lit. J. 128, 149, 154, 13898. zu 100 Mk. Vormittags von 9— 12 ihr Nachmittags von 2—6 Uubr r 200„ 1. Burggraben 1. Tiesenweg „ X. 120, 122, 130, 147, 207, 215, 332, 388„ 500„ 2. Kirchstraße 2. Neustadt „„ 3. 57, 87. 104, 166, 259, 296, 352, 386„ 1000„. Marktplatz 3. Löbershof CC 4. Wettergasse 4. Alte Ställe Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der 3. Marktstraße 5. Sandgasse Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Ein⸗ 6. Rittergasse 6. Gr. Müblaasse lösung der Schuldverschreibungen 7 Babuhosstraße 7. Kl. Müblgasse bel der Stadtkasse Gießen, N 8. Marktstraße bis Tiesen— 8. Lornblumengasse bei der Mitteldeutschen Creditbank in Frank⸗ weg 9. Rodheimer 5 10. Krofdorfer Straße lösung der gezogenen Stücsde bei der Stadttasse Gießen, bei der Mitseldeutschen Ereditbank in Frank⸗ furt a. M. und Berlin, bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. und Berlin aufhͤrt. 8 2 Von den in früheren enn sind noch nicht eingelöst worden: elhe III Nr. 1004 über 500 Mk. 744 erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung am 1. Mai 1915 Jabren ausgelosten Schuld⸗ bei der Dresdener Bank daselbst 5 11. Schützenstraße 2 kann, sowie, daß die Verzinsung am 15. Mai 1915 II. Bezirk. aufhört. 3 Vormittags von 9—12 9 i— Von den in früheren Jahren ausgelosten Schuld 1. Neuen Baue 297 ee W Zee r sind noch nicht zur Rückzahlung vor⸗ 5 Diezstraße 23. Marktlaubenstraße gelegt worden: 5 25 Weidengasse 3. Lindenplatz Lit. S. 342 über 500 Mk. LaeoB 4. Sonnenstraße 4. Lindenaasse Bei der in der Sißung der Stadtverordneten Ver⸗ 5. Wagengasse 3. Brandgasse sammlung vom 14. ds. Mis. vorgenommenen planmäßigen 6. Schulstraße 6. Hundsgasse Verlosung der am 1. Mai 1915 zur Rückzahlung 7. Lanzleiberg Brand 7. Braugasse kommenden Schuldverschreibungen des Anlebens der 8. Senckenbergstraße 8 Zozelsgasse Stadt Gießen vom Jahre 1903 wurden folgende Stücke] 9. Schloßgasse 9. Walltorstraße zur Rückzahlung bestimmt: 1 III. Bezirk: Reihe III Nr. 6, 15, 25, 50, 90, 180, 206, 387 zu 2000 Mk. Vormitt. von 9—12 Uhr achmitt. von 2-6 Ubr „ Nr. 401, 460, 464, 498, 633. 600, 712 706„ 1000 Mk.] 1. Bismarckstraße 1 Bruchstraße 7 Nr. 877, 980, 1036, 1052, 1055, 1185, 2. Keplerstraße 2. Wilhelmstraße(zwischen 11³8, 1148, 1246 500 Mk. 3. Henselstraße Ludwig⸗ u. Ebelstraße) „ FIrzr. 137, 1380, 1404, 1455, 1512, 1548„ 200 Pik. 4. Stephanstraße Ebelstraße * Nr. 1570, 1621, 1670„ 100 Mk. 5. Ludwigstraße Liebigstraße 8 g Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der 9. Bleichstraße Ludwig u. Querstraße) Besider der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Ein⸗ 7. Lonystratze Riegelpfad Wilsonstraße Schiffenberger Weg Gutenbergstraße 9. Hessenstraße 10. Bergstraße. 11. Gartenstraße en Dezember 1914 in Bür Mannschaften des Lan Nekruten-Ahteilung werden bezahlt berechtigten, deren Namen beginnen mit AA am Mittwoch, 27. Januar J— am Donnerstag, 28. Januar Dlelenigen Einwohner, Verpflegungskosten für di Schlesier erbeben wollen, den oben bezeichneten Ta (Seitenbau) unter Vorlage der Unterkunfts melden. Die Nichtanmeldung de bis zum 30. Januar wird dem V werden aufgefordert, dies a erzicht gleichgeachtet. Die Verpflegungsgelder für die während des Monats gerwohnungen untergebrachten dsturm⸗Ersatzbataillons nebst den Empfangs⸗ von vorm. 8 uhr bis nachm. 1 Uhr. R am Freitag, 290. Januar Zahlstelle ist die Stadtkasse— Eingang von der Süd- Anlage. 1741 die Anspruch auf Ersatz der e im Herbst untergebrachten gen vormittgas im Stadthaus scheine anzu⸗ 5 Anspruchs spätestens IV. Bezirk. Vormittags von 9—1 2 Ubr] Nachmittags von 2—6 uber 1. Frankfurter Straße 1. Hinter der West⸗Anlage 2. Liebigstraße(von Frank- 2. Grabenstraße B jurter Straße bis Bahn- 3. Bahnbosstraßße(pon Gra⸗ ofstraße! benstraße bis West⸗Anlage) 3. Babnbofstraße vom Bahn⸗ 4. West⸗Anlage 21 bis Grabenstraße) 5. Schanzenstraße 4. Lahnstraße 6. Bahnhofsstraße(von Weft 5. Hammstraße Anlage bis Tiefenweg) 7. Wolkengasse Sollten die angesetzten Zeen für das Abholen der Sachen nicht ausreichen, so wird in den zurückgebliebenen Straßen Dienstag, den 26. Januar und Donnerstag. den 28. Januar das Abholen wiederum bezirksweise in den Stunden von 9—12 Uhr vor⸗ und von 2—6 Uhr nach⸗ mittags wie oben fortgesetzt. Gießen, den 21. Januar 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. 759 Städt. Wohnungsnachweis Gießen, Asterweg 5. Es sind zu vermieten: 743 n Die Fuhrleistun sollen öffentlich vergeben werden. und Bedingungen liegen während der Dienststunden b den genannten Werken zur Einsicht offen. drucke bis zum 29. Januar d. Js. a, vormittags 11 Uh verschlossen und mit entsprechender gebunden. 7 gen für das Gas- und Wasserwerk Angebots formulare 5 Angebote sind unter Benutzung der bei dem Gaswerk erhältlichen Vor⸗ Aufschrift versehen an 2335 1 berrschaftliche Wohnung von? Zimmern mit Zentral⸗ heizung 1 Wohnung von 7 Zimmern, evtl. mit Mansarde, 2 Wohnungen von 6 Zimmern 1 Wohnung v. 5 Zimmern und 1 Mansardenzimmer, 3 Wohnungen v. 5 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 bis 5 Zimmern, 3 Wohnungen von 4 Zimmern, 6 Wohnungen v. 3 immern, 6 Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Lager- oder Fabrikraum, 6 möblierte ei r. das Gas- und Wasserwerk einzureichen. Freie uswahl Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende. unter den Bewerbern bleibt verbehalten. Die Bewerber Zu mieten gesucht: 10 Wohnungen von 2—5 Zimmern. bleiben an ihre Angebote bis zur Zuschlagsertellung Nadal. Arbeilanachileis Siessgen. lzversteigerun Holzuerst. 9 Jorstwartei Gießen II und III. und Forstwart Arft⸗Hochwarte). beginnend, werden in den Waldu in den Distrikten Falkenhorst, Cbarlottenwald(Abt. 76, 0 und 14 der St 98b versteigert: 14. Fichten⸗Derbstangen mit 1,52 Fstm., 277,7 Rm. Buchen ⸗Scheitholz, 5,4 5 Eichen⸗Scheitholz, 3 15 Fichten⸗Scheitholz, 71„ Buchen- Knüppelholz, 32„ Oainbuchen⸗Knüppelholz, 6„ Eichen⸗Knüppelholz, 38 Fi ten-Knüüppelholz, 3000 Wellen uchen⸗Rei 17 10710„ Dainbuchen-Neisig(Durchforstung), 100„ Eichen⸗Reisig, 676 Rm. Buchen⸗Stockholz, 42„ Eeichen⸗Stockholz, Fichten⸗Stockholz. 1 1 Die Zusammenkun 730 Süd Anlage 9 11. 8. Schneise. Jorstwart Geisel⸗Gießen Montag, den 25. Januar 1915, vormittags 9% ubr adt Gießen eidmannslust und uft ist auf der Licher Straße au der 1717 Asterweg 9. 742 5s können eingestellt werden:* 2 a. bei biesigen Arbeitgebern: Dreher, Former, Schlosser, 1 Schreihgehilse,(Heizungs ⸗ und Elektromonteur, 1 Automobllschlosser, 2 Spengler und Installateure, 1 Buchbinder, 1 Schneider, 1 jüngerer Schuhmacher. 5 Sattler, 1 Friseur, 2 Dachdecker, Land⸗ wirtschaftliche Knechte, Taglöhner und Hausbürschen, Dienstnädchen. ö bei auswärtigen Arbeitgebern! Automatendreher, Elektromonteure, Eisendreher, Jeuer⸗ schmiede 4 Klempner und Installateure Satt⸗ ler, 2 Bäcker, Hochofen, Drafnage und Erdarbeiter, 1 Fuhrmann für eine Mühle,& Aeltere trankenwärter, Bau-, Robr- und Revparaturschlosser, somie un⸗ bei freier elerute Fabrikarbeiter für eine Fabrik inreise. Es suchen Arbeit: 1 landwirtschaftliche Arbeiter, Fuhrleute, 1 Schmied, Tanezierer, 8 Schreiner, 1 Kaser, 1 Glaser, 1 Muller, Zältere Schuhmacher, 2 Schneider, 5 Maurer, 3 Zimmer⸗ leute, 4 Weißbinder und Lackierer, Kaufleute, Schreiber, landwirtschaftliche Arbelter und Knechte, Taglohner⸗ Kellner, Hausburschen, Rutz Wasch⸗ und Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Glaser⸗ und 2 Schlo erlehrlinge. N 4