nr 11 AIZpeites Blatt 1 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Gleßener Lamillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang Gold und Eisen für den Krieg. Ver will es leugnen, daß Eisen und Gold die beiden wichtigsten Faktoren sind, die auf die Entscheidung im gegenwärtigen Kriege den bestimmenden Einfluß ausüben werden? Einen Krieg, in dem solche Massenheere wie heute aufgeboten worden wären, hat die Weltgeschichte bisher nicht zu verzeichnen. Man wird nicht zu hoch schätzen, wenn man das gesamte Menschenaufgebot aller Kriegführenden in der Mindestzahl mit 15 Millionen und in der Höchstzahl mit 20 Millionen Soldaten annimmt, wobei auf Deutschland und Rußland, die beiden stärksten Militärmächte, allein etwa zweidrittel des Gesamtaufgebots entfallen dürften. Diese Heere wollen verpflegt und sie wollen vor allem mit Waffen und Munitiou ausgerüstet werden. Zu beidem gehört aber Gold und— Eisen. Und man hat in England nicht so unrecht, wenn man die Anschauung vertritt, daß der Krieg mit der letzten Milliarde entschieden wird. Die Frage ist nur, wer diese letzte Milliarde aufbringen kann: England oder wir. In Rußland und Frankreich bestehen heute schon bedenkliche Geldsorgen und Geldnöte. England muß aushelfen; es hat für 10 Millionen Pfd. Sterling fran⸗ zösischer Schatzscheine letzthin übernehmen müssen. Ruß⸗ land. e scheint der Brite aber die Taschen zuzu⸗ halten. Wenigstens mußte Rußland von der Unterbringung einer Anleihe am englischen Markt Abstand nehmen, weil die estellten Bedingungen derartig demütigend waren, daß Nine Großmachtstellung darunter gelitten hätte. Die Be⸗ schaffung der weiter erforderlichen Milliarden stößt also auf recht ernste Schwierigkeiten, da Rußland selbst ein kapitalarmes Land ist, das die weiteren Lasten des Krieges nicht tragen kann. Milliarden-Anleihen kann es nicht auf⸗ bringen. Die unverkennbare Friedensneigung, die zweifels⸗ ohne in führenden Finanzkreisen Rußlands herrscht, ist deshalb wohl verständlich. Bezeichnend für die russische Stimmung ist ein in einem Moskauer Blatt, dem„Rußkoje Slowo“, das führenden politischen Kreisen nahestehen soll, erschienener Artikel, der außerhalb Rußlands starke Beach⸗ tung gefunden hat und mit folgendem Stoßseufzer schließt: „Wir brauchen nun Geld, und das beste, wenn nicht das einzige Mittel wären langfristige Anleihen in Frankreich und England, den reichsten, geldbeladensten unter unseren Verbündeten. Wir bitten nicht um Almosen— Rußland ist gut als Land für Geldanlagen. Wir brauchen einen Schutz— mantel für unser Heldentum, man sollte uns von der zehrenden Geldsorge befreien!“ Aber es fehlt auch das Eisen, um die nötigen Waffen und Munition zu beschaffen. Auch darin sind England und Frankreich insofern besser gestellt als Rußland, als ihnen die Beschaffung von auswärts in weitgehendem Maße mög⸗ lich ist. Die Haupt⸗Eisendistrikte in Rußland sowohl wie in Frankreich sind von uns besetzt. Die eigene Erzeugung, die an und für sich in beiden Ländern kaum zur Versorgung der großen Heeresmassen ausreichen würde, ist also noch mehr beschränkt. Nimmt man nun noch hinzu, daß die russi⸗ schen Einbußen an Waffen- und Geschützmaterialien in den großen Kämpfen in Ostpreußen und Polen ganz gewaltige gewesen sind, so wird man den oft auftauchenden Gerüchten über Mangel an Artillerie und Gewehren, an Munition im russischen Heere Glauben schenken dürfen. Die Einfuhr ist stark erschwert, da Rußland nur ein einziger Hafen, Archan⸗ gelsk, als Zufuhrstraße übrig bleibt, nachdem die Darda⸗ nellen und die Ostsee für die Zufuhr gesperrt sind. Dieser ist im Winter aber wegen des Eises schwer zu passieren. Nachdem alle Länder mit stärkerer Eisenerzeugung am Kriege beteiligt sind, bleiben auch nur die Vereinigten Staa⸗ Sießener Nonzertverein. „ Gießen, 17. Jan. 8 Ein lyrisches Intermezzo in der gewaltigen tragischen Symphonie des Schlachtendonners möchte ich den Liederabend nen⸗ nen, an dem wir hier in Gießen Frau Hermine Bosetti aus München kennen lernten. Mehr noch. Wie im tiefsten Frieden umfing uns dieser Gesang, als ob in der weiten Welt rings um uns alles eitel Liebesleid und Liebesfreud, Sonnenschein und linder Regen, Wehmut und Sehnsucht, Scherz und Uebermut wäre. Und doch stellte sich Frau Bosetti bei uns dankenswerterweise in den Dienst der vaterländischen Sache, wie der gute Besuch be⸗ wies, mit gutem und hoffentlich. auch klingendem Erfolg,— so klingend möcht' ich wünschen, wie diese Stimme. Und wiederum mag es den meisten gegangen sein, wie mir; sie wurden der über⸗ mächtigen Bilder des um uns tobenden Weltkrieges nicht ganz ledig und es blieb etwas in unserem Genießen, das heutigen Tags auf solche friedsamen Töne doch nicht recht eingestellt ist. Im Frieden wäre der Beifall für diese Liederspenden vielleicht nicht gerade wärmer, aber lauter, unermüdlicher gewesen. Wer Frau Bosetti von der Bühne her kennt, der weiß,, daß sie in ihrem ureigensten Gebiet, der Spieloper, heute kaum von einer Sängerin übertroffen wird. Die Vorzüge, die eine andere Vertreterin ihres Faches vielleicht aufweist, werden durch das ganze Wesen, in dem Frau Bosetti aus innerster Natur herauslebt und webt, reichlich aufgewogen. Aber dieses Wesen, ich muß es ehr⸗ lich bekennen, erleichtert Frau Bosetti den Schritt von der Bühne aufs Konzertpodium nicht. Forderungen und Aufgaben der Bühne stellen eben gerade an Sänger und Sän⸗ 3 Aufgaben, die sich mit der reinen Kunst 3 Liedgesanges nicht ganz vertragen. Schon im rein Stimmlichen ist das selbst bei einer so gesunden, klangvollen Stimme, wie Frau Bosetti sie ihr eigen nennt, merkbar; es ist da ein Rest Bühne in Technik wie Auffassung merkbar, der den anspruchsvollen Hörer auch bei einer so ausgezeichneten Künstlerin, wie Frau Bosetti, etwas stört. Man kann nicht einmal sagen, daß dies bedingungslos ein Fehler sei; auch unsere Meister des Liedes vertragen nicht nux, sie fordern in ihrer Eigenart verschiedene Tongebung, verschledenen Stimm⸗ klang und Ton⸗ wie Sprechansatz; und nicht jeder Komponist liegt dem Künstler gleichgut. Das gilt ganz besonders auch von Meistern des Gesanges. So war bei Frau Bofetti Hugo Wolf ausgezeichnet aufgehoben; ihm kam ihre Eigenart geradeswegs zugute und es ist bezeichnend, daß die Sängerin als Zugabe das cchöne Lied gerade dieses Meisters„Er ist's“ wählte. Auch die Strauß'schen Lieder, besonders das erste„Morgen“ gelangen vortrefflich. Thuille und Pfitzner waren für die heutige Zeit etwas gar zu wenig herzhafte Ware, sie können in dieser Zeit nicht wirken. Der Urgesundheit und Gemütstiefe unseres Schu⸗ bert dagegen blieb Frau Bosetti für mein Empfinden doch viel huldig: gewißß: Schubert lebte in Wien, aber er war schwerlich ei von den empfindsamen Wienern, wie wir sie uns vorzustellen N wie sie uns meist heute begegnen, ganz gewiß . Gießener Anzeige General⸗Anzeiger für Oberhessen Montag, 13. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 5, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. ten von Amerika als einzige leistun ihige Ei und als Bezugsquelle für Waffen und Daß Frankreich und England sich von dorther sorgen, ist bekannt und gerade in diesen Tagen der amerikanischen Protestnote gegenüber den Uebergriffen gegen die neutrale Schiffahrt von Seite festgestellt worden. Ohne die amerikani senerzeuger Munition übrig. stark ver⸗ aus Anlaß englischen deutscher sche Unter⸗ stützung würden die drei Verbündeten wahrscheinlich noch stärker an Munitionsmangel leiden als dies sch Fall ist. Für Rußland ist der überseeische Bezu den erwähnten Gründen sehr erschwert. e Wie ist nun Deutschland in Bezug auf Gold gestellt? Unser Goldvorrat bei der on jetzt der g aber aus und Eisen Reichsbank hat sich seit Kriegsausbruch bisher um rund 800 Millionen vermehrt. Er ist noch ständig in der Vermehrung begriffe steht fest, daß besonders in den ländlichen Be ziemlich viel Gold im Umlauf ist, das nur lang n; denn es zirken noch sam an die Reichsbank gelangen kann. Es fehlt leider an der nötigen Organisation, die sich mit der Einsammlung u rung befaßte. Die Leute auf dem Lande wissen n nicht, welche Bedeutung dem Gold in der geg Kriegszeit innewohnt. stärkt, wenn es durch Vermittlung der Post oder lichen Kassen der Reichsbank zugeführt wird, da Zweck aber nicht erfüllt, wenn es von dem Ein gehalten wird. Reichsbank in ihren Kassen hat, desto mehr (Banknoten und Kassenscheine) kann sie in Umlau die Zahlungsmittel vermehren. Nach nd Abliefe⸗ och vielfach enwärtigen Daß es unsere Kriegsbereitschaft der öffent⸗ ß es seinen zelnen fest⸗ Je mehr Metall(Gold und Silber) die Papiergeld fsetzen und den Berechnungen vor Ausbruch des Krieges beträgt der deutsche Goldvorrat etwa 4 Milliarden. Davon sind 2,2 Milliarden jetzt bei bank, etwa 1 Milliarde vatbanken sein, Händen von Privatleuten zerstreut im müssen, deren Herausgabe hofft wird. Mit 3 Milliarden oder 3000 die Reichsbank über einen Goldbestand verfüge weder die Bank von England noch die Bank von aufzuweisen haben. dem letzten Ausweis über rund 1, Milliarden Grund dieses Goldvorrates sind wir in der Zahlungsmittel in Papiergeld noch bedeutend der Reichs- dürfte in Händen der großen Pri⸗ so daß immer noch 0,8 Milliarden sich in Lande befinden entlich nach und nach gelingen Millionen Mark würde n, wie ihn Frankreich (Die Bank von England verfügt nach Gold.) Auf Lage, unsere zu erhöhen und den bereits im Umlauf befindlichen 4,7 Milliarden noch eine weitere Milliarde hinzuzufügen. Auch d unseres weiteren Kriegskredits duͤrfte nach Erfolge der ersten Kriegsanleihe von 5 Millia ie Deckung dem großen rden kaum Schwierigkeiten bereiten. Daß das Reich für Kriegszwecke eine neue Anleihe aufnehmen muß, gilt als sicher, nachdem die bisherigen Kriegsausgaben den bereits überschritten haben. Vor März wird die der Anleihe aber nicht erfolgen. sind Nicht minder günstig gestellt gegenüber unser in wir in Bezug auf die Beschaffung unseres Betrag jener Anleihe Auflegung en Gegnern Kriegs- materials an Geschützen, Waffen und Munition. Unter allen kriegführenden Staaten stehen wir in erzeugung bei weitem an erster Stelle. Unsere Pro Bezug auf die Eisen— duktion hat die englische im Laufe des letzten Jahrzehnts um 7 bis S Mil— lionen Tonnen überflügelt, soweit die Menge in Frage kommt. Und in Bezug auf die Güte unseres Stahls wird Krupp bekanntlich von keiner Fabrik der ganzen Welt über⸗ troffen. Riesenbetriebe, wie Krupp, Thyssen, Phönix, Gelsen⸗ kirchen, die je 30-bis 50 000 Arbeiter beschäfti weder England noch Frankreich noch Rußland a Alle diese Betriebe und die Hunderte mittlerer, gen, haben ufzuweisen. kleiner und kleinsten Betriebe, wie sie in Rheinland, Westfalen, Sieger⸗ Lo land, erschlesien, an der Saar, in Lothringe können der Liefe groß er ist! K g Es ist an dieser Stelle schon oft der wunderbare Begleitens gedacht worden, die immer und immer w erfreut und wärmt, wenn Herr Prof. Traut m Amtes als Begleiter waltet. Ich durfte kürzlich an rung für Kriegszwecke dienstbar gemacht wer— n bestehen, n Kunst des ieder innigst ann seines dieser Stelle über Backhaus! nie versagende Technik schreiben— wenn ich ihm noch einen weiteren Vorzug zu seinem Spiele hi könnte, so wäre es dieser einzig dastehende warme, s. Anschlag Trautmanns. lichen Pianisten gehört, viers an unserer Kunststätte spielen hören, ich weiß in diesem Punkte Trautmann erreicht. allem obengesagten Schuberts zum Höhepunkt dieses Konzertes. * Darmstädter Theaterbrief. Darmstadt, 1 Die rührige den Krieg nicht abhalten, stets Neues und Wertvolle nzuwünschen ammetweiche Wir haben hier schon manchen vortreff⸗ wir haben die größten Meister des Kla⸗ keinen, der r Das machte diesmal trotz Lied„Auf dem Wasser zu singen“ o 6. Jan. Intendanz des Hoftheaters läßt sich auch durch 5 zu bieten. Zwei interessante Neu⸗Cinstudierungen erschienen diese Woche im Spielplan. Am Mittwoch kam Gluck's„Orpheus und Eu⸗ rydike“ Gastieren des spielen dieses Sommers geplant war! zu Gehör und zwar in der Gestaltung, die für ein Darmstädter Personals bei den Salzburger Fest⸗ Der Wert der Gluck'schen Oper liegt in der instrumental und musikgeschichtlich interessanten Partitur, in der Gluck zum erstenmal mit der Tradition der rein unterhaltenden Spieloper bricht, in der der musikalische Teil nur den Wert der Begleitung hat. Der K zum Ausdrucksmittel 0 die Brücke zum neuen Musikdrama der omponist hob hier die Musik zum gestaltenden Faktor, von Handlung und Stimmung, und schlug so Ideen Richard Wagners. Das hat der mehr als 150 Jahre alten Oper ihren Wert geprägt. So beruhte der Hauptreiz der Aufführung in der glänzenden Leitung des Orchesters durch Herrn Hofrat Ottenheimer, die den musikalischen Glanz und Schmelz der Gluck'schen S chöpfung in 5 den, sodaß wir auch darin völlig unabhängig vom Ausland ganz auf uns selbst gestellt allen Bedürfnissen des Kriegs ge⸗ recht werden können. Die Organisationen, die zur Sicherung der metallischen Rohs für, daß keine Verschleuderung Fall die überseeische Zufuhr, die von Schweden und Nor- wegen heute noch stattfindet, ins Stocken käme. Die Lage un⸗ serer Eisen- und Stahlindustrie, die in vollem Gange sich be⸗ findet, ermöglicht es, den ganz gewaltigen Bedarf unserey Heere vollkommen ausreichend zu decken. Und schließlich hal⸗ ten wir, wie schon oben erwähnt, die bedeutendsten französi⸗ 8 schen und russischen Industriebezirke, sowie speziell auch die belgischen besetzt und können zur N Zwecken dienstbar machen, wie es in Belgien geschieht. Gold ö und Eisen reichen also für die ö unserer Seite vollkommen aus.* Krieg zwanzig 5 Wir können es g halten, vielleicht noch besser. 5 888 toffe ins Leben gerufen sind, sorgen da⸗ derselben stattfindet, für den 8 . 8 8 0 l 5 Not auch diese unseren Fortsetzung des Kriegs auf Die englische Drohung, den Jahre fortzusetzen, schreckt uns deshalb nicht. zum mindesten ebensogut wie England aus- der Oberbefehlshaber im Osten eigentlich fertig bringe, neben seiner immerhin zeitraubenden Tätigkeit als Schlachtenlenkern noch Muße zu finden für die Beantwortung von Briefen, für Audienzen Besuche im Hauptquartier kann ich heute keine andere Antwort geben als die: Er hat eben für alles Zeit!— Immerhin habe ich es wohl hauptsächlich einer über⸗ aus warmherzigen Empfehlung des schlesischen Generalober— sten zu verdanken,(die ich ihm nie vergessen will!), daß meine Bitte um Gewährung einer Sitzung so über Erwarten rasch erfüllt wurde. meinem Wege ins denn als Generalfeldmarschall nicht nur voll freundlichem Entgegen— kommen, sondern in geradezu glänzender Laune, vermutlich infolge des bereits gemeldeten allgemeinen Rückzuges der russischen„Dampfwalze“, von dem die Welt zwei Tage später erfreuliche Kunde vernahm. wohl ihren haben, denn 2 Fensterseite des Empfangszimmers im Königlichen Residenz⸗ schlosse zu... tine Silhouette eine plötzliche und zufällige Sinnestäuschung war, sondern auch bereits von andern empfunden worden ist, hat mir der Marschall im Laufe eines späteren Gesprächs selbst bestätigt. ich sage: wir, hatte ich zu meiner lebhaften Freude auch meinen ehemaligen Studiengenossen Prof. Karl Ziegler wiedergefunden, mit dem ich vor mehr als einem Vierteljahrhundert die Kompo⸗ sitionslehren Antons v. Werner gehört hatte. Auch Zieg⸗ ler war mit der Gewährung einer Sitzung beglückt worden, um das Bild des Heerführers für sein auf dem Schlachtfelde gesammeltes„Kriegs-Skizzenbuch“ festzuhalten. Das„Ate⸗ lier“ war im Augenblick geschaffen: Mappen dienten die Lehnen hoher Stühle, und mit begreif⸗ licher Hast raschelten unsere Zeichenstifte über das Papier. In zwangloser Haltung stand der„Marschall Vorwärts unserer Zeit“ vor uns, und mit herzgewinnender Natürlichkeit unter⸗ hielt sich Se. Exzellenz mit uns über persönliche und künst⸗ lerische Dinge, die anscheinend Gelegenheit berichtigte er auch die weitverbreitete Meinung, allen Schattierungen fein herausarbeitete. Den„Orpheus“, den meist eine Altistin singt, hatte diesmal der lyrische Tenor 1— Globerger) übernommen, der die lichen Schwierigkeiten sehr anerkennenswert durchführte. Marx(Eurydike) und Frl. Stimme und fügten sich mit sicherem musikalischen Können in das Gesamtbild ein. einen Schauplatz verlegt worden, so daß der störende Szenen⸗ wechsel vermieden wurde und sich licher Folge abwickelte. Verein mit Hoftheatermaler Kempin hatte ein sehr schönes Bühnen⸗ bild geschaffen, von Frau Ehrle einstudierten Tänzen und Gruppierungen bot! schwender“, der in einer von Herrn Baumeister verständnisvoll geleiteten Aufführung am Freitag in Szene Stück ist über 100 Jahre alt; 1814 wurde es in Wien zum erstenmal mit ungeheurem Erfolg gegeben. Man kann auch heute noch mit Vergnügen die anspruchslosen Ges dichters sehen und sich an der reichen Handlung, dem bunten Wechsel von ernsten und heiteren Szenen erfreuen. gute Besuch des Hauses und der lebhafte Beifall. Kurt Ehrles in der Titelrolle, dem N tin“ wirkungsvoll assistierte, sowie die schöne Ausstattung ver⸗ halfen zu einem vollen Erfolg. Den musikalischen Teil leitete Kapellmeister Lert mit viel Temperament. 6 im 4. Akt brachte Lieder, Tänze und ein Cellosolo, ausgeführt von ersten Kräften des Theaters. — — Bei Hindenburg.* Man hat häufig die verwunderte Frage gehört, wie es und sogar— Malersitzungen. Trotz mehrfacher auf diese Frage Es muß aber wohl noch ein anderer guter Stern über 5 östliche Hauptquartier geleuchtet haben, ich am 14. Dezember dort eintraf, fand ich den ihm. Die Größe des Erfolges muß Abglanz auf seine ganze Erscheinung geworfen als der Feldherr uns zur Begrüßung von der 2 entgegentrat, glaubte ich Bismarcks gewal⸗ wiederzuerblicken. Daß dieser Eindruck nicht Wir standen dem gewaltigen Manne also gegenüber; denn im Vorzimmer des ersten Adjutanten Als Staffelei für unsre sehr interessierten. Bei dieser Rolle trotz der großen gesang⸗ 1 ö Frau Schreber(Eros) waren beide gut bei Die Handlung war in geschickter Weise auf i das Spiel in klassisch einheit- Die Regiekunst des Herrn Nowack im das einen stimmungsvollen Hintergrund zu den In die Welt der alten Märchen führte Raimunds„Ver⸗ũ ging. Auch dieses talten des österreichischen Volks⸗ Das zeigte ber Das flotte Spiel: Bruno Harprecht als„Valen⸗ Eine Konzerteinlage Dr. P. ** Zum 18. Jauuar. Es rollen dröhnend der Kanonen Donner, Granaten zischen blitzend hoch empor Und wühlen tief sich in der Erde Schollen. Es stebn der Schützen endlos lange Ketten Von Pulverdampf umhüllt im Grabenlauß, Und knatternd fliegt die Kugelsaat hinüber. 10 Den Säbel blank, das Bajonett gefällt, So geht's im Sturm dem bittren Feind entaegen: Mit der Verzweiflung Mut kämpft Mann gen Mann, Und Faust mit Faust reicht bis zur letzten Kraft. So tobt die Schlacht im sernen West und Ost An jenem großen, denkwürdigen Tage, Wo Preußen sich zum Königreich erhob.* Um weiter noch und höher noch zu steigen, Bis sie in Femdesland einst seinen König Nach siegesreichem Kampf zum Kaiser krönten Des Deutschen Reiches, einig, stark und frei. Und jener Tag, der beides Große schuß, Er mög' den Sieg verleihen Deutschlands Waffen! Und ist's auch schwer, und kostet es viel Blut, Der herrlich große Sieg muß uns doch bleiben! 8 r 6 Gr * e.. 1 * ö Stilisierung des ohnehin„martialischen“ träts am besten gelungen erscheine! Zum Beweise dessen malen, und daun ein * . Vorarbeiten hierfür am 4. bezw. 5. Januar f. vaß er aus Ostpreußen stamme; sein Geburtshaus steht viel⸗ mehr noch heute in Posen. Mit köstlichem Humor verwies er die ihm verschiedentlich angedichteten Leiden, wie Gallen⸗ steine, Gicht und andere Gebresten ins Reich der Fabel! Wer die Kraftfülle dieser Reckengestalt je zu sehen Gelegenheit hatte, wird auch garnicht an die Möglichkeit denken. Hoffen wir, daß„unser Hindenburg“ noch lange von den Beschwer⸗ den des Alters verschont bleibe! Auf meine Bemerkung von der hellen Begeisterung des u Volles für den Erretter der Ostmarlen, die sich nach . nicht nur in schwungvollen Reimen unb Tonsetzereten, sondern auch in der Zusendung von aller⸗ Feld sehr realen Liebesgaben äußern solle, erwiderte der eldherr frohgelaunt:„Nun sind mir wohl an die 30 „Dindenburg⸗Märsche und Lieder“ gewidmet worden. Nächstens lasse ich alle Komponisten hier zusammen antreten und ihnen sämtliche Stücke zu gleicher Zeit vor⸗ spielen!“ In diesem Augenblick erschien der liebenswürdige und seines schwierigen Amtes im persönlichen Dienst mit bewundernswertem Geschick waltende 1. Adjutant, Haupt⸗ mann Caemmerer, mit einem riesenlangen„dringen⸗ den Telegramm mit bezahlter Antwort“. Wir erschauerten in 7 7715 denn wir glaubten endlich einmal einen kühnen Blick in das innerste Getriebe der Weltgeschichte wersen zu können, und befürchteten zugleich, die lostbare Zeit, die uns knapp bemessen war, könne durch eine wichtige Entscheidung verkürzt werden. Doch es kam anders: Ein glühender Ver⸗ ehrer bat mit der Versicherung unwandelbarer Treue um die Erlaubnis, dem geseierten Kriegshelden seine neue Bro- schitre über„Die Hebung der Geflügelzucht nach einem er patentierten Verfahren“ widmen zu dürfen!—— ehr Beifall als dieses wohl mit Recht unbeantwortet ge⸗ bliebene Gesuch fand die Vorlesung pes durch die Fügung des Schicksals gleichzeitig eingelaufenen Gedichtes, in dem Ru⸗ dolf Presber die unzähligen„Hindenburg-Liebesgaben“ „Eniewärmer, Stützel, Halstücher,„Nur ein Viertelstünd⸗ chen“-Kissen) und deren wohlmeinende Spender mit viel Witz 9„Ja sehen Sie“, sagte der Feldmarschall einfach, „einer der Adjutanten hat nun weiter nichts zu tun, als Liebesgabensendungen in Empfang zu nehmen, Briese zu lesen und— zum Teil— zu beantworten!“ Als Hindenburg von meiner Absicht hörte, mit seinem Bilde eine Art„Nationalblatt“, eine Steinzeichnung, zu schaffen, deren Ertrag zum Teil den Zwecken des Roten Kreuzes für die Ostmarken und des Nationalen Frauen- dienstes für die Hinterbliebenen der schlesischen Krieger zu⸗ gute kommen solle, äußerte er von selbst den trefflichen Gedanken, hierfür dieselbe Uniform anzulegen, in der er seine denkwürdigen Schlachten geleitet hat. Gesagt— ge— tan! Bald stand er wieder vor uns in dem schlichten, feld— sclecht Mantel und Mütze, die vielleicht von späteren Ge— chlechtern noch einmal als wertvolle Reliquien betrachtet werden dürften. Nun wurde mit fiebernder Eile weiter— searbeitet, und zur genaueren Feststellung des kostümlichen eiwerks(Orden, Gürtel, Degen) machte ich noch rasch einige scharse Momentaufnahmen.„Photographiert zu werden ist mir beinahe noch unangenehmer als der Gedanke an die Möglichkeit einer verlorenen Schlacht“, bemerkte der Sieger von Tannenberg scherzhaft, aber er erkannte die zeit⸗ —. Zweckmäßigkeit dieses modernen Hilfsmittels zur nterstützung der persönlichen Auffassung vollkommen an. Unsere beiden Skizzen wurden von S. E eigenhändig unter ichnet, und wir erhielten zum Schlusse dieser unvergeß⸗ ichen Sitzung obendrein noch je eine Photographie mit eigenem Namenszuge zum Geschenk. Obwohl für die Sitzung nur die knappe Spanne von 35—40 Minuten vorgesehen war, hatte sie sich doch auf eine ganze Stunde ausgedehnt; ohne das geringste Zeichen der Ermüdung von dem an— dauernden Stillstehen entließ uns(entgegen dem sonstigen Mbeliergebrauch) diesmal— das Modell. Nachdem ich in den folgenden Tagen mit Hilfe der Naturskizze und der Detailaufnahmen in meiner Breslauer Werkstatt den Entwurf für das 1 angelegt hatte, wurde mir zur Vollendung nach dem Leben eine e Sitzung am 30. Dezember gewährt. Abermals durfte eine volle Stunde die verehrungswürdigen Züge nach- Als die Arbeit beendet war, mußte ich sie auf aus⸗ 3 Wunsch des Marschalls mit dem tum, der 9 des Entstehungsortes und dem besonderen Ver- merk:„Nach der Natur gezeichnet“ versehen. Außerdem wurde mir noch der unerwartete Lohn zuteil, daß S. E. auch dieses Bild mit—.— Namenszuge und mit der Ueberschrift seines Wahlspruchs„Vorwärts“ schmückte. t —. mit! Ich wurde von dem Dargestellten zu meiner ussprechlichen Freude obendrein ermächtigt, öffentlich n Gebrauch zu machen, daß ihm dieses Bildnis seiner urfrische wegen von den wenigen, bisher nach dem Leben zum Zwecke der Vervielfältigung entstandenen Por- erhielt ich die Erlaubnis, das für seine Familie gewünschte, usgroße Kniebild(mit dem von Seiner Majestät dem rern zu Weihnachten 497 Marschallstabe) zu Portr in ganzer Figur auf histori⸗ Landschaftshintergrunde, den mir S. E. gelegentlich st vor⸗ at geschrieben hat. Ziegler hatte gleichfalls in der eine neue Studie gezeichnet, die ebenso wie er ul Schulz in Breslau nach einer im Handel befindlichen tographie begonnene, aber vor der Natur vollendete ief den vollen Beifall Hindenburgs fand. Dies sind außer meinen Entwürfen und neben dem vor einiger Zeit in einer illustrierten Zeitschrift erschienenen, sowie einem an- deren, bisher noch nicht veröffentlichten Bilde meines Wis⸗ 8 die einzigen Originalarbeiten, zu denen der Feldmar⸗ gesessen hat. Alle übrigen sind nach älteren Photo- graphien hergestellt. 1 Und in der Tat entsprechen nur wenige dieser Bilder einigermaßen der Wirklichkeit. Sie zeichnen sich zwar durch eine mit Vorliebe unterstrichene, aber dur verkannte Grimmigkeit des Gesichtsausdrucks, durch die entstellende t 0 l Schnurrbarts, so⸗ wie durch die aufdringliche Betonung einiger gar nicht 8 3 im Antlitz sichtbarer Warzen aus, aber das sentliche an diesem herrlichen Manne sie nicht wieder: den Zug der geistigen Ueberlegenheit. Uebrigens habe ich in den verschiedenen Sitzungen Beo t, daß die befremdliche Augenstellung auf sast allen er Bilder nur einem einfachen Zufall zuzuschreiben ist: Bei der Herstellung der als Vorlage für die meisten dieser Bilder verwandten Phot en richtete der damalige General von Hindenburg(vermutlich auf Wunsch des Photo⸗ graphen) den Blick auf das Objektiv, und da er sehr groß ist— er mißt nach eigener Angabe„sechs Fuß weniger ein paar Strich“—, entstand der mũde Ausdruck der gesenkten „Weichlich bin ich nicht! hörte ich ihn kürz⸗ lich sagen. Diesem charakteristischen Worte entspricht der seste Blick aus seinen blauen, mit unverminderter Kraft bis auf den Seelengrund durchdringenden Augen unter den scharf ge⸗ zeichneten Brauen. Das dichte Haupthaar ist weißer als 1 Bart. Das gedrungene Kinn erhöht den Gin⸗ druck einer unerschöpflichen Energie. Der markig geformte, man könnte sagen: flächig zugeschnittene Kopf ruht auf breiten Schultern über der mächtigen Brust. Fürwahr eine prachtvolle Heldengestalt, würdig als Vorbild zu einem ehernen Denkmal von der Wucht einer Colleonistatue! Alles an diesem seltenen Manne zeugt von Tatkraft und Willensstärke: sein Wort, die Haltung, sein Blick. Aber geradezu überwältigend erscheint mir die echt soldatische Einfachheit, die schlichte Natürlichkeit dieses Feldherrn genies! Siegfried Laboschin. ————— Aus Stadt und Cand Gießen, 18 Januar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Landwehrmann Valentin Schäser II., Res.-Inl.-Rehnt. 60, aus Berns hausen. Landwehrm. Heinrich Schad, Res.- In. gt. 0, aus Unterschwarz.— Leutnant und Kompagnieführer Curt Schneider, Ins.-Higt. 66, aus Hanau.— Kriegssreiwilliger Maschinentechniker demrich Erzaräber, Pionier-Bat. 21, aus Darmstadt. Landwehrm. Valentin Feldmann, Res.-Jni.- gt. 116 aus Griesheim— Kriegssreiwilliger Willy Zimbrich, Ink.-Regt. 143, aus DTarmstadt.— Gefreiter Franz Wieber, 2. Landsturm-Ins.⸗Bat., aus Wiesbaden. Ersagreservist Karl Schreiner, Nef-In. ⸗ugt. 223, aus Wiesbaden.— HDaurtmann Ernst Schmidt, früher Kompagntesüthter der Unterolsiperschule in Weilburg.— Musketier August Börner, Jus.-Agt. 118, aus Kirschhosen.— Landwehrm. Wülh. Weick, Res.-Inf.⸗Rgt. 88, aus Worms.— Unteroffizier Wilh. Pacht, Ink.-Agt. 117, aus Mainz. — Vizeseldwebel Lehrer Karl März, Nes.⸗Jus.-Rat. 118, aus Oberhilbersheim.— Wehrmann Karl Maul, Res.-Ins.-Ngt. 118, aus Ober-Ingelheim.— Landsturmmann Michael Os wald, Nes.⸗ Ins.-Ngt. 116, aus Gimbsheim.— Unteroffizier Fritz Brossel, Res.⸗Feldartillerie-Rat. 25, aus Darmstadt. Valentin Nied, Res.⸗Ink.-Rgt. 118, aus Mainz.— Wehrmann Lehrer Friedrich, Nes.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Worms. Ersatz-Reservist Heinrich Dammann, Res.-Ins.-Agt. 116, aus Hegbach i. O.— Wehrm. Möller, Res-Inf.-Regt. 116, aus Deblos.— Wehrmann Wilh. Dildebrandt, Res.-Jns.-Agt. 116, aus Wölfersheim.— Wehr⸗ mann Balthasar Delp, Res.-Inf.-Higt. 116 aus Hüttenseld i. O. — Wehrmann Philipp Schrauder, Res.⸗Jnf.⸗Agt. 116, aus Osthosen. 5 Amtliche Personal nachrichten. In den Ruhe⸗ stand versetzt wurden der Bahnwärter Balthasar Spiehl in Sickenhosen, der Weichensteller Franz Breitwieser in Ober⸗ Rainstadt und der Schaffner Ludwig Euler in Gießen, sämt- lich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast, vom 1. Je bruar 1015. * Eine Lehrzeit für Dienst⸗ und Hausmädchen. Man schreibt uns: Es ist vielfach angeregt worden und wird mit Freuden begrüßt, daß auch die Hilfe im Haushalt, das angehende Dienstmädchen oder Laufmädchen, eine Lehrzeit durchmachen soll, in der den jungen Mädchen die Hausarbeiten von tüchtigen Hausfrauen gelehrt werden. In Aussicht genommen ist zunächst eine halbjährige Lehrzeit, die durch Lehrvertrag fesigelegt wird. Die Lernende verpflichtet sich bei der Lehrherrin, wenn sie aus⸗ — 77 hat, noch wenigstens ein weiteres halbes Jahr als bezahlte raft zu bleiben. Wahrend der Lehrzeit muß dem jungen Mäd⸗ chen von der Dienstherrin die freie Zeit zum Besuche der hoffent⸗ lich bald obligatorisch werdenden Fortbildungsschule gewährt wer⸗ den. Es ist zu hoffen, daß sich auch in unserer Stadt Hausfrauen finden werden, die bereit sind. diese ungen Kräfte anzulernen, 1 * Landkreis Gießen. +. Reiskirchen, 1 Jan. Turch die hier stattgehabte Goldsammlung wurden 2700 Mark zusammengebracht. Oier haben sich nochmals etwa 30 Bürger zum Anschluß ihrer Däuser an das Eleltrizitätswerk gemeldet, so daß nunmehr sast alle Häuser eee sind. Kreis Schotten. 3 L. Aus dem Vogelsberg, 15. Jan. Ein Wechsel geschäft wollte dieser Tage ein Mann in emem Dorse des Vogelsberges machen. Er hatte gehört, daß die Reichsbank fur sedes Goldstück den dreifachen Betrag an Paviergeld herstellen düürse. Flugs begab er sich auf die Postanstalt und wollte für ein Zwanzigmarkstück sechzig Mark Papiergeld haben. Der Beamte hatte Mühe, bis er ihm den Sachverhalt klar ge⸗ macht hatte. Starkenburg und Rheinhessen. Dieburg, 13. Jan. In der Zeit von Anfang De⸗ zember bis 1. Januar l. Is. sind, wie nunmehr auch amtlich mitgeteilt wird, in 21 Gemeinden des Kreises Dieburg in dankenswerter Weise von einer Anzahl von Lehrern durch Haussammlungen 84490 Mark an Gold eingesammelt und gegen Papiergeld umge⸗ tauscht worden. Das Gold ist an die Reichsbank ab⸗ geführt worden. ch. Bingen, 14 Jan. Morgen kommen die ersten Truppen hier ins Quartier. Insgesamt sollen vor- läufig 900 Mann vom Ersatz⸗Bataillon des Infanterie Regiments Nr. 72(Torgau) hier untergebracht werden. Auch soll abermals in Bingen ein Rekruten-Depot errichtet werden. Das benachbarte Büdesheim erhält ebenfalls Ein⸗ quartierung. ch. Aus Rheinhessen, 15. Jan. Soweit es die Witterung einigermaßen zuläßt, werden die Arbeiten in den Weinbergen eifrig gefördert. Vor allen Dingen ist dieses beim Rebschuitt der Fall. Das Holz der Reben wird dabei als vollstandig gesund und gut ausgereift befunden. Nur dank der andauernd milden Witterung konnte das verschiedentlich noch recht grüne Holz so vor⸗ züglich ausreifen. Nunmehr wären einige strengere Fröste recht 14 Dadurch würde nur einer vorzeitigen Vege⸗ tation der vorgebeugt, auch die Krankheitsträger der Rebkrankheiten und Rebschädlinge würden dadurch ab⸗ getötet werden. Zum Schluß würde aber auch der sehr aufgeweichte Weinbergboden aufgetrocknet werden, so daß die Bodenarbeiten sich leichter ausführen ließen. Obwohl das r ständig recht gering war, sind die Vorräte an 1914er Weinen recht klein, was ja bei dem ngen Herbstertrag leicht erklärlich ist. Größere Posten 914er Rotwein wurden in der letzten Zeit für die Laza⸗ rette eingekauft. Die Preise für 1914er Weine sind ebenso wie für ältere Weine fest und hoch. Zuletzt kostete das Stück 1914er in Spiesheim 420 Mark, in Bechtheim 600 Mk., in Gau⸗-Bickelheim 700 Mk., das Stück 1913er in Uden⸗ heim 570 Mk., das Stück 1912er in Osthofen 500 Mk. und in Bechtheim 600 Mark. 1 Kreis Wetlar. Erscheint demnächst in einem neuartigen, originalgetreuen Reproduktionsverfahren im Verlage der e 0 erlags⸗ anstalt A.-G. von Wezel u. Naumann in Leipzig. e n Sohn des Maurermeisters Zecher, erlitt abends, als er von sseiner A O. Atzbach, 15. Jan. Der 8jährige Friedrich Zech er, Arbeilsslätte in Wetzlar beünkehrte, un. 4 2 Das e + Elte rnhause getragen.* zie gaclerde für Beten, i h Frankfurt a. M., 15. Jan. Unter starker Betei⸗ ligung der Vertreter der Staats- und Ko aus der Provinz Hessen⸗Nassau und dem Großher Hesser sand hier eine von Geheimrat Dr. Breidert⸗ Biebrich(früher Mainz) geleitete Versammlung des Mit⸗ teldeutschen Arbeits nachweises statt, in deren Mittelpunkt die Beratung über eine Organisation Fürsorge von Kriegsbeschädigten stand. In einleit Vorträgen beleuchteten Geheimrat Dr. Die z(Darmstadt), Dr. Flesch(Frgukfurt), Prosessor Ludloff( furt), Stabsarzt Dr. Martineck(Berlin) Dr. Schlottner(Frankfurt), das neu zu schaffende Arbeits ⸗ feld nach den verschiedensten Gesichtspunkten. Von seiten des preußischen Ministeriums wurde erklärt, daß die* verwaltung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Heilfürsorge der Kriegsbeschadigten in die Hand neh⸗ men wolle; hierdurch sei es auch in vielen Fällen wieder möglich, die Beschädigten ihren alten Berufen zuzufüh⸗ ren oder sie wirtschaftlich wieder herzustellen. Um dieses große Ziel zu erreichen, gebe das Ministerium den Leu⸗ ten Gelegenheit, sich in allen möglichen Heilanstalten, Speziallliniken, Badeorten und Erholungsstätten gründ⸗ lich auszukurieren. Auch zwischen Landesver⸗ sicherungsanstalten und der Militärverwaltung sind be⸗ reits Verträge abgeschlossen worden, durch die den ent⸗ lassenen Kriegern Versorgung gewährleistet ist. An der Fürsorge für die Leute werden sich, wie allseitig von den anwesenden Vertretern betont wurde, auch die Wohlfahrts⸗ vereine, Arbeitsämter und andere soziale Gesellschaften beteiligen. Zur raschen Durchführung der großen und täg⸗ lich mehr wachsenden r wurde aus der Mitte der Versammlung ein großer Arbeitsausschu e; bildet, der die Organisation in Hessen⸗Nassau, en und Waldeck ins Leben rufen und mit allen in Frage kommenden Faktoren Fühlung nehmen soll. * X. Danau, 14. Jan. Das hiesige Stadttheater ist seit Beginn der dies winterlichen Spielzeit(1. Okt. 1914) unter Garantie der Stadt betrieten worden. Da der Besuch zuftiedenstellend war, onnte den Schauspielern nitzt nur die garantierte Kriegs- gage gewährt, vielmehr noch eine beträchtliche Diwidende gezahlt werden. Laut Beschluß des Magistrats ist jetzt dem bisherigen Direktor Adalbert Stesfter das Theater wieder übertragen worden, der nunmehr auf eigenes Risiko spielt Die Gagen Schauspielpersonals sind vom Magistrat sesigesezt worden. Vor wie nach wird nur das Schauspiel gepflegt, die Operette ist aus⸗ geschlossen. ———* 2 plattdeutsch im deutschen Heere. Das 2. hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76, in das nach einer Abmachung zwischen Preußen und—— moͤglichst alle zur Infanterie ausgehobenen burger eingestellt werden, stellt einen Hort der plattdeutschen ache im deutschen Heere dar. Es ist im Revier der Kompagnien streng verpönt, sich der hoch⸗ deutschen Sprache zu bedienen, und so erblüht hier ein ureigener plattdeutscher Soldatenhumor, der die Geschichte der deutschen Sol⸗ datensprache um ein besonderes Kapitel bereichert. Von allerlei Scherz und Spott bei den 76ern, wie er sich in ihrem Dialekt ausdrückt, berichtete Johs. Stube im neuesten Heste der Mitteilun⸗ gen aus dem Quickborn. So wird Essen und Trinken bei den ein⸗ zelnen Kompagnien nach dem von diesen getragenen Kompagnie⸗ troddeln verschleden bezeichnet. Da gibt es„erste Brig“, das ist die weiße Farbe; das 1 der 2. Kompagnie heißt„tweete Kompagnie“, das ite, un Kunsak“, weil die Farben rot und weiß sind, die 3. Kompagnie trinkt„Getreide“, ihre gelbe Farbe, die vierte„blauen Tweern“, gewöhnlichen Küpmel, weil zblau“ die Bezeichnung der 4. Kompagnie ist usw. Auf die Frage der sich begegnenden Mannschaften„Wat givt dat hüt?“ wird die Speise stets mit dem im Regiment üblichen Beinamen genannt. So gibt es„Gruben mit Föt“(große Grgupen, oder„Polizei⸗ singer“(Karotten), oder„Footlappens“(weißen Kohl), oder„Speck⸗ arfen“(Erbsen mit Speck, oder Sonntags, als ganz etwas Be⸗ sonderes„Murmannssweet“, ein Gemisch von Fleisch, Rosinen und Brühe, von dem aber nur kleine Teile 1 werden, es ist rar, daher die Bezeichnung. Scheint das Essen etwas fett, so daß Fettaugen auf der Suppe schwimmen, so 9 Koch 118 75 ale hören:„Hest woll din Mütz in den Ketel fallen laten?“ Offiziere und— 1 erhalten natürlich 2 Spitznamen, die z. T. sehr schla sind. So gab es einen General, der all⸗ emein unter dem Namen„Blaukopp“ bekannt war, weil sein Ge⸗ cht ins Rot⸗Bläuliche schimmerte; ein Hauptmann hieß seiner großen Nase.„Knackenmöller“, ein anderer„Ruppsack“, weil er selbst diesen Ausdruck gern gebrauchte. Ein Leutnant, der beim Geben die rechte Schulter immer etwas vornahm, hieß kuxzweg „hbalblinks“, ein Feldwebel, der Pockennarben hatte,„Hein Knup⸗ verig“. Ein Musketier wurde„tweete nie“ genannt, weil er eine recht weiße Nase mit einer roten tze hatte, was zu den Farben der Kompagnie paßte. Ein Mann mit schlechter Hal⸗ tung heist„Jean Pavpyschachtel“, denn er drückt die Brust ein„wie eine Papyschachtel“, einer mit einem runden Kopf„Akadetius Bombenkopp“ oder„Toonkopp“. Hat einer etwas verbrochen und wird mit Arrest bestraft, so daß er mit„Onkel“, dem Gefangenen⸗ wärter, Bekanntschaft m uzen ihn seine. 2 in agdeburg aussteigen.“ An scherzhaften Bezeichnungen— und Montierungsstücke es natürlich auch nicht So sagt man Dunfttie für Belm, Jun ber lu e) für Torn fer, Fobfos, Il Ge. . Auch die verschiedenen Truppenteile ihre pattdeutschen Uzunamen. So werden die Infanteristen von Kavalleristen„Sandhasen“ angeredet; sie begrüßen dafür die Be⸗ rittenen mit„Lehm opp“ und„Litzenj, Pioniere hei „Mulwarfe,— ihrer grünen 3„Gr—. Artilleristen„ oder„Pulperfaß“. Der rt sich wohl die An allen lassen:„Wat. dat Bi 7 5 weil dem Pro ade wei nd der Train wird W 2 8 0 Börsen⸗Wochenbericht. Frankfurt a. M, 15. Januar. 471 her hat sich ün-⸗ Kri e Nachricht 1 Le Rücktritt des Grafen 7 7246 ke 1 3 38 5 12 0 1 mal, weil der Kreis des deutschen Geschäftslebens infolge des Krieges enger geworden ist, noch mehr aber deshalb, weil in den —.— Industrien und Gewerben die Barzahlung an Stelle der Lieferung gegen Ziel getreten ist. Die für die Kriegslieferungen beanspruchten großen Kredite sind kurzsristig, so daß auch aus ihnen Wechselmaterial in verschwindendem Umsange an den Markt kommt. erner wirkt durch die Beschlagnahme der Warenvorräte durch die Behörden im Sinne einer Vereinfachung des Zahlungsverkehrs und im Sinne einer Ansammlung von Barvorräten. Unter diesen Um⸗ ständen hält sich der Privatdi dem Dis kontsatz der Reichsbank, und die Spannung würde noch weit größer sein, wenn nicht Städte und Provinzen, um nicht augenblicklich an den Anleihemarkt appellieren zu müssen, in be⸗ trächtlichem Umfange Schatzwechsel begeben würden, die von der Banswelt in Diskont genommen werden. Das bedeutende Geld⸗ anlagebebürfnis der Großbanken und der Großdiskonteure betätigt sich aber nicht nur auf diesem Gebiete, vielmehr nehmen diese Kreise andauernd auch Reichs schatzscheine auf, die von der Reichs⸗ bank begeben werden. Die Reichsbank erzielt dabei Zinssäte, die sich durchschnittlich/ Prozent und bei den kurz vor dem April⸗ termin fällig werdenden Reichs schatzscheinen sogar um ½ Prozent unter dem Satz des Privatdiskonts halten. Diese niedrigen Zins⸗ sätze beweisen, wie umfangreich die flüssigen Mittel der Banken nach der schnellen Erledigung des Januartermins schon wieder sind. Auch die Seehandlung kann mühelos weitere Beträge preußischer Schatzanweisungen mit 3¾ bis 3¼ Prozent unterbringen. Hand in Hand mit der Geldflüssigkeit und dem Anlagebedürfnis des Publikums geht die Festigkeit der festverzinslichen Anlei⸗ * n. Großes Interesse zeigt sich nach wie vor für die 5 prozentige riegsanleihe und die Schatzscheine, die jetzt den Parikürs schon. streifen. Die Bestände in erster Hand scheinen ziemlich geräumt zu sein. so daß die neue Nachfrage, die sich täglich zeigt, die Kursbildung mehr beeinflußt als bisher. Gefragt und höher waren auch Japaner und Russen, sowie russische Prioritäten, in denen anscheinend Rückkäuse vorgenommen wurden, obwohl die Meldungen über die wirtschaftlichen Verhällnisse in Rußland und! Japan nichts weniger als ermutigend lauten. Gute Nach rage bestand weiter für amerikanische Werte. Einige Kauflust bestand auch wieder für Banken und Montan papiere, die ihre Kurse t behaupteten. Größere Umsätze fanden wieder in sogenannten riegswerten statt, auch Autowerte waren weiter begün⸗ t auf Gerüchte über eine gute Dividende von Kleyer. Diese so⸗ wie Daimler, Benz, Fahrzeug Eisenach und Motoren Oberursel konnten nach vorübergehender Abschwächung ihre Kurse weiter er⸗ höhen. Von chemischen Werten waren Höchster und Scheide⸗ austalt gehessert. Feste Tendenz bekundeten auch Elektrowerte sowie die tien von Schuh- und Leder⸗Fabriten. Devise n waren Tur wenig verändert, nur Cable New Jork verfolgte anziehende Tendenz. ———— 1 märkte. Gießen, 16. Jan. Malktibericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,00— 1.15 Pik. Hühner- eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stiick 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig: Gänseeier 1 St. 0-0„ 2 Sl. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pig. Käsematte 2 Stick 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2.503,00 Mk., Gänse das Aid. 700 Pfg.“ Welsche 4—5 Mk., Ochsenfleisch das ufd. 86 96 Pig, Rindfleisch das Pfund 90—94 Pf, Kuhfleisch 8)—90 Pfg., Schweine“ fleisch das Pfund 29— 106 Pig, Kalbfleisch das Uid. 8084 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 ig; gartosfeln 100 Kilo 700— Mt. Weißkraut das Stück 10—20 Pig. wiebeln der Itr 12,00—15,00 U.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Piund 12—15 Pig, Nissse 100 Stück 40—50 Pfg.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr. ch. Bingen, 15. Jan. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Jorn Mk. 23,50, Gerste Mk. 24,50, Haser Pk. 22,30, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kactosseln Mt. 8,00, Erbsen Mk. 00,05, Linen Mk. 00,90, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mt. 48,00, Roggenmehl Ml. 37,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 2,40, Milch 1 Liter 21 Pfig., Eier 10 Stück Mk. 1,15. Eingesandt. ([Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Reichswollwoche. Vom 18.—24. Januar soll in ganz Deutschland eine Reichs⸗ woll woche stattfinden, in der hauptsächlich auch Teppiche für s bont ewa 1 Prozent unter die kalten Winterwochen im Quartier und in den Schützengräben gesammelt werden sollen. Frauen und Jungfrauen der Gemeinde Hun ge n kamen auf den guten Gedanken, warme, weite Woll⸗ und Tuchröcke, wie sie die Frauen zu ihrer Tracht hier in der Umgegend von Gießen tragen, zu Decken von 17/ Metern Breite und 2 Meter Länge umzuarbeiten und links schön warm abzu⸗ füttern. Sie haben auf diese Weise prachtvolle Teppiche für unsere Soldaten hergerichtet, deren Besitz kein Offizier verschmähen würde. In den reichen Landorten um Gießen hängen oft Schränke voll dieser Tuchröcke, die leider von der jüngeren Generation wegen Aufgabe ihrer alten Hessentracht nicht mehr getragen werden, und es geht an sie die Bitte; Seht die großen Kleiderschränke nach, besinnt euch nicht lange und gebt von dem kostbaren Schab, was nicht mehr gebraucht wird oder gut entbehrt werden kann, für unsere tapferen Helden in Rußland und Frankreich. Jeder Rock gibt eine herrliche warme Decke für sie und die Maschinenarbeit ist eine geringe Mühe im Vergleich zu der herrlichen Spende. An den Rote⸗Kreuz⸗Abenden der Frauenvereine sind sie rasch hergestellt, wenn man nicht selbst die Arbeit machen kann. Auch geben die Tuchröcke, zertreunt und glatt hergerichtet, vorzüglichen Stoff zu Ueberzieh- und Pelzwesten. 8 Konfirmation und Lehrzeit. Die Einrichtung, daß die Konfirmanden erst nach der Schul— zeit, zwei Wochen nach Ostern, konftrunert werden, wird in Heuchelheim allgemein beklagt, besonders da kein Grund vor— handen isi, die Konfirmation nicht in die Schulzeit sallen zu lassen. Diejenigen entlassenen stellensuchenden Knaben, die ihre Konfir— mation vor Ostern gehabt haben, haben den Heuchelheimer Knaben gegenüber den Vorzug, daß sie zunächst die besten Stellungen be— setzen, weil sie gleich nach Oßtern eintreten konnen Für die Heuchelbeimer Knaben, die erst 2 bis 3 Wochen nach Ostern ihre Arbeitsstelle antreten(önnen, bleiben dann meistens nur diejenigen Stellungen übrig, die von den ersteren oder deren Eltern ver— schmäht wurden. Einer Konsirmatson vor Ostern steht doch in Heuchelheim nichts im Wege und würde sicherlich allgemein be⸗ grüßt werden. Ein Heuchelheimer. Standesamts nachrichten. Gießen. Aufgebote: Jan. 9. Ernst Adolf Oskar Reißmüller, Fabrikant, mit Herta Sieglinde Jahn, beide in Köln. 14. Karl Frieg, approbierter Arzt in Hombruch, Gemeinde Kirch⸗ hörde, mit Anna Elisabeth Specht in Annen. Geborene: Jan. 5. Dem Hilfsheizer Ernst Hermann Orth eine Tochter, Elisabethe Luise.— D Schlosser Otto Martin Böcher Zwillinge, Berta Anna und ig Elisabeth.— 6. Dem Fuhrmann Karl Schneider ei ter, Johanng.— 7. Dem Stationsarbeiler Karl Geor ein Sohn, Reinhold Richard.— 8. Dem Eifenbahnge vig Runzheimer eine Tochter, Elfriede.— Dem Fuhrunte mer Adolf Heinrich Best ein Sohn, Karl Hermann.— 10. Dem Privatdozenten Dr. Adolf Wilhelm Karl Theodor Jeß ein Sohn, Otto Heinrich Ludwig. 5 Sterbefälle: Jan. I 8. Georg Schultheis, Kürschnermei⸗ ster, 81 Jahre alt, Marktstr. 3.— 9. Minna Spruck, geb. Sar⸗ torius, 75 Jahre alt, Goethestr. 35.— 10. Martha Haas, geb. Langenberg, 63 Jahre alt, Glaubrechtstr. 14.— 11. Wilhelmine Berta Licher, 7 Monate alt, Rittergasse 23.— Johannes Hof⸗ mann, landwirtschastlicher Arbeiter, 68 Jahre alt, Licher Str. 106. — 12. Anna Marie Elisabeth Niße, 2 Jahre alt, Asterweg 46. — Marie Becker, geb. Hartmann, 64 Jahre alt, Crednerstr. 33. Im Felde gefallen: Nov. 7. Georg Karl Peter Schmall, Forstassessor, Leutnant der Res., 34 Jahre alt, bei Witschaete gefallen.— 11. Wilhelm Hahn, Reichsbankassistent und Leutnant d. R., 30 Jahre alt, Liebigstr. 68, bei Witschaete gefallen.— Dez. 4. Hans Müller⸗Hempfing, Leutnant, 26 Jahre alt, Landgraf⸗Philipp⸗Platz 8, bei Lodz gesallen. Bad⸗Nauheim. Aufgebote: Dez. 12. Ernst Friedrich Fisch, Spengler, mit Anna Marie Katharina Steuernagel, beide in Bad⸗Nauhelm. Eheschließungen: Dez. 23. Johs. Will VII., Zimmer⸗ mann in Bad⸗Nauheim, mit Juliane Stamm in Schwalheim.— 30. Ernst Friedrich Fisch, Spengler, mit Anna Marie Katharina Steuernagel, beide in Bad⸗Nauheim. Geborene: Dez. 7. Dem Küchenchef Alfred Schreiber eine Tochter, Jenni.— 8. Dem Musiker Jean Karl Ernst Brandt eine Tochter, Gisela Wanda.— 23. Dem Salzsieder Anton Kistner ein Sohn, Bernhard Heinrich.— 28. Dem Kutscher Christoph Ham⸗ mann ein Sohn, Korl.— 29. Dem Monteur August Karl Christian Vesper ein Sohn, Georg Friedrich Karl. N Sterbefälle: Dez. 4. Elisabeth Hartmann, Handarbei⸗ terin, 45 Jahre alt.— 6. Karl August Stamm, 5 Jahre alt.— 13. Philipp Peter Christoph Muth, Buchdrucker, 50 Jahre dt 14. Margarethe Huppert, geb. Dietz, 65 Jahre alt.— 26. Franz Christian Wagner, Kaufmann, 56 Jahre alt.— 31. Elisabeth Salz⸗ mann, geb. Mörler, 62 Jahre alt. Friedberg. f Geborene: Jan. 2. Dem Bautechniker Karl Georg Sautier ein Sohn, Richard.— 5. Dem Gärtner Ludwig Theodor Riege eine Tochter, Katharina. Sterbefälle: Jan. 7. Sybilla Heckner, 16 Jahre alt.— 12. Kathaxina Luz geb. Welker, 84 Jahre alt. Im Felde gefallen: September 10. Musketier Albert Oertel, Buchhandlungsgehilfe, 21 Jahre alt, gefallen. Grünberg. Aufgebote: Jan. 12. Georg Gieß, Monteur, mit Lina Weber, beide in Grünberg. Eheschließungen: Jan. 13. Erwin Karl Friedrich Hille. e in Hildburghausen, mit Pauline Bornmann in Trais⸗ Horloff. Geborene: Jan. 4. Dem Dienstknecht Karl Viehl eine Tochter, Johanna.— 7. Dem Dachdecker Heinrich Friedrich Wil⸗ helm Gottlieb Gehringer ein Sohn, Heinrich August.— 9. Dem Bäcker, Jakob Wilhelm Schäfer eine Tochter, Thea ChristinaJJufline. Sterbefälle: Jan. 3. Anna Marie Röhm, Wwe., 70 Jahre alt.— 5. Marie Elisabethe Balser, Wwe., 83 Jahre alt.— 6. Elise Trinkaus, Wwe., 72 Jahre alt.— 13. Heinrich Wemer I., Land⸗ wirt, 82 Jahre alt. Im Felde gefallen: Unteroffizier des Landsturms Karl Sember, starb am 3. Januar 1915 im Lazarett in Kiel. Hungen.. Sterbefälle: Jan. 12. Lina Seybicke, geb. Lein, 27 Jahre U alt. Langsdorf. Geborene: Jan. Dem Landwirt Philipp Schiel IV. Zwil⸗ linge, Ernst und Karl. g Lich. Eheschließungen: Johannes Schmidt, Taglöhner in Lich, ö mit Katharine Wehrum in Burkhardsfelden. Geborene: Dem Ladenbesitzer Ludwig Vogt ein Sohn, Lud⸗ wig.— Dem Landwirt Christian Eise ein Sohn, Jakob Friedrich Heinrich.— Dem Dienstknecht Wilhelm Stark ein Sohn, Hermann. — Dem Landwirt Ludwig Wolf ein Sohn, Ludwig.— Dem Wagner Karl Christian Heinrich Insel ein Sohn, Christian Karl Hermann.— Dem Taglöhner Georg Ludwig Stumpf ein Sohn, Wilhelm Ludwig Christoph.— eine Tochter, Else.— Dem W nder Karl Konrad Hermann Ledermann eine Tochter, Elis. Dem Schreiner Karl Kambeitz ein Sohn, Heinrich.— Dem Dachdecker Konrad Hartmann ein Sohn, Hans Sterbefälle: November 1. 36 Jahre alt.— Dezember 28. Fürstl. Wagenmeister Peter Reiner Dem Bahnwärter Heinrich Jakob Eleonore Häuser, geb. Horn, Leuchtgens, 77 Jahre alt.— Ernst Pfannkuchen, Taglöhner, 49 Jahre alt. Nidda. Eheschließungen: Jan. 13. Otto Bill, Bahnarbeiter. mit Ottilie Jäger, beide in Nidda. Lollar. Geborene: Januar 1. Tochter, Marie.— 4. Dem Former Wilhelm Schupp eine Tochter, Clisabeth.— 8. Dem Metzgermeister Heinrich Moos VII. eine Tochter, Ella Marie. Sterbefälle: Januar 2. Richard Striegnitz, Schreiner, 34 Jahre alt.— 7, Anna Elisabeth Deibel, geb. Ziegler, 25 Jahre alt.— Oktober 25. Heinrich Bodes, Former, 32 Jahre alt, bei La Quesne in Frankreich gefallen. 1 Dem Schlosser Karl Deibel II. eine Vanille⸗Tunke. Zutaten: 1 Eßlöffel vall von Dr. 5 Oetker's„Gustin“, 1—2 Eßlöffel voll Zucker, von Dr. Oetker's Vanillin⸗ Zucker% Zubereitung: Das Gustin rührt man mit 3 Eßlöffel voll Wasser man die Tunke noch einigemal um, damit sie recht sämig wird. 5 1 20. — rn Heute vormittag 10.45 Uhr entschlief sanft und Todes-Anzeige. Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Häuser WW. geb. Gerhard im 65. Lebensjahre. gottergeben unsere liebe, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, „ Die trauemnden Hinterbliebenen: Stadtrechner Ludw. Häuser und Familie Lehrer Herm. Dörmer und Familie. Lich und Offenbach a. M. 17. Januar 1915. Die Beerdigung findet statt: Nächsten Dienstag, nachmittags 3 ½¼ Uhr, vom Trauerhause in Lich aus. Am 12. Dezember starb den Heldentod fürs Vaterland in Ruß- der treusorgende 8. unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Schwieger- Fa mein. unvergehlicher Gatte, ater seines Rind sohn, Bruder, Schwager und Onkel Gefreiter Ludwig Wilhelm Ranft steserve-Infanterie-Regiment Nr. 116, 7. Kompagnie im 29. Lebensjahre. Wiedersehen war seine Hoffnung! Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marg. Ranft geb. Fuhr Familie Karl Ludw. Ranft, Postagent. Beuern, Wetzlar, den 15. Januar 1018. 6²⁵ Todes-Anzeige. Verwandten. Freunden und Bekannten die teilung, daß gestern abend 6½ Uhr unser lleber Vater, Schwieger- vater, Großvater, Schwager und Onkel Johannes Schäfer VI., Zpartassehrechner im 78. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Schäfer II. Familie Johann Georg Bruckel 1. Familie Karl Schäfer I. Watzenborn, Grüningen, den 18. Januar 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Januar 1915, nachmittags 3 Uhr. statt. in fremden Sprachen erteilt zu jeder Zeit Lermes Sprach-Lahr- ust füt schmerzliche Mit- West-Anlage 51. al- Forderungen au Ludwig Erlewein Ww. sind bis zum 25. Januar d. J. bei mir einzureichen. 2 Friedrieh Pfaff I., Gastwirt, Dienstag, den 19. d. M., im Ffandlokal * K eibti che, Sofas, Kommode, Tische, Schränke, 1 Sekretär u. a m. 1476 Johann, Gu Pfandmeister. Sahpremmstesfnibr., d. a. Sund. bill. fa. Steine, Bims sand n. Lemenidlel. Fh. dies. Nen wiel. . 2 0302 1 Launsbach. N Versteigerung nachmittags à Uhr. werden Zeltersweg it Kassenschränte, Statt besonderer Anzeige. Am 20. Dezember 1914 flel für sein Vaterland in Polen im 33. Lebens- jahre mein heissgeliebter Gatte, unser unvergesslicher Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Neffe Herr Fabrikant Ludwig Emmelius Oberleutnant der Reserve Feldartillerie-Regiments 47 Ritter des Eisernen Kreuzes. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Grete Emmelius, geb. Naumann. Giessen, im Januar 1915. 639 D Von Kondolenzbesuchen bittet man absehen zu wollen. Nachruf. Gestern nachmittag verschied nach kurzem Kranksein unser früherer langjähriger Direktor Herr Otto Bergen. Derselbe war uns stets ein gerechter Vorgesetzter und wohlwollender, durch reiche Erfahrungen ausgezeichneter Berater. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Giessen, 16. Januar 1915. 628 D Direktion, Beamte und Arbeiter des städtischen Gas- und Wasserwerks Giessen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh 6½ Uhr meinen innigstgellebten. unvergeblichen Mann, unseren treubesorgten Vater, Schwiegervater und Großvater Louis Christ nach längerem Leiden im 61. Lebensjahre zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Katharine Christ, geb. Dietz Louls Christ, 2. Zt. im Felde Ida Barth, geb. Christ Martha Handke, geb. Christ * Johanna Christ Heinrich Christ Oberlehrer Barth Oberlehrer Dr. phil. Handke 2. Zt. II. Landst.-Ers.-Bat. 76, Erfurt, Else Weleker und ein Enkelkind. Kunstmühle Griedel, den 16. Januar 1915. SFC R FF. 1 Die Beerdigung findet Montag, den 18. Januar, um 3 Uhr statt. Nachruf. Am 7. Dezember 8 starb den Hel⸗ dentod fürs Vaterland unser treues Mitglied Heinrich Balser Ersatz⸗Reservist im Reserve⸗Infanterie-⸗Regt. 222, 3. Komp. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 626 Gesangverein„Sängerkrau:“, Albach. Dauksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. b Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gustav Seybicke, z. Zt. i. Felde. Lich, Hungen, Gießen, den 16. Jan. 1915. le 10 WW n Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden meines geliebten Mannes sage ich innigen Dank. Jr. ⁵˙ ¹vJͤ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil— nahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter sagen wir unseren innigsten Dank. B. Becker u. Kinder. Gießen, Crednerstraße 33. 5 5 Paula Zinsser 6047 geb. Koehler. Berlin W., Geisbergstr. 33. voll weiterzuführen. * Auf den Kamyfseldern in Frankreich, Bel⸗ gien und Polen starben den Heldentod 1. Major v. Busse 2 Major Schröder 2 Hauptmann Coulmann 4 Hauptmann Dihm 5 Hpfm. Frh. v. Bud denbrock⸗Hettersdorf 6 Leutnant d. Res. Todt 2 Lr. Albrecht Grafp. Recketen npurg 8. Leutnaut d. Res. Voie 9. Leutnant d. Res. Wild 10 Leutnant d. Res. Castringius u. Leutnant d. Res. Ichs 12. Leutnant Schröder 13. Leutnant d. Res. Schott 14. Leutnant d. L. Gundrum 1 Offzicr⸗Stelvertreter Preuß 1. Offzier⸗Stelpertreter Nerger 1 Iffizier⸗Stelloertreter Rauff 18. Offizier⸗ Stellvertreter Müller!. 10 Offizier⸗Stellvertreter Barth 20. Offizier⸗Stellpertreter Ringler 21. Offizier⸗Stelvertreter Handwerk 22 Offizier⸗Stellvertreter Heinemann 2. Offizier⸗Stellvertreter Wißner 24. Leutnant d. Res. Traun Vom Res.-Drag.⸗Regt. 6, kommand. zum Regt. 2, Leutnant d. Res. Vogel v. Falkenstein 5 Vom Res.⸗Drag.⸗Regt. 6 kommand. zum Regt. f 26. Leutnant d. Res. Hildebrand Vom Landw.-Regt. 85, kommandiert zum Regt. 25. Offtier⸗Stelpertreter Jahn Vom Landw.-Regt. 85, kommandiert zum Regt. Als tapfere, unerschrockene Führer waren 5 sie ein leuchtendes Vorbild ihrer braven Unter⸗ offiziere und Mannschaften, von denen so viele mit ihnen in den Tod gingen. Das Regiment bedauert tief den Verlust der Heimgegangenen, denen es ein dauerndes, ebrendes Gedenken bewahren wird. v. Westernhagen Oberstleutnant und Kommandeur des Reserve⸗ Infanterie-Regiments Nr. 116. Den Heldentod starb fürs Vaterland mein Teilhaber Herr Zigarrenfabrikant Emmelius Oberleutnant der Reserve Feld- Artil erie- Regiments** Ritter des Eisernen Kreuzes. Am 20. Dezember 1914 Schrapnellkugel in Polen im 33. Lebensjahre. Ich ver- liere in ihm den tüchtigen Mitarbeiter, der berufen und befähigt war, die Firma in der dritten Generation ehren- Ein grosses Opfer forderte das Vaterland von mir, wie schon vorher von vielen Anderen. Mögen die Opfer Aller nicht vergeblich sein. Carl Emmelius. Ludwig ihn die tödliche Giessen, im Januar 1915. Den Heldentod für das Vaterland starb auf dem russischen Kriegsschauplatz unser l. A. H. Lehramtsassessor Hermann Schott Leutnant der Reserve im Reserve-Infanterie-Regiment 116 Ritter des Eisernen Kreuzes. 635 D In tiefer Trauer: Die Math.-nat. Verbindung. J. A.: W Faüsfring⸗Lanolin Seife Der Haut zutragichste, wohffeliste sollotto- selfe, Stock 20 Pfennig. 5 Stoch 95 Pfennig. angefertigt vom sangqadhrigen f abrikanten def Pfellringsesto C. 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