* Nr. 15 Erstes Blatt Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Kamillenblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die 5 12 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Sießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang — Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Samstag, 16. Januar 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Geertz. Verantwortlich für den politischen Teil und dss Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 4 der große Sieg von Soissons. Ein Erlaß des Kaisers. Rücktritt des Staatssekretärs Kühn. B.) Großes Hauptquartier, 15. Jan., vorm. (Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz. Vor Westende zeigten sich gestern einige Torpedoboote und kleinere Fahrzeuge, die sich der Küste bis auf etwa 14 Kilo neter näherten. Fran— zösische Angriffe beiderseits Notre Dame de Lorette, no d⸗ östlich Arras, wurden von unseren Truppen abgewiesen. Ein vor acht Tagen bei Ecerie, nördlich Arras, dem Feinde ent⸗ rissener, von Teilen einer Kompagnie besetzter Schützengraben ing uns gestern verloren. Die Kämpfe an dieser Stelle sind dente wieder im Gange. Nördlich und nordöstlich Soissons ist das nördliche Aisue⸗ ufer von Franzosen endgültig gesäubert worden. Die Deutschen eroberten in ununterbrochenen Angriffen die Orte Cuffise, Cruy, Buey⸗le⸗Long, Missy und die Gehöfte Vauxrot und Verrerie. Unsere Beute aus deu dreitägigen Kämpfen nördlich Soissons beläuft sich jetzt auf rund 5200 Gefangene, 14 Geschütze, 6 Maschinen⸗ gewehre und mehrere Revolverkanonen. Die Franzosen erlitten schwere Verluste, 4. bis 5000 tote Franzosen wurden auf dem Ka upffelde gefunden. Der Rückzug südlich der Aisne lag unter dem Feuer uuserer schweren Batterien. 1 Wie sehr sich die Verhältnisse gegen frühere Kriege ver— schoben haben, zeigt ein Vergleich der hier be⸗ sprochenen Kämpfe mit Ereignissen von 1870. Wenn auch die Bedeutung der Gefechte nördlich Soissons mit derjenigen der Schlacht vom 18. August 1870 nicht zu ver⸗ gleichen ist, so eutspricht doch die Breite des Kampffeldes an⸗ nähernd der von Gravelotte⸗St. Privat. Die franzoösischen Verluste aber vom 12. und 14. Januar 1915 übersteigen aller Wahrscheinlichkeit nach die der Frauzosen am 18. August 1870 um ein Beträchtliches. ö Feindliche Angriffe nördlich Verdun bei Consenvoye scheiterten. a Mehrere Vorstöße gegen unsere Stellungen bei Ailly, südöstlich St. Mihiel, wurden durch Gegenangriffe, nachdem sie stellenweise bis in unsere vordersten Gräben geführt hatten, unter schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Im letzten Nachstoß eroberten unsere Truppen die feindlichen Stellungen, die aber nach Wiederaufbau unserer eigenen Stellungen freiwillig und ohne Kampf während der Nacht wieder aufgegeben wurden. 8 Ein unbedeutender Angriff bei Mesniel, nordöstlich St. Die, wurde von unseren Truppen abgewieseu. Im übrigen fanden in den Vogesen nur Artilleriekämpfe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Veränderung. Die Angriffe in Polen, westlich der Weichsel, machen langsam Fortschritte. Bei Eroberung eines Stützpunktes nordöstlich Ra wa blieben 500 Russen als Gefangene in unseren Händen, 3 Maschinengewehre wurden erobert. Heftige russische Gegenangriffe wurden unter schwersten Ver⸗ usten für die Russen zurückgeschlagen. 3 Oberste Heeresleitung. * 2 8* Wenn unsere Heeresleitung die dreitägigen Kämpfe nördlich und nordöstlich von Soissons mit der größten Schlacht des Jahres 1870 vergleicht, so muß auch der phleg⸗ matischste Beurteiler, der sich über die andauernde„Stille“ in den Fronten beklagt, endlich inne werden, welch heiße Schlachtentage er miterlebt— ohne es zu wissen. Die strate⸗ gische Bedeutung der Schlacht von Gravelotte-St. Privat hat allerdings, wie in der amtlichen Meldung festgestellt wird, keinerlei Aehnlichkeit mit den Gefechten nördlich der Aisne. Damals, 1870, wollten die deutschen Heere Bazaine den Rückzug nach Westen abschneiden, und die große Schlacht auf den Höhen vor Metz hatte den Erfolg, daß die französische Rheinarmee außer Wirkung gesetzt und in die Moselfestung geworfen wurde. Strategisch bedeutet also die dreitägige Schlacht bei Soissons weit weniger. Das hindert aber nicht, die neuen Erfolge dennoch sehr hoch einzuschätzen. Zwar ist Soissons von den Deutschen noch nicht erobert worden, aber es ist doch viel gewonnen, daß die Franzosen das nördliche Aisneufer haben räumen müssen. Es hat sich hierbei um eine Hochebene gehandelt, die, in der Breite der Schlachtfront, nach der amtlichen Andeutung jenem Höhenzug von Vaux nach Roncourt gleichkommt, wo bekanntlich am 18. Aug. 1870 die blutige Entscheidung fiel. In beiden Fällen er⸗ streckte sich die fortlaufende Feuerlinie auf 12 Kilo⸗ meter. Vailly, östlich von Soissons, war von unseren Truppen schon am Anfang des November genommen wor- den, und es stützte neuerdings den kämpfenden linken Flü⸗ gel. Am 12. Januar hatten, nach dem deutschen amtlichen Bericht, die Franzosen erfolglose Angriffe auf die Höhen bei Crouy gemacht. Dieses Dorf liegt etwa 7 Kilometer nordöstlich von Soissons. Die Deutschen antworteten mit einem Gegenangriff, der, laut amtlichem Bericht,„mit einer vollständigen Niederlage der Franzosen und einer Säube⸗ rung der Höhen nordöstlich Cufsise und nördlich Crouy endigte.“ Unsere Märker machten dabei 1700 Gefangene, eroberten vier Geschütze und mehrere Maschinengewehre. Cuffise liegt 3 bis 4 Kilometer westlich von Crouy. Am 1 13. Januar wurden die deutschen Angriffe fortgesetzt, und zwar wurde dabei die Hochfläche von Vregny vom Feinde gesäubert. Hierbei erwähnt die deutsche amtliche Mel⸗ dung, daß diese„glänzende Waffentat“ unter den Augen des Allerhöchsten Kriegsherrn ausgeführt worden ist. Vregny liegt in der Mitte zwischen Vailly und Soissons. „In strömendem Regen und tief aufgeweichtem Lehm- boden wurde bis in die Dunkelheit hinein Graben auf Graben im Sturm genommen und der Feind bis an den Rand der Hochfläche zurückgetrieben.“ Am 14. Januar endlich, dem dritten Schlachttage, ging es den Franzosen noch schlechter als an den beiden Tagen vorher, was sich schon daran erkennen läßt, daß die Zahl der gefangenen Feinde von 3150 auf rund 5200, die der eroberten Geschütze von 8 auf 14 stieg. Dazu wird noch verkündet, daß vier- bis fünftausend tote Franzosen auf dem Kampffelde gefunden wurden! Bei dem Rückzug über die Aisne mögen noch Hun— derte den Tot in den hochangeschwollenen Fluten gefunden haben. Der französische Rückzug südlich der Aisne lag, so heißt es in dem amtlichen deutschen Bericht, unter dem Feuer unserer schweren Batterien. Wenn wir bei dem Vergleich mit der Schlacht von Gravelotte verweilen wollen, so sind auch diesmal die Fran— zosen von guten Stellungen in vorteilhaften Höhenlagen vertrieben worden. Nur wird uns die Erstürmung dieser Stellungen bei weitem nicht so viele Verluste gekostet haben als im Jahre 1870 die Erkletterung der kahlen übersicht⸗ lichen Hänge vor Metz, die vom französischen Feuer voll- ständig beherrscht wurden. Dagegen sind die flüchtenden Franzosen diesmal in ein vernichtendes deutsches Feuer gekommen Bei Gravelotte— St. Privat verloren die Fran⸗ zosen 11678 Mann, darunter 2500 Gefangene. Wir können uns also ein Bild davon machen, welch furchtbare Schläge der Feind erlitten hat, wenn uns die deutsche Heeresleitung erklärt, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die französischen Verluste diejenigen vom 18. August 1870 noch„um ein Beträchtliches übersteigen“. Ob auch bei Soissons, wie in der Schlacht des früheren Krieges, auf beiden Seiten je 180 000 Mann im Kampfe gestanden haben, entzieht, sich unserer Kenntnis. In ihrem amtlichen Bericht geben die Franzosen ihren Rückzug und ihre Niederlage ziemlich unumwunden zu. Freilich gestatten sie sich dabei wieder allerhand Verzie⸗ rungen ihrer Niederlage. So wollen sie viele unverwundete Gefangene gemacht haben, während ihre eigenen verlorenen Mannschaften in der Hauptsache aus Verwundeten bestehen sollen, die auf dem schnellen Rückzug nicht hätten mitgenom⸗ men werden können. Dieser Schwindel wird bei besonnenen Beurteilern nur Kopfschütteln hervorrufen. Uns tut dieser Hieb mit lügenhaften Worten nicht wehe; wir begrüßen mit Begeisterung diesen herrlichen Sieg unserer tapferen Angreifer, die noch denselben todesmutigen Geist in sich haben wie ihre Väter 1870. —* 0* 2* Die Schlacht bei Soissons. Berlin, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Berl.„Lokal⸗ Anz“ meldet: Zu dem Kampfe bei Vregny schreibt unser militärischer Mitarbeiter: Durch den unter den Augen des Kaisers ausgeführten Sturm auf die Hochfläche von Vregny gewann der Vorstoß am 12. Januar gegen die Höhen bei Cuffies und Crouy an Bedeutung, indem er die Spitze des Keiles, der hier in die französische Stellung getrieben wurde, auf eine Breite von neun Kilometer erweiterte. Die Hochfläche von Vregny liegt genau neun Kilometer östlich der Hochebene von Cuffies. Der kleine Ort selbst liegt 3½ Kilometer nördlich der Aisne. Zwi⸗ schen ihm und dem in ost⸗südöstlicher Richtung an der Aisne ge⸗ legenen Orte Conde-sur⸗Aisne liegen zwei Forts eingezeichnet, die von den Höhen von Vregny ebenso beherrscht werden wie Soissons von den Höhen bei Crouy und Cuffies. 5 Die französischen Berichte. Paris, 14. Jan.(Etr. Frkft.) Die Kriegsberichte vom Donnerstag lauten: Um 3 Uhr 30 nachmittags: In Belgien war der Nebel dem Artilleriefeuer hinderlich; die Kanonade um Nieuport herum war trotzdem ziemlich heftig. Belgische Detache⸗ ments sprengten im Norden von Stuyvekenskerke einen Hof in die Luft, der dem Feinde als Munitionsdepot diente. Zwischen der Lys und der Oise, in der Gegend von Lens, zerstreute unsere Artillerie feindliche Schanzenarbeiter im Vorgelände von Angres und bombardierte wirksam die Schutzwehren und Schützengräben im Südosten der Kapelle von Notre Dame de Lorette. Im Norden von Soissons heftige Kämpfe. Den ganzen Tag über war die Aktion lokalisiert auf ein Gelände, das zwei nordöstlich und nordwestlich von Crouy gelegene Kuppen umfaßte, wovon wir nur die ersten Abhänge hielten. Auf der Linken machte unser Gegenangriff leichte Fortschritte, ohne indessen einen merklichen Vorteil verzeichnen zu können. Im Zentrum behaupteten wir unsere Stellungen um das Dorf Crouy herum trotz wiederholten Anstrengungen des Feindes, im Osten jedoch, vor Vregny, mußten wir zurückweichen. Das Anwachsen der Aisne hat bereits mehrere Brücken und Passerellen, die wir geschlagen hatten, weggeschwemmt, wodurch die Ver⸗ bindungen unserer Truppen unsicher gemacht wur⸗ den. Unter diesen Bedingungen setzten wir uns im Süden des Flusses fest, in dem zwischen Crouy und Missy gelegenen Teil mit dem Brückenkopf auf dem Nordufer. Auf dem Rest der Front der Aisne, rechtes und linkes Ufer, einfache Kanonade. In der Champagne war die Gegend von Perthes andauernd der Schauplatz von lokalen Aktionen um den Besitz deutscher Schützengräben der 2. und 3. Linie. Im Norden von Beauséjour sprengten wir Minenkammern in die Luft, um die Arbeit des Feindes zu hindern. Dieser, der sich angegriffen glaubte, besetzte seine Schützengräben, auf die wir ein heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer eröffnet haben. Nichts zu melden auf dem Rest der Front. um 11 Uhr abends: In der letzten Nacht gelang es unseren Truppen durch einen Handstreich, die von den Deutschen nordwestlich von Fouquescourt, im Norden von Roye kürzlich errichteten Schützengräben zu zerstören. Die feindlichen An⸗ griffe in der Gegend von Soissons sind gehemmt. Wie in dem Bericht heute nachmittag gesagt wurde, hatte das An⸗ wachsen der Aisne, indem es mehrere Brücken oder Passerellen zerstörte, die Verbindungen unserer in den ersten Abhängen des Flusses operierenden Truppen sehr unsicher gemacht und hinderte uns, ihnen Verstärkungen zu senden. Dieses war die wesent⸗ liche Ursache des Rückzuges unserer Truppen, die unter schwierigen Bedingungen kämpften. Genötigt infolge Ein⸗ sturzes einer Brücke, einige Kanonen zurückzu⸗ lassen, haben wir sie unbrauchbar gemacht. Die Deutschen machten Gefangene, besonders Verwundete, die bei der Rückzugsbewegung nicht alle mitgenommen werden konnten. Un⸗ sererseits machten wir eine bedeutende Zahl nichtverwundeter Ge⸗ fangener, welche Bataillonen von sieben verschiedenen Regimentern angehören. Alles in allem handelt es sich um einen Teilerfolg unseres Gegners, der jedoch keinen Einfluß haben dürfte auf die Gesamtheit der Operationen. In der Tat befindet sich der Feind infolge der durch das Steigen der Aisne auch für ihn entstandenen Hindernisse und infolge der Maßnahmen, die wir getroffen haben, in der Unmöglichkeit, südlich des Flusses diesen Erfolg auszunützen, der nur einen rein lokalen Charakter hat. Auf dem Reste der Front wurde nichts gemeldet. Pressestimmen. g Berlin, 16. Jan. Der gestrige Bericht der Obersten Heeres⸗ leitung gibt den Blättern Veranlassung, die Bedeutung des Sieges von Soisson zu besprechen. In der„Täglichen Rundschau“ heißt es: Wichtiger als die Zahl der Gefangenen und Gefallenen ist die Tatsache, daß hier zum ersten Male seit Wochen im Westen ein weithin sichtbarer Fortschritt der Kämpfe im großen Stile errungen worden ist. a 5 In der„Po st“ wird hervorgehoben, daß die Franzosen es sicher nicht an verzweifelten Anstrengungen fehlen lassen werden, einen deutschen Durchbruch der Front zu verhindern. Die Nieder⸗ lagen vom 12. bis 14. Januar aber hätten ihre Aussichten wesent⸗ lich verschlechtert. Der Berliner„Lokalanzeiger“meint, die französische Stellung werde dieser Sieg schwer erschüttern und der Einfluß des Sieges werde sich bis Reims und selbstbis zu den Argonnen fühlbar machen. Durchbrochen aber seien die französischen Stel⸗ lungen noch nicht. Eine andere Frage aber freilich sei es, ob vosdden Franzosen noch viele Stöße ausgehalten würden.— Der Vorwärts“ sagt: Welche strategische Bedeutung dem Siege zukommt, läßt sich im Augenblick nicht übersehen. Jeden⸗ falls aber beweist der erfolgreiche und mit seinen großen lusten für die Franzosen verbundene Vorstoß der deutschen Trup⸗ ven die Energie der deutschen Heeresleitung und ihre Fähigkeit, in der Ausnutzung feindlicher Blößen. Der Oesterreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 15. Jan. 1915. Während an der Front in Rus⸗ sich⸗Polen nur stellenweise Geschütz- und Maschinengewehr⸗ feuer einsetzte, war gestern am Dunajec heftigerer Ge⸗ schütztampf im Gange. Besonders unsere schwere Artillerie wirkte gut. Sie schoß ein großes Magazin des Gegners in Brand und brachte nach einigen Schüssen eine seit mehre⸗ ren Tagen gut placierte feindliche schwere Batterie zum Schweigen. In den Karpathen herrscht Ruhe. Zunehmender Frost beeinflußt die Gefechtstätigkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: 1 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die„Reichs post“ veröffentlicht Aeuße rungen des Armeekommandan⸗ 1 ten Dankl, der am Mittwoch die Kriegsberichterstatter des Kriegspressequartiers empfing. General Dankl wies auf den ungeheuren Unterschied zwischen dem jetzigen Krieg und den früheren hin, die durch drei oder vier Schlachten entschieden wurden. Jetzt steht man in wochenlangem hartem Ringen trotz kühnster Angriffe und glänzendster Taten fortwährend vor neuen Kolossalfronten. Wer am zähesten und hart⸗ näcligsten ausharrt, wird schließlich den Erfolg erringen! Dankl gab sodann seinem Stolze über die erste Armee Ausdruck, die seit Kriegsbeginn vor Lublin und Iwangorod in engstem Ver⸗ bande mit den tapferen deutschen Waffenbrüdern und später Schulter an Schulter mit den heroischen deutschen Verbündeten deutsches Gebiet vor dem Einbruch des Feindes bewahrt haben. Im Vertrauen auf die uns innewohnende Kraft— so schloß er— werden wir weiter kämpfen, durchdrungen von der Ueber⸗ zeugung, daß der entschlossene Wille unseres Volkes als Rück⸗ halt für die beispiellose Zähigkeit und Tapferkeit unserer Truppen zu dem endgültigen Niederringen des Feindes führen müssen. Die Erledigung des Zwischenfalles auf der österreichischen Südbahn. Wien, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Korres⸗ pondenz Wilhelm meldet: Der Offizier, der am 10. Ja⸗ nuar die Aufmerksamkeit der militärischen Behörden auf dem Südbahnhofe auf eine französisch sprechende Reise⸗ gesellschaft lenkte und dadurch Veranlassung gab zu einer bedauerlichen Belästigung mehrerer Mitglieder des hiesi⸗ gen diplomatischen Korps, worunter sich auch drei Mis⸗ sionschefs befanden, die der Offizier nie gesehen hatte, da diese in einem anderen Abteil des Wagens reisten, , ö . 8 0 9 . — — 3 r c c —PWPPGGGGWWGFFPPPPPPGGWWhhhWWWhWWWWTTTETTCTWhhWWWWWTTTTVTWVTVTcTTWTTWVVVVTTVVTVTVVTTVVVVTT „ KTK * 5 5 einer ziemlich inhaltslosen Rede Deschanels auf Dienstag vertagt.) unterbreiten, nach der der Betrag für die Ausgabe von Nationalverteidigungs⸗Gutscheinen so⸗ wie gewöhnlichen Staatsschatz-Gutscheinen auf 3 Mil⸗ liarden erhöht wird. P telung des Ministeriums des Aeußern Täse. Bis auf weiteres darf danach böchstens die Hälfte des ließ durch Vernnt den der Gesellschaft angehörenden Damen und Herren sein Bedauern über den Vorfall aussprechen. Der Mi⸗ nsster des Aeußern, Graf von Berchtold, ließ den betreffenden Missionschefs eine Aufklärung über das Miß⸗ verständnis und zugleich seine Entschuldigungen über das Vorgefallene zukommen. Ein französisches Unterseeboot von den Türten zum Sinten gebracht. Konstantinopel, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Das franzö. sische Unterserboot„Saphir“ versuchte, sich dem Eingang der Dardanellenstraße zu nähern, wurde aber so fort durch unsere Artillerie zum Sinken gebracht. Ein Teil der Besatzung konnte gerettet werden. Der türtische Erfolg in Aserbeidschan. Betersburg, 14. Jan.(Ctr. Frkst.) Der Stab der Kau⸗ ka sus-Arm ee teilt mit: Um der falschen Auffassung über un⸗ sere Operationen in Asherbeidschan in den letzten Tagen entgegenzutreten, hält der Stab der Kaukasus-Armee es für not⸗ wendig, zu erklären, daß infolge Eröffnung der entscheidenden Aktion in der hauptsächlichsten Gegend dieses Kriegsschauplaßes eine gewisse Umgrupplerung unserer Streitkräfte natürlicherweise sich aufbrängte. Indem wir dem Folge gaben, führten wir in Asherbeibschan eine Konzentration unserer Truppen an bestimmten Stellen aus, was die Räumung mehrerer vorher be⸗ 47 Punkte notwendig machte. Diese Umgruppierung fand nicht statt unter dem Druck des Feindes, sondern als die Folge der fest⸗ gesetzten Pläne. Währeld dieser Operationen ereignete sich leine wichtige Aktion außer einem Treffen, das sich zu unseren Gunsten 0 e, bei Miandoab. Auf diese Weise haben wir Asherbeidschan nicht geräumt, sondern wir haben nur eine Dislokation vor⸗ genommen, welche den neuen Konjunkturen mehr entspricht. Eine„Taube“ über der Themsemündung. London, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Tele- 1 meldet aus Southend: Am 13. Januar gegen itternacht wurde im Lichte eines Scheinwerfers eine Taube gesehen, die kurze Zeit über der Themsemündung schwebte und in nördlicher Richtung verschwand. Es wur⸗ den keine Schüsse abgegeben und keine Bomben abgeworfen. Der erfolglose englische Angriff auf Tanga. London, 15. Jan. WTB. Nichtamtlich.)„Daily Tele- graph“ veröffentlicht einen Vericht über einen erfolglosen eng- 7— Angriff auf Tanga in Deutsch⸗Ostafrika. Die aus bri⸗ sen und indischen Truppen bestehende englische Streitmacht war Ende Oktober von Bombay abgereist, und über Mombas bei Tagesanbruch des 2. November vor Tanga angekommen, das als Landungsort in Aus licht genommen war. Da Tanga ein unbesestigter Hasen ist, so forderte der Kommandeur des be leitenden Kriegsschiffes„Fox“ den Plaß auf, sich zu ergeben, — dieser beschossen würde. Der deutsche Gouverneur lehnte dieses ab, zog mit der Bahn Verstärkungen heran und befestigte den Platz. Es war schwierig, Truppen zu 1„ Dieses konnte erst am Abend ausgeführt werden. Ein⸗ seinhalbes Bataillon wurden, um Zeit zu sparen, bei Mondschein ausgeschifft, ohne angegriffen zu werden. Die Abteilung zog auf nga, von sie mit Gewehrfeuer empfangen wurde, dem sie standhielt, bis der bedeutend verstärkte Feind einen griff machte, vor dem die Briten weichen mußten.„Fox“ erb das Feuer auf den Feind, der eilig zurückging. In⸗ wischen wurden weitere Truppen gelandet. Die Streitmacht ver— 1 0 sich. Die gesamte Infanterie war am 4. Nov. um 9 Uhr an Land. Der allgemeine Vormarsch wurde unternommen; aber, obwohl die Stadt nur zwet Meilen entfernt war, kamen die Briten erst nach zweieinhalb Stunden unter Feuer. In⸗ folge dichter Pflanzungen war es unmöglich, weiter als hundert rds zu sehen. Da Geschütze nutzlos waren, so blieben sie an Bord des Trans portschifses im äußeren Hafen und feuerten nur auf Ziele, die sichtbar waren. Unsere Truppen kamen um 2.30 Uhr unter das Feuer der Gewehre und Maschinengewehre. Die 101. Grenadiere kamen in dem dichten Busch unter ein heftiges ö feuer, haupteten aber ihre Stellung. Das Royal North Lancshire-Regiment und die Kashmir-Rifles kamen langsam vor⸗ wärts und drangen in Tanga ein, dessen äußerste Häusergrenze 02* hielten. Trotz des heftigen Feuers aus den Häusern, die mit Schießscharten versehen, stark für die Verteidigung ein“ tet waren, war es unmöglich, angesichts des dichten Busches und infolge der Zerstreuung der Regimenter Verstärkung beran⸗ zubringen. Die britischen Truppen gingen daher bei Dunkelwerden unbelästigt in eine befestigte Stellung etwa eine Viertelmeile zurück, von wo es möglich war, die Küste gewinnen und sich wieder einzuschiffen. Die Deutschen hatten zwei bis dreitausend Mann europäischer Truppen, während die unsrigen vierzehn Tage auf See gewesen waren. Der Angriff fand in schwierigem Gelände statt. Jedes im Busch versteckt liegende Haus war auf die Ver- teidigung vorbereitet. Ankauf deutscher Schiffe durch Amerita. New Pork, 15. Jan.(WTB Nichtamtlich.) Nach dem „Journal of commerce“ haben sich amerikanische Interessen⸗ ten das Vorkaufsrecht auf drei andere Dampfer der Hamburg⸗-Amerika-Linie gesichert, nämlich die„N asso⸗ via“ und„Georgia“, welche beide in New Orleans lie- 2 und die„Constantia“, welche in Cienfuegos liegt. wird beabsichtigt, sie für den Baumwollhandel nach Bremen zu benutzen. 1* : Vom französischen Parlament. Paris, 15. Jan. 3 Nichtamtlich.) Im Senat erklärte gestern Dubost, die Einigkeit und das gegen⸗ seitige Vertrauen der Senatoren sei notwendiger als je. 1915 werde ein entscheidendes Datum für Frank⸗ reich bi en. Deutschland berausche sich an dem drohendsten Kaisertraum, den die Welt jemals gekannt habe und schwelge jetzt in Brand und Blut im Gegen zu Frankrei Deutschland habe die Wissenschaft des Todes organisiert. Der augenblickliche Kampf sei der fürchterlichste in der Geschichte und müsse mit erbarmungsloser 1 jenes mittelalterlichen Despotismus enden, welcher in so un⸗ geheuerlicher Weise auferstanden sei. Dubost schloß mit der Aufforderung, Gambettas zu gedenken. Hierauf vertagte si der Senat auf Dienstag.(Auch die Kammer wurde n Paris, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Mi⸗ isterrat beschloß, dem Parlament eine Gesetzvorlage zu Zuckermangel in Italien. Basel, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Den Baseler] den Nachrichten zufolge steht in Italien ein Zuckeraus⸗ fuhrverbot wegen Zuckermangels bevor. Teilweises Ausfuhrverbot für Käse in der Schweiz. Bern, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Schwei⸗ durchschnittlichen Jahresexportes ausgeführt werden. Möbelpolitur als Ersatz für Altoholgetränte. Kopenhagen, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach eine: babbamilächen Fälle öffentlicher Trunkenheit in den Straßen Peters⸗ burgs trotz des Branntweinverbots, verursacht durch das Trinken von Möbelpolitur, den Petersburger Stadttommandanten zu dem Vorschlage an den Medi⸗ zinalrat veranlaßt, daß Möbelpolitur nur verkauft wer⸗ den dürfe, wenn sie eine derartige Beimischung erhält, daß ihre Verwendung als Getränk ausgeschlossen ist. Der Medizinalrat hielt diese Frage für sehr wichtig, bedauerte aber, daß die gegenwärtige russische Gesetzgebung zur Durchführung dieses Vorschlages keine Handhabe biete. Die Angelegenheit soll an den Handelsminister zur wei⸗ teren Bearbeitung geleitet werden. Der schwedische Reichstag. Stockholm, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichstag ist heute zu feiner ordentlichen Ses⸗ llon zusammengetreten. Der Präsident und die Vize⸗ präsidenten sind dieselben, wie 1914. Die feierliche Eröffnung findet morgen statt. — Aus dem Reiche. Ein Erlaß des Kaisers. Berlin, 15. Jan.(WTB Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ veröffentlicht nachstehenden Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler: Im Hinblick auf den Ernst der Zeit ist auf meinen Wunsch bereits angeordnet, daß aus Anlaß meines bevorstehenden Geburtstages neben den kirchlichen und den Schulfeiern von den sonf üblichen fest⸗ lichen Veranstaltungen abgesehen wird. In den langen Jahren meiner Regierung bin ich daran gewöhnt, daß an diesem Tage meiner in Tausenden von Telegrammen, Schriftstücken von Behörden, Vereinen und einzelnen Pa- trioten freundlich gedacht wird. Eine ähnliche Fülle teil⸗ nahmsvoller Kundgebungen könnte aber diesmal bei mei⸗ nem Aufenthalt in Feindesland leicht zu Störungen des telegraphischen und postalischen Dienstverkehrs im Felde führen und die mir und dem Großen Hauptquartier ob- liegenden Arbeiten beeinträchtigen. Ich bin daher zu der Vitte gezwungen, in diesem Jahre von einem besonderen Ausdruck von Glück⸗ und Segenswünschen mir gegenüber al zusehen. Es bedarf auch eines solchen in der über unser Vaterland so unvermutet hereingebrochenen Zeit der Heim⸗ suchung nicht. Habe ich doch mit inniger Befriedigung viel⸗ fach erfahren, welches starke Band der Liebe und des Ver⸗ trauens mich und das deutsche Volk in kraftvöller Ein⸗ mütigkeit umschlingt. Ich danke im voraus jedem ein— Zzunen, der an meinem Geburtstage seine treue Fürbitte für mich vor den Thron des Höchsten bringt und meiner freundlich gedenkt. Ich weiß mich eins mit dem gesamten deutschen Volke und seinen Fürsten in dem unser aller Herzen bewegenden Gebetswunsche, dessen Erhörung Gott der Herr uns in Gnaden gewähren wolle: Weiterer Sieg über unsere Feinde und nach ehrenvollem Frieden eine glückliche Zukunft unseres teueren Vaterlandes. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Großes Hauptquartier, 13. Januar 1915. Wilbelm J. R. * Rücktritt des Staatssekretärs Kühn. Berlin, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Nordd. Allgemeine Zeitung“ von unterrichteter Seite erfährt, steht binnen kurzem eine Aenderung in der Besetzung des Reichsschatzamtes bevor. Der Staatssekretär Kühn leidet schon seit längerer Zeit an einer fortschreitenden gichtischen Erkrankung, die ihn mehr und mehr auch in der Ausübung seiner amtlichen Kütig⸗ keit hinderlich wird und den Gedanken an seinen Rücktritt nahe⸗ legt. Er hat wie selbstverständlich nach Ausbruch des Krieges alle persönlichen Rücksichten zurücktreten lassen und weiter im Amte verharrt. Im weiteren Verlaufe der Dinge hat er sich jedoch davon überzeugt, daß er, wenn er die demnächst notwendig werdende Neuordnung der Finanzen des Reiches nicht bloß vorbereiten, son⸗ dern auch abschließend durchführen wollte, noch eine Reihe von Jahren im Dienste verbleiben wollte, was sein Gesundheitszustand ausgeschlossen erscheinen läßt. Es müßte aber unter allen Um⸗ ständen vermieden werden, daß der Wechsel im Finanzressort im Laufe der zu erwartenden neuen Arbeit eintritt. Der Reichs⸗ schatzsekretär hat während der Anwesenheit des Reichskanzlers in Berlin im Dezember 1914 Gelegenheit genommen, diesem seine Er⸗ wägungen vorzutragen. Der Kanzler hat sich, so sehr er das Aus⸗ scheiden dieses ausgezeichneten und hochverdienten Mitarbeiters be⸗ dauert, dem Gewicht seiner Gründe nicht entziehen können und die Befürwortung des Abschiedsgesuches 22770 müssen. Als Nach⸗ folger ist der Direktor der Deutschen Bank, Wirkl. Legationsrat Prof. Dr. Helfferich, in Aussicht genommen. Wahrscheinlich wird seine Ernennung zum Staatssekretär so zeitig erfolgen, daß er bereits den Reichshaushaltsctat für 1915, der, wie bekannt, einen wesentlich formellen Charakter tragen wird, im Bundesrat und Reichstag einbringen kann. Berlin, 15. Jan.(WB. r ralversammlung des Bundes der die Mitte Februar im Zirkus Busch stattfinden sollte, ist vom Oberkommando in den Marken verboten worden. Das Erdbeben in Italien. Rom, 15. Jan.(WTB. Ni ich) Die Blatter erör⸗ tern eingehend den Besuch des Papstes im Hospiz Santa Marta. Die„Tribuna“ sagt: Der Papst verließ den Vatikan, sich über Gebckude, die sein Besitz sind, wieder in das Besistum des Heiligen Stuhles zu begeben.„Giornale d'Italia“„„das Ereignis entbehre nicht einer gewissen Be⸗ deutung. Blatt erinnert daran, daß Papst Pius X. anläß⸗ L, untergebrachten Verletzten nicht besuchte. Sie wurden vielmehr nur von dem Kardinal-Staatssekretär besucht. Das Blatt meint, es könne K oder ungewiß sein, ob der Papst den ee juristische iti ffassungen i a Rom, 15. Jan.(WTB. Der„Messaggero“ schreibt: Nach Berechnungen t man, daß elftausend Menschen in Avezzano 3 sind. In Cappadoc ia sind alle Häuser unbewohnbar, die Kirche ist eingestürzt, die Bevölkerung kampiert im Freien auf Schnee. In Castello Fiume sind fast alle Häuser ürzt: man hat bis jetzt zwanzig Tote her vorgezogen, befürchtet aber, weitere dreißig sich unter den befinden. Von Alba Fucense ist nichts übrig geblieben: es scheint daß niemand gerettet wurde. Die Hälfte von Scursola Maricana ist eingestürzt, die Ka⸗ pelle ist nur noch eine Ruine. von Toten liegen unter Trümmern. Von mehr als neunhundert Einwohnern sind dreißig dem Tode entgangen. Magliano de Die Gene⸗ andwirte, Marse A derstört Die Zahl der Toten dürfte dort dreizehn⸗ hundert betragen. Cese ist vollständig zerstört. Von mehr als fünfhundert Einwohnern blieben nur dreißig unverletzt. Cap⸗ pelle del Marsi ist vollständig eingestürzt, dretzehnhundert Opfer liegen unter seinen Trümmern. San Benedetto ist eben⸗ * Volkswirtschaftsdepartement erläßt eine Reihe von Bestimmungen über Ausfuhrbewilligungen für russischen Meldung haben zahlreiche N 2— il Berlin, 15. Jan. Priv. anzeiger“ meldet aus Rom: — ist der unter irdische Kanal. — 2* 3⁰ A du 3 L115 tet 5 em Elend Erdbeben eine furchtbare deter Italien lehnt die Hilse des Auslandes ab. Rom, 15. Jan.(s. Nichtamtlich)„Giornale ia“ meldet. Eine fremdländische Botschast äußerte in dos⸗ licher Weise den Wunsch. eine Aftion des Auskandes x- gunsten der vom Erdbeben Betroffenen einleiten zu ebenso wie damals bei dem Erdbeben von Messina.„Giornale d Italia“ fügt binzu, daß, offiziös befragt, die italieni Regierung kurz beraus erklärte, daß in dem gegenwärtigen Augenblick keine aus⸗ wärtige Unterstützung angenommen werden könnte. Diese Antwort beruht auf der an die neutralen wie an die kri d. Italia“ billigt die Entscheidung der Regierung, welche den allgemeinen Entpfinden und der öffentlichen Meinung entipreche. „Rom, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Durch einen könig lichen Erlaß ist der Generalinspektor im Ministerium des Innerr Deda zum königlichen Kommissar ernannt und be⸗ vollmächtigt worden, um unter dem direkten Befehl des Mini⸗ — sseriums des Innern für alle aus dem Erdbeben vom 13. 9 nuar sich ergebenden Notwendigkeiten gibt außerordentliche Verfügungen, beben von Messina: über Zuerkennun über Feststellungen von Todesfällen, N der sowie Ausführung von Arbeiten. Aus Stadt und Cand. Oieben, 16. Januar 1915. Die Gärten verpachtung durch die Stadt. Eine der nachdrücklichsten Forderungen, die unter dem Einflusse des Krieges unsere Velfswirigchaft erhebt, ist die der rationellen Ausnützung des anbaufähfgen Bodens für die Zwecke der Volksernährung. Man hat dieser rde rung an vielen Stellen und in der verschiedensten Art ereits Rechnung zu tragen gesucht und ist stellenweise so weit ge⸗ gangen, mitten im Weichbilde der Städte liegendes Gelände für den Anbau beispielsweise von Kartoffeln zu bestimmen“ Anderwärts ist von seiten der Behörden die Bestellung brach⸗ liegender Gemeindegrundstücke mit Nutzpflanzen und Ge⸗ müse angeordnet worden. Nicht allein im Interesse der Volks⸗ ernährung ist es wichtig, diese Kriegsforderung mit aller Sorgfalt zu behandeln, sondern es ist fernerhin auch von großer Bedeutung, eine Menge von ungenutzt bleibender Ar⸗ beitskraft in soziale Werte umzuseten. Jede Arbeit schafft Werte, seien sie nun praltischer oder ideeller Natur, und jeder wird es begreifen, wenn in möglichst aus⸗ gedehntem Maße der Wille zur Arbeit vaterländischen Zwecken dienstbar gemacht wird. Beides, Hebung und Stär⸗ kung unserer wirtschaftlichen Vorräte und weitere Aus⸗ nutzung unserer Volkskraft, wird erreicht durch die umfang, reiche Betätigung weitester Kreise in einer Aufgabe, die einem jeden„liegt“, wie man zu sagen pflegt, durch die Beschaf, tigungim Gartenbau.. Es ist deshalb warm zu begrüßen, daß unsere städti'⸗ sche Verwaltung unter Berücksichtigung dieser Erwä⸗ gungen die Aufteillung ihrer Grundstücke am Wißmarerweg und an der Licher Straße in umfriedigte Gartenparzellen mit Wasserzuleitung und Gerätehäuschen und die Verpach⸗ tung dieser Parzellen ins Auge Wie hat. Eine Aufforde“ rung an die Interessentenkreise, Wünsche für solche Parzellen auf dem Rathause anzumelden, hat nach anfänglichem Zögern eine stattliche Zahl von Reflektanten erhoben. Die Angelegen⸗ heit konnte also zur näheren Beratung der land⸗ und forst⸗ wirtschaftlichen Deputation überwiesen werden. Man ist da⸗ selbst leider noch zu keinem endgültigen Beschlusse gelangt, unterbreitete vielmehr, wie wir gestern im Berichte über die Stadtverordnetenversammlung mitteilten, derselben einen einstweiligen Antrag, der jedoch nicht n weil die Sache an die Kommission zurückverwiesen wurde. Das städti⸗ sche Tiefbauamt hatte auf Veranlassung der Deputation für das in Betracht kommende Gelände einen Plan ausgear⸗ beitet, der einen Kostenaufwand von 33 000 Mk. bedingte, eine Ausgabe, die den Kommissionsmitgliedern mit Recht als zu groß erschien. In diesem Plane sind für die einzelnen Par⸗ zellen Eisengitter als Umfriedigung und ziemlich anspruchs⸗ volle Gartenhäuschen vorgesehen. Der Deputation lag, wie wir hören, außerdem ein Voranschlag des Stadtv. Simon vor, der die Auslagen auf 6000 Mark bezifferte und die notwendigen Spaliere aus Holz aus den städtischen Forsten und die Gartenhäuschen mit größerer Einfachheit herstellen wollte. Die Deputation konnte 15 zur Annahme dieses letzteren Planes nicht entschließen, da die Ansicht ge⸗ äußert wurde, die Stadt müsse, wenn sie einmal die Sache in die Hand nehme, auch etwas Ganzes leisten und vor allem auch in Anbetracht der Lage des betreffenden Gelän⸗ des auf ästbetische Momente Rücksicht nehmen. Man kam des⸗ halb auf den Ausweg, den Stadtverordneten die Parzellie⸗ rung des Grundstücks am Wißmarer Weg und seine Verpach⸗ tung ohne Zaun und Gartenhäuschen sowie die.— machung des anderen Geländes für Kartoffelzucht vorzuschla⸗ gen. Wie erwähnt, wird die Deputation die Angelegenheit nochmals zu beraten haben, da sich die Stadtväter mit dem Ausweg nicht befreunden konnten. 5 Berücksichtigt man das eingangs Ausgeführte, so wird man sich sagen müssen, daß es im Interesse der guten Sache ehr zu bedauern würe, wenn das nützliche Projekt an der cksichtnahme auf ein mehr oder minder nes Land⸗ schaftsbild scheitern würde. Nach dem erwähnten Voranschlag des Stadtv. Simon würden sich die Kosten fär einen Garten bei dem 20 000 Quadratmeter großen Gelände an der Licher Straße(nach Abzug eines Teiles für einen Kinderspielplatz im Waldschatten! mit Einschluß der Wasserleitung auf etwa 100 Mark belaufen. Daß die dem Plane. liegende Berechnung Hand und Fuß hat, beweist die Tatsache, daß Sorg tragen. Der Exlaß 4 don esitz ündelschutz verlassener 2 man in Frankfurt z. B. mit 18000 Mark 170 Gärten von glei Größe(300 Quadratmeter) angelegt hat, wobei dort aber nur auf je 100 Ar ein Brunnen kommt. Zu beachten ist weiter, daß diefer Plan das Holz der städtischen Waldun⸗ gen verwenden will, das sicherlich nicht im 2 steigen wird, wenn man behauptet, daß es zur N ing von Grundstücken nichts tauge. Der springend Punkt bei der anzen Frage ist auf alle Fälle die 1 Möglich⸗ keit das nun einmal zur Verfügung stehende Land so zu ver⸗ werten, wie es der gegenwärtigen Zeitlage am besten entspricht, ob dabei nun ästheti forderungen in vollem Maße erfüllt werden oder nicht. Wobei nicht einmal erörtert werden soll, ob man solche nicht auch mit den einfachen Mit⸗ teln des billigeren Planes befriedigen kann. Was die Bepflanzung des Geländes mit Karto anlangt, so ist dazu unter E 2 ag alls t. 3000 Menschen, fast die Bevölkerung des e 3 Ortucchio und 0 del udes zu bemerken: Für die in B er kommt günstigstenfalles heiklen internationalen nd richtet sich ebenso en internationalen Lage und ri. f werden damit weit höhere Werte geschaffen, da man bei der landwirtschaftlichen Ausnutzung 8 Pfennig Ertrag auf den Quadratmeter, bei gärtnerischer dagegen bis zu 40 Pfennig und noch höher rechnen kann. Ein Beispiel: Auf einem Quadratmeter bringen 16 Salatpflanzen, pro Stück nur mit 3 Pfg. angesetzt, 48 Pfg. Ertrag. Dabei kann der Boden mehrmals nacheinander bepflanzt werden. Dabei handelt es sich bei der ersten Angabe um den Rohertrag, von dem die Arbeitskosten z. B. nicht abgezogen sind, während bei der zweiten Angabe ein solcher Abzug nicht stattzufinden braucht, da die Arbeitskräfte eben frei sind. Die Verpachtung der Parzellen ohne Zaun und Garten⸗ häuser dürfte wenig Gegenliebe finden. Der Reiz der Betätigung im Freien liegt hauptsächlich darin, daß der Päch⸗ ter das Gefühl hat, innerhalb seiner eigenen, festgefügten Grenzen zu arbeiten, wo ihm niemand dreinreden kann, wo jede Beschädigung der Pflanzungen durch Mensch und Tier nach Möglichkeit ee ist, wo der stabile Zaun jedes Gefühl der Unsicherheit ausschließt und die Vor⸗ stellung der eigenen vier Wände erweckt. Wenige, die Lust an der Gartenarbeit verspüren, werden Neigung haben, sich mit dem Grabscheit aufs freie Feld zu stellen. Eine möglichste Beschleunigung der Angelegenheit würde in den Kreisen der Liebhaber mit Freude begrüßt werden, zumal dann die Gewähr gegeben ist, daß die nütz⸗ lichen Folgen sich auch zur rechten Zeit bemerkbar machen. Da es letzten Endes nicht darauf ankommt, wieviele Natur- freunde vor einem schönen Gartenhäuschen ihre Zeitung lesen können, sondern darauf, wie möglichst viele Menschen⸗ und Bodenkräfte dem Gemeinwohl nützlich gemacht werden können, so erscheint die Hoff— nung berechtigt, daß die Stadtverordnetenversammlung demnächst einem neuen, sich in der angegebenen Richtung be— wegenden Vorschlag der landwirtschaftlichen Deputation zu⸗ stimmen können wird. 5 » Direktor Bergen, der frühere Leiter des Städtischen Gas werks, ist gestern abend gestorben. » Reichsgründungs feier. In der am Montag, den 18. Januar, im Klubsaale stattfindenden Reichsgründungs⸗ feier wird Fräulein Stammler Lieder von Frank, Holländer, Henschel, Brahms und Loewe, der Bauer'sche Gesangverein Chöre von Weber, Pütz, Wohlgemuth und Gluck-Reinecke singen. Herr Pianist J. Hahn wird das„Alla Marcia“ von Hiller und das Rondo capriceioso op. 14 von Mendelssohn zum Vortrag bringen. Die Festrede hält Freiherr v. Vietinghoff⸗ Scheel, Wiesbaden. Der erste Vorsitzende der veranstaltenden Ortsgruppe wird über neue Aufgaben des Alldeutschen Verbandes sprechen. * Marcell Salzer, der Wanderfrohe, hatte gestern abend wieder einmal den Weg nach Gießen gefunden und bot im Stadttheater einer zahlreichen und dankbaren Gemeinde die bunten, reichen Gaben seiner hohen Kunst. Die gewaltigen Er⸗ scheinungen unserer Zeit haben, wie sichs versteht, gerade einem Künstler, wie es Salzer ist, Besonderes zu sagen, und wenn dieser schon in Friedenszeiten sein Publikum aus den Niede⸗ rungen des Alltags auf Höhen führt, von denen sich die Welt anders ansieht— um wie mannigfachere und lohnendere Mittel dazu geben ihm die Dichtkunst unserer Tage und die von vorn⸗ herein auf Großes, Erhabenes eingestellte Stimmung der Zu⸗ hörer jetzt an die Hand.— Die Flügeltür fliegt auf, ein Rund⸗ kompliment des kleinen Professors, ein Händeklatschen unten im Saal— und alles ist im Bilde, der Kontakt zwischen Publikum und Vortragenden ist da, um für ein paar Stunden nicht mehr abzureißen. Was Salzer gestern abend bot, hatte zum über⸗ wiegenden Teil Mars zum Paten gehabt. Mit schwerem, eher⸗ nem Tritt stampfte unter dem atemlosen Schweigen der Kriegs⸗ gott irgend wo in der Ferne, wie jauchzende Fanfarenklänge schmetterten dazwischen Lilienkrons helle, sieghafte Strophen, wie ein unbezwingleches Lachen unter Tränen perlte der feldgraue Humor dazwischen Harmonikaklänge im Kugelregen, wie der Künstler sagte; und der Schalk prustete seine schallende Heiterkeit, stille Beschaulichkeit malte Interieurs voller Liebe, Melancholie, Rüh⸗ rung und Freude, wie es gerade kam, die Leidenschaft reckte sich empor und griff heiß und kalt an die Herzen— und in allem zeigte Marcell Salzer, daß deutsche Dichtkunst der kristallklare Spiegel wie des Blitzes so auch der innerlichsten Regungen der Volksseele sein kann. Aeußere Höhepunkte, was den Beifall und den Jubel der Hörer anlangt, waren wohl Petöfys„Schlacht“, Lissauers„Haßgesang gegen England“, de Noras Stim⸗ mungsbildchen aus Bayern, Ganghofers zbwerchfellerschüt⸗ ternde Dackelgeschichte und Ettlingers aus der Jugend bekannter Feldpostbrief Tommy Atkins“ an seinen Freund Grandebouche. Der Beifallssturm erreichte den Gipfel nach dem Vortrag eines blanken, schneidigen Gedichtchens von unserem Theaterdirektor Steingoetter, dessen„Siegeswünschen“ Salzer das rechte Echo lieh. Rein künstlerisch mögen Kleists Anekdote aus den Be⸗ Grösste Leistungsfähigkeit durch Gross- Einkauf für eigene Geschäfte in: Giessen, Nürnberg, Erlangen. Am- berg. Würzburg. Schweinfurt, Fulda Aschaffenburg u. weitere Verkaufsstellen Te edence- Mein Bruchband„Ideal“ ohne Feder, eigenes System, auch bei Nacht tragbar, bietet die grösste Er. leichterung und hält jeden Bruch zurück. Leih- und ert„ Geradehalter. 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Ein Pfarrer des Schlitzerlandes schreibt uns: Als in der Kirche eines kleinen Filialdorfs eine Kollekte für die Notleidenden in Ostpreußen und im Elsaß er- hoben wurde, spendete hierzu die Spinnstube den schönen Be— trag von 21 Mk., außerdem für noch einen anderen wohltätigen Zweck 10 Mk. So konnte der Pfarrer ausnahmsweise auch einmal der Spinnstube ein Lob zuteil werden lassen. SGerichtssaal. Berlin, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Ber⸗ liner Tageblatt“ meldet aus Magdeburg: In das Gefängnis des hiesigen Polizeipräsidiums wurden fünf englische Offiziere eingeliefert zur Verbüßung einer achttägigen Arreststrafe, die gegen sie erkannt wurde, weil sie mit den ihnen gelieferten Kommißbroten Fußball spielten Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 17. Jan. 1915: Unbeländig, zeitweise Niederschläge, nuld, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. (WB.) Großes Hauptgnartier, 16. Jan., vorm. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Nieuport fanden nur Artilleriekämpfe statt. Feindliche Angriffe auf unsere Stellungen nordwestlich Arras wurden abgewiesen. Im Gegenangriff eroberten un⸗ sere Truppen zwei Schützengräben und nahmen die Besatzung gefangen, 8 as in letzter Zeit oft erwähnte Gehöft von La Boisselles, nordöstlich Albert, wurde gänzlich zerstört und von Franzosen gesänbert. Nordöstlich Soissons herrschte Ruhe. Die Zahl der in den Kämpfen vom 12. bis 14. Januar dortselbst eroberten französischen Geschütze hat sich auf 35 erhöht. Kleinere für uns erfolgreiche Gefechte fanden in den Argonnen und in dem Walde von Conseuvoye östlich Verdun statt. Ein Angriff auf Ailly, südöstlich St. Mihiel, brach unter unserem Feuer in der Entwickelung zusammen. In den Vogesen nichts von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Die regnerische und trübe Witterung schloß jede Gefechts⸗ tätigkeit aus. Oberste Heeresleitung. Das Erdbeben in Italien. Rom, 15. Jan. Wie„Giornale d'Italia“ aus Pescina gemeldet wird, ist dort die Zahl der Opfer ganz besonders groß. Von den 6000 Einwohnern des Ortes sind nur 1500 am Leben geblieben. Die„Tribuna meldet aus Sora, daß auf dem Friedhof Erdspalten von einigen Metern Länge entstanden sind, aus denen Schwefeldämpfe und schwefel⸗ haltige heiße Quellen hervortreten. Nach Blättermeldun⸗ gen ist übrigens die Zahl der Opfer nicht so groß, wie man zuerst befürchtete. Von 17000 Einwohnern sind nur etwa 30 noch unter den Trümmern begraben; bisher sind 60 Leichen aufgefunden worden. Avezzano, 15. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Von den 5 des hiesigen Bezirkes sind Paterno und Ca p⸗ pello vollständig zerstört worden. In der ersteren Ort⸗ schaft schätzt man die Zahl der Toten auf 1000 unter 1800 Einwohnern. Sampelino liegt beinahe ganz in Trümmern. Von 1600 Einwohnern sind schätzungsweise 1000 tot. 7 Emser Llebeshabe“ gegen Husten, Heiserkelt, Pastillen chuh 8 eto. warenh. Giessen— Bahnhofstr. 58. Gewaltige Vorrate„grosse Abschlüsse ermöglichen es uns noch, trotz der bedeutenden Steigerung der Lederpreise gute Schuhe zu billigen Preisen Betr.: Reichswollwoche. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf die im Gießener Anzeiger(Kreisblatt) vom 15. d. Mts. erschienene Bekanntmachung nebst Aufruf ersuchen. wir Sie auf Anordnung Großh. Ministeriums des Innern den Ihnen in der erforderlichen Anzahl von Exemplaren mit der Post zugehenden Abdruck des„Aufrufs“ 1. an der Ortstafel oder sonst geeigneten Stellen öffentlich auszuhängen und weiter 2. in den Landgemeinden den Inhalt des Aufrufs noch durch die Schelle bekannt zu geben. Was die zu schaffenden lokalen Organisationen an⸗ langt(ogl. Schlußsatz unserer Bekanntmachung vom 14. d. Mts., abgedruckt im Kreisblatt vom 15. d. Mts.) wird gleichfalls nach ministerieller Anordnung a) in der Stadt Gießen das Erforderliche durch den Herrn Oberbürgermeister in die Wege geleitet werden, b) in den Landgemeinden die Sammeltätigkeit nebst den damit zusammenhängenden sonstigen Arbeiten durch die bereits bestehenden bewährten Ortsausschüsse für Rotes Kreuz und Kriegshilse zu organisieren und durchzuführen sein. Den Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden wird die Aufgabe zufallen, den Ortsausschüssen, denen nebst den erforderlichen Anschreiben auch alle nötigen Druck⸗ sachen von hier aus unmittelbar zugehen werden, in jeder Weise fördernd zur Seite zu stehen und ihre Arbeit nach Kräften zu unterstützen. Gießen, den 14. Januar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. Betr.: Die Beschaffung von Heeresbedarf. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß von dem Königlich⸗Preußischen Kriegsministerium angeord⸗ net worden ist, daß a) sämtlichen Fabrikanten und Händlern die Veräuße⸗ rung der bei ihnen lagernden eigenen und fremden Be stände, sowie der eigenen bei Spediteuren und in Lager häusern lagernden Beständen an wollenen, wollgemischten, halbwollenen und baum⸗ wollenen Decken sowie an Filzdecken— soweit nicht die Stücke nachweislich zur Ausführung eines un⸗ mittelbaren Auftrages einer Heeres- oder Marine⸗ 1 bestimmt sind— bis auf weiteres verboten ist, un b) daß die Fabrikanten und Händler den Ortspolizei⸗ behörden binnen drei Tagen nach Erlaß der An⸗ ordnung eine Aufstellung dieser Bestände einzureichen haben, soweit es sich um mindestens 50 Stück insgesamt handelt, damit die Heeresverwaltuno diese Bestände nötigenfalls ankaufen kann. Darmstadt, den 12. Januar 1915. Großherzogliches Ministerium des Innern. von Hombergk. Betr.: Die Beschaffung von Heeresbedarf. An das Großh. Polizeiamt Gießen und die Ortspolizei⸗ behörden des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung be⸗ f auftragen wir Sie, darüber zu wachen, daß die von den Fabrikanten und Händlern einzureichenden Nachweisungen die Art und Menge, sowie den Aufbewahrungsort der sichergestellten decken und den Namen(d. Firma) der Besitzer enthalten und daß die Bestände vorläufig in den Lagerräumen zur alleinigen Verfügung des Kgl. Preußischen schen Kriegsministeriums verbleiben. Ueber die Freigabe einzelner Stücke oder eines Teiles der beschlagnahmten Menge trifft die genannte Militär⸗ ü behörde später Bestimmung. Im übrigen haben Sie festzustellen, ob alle Bestände 4 von den Fabrikanten und Händlern angezeigt sind. Auch wird Ihnen zur Pflicht gemacht, die Bestände in geeigneter Weise gegen unbefugtes Beiseiteschaffen bis zum Eingang einer 1 5 Verfügung des Kgl. Preußischen Kriegsministeriums zu sichern. Die von den Besitzern eingereichten Nachweisungen haben Sie zutreffendenfalles sofort mit der Bescheini⸗ gung zu versehen, daß alle Bestände angezeigt sind, und als⸗ dann umgehend bei uns vorzulegen. Gießen, den 15. Januar 1915. ö Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hechler. aus r 4 * welche an Haemorrboiden erkrankt sind und bisber vergeblich Heilung suchten, sollten einen Versuch mit d bestbe warten DUN Zäpfchen machen. 8 Co., Dunprap. 6. m. d. H., Darmstadt. Neuster Prospekt kostenlos 22 Im sow. alle sonst. ODaaxarbeiten werden schön und dauerhaft angefertigt in dem sandlung. — Spez. Damen-Frisier- Hermann Plank Me. Spezial⸗ Damen: Frisier⸗ und Haar⸗Geschaft Kaplansgasse 2. 222 Zum Br + en F. den uf Nedianal— Drogerie„um in verschiedenen Größen für 50,250- U. 500⸗Gramm⸗ u. 3 u. 5⸗Kilo⸗Paket⸗Verpackung so⸗ wie wasserdichtes Oeltuch zu challglaften7 Eennement! und Haar-Geschätt Hermann Plank Ww. Kaplansgasse 2. Visitkarten Rrühl'sche Druckerei. billigen Preisen. 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