Nr. 1 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Zweites Blatt Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen zeit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal. General⸗Anz 165. Jahrgang ießener Anzeiger eiger für Oberhessen o Donnerstag, 14. Januar 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrift- leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Der Kampf um die Walfischbai. Das Reuter⸗Bureau meldet— und man darf ihm dies⸗ mal ausnahmsweise glauben— die Walfischbai sei am 8. Januar von den Engländern besetzt worden. Das wäre also eine„Wiedereroberung“, denn am 9. September vorigen Jahres hatte unsere südwestafrikanische Schutztruppe die deutsche Flagge dort gehißt. Die Walfischbai liegt bekanntlich in der Mitte der Küste Deutsch⸗Südwestafrikas und wird ge— bildet durch eine mit der Küste parallel laufende Halbinsel: dazwischen ein sieben Meter tiefer Kanal, der großen Schiffen den Zugang gestattet. Walfischbai ist so etwas wie ein süd⸗ westafrikanisches Helgoland. Wir brauchen es und mußten es solange entbehren. Warum es Caprivi seinerzeit nicht gelang, die sandige Halbinsel als Draufgabe beim Aus— tausche von Helgoland und Witu einzuhandeln, ist nicht klar geworden. Der Ausschluß des Hafens, dieser Schönheitsfehler am Bilde von Deutschsüdwest, wurde auch praktisch oft schmerzlich empfunden. Nutzen hatte England nie von dem Distrikt, vielleicht nur das Gefühl der hochmütigen Genug— tuung, daß es uns auch dort so recht ärgerlich vor der Nase sitzen konnte. Wir aber mußten uns mit Swakopmund behel— sen, dessen seichte Küsten unserer Schiffahrt so große Schwie— rigkeiten entgegensetzten. Je mehr unsere Kolonie aufblühte, desto empfindlicher wurde der Mangel eines leidlichen Hafens empfunden. Darauf aber hatte der Engländer nur gewartet, um mit der für ihn fast wertlosen Walfischbai ein möglichst gutes Geschäft zu machen. Wie sagt doch Churchill:„business as usual“. Zunächst suchte man uns durch Grenzstreitig— keiten zu reizen. Mehr als 25 Jahre lang währte dieser Streit über die Angrenzung des Walfischbaigebietes. Er wurde durch Schiedsspruch des spanischen Senators Professors Dr. Grida am 12. Mai 1911 erledigt und zwar zugunsten Englands. Dann wurde stärkeres Geschütz aufgefahren. Man machte die Frage der allenfallsigen Abtretung der Walfischbai an Deutsch⸗ land zum Gegenstand einer Interpellation im englischen Par- lament. Monatelang wurde in der englischen Presse für den Gedenken Stimmung gemacht. Hinter der Agitation standen einflußreiche Kreise, die in Südafrika(der Bezirk Walfisch⸗ bar ist verwaltungstechnisch mit der Kapkolonie vereinigt) große Landkomplexe besitzen und die nun als Gegenwert für die Abtretung der Walfischbai und die Grenzregulierung am Oranjefluß Deutschlands Bereitwilligkeit zu einem Bahn⸗ bau von der Küste nach Rietfontein in Britisch⸗Bechuana⸗ land verlangten. Eine derartige Bahn, ob sie nun von Wal⸗ fischbai beziehungsweise Swakopmund oder Lüderitzbucht aus⸗ gehen würde, hätte für das englische Hinterland eine un— geheure wirtschaftliche Bedeutung und die Ländereien, die heute mangels genügender Transportmittel brach liegen, lönnten rasch erschlossen werden. Der Wert des Landes würde hierdurch aber ganz beträchtlich gesteigert. Falls Deutschland sich den englischen Plänen nicht geneigt zeigen sollte, beabsich⸗ tigte man eventuell eine Bahn nach dem englischen Port Nol⸗ loth zu bauen. In England wurde natürlich versucht, den Wert der Walfischbai in den schönsten Farben auszumalen, aber selbst englische Kenner hatten zugeben müssen, daß dieser Hafen infolge der fortschreitenden Versandung, des Mangels an Trinkwasser und der öden Umgebung für England nur einen sehr problematischen Wert habe. 1 In Deutschland aber sah kein Mensch darin einen Be⸗ weis„freundschaftlicher Gefühle“, wenn England den Ca⸗ privizipfel und den Bau einer für das britische Südafrika hochbedeutsamen Bahn als Gegenleistung für die Abtretung der Walfischbai verlangte.— Also die erwartete Begeisterung der Deutschen blieb aus und eine widerliche Preßhetze der Londoner Blätter war die Folge. Will Deutschland etwa die Walfischbai geschenkt haben, damit es an unsere freundschaft— lichen Gefühle glaubt? fragte damals die„Daily Mail“. uns nicht versagen können, noch einige unglaubliche Unver— schämtheiten von damals ins Licht der heutigen Lage zu rücken. Die„Daily Mail“ fährt fort:„Die Politik, Deutsch⸗ land Geschenke zu machen, um guten Willen zu zeigen und seine Gunst zu erkaufen, ist in der Vergangenheit ohne Erfolg versucht worden. So gaben wir Deutschland Helgoland, wir gaben ihm Samoa, aber derartige großmütige Hand— lungen unsererseits versagten. Ist es wahrscheinlich, daß ein Geschenk wie das der Walfischbai Erfolg haben wird? Eine Politik, bei der alles Nehmen auf der einen und alles Geben auf der anderen Seite steht, ist verfehlt.“ Solche Verdächtigungen, solche Lügen und Beleidigun— gen haben wir uns Jahre und Jahre hindurch vom Vettern— volk gelassen lassen. Heute in dem furchtbaren Krieg wird jeder Hieb pariert, wird jeder Frevel heimgezahlt. Auch in der einst so verlästerten südwestafrikanischen„Sandbüchse“, die schon 1903 im Hereroaufstande so viel deutsches Helden— blut getrunken hat, wird den Engländern alle Unbill vergol— ten. Und wem schließlich die Walfischbai gehört, wird nicht Krämerschlauheit und Spekulationsgeist, sondern das Schwert entscheiden, das Schwert im europäischen Kampfe. Die Beschäftigung Uriegsgefangener in der Industrie. Sieht man die Listen der Arbeitsnachweise durch, so wird die Tatsache auffallen, daß stets in größerer Zahl nach gelernten Arbeitern gefragt wird. Die gewerbliche Tätigkeit in den letzten Jahren, die Spezialisierung ein— zelner Artikel und damit deren erhöhte Produktion, und die daraus folgende Erhöhung der Exportziffern und andere Ursachen brachten es mit sich, daß in vielen Ge— werbezweigen gegen frühere Jahre ein Mehr an unge— lernten Arbeitern zur Einstellung gelangen konnte. Der Ausbruch des Krieges bewirkte nun eine vollständige Um— wälzung. Die Exportindustrie mußte, gezwungen durch die Kriegsereignisse, die seitherige Produktionsziffer ganz wesentlich zurückschrauben, denn die Exportmöglichkeiten sind heute für viele Produkte auf ein Minimum zurück— gedrängt. Die zurzeit in der Hauptsache für unseren eigenen Bedarf tätige Industrie arbeitet zum großen Teile für unsere Heeresbedürfnisse jeglicher Art. Diese Tätigkeit ver⸗ langt jedoch für viele Gewerbezweige gelernte Arbeits- kräfte, und die Möglichkeit, die bei anderen Gewerbe— zweigen frei werdenden ungelernten Arbeitskräfte zu ver⸗ wenden, ist nur in geringem Maße gegeben. Gerade die Militärbekleidungsindustrie und die hochqualifizierte Arbeit liefernde Industrie der Maschinen, Instrumente und Appa⸗ rate, sowie der Industrie der gesamten Metallverarbeitung verlangt gelernte Arbeitskräfte. Um diesem Mangel abzuhelfen, wurde von verschie⸗ denen Seiten der Vorschlag gemacht, gelernte Arbeits- kräfte aus der großen Zahl der Kriegsgefangenen zu ver⸗ wenden. Diese Vorichläge der Verwirklichung zuzuführen, scheinen für den ersten Augenblick als sehr wüns Swert, unter der Voraussetzung natürlich, daß eigene Arbeits- kräfte nicht erhalten werden können. Auch vom wirtschaft⸗ lichen Standpunkte aus lönnte man dem Vorschlag wohl zustimmen, doch erheben sich Bedenken ganz besonderer Art gegen die bestehende Absicht, und zwar aus folgenden Gründen. Wie bekannt, läßt das feindliche Ausland keine Mittel und Wege unversucht, unsere Industrie, unseren Handel, unser gesamtes Wirtschaftsleben zu untergraben. Keine Kosten werden gescheut, sich in den Besitz und in die Kenntnis unserer Fabrikation und Fabrikationsmethoden de setzen. Selbst harmlose Zeitungsinserate von Mitglie- ern des neutralen Auslandes, in unseren Tageszeitungen Die blinden hessen. Ein Kriegsfreiwilliger jungen Bluts Ward in Rußland ein Opfer des Wagemuts, Als schon geschlagen die große Schlacht,— Haben Kosaken ihn eingebracht.. Sie schleppten ihn vor ihres Hetmans Zelt, Verwundet, zerschlagen und doch noch ein Held. Und der Oberst herrschte den Jüngling an: „Den Hindenburg kennst du und seinen Plan, Den künde uns jetzt, ich rate dir gut, Du weißt, wie wehe Gefangenschaft tut. 5 Dort stehn meine Schergen: ein Wink von mir Und du verfällst ihrer Rache Gier. Verblendeter Knabe, zum zweiten sag an, Wer waren die H„die allen voran Uns suchten und fanden im vordersten Kampf, Im Kugelregen und Pulverdampf? Dich beseelte derselbe gewaltige Mut, Du bist ihres Stammes, du kennst sie gut. Und willst du dein Heimatland wiedersehn, Dann mußt du mir Rede und Antwort stehn.“ Das Antlitz des Jünglings vor Stolz erglüht Und dem Hetman er furchtlos ins Auge sieht: „Von dem Stamm, dessen urechtes Kind ich bin, Gibt jeder lieber sein Leben hin, Als daß er dem Volke, für das er ficht, Die Treue als feiger Verräter bricht. Was Hindenburg will, das sag ich dir nicht, Und wenn mir dein Scherge die Knochen zerbricht. 5 deinen Reihen such' den Verrat, e Ich weiß, wer sich so prache erkühnt, Nach deinem Gesetz den Tod verdient. Eine Kugel wird eines Mägdleins Traum Zerstören dort an des Waldes Saum, Und eine Mutter wird laut aufschrei'n, 0 Wenn die Kugel mich trifft in das Herz hinein. Jetzt häufe nur weiter Leid auf Leid, Wink deinen Schergen; ich bin bereit. Doch halt, Herr Oberst, noch will ich dir melden Die Namen der blindlings stürmenden Helden, Die euch suchten und fanden im vordersten Kampf, Im Kugelregen und Pulverdampf, ie Helden will ich dir künden: Es waren die Hessen, die blinden. Sie haben uns die Entscheidung gebracht 72 In der gewonnenen großen Schlacht. Dem Tod jetzt gern ich mich weihe, Als ein Opfer der hessischen Treue.“— Der Hetman sitzt sinnend, das Haupt in der Hand Und ein Ahnen erfüllt seine Seele. „Du bist verloren, mein Vaterland, 73* 2 1 8 aufgegeben, dem äußeren Anscheine nach als vollständig harmlos zu betrachten, haben die Erlangung von Fabri— kationszeichnungen, Photographien fertiger Produkte, wie schwerer Automobil-Lastwagen für Heeresbedarf uff, zum Zwecke. Daß dann diese Zeichnungen von gewissen neutralen Ländern und von solchen auch dem feindlichen Auslande be— e werden, ist offensichtlich. Wenn die gerne nachzuahmenden Waren auch außerhalb Deutschlands her⸗ gestellt werden, so spricht doch die Qualität der deutschen Ware für diese. Und damit man Qualitätsware erhalten kann, dazu gehört vielfach das Hineinlegen des ganzen theoretischen und praktischen Könnens eines auf der tech— nischen Hochschule durchgebildeten Ingenieurs. Daß kein Land außerhalb Deutschlands solche Kräfte in diesem Maße besitzt, dafür können wir ohne jede eigene Ueberhebung, und Prahlerei einstehen. Wie die Ausbildung des deutschen Ingenieurs, so die Ware. Und könnte das Ausland auf Grund von gelieferten Zeichnungen und Photographien hier einen, wenn auch nur kleinen Schritt in unsere Konkurrenz eintreten, dann würde auch nach dem Kriege unserer Volks— wirtschaft unendlicher Schaden bereitet; denn nicht allein 5 Industrie, sondern auch der Handel würde erheblich leiden. Zu der Herstellung einer guten Ware benötigt man aber auch durchdachter, auf jahrelangen Erfahrungen ge— gründeter Fabrikationsmethoden, benötigt man Arbeiter, die in diesen Bescheid wissen, welche aber jede Fabrik be— strebt ist, sich zu erhalten, sie nicht der Konkurrenz zuzu⸗ führen. Aus diesem Grunde möchte ich von der Verwendung von gelernten Arbeitern aus den Reihen der Kriegsgefan⸗ genen für die Ausfüllung jeden Bedarfs der Industrie ganz besonders warnen und nur dort eine Verwendung befürworten, wo die Bürgschaft gegeben ist, daß die Kennt— niserlangung irgend welcher unbekannter Verfahren, oder von Teilprozessen durch den beschäftigten Kriegsgefangenen, vermieden wird. Dieser soll auf keinen Fall instand gesetzt werden, seinem Vaterlande späterhin aus der Beschäftigung Gewinn zu bieten. Besonders wäre eine Beschäftigung an. erheblich Vorteile bietenden Spezialmaschinen zu vermei⸗ den. Es ist daher in jedem einzelnen Falle die Frage, mit welchen Arbeiten darf und kann man im eigensten wirtschaft⸗ lichen und vaterländischen Interesse den Kriegsgefangenen beschäftigen, auf das Sorgfältigste zu beantworten. Ganz besondere Aufmerksamkeit wäre der Art der Betätigung Kriegsgefangener angedeihen zu lassen, die sich mit der Her⸗ stellung von Kriegsbedarfsartikeln befaßt. Man denke weiterhin an die Möglichkeit, daß ein übel⸗ gesinnter Kriegsgefangener imstande sein kann, böswilliger⸗ weise solche Beschädigungen an Betriebseinrichtungen 1 beizuführen, daß ein längerer Betriebsstillstand, in irgend welcher Form, eintreten könnte. Hierbei braucht es sich nicht notwendigerweise um eine wesentliche Sachbeschädi⸗ Beg zu handeln, vielmehr wird schon dann eine bedenkliche 1 etriebsstörung und eine Störung in der Warenlieferung eintreten können, sobald die verursachte Zerstörung die Be⸗ arbeitung einer wichtigen und notwendigen Teilproduktion darstellt, ohne welche das Endprodukt nicht denkbar, oder nur mit Verzögeru fertiggestellt werden kann. Nicht Furcht, sondern lediglich Vorsicht in der Handhabung des Nationalvermögens läßt mich diese Zeilen schreiben. Gegen eine Beschäftigung wäre solange nichts einzuwenden, als diese in solchen Gewerbebetrieben erfolgt, in denen der- artige Möglichkeiten nicht oder nur in verschwindendem Maße vorliegen. Hier werden es besonders die Bergwerks- betriebe, die Steinbruchbetriebe, die Ziegeleien, die kera— mischen Betriebe usw. sein, welche Kriegsgefangene, bei eigenem Arbeitermangel, beschäftigen könnten. Allerdings dürften sich auch Schwierigkeiten besonderer Nicht länger dir's, Rußland, verhehle. Im Weltkrieg wird es dir heiß und bang, Weil Engl dich schnöde betrogen; Gesündigt hast du Jahrhunderte lang Und dir keine Helden erzogen. Nicht Albions geworbene Söldnerschar, Nicht Rußlands Knechte und Schergen, Ein Volk nur, das solche Helden gebar, Wird schließlich siegen und herrschen. * (— Goethe über die Zukunft Deutschlands. Es ist in den verflossenen Wochen schon öfters zitiert worden, das stolze prophetische Wort, in dem unser größter deutscher Dichter, dem man zu Unrecht Interesselosigkeit an nationalem Streben nachgesagt hat, sein Vertrauen auf Deutschlands Zukunft bekundete; während unsere Feinde allmählich das Gefühl ihrer Ohnmacht spüren, sei es wiederholt: 1813 sagte Goethe in einem Gespräch mit Luden: Eine Vergleichung des(politisch so herabgekommenen) deutschen Volkes mit andern Völkern erregt uns peinliche Gefühle, über welche ich auf jegliche Weise hinwegzukommen suche, und in der Wissenschaft und in der Kunst habe ich die Schwingen gefunden, durch welche man sich darüber hinwegzuheben vermag; denn Wissenschaft und Kunst gehören der Welt an, und vor ihnen ver⸗ schwinden die Schranken der Nationalität. Aber der Trost, den sie gewähren, ist doch nur ein leidiger Trost und ersetzt das stolze Bewußtsein nicht, einem großen, starken, geachteten und ge⸗ fürchteten Volke anzugehören. In derselben Weise tröstet auch nur der Gedanke an Deutschlands Zukunft; ich hatte ihn so fest als Sie, diesen Glauben. Ja, das deutsche Volk verspricht eine Zukunft— hat eine Zukunft, das Schicksal der Deut⸗ schen ist noch nicht erfüllt. Hätten sie keine andere Aufgabe zu erfüllen gehabt als das römische Reich zu zerstören und eine neue Welt zu schaffen und zu ordnen, sie würden längst zugrunde ge⸗ gangen sein; da sie aber fortbestanden sind, und in solcher Kraft und Tüchtigkeit, so müssen sie nach meinem Glauben noch eine große Zukunft haben, eine Bestimmung, welche um so viel größer sein wird, denn jenes gewaltige Werk der Zerstörung des römischen Reiches und der Gestaltung des Mittelalters, als ihre Bildung jetzt höher steht.— — Neues von Dürer. Dürers Leben bietet der For⸗ schung noch so manche dunkle Stellen; die Nachrichten, die uns aus jenen fernen Zeiten erhalten sind, sind lückenhaft und zum Teil unklar. Natürlich sind die Archive Nürnbergs auf Nach⸗ richten über den Meister hin eifrig durchforscht worden, und wichtige Mitteilungen dürften dem Spürsinn früherer Bearbeiter nicht entgangen sein. Doch sinden sich immer noch hie und da Schriftstüche, in denen der Name Dürers auftaucht oder aus denen auf seine Lebensverhältmisse geschlossen werden kann, und wenn sie auch keine wichtigen Neuigkeiten enthalten, so sind sie doch stets des Erwähnens wert. Im Repertorium für Kunst⸗ wissenschaft hat Albert Gümbel eine Eintragung aus einem Nürn- berger Ratsbuch veröffentlicht, die Dürer in Beziehung zu einem Steinberger. merkwürdigen und ihm sehr fern liegenden Amt, dem eines städtischen Kohlen messers, setzt. Der Kohlenmesser oder Kohlenwäger war vom Magistrat dazu angestellt, um den Kohlen-* handel der Stadt zu beaussichtigen und dafür zu sorgen, daß es dabei immer mit rechten Dingen zuging. wird nun verfügt, daß das Amt des Kohlenmessers, das bisher ein gewisser Raumstechlein inne gehabt hatte, auf einen Bürger Frei übergehen solle:„will er das nicht sein, so soll das Amt seinem Eidam verliehen werden.“ Es kann sich bei diesem Frei um keinen andern handeln, als um Hans Frei, durch die Heirat seiner Tochter Agnes 1494 der Schwiegervater des eben nach vierjähriger Gesellenwanderung Albrecht Dürer wurde. Es mochte Frei eine sicht sein, daß sein Schwiegersohn durch dies Amt einmal eine anständige Versorgung erhalten könne. Der Meister selbst, der sich damals bereits mit hochfliegenden künstlerischen Plänen trug, wird weniger von dem Gedanken entzückt gewesen sein, sich mit rußigen Kohlenbrennern herumplagen und schmutzige Kohle anfassen zu müssen. Er blieb auch vor diesem Schicksal angenehme Aus⸗ bewahrt, denn das Amt erhielt dann später ein gewisser Kuntz Auch über Dürers Vater, von dem man so wenig Münzer. m weif, enthält Gümbels Abhandlung eine neue Mitteilung. Wäh⸗ rend die älteste Erwähnung des wackern Goldschmiedes bisher 1 aus dem Jahre 1455 bekannt war, erscheint er in den Akten des Nürnberger Kreisarchivs bereits im Jahre 1444, und zwar als Krieger bei einer Fehde der Stadt Nürnberg. Unter den Armbrustschützen, die damals zum Kampf gegen die feind⸗ lichen Herren von Waldenfels und zur Eroberung ihrer Feste Lichtenburg angeworben wurden, ist auch Albrecht Dürer auf- geführt, der den Goldschmiedhammer mit der Armbrust vertauschte, um seiner Stadt Waffenhilfe zu leisten. — Deutsche Kunst in Feindesland. Ein im Felde stehender Mitarbeiter schreibt uns: Die Aufführungen klassischer deutscher Musik, die Prosessor Fritz Stein-Meiningen seit etwa vier Wochen regelmäßig in der Kathedrale von Laon veranstaltet, 23 haben jetzt eine bedeutende Bereicherung durch die Gründung eines „Kriegs⸗Männerchors“ erfahren, der aus 75 Sold und Krankenpflegern besteht. Er trat zum erstenmal mit schönem Erfolg in einer musikalischen Weihnachtsandacht hervor, deren Anlage sich überaus glücklich an die mittelalterlichen Kirchenseiern mit ihrem halbdramatischen Wechsel von Schriftverlesung, Sols und Chorgesang anlehnte und dadurch in den gotischen Kirchenbau stimmungsvoll sich eingliederte. Am Silvestertag und dem solgen⸗ den Sonntag unternahm Professor Stein mit seinem Chor Ga st⸗ reisen nach Marle und einigen anderen Punkten der Schlacht linie. — Leutnant Dehmel. Richard Dehmel, der als kriegsfreiwilliger Musketier in das Feld gezogen war, ist jetzt, wie aus Hamburg gemeldet wird, bei Verleihung des Eisernen Kreuzes vom Vizefeldwebel zum Leutnant befördert worden. Im Jahre 1494 4 der 1 heimgekehrten Soldaten 3 1 25 * 3 1 Ark der Veubenbung von kriegs gefangenen gelernten Fr⸗ beitern enstellen. Es seien nur genannt die Aus⸗ übung der Ueberwachungs tätigkeit, die Verpflegung, die Unterbringung; weiter das Vorhandenseim einer event Unlust von seiten des deutschen Arbeiters, mit dem„Feinde“ Seite an Seite seine Arbeit zu verrichten. Das Reichsamt des Innern und das preußische Kriegs⸗ ministerium haben im Dezember vori Jahres Grund- sätze über die Beschäftigung Kriegsgefangener aufgestellt. Damit die Unternehmer aus dieser keinen finanziellen Vor teil ziehen können, besteht von seiten dieser die Verpflich⸗ tung, angemessene festgelegte Löhne zu bezahlen und zwar für ungelernte Arbeiter den vollen ortsüblichen Tagelohn. —ç die gelernten Arbeiter dagegen sind wesentlich höhere söhne angesetzt. Hier müssen die gleichen Löhne bezahlt werden wie für unsere deutschen Arbeiter im Stück⸗ oder Tagelohn in dem betreffenden Arbeitsorte. Die Verrechnung der von den Unternehmern zu zahlen⸗ den Löhne erfolgt mit der Heeresverwaltung Dipl.-Ing. Dr. Stöckle. Aus Feld postbriefen. Aus der großen Zahl der uns neuerlich wieder zum Abdruck überlassenen Feldbriese seien folgende Ausschnitte wiedergegeben: Ein gefährlicher Patrouillengang. Von unseren Horchposten wurde gemeldet, daß der Feind die ganze Nacht hindurch geschanzt hatte. Da ich in meiner Kom⸗ vagnie als Draufgänger bereits bekannt bin, wurde mir der envolle Auftrag zuteil, mt unserem Leutnant und ein paar ann zu erkunden, was da los sei. Wir traten um 8 Uhr früh den Gang zum Feind an, gingen, gedeckt durch den Wald, im Bogen an die feindliche Schützenlinie heran. Wir waren kaum 300 Meter vorgeschritten, da sahen wir einen französischen Toppelposten, mußten ihn aber umgehen, denn wenn wir ihn abgeschossen hätten, wären wir verraten und wieder zurück. Wir gingen weiter vor, Schluchten und sebüsche als Deckung benutzend. Als wir ein gutes Stück wieder hinter uns hatten, erklomm ich eine Höhe und sah 150 Meter vor mir den Schützengraben, der frisch aufgeworfen war, und hinter diesem, im Wald versteckt, noch einen. Ich sah mich um und gewahrte, daß der Wald, in dem ich mich befand, mich noch näher an den feindlichen Graben heranbringt. Das meldete ich unserem Leutnant und wir gingen noch weiter vor bis ans Ende des Waldes. Von dier führte ein Hohlweg zum Feind. Ich chte mich mit einem Kameraden bis auf 50 Meter an den zützengraben heran. Wir verhielten uns mänuschenstill, konnten aber keine Stimmen aus dem ercken Graben vernehmen, desto mehr aber aus dem zweiten. Ta wir nun auch noch fest⸗ stellen sollten, ob in dem Graben Franzosen oder Engländer SSS—Zrrre waren, gingen wir noch weiter vor, jetzt aber auf freiem Feld. Auf einmal entdeckte ich kurz vor uns wieder einen Schüten⸗“ graben, an den wir uns heranschlichen. Ich nahm mein Fern- glas, um den Graben zu besichtigen, fand aber nichts. Plötzlich sagte mein Kamerad:„Hier sind Franzosen!““ Die Augen traten ihm dabei ordentlich aus den Höhlen. Wir gingen sosort zurück. Ich wollte es jedoch durchaus nicht glauben, denn ich sagte mir, wo wir beinahe auf 15 Schritte dran waren, hätten sie uns doch runtergeknallt. Ging also mit meinem treuen Krause wieder vor bis an den Schützengraben, warf einen Blick hinein und sah ihn leer. Dann kroch ich auf allen Vieren zu dem vorderen langen Graben und fand ihn ebenfalls leer. Es war also nur ein Scheinschützengraben und alle 5 Meter lag eine leere Konserven⸗ bückfe, welche die Gewehre darstellen sollten. Da ich in dem anderen vorspringenden Graben ein kleines Schild sah, ging ich wieder zurück. Kaum aber tat ich den ersten Schritt in den Graben, als auf einmal sieben Franzosen direkt vor uns aus dem Unterstand, den ich zuerst nicht sehen konnte, err aner Auf den Tod gefaßt, standen wir da und sahen Feinde ins Auge. Fest umklammerten wir den Griff des Wewehres und legten an. Doch eine blitzschnelle 3 uns, daß jetzt Schießen Wahnsinn und gleichbedeutend mit Selbst⸗ mord wäte, denn durchlöchert wie ein Sieb würden wir ent⸗ seelt in die Hände des Feindes gefallen sein. Es gab nur die eine Möglichkeit, sich s eunigst durch die Frucht zu retten, mal wir deutlich sahen, daß sich bei den Rothosen eine große — bemerkbar machte. Also Gewehr ab und los. Wie die Besessenen schossen die 28 hinter uns her. Jeden Augenblick dachten wir, die Kugel wird dich gleich durchbohren, mach dich bereit, du fährst jetzt in die Ewigkeit. Aber wie durch ein Wunder entkamen wir glücklich und langten unbeschädigt wie⸗ der bei den Unsrigen an, von allen freudig begrüßt. Der Auf⸗ trag war somit erledigt und am 21. v. Mts. erhielt ich dafür das Eiferne Kreuz, das mir vom Herrn Oberst meines Regiments persönlich überreicht wurde. Unsere Artillerie aber feuert jetzt in die zweite Schützenlinie der Rothosen, in die wirklich besetzte. Wahrscheinlich werden sie sich nicht schlecht darüber wundern. Ein Heer auf dem Marsche. Gestern morgen verließ unsere„ mit enthüllter Tabne das Dorf. In einer der nächsten Ortschaften war der Sammelplatz für das Bataillon. Bald gings weiter nach X., wo wir mit den beiden andern Bataillonen zusammentrasen. Mit klingendem Spiel wurde der Marsch fortgesetzt. Unterwegs mußten wir meistens neben der Straße über die Felder mar⸗ schieren, da uns Artillerie und endlose Züge von Autos be⸗ eten. Da uns immer mehr Artillerie überholte und auch 5 ganze Bagage mitfuhr, glaubten wir, es ginge zur Bahn dann nach Rußland. Stundenlang marschierten wir über usorweichte Felder und auf schlechten Feldwegen. Unsere Feld⸗ waren gleich zu Anfang stecken geblieben und kamen erst viel später nach. Endlich nach langem Marsche kamen wir tod⸗ an unserm Bestimmungsorte an. Wir fünfe sollten in einer Schule nächtigen, aber die Lehrerin, die da wohnt, wollte uns nicht haben. Sie meinte, es wäre kein Platz da, und es müßte wahrscheinlich ein Verseben sein, daß wir zu ihr geschickt worden wären. Wir ließen uns aher nicht abweisen, sondern die Wohnung einer gründlichen Untersuchung vor. Es e sich dabei heraus, daß sie für dreimal soviel Menschen Plat batte. Wir machten kurzen Prozeß, räumten ein Zimmer aus und richteten uns darin nach Wohlgefallen ein. Die bekam vor uns eine solche Angst, daß sie die Nacht nicht schlief. Man hörte sie andauernd beten. Am nächsten Morgen, nachdem wir alles varademäßig in Stand gesetzt hatten, ging es wieder fort. Schon den ganzen Morgen kam ein A rtillerie-Regi⸗ nach dem andern durch. Auf allen Straßen, die nach St. führten, sah man endlose Daker aller Waffengattungen. Aus allen Richtungen klang der Paukenschlag der Regimentsmusiken an das Ohr. Es war ein unvergeßlich großartiger Anblick, der sick uns bot, als wir auf einer Anhöhe vor der Stadt rasteten und hon 5— e e g Massen des 8 Ubersehen konnte. Alle Straßen waren von Landwehr und Leicht⸗ verwundeten abgesperrt. Im Gleichschritt gings über das hol⸗ perige Pflaster der Stadt, von der Bevs staunend be⸗ tet. Auf einem freien Platze, vor dem Rathbause, nahm n General v. B. die Parade ab. Die vielen fungen Leute en dem General Freude zu machen, denn er nickte uns wohlwollend zu. Eine Weihnachtsfeier. .. Es war wunderschönes Weihnachtswetter. Kein Wölk⸗ chen war am Himmel, die Sterne gliterten und der Mond warf seinen silbernen Schein auf die feindliche Landschaft, und alles dies kam einem vor, wie ein großer Weihnachtsbaum. Und wenn nicht in dieser stillen Nacht ein französischer Vorpvosten auf uns geschossen hätte, so hätte man glauben können, daß der tiefste jeden herrsche. Am 1. Feierta gen wurde es neblig, so daß man nichts auf 10 Meter sehen konnte. Alles war mit einem dichten Reif bedeckt. Am 2. Feiertag war das Wetter Vvenau so. Am dritten wurde es wieder wärmer und sing an zu lauen. Während diefer Jeit mußte alles auf dem Posten sein und wachen. Am dritten Feiertag abend wurden wir aus dem nun nassen Schützengraben abgelöst. Als wir wieder unserm Qunttier zumarschierten, war ein jeder froh, denn am nächsten Abend wollten wir ja Weihnachten feiern, und dann wurden ja auch die großen Weihnachtspakete aus det Heimat ausgegeben. Als wit in unser kaltes Quartier kamen, wickelte sich ieder in eine Dede und Mantel und schlief einen ruhigen Schlaf Am nächsten Tag reinigte man seine Kleider und Stiefel und zuletzt das Gesickt gründlich vom Schützengrabendreck. Abends gegen 8 Uhr traten wir ein zur Bescherung. Sie fand in einem grofen Stalle statt. In der Mitte stand der schlicht geschmückte Christbaum auf einem großen Tisch, auf dem unsere Geschenke lagen und an den Wänden standen noch die Krippen und Naufen, mit Liebesgaben gefüllt. Wir stellten uns um den brennenden Baum, die glten bärtigen Landwehrmänner bis zu uns jungen Kriegsfreiwilligen. Wir fangen einige Weihnacktsktieder, dann trug einer unseter Kameraden ein selbstversaßtes Gedicht vor. Es ging jedem von uns zu Herzen. Jeder dachte an die lieben Seinen im teuren Vaterland, und jeder war daheim in Gedanken. Als die kleine Frier beendet war und wir den traulichen Stall versießen, empfing uns draußen ein Wetter, das genau so in grellem Gegeusatz zu dem Stalle mit dem Weihnachtsbaum stand, wie der rauhe Krieg zum Frieden. Der Sturm heulte von der französischen Seite her und jagte die Wollen am Mond vor⸗ über. Spater, als man sich auf das harte Lager legte, batte sich genau mie das Wetter, auch das Herz von gar manchem beruhigt. Ter Mond schien vom klaren Himmel durch unser gefligtes Fenster auf unser Strohlager und beschien die Gesichter der Krieger, von denen man lesen konnte, daß sie selig träumten. Ein Weihnachtsgeschenk aus dem Felde. An die Leitung des Kriegskindergartens Gießen. In den Monaten August und September hatte ich öfters Gelegenheit, von den Fenstern der damals in der Aula ein⸗ erickteten Schreibstube aus dem Spiele der Ihnen anvertrauten inder zuzuschauen. Ich konnte so recht ermessen, wie aufopfernd und mit wie viel Liebe die jungen Damen sich in den Dienst der guten Sache stellten. Wenn ich den Damen damals nur im stillen meine Hochachtung widmen konnte, so gestatte ich mir hierdurch, diesem Gedanken Ausdruck zu geben, und ich würde mich sehr freuen, falls ich den verehrten Leitern und Leiterinnen in der Ausübung ihres schweren Berufs durch Uebersendung von 1 Feldbriefen, die Bilder zum Ausschneiden und Spielen ent⸗ halten, dienlich sein könnte. Wang N 9 Neujahrsgruß eines 222 ers. Rußland in einer Waldhütte auf Vorposten um ½ nach 12. 1915. Prost Neujahr! Liebe Verwandte! Das neue Jahr glücklich mit dem Gesang Deutschland, Deutsch⸗ land über alles angefangen. Fin Hurra auf den K und das Vaterland, wie zu Hause. Die Stimmung ist sehr gut. Viel Glück und Segen im neuen Jahre! Die Heizungsanlage im Schützengraben. „ Auferdem habe ich nun noch eine sogenannte Schreib- stu be, die aber sehr luftig gebaut ist. Bei dem Nordwind, der in den ersten Tagen wehte, zog es in der Bude ganz gewaltig, 2 daß wir uns genötigt sahen, eine Feuerung anzulegen. Diese bestand zuerst aus einem einfachen Holzfeuer, wobei uns aber die Augen und Nasen sehr feucht wurden. Dann erwischten wir eine alte Benzinkanne, an welcher der Deckel abge⸗ — und unten ein Feuerloch angebracht wurde. Aber auch abei hatten wir denselben Rauch, so daß) wir einen Kamin bauen mußten, Wir setzten also auf die Benzinkanne Rasenstücke, bekleideten auch die Wand damit, und oben durch die Deckung kamen zwei leere Fettbüchsen, von denen der Boden entfernt war, und unser Kamin war fertig. Nun haben wirs wenigstens warm. 2— Aus Stadt und Cand. Gießen, 14. Januar 1915. Der Gießener Landsturm in Feindesland. VII. Ein neues Jahr! Verklungen die Wünsche der Kameraden untereinander auf Deutschlands Sieg und eigene gesunde Heim⸗ kehr, verweht auch die derer, denen selbst an dieser bedeutungs⸗ vollen Jahreswende nichts anderes einfiel als das übliche„Prost Neujahr!“ Naßkalt und windig 55 der Neujahrsmorgen herauf und— das militärische Uhrwerk die Stunden des Dienstes mit gewohnter und selbstverständlicher Pünktlichkeit abschnurren. Doch auf dem geräumigen Bahnhofsplatze von V. drängte sich eine selt⸗ same Schar zusammen, von den Einwohnern der Stadt mit teil⸗ nahmsvoller Neugier betrachtet und angeredet. 33 Männer und Frauen, meist schon mit den Gebresten des Alters behaftet, dazu 3 Kinder, erwarteten unter der schützenden Obhut eines Kommandos Gießener Landsturmleute die Dampfstraßenbahn, um durch sie weiterbefördert zu werden. Ihr heimatliches Dörschen in der Nähe von A. das sie zu so unfreundlicher Zeit verlassen mußten, lag unter dem Feuer der Geschütze ihrer eigenen Landsleute und bot darum dem eden des häuslichen Herdes keine Stätte mehr. So wurden die Beklagenswerten von den„barbarischen“ Deut⸗ schen zu ihrer eigenen Sicherheit in Haft genommen und zunächst nach. gebracht, wo sie die letzte Nacht des alten Jahres in der roßen Halle um den wärmespendenden Ofen gedrängt zubrachten. er Neujahrsmorgen würde den des Reisens Ungewohnten ein neues vorläufiges Heim im Kreise ihrer Volksgenossen bescheren. Wie eine Verkörperung der gemütlichen Großväterzeit rum⸗ pelte die Bahn unter greulichem Fauchen und Pfeifen heran und nahm die müde Last auf, um mit ihr die in endlos langer, ununterbrochener Reihe aneinandergestellten Ortschaften ihres Be⸗ reichs zu„durchsausen“. In dieser 2 beherrscht der Fabrik- betrieb Welt und Leben. Erz⸗ und Kohleuminen schicken Dut⸗ zende von Schloten in die dicke Luft, und seitwärts der schlecht⸗ epflasterten, kaum mit einem Bürgersteig versehenen Straßen, inter schablonenhaft unschönen Arbeiterhäusern häufen sich Schutt⸗ und Schlackenmassen mitten in der reizlosen Ebene berghoch zum Himmel. Wurden auch viele der Betriebe durch die Einberufung ihrer besten Arbeitskräfte schwer getroffen, so sind die menschen⸗ freundlichen Bemühungen der deutschen Behörden, die zurück⸗ gebliebene Bevölkerung nicht ganz ohne Arbeit und Brot zu lassen, von manchem Erfolge gekrönt. Die Pulse des Verkehrs schlagen, wenn auch in verlangsamtem Zeitmaß, weiter, und auf den Esenbahnschienen wie auf der kanalisierten Schelde 5 sich Güter mancherlei Art. Die deutschen Lands chen, die von ferne zu begrüßen die Fahrt Gelegenheit gibt. haben es sich im ganzen recht gemütlich gemacht und stehen mit Groß und Klein bestem Fuße. au Plötzlich zwischen den entlaubten Bänmen ein neues Bild. C, heute ein stilles Städtchen von 5600 Einwohnern, kündigt sich als das an, wirs es im der guten alten Zeit der Geschitze beschei⸗ denen Kalibers und der Geschosse geringerer Durchschlags⸗ und Zer⸗ störungskraft war: eine bedeutende Festung. Außenwerke mit Wall und Graben, Kasematten und Schießscharten— recht wie sie die Phantasie des Knaben beschaftigen— gebieten drohend Ach⸗ tung. Aber die neue Zeit, die Wehemutter einer„dicken Berta“, spottet aller Befestigungsfünste von einst und verdammt die einst so oft und heiß umstrittene Grenzfeste zu völliger Bedentungs⸗ losigkeit. Vor ihr haben die Cer Kürassiere ihre Garnison kampf⸗ los geräumt, und heute genügt ein verhältnismäßig schwaches deut⸗ sches Kommando, das dort errichtete, meist aus verwundeten Gäulen bestehende Pferdedepot zu sichern. Vor einem der von Sauban unter Louis XIV, aufgeführten Festungstore als am Ziele feiner —. bielt der Zug und ließ die Alten, von den sie betreuenden ndstürmern dienstwillig geleitet und gestützt, in den bergenden Raum. Ueber eine von den abziehenden l höchst über⸗ flüssigerweise Ade nde von den nachrückenden deutschen Pionieren mit leichter Mühe wieder fahrbar gemachte Scheldebrücke ging es im Schneckentempo auf die Mairie, wo die jetzt Heimatlosen zu weiteret Versorgung belassen wurden und sich mit Dankesworten Einnahme eines Imbisses 22 Zeit zu einem Rundgang durchs Städtchen. Das leine eum mit seinen bescheidenen Kunstwerken und allerlei Merkwürdigteiten, das Denkmal des Soldaten vaters Kommandierenden Generals des 12. Armec⸗ korps Léon de Poilloue de Saint⸗Mars und das der in den flassischen Rollen der Zaftr, Tancrsde, Semiramis, Didon ge⸗ schäßten Tragsdin Clatron konnten in Augenschein genommen Verden, ehe der undantbare, weil trotz allen Verbrauches an Nervenftaft häufig mif achtete Wachdienst im alten Standort die in erster Linie zu ihm Berufenen wieder in die geöffneten Arme nahm. Ganz im Zeichen der blau- weißen Farben stund der 7. Ja- mar, der siebzigste Geburtstag Ludwigs III., Co- nigs von Bayern. Nur der Dimmel machte eine Aus⸗ nahme und hatte eine unausstehlich grämliche Miene aufgesteckt. wie sie wirkungsvoller auch kein Franzmann fertig bekommen hätte. Ader was macht deutschen Soldaten schlechtes Wetter, was machen ihnen Regen und Wind aus, wenn es die Feier eines natienalen Ehren- und Festtages gilt! Auch der bessische Landsturm nahm an der Freude der ganzen Armer, der er zugeteilt ist. gern und freudig teil. und wenn ihm bier wie bei ähnlichen Gelegenheiten eine nicht unwichtige Rolle zuftel, so dankt er das wohl im erster Linie seiner samosen Bataillons musik, der einzigen im näheren Etappengebiet Schon morgens durchzog sie die Dauptstraßen der Stadt zum militärischen Wecken. Aber wie wäre ohne sie der große Fest⸗ akt und die Parade auf der Place d Armes überhaupt dankbar grwesen! Die Herren Franzosen haben sicher gestaunt, wohl auch die Faust in der Tasche geballt. als sie die dienstlich ablömm⸗ liche deutsche Garnison in so stattlicher Menge aufziehen sahen. Dennoch umrahmte ein dichter Kranz von Männern in der Uniform des deutschen Soldaten und Beamten das weite Rechteck. und an den hoben Fensterreihen das Stadthauses drängten sich die Köpfe Roter Krruz⸗Schwestern. Nach der feurigen Ansprache des katbolischen Feldgeistlichen von dem in den Reichs- und Landessarben prangenden und mit dunklem Wrün umpflanzten Altar herab und Schlufigebet, Vaterunser und Segen des evange⸗ lischen, ergriff der Kommandeur der Inspektion das Wort, um mit weithinschallender Stimme noch einmal der Bedeutung des Tages vom Standpunkt des Kriegers. gedenken. Er schloß mit einem Hurra auf„Ludwig den Deutschen“, das während die Truppen präsentierten und alle Glocken der Stadt läuteten— dreimal hell und scharf wie Salvenfeuer über den Markt rollte und im ang der backerischen National homme seine Krönung fand. Endlich ging die Musit in die flotten Klänge des Parademarsches über, und die teder der verschiedenen mili⸗ —— 2 ordneten sich zum 8 ch 9 a olonne vor Sr Exzellenz, der vorzügli appte. ange aber sang und klang es in der Stadt zum Preise des„Bayern⸗ lands im deutschen Kranz“. R * Ritter des Eisernen 3 Schulamts⸗ landidat 8 Otto Hedrich aus Bellersdorf, Inf Regt. 223. Uffz. Schnorr aus Garbenheim, Königin⸗ Augusta-Garde-Grenadier-Regt. 4. Oberlt. d. L. Viebahn aus Friedberg. Res. Christoph Huth aus Langenhain. Leutn. d. R. im Eisendahn⸗Regt. 2 Ludwig Krantz aus Marburg. Uffz d. R. Lind aus Villingen, Inf.⸗Regt. 116. Sergeant Phil. Keil, uffz. Herm. Keil und Uffz. Herm. Opper aus Ettingshausen. Vizefeldw. enträger Diehlmann aus Unterschmitten, r Lehrer Heinrich Jung aus Lützendorf, Inf. Regt. 87. Landsturm⸗ Gefr. Peter Heibel aus Herschbach, Großh. Hess. Landst.⸗ Inf. Bat. 4. ug d. R. dab ere(bisher im Haufe Edg. Borrmann in Gießen). La Heinrich Noth ⸗ nagel IX. aus Griesheim. Drogist M. Medicke aus Heppenheim. Eduard Oppermann und Musketier Klip⸗ ert aus Langen, Inf. Regt. 117. Freiw. Gefr. Ernst auschkolb aus Offenbach, Inf.-Regt. 221. Leutn, d. R. Lehrer Emil Armbrecht aus Mudersbach. Off. Stellv. d. R. Wilhelm Waldeck aus Alsfeld. Im Gießener Soldatenheim(Cass Ebel, Burggraben, Eingang von der Marktstraße aus) wird am nüchsten Samstag, den 16. d. M., um 3½ Uhr eine Nachmittagsunterhaltung stattfinden. Außer must⸗ kalischen Darbietungen werden ernste und heitere Dichtungen seitens des Herrn cand. phil. Goettig und 2 oecker zum Vortrag kommen. Alle. ranken der Gießener Lazarette, aber auch alle Angehörigen der Gießener Garnison sind hierzu eingeladen. * Personal für die Etappen. Nach Mitteilung des stellvertretenden Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege ist die Gewinnung von Depotpersonal und Köchinnen um Dienste in der Etappe nötig, wobei insbesondere anzustreben ft Persönlichteiten, die bereits im Etappengebiet tätig waren, u erneuter Verpflichtung zu veranlassen. Anmeldungen werden m Geschästszimmer des Roten Kreuzes, Alte Klintt, entgegen ⸗ genommen. * Reichsgründungsfeier. Man schreibt uns: Der Ernst der Zeit legt dem deutschen Volke Zurückhaltung in Festen und Feiern auf. Aber eine Feier wollen wir uns doch nicht nehmen lassen: die der Gründung des Reiches. Des Reiches, das eie zum ersten Male die Prüfung zu beste hat, ob es auf festem Boden und mit starken Quadern gebaut ist. Nach 5/ Kriegs⸗ monaten trotz der 11 Feinde kein Feind, trotz der bri⸗ tischen Herrschaft über die See und des 1 mancher de keine wirtschaftliche Not im Land: mit Stolz und Freude über unser Reich können wir die Feier begehen! In— Deutschland sollte dieses Tages, nicht auch in diesem Jahr, sondern in diesem Jahr e rst 57 055 festlich gedacht werden; keine bessere Antwort gäbe es auf die Nachrichten von der ckten und mutlosen Stim⸗ mung in Deutschland, mit denen unsere ihrer eigenen Be⸗ vofkerung Mut einzuflößen suchen. Die vom Alldeutschen Verband veranstaltete allgemeine Reichsgründungs feier findet am Montag, 18. Jamiar, im Saal des Gesellschaftsvereins statt. Landkreis Gießen. 1 Lich, 13. Jan. Oberleutnant Amtsrichter Robert Weitert ein Sohn des ehemaligen Vorstehers der hiesigen Präparanden⸗ Anstalt, ist als Kompagnteführer im Insanterte⸗Regiment 221 auf dem russischen Kampsscha gefallen. R. Weitert war lange Jahre in Schlig als Amtsrichter tätka, wurde dann nach Ossen⸗ dach a. M. versetzt, von wo er vor wa einem halben Jahre nach Darmstadt übersiedelte. Der Pesallene war sowohl in er beruf; lichen Tätigkeit, sowie auch als Offizter sehr beliebt. J Holzheim, 12. Jan. In unserer Gemeinde wurden bis jetzt rund 10 000 Mart Gold in Papier umgewechsell. a Kreis 2 Bobenhausen, 13. Jan. Vorige Woche war der junge K. Kraft, Sohn des Musikers Konrad Kraft, im Walde mit Schießen von Eichhörnchen beschältigt. Er hatte kaum sein Gewehr geladen, als es auch schon los ging. Das Geschoß durchbohrte ihm die dand. Er achtete die Wunde wenig. Es entstand Blut- vergiftung; vergangenen Samstag trat Starrkrampf ein. Kurz darauf ist er gestorben. O Aus demoberen Vogelsberg, 13. Jan. Begünstigt durch das gelinde Wetter im Spätherbst und Vorwinter blühen hier schon an geschützen Hecken die Kätzchen des Haselnußstrauches. Helen Nassan h. Höchst a. M., 13. Jan. Aus dem Main wurde die Leiche der 15jährigen Clisabeth Ambrosi aus Bieber ge⸗ borgen. Das junge Mädchen wurde seit Ende November vermißt. d. Frankfurt a. M., 13. Jan. Aus dem Eisenbahn⸗ direktionsbezirt Fraukfurt ging heute jrsüüh abermals ein großes und Händedrücken von chren bisherigen Begleitern verabschiedeten. Diesen aber blieb nach Erledigung der dienstlichen Geschäfte und Kommando Cisenbahner zur Dienstleistung nach Belgien ab. g—— stud. theol. erwundeten und vermischtes. Die Gentlemen der„Emden“. In Bangkog in Siam erscheint die völlig englische Zeitung „Bangkok Times“, die Ende November das nachsolgende, von einem Engländer verfaßte Gedicht brachte, das in der deutschen Uebersetzung durch einen Mitarbeiter der„Münchener Neuesten Nachrichten lautet: Die„Emden“. Zu welcher Fahne ihr auch schwört, 0 Und wem auch euer Herz gehört, Erhebt die Gläser, ehrenwerte Gentlemen! Nur eine Farbe zeigen wir, Denn allen gilt es uns als Zier. Zu ehren, die aus ganzer Seele Gentlemen! Durchzogen haben sie das Meer als echte Gentlemen. Die Schiffe bohrten sie in Grund Mit einem Lächeln auf dem Mund Und mit der Geste eines echten Gentleman. Oft machten sie uns tüchtig naß; Sie taten dies und taten das, Doch mit der kühnen Anmut eines Gentlemen. Sie nahmen, was sich ihnen bot, Kein Schutz half uns aus dieser Not, Doch nie vergaßen sie, daß sie auch Gentlemen. Dem Feinde widerstanden sie als Gentlemen, Selbst was sie drahteten, war Denken echter Gentlemen. Sie lösten keinen einz'gen Schuß, Den nicht gebot ein zwingend Muß. Und nie befleckten sie die Mannesehr', die Gentlemen. Doch als das Letzte kam, Das Glück ein Ende nahm. Da, mit dem frohen Glauben echter Gentlemen, Die Flagge hoch voran, Am Posten Mann für Mann, Beschlossen sie das Spiel als edle Gentlemen. Und noch im donnernden Totentanz Umwob sie leuchtender Ruhmesglanz Nach alter guter Art des Sten Gentleman. Die Waschküche 3 preußischen Eisenbahn. Wo werden die unzähligen Handtücher und die Riesenmengen der für den Schlafwagenbetrieb der Eisenbahnen ersorderlichen Wäsche gereinigt und ausgebessert? Nun, in dem Haushalt der preußischen Eisenbahnverwaltung, die ja das größte wirtschaftliche Unternehmen der Erde darstellt, fehlt auch die Waschküche nicht. Die erste Eisen- —— wurde auf dem Berliner Bahnhof Grunewald im %% ͤ Jahre 1908 erbaut und hat in den letzten Jahren rund 680 000 Kg. Wäsche Trockengewicht zu reinigen gehabt. Diese Menge konnte nur dadurch bewältigt werden, daß man in zwei täglichen Arbeits- schichten von je 8 Stunden arbeiten ließ. Doch die Waschküche war an der Grenze ihrer Leistungssähigkeit angelangt, so daß in Rummelsburg eine zweite errichtet werden mußte, über die Baurat Cornelius in der„Berkehrstebnischen Woche“ allerhand interessaute Einzelheiten mitteilt. Die Arbeitszeit in dieser neuen Waschküche konnte auf eine Tagesschicht von 12 Stunden herabgesetzt werden. Rechts und links des Gebäudeeinganges liegen der Annahme- und der Ausgaberaum. Von einem zum andern wandert nun die Wäsche in einem richtigen Kreislauf durch viele fleißige Hände und mancherlei Maschinen, bis sie gesäubert und getrocknet wieder ab— geholt werden kann Und neben den„Eisenbahnwäschermädeln“ gibt es Stopferinnen, Nähermnen und Stickerinnen, die in be- sonderen Räumen die beschädigten Wäschestücke ausbessern. Der Vorteil dieser eigenen Waschanstalt der preußischen Staats-Eisen⸗ bahnen ist ein doppelter. Einmal sind die Kosten sehr gering, denn sie betragen nur etwa 10 Piennig für das Kilogramm Wäsche Trockengewicht, dann aber kann die Bahnverwaltung mit Be- stimmtheit auf die rechtzeitige Versorgung mit frischer Wäsche rechnen. Märkte. ch. Bingen, 13. Jan. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 24,25, Hafer Mk. 22,30, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 8,00, Erbsen Ml. 00,00, Linsen Mk. 00,0, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 48,00, Roggenmehl Mk. 37,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mt. 2,50, Milch 1 Liter 21 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1,25. FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 13. Jan. Auftrieb: Rinder 157(Ochsen 23, Ballen 17, Kühe und Färsen 117), Kälber 238, Schafe 43, Schweine 450. Bei regem Geschäft und unveränderten Preisen wurde der Markt bis auf geringen Ueber- stand geräumt. . Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗ ae. Samstag, den 16. Januar 1915 Norab en) 4.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Ubr. Sabbatausgang: 5.45 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfetiee am 16. Januar 1915: eitag abend 4.30 Uhr. amstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat⸗Ausqang 5.45 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7.00, nachmittags 4.30 Uhr. meteorologssce Seobachtungen der Station Gießen. N 2 2 Jan. 288 8 S 25 1 2 83 Wetter 1615[C 82 2 2 2 Sc 1 S 2 58 2 5 8 8. 13 2 752,1 3,9 46 76 SW 2 10 Bed. Himmel 18. La 50,1 1,2 4.7 93 SsE 2 10 Schneefall 14.% 248,4 3.4 5,8 100 ftüll stiag 10 Nebel, Sprüh⸗ regen 555 Höchste Temperatur am 12. bis 13. Januar 1915 5,3 Niedrigste 1 1.„ IS.* 1915 Niederschlag: 4,6 mm. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Es wird darauf hingewiesen, daß alle Gesuche auf Be⸗ freiung oder Zurückstellung vom Militärdienste bei dem Un terzeichneten einzureichen sind. Gießen, den 11. Januar 1915. Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Eberstadt. In Eberstadt ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gemarkung Eberstadt bildet ein Sperrbezirk. Gießen, den 14. Januar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde. 7 Vermietungen Süd-Anlage 11 hne,§⸗Zimmer⸗Wohn. Teich Gas und Elektrisch, mit reichlich. Zubehör v. 1. April I. Stock. 292 Zer- 5200 Die von Herrn Hauptm. Coulmann innegehabte 6—7⸗ Zimmerwobn. 1. Etg. ist zu verm. Näheres Bergstr. 9 p. 0 6 Zimmer Wobnung Süd⸗Anlage 20 Part. per 1. April zu vermieten. Nähexes im 1. Stock. Lummer Crednerstraße 14 hübsche 5-Zim.⸗Wohnung nebst Zu⸗ behör, Gartenanteil ꝛc. per sosort zu vermieten.* Näheres Hofmaunstr. 14. Schöne 5 Zimmerwohn. mit allem Zubehör per 1. April zu vermieten. 149 Goetbestr. 68. Näh. Part. 404] Schöne 5⸗Zimmerw., Part., ver 1. April zu verm. Näheres Bleichstr. 331. iser⸗ B Zimm.⸗ Agiser⸗Allee 22 Wobn. 1. April 1915 zu verm. Näh. Faß, Kaiser⸗Allee 20. 453 zu vermiet. Näh. Zimmer dehöne- Timmervohn. I. age zu vermieten. Näh. Bleich⸗ straße 16, L. Huhn. 21 Frankfurter Straße 25 schöne 4.Zimmer⸗ Wohn., Loggia u. Balkon nebst Badez. per 1. 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Giessen, den 14. Januar 1915. ——— Jagd⸗ Verpachtung. Donnerstag, den 21. Januar, nachmittags 2 Uhr, soll die der Gemeinde Ruttershausen zu— stehende Jagd auf dem Amtszimmer der unter zeichneten Bürgermeisterei auf weitere 6 Jahre ver⸗ pachtet werden. Ruttershausen, den 12. Januar 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. empfiehlt zu billigen Preisen Installations-Geschäft 08168 Januar, nach- statt. 0 die vielen 531 Gaslampen Lüster und Speisezim.-Kronen J. Thörner Luduigstratle 10. Anfertigung nach Mat —— Marke„Petto« CARL BERG-· GESSFEHN Schuhwarengschäft Mäusburg Nr. 4 Lager fertiger Herren- Damen- u. Kinder- stiefel Winterschuhe in Kamelhaar u. Tuch Alleinverkauf der so beliebten Kinderstiefel Reparaturen werden prompt ausgeführt hre starb am Boden den unser treuer Vorsitzender 8 Körber Wehrmann im IJnf.⸗Regiment Nr. 116. Wir verlieren in ihm ein treues, fleißiges Mitglied und werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren Fesangpertin„Germania“, Alten⸗Busetk. Nachruf. Am 30. Dezember starb den Heldentod fürs Vaterland unser treues Mitglied Ludwig Spaar Wehrmann im Rei. Jnf.⸗Regt. 7 116. Wir werden ihm allzeit ein ehrendes An denken bewahren. 5²³ Gesang verein„Liederkranz“ Beuern. Eestern nachmittag um 5 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Becker, geb. Narimaun Die trauernden Hinterbliebenen: B. Becker, Rangiermeister i. P. und Kinder. Gießen(Crednerstraße 33), den 13. Januar 1915. Die Beerdigung findet Freitag, 15. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 1 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil nahme, sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Hartmann beim Hin⸗ scheiden unseres lieben Vaters Eberhard Döll J. sagen wir unseren innigsten Dank. Gebrüder Döll. Alten-Buseck, Gießen. Arbeltsvergebung. Für die Feldbereinigungsgesellschaft Allen— dorf a. d. Lumda, Kreis Gießen, sollen vergeben werden: veranschl. zu 1. Lieferung von Drainröhren. 1887 Mk. 2. Lieferung von Steinzeugröhren 50 3. Lieferung von Zementausmündungen. 83 1. Fuhrleistungen„ 5. Los 1—5 Graben⸗ und Rohrverlegungs⸗ arbeiten„ 6, Maurerar be... 45. 7. Lieferung von Pflöcken 12 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. zur Einsicht offen. schlags zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrist versehen bis Montag, den 18. Januar 1915, nachmittags 2 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Eda. einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote i Gegenwart erschienener Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 12. Januar 1915. Großh. Kulturinspektion Gießen. Steinbach, Baurat. Weftdeutsche Bodenkreditanstalt Hypothekenbank in Köln a. Ry. Die Ausgabe der neuen Zinsscheinbogen für weitere zehn Jahre zu unseren 3% proz. Pfandbriefen Serie III erfolgt vom 20. Januar ds. Js. ab an unserer Kasse und bei unseren Pfandbriefvertriebsstellen, woselbst auch Formulare zu Verzeichnissen bezogen werden können. 2 Köln, im Januar 1915. 40D Die Direktion. Angebote haben in Prozenten des Voran- 9 3 Gelegenheitskäufe Da Weisswaren Enorm billig Prima Ware Weiße Bettdamaste. 130. 160 br. Weiße Bettuchleinen. 150. 160 b.. Weiße Hemdentuche. 84. 160 br. Kopfkissen, Handtücher, Servietten Taschentücher, Tischtücher Posten Damenwäsche spottbillig Stickereien für Unterröcke, Volant elegenheitskäufe Naufhaus Natz, Giessen 4 Bahnhofstrasse 14. stheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende ehmon die glänzend beuhrten Petrin- Tabletten Name Nearkannt bestes Mittel, da vollständig unschad- gesetzlich geschützt 27 lich, ohne jegliche N. benerscheinungen und sicher irkend.— Zu haben in allen Apotheken. IB. Patenten wird Rat aud Elie ertellt Neltkestraaze 7. Morgens 9 11, mittags 3—5 Uhr. 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