Der blaue Unker. Roman von El friede Schulz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 16. Kapitel. Es war ein eisgrauer Spätnachmittags Anfangs Februar. In der großen Etage, die Rothkirchs in dem vor n eh nie n Miethause am tzohenzollerndamm bewohnten, waren sämtliche Räume festlich erleuchtet. Frau Natalh hatte dem Drängen Susannes nachgegeben und endlich wieder einmal eine kleine Gesellschaft geraden, nilr nahe Bekannte. Von Potsdam wollte Dietrich herüberkommen und Schmettau mitbringen, der seit einigen Tagen in Berlin bummelte. Er war erst vor einer Woche von einer Löwenjagd am Nyassa nach Deutschland znrückgelehrt. Die Familie Ladenburg hatte zugesa-gt, ebenso der Bruder des Freiherrn, Exzellenz Lothar v. Rotykirch ans dem Kultusministerium, der in den letzten Jahren ein ganz seltener Gast auf Bronin geworden war. Alkch Lotte Wölftin hatte sich durch Ilse Ladenburg u,nd Susanne bestimnren lassen, später auf eine Stunde herüber- KuVominen. ,/Jch bitte euch, faßt mir heute Papa an wie ein rohes Ei!" ermahnte Frau Natalh ihre beiden Töchter, die wieder einmal lvegen einer MeillungsVerschiedenheit in einer Kleinigkeit in eine lebhafte Auseinandersetzung geraten waren. ,/Jch bin zufrieden, daß ich Papa so lveit bekommen habe." Susanne und Eva sahen sich schuldbewußt an. Mütterliche Ermahnung war wirklich am Platze, denn den Freiherrn tras man selten anders als gedrückt und mürrisch. Dias sollst so gesellige Rothkirchschje Haus war ganz still geworden. Frau Natalh ging kopflos umher und sah sich wieder mitten drin in dem alten Elend. Tschammer, der zu ihr immer offen und ehrlich sprach, hatte in seinem letztere Schreiben allerlei Andeutungen gemacht, daß, der Freiherr wieder die Bauwut zu bekommen scheine. Diesmal »volle er sich aus Szynranowo und Grodko austoben. Das lväve immer ein schlechtes Zeichen. „Halten Sie ihn munter, gnädige Frau, daß der alte Dämon nicht wieder über ihn kommt!" Einmal ließ sich der Freiherr drei Tage lang nicht sehen. Aus dem Reichstag schickte er nllr drei.Zeilen, das; er in Komnrissionssachen fort müsse. Er sagte niemand, wo er geloeseii war. Es war zum Verzlveifeln. Mt Miihe und Not hatte Frau NaMy ihn nun zu der kleinen Gesellschaft überredet. Er mochte teilte Menschen sehen und sah am liebsten allein in seinem Arbeitszimmer bei einer schweren Zigarre. Der Abend ließ sich lvider Erlvarten gut an. Professor Ladeilbnrg hatte seine unverwüstliche Laune mitgebxacht, und namentlich der afrikanische Löwenjäger, der fast kaffeebraune Beruward voll Schiitetlan, ließ keine Trübsal miffommeu. Er hatte sich von vornherein bei der Hausfrau nett ein-- geführt unb mit einem harmlosen Lächeln um den Platz neben Ilse Ladenburg gebeten. „Ich bin in der Wildnis etwas verwildert, meine Gnädigste, da loird mir die Nachbarschaft der Professorstochter wieder etwas von der notlvendigsten Kllltur beibringen. Meinen Dank im voraus!" Nach dem Abendbrot suchten Schmettau und Ilse ein stilles Plätzchen im Wintergarten. „Sie können gewiß die Palmen Afrikas nicht vergessen," scherzte Ilse, für die Schmettaus unverhofftes Erscheinen eine unbeschreibliche Ueberraschung war. Ihre Augen leuchteten. Schmettau hatte ohne Förmlichkeit ihren Arm genommen und sie entführt. „Denken Sie, mein hochverehrtes Fräulein Ilse", fillg er sofort, als sie sich gesetzt hatten, lebhaft -an. .„Ich bin direkt von Genna, lvo ich von Port Said mit dem „Kleist" an kam, über Basej und Frankfurt nach Berlin gefahren, richtiger nach Charlottenburg. Sie werden mich vielleicht incht verstehen, aber es ist so — ich! hatte nur eiueu Wunsch — in der Tat — nur den einen Wulisch, Sie wiederzusehen.^ „Sie phantasieren aber wirklich kühn drauflos, Herr v. Schmettau", sagte Ilse halb unwillig. „Solche KompU- mente darf mail aber doch nicht zu dick auftrageu."l Aber Schmettau ließ sich nicht beirren. Mit einer firfje* reit Ruhe fuhr er fort: „Sie können mich tausendmal lluierbrechen, gllädiges Fräulein, und mich auch einen großen Jungen schelten, ich tue Ihnen deshalb nichts zuleide. Es ist wirklick) so. — Warum bin ich lienlich nach Afrika gegangen? Warum tlicht nach Berlin? Wozu erst dieser Umweg über Port Said?" Er faßte ihre kleine Hand. „Ich wollte mit Gewalt die lmutberfatueTt Brounter Tage zu vergessen suchen. Ich wollte mich mit den Abenteuern wilder Jagdett betäuben. Aber ich — ich konnte Sie nicht vergessen, meilt hochverehrtes Fräulein Ilse, ich habe Sie liebgelvonnen wie mein Lebeil, und heute — weiß Gott, ich bin nicht zu Rothkirchs gekommenem den lieben alten Herrn zu begrüßen — ich kam, weil Sie hier sein sollten. Soll ich ltoch ein Wort mehr sagen?" Der braune Jäger sah Professors Ilse mit seinen stahlblauen Augen so treu und herzlich an und zog ihre Hände an sich und küßte sie nkit einer so heftigen Glut, daß das junge Mädchen nur ein Gefühl hatte, das eines maßlosen Glückes an der Seite dieses frischen, offenherzigen Mannes. Sie fattd kein Wart dafür. Es lvar ihr and) alles so selbstverständlich, als wenn es gar tlicht anders sein köttnte. Sie lachte ihm wie ein seliges Kind zu und fiel in seine Arme. „Liebste — Süße — wer hätte das vor einem Jahre gedacht!" „Bernd — ich wußte, daß du kommen würdest. Jeder n-eue Tag lvar mir eilte neue Erwariuttg, unb als ich dich heute hier sah — ich hätte dir gleich um den Hals falten rönnen. Und" — . sie wurde rot und etwas verlegett - „ich habe es dir ja heute wirklich gar nicht schwer gemacht, du wilder Jager. Wie du mit den Löwen umgegaugen bist, da wäre es ja doch ein vergebliches Bemühen gewesen. Warum sind wir so schwach?" Da drückte er ihr brennende Küsse auf den roten Mund und lachte. „Weil die Löwen starker sind wie die kleinen Ga zellen!" Und dann wollte er zu ihrer Mutter. Aber Ilse hielt ihn zurück. „Warte, Liebster, Lotte Wölflin ist wohl schon gekommen. Sie hat Trauer und ist im Schmerz. Warte bis morgen. Ich will erst mit ihr sprechen." Lotte war noch nicht gekommen. Aber Susanne sah ihre Freundin seltsam an, und Ilse lachte, halb selig, halb betreten. „Ihr habt was gehabt, Ilse? Ei — ei — bald werden wir gratulieren." Ilse war geflüchtet, und Susanne sah ihr ernst nach. Als dann Lotte Wölflin kam, zog Susi die Freundin beiseite. „Ich glaube, wir können Herrn v. Schmettau gratulieren, Lotte. Ich müßte mich sehr täuschen, wenn Ilse nicht schon langst mit ihm einig ist." Lotte Wölflin zuckte leicht zusammen. Langsam und matt erwiderte sie: „Es tut mir leid um Erich." Da war es Susanne Rothkirch, als wenn das Parkett -u zittern begann. Mit MM hielt sie die Tränen zurück und flüsterte: „Es kann auch ein Irrtum sein, Liebste. Komin! r Schweigend gingen sie zu den andern. Am Flügel fte Ilse mit Schmettau stehen, die Augen voll Selig- Nun wußten sie, daß es kein Irrtum war. Sie steuer- ten auf das glückliche Paar zu und machten nicht viel Umstünde. Das Gratulieren schwirrte durcheinander, der alte nothkirch Malt auf Friedrich!, der doch wissen nlüßte, was ür einen Festakt dieser Art im Weinkeller liege, und Pro- Ladenburg war ein wenig außer sich über die Selb- tandigkeit der modernen Kinder, denen die Alten anscheinend gar Nichts mehr zu sageii hätten. w die Kelche aneinander klangen, stand Dietrich von Rothkirch neben Lotte. Ganz unvermittelt sagte er: „Ich erlaube mir, mit Ihnen anzustoßen: Auf Wiedersehen tut Frühling auf Bronin?" Das jit^lge Mädchen lächelte kaum merklich. „Darauf muß ich wohl oder übel anstoßeil, Herr Leutnant, obgleich es noch recht weit bis zum Frühling ist. Und wer ioeiß es —" Da unterbrach Dietrich sie fast ärgerlich: „Sie werden uns doch nicht »och das bißchen Frühling ranbcn, gnädiges Fräulein? — Ja gewiß, das wäre es, ein rrch ger Raub, den Sw uns antäten. Ich falle ja aus den 'achten sagte Papa, das wäre so gilt wie selbstverständlich, und heute —" „Aber Sic gehen in Ihrer Galanterie doch wohl arg k mt'hnrf;® eL ' Sichling auf Bronin, wie ich A ,mh s et und >st doch schön, ob Sie und (ffh . b “A ,,bc <£ ^ wäre nicht wenig ^'c»A m, r e Frühling nach meinem Belieben dann gäbe es auf Erden überhaupt nui Frühliiig, Frühling für alle. Wo bliebe aber da das der FriMe und das Kräftesammeln für das neue Jahr? Sehen Sie, das kommt davon!" 'Ir der Frühling, mein gnädiges Fräu- . ei " e n l \ W,C NEassung schon denen über- ^ ^ die ev glaiiben. Uich nrck)t wahr, Hand aufs Herz — iinfprir nl" e ^ll Gläubigen, oder sagen wir einmal: biefen ^^Olaubischen, doch gewiß nicht an, daß Sie uns den Frühling so mit Absicht verderben, direkt verderben? Gelt — Sie kommen wieder nach Bronin?" Schmettau und Ilse, die leise näher getreten waren hatterl lächelnd zugehört. Wie aus einem Munde sagten sie- „Wer kommen muß, der kommt!" Und rasch setzte Schmettau hinzu: fntmi'/f! m ÄV n ^ verbessern: Was kommen muß, das m . w kommen lLic nur, meine Gnädigste — ans meine Verantwortung!" ' Zum erstenmal sah Lotte auf dem Abend den alteil ^^v^vthar v. Rothkirch. Die Exzellenz war sehr zurück- ;f?end^sast Mu,. nahm aber doch Gelegenheit, mit Lotte früher wie die andern ging, sah ihn Lotte noch einmal int Mantel. Da kam ihr seine Gestalt bekannt vor. Sie sann nach. Wo hatte sie diesen alten Herrn scholl einmal gesehen - — Es war sicher schon recht lange her. Beim Abschied drückte sie Susanne ein Papier in die Hand. „Der Autor hat gnädigst gestattet, seinen Brief an Susi Rothkirch zur Kenntnisnahme weiterzugeben. Aber nur an Susi — morgen hole ich ihn mir wieder, lvenn du ihn mir Nicht bringen kannst." Ladenburgs nahmen Lotte Wölflin mit nach Hause. „Heute haben Sie mir gefallen, Lottchen. Sie müssen wieder inehr unter Menschen. Ich finde, bei Rothkirchs tauen Sie immer noch am erstell auf. Es sind nette Leute." SM reichte dein Professor die Hand und nickte ihm zu. ,,^o ist es, Herr Professor." 17. Kapitel. Daß ein wilder Jäger und polternder Laiidedelmann zum zärtlichen Minnesänger wird, hat nran schon öfters erlebt Aber die Umwandlung, die mit den^ rauhen Bernlvard v. Schmettau seit seiner Verlobung vorging, hätten seine nächsten Freunde nicht für möglich gehalten. Er fing an, seßhaft zu werden, und sein ganzes Dichten und Trachten drehte sich um seine Braut. „Zum Kuckuck! Was habe ich denn bisher auf Gottes Erdboden eigentlich getrieben? Jetzt erst weiß ich, wie schön die Welt ist!" Er drückte Ilse mit seinen mächtigen Armen an sich, daß sie lachend sagte, man müßte beinahe Furcht vor seiner Simsonskraft bekommen. Jeden Tag machte er ihr zum Fest, und die beiden lebten in einem frischen Egoismus so für sich allein, daß Schwester Trude behauptete, sie würden noch blind für alles andere werden. Als ein klarer Frost einsetzte und im Tiergarten die alten romantischen Eisbahnen unter den hängenden Baumriesen eröffnet wurden, tummelten sie sich dort jeden Tag. Einmal zwangen sie Lotte Wölflin mitzukominen. Aber sie dachte bei sich: Einmal und nie wieder! Verliebte Leute können für die andern unausstehlich sein. Schmettau sah sie ernst an. „Wir sind schreckliche Menschen, gnädiges Fräulein! Das wissen wir. Aber wir — wenigstens ich für meinen Teil kann ich wirklich und aufrichtig Besserung versprechen? Ich habe eine schlechte Kinderstube gehabt, und das ewige Herumtreiben in der Welt hat meine einsamen Manieren auch nicht gerade gebessert. Also — tausendinal Verzeihung! Aber jetzt weiß ich, was ich zu tun habe. Dietrich Rothkirch quält mich jeden Tag:'„Nimm mich mit! Raus aus der Garnison." Er will uns ja gar nicht lästig fallen, sagt er. „Dann lauf' ich mit Fräulein Wölflin!" Hören©ie nur an. Er weiß iiicht, daß Sie ein so schrecklicher Stubenhocker sind, und denkt, ich bin ein netter Kerl und sorge brav für Ilses gute Freundinnen. Armer Junge — toemt du wüßtest, wie hinterpominersch der Bernward schmettau immer noch ist! Also abgemacht - morgen bringe M Dietrich mit und seinen Intimus, den kleinen dicken Josias Sellerhofen. Und Sie und Susi Rothkirch — topp, scylagen Sie nur ein. Da wird nichts abgehandelt! Sie sind morgen meine, hm, unsere Gäste!" Ilse hängte sich in Lottes Arm und schmeichelte sich an. sh^' uiüßt alle beide mit! Wenn du wüßtest, wie rot die Rosen auf deinen Wangen sind, die der Frost dahin gemalt hat. Also — ihr kommt." äfften Tage kam Schmettau mit Susanne und Dreirrch Rothkirch und holte seine Braut und Lotte Wölflin • ®£ lI . e , rl & 0 fen war schon auf dem Eise. Sein Vater saß eine.Meile von Bronin ans Dubienko. Der kleine Josias fu v duzten sich von Jugend auf. So gruppierten sich die Paare von selbst. Der Husar war mit Lotte Wölflin bald allein. (Fortsetzung folgt.) paar Morte zu wechseln. Als der Ministerialdirektor Der Tornister. Kulturgeschichtliches zur Soldatensprache. .Von Dr. I. Staujek. . Im Leben unserer wackeren Feldgrauen spielt der Tornister eme ganz hervorragende Rolle. In ihm tragen sie alles mit sich herum, was ste außer den Waffen und der Munition zn des Lebcnv und des Krieges Notdurft gebrauchen. Und wenn sich — 536 der Soldat im Kriege auch vieles abgewöhnt hat und abgewöhnen mußte, was ihm vorher als geradezu uneittbehrlich dünkte, so bleibt ihm doch noch sehr vieles im Tornister zu tragen übrig. Man kann daher vergreisen, daß ihm der „Äffe" oder das .-Kl ei der s Pin d" oft lästig genug fällt. Namentlich während langer anstrengender Märsche wird ihm dieses „Möbel" überaus unangenehm. Was sollte aber der Soldat ohne Tornister Anfängen.? Sein Verhältnis zu seinem ständigen Begleiter ist wie dasjenige manches Ehegatten zu seiner besseren Hälfte. Mit dieser glaubt er nicht leben zu können, ohne sie aber erst recht nicht. In manchen Gegenden sprechen die Soldaten von ihrer «Kommode", von-ihrem „Kasten", oder gar vom „Glas s ch r a n k". Auch die Bezeichnung „R h e u m a t i s m u s k a st e w ^ r **-!? ön vielfach; bei diesem Vergleich ist keine Beziehung auf rvirklicheu Rheumatismus zu suchen. Im Volksmunde bezeichnet man oft Schmerzen im allgemeinen als Rheumatismus: und der Tornister verursacht seinein Träger häufig genug gehörige Druckschmerzen. Die Soldaten einiger schlesischer Regimenter benennen rhreir Tornister auch als ^hölzernen Ofen"; sie bringen damit zuni Ausdruck, daß lein Tragen denr Soldaten oft kräftig ernheizt, namentlich bei großer Hitze. Bei den bayerischen Soldaten sind Bezeichnungen „Fell". -,Kaibel" und „Muckl" ""Schwünge. Die erste dieser Bezeichnungen bedarf rücht der Erklärung. Das Wort „Kaibel" ist die verkleinerte süddeutsche Form des norddeutschen Wortes „Kalb"; einer alten Tradition ziifolge werden die Tornisterüberzüge in der Hauptsache aus Kalbfellen hergestellt; auch rotbraune Fohlenfelle eignen sich für diesen Zweck. Zu den Tornistern der Jäger und Schützen werden Tachsfelle verwesidet; diese cheißen daher auch „Dachse". In dem jetzigen Kriege trägt ein Teil der Soldaten auch rotbraunst Segeltuchtornister. In dem Namen „Muckl" liegt eine Abkürzungsform des Heiligennamens Nepomuk (Johannes von Nepomuk) vor; der Name des böhmischen Natioualheiligen wird auch ln den katholischen Nachbargebieten Böhmens vielfach als Vor name gebraucht. Daraus entloickelte sich der Spitzname „Muckl", den man in Bayern namentlich beim Militär vielfach antrifftt So nermt beispielsweise der Münchener Soldat die dortigen kleinen Welßbrötchen „Pfennigmuckeln"; Nicht übel ist auch die scherzhafte Bezeichnung „Bundeslade", die der Soldatenhumor dem Tornister gegeben hat. Auch der nichtberittene Offizier trägt bei uns mt Felde einen Tornister, der v^l leichter und bequemer ist als der Manuschaftstornister. Trotzdem erfreut sich der sogenannte reutnantstornister bei seinen Trägern keiner besonderen Bcliebt- hkit; diese haben ihm daher beit höchst merkwürdigen Beinamen „Sch a n d.f l e ck des Rittertums" verliehen. Ter französische Soldat nennt den Tornister havresac: die Naturgeschichte des französischen Tornisters ist uns also sofort klar: er ist aus dem jO afersack des deutschen Kavalleristen hervorgegangcn. Woher aber führt unser Tornister seinen Namen? Tie Naturgeschichte dieses Namens ist womöglich nckch merkwürdiger als die des französischen havresae. Er kam aus dem Westslavischen ur Misere Militärsprache; im Böhmischen und Slowakischen heißt er ^anistra, und daraus ist dann die deutsch klingende Fornr „Torinstett^ entstanden. Nicht wenige unserer heutigen militärischen Bezeichnungen sind aus dem Osten zu uns gelangt; es wi nur an die Worte „Ulan" und,,Husar" erinnert, sowie an eine Reihe von Waffen- und Ausrüstungsbezeichnungeil wie Säbel, Dolch Pallasch Haubitze, Tschapka, Kalpak, Attila usio., die sämtlich slavrschen oder ungarischen Ursprungs sind. . Tie Slaveii fiitb aber keineswegs die Erfinder des Tornisters, wie bje aus den Tatsachen schließen zu können glauben, daß das Wort „Tornister" aus dem Slavischen in unsere Sprache gewandert ist. Im 17. Jahrhundert begegnen wir im Deutschen für den.Tormster neben dem Worte Tanister auch der Bezeich nung Kanrster. Dieser letzte Ausdruck ist für die Erklärung des Wortes Tormster sehr wertvoll. Die alten Griechen bezelchneten mit ihrem Worte kanistro einen aus Rohr geflochtenen Korb. Das Rohr lind feine Bezeichnung int Griechischen kann a, tue aus ein phönizisches ka ne h znrückgeht, spielt in der Kultur- und in der Sprachgeschichte eine sehr hervorragende Rolle. Da schon dte alten Phönizier das Rohr als Meßsttrb verwandten, weil der Abstand zwischen den einzelnen Knoteü der vc ohrstengel etne fast immer wiederkehrende bestimmte Größe hat, erklärt sich daraus das griechische Wort kanon in der Bedeutung Meßstab, Rlchtschnur, Regel und auf diesem Wege kamen die Calwnes in her Kirche und in der Musik, die kanonischen Bücher, bte Kanomker der Kirche usw. zu ihrein Namen. Als Kanoniker bezeichnet man mitunter scherzhaft unsere braven Kanoniere. Wie erklärt sich dieser merkwürdige Gleichklang im Ailsang der beiden Wörter Kanoniker und Kanoniere? Sehr einfach. Auch unsere Kanone, der die Kanoiliere ihren Namen verdanken, führt den Ursprung ihres Namens aus die griechische BiAeichnuug des Rohres: kanna zurück. Da das Rohr hohl ist, belegten du alten Römer danach eine Röhre mrt dem Ausdruck cana l i s. Nun wissen lvir auch, was unsere Fremdwörter Kanal und Kanäle zu bedeuten haben. Das tta- liemsche Wort cannone, von dem unser Ausdruck Kanone herstammt, bezclchnct ebenso ein großes Rohr wie das ebenfalls ttallemsckie Wort ballone einen großen Ball. Die dem Jtalieni- Enduna — one ist eine sogenannte Vergrößerungs^- endnng. Man darf also die Wiener nicht verspotten, weil sie „ruftballohu' sagen; die norddeutsche Aussprache des Mortes Lustbattoll ist eigentlich falsch, da es sich hier nicht Um eine mtt JpuTc oei: französischen Endung —> on gebildete BerkleineruniK handelt, sondern mn eine recht sehr in die Augen fallende Vergrößerung. Rohr hat aber neben seiner Bedeutung afL Meßstab und .'/iohrc noch eine dritte sehr wichttgc Aufgabe Tn der Kulturgeschichte zu erfüllen. Schon die alten Phönizier flochten aus seinen Stengeln Körbe., Die Griechen belegten solche Körbe u. a. mit dein Namen kauistton und kanstron. Der letzte Ausdruck wanderte u. a. ins Spanische; in dieser Sprache wurden besonder^ diejenigen aus Rohr geflochtenen Körbe, in denen der m den westindischen Kolonien geerntete Tabak nach Europa geschafft wurde, mit dem Namen canastro belegt. Daher hat also ,,ü a n a st e r , der gelb e", den „uns Apollo präpariert" hat, stmen .Namen. Der anderen Mortsorm taniftron waren aber chuuarifche Ehren Vorbehalten, wie das schoii erwähnte Wort „Ka- Nifter zergt, das bei uns im Sinne des heutigen Ausdrucks ^Tormster ' schon im 17. Jahrhundert gebraucht wurde. Das Wort ist also ohne jebert Wandel in seiner Form aus Kon^ stantiuopel zu Uns gewandert. Die griechischen Soldaten der btizanttnischen Zeit trugen Rohr körbe auf dem Rücken; die Balranvölker ahmten diese Sitte nach, und so begegnet uns denn spater das aus dem griechischen kanistron (taniftron) hervor- gegangene Wort taistta in der Bedeutung „Futtersack" im Ru- manischen und dann im Polnischen. 'Im Böhmischen nni> Slowakischen entwickelte sich aber aus dem byzantinischen kanistron dte Form tanistra und dieses Wort bezcichnete hier schon das wichtige militärische Ausrüstungsstück, das der Soldat auf Märschen und im Kriege auf seinem Rücken trägt. Aus dein Militärdienst wanderte der Tornister in die Schule: z 1 * "A?en Abc-Rekruten tragen Schultornister, die auch eiu- fach „Tornister"^ genannt lverdeu. Merkwürdigerweise erfreut sich diese bequeme Schultasche bei den Schülern und Schülerinnen keiner besonderen Beliebtheit; sobald es ihnen nur möglich ist, vertauschen sie den Tornister mit der unbequemen in der Hano zu tragenden Büchertasche oder Mappe. Worin mag die merkwürdige Mneigung der Jugend gegen den Schultornister ihren Grund haben? Dieselben^Jungen, die nicht dazu zu betvegen find, stm auf deiii Wege zur Schule den Tornister aufzupacken, tragen auf Ausflügen mtt Wonne beit Rucksack. . Sonst begegnet man dem Worte „Tornister" oder vielmehr einer Ableitung von ihm nur noch in einem einzigeit Falle in der ntchLmtlitärtschen Sphäre. Wir bezeichnen das menschliche Daar, namentlich dasjenige von Damen, dessen eigenartiges rötliches Blond an die Farbe des Kalbfelles erinnert, aus dein der Tormsteruberzug gefertigt ist, als t o r n i st e r b l o n d. Dieses Tornisterblond soll manchmal nicht echt sein; umso eäfter ist aber die Farbe des Kälbselltoruistcrs. Mau hält au ihr bei unserem Militär ans alter Gewohnheit fest, obwohl es auf die Farbe gar nicht ankommt, wie die Dachse der Jäger und Schützen zeigen, die schon immer das bekannte Feldgrau der Dachse aufgewiesen haben. ^Als man bei Ausbruch des jetzigen gewaltigen Krieges unsere -Soldaten ganz in Feldgrau kleidete, nahm mau die Farbe der Tornister davon ausdrücklich aus; auch die neiien Tor- Ufster, die m großer Zahl während des Krieges für deu ins Feld ruckenden Ersatz augefertigt wurden, sowie die aus Segeltuch augefertigteu Tornister weisen die bekannte rotbraune Tornisterfarve aus. Ta der Soldat auf scineu Tormister noch viele andere unentbehrliche Gegenstände wie den Mantel und die Zeltbahn packen muß, ist bei seiner feldmarschmäßigen Ausrüstung nur noch wenig von der verräterischen Tornister färbe zu entdecken. . Und sie küßten sich beid' zur Sommerszeit Bon M. I an kow s ki. Durch Busch und Hecken, über Wies' und Beet ging die wilde Jagd. Ei! das war aber auch ein gar flinkes Rehlein, die braune Agath' und der schlanke blonde Jäger — der sonst so würdige, ernsthafte Primaner hatte ordentlich Mühe, die Spur des Schmaltierchens nicht zii verlieren. Endlich bei einer Biegung gelang es ihm, eiueir der langweheuden braunen Zöpfe zu erwischen — und da hatte er selbstverständlich das daraii baumelnde Mädel mit erwischt. Triumphierend hielt er seine Beute fest, mit feinen* von gesundem Sport gestählten nervigen Jüngliugsarmen. „O, pfui! hast du eine rohe Kraft, Gert," maulte Agath', ,laß gleich los, oder..." Belustigt sah Gert Hohendorf in die funkelnden Augen der Sechzehnjährigen, ein gar wilder, unbändiger Racker war die Agath', deshalb ließ er sie gern ein bißchen seine überlegene! Macht fühlen. Im selben Augenblick aber schrie er auf und ließ jäh das Mädel los. Ganz verdutzt schaute er aus den kleinen Finger der rechteir Hand — aus dem ein dicker, roter Blutstropfen quoll. Entsetzt blickte jetzt auch Agath' darauf — ohne Ueber- legung hatte sie ihm die Nadel, welche sie gerade in der Hand hielt, in den Finger gestoßen — in dem Bestreben, sich frei zu machen; nun fte aber sah, was sie angerichtet, war all ihre Wildheit fort. Ganz unglücklich starrte sie auf deu wunden Finger, der einen Blutstropfen nach dem andern entsandte — gleichsam um für das schuldbewußte Mittcid noch mehr Propaganda zu machen. Ter jdüaitfc Primaner aber stand dabei, halb belustigt über die zerknürschten Züge des jungen Mädchens — mehr aber noch entzückt von ihrem echt traulichen Mitleid. Und nun nahm Llgath' den blutenden Finger zart in ihre kleinen weißen Hände, und ehe Gert ihr Vorhaben ahnen.konnte — küßte sie sanft und lind die roten Tropfen fort. Ta uku es aus mit Gerts schöner Männerwürde, daS Mut stieg ihm siedend heiß zu Kopf, heftig riß er das kleine süß« Mädel an sich... und sie küßten sich beid' zur Sommerzeit... Ein bissel ungeschickt war es noch... dieses Küssen, geschah eS ja von den berden Hauptbeteiligten zum ersten Male... aber süß war es auch — märchensüß. Von nun an aber mieden sich die bisher Unzertrennlichen in stummem Einverständnis, lvas brauchte es die böse Welt, die ja doch nur darüber spötteln und lächeln würde, zu wissen. Wenn es irgend angängig war, ginnen sie sich aus dem Wege; eS war etwas unsagbar Scheues und Zartes über sie gekommen, das sie ruhig harren ließ — auf die Zeit der Reife. — Und dann. war über Nacht der Krieg da — ins Land hatte er sich geschlichen auf leisen nachtschleichenden Sohlen, von neidischen, hämischer: Gesellen in unsere friedlichen ruhigen Gaue gedrängt. Doch der Teutsche Kaiser und sein stolzes Volk hießen den Grausamen, Völkermordenden wlllkomlmien, noch nie zögerte ein Deutscher, wenn ein Feind mit einem Fehdehandschuh winkte. All ^Deutschland stand auf wie ein Mann, um mit seinem geliebten Kaiser an der Spitze dem längst beabsichtigten meuchlerischen Ueberfall in wuchtigem Kampfe zu begegnen. llngestüin scharte sich alles zu den alten siegumrauschten Fahnen, allen vdran die Jungen, die Jüngsten — Deutschlands ewiger Stolz, unsere herrlichen Kriegsfrcüvilligen! Und einer der ungestümste,: unter ihnen war Gert Hohendorf. Was galt ihm setzt Baker und Mutter, was die kleine süße Agath'! Das Vaterland, das Vaterland über alles! Nun verstand er erst ganz die glühende Begeisterung der Freiheitskriege, letzt louvde ihm auch das Buch des herrlichen polnischen Helden, der gleich mächtig mit der Feder — wie mit dem Schwerte war, restlos verständlich, dessen Wahlspruch war: Ojcizpzna nad ivsystko! (Tas Vaterland über alles!) Und schließlich, was war enger mit den: Vaterlande verknüpft, als die Heimat — und die, welche in ihr hausten und schafften — also wenn er fürs Baterlaich, fürs heilige Vaterland kämpfte, so geschah es auch zum Teil für Agath'! Im Oktober schon konnte er stolz von ihr Abschied nehmen, sein Notabitur hatte er glänzend bestanden. Nun stand er vor ihr rank und schlank in dem schönsten Rocke, den es augenblicklich für de,: deutschen Mann pah — der feldgrauen Uniform. Eine leuchtend rote Rose steckte :hm Agath' an, eine Nachzüglerin ihrer damals im Juni so üppig blühenden Schwestern . . . und zart wie etivas Heiliges küßte Gert zum Abschied die zuckenden Lippen. Und dann gings hinaus! Der Herbst, der Winter und auch der Frühling hatten ihre Freude an dem tollkühnen Draufgehen deS Jünglings — für ihn schien keine Kugel gegossen zu sein, — der Liebling des ganzen Bataillons, den schon lange das Eiserne Kreuz schmückte, ging selbst aus dem dichtesten Kugelregen heil hervor. .... Bis ihn schließlich doch eine erwischte, den kleinen Finger der linken Hand riß sie ihm )oeg, auch die anderen Finger bekamen tüchtig ihr Teil ab. Aergerlich sah Gert auf das rote Blut, das unablässig niedev- rieselte, wie rote Rosen leuchtete eS aus dem grauen Staub der Landstraße -— und plötzlich stieg leuchtend die Szene vor seinen Blicken auf, da das kleine, zerknirschte Mädel die paar armseligen Blutstropfen fortküßte in grenzenlosem Mitleid!. p, du heiliges Mitleid der deutschen Frauen! Wie wirst du in diesem Kriege in Anspruch genommen — wie herrlich bewährst du dich aber auch hier! , Gerts erste Frage, als ihm der junge SanitätsUnteroffizier die Hand verband, war, ob — er wohl bald wieder diensttauglich sein >oürde ... sonst — ja, was sollte man wohl ohne ihn machen, und jetzt sollte er gerade nach Italien herunter, zu dieser falschen, hi nierli>tag en Barde .... da schadete doch schließlich das bißchen Finger weniger nichts. Lächelnd meinte aber der freundliche Helfer, er werde sich in der Heimat wohl erst gesund pflegen lassen müssen . . . Heimat!-Acht Monate hatte er sw mcht gesehen, nun sollte er wirklich hin? Und er sah sie wieder im Schmuck der Rosen, sah die Heimat wieder und die kleine wilde Agath', die jetzt aber gar nicht mehr klein und wild war. Aug in Ang standen sie sich gegenüber und konnten dies holde Wunder kaum fassen — und da glomm es auf :n den beiden keuschen Augcnpaaren, wie damals vorn: Jahr . . . nird ne küßten sich beid' zur Sommerszeit .... vermischtes. * Eine neue Kriegsindustrie in der Schweiz. Z" den verschiede,itlichen Industriezweigen der Schweiz, die durch den !Ureg lahingeleqt wurden, gehört auch die im Frieden blühende Erzeugung von Holzschnitzereien. Die Schweizer Holzschnitzer, die fast alle ans den: Bauernstände hervorgeben, sind durch ihre besonders auf den Fremdenverkehr zugeschnittenen Erzeugnisse überall bekannt. Es ist begreiflich, daß jetzt nur wenige „Andenken an die Schweiz" in die Welt wandern; und darum hat die Gilde der Schweizer Holzschnitzer sich nach einem neuen Erwerbszweig um- gesehen. Wie „Daily Chronicle" berichtet, haben die Holzschnitzer sich auf die Herstellung künstlicher Gliedmaßen für ote Kriegsverletzten eingestellt. Während Deutschland imstande ist, durch eigene Organisationen den Bedarf auf diesen. Gebiete fast ausschließlich im Lande selbst zu decken, sehen Frankreich und England sich zum großen Teil aus die Schweizer Fabrikation angewiesen. Das für die künstlichen Gliedmaßen erforderliche Holz wird auf den bergigen Hängen in der Gegend von Brienz und im Bereiche des Thuner Sees gefällt. Die Verarbeitung deS Materials zu künstlichen Armen, Beinen und Füßen geschieht meist daheim in den Hütten der Holzschnitzer. Besonderes Interesse wird auch einem neuerfundenen kleinen Holzapparat zugewandt, der in der Ohrmuschel angebracht wird, um zur Abschwächung deS Schalles der Geschütze, Gewehre und Bomben zu dienen. ES heißt, daß die französische Regierung damit beschäftigt ist, den Apparat zu erproben, um gegebenenfalls zwei Millionen dieser Ohrenschützer in Auftrag zu geben. Außerdem verfertigen die Holzschnitzer auch uoch Schach- und Dominospiele, die zur Zerstreuung der Soldaten an der Front verteilt werden sollen. * Betrunkene Offiziersfrauen in England Tie Londoner Gerichtshöfe bringen in letzter Zeit immer häufiger Dinge an den Tag, die kein sehr ehrenvolles Licht aus die Moral der Bevölkerung werfen. Ganz besonders sind Anklagen gegen Frauen wegen Trunksucht an der Tagesordnung. Die Frauen, deren Männer im Felde stehen, erhalten von der Regierung eine ansehnliche Kriegsunterstützung, die sie nicht selten in alkoholischen Getränken anlegen. Bemerkenswert ist, daß solche Fälle von unfreiwillig staatlich unterstützten Trunkexzessen sich nicht nur aus die niederen Volksschichten beschränken, sondern selbst in den Familien der abwesenden Ofsiziere zu finden sind. So berichten die neuesten Londoner Blätter über eine Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf die elegante Gattin eines Offiziers verurteilt wurde, weil sie die thr vom Staat zugewtesenen Sunuuen ganz einfach vertrank. Der Richter selbst bezeichnete den Fall als einen „öffentlichen Skandal*. In einer anderen Verhandlung erzählten die als Zeugen vorgeladenen Schutzleute, sie hätten in einer Straße der Vorstadt sämtliche Frauen betrunken angetroffen. vüchertisch. — Die Kunst. Ru keiner Zeit wohl ist so oft Friedrichs des Großen sowie seiner unerhörten Kämpf« und Siege gedacht worden, wie gerade jetzt, und was läge wohl für den Kunstfreund näher, als der Schritt von den: großen König zin den: großen Schi!- derer seines Lebens und.seiner Daten: Adolf von Menzel. Im Augnstheft der Münchner Kunftzettschrist Die Kunst (Verlag von F. Brucknljam: A.-G.) finden Wir nun einen reich mit .Abbildungen geschmückten Aufsatz über Friedrich den Große:: ttrf graphischen Werk Mentzels, der (u'irtS die glänzende Zechenkunst Mentzsls vor Aivgen führt und Kuglech die große Zeit des Preuß^n- königs auf das lebendigste schildert. Ebenfalls nicht ohne knegerische Anklänge ist der Aufsatz über bk Münchner Setzessionsausstellung, die einzige Münchner Ausstellung große:: Sttls in diesem Jahre. Einen sowohl als Maler als auch Radierer hervorragenden Künstler lerne:: wir in dem Prager Max Svabinsky kennen. Sehr lesenswert sntd die Betrachtungen Dr. G. I. Wolfs über Die deutschen A n s st e l l u n g e n nach d e M Kriege. Aus den: der dekorativen Kunst gewidmeten Teil deS Heftes heben wir als besonders aktuell die Ausstellung der Münchner Ost- preußenhilfe hervor. Ein Aufsatz über neuere Arbeiten des Düsseldorfer Architekten Ed,:ard Mehner sowie über Deutsche Volkskunst in Ba uetn stick er eien runden den Inhalt dieses wieder sehr reichhaltige:: Heftes der Kunst aufs glücklichste ab. — D i e Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens (Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart) be- gimtt soeben ihren 40. Jahrgang. Der erste Band (75 Pfg.) bringt einen großen Zeitroman „Ich gab mein Leben" von Henriette von Meerheimb und die Erzählungen ,,Der Offizierspion" von Horst Bodemer und „Heimkehr" von Fritz Müller. Weiter nennen wir ails dem reichen Inhalt „Fm Krater versttegen, ein Erlebnis auf Neuseeland" von Ferd. Emmerich, und die Humoreske „Der Burgnnderdoktor" von Lothar Brenkendorf. Auch „Der Weltkrieg" findet eine knappe und klare von Abbildungen unterstützte! Tarstelttmg. _ verfteckrStjel. Schmorbraten — Langensalza — Festung — Landhaus — Eatgut — Apolda — Schimmel — Bundesstaat. Aus jeden: der vorstehenden Wärter sind der Reihe nach drei zusammenhängende Buchstabe,: zu eutnehn'.en, so daß sich daraus ein Sprichwort ergibt. Auflösung in nächster Numnier. Auflösung des Zitatenratseils in voriger Nummer: Schön ist die Jugendzeit, sie kommt nicht mehr. Schrlstleitung: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen UnlversitätS-Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gieße»