Der Glehener Anzei erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Siezener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche ze Fernsprech-Anschluͤsse: „— exlag, äftsste Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Setzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener An General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 165. Jahrgang jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf. ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Dienstag, 12. Januar 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ 8 4 Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 7 Die englische Antwortnote an Amerika. HGranzösische Verleumdungen. (r.) Großes Hauptquartier, 11. Jan., norm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Gegend Nieuport, Ypern und südlich fanden nur Artillerle⸗ kämpfe statt. Ein französischer Angriff bei La Boisselles nördlich Albert scheiterte gänzlich. Nördlich Soisson griffen die Franzosen, die sich nur in einem kleinen Stück unserer vordersten Gräben festgesetzt hatten, erneut an, erzielten aber bisher keine Erfolge. Die Kämpfe dauern noch an. In der Nähe von Soupir fand in den letzten Tagen kein Kampf statt. Oestlich Perthes nahmen unsere Truppen das ihnen entrissene Grabenstück zurück. Der Feind hatte schwere Ver⸗ luste. In den Argonnen schritten unsere Angriffe weiter fort. Im Oberelsaß herrschte im allgemeinen Ruhe. f Oestlicher Kriegsschauplatz. Lage in Ostpreu⸗ ßen und Nordpolen unverändert. Bei der unguͤnstigen Witte⸗ rung kommen auch unsere Angriffe in Polen westlich der Weichsel nur langsam vorwärts. Oberste Heeresleitung. ** 5* Das Reuter⸗Bureau veröffentlicht einige Angaben über den Text der englischen Antwortnote an die Vereinigten Staaten. Soweit wir daraus in das Verhalten der englischen Politik Einblick nehmen können, wird man in Washington dieses Aktenstück mit begreiflichem Stirnrunzeln lesen. Es war von vornherein anzunehmen, daß England„im Geiste der Freundschaft und Offenheit“ antworten werde. Die Herren über dem Kanal sind natürlich viel zu klug, in ihrer jetzigen schwierigen Lage auch noch Amerika mit Grobheiten herauszufordern. Aber es müßte hinter dem Geiste der Freundschaft und Offenheit doch auch etwas Praktisches stecken, und Herr Wilson rechnet auf sachliches Entgegen⸗ kommen. Davon aber ist in der Antwortnote keine Rede. Man staunt darüber, wie hier die Großmacht der Vereinigten Staaten von Sir Edward Grey über ihre eigenen wirtschaft⸗ lichen Verhältnisse belehrt wird. Mit überlegener„Freund⸗ lichkeit“ wird den Amerikanern zu Gemüte geführt, daß sie gerade genug verdienten und der Krieg ihnen keine Einbuße gebracht habe. Den grundsätzlichen völkerrechtlichen Beschwer— den Amerikas werden dagegen nur wenige nichtssagende Worte gewidmet. Aber auch wenn wir uns die wirtschaft⸗ Lichen Tabellen besehen, die England in seiner Note vorlegt, kommen wir zu der Feststellung, daß es um die englische Be⸗ weisführung sehr schlecht steht. Es ist nicht wohl anzunehmen, daß die maßgebenden Amerikaner über die Ergebnisse ihrer Wirtschaftsstatistik nicht ebensowohl Bescheid wüßten wie Sir Grey und seine Kanzlisten. Woodrow Wilson wird vielleicht, natürlich im Geiste der Freundschaft und Offenheit, antwor⸗ ten: Bekümmere dich, lieber Bruder, nicht um die Größe unserer Ausfuhr. Erlaube dir keine Vergleiche von gestern 1 und heute, denn Amerika kann sich doch wohl nicht darauf einlassen, sich von England eine Art Wert⸗ zuwachs⸗ oder Umsatzsteuer auferlegen zu lassen. Wir wünschen von England, daß es unseren Handel un⸗ geschoren läßt, ob er nun flott oder weniger flott geht. Wir beschweren uns über die unzulässige Belästigung unserer Schiffahrt und fordern Garantien dafür, daß solche Belästi⸗ gung künftig unterbleibt. Die Vereinigten Staaten können sich mit den Grey⸗ schen Darlegungen sicher nicht zufrieden geben, und wir wer⸗ den mit Spannung darauf warten, wie die Unterhaltung zwischen beiden Ländern weitergeht. Wo in der Wirtschafts⸗ statistik für Amerika fühlbare Verluste sichtbar werden, ver⸗ weist England einfach auf„verminderte Kaufkraft Frank⸗ reichs, Englands und Deutschlands“. Das betrifft zum Bei⸗ spiel die Baumwollindustrie. Dazu bemerkt die englische Antwortnote ausdrücklich, daß die Ausfuhr der amerikani⸗ schen Baumwolle nicht unbeanstandet bleiben könne, weil in den Ballen oft Kupfer verborgen sei! Man sieht, hinter dem offenen, wieder die unveränderte englische Anmaßung. Es wäre schade, wenn Herr Wilson die Gelegenheit nicht wahrnehmen würde, dem Inselreiche die veränderten Zeitumstände vor Augen zu führen, die es nicht mehr gestatten, den britischen Ho t schrankenlos walten zu lassen. *** Die euglische Antwort an die Vereinigten Staaten. Washington, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Antworttext der englischen Re⸗ gierung auf die Note der Vereinigten Staaten ist gestern ver⸗ ösfentlicht worden. Er versichert im allgemeinen, daß alle in der Note berührten Punkte sorgfältig und in demselben Geist der Freundschaft und Offenheit erwogen worden seien, der die Note kennzeichne. Darauf wird die Ansicht entwickelt, daß über den Umfang der Erschwerung des amerikanischen Handels durch England ein großes Mißverständnis bestehe. Die englische Note führt zum Beweise die Ziffern der Ausfuhr von Newyork nach Skandinavien, Italien und Holland für November 1913 an, verglichen mit denen für November 1914. Alle diese Ziffern, ausgenommen der nur wenig veränderten für den Handel mit Holland, erweisen eine enorme Vermehrung der Ausfuhr. Die Ausfuhr nach Dänemark habe im November 1913 558 000 Doll., im November 1914 aber 7101 000 Dollars betragen. Die eng⸗ lische Note weist darauf bin, daß der ungünstige Einfluß, den der Krieg auf einige große Industrien, zum Beispiel die Baum⸗ wollindustrie, gehabt habe, vermutlich auf die verminderte Kauf⸗ kraft Frankreichs, Englands und Deutschlands zurückzuführen sei. Sodann werden die Ziffern der amerikanischen Ku pfer⸗ ausfuhr nach den neutralen Ländern erörtert, die sämtlich eine große Vermehrung aufweisen, woraus zu schließen sei, daß der größte Teil des Kupfers nicht für die betreffende neutrale, freundlichen Ton steckt sondern für eine kriegfübrende Macht bestimmt gewesen ist, die nicht direkt habe importieren können. Die englische Note sagt weiter: England sei bereit, zu⸗ zugestehen, daß Lebensmittel nicht beschlagnahmt wür⸗ den, wenn sie nicht für den Feind bestimmt seien, könne aber in dieser Hinsicht kein bestimmtes Versprechen geben. Die englische Regierung weist auf die steigende Gefahr hin, daß neutrale an Feindesland angrenzende Länder zu Stapelplätzen großen Maßstabs für' den Feind würden. Eng⸗ land versuche daher im Interesse seiner eigenen nationalen Sicherheit alle für den Feind bestimmten Güter anzuhalten, ohne die Zufuhr wirklich für die Neutralen bestimmter Güter zu ex⸗ schweren. Die Antwortnote weist auf die geringe Zahl der Schiffe hin, die vor ein Prisengericht gestellt wurden, dessen Entschei⸗ dungen nicht ungünstig für die Neutralen seien. Vom 4. August bis zum 3. Januar 1915 seien von den Vereinigten Staaten 737 Schiffe nach Skandinavien, Holland und Italien Mulsen! davon seien 45 vor ein Prisengericht gestellt worden. Die Antwort betont die Unmöglichkeit, verdächtige Schiffe auf hoher See zu untersuchen. Die Ladung könne nur im Hafen grün d⸗ lich untersucht werden. Die Note weist ferner darauf hin, daß Baumwolle nicht auf die Kontrebandeliste gesetzt worden sei, aber England sei davon unterrichtet worden, daß Kupfer un ter Baumwolle verborgen wurde, so daß die Ballen aus⸗ geladen und gewogen werden müßten. Es sei schwer für England, Kautschuk aus den Kolonien nach den Vereinigten Staaten aus⸗ führen zu lassen, da es von den Kriegführenden nötig gebraucht werde. Es bestehe der Verdacht, daß seit dem Beginne des Krieges große Mengen Kautschuk aus Amerika ausgeführt worden seien. Die von Grey gezeichnete Note schließt, die englische Regierung wünsche, daß der Ausfuhr und dem Konsum amerikanischer Güter durch Neutrale kein Hindernis in den Weg gelegt werde. * 5* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. (W TB.) Wien, 11. Jan.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. Jan. 1915. Die Sitaation ist un ver⸗ ändert. In Russisch⸗Polen an der unteren Nida gestern hartnäckige Kämpfe. Hier gingen die Russen zum Angriff über und versuchten, an mehreren Stellen mit bedeutenderen Kräften die Flußniederung zu passieren. Sie wurden jedoch unter starken Verlusten überall abgewiesen. Während dieser Infanterieangriffe in den Nachbarabschnitten heftiger Ge⸗ schützkampf, der mehrere Stunden hindurch anhielt. An der übrigen Front hat sich nichts wesentliches ereignet. Einer unserer täglichen Aufklärungspatrouillen gelang es gestern nacht, die feindlichen Stellungen zu durchbrechen, in den dahinter gelegenen Ort einzudringen und bis an die Wohnung des feindlichen Regimentskommandanten vorzu⸗ stoßen. Von diesem kühnen Unternehmen kehrte die Pa⸗ 1 mit einem Offizier und sechs Mann als Gefangenen zurück. Da neuerdings festgestellt wurde, daß sich Angehörige der russischen Armee österreichisch-ungarischer Uniformen be⸗ dienen, um Patrouillen und kleinere Abteilungen zu über⸗ fallen, wird nochmals betont, daß Offiziere und Mann⸗ schaften des Feindes wegen dieser Art, die Gesetze und Ge⸗ bräuche des Landkrieges zu verletzen, nicht als Kriegführende behandelt werden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die russischen Reserven. Basel, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Den„Baseler Nachrichten“ zufolge ruft Rußland am 15. Januar den Jahr⸗ gang 1915 unter die Waffen. Es hofft damit einen Truppen⸗ zuwachs von 585000 Mann zu erhalten. Judenhetze in Rußland. Kopenhagen, 11. Jan.(WTB Nichtamtlich.) Nach der„Rjetsch“ vom 4. Januar he t im Moskauer Stadtbezirk in Petersburg in diesen Tagen die Polizei eine Razzia nach denjenigen Juden vorgenommen, die sich in Petersburg aufhalten, ohne das gesetzliche Recht dazu zu haben. Es wurden eine Menge von Juden verhaftet und mit Arrest— strafen belegt. Ein Dementi. Kopenhagen, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) An amtlicher Stelle hier wird erklärt, daß die Nachricht, Groß⸗ fürst Alexander Michailowitsch sei im Kaukasus gefallen, unrichtig ist. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab der Kaukasusarmee teilt mit: Der Kampf in der Gegend von Kana Vogan dauert mit größter Hart⸗ näckigkeit an. Auf den anderen Kriegsschauplätzen keine be— sonderen Veränderungen. * * 8* Deutsche Flieger über London. Berlin, 12. Jan. Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Dem Besuch eines deutschen Fliegers über der Themsemündung ist bald ein neuer Vorstoß unserer tapferen und kühnen Hu— saren der Luft auf die englische Hauptstadt gefolgt. Diesmal war es ein ganzes Flugzeuggeschwader, das sich den Engländern bemerkbar machte und nur der dichte Nebel, der an diesem Tage(am Sonntag) das Land bedeckte, rettete London vor dem Bombardement. Meldungen verschiedener 1 Blätter aus Kopenhagen zufokge waren es mindestens 16 Flugzeuge, die den neuen Besuch an der Themse ab⸗ statteten. Seinen Rückzug nahm das Geschwader die englische Südküste entlang bis Dover, wo einige Bomben abge⸗ worfen wurden. Darauf ging es in der Richtung Dünkir⸗ chen weiter. Auf die von den Engländern besetzten Teile von Dünkirchen wurde ein heftiges Bombardement eröffnet. Im ganzen wurden 40 bis 50 Bomben herabgewor⸗ fen. Die deutschen Flieger blieben angeblich von englischen Flugzeugen unbehelligt. Nachdem sie eine halbe Stunde über der Stadt gekreuzt, kehrten sie unbeschädigt nach ihrem Aufstiegort zurück. Ein deutsches Luftgeschwader über Calais und Dover⸗ London, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Chro⸗ nicle“ meldet: Am 9. Januar überflog ein Luftschiff, aus dem Innern Belgiens über Veurne-Furnes und Dün⸗ kirchen kommend, nebst drei Flugzeugen in großer Höhe Calais in der Richtung auf Dover. Die Ge⸗ schütze bei Calais wurden in Stellung gebracht, ohne den deutschen Luftschiffern zu schaden. Ein feindliches Flugzeug bei Zeebrügge genommen. Amsterdam, 12. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Ein Blatt meldet aus Sluis: Eines der Flug zeug ee, die am Samstag über der Küstenstrecke erschienen, mußte bei Zeebrügge nie⸗ dergehen, da das Reservoir getroffen war. Ein französischer Flieger und ein englischer Offizier wurden gefangen genommen. Kanonendonner bei Zeebrügge. Berlin, 12. Jan. Wie der„Tägl. Rundschau“ aus dem Haag gemeldet wird, habe gestern morgen in der Bucht von Zeebrügge eine heftige Kanonade stattgefun⸗ den. Nach Berichten der Bevölkerung wären erneut eng⸗ lische Kriegsschiffe vor Zeebrügge erschienen, um den Hafen zu bombardieren, nach anderen Meldungen handelt es sich um Schießversuche neuangekommener Küstengeschütze. Berlin, 12. Jan. Der„Deutschen Tageszeitung“ zu⸗ folge war gestern morgen in Sluis wieder starker Kanonen⸗ donner hörbar. Es hieß, daß bei Nieuport ein Artillerie⸗ gefecht im Gange sei. Die allgemeine deutsche Schule in Antwerpen eröffnet Berlin, 12. Jan. Ein Zeichen für die zunehmende Wiederkehr von Ruhe und Verkehr in Belgien ist, daß gestern laut„Berl. Lokalanz.“ in Antwerpen die allgemeine deutsche Schule in allen Klassen eröffnet wurde. 5 **** Französische Verläumdungen. Berlin, 11. Jan.(WT. Nichtamtlich) Nach einem Pariser Telegramm hat Ministerpräsident Viviani am 9. Januar im Ministerrat den Bericht eines Untersuchungs⸗ ausschusses über Verletzungen der Menschenrechte durch die Deutschen angekündigt, der in mehreren hunderttausend Exemplaren gedruckt, übersetzt und den Neutralen zur Ver⸗ fügung gestellt werden soll. Dieser Bericht bildet, soweit er bis jetzt aus französischen Veröffentlichungen bekannt ist, eine einzige Kette niedrigster, haltloser Verleumdungen, durch welche nur Haß erzeugt und das Volk gegen die deutsche Invasion aufgepeitscht werden soll. 1. Soweit den Deutschen allgemein und ohne nähere Angaben von Zeit und Ort, von Täter und Beweismaterial, Mord, Brand⸗ stiftung, Plünderung und Vergewaltigung von Frauen, vorge- worfen wird, soll offensichtlich nur der Eindruck erweckt werden, als ob die Deutschen auf ihrem Siegeszuge planmäßig derartige Gräuel zu verüben pflegen. Demgegenüber steht sest, daß die deutsche Heeresleitung mit allen Mitteln und mit durchgreifendem Erfolg die Erhaltung der Manneszucht und die strenge Beobachtung der Regeln des Kriegsrechts auf sämtlichen iegsschauplätzen durchzusetzen gewußt hat. Mithin trifft die französische Regierung und nicht minder die von ihr geleitete und beeinflußte Presse, die sich nicht scheut, die deutschen Heerführer als Mitwisser und An⸗ stifter von Schandtaten hinzustellen, der Vorwurf der Lüge. 2, Soweit man sich französischerseits bisher bequemt hat, Einzelfälle anzuführen, ist selbstverständlich von der deutschen Re⸗ gierung sofort eine eingehende, strenge Untersuchung veranlaßt worden, deren Ergebnis im vollen Vertrauen auf den deutschen Charakter mit Ruhe entgegengesehen werden kann, und welches seinerzeit veröffentlicht werden wird. Zu einem dieser Fälle kann aber schon heute eine Widerlegung gegeben werden, dem Falle von Luné ville, in welchem der deutschen Heeresleitung die grundlose Einäscherung von 70 Gebäuden zur Last gelegt wird. Hätte es die französische Regierung für gut befunden, eingehende und objektive Ermittelungen über den Grund des in Lunéville abgehaltenen Strafgerichts anzustellen, so würde sie sich den Vorwurf leichtfertiger Unwahrheit erspart haben, der ihr bei ihrem jetzigen Verhalten gemacht werden muß. Sie würde alsdann festgestellt haben, daß die einheimische Bevölkerung sich nicht gescheut hat, am 25. August 1914 nach der Besetzung der Stadt durch die Deutschen das Hospital militaire, in welchem zahlreiche wehrlose Verwundete lagen, plötzlich und heimtückisch durch Feuer aus Fenstern und Dachluken der in der Nachbarschaft gelegenen Häuser zu überfallen. Dieses Feuer dauerte 1½ Stunden ununterbrochen an und wurde lediglich von Zivilper⸗ sonen unterhalten, da uniformierte Franzosen zu jener Zeit nicht in Lunsville anwesend waren. Auch am folgenden Tage wurden bayerische Truppen in gleicher Weise aus den Häusern von Ziwvilpersonen beschossen. Dieser Hergang ist durch die eidliche Vernehmung zahlreicher Zeugen einwandfrei und objektiv fest⸗ gelegt. Im übrigen sei der französischen Regierung hiepmit vor⸗ 7 JJC ²˙—᷑ 3 g 5 gehalten, wie sich französische Truppen im eigenes sie dort aus einem Restaurant heraustruten, erkannt und Lande benommen haben. Sie sind es, die geplündert und aubt haben, nicht aber die Deutschen, denen von der französischen . grundlos dieser Vorwurf gemacht wird. Ihre eigenen Landsleute haben glaubhaft bekundet, daß französische Soldaten und Ziwilisten im eigenen Lande schonungslos Schlösser und Häuser in Fontaines bei Belfort, Rambervillers, igny, Villers de vant Merrières, Vicaisse bei Crsvy, Thugny und— ausgeplün⸗ dert haben. Nur diese, also nicht aber die Deutschen, trifft der Vorwurf für solche Verbrechen. Im Gegenteil haben in zahlreichen allen eimvandfreie fran zösische Zeugen das Wohlverhalten, die Sittsamkeit und die strenge Mannes zucht der Deutschen gerühmt. Auch der den Deutschen grundlos entgegengeschleuderte Vor⸗ wurf des Mordes fällt auf den Verleumder mit erdrückendem Gewicht zurück. An dieser Stelle sei nur erwähnt, daß die Fran zosen auf allen Schlachtfeldern deutsche Verwundete in überaus zahlreichen Fällen bestialischverstümmelt und hingeschlach⸗ tet haben. Vielfach ist nachgewiesen worden, daß Fülle vorgekom⸗ men find, in welchem die französischen Soldaten hilflose deutsche te durch massenhafte Bajonettstiche in Leib, Kopf und Augen, durch Kolbenschläge, Durchschneiden der Gurgel und an⸗ dere Schandtaten grausam ums Leben gebracht haben. Einsperren von Verwundeten, Anbinden an Bäume und Pfähle, Erschießen Kampfunfähiger aus nächster Nähe, Ermordung hilfsreicher Sani⸗ tätsmagnschaften aus dem Hinterhalt, Abschneiden der Geschlechts⸗ teile, Aufschlitzen des Bauches, Ausstechen von Augen, Abschneiden der Ohren. Festspießen Verwundeter auf dem Erbboden, zahlreiche aubungen von Verwundeten und Toten, allediese Schand⸗ taten sind nachgewiesen worden, wo französische Truppen gekämpft haben, und bilden ein beredtes Zeug⸗ nis dafür, auf welcher Seite die Schänder der Kultur und Sitte zu suchen sind. Die sämtlichen vorstehend erwähnten schmachvollen Handlungen der französischen Truppen sind durch eidliche Zeugnisse Anwandfreier Persönlichleiten bestätigt und werden seinerzeit der Oeffentlichkeit zur Kritik überantwortet werden. „Aber auch außerhalb des Schlachtengetümmels haben fran⸗ zösische Organe der Regierung in den verschwiegenen Ge⸗ fängnis räumen sich des Meuchelmordes schuldig ge⸗ macht. Im Gefängnis von Montbéliard wurden im August 1914 deutsche 2 von französischen Gendarmen grausam verstümmelt und dann grundlos totgeschlagen, In einem anderen Jalle überfielen räuberische Horden französischer Soldatescag die — in Nieder-Sulzbach, nahmen die Mitglieder der Post⸗ amilie gefangen, schleppten sie fort, behandelten sie 2 sam und unwürdig und warfen den gebrechlichen 68jährigen Post⸗ halter die Treppe hinunter auf die Straße. Auch er wurde im Gefängnis zu Belfort von seinem Wächter roh mißhandelt, mit getreten und derart geschwächt und geprügelt, daß er in der zum 17. August eines elenden Todes verstarb. Auch diese e sind durch eidliche Bekundungen glaubhafter Zeugen erwiesen. Zählt man hierzu die schmachvolle, jeder Gesittung hohn⸗ sprechende und alle völkerrechtliche Vorschriften mißachtende Be⸗ (handlung, welche das deutsche Sanitatspersonal, wel⸗ 1 das Unglück hatte, in französische Hände zu fallen, in Le urget, Fougeres, St. Ménehould, Vitry le Francois, Sankt „ Pegonne, Solrux, Vincennes, Lyon, Amiens, Bordeaux, lermont-Ferrand und an anderen Orten über sich ergehen lassen 5„ berücksichtigt man ferner die grausame und erniedrigende ndlung der Kriegsgefangenen in Perigneux, Granville, Puy de e, Montgazon, Fougeres, Vastres, Mont Louis und in anderen Gefangenenlagern, bedenkt man ferner die Verwendun der gefährlichsten und schlimmsten Tum⸗Dum⸗Geschosse auf fast allen Teilen der französischen Schlachtlinie— gewollt und ge⸗ billigt durch die französische Heeresleitung— so muß der fran⸗ zösischen Regierung jede Berechtigung zu allgemeinen Beschul⸗ ingen und Verdächtigungen der deutschen Kriegführung ab⸗ prochen werden Vom französischen Parlament. Berlin, 12. Jan. Anläßlich des heutigen Beginns ber Parlamentsverhandlungen in Paris, sandte Clemen⸗ ceau k allen Parteimitgliedern seinen Artikel„Clique der r zu, den die Zensur verboten hatte. aris 11. Jan.(W B. Nichtamtlich.) Die„Humanits“ tritt der verschiedentlich geüußerten Ansicht entgegen, die Tagung des Parlaments mütsse möglichst kurz sein und erklärt, der Krieg habe im Wirtschaftsleben der Nation eine tiefgehende Ver⸗ änderung hervorgerufen und ernste dringende Probleme aufge⸗ worfen, nicht nur für die Armee, sondern auch für die Industrie, die Fabriken und die ganze wirtschaftliche Organisation des Staates. Die 1 von 200 Deputierten an der Front werde an den Ergebnissen der militärischen Operationen nichts ändern. Aber wenn mangels Methode und Kontrolle in der militärischen und zivilen Organisation Anarchismus und Verschwen⸗ dung platzgreifen würden, und wenn infolge eines übereilten Schlusses der Session der Exekutivgewalt unumschränkte Voll⸗ macht gelassen würde, dann könnten die französischen Soldaten Helden sein, und Frankreich würde doch von dem preußischen Militarismus geschlagen und zerschmettert werden. Deshalb ver⸗ langen wir, so schreibt das Blatt, daß die Kammer nicht nur wie ewöhnlich, sondern mehr wie gewöhnlich tage. Was das olt von dem Parlament verlangt, ist nicht mehr ein Schauspiel aufreizender politischer Debatten oder von Lawinen von Reden. Was erwartet und gefordert wird, ist eine exnste, geregelte, plan⸗ mäßige und gewissenhafte Arbeit, aus der die nationale Verteidi⸗ gung einen großen Nutzen ziehen kann. Aus der türtischen Kammer Konstantinopel, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die Regierung legte der Kammer einen Gesetzentwurf vor, der zur Bestreitung der Kriegsausgaben einen außer⸗ ordentlichen Kredit von 10 Millionen Pfund verlangt. Der Gesetzentwurf wurde einem Ausschuß über⸗ wiesen. Die Kammer begann hierauf die Besprechung des Staatshaushaltes. Der Berichterstatter teilte mit, daß mit den obenerwähnten außerordentlichen Krediten, sowie mit den außerordentlichen Ausgaben von annähernd drei Mil- lionen Pfund, die bereits gemacht wurden, und mit dem De⸗ fizit des gewöhnlichen Staatshaushaltes das Defizit des — Staatshaushaltes etwa 20 Millionen Pfund a Aus Bulgarien. Sofia, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Der Ministerrat hat beschlossen, das Aus- führverbot für Bohnen, Käse, Kartoffeln, Fett und Schweine aufzuheben. Aus dem Reiche. f Berlin, 11. Jan. Bei der Berliner Städtischen Sparkasse wurden in den letzten sechs Geschäftstagen täg⸗ Iich eine halbe Million Mark mehr eingezahlt als abgehoben. Seit Beginn des neuen Jahres bis zum 8. Januar beläuft sich die Mehreinzahlung auf drei Millionen Mark. a Mannheim, 11. Jan. Geh. Kommerzienrat Dr. Karl Haas stiftete nach der„Neuen Badischen itung“ aus Anlaß seines nach 30 jähriger Tätigkeit erfolgten Aus⸗ scheidens aus der Verwaltung der Zellstoffabrik Waldhof, deren Mitbegründer er ist, dem Verein Genesungsfürsorge (Großherzog Friedrich⸗Jubiläumsspende), die Summe von 100 000 Mark. Die Zinsen sollen für die in dem Heim aufzunehmenden erholungsbedürftigen Krieger Ver⸗ wendung finden. 5 Torgau, 11. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die in der Nacht vom Freitag zum Samstag aus dem Fort Zinna bei Torgau entwichenen französischen kriegsgefangenen Offi⸗ ziere. Oberleutnant de Moustier und Leutnant Wa⸗ jestgenommen worden. Sie sind bereits wieder in Torgau bei der Kriegsgefangenen⸗Kommandantur eingeliefert. Aus Stadt und Cand. Gießen, 12. Januar 1915. Personalnachrichten der Ober-Postdirek⸗ tion Darmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Krenz 2. Klasse dem Vizepostdirektor Frisch aus Friedberg. Ober⸗Post⸗ sekretärx Hedrich aus Gießen, den Postsekretären Schneider aus Lauterbach, Kunze aus Darmstadt, Ober⸗Postassistenten Krause aus Worms, Postassistenten Becker aus Langen, Ditt aus Mainz. Michel aus Michelstadt, Neuroth aus Groß- Bieberau gest. Siebenwurst aus Bad-Naubeim(gest.) Tele- graphenassistenten W. Krämer und Fr. Krämer aus Darm- stadt, Postanwärter Leuthner aus Rüsselsbeim; die Hessische Tapfexkeitsmedaille dem Vizepostdirektor Biondind aus Bin⸗ gen, Telegraphensekretär Gilbert aus Darmstadt, 2 Geßner aus Darmstadt, Neuroth aus Groß-Bieberau und Rodrian aus Gießen.— Fer nex wurde verliehen: der Titel Ober⸗Postassistent dem Postassistenten Johann Müller in Bingen.— Zum Ober⸗Telegraphensekretär wurde Telegraphen⸗ sekretär Becker in Mainz ernannt.— Etats mäßig an⸗ gestellt wurden: Postsekretar Leoff in Alzey, Telegraphen⸗ ekretär„Auer in Darmstadt, Postassistenten Altvater in Rüsselsheim, Gerkhardt in Osthosen, Höntsch in Mainz, Michel in Bingen, Moog in Bensheim, Senßfelder in Nidda, Telegraphenassistenten Diehl und Pfeil in Mainz.— Angenommen als Telegraphengehilfin wurde Anwärterin Vollmöller in Gießen, wieder angenommen frühere Tele⸗ — hilfin Weigold in Bensheim.— Versetzt wurde ostdire tor Gramling von Steele nach Worms, Ober⸗Post⸗ sekretär Scheid von Trier nach Darmstadt.— In den Ruhe⸗ stand sind getreten: Postdirektor Hiemenz in Worms, Ober⸗Telegraphensekretär, Rechnungsrat Walcker in Mainz— Freiwillig schied aus Telegraphengehilfin Hofmann in Darmstadt.— Gestorben sind: Ober⸗Postsekretär a. D. Weber in Darmstadt, Postmeister a. D Tannen in Mainz.— Zu Offizieren des Beurlaubtenstandes wurden befördert: Telegraphensekretär Neumann aus Darmstadt, Ober-Postassistent Nessel aus Offenbach, Postassistenten Michel aus Michelstadt, Sieben mur sst gest.) aus uheim, Tele⸗ graphenassistent W. Krämer s aus Darmstadt. * Auszeichnung. Der Sohn des Schuhmachermeisters Helfert von hier, stud. agr. Ph. Helfert, der bei dem Inf. Reg. 222 kämpft, erhielt für mutiges Verhalten vor dem Feinde die hess. Tapferkeitsmedaille und wurde zum Ba⸗ taillonsstab kommandiert. * Die Verwertung der Küchenabfälle. Mit der Verwertung der Küchenabfälle und Speisenüberreste in den städtischen Haushaltungen zu Fütterungszwecken scheint es nun doch in manchen Gemeinden ernst werden zu wollen. Die Stadt Homburg v. d. H. hat bereits eine Vermittlungsstelle zwischen den Haushaltungen, die ihre Abfälle abgeben wollen, und den Landwirten der Stadt und ihrer Umgebung mit recht gutem— 4 erichtet. Auch die Stadt Höch st hat jetzt in ähnlicher Weise itte unter⸗ nommen. Sie will die Abfälle sammeln lassen, wobei sie voraussetzt, daß sich Landwirte aus den Nachbargemeinden bereit finden, die in regelmäßigen Zwischenräumen die Ab⸗ fälle von den einzelnen Häusern abholen. ** Feuer in der Denninghof⸗ Brauerei. Gestern mittag wurde unsere ständige erwehr um 12.30 Uhr alarmiert. Die Meldestelle war am Walltor, wo die Auto⸗ mobilspritze 7 Minuten— eintraf, um zu erfahren, daß auf dem benachbarten Brauereigrundstück Denninghof das Wohnhaus in Brand stand. Sofort wurde ein Lösch von 12 Mann der Kailschen Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Auf der Brandstelle hatten inzwischen in der einquar⸗ dem Boden des Gebäudes, wo altes Gerümpel, Strohsäcke usw. aufgespeichert waren, anscheinend durch eine Räu- cherkammer verursacht worden. Das mindestens 150 Jahre alte Holzfachwerkgebäude, das mit Lehmsteinen aus⸗ emauert ist, ist durch das Feuer seines Dachstuhls beraubt Die beim Löschen gebrauchte Wassermasse hat die Zwi⸗ schendecken vollständig aufgeweicht. Nur die Räume in der unteren Etage sind unbeschädigt geblieben, so daß der Gastwirtsbetrieb darin trotz dem Brande ungestört seinen Fortgang nahm. Von den Möbeln, die in dem zu Wohnun⸗ gan ausgebauten Dachstock standen, ist ein Teil von den andsturmleuten ausgeräumt worden, nur das Mobiliar der Wirtin ist durch Wasser und Feuer vollkommen ver⸗ nichtet worden, jedoch ist die Eigentümerin en Feuer⸗ schaden versichert. Alsbald nach Ausbruch des ers waren Oberstaatsanwalt Hoffmann, sowie die Beamten der Kriminalpolizei an der Brandstelle. Von dem Brande hatte man dank der neuen elektrischen Feuermelde-Einrichtung in den anderen Stadtteilen nichts wahrgenommen.— Es waren außer Kindern aus den benachbarten Schulen wenig Neugierige zur Stelle, und es war für die Schutzmannschaft verhältnismäßig leicht, die Brandstelle abzusperren, so daß die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit nicht behindert wurden. Der Gebäudeschaden, den die staatliche Brandkasse zu tragen hat, foll sich auf 20—25 000 Mk. belaufen Wintersport. Der Schiklub Sauerland meldet n Schneefall und ganz vorzügliche Schi⸗ ahn.— * Pferdeverkauf in Darmstadt. Donnerstag, den 14. ds. Mrs., vormittags 10 Uhr, findet auf dem Pferdemarkt⸗ platz in Darmstadt eine Versteigerung von 50 tragender Stuten und etwa 20 Stück ausrangierter Militärpferde statt. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelassen, die sich verpflichten, die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden und sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die Versteige⸗ rung erfolgt gegen Barzahlung. * Landkreis Gießen. 5 kl. Lollar, 10. Jan. Im Alter von 50 Jahren verstarb am Donnerstag nachmittag in der Klinit zu Gießen Lehrer Wil- helm Weitzel. Die Beerdigung sand Sonntag nachmittag auf dem neuen Friedhose in Gießen statt. Der Veteranen- und Krieger ⸗ verein„Ludwig zur Treue“-Lollar, sowte zahlreiche Freunde und Kollegen des Verewigten erwiesen ihm die letzte Ehre. Der Verstorbene war drei Jahre Lehrer in unserer Gemeinde. Vorher war er mehrere Jahre in Ulrichstein tätig.— Da aus unserer Gemeinde noch drei Lehrer zur Fahne einberufen worden sind, hat sich ihre Zahl von acht auf vier verringert. Zur Aushilse wirkt seit voriger Woche eine Lehrerin hier. 5 Obbornhofen, 10. Jan. Die Krieger aus unserer Ge⸗ meinde, die draußen vor dem Feinde stehen, erhielten von der Ge⸗ meinde sowie vom Krieger⸗ und Gesangverein praktische Weihnachts geschenke. Aus den Dankschreiben klingt der feste Wille: Wir halten durch, bis für Deutschland ein gesicherter Friede zustande kommt. Wissen wir doch, daß unsere Lieben in der Heimat einmütig hinter uns stehen und für uns sorgen. Für den in Rußland gefallenen Mitbürger Unteroffizier Karl Roth wurde heute abend durch Pfarrer Engel eine Gedächtnis feier ge⸗ halten, an der sich fat die ganze Gemeinde und der Kriegerverein harte, sind gestern abend gegen 9 Uhr in Eilenburg, als beteiligten. Kreis Büdingen. — Ranstadt, 10. Jan. Große Freude denieni Familien hier und in den benachbarten Orten deren ährer im Felde stehen und die in den letzten regelmäfig als Holzmacher in den Füritlich Stol nigerodschen Waldungen t zwaren. erhielt durch den Fürstl. Förster bier 1 f 1 Kreis Friedberg. 7 ü. Trais-Münzenberg, 10. Jan. Von unserer kleinen Gemeinde forderte der Krieg das zweite Opfer. Gefreiter 8 Schmidt, Reservist im Res.-Inf.-Rgt. 116, 7. Komp, am 19. Dezember den Heldentod. Er machte seit Beginn des Krieges alle Kämpfe in genanntem Regimente mit. Er hinterläßt eine Winde mit zwei Kindern. Sch ae perten ver af brdggt 2857 ff ben e Schiffahrtsverke aufge hört r ist stell worden. In Frankfurt ruhen die Bauarbeiten an der Alten e vollständig, da die Fluten nicht nur das e Baugelände über ⸗ schwemmt haben, sondern auch bereits Ufermauern hinweg auf die Straßen spülen. Besonders schwer leidet wieder das Nd datal. Von Assenheim, über Vilbel bis zur Mündung bei Höchst sind die Wasser kilometerweit in das Land eingedrungen. Der Verkehr zwischen Harheim, Berkersheim und Niedererlenbach ist durch die Ueberschwemmungen unterbrochen. Die Fluten brausen in diesem tiefgelegenen Gebiet in breitem Strome über die Verbur⸗ dungsstraßen und machen selbst den Verkehr mit Wagen zur Un⸗ möglichkeit.— Freude an dem Hochwasser hatte nur ein Och se, der Montag mittag von der Obermainbrücke bei Frankfurt in den Main sprang, bis in die Nähe des Eisernen s unter dem Halloh einer nach Hunderten zählenden Zuschauermenge schwamm und 1 5 einem ihm um den Hals geworfenen„Lasso“ gerettet wurde. Frankfurt, 12. Jan. Die Generalversanmmlung des Mittelrheinischen Fabrikanten-⸗Vereins 4— ter außergrdentlich zahlreichem Besuch am 7. d. Mis in Frank⸗ furt a. M. unter dem Vorsitze der Herren Professor Dr. Beck⸗ Biebrich und Kommerzienrat Ug 6 Kaiserslautern statt. Gasten waren u. a. erschienen der kommandierende General, Freiherr von Gall und Major Fürst zu Leiningen, der Großh. Hessische Minister des Innern von Homberg zu Bach und Ministerialrat Schliephake, sowie Regierungs⸗ präsident von Meister⸗Wiesbaden Herr Professor Dr. Pohle⸗ Frankfurt a. M., Delan der Wirtschafts⸗ und sozialwissenschaft⸗ 9 der— 11 hielt 2 f e„ Volkswirtschaft im Kriegszustand“. feen en Fee gelangte folgende Erklärung zur ein⸗ c Annahme: ö N 1 Vereins stellt nach 1— eines Vortrages Professor Dr. Pohle in Volkswirtschaft im Kriegszu des Herrn ankfurt a. M. über„Die deutsche nd“ mit Gemuigtunng fest, daß die tierte Landsturmleute unter Führung des Oberleut⸗seit Kri u die vorgetragene nant Schwan mit den Feuerlöschgerätschaften der Brauerei] wiss iche Auffa über die Mirfschastliche Lage Deutsch⸗ einen Löschversuch gemacht. Der 7 Bodenraum stand in] lands durchaus bestätigen. sind zwar durch 7 Flammen. Mittels der Automobilspritze und dann der] Verkehrsbeschränkungen und——ñ—ü Absapstok⸗ Unterstützung der Gailschen Wehr gelang es, des Feuers] kungen im Inlande, durch Abbruch der ichen Beziehungen innerhalb einer Stunde Herr zu werden. Der Brand war auf zum ceindlichen Ausland und durch Beschränkung der Waren- rungen im Wittschaftsleben eingetreten, die durch eine gewisse Unf it in den Kreditverhältnissen noch vermehrt wurden. Es hat sich aber bald gezeigt, daß die Industrie durch Anpassung an die veränderten Verhältnisse und durch Einrichtung auf die Teil Nee 1 7 an sie* r Da 8 erwiesen hat— die Zeichnung von 4½ Milliarden Kriegsanleihe die fängt erfolgte Herattezung des Nins tufes der Reiche 6 auf 5 Proz. bilden hierfür n Beweise— sieht die Industrie mit voller Zuversicht der weite⸗ n Entwickelung entgegen t der Uebergzeugung, das deutsche Volk mit Ruhe die endgültigen Erfolge unserer tapferen Armee und Marine und ihrer ausgezeichneten Führung abzuwarten in der Lage ist. b. Hachenburg, 11. Jan. Auf dem Wege von Steine⸗ bach nach Linden gerieten zwei Schwestern,.— Witwen. infolge des stürmischen Wetters von der Straße ab. Sie kamen in ein sumpfiges Gelände, in dem sie beide ihren Tod b r need e ee uch in erod i i i 0 eine 87 Greisin verschwunden. Alles Suchen nach ihr war bis jetzt erfolglos. g 6 Universitäts⸗Nachrichten. f Berlin, 11. Jan. Die„B. 3.“ meldet aus Frei- se r versstät, Prosessor Dr. Eduard Jacobi, ist im Operationsgebiet erkrankt und gestorben. Gerichts aal. randstiftung aus Not. Frankfurt a. M., 11. Jan. Die erste Schwurgerichts⸗ di umfaßte nur einen Verhandlungsgegenstand. der Anklagebank saß der 54jährige Privatmann Kaspar Müller, geboren in Birklar bei Gießen. Müller ging „ wo er es zu einem 8 brachte, von dessen Renten er zuletzt in Frankfurt behaglich 77 ganz kopflos. Er legte in seiner Wo durch das Versicherungsgeld über er halten zu können. Der Brand wurde sofort gelöscht. Müller hatte sich heute deshalb wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu verantworten. Er war in vollem Umfang geständig. Das Gericht verurteilte den Mann unter Zubilligung m Umf zu einem Jahr Gefängnis; die Unterfuchungshaft wurde in Abzug gebracht. Insterburg, 11. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Das Kriegs- gericht der Landwehrinspektion Insterburg verurteilte dem„Ou⸗ vreußischen Tageblatt“ zufolge die Hökerin Auguste Kamschat wegen Kriegsverrats zum Tode. Die Oeffentlichkeit war während der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. — 2 2 Die Landwirtschaft auf der Uriegswacht. 5 Unter diesem Titel veröffentlicht der bekannte Biologe Geh. Rat Prof. Zuntz in der Umschau einen Vortrag, den er vor dem Klub der Landwirte zu Berlin gehalten hat, und gibt darin verschiedene wichtige Ratschläge, die die wirt- schaf Rüstung unseres Volkes stärken werden. Nach seinen Berechnungen über den Anteil des Auslandes an der Ernährung Deutschlands, für die er als einheitliches Maß die Milliardenkalorie gewählt hat, verbrauchen wir an pflanzlichen Produkten 61604000 Milliardenkalorien, von denen 5 Millionen aus dem Ausland kamen, an tierischen Produkten 26 987 000 Milliardenkalorien, von denen das Ausland 12 Millionen lieferte. 20 Proz. unseres gesamten Nährstoffverbrauches stammten also bisher aus der Fremde. 9 Mengen Futterstoffe aus dem Auslande bezogen wu„so wird die Tierproduktion eine weitgehende Ein— schränkung erfahren müssen. Wird nicht Ersatz für die aus- ländischen Futtermittel geschaffen, so ist mit dem Schlach⸗ ten von etwa einem Drittel unseres Schweinebestandes zu rechnen. Auch Zuntz betont das von den Behörden so nachdrück⸗ lich hervorgehobene Verbot, Brotgetreide an Tiere zu ver— füttern, denn es handelt sich dabei nicht etwa um Kleinig- keiten, sondern 2—3 Millionen Tonnen Roggen wurden bisher an Tiere verfüttert. In der Frage nach den Ersatz⸗ materialien für das Futter macht er darauf aufmerksam, daß bisher ganz ungeheure Mengen von Futter vergeudet wurden, besonders Rübenblätter und Rübenköpfe. Auch Kar⸗ toffelkraut kann in zweckdienlichster Weise als Futter ver⸗ wendet werden, wie die Versuche des Institutes für Gä⸗ rungsgewerbe bewiesen haben. Die Kartoffeltrocknung ist b wichtig, weil ohne diese für die Zeit vom März bis zur nächsten Ernte Verluste von 10—25 Proz. entstehen würden, so daß durch das Trocknen ganz gewaltige Mengen menschlicher Nahrungswerte erhalten bleiben. Wir müssen von vornherein damit rechnen, daß unsere nächstjährige Ernte geringere Erträgnisse liefern wird als gewöhnlich, denn in Teilen von Ostpreußen und dem Elsaß wird die Winterbestellung unterbleiben müssen, und auch bei der Sommerbestellung werden die* wohl nicht die sonst sewohnten sein. Zwar sucht unsere Technik für den hand⸗ ichsten Stickstoffdünger, den Chilisalpeter, Ersatz zu schaffen, aber dies kann nur in bescheidenem Umfang geschehen. Doch müßte der Staat ohne Rücksicht auf die Kostenfrage für die Erzeugung von Düngestoffen sorgen. Freilich können dazu auch die Landwirte viel tun, wenn sie nicht mehr so viel Stickstoff durch die schlechte Pflege von Dung und Jauche uden. Wenn nur 40, ja sogar nur 20 Proz. dieser Stick⸗ stoffmengen erhalten bleiben, so würde das die fehlende Einfuhr von Chilisalpeter vollkommen ausgleichen. Deshalb ist die Konservierung der eine der wichtigsten Maß⸗ nahmen, die sich die Landwirtschaft angelegen sein lassen muß. Und ebenso wie der Landwirt eine ganz neue Spar⸗ samkeit zeigen muß, so soll auch die Hausfrau die Verluste vermeiden, die bisher durch Sorglosigkeit und Unachtsam⸗ keit entstanden. Betragen doch die Fettmengen, die täglich von Tellern und Schüsseln weggespült werden, 7 Prozent unseres gesamten Nahrungsbedarfes. Das Wegwerfen von Brot muß als eine eee und 2 schlechte Handlung aufgefaßt werden, so wie es unsere Vorväter getan haben. Auch die Liebhaberei für Tiere ist vielfach als eine Art Verschwendung anzusehen. So be⸗ kommen z. B. Pferde, die kaum arbeiten, bei manchen Land⸗ wirten so große Hafermengen, daß mehrere Milchkühe und ine davon ernährt werden könnten. Die Landwirt⸗ chaft kann auch viel dazu tun, um namentlich im Winter ie städtischen Abfälle auszunutzen. So sollte jeder Wagen, der Milch nach der Stadt fährt, gleich große Mengen an Futterstoffen zurückbringen.. Zuntz wendet sich zuletzt gegen den Vorschlag, für die nächstjährige Ernte den Bau von Zuckerrüben einzuschrän⸗ ken, da man ja Zucker genug habe und die so frei werdenden Felder für die Getreideproduktion oder für Hülsenfrüchte nutzbar gemacht werden könnten. Nun ist aber der Anbau für Hülsenfrüchte unsicher, und das Zuckerrübenfeld liefert etwa—.—1 so viel Kalorien, wie das gleich große Ge⸗ treidefeld und auch mehr Eiweiß. Anstatt den Zuckerrüben⸗ bau einzuschränken, sollte man vielmehr in Deutschland mehr Zucker essen der bis jetzt nur 5—6 Proz. unserer Nahrungsmittel, in England da Amerika 12 Proz. ausmachte. Der Zuckerverbrauch bei uns könnte z gut um das Doppelte steigen, und man sollte diese günstige Gelegenheit, den Zuckerkonsum zu erhöhen, nicht unbenutzt lassen.„Es ist. ein Verbrechen,“ sagt Zuntz,„daß man jetzt, nachdem das Ausfuhrverbot für Zucker noch besteht, den Zucker einsperrt, um die Preise auf ihrer relativen Höhe zu lassen und nicht den Konsum zu unserer Tierhaltung zugute kommen, da man die Melasse, das billigste Futtermittel, mehr ausnützen würde. Dermischtes. * Großfeuer in Kottbus. Aus Kottbus wird vom 11. Januar gemeldet: Heute abend gegen 6 Uhr kam in der Woll⸗ spinnerei von Wilhelm Müller am Ostrower Damm Groß⸗ feuer aus, das sich über das ganze Anwesen auszudehnen beginnt. Sämtliche Feuerwehren der Stadt fuhren zur Brandstätte, doch 5 scheint eine Bekämpfung des Feuers sehr schwierig. Bandel. In Preiserhöhungen. Der Verband der Fabriken für elektrische Installationsartikel hat infolge Mangel und Preis- steigerung von Kupfer und Gummi die Fabrikate um 10 bis 20 Proz. gesteigert.— Der Bleiweißverband hat infolge der Steigerung der Rohbleipreise mit sofortiger Wirkung den Preis für trockenes Bleiweiß um Mk. 2 per 100 Kgr. erhöht.— Der Verband deutscher Tuchversender und Grossisten hat eine Erhöhung der Preise für Zivilstoffe eintreten lassen. Für Muster der Winter- stoffe aus 1914 werden 10 Proz. mehr berechnet. Futterstoffe und Baumwollwaren erfuhren eine Steigerung von mindestens 6 Proz. Alle Schneiderbedarfsartikel sind um 16 Proz. gestiegen.— Der Verein der Spachtel⸗ und Tambur-Industrie beschloß, seine Fabrikate um 10 Proz. teurer zu vexlaulen. ——— 2 Märkte. 3 FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 11. Jan. Auftrieb: Rinder 245(Ochsen 54, Bullen 20, Kühe und Färsen 171), Kälber 385, Schafe 64, Schweine 802. Markverlauf: Mittleres Geschäst; Markt geräumt. en 11 Proz. und in in Kleinvieh wurde der Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- gewicht. vollleilsge, Suspend, zöchsten edi 5 ollfleischige, ausgemästete, höchsten acht wertes im Alter von 4—7 Jahren 5. 54—58 92—102 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere age ee„ 50—84 88-94 2 Bullen. Voollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 44—48 79—86 8 Färsen. Kühe. Volfleischige, ausgemästete Järsen höchsten „ nn Schlacht wertes steigern.“ Der größere Verbrauch von Zucker würde auch. Voll fl ischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren— 75—82 Wenig gut entwickelte Färsen.. 44—48 88— 92 Kälber. Feinste Mastkäl ber 5800 97—00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 54—56 92— 94 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 49—54 84-92 Sch a fe. Mastlämmer und Masthammel.. 44,00 46,00 92—94 Weidemastschase: Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewichghgnhe 63—64% 81—83 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 62-63 7781 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht. 64 ¼—66 81-83 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht. 60-81 77—79 la, Frankfurt a. M., 12. Jan. Heu- und Strohmarkt. Man notierte eu 40,0 0,00 Mk., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis „00 Mk., Wirrsiroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kiio. Ge schäft flolt. Die Zuführen waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg. wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 53. Woche. Vom 27. bis 31. Dezember 1914. Einwohserzahl: angenommen zu 329(inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszisfer: 19,00%, nach Abzug von 9 Ortsjre inden: 4,74%, Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.— 15. Jahr: Altersschwäche 1(00 10)—— Divhtherie 2(2)—— 2(2) Tuberkulose der Hirnhäute 10)—— 1(1) Krankheiten der Kreis- lausorgane 2 2—— Krankheiten des Nervensystems 100) 0—— Krankheiten der Harnorgane 2(2) 2(2)—— Kriegsverletzungen 2(0) 20)—— Perniciöser Anämie 1(81) 10)—— Summa: 12(9) 9(6)— 3(3) 1) darunter 1 Kriegsgefangener. ) darunter 1 Kriegsgefangener. Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 13. Januar 1915: Bedectt, zeitweise Mederschläge, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Kämpfe im Westen. Kopenhagen, 12. Jan.„National Tidende“ meldet aus Paris: Trotz des schlechten Wetters werden die Kämpfe auf der ganzen Front fortgeseßzt. Sie gehen mit besonderer Heftigkeit bei Soissons, Perthes und in der Nähe von Reims vor sich, welche Städte der Schau- — 5 ununterbrochener Zusammenstöße sind. Aufmerksam⸗ eit erregt es, daß die Deutschen fortfahren, gewaltsame Angriffe gegen uns im Argonner Walde zu richten. Auch im Küstengelände entwickeln die Deutschen eine fieber⸗ hafte Tätigkeit. Zwischen Knocke und Heyst, Zeebrügge und Blankenberghe wird im Augenblick mit großer Heftigkeit gekämpft. Prahlereien über die neue französische Offensive. Rom, 12. Jan. Ein Pariser Brief des„Mattino“ schreiht über die Seelenstimmung der Franzosen, daß die große Volksmasse das Hinauszögern der erwähnten Riesenoffensive als geradezu schmerzlich empfindet. Der Korrespondent berichtet über die eifrig fortschreitenden Vorarbeiten zu dieser Offensive, die erfolgen werde, sobald die Millionen der neu einberufenen drei Jahresklassen ausgebildet seien. Diese Ausbildung müsse sich dies⸗ mal mit furchtbarer Bewaffnung und mit der Hoffnung paaren, daß die Waffen und die Geschütze der Deutschen bis zum entschei⸗ denden Augenblick schadhaft geworden und daß die Deutschen dann absolut minderwertig sein werden. An schweren Geschützen werden täglich drei gegossen, so daß also im Verlaufe von 159 Tagen 450 neue schwere Geschütze hergestellt werden. Auch seien die französischen Festungen mit neuen Kanonen ausgestattet worden, welche den deutschen gleichkommen. Verdun ernstlich bedroht. Berlin, 11. Jan. Die Stadt und die Umgebung von Soissons werden von deutschen schweren Geschützen neuer⸗ dings wirksam beschossen. Die Aktion der Deutschen bei Four de Paris und westlich Boureilles einerseits, bei Aprémont dererseits und die bereits errungenen Vorteile ver⸗ anlassen den Militärkritiker Rousseaut, zuzugestehen, daß das systematische deutsche Zusammenwirken im Argonner⸗ walde in der Richtung von Verdun bereits größere Fort- schritte gemacht habe und daß diese Stadt neuerlich ernst—⸗ lich bedroht sei. Russische Berichte. Petersburg, 12. Jan. Der letzterschienene russische Be⸗ richt besagt u. a.: Auf dem linken Üser der Weichsel herrschte in den letzten Tagen fast vollständige Waffenruhe, nur an der Front⸗ stellung Sucha⸗Bolimow fanden erbitterte Kämpfe statt. Es gelang hier den Deutschen, einige Vorteile zu erringen. Ber dem Dorfe Sucha selbst kam es zu einem Bajonettkampf zwischen un⸗ seren Truppen und dem Gegner. Es gelang uns, einige von den Deutschen eroberten Laufgräben wieder an uns zu reißen. In Galizien haben keine besonderen Veränderungen in der Front statt⸗ gefunden. Der deutsche Ansturm auf Warschau. London, 12. Jan.„Daily Telegraph“ meldet, daß lein Zweifel bestehen könne, daß die Deutschen nach wie vor den größten Wert auf den Besitz von Warschau legten. Es werde dieses zur Genüge durch die andauernden erbitter⸗ ten Kämpfe bei Sochaczew erwiesen. Die Deutschen kämpften Tag und Nacht. Es komme vor, daß sie an einem einzigen Tage mehr als 10 Sturmangriffe an verschiedenen Stellen der Front unternehmen. Amerika und England. London, 12. Jan. WTB. Nichtamtlich. Reuter meldet aus Newyork: Staatssekretär Bryan sagte: Er wünsche eine Aeusserung zu der Antwort Greys auf die amerikanische Note zu verschieben, bis er den vollständigen Text erhalten haben würde. Hohe Regierungsbeamte halten jedoch den Ton der Antwort für durchaus freundlich und glauben, die Erörterung werde in gleicher Weise fortgesetzt werden. Die Kontroverse werde sich nicht in eine Prinzipienfrage auflösen, sondern eine Frage von aktueller Notwendigkeit behandeln. Bezüglich der Kupfer⸗ ausfuhr sind sie der Ansicht, England solle wirksame Vereinba⸗ rungen mit den an die Kriegführenden grenzenden Neutralen treffen. Im ganzen wird die Antwort als befriedigend angesehen, obwohl das Staatsdepartement eine Statistik beibringen wird, die den von Grey angegebenen Ziffern widerspricht.(Wohlgemerkt, es handelt sich hier um eine Stimmungsmache des Reuter-Bure⸗ aus. Red. des Gieß. Anz.) Zur Beschießung von Whitdy. a London, 12. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Archi⸗ tekt John Bilson, zweiter Vorsitzender des englischen archäologischen Instituts, hat einen Bericht verfaßt über den Schaden, den die deutsche Beschießung vom 16. Dezember an der Ruine der Abtei von Whitby angerichtet hat. Bilson sagt darin, der Schade sei, obwohl beträchtlich, nicht so groß, wie man hätte befürchten können. Der westliche Teil des Schiffes der Kirche habe am meisten gelitten. Der schöne Chor sei aber fast ganz unbeschädigt geblieben. Die deutschen„Barbaren“. Basel, 12. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Oberst Mül⸗ ler, der vor kurzem Gelegenheit hatte, mehrere von den Deutschen besetzte französische Dörfer zu 0 dae von dem Verhältnis zwischen der einheimischen. völkerung und den Deutschen folgende Darstel Ueberall hätten die Leute auf seine Frage, wie sie mit den Deutschen auskämen, versichert, diese seien sehr höf— lich, und der Verkehr mit ihnen gestalte sich sehr angenehm. In einem Hause, in welchem 20 Deutsche einquartiert waren, habe er die junge Frau nach dem Betragen der deutschen Soldaten gefragt. Diese habe lebhaft und nicht ohne Wärme geantwortet, sie seien sehr liebenswürdig und sehr anständig. Sie habe geklagt, wie groß früher die Not des Dorfes ge⸗ wesen sei, jetzt jedoch sei die Versorgung der Bewohner mit Lebensmitteln, wie überall, wo die deutschen Truppen fran⸗ zösisches Gebiet besetzt hätten, geordnet; die Naturalien würden durch die Heeresverwaltung herbeigeschafft und an. die Bevölkerung abgegeben. Die deutschen Soldaten teilten selbst ihr Brot mit der Bevölkerung. Auf seine Bemerkung, die Deutschen seien also anscheinend keine Barbaren, habe sie mit Leidenschaft geantwortet: Sicherlich nicht, aber der Krieg regt die Leute so auf, daß sie sich gegenseitig ver⸗ leumden und übles voneinander reden. Deutschland in englischer Beleuchtung. Amsterdam, 12. Jan. Die„Daily Mail“ hat von ihrem Amsterdamer. eine Reihe von Artikeln über den Zustand in Deutschland veröffentlicht und faßt nun diese Mittei⸗ lungen in ihrem leitenden Artikel dahin zusammen: Es ist ein großes Land, nichts fürchtend, voll Vertrauen auf den Sieg, glän⸗ zend organisiert zum Siege, mit unglaublichen, wie es selbst glaubt unversiegbaren Hilfsquellen an Menschen- und Kriegsmaterial, das trotz der schweren Verluste ungeschwächt ist, das durch den ökonomischen Druck der britischen Uebermacht zur See bis auf ein⸗ zelne Ausnahmen noch nicht gebrochen ist. Es ist keine Spur von Mangel an Lebensmitteln zu bemerken. Deutschland ist von einem verzehrenden Haß gegen England erfüllt. England braucht keine japanische Intervention. Rom, 12. Jan. Wie aus London gemeldet wird, erklärte Premierminister Asquith den Vertretern der Presse, jede Ex⸗ örterung über die Berufung japanischer Truppen nach Europa sei vollständig unnütz. England bedürse Japans Hilfe nicht und werde sie nicht nachsuchen. Englische Niederlage in Mesopotamien. Konstantinopel, 11. Jan. Das Hauptquartier teilt mit: Die Engländer haben auf ihrem Vormarsch links des Tigris am Sonnabend nachmittag in Irak eine erhebliche Schlappe erlitten. Zwei Bataillone englischer Infanterie, unterstützt von zwei Gebirgs-Schnellfeuergeschützen, versuchten einen Ueber⸗ raschungsangriff auf ein Lager arabischer Stämme in der Gegend von Kiana. Die Engländer mußten jedoch nach zweistündigem Kampfe unter Zurücklassung von 125 Toten und Ver⸗ wundetenfliehen. Die Araber hatten nur 15 Verwundete.— Im Gebiete von Aserbeidschan dauert die Verfolgung der Russen, die sich aus Kot und Rumich zurückgezogen haben, an. — Die Petersburger Meldungen, die Russen. batten Divisions⸗ generale eines türkischen Armeekorps gefangen genommen, wird offiziell dementiert. Dagegen haben sich die Russen eines schwer⸗ verwundeten Divisionsgenerals dadurch bemächtigt, daß sie einen türlischen Verwundetentransport in einer russischen Stadt an⸗ griffen und die verwundeten Soldaten töteten. Persiens Haltung zum Dreiverband. Genf, 12. Jan. Der„Herold“ meldet, daß neuer⸗ dings Schritte Rußlands und Englands bei der persischen Regierung bevorstehen. Namentlich der letzte Be⸗ such des englischen Gesandten in Teheran, Persien auf die Seite des Dreiverbandes herüberzuziehen, sollen Erfolg ge habt haben. g Kriegsreden in Italien. Rom, 12. Jan. In Mailand, der Hochburg der italieni⸗ schen Kriegshetzer, sowie auch in Turin wurden gestern Volks⸗ versammlungen gegen den Krieg abgehalten. In Mai⸗ land srrach der Abgeordnete Belmonte für die Neutralität, die allerdings nicht absolut sein dürfte, da sonst das italienische Volk einschlummern und impotent er cheinen könnte. In Turin sprachen sich die Sozialisten gegen den Krieg aus. Die Nationalisten ver⸗ anstalteten eine Gegenkundgebung. Die Polizei mußte einschreiten. Der Nachfolger A. v. Werners. f Berlin, 12. Jan. Professor Arthur Kampf, der bekannte Berliner Maler, ist als Nachfolger für den verstorbenen Geschichtss 2 maler Anton v. Werner kommissarisch mit der Leitung der aka⸗ demischen Hochschule für die bildenden Künste betraut worden. Hochwasser. Dresden, 12. Jan. Hochwasser ist jetzt auch im Elbegebiet eingetreten. Der Fluß hat in Dresden einen Pegelstand von 1,65 Meter überschritten. Auch im Gebiet der Nebenflüsse sowie in der Lausitz ist infolge der Schneeschmelze Hochwasser eingetreten. An manchen Stellen sind die Flüsse weit über ihre Ufer getreten. Gegen den Aberglauben. Limburg, 12. Jan. Zur Beseitigung des Aberglaubens at das bischöfliche Ordinariat in Limburg einen Erlaß an die Lehörden gerichtet zur Unterdrückung abergläubischer Gebete und die sogenanntlen Haus- und Sckhutzb iese, die sowohl in der Heimat als auch bei unseren Truppen im Felde verbreitet werden und die hochwürdige Geistlichkeit aufgefordert, in Predigt, Christenlehre und Religion, Unterricht und Ansprachen diesen sündhaften Unfug kräftig zu bekämpfen. Die Gläubigen besonders auch von der Zu⸗ sendung gottloser Briefe an unsere Krieger ab⸗ und zur Ver⸗ nichtung aller abergläubischen Dinge anzuhalten. Falceaer feln Dlr.: Hermann Steingoetter. Dienstag, 12. Jan. 1915 abends 8½¼ Ubr Allexbeste Taschenlampen⸗ Batterien für unsexe Krieger.— Bei Uebernahme der regelmäßig. Zusendung ins Jeld 10 Ig. für Porto. 0106. l 2 Cari Schunck G but Weefse erm i Kricaslieserant. Weh' dem, der lügt! Lustspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Ende gegen 11 Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab⸗ wärts zahlen bei allen Vor⸗ stellungen auf 2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. 4660 SSS 5 Wärmeöfchen; 7 Schunck, Bahnhollstr.— Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit- dass ertragenem teilung, heute Geduld Leiden Grossvater, Bruder und Schwager mittag 12 Uhr Unse schwerem, mit Schwiegervater, nach kurzem, r lieber Vater, Herr Ludwig Krämer J. im Alter Die tieft Bürgermeister von 63 Jahren sanft entschlafen ist. rauernden Hinterbliebenen: Krämer und Familie Katharina Haas, geb. Krämer, und Kinder. Steinbach, Garbenteich Die Beerdigung findet Mittwe In Rußlands Erde ruht mein Glück du heißgeltebter Gatte kehrest nimmermehr zurück Ach allzufrüb verließest du die Deinen die in der fernen deimat um dich weinen Den Heldentod fürs Vaterland starb am 11. Dezember mein heißgeliebter Gatte, der beste Vater seiner 3 Kinder, unser lieber Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Ludwig Bitz Wehrmann im Res. Inf. Reg. Nr. 116, 5. Komp Inhaber des Etsernen Kreuzes. In tiesem Schmerz 65 im Namen der trauernden Hinterbllebenen Au guste Bitz, geb. Löber und 3 Kinder Gießen(Bahnhosstraße 50, 11. Januar 1013. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 10. Dezember auf Rußlands Erde unser treuer Sangesbruder ge:„— Unteroffizier Heinrich Becker Reserve⸗Infanterie-Regtment 116, 5. Kompagnie im 29. Lebensjahre Wir verlieren mit dem Heimgegangenen ein treues Mitglied, welches wir stets in Ehren halten werden 2 6172 Gesaugverein Harmonie. Re skirchen Kr. Gießen) den 12. Januar 1915. Gestern nacht um 3¼ Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsre liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwie— germutter, Großmutter und Schwester Frau Martha Haas Wp. geb. Langenberg. Die frauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Chr. Haas. Gießen(Glaubrechtstr. Nr. 14), 4086 den 11. Januar 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags um 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise berzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Fräulein Bärbchen Scheer sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Käthchen Vetter. Gießen, 12. Januar 1018. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verlust sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren tief— gefühlten Dank. Dit tieftrauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Karl Deibel. Lollar, Holzhausen, den 12. Januar 1915. 7 den 13 SBiolzversteigerung Oppenrod, 11. Januar 1915. 3 Januar, nachm. 3½ Uhr, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil nahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters und Großvaters sagen wir unseren innigsten Dank. Besonderen Dank allen denen, welche uns während seiner schweren Krankheit mit Rat und Tat zur Seite standen. Lich, den 11. Januar 1915. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Danksagung. Für die vielen Bewetise liebevoller Teil nahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Barth beim Hinscheiden unseres lieben Vaters Balthasar Mootz ll. sagen wir unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Buseck, den 11. Januar 1918. 0182 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders sagen wir innigsten Dank. In tiefem Schmerz: Familie Joh. Loh Ill. Zimmermeister. Dutenhofen. Montag. den 18. Januar l. Js. werden in den Distrikten Breitelob. Schusbezirk Saasen; Koppe, Hinkel“ berg, Göbelnrödertanne, Krummstrauch, Pfafsenloch, Breite⸗ loh, Zubaag und Grauwinkel, Schuszbezirk Harbach ver steigert: Stämme: W Eiche 4.—6. Kl. 10.12 Fstm, 10 Kie fern 3.—5. Kl. 6,64 Fstm. 13 Fichten da 5b Kl.— 4.47 Istm Derbstangen: 9 Eiche 037 Fstm. 61 Fichten 40% Istem. Nunknüppel: 9 Rm. Fichte; Rm. Scheiter: 6. Buche. 20 Eiche. 18 Kiefer; Knüppel: 77 Buche, Ji8 Eiche, (S Aspe. 21 Kiefer, 12 Fichte; Kuppel reisig: 101 Buche D Eiche; Reisig, gew.: 320 Buche, 604 Eiche, 74 Asvpe, Stöcke: 18 Eiche, 5 Fichte. Zusammenkunft: vormittags 9¼ Uhr auf der Straße Grünberg— Lindenstruth am Eingang in den Domantal wald. Beginn bei Nr. 127. Vorgezeigt wird nur das Brennbols in Distrikt Koppe. Alles übrige Holz, welches vorher einzusehen ist, kommt gegen ½12 Uhr in der Gaft wirtschaft zum„Frankfurter Hof“ in Göbelnrod zum Ausgebot. Forstwart Kinkel Harbach erteilt nähere Auskunft Jrünberg, den 9. Januar 1915. 465 Gronberzogliche Oberförsterei Grünberg. „eee eee . Waschmaschinen: — Wring maschinen— 1 Kupfer-Kessel 5 Teppich-Kehr-Maschinen: — dilligst— Emil Pistor Nachf.; ————— Job-AT-Feldpostbriele Den Heldentod fürs Vaterland starben am 31. Derember 1014 unsere leben Aktiven die Krlegs freiwilligen im Res-Inf.-Regt. 21. 1. Komp. cand. theol. Georg Reinholtz G1. 12 Gd. 18. G. 10 und stud. rer. nat. Oskar Bernbeck (81 130 Ehre shrem Andenken! Der Giessener Wingolf. I N. u. A. K. Daab 8 Kriegs, theol. Gestern wurde unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Kath. Berdux durch einen sanften Tod von ihrem langen Leiden erlöst. Otto Bergen und Frau Johanna, geb. Berdux Else Berdux. Giessen, den 12. Januar 1915. 2 Die Beerdigung findet in Marburg in der Stille statt. Für die uns beim Hinscheiden unseres unvergesslichen Vaters bewiesene Teilnahme sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Schultheis. Giessen,(Marktstr. 3), Darmstadt, Berlin. Vom 11. bis 17. Januar sind zugelassen. Wir empfehlen hierfür I ν Schokolade wertvoll als Nahrungs- und Genußmittel Block Schokolade, 5 garant. rein, Pfd. 120 Pf. ee* Tasel⸗Schokolade, Tafel 20 und 25 Pf. Tafel 30, 38, 48 u. 50 Pf. 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