R Nr. 7 Der Sietzener Anzei erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familleublätter; wernal wöchentl. Kreis⸗ it für den Kreis Setzen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche N Ferusprech- Anschlüsse: für die Schrütleitung 112 Verlag, Geschaftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Sleßen. Annahme don Anzeigen für die Tages nummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang ener Anzeige General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Samstag, 9. Januar 1015 Bein gsvreiz: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf., durch die Bost Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., aussp. 20 bi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ein„großer“ Tag des englischen Oberhauses. Oestlich der Rawka 1600 Russen gefangen. (WTB) Großes Hauptquartier, 8. Jan.(Amt⸗ lich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Der andauernde Regen sumpft das Gelände in Flandern mehr und mehr an, so daß die Operationen arg behindert werden. Oestlich Reims versuchten die Franzosen heute nacht, uns einen Vorgraben zu entreißen. Durch einen sofort angesetzten Ge⸗ genangriff wurden sie in ihre Stellungen zurückgeworfen und verloren 50 Gefangene an uns. In der Mitte und im Ost⸗ teil der Argonnen machten unsere Truppen wieder Fort⸗ schritte. Ein nächtlicher französischer Angriff gegen unsere Stellung am Buchenkopf südlich Diedolshausen Go⸗ gesen) wurde abgewiesen. Wiederholte Angriffe der Franzosen auf die Höhe westlich Sennheim brachen in unserem Ar⸗ tilleriefeuer zusammen. Wir machten zwei Offiziere und hun⸗ dert Mann zu Gefangenen. Um die Ortschaft Ober⸗Burn⸗ haupt südlich Sennheim wird zurzeit noch gekämpft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auch im Osten herrschte ungünstige Witterung. An der ostpreußischen Grenze und im nördlichen Polen änderte sich nichts. Oestlich der Rawka schritten unsere Angriffe fort. 1600 Russen wurden gefangen genommen und fünf Naschinengewehre von uns erbeutet. Auf dem östlichen Pilicaufer fanden nur Artilleriekämpfe statt. Oberste Heeresleitung. *.* Eine angenehme Abwechselung in den Meldungen über die Kriegsereignisse ist es, daß wir, wie in früheren Zeiten, wieder einmal parlamentarische übersehen und würdigen dürfen. Wir Deutsche haben es nicht nötig, im Reichstag lange Reden halten zu lassen und Fragen zu erörtern; wir begnügen uns mit den kurzen, zuversichtlichen und alle Herzen aufrichtenden 5 bungen, die von unseren höchsten Stellen, auch zum Geburtstag des Königs von Bayern, wieder die Run durch die Presse gemacht haben. Wenn wir aber die frem⸗ den Redesprünge in Parlament und Presse durchmustern, so berührt es uns meist angenehm und beruhigend, denn wir nehmen immer mehr wahr, daß der Respekt vor dem deutschen Können wächst! Das englische Oberhaus hatte am Donnerstag einen„großen“ Tag! Aber die Stim⸗ mung, die diese Verhandlungen durchwehte, ist e igentüm⸗ lich gedrückt. Der Marquis of Crewe leitete die Aus⸗ sprache ein mit Bekenntnissen über die Erfolge der eng⸗ lischen Flotte. In„unglaublich schneller Frist“ habe, so führte er aus, land die Herrschaft über die See ge⸗ wonnen. Das sei so überaus ruhmvoll, und bei der Dankes⸗ abstattung dürfe man auch nicht die australische, französische und japanische Mitwirkung vergessen. Dieses billige Ge⸗ rede kann in deutschen Landen, wo man kraftvolleres Voll⸗ bringen zu würdigen weiß, nur ein Lächeln hervorrufen: die englischen Bundesgenossen aber werden erstaunt und vielleicht auch ein bißchen spöttisch einander anschauen. Was sodann Lord Kitchener über die Krie lage sagte, stieß sogar bei Oberhausmitgliedern auf peinliche Kritik und a Widerspruch. Dabei war er so bescheiden in der Aufzählung der englischen Heldentaten, dieser Held von e Es ist bei uns noch nicht recht vorwärts ge⸗ gangen, so liest man zwischen den Zeilen, und es wird auch künftig 1 recht vorwärts gehen. Auch in den Kolonien hat sich bisher keine englische Ueberlegenheit durchsetzen können. In Ostafrika ist der Angriff auf die deutsche Stellung bei Tanga mißglückt. Dieses englische Geständnis ist gewiß vielsagend. Aber dem auf Kitchener folgenden Redner des Oberhauses war die Aufkläru 1 gar zu dürftig und er kritisierte weidlich drau los. Ganz offen gab Lord Curzon seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Deutschen mit ihren Kriegserfolgen voran seien. Er lobte den Mut der deutschen Soldaten und drückte seine Befürchtung aus, daß die englischen Ver⸗ stärkungen unzureichend sein möchten. Lord Kitcheners Er⸗ 2 über die Rekrutierungen hätten„einigermaßen uscht“. Ja, was hatte Kitchener denn gesagt? Die Rekrutierung verlaufe„normal“. Ueber 218000 Personen, die bereit seien, zu dienen hätten sich auf den ausgelegten Listen einge⸗ 8 Später e Lord Crewe im Anschluß an die Kritik ard Curzons noch hinzu:„Wir haben soviel Leute, als wir augenblicklich ausbilden können.“ Kitchener beklagte den 3 Offizieren, der 105„anfangs“ geltend ge⸗ macht e; später habe man sich jedoch zu helfen gewußt. Er hätte auch sagen können:„zu bescheiden gewußt“ Jedenfalls wissen wir es jetzt, daß die englischen Hilfsheere uns keinen übermäßigen Kummer zu bereiten brauchen. Die Hoffnungen der Russen und Franzosen werden arg geknickt werden. Wenn die Herren Bundesgenossen einmal ein gemeinsames Parlament eröffnen und ihre Schmer⸗ zen ien wäre der Jammer noch ganz anders und den enden Lords Wülrde zweifellos tüchtig die Wahrheit gegeigt werden. Der größte Kriegstreiber und 8 genß n en r ist mit seinen Lei ö zu weit hinter t Zi Furllgeblleben n m gesteckten ien Aus dem englischen Oberhaus. 1 G5 gende e„ n, 8. g i 5 9 8 en Seng e Sbeshadbes fie er de Fler 5 Offenbarungen besprechung Marques of Crewe aus: Es hat keinen See⸗ lrieg gegeben, indem die Suprematie auf See so schnell und mit so geringen Kosten gewonnen worden wäre. Eng land ist es gelungen, in unglaublich kurzer Zeit die Gewalt über die See zu gewinnen; es ist unmöglich, der Flotte genug für diese Leistungen zu danken. Zugleich darf man die Unterstützung der australischen, französischen und japanischen Flotte nicht vergessen.— Ueber die Beschießung von Scarborough sagte Crewe: Die Verletzungen der Haager Konvention lönnen in einigen Fällen erwidert werden, aber England wird sich nicht auf unterschiedlose Repressalien einlassen. Deutschlands Aktion werde sich schließlich selbst rächen. Crewe erklärte, die Flotte würde in jedem Monat relativ stärker, jede Schiffsbemannung würde eine Reserve erhalten. — Zu dem Untergang der„Formidable“ bemerkte Lord Crewe: Die Admiralität ist endgültig zu dem Schluß ge— kommen, daß das Linienschiff„Formidable“ durch zwei von einem Unterseeboot abgeschossene Torpedos in den Grund gebohrt worden ist. Der Kapitän der„Formidable“ signalisierte einem anderen Schiffe in der Nähe, es solle nicht zu Hilfe kommen, sondern wegen der Gefahr eines Angriffs durch ein Unterseebodt fernbleiben. Crewe ertlärte diese Handlungsweise unter dem Beifall des Hauses für eine tapfere Tat, würdig den Traditionen der englischen Flotte. Lord Kitchener führte aus: Trotzdem deutsche Truppen von dem westlichen Kriegs⸗ schauplatz nach dem Osten befördert worden waren, ist der Feind doch stark genug geblieben, um sein ausgebildetes System von Laufgräben zu behaupten und die Verbündeten aufzuhalt Die Kämpfe haben den Charakter eines Festungskrie ges angenommen. Die einzigen bedeutenden Kämpfe zwischen Briten de] und Deutschen haben stattgefunden, als die Laufgräben bei Gi⸗ venchy, die von den Indiern besetzt waren, von den Deutschen heftig angegriffen wu Einige Laufgräben wurden verloren, jedoch am nächsten Tage wieder genommen. Die Streitmacht Frenchs wurde durch eine Anzahl Territorialforma⸗ tionen und eine Division, bei der sich ein kanadisches Regimenn befindet, verstärkt.— Kitchener kam sodann auf die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz zu sprechen und fuhr dann fort: In Mesopotamien setzt das indische Expeditionskorps seinen Vormarsch nach Norden fort. Es hat den Feind bei Kurna angegriffen, die Türken besiegt und ihnen schwere Ver⸗ luste beigebracht. Der vielbesprochene Vormarsch der Türken nach Aegypten hat bisher nicht stattgefunden. Kleine Abtei⸗ lungen türkischer Truppen unter deutschen Offizieren sind von englischen Flugzeugen auf dem Marsch durch das Land östlich des Suezkanals beobachtet worden. Es sind jedoch keine größeren Heereskörper erschienen, und es hat auch kein nennenswertes Ge⸗ lecht mit den den Kanal bewachenden Truppen stattgefunden. In Ostafrika ist der Angriff auf die deutsche Stellung bei Tanga mißglückt. Wir haben jedoch gewisse Punkte auf deutschem Gebiet besetzt. Die topographischen Schwierigkeiten bilden vorläufig ein Hindernis für den weiteren Vormarsch. In Kamerun ist ein gemischtes Korps unter dem General Tobell vorgerückt und hat einige wichtige Stellungen besetzt. Bei dem deutscken Angriff auf die englische Ostküste erwiderte die Küstenbatterie von Hartlepool das Feuer der deutschen Kriegs⸗ schiffe, 8 die überlegenen Geschütze der deutschen Kreuzer etwas ausrichten zu können. Durch den mutwilligen An⸗ griff auf die un verteidigten Badeorte ist kein mili⸗ tärischer Vorteil erzielt worden. Die Rekrutierung ver⸗ läuft vorläufig normal. Der vorauszusehende Rückgang in der Weihnachtswoche ist durch die nachherige Steigerung fast wett⸗ emacht worden. Ueber 218 000 Personen, die bereit sind, zu ienen, haben sich auf den ausgelegten Listen eingezeichnet. Wäh⸗ rend des ersten Abschnittes des Krieges hat der Mangel an Offizieren zu Besorgnissen Anlaß gegeben. Wir vermochten jedoch die Offiziercadres des Expeditionskorps zu ergänzen und verfügen jetzt über eine beträchtliche Anzahl von Reserven. Seit dem Ausbruch des Krieges sind 29 100 Offiziere in die Armee eingereiht worden Lord Curzon wünschte, daß die Erklärung Kitcheners doppelt so lang und doppelt so ausführlich gewesen wäre. Er sagte: Kitchener ist mit den Mitteilungen sehr sparsam lewesen, namentlich über die Vorgänge in Afrika und am per⸗ ischen Golf hätte mehr gesagt werden können. Vor kurzem haben wir gehört, daß der deutsche Kreuzer„Königsberg“ in einer Flußmündung an der ostafrikanischen Küste eingeschlossen sei. Seitdem haben wir nichts mehr über das Schicksal des Schiffes und seiner e In den afrikanischen Verlustlisten ist nichts über die Mannschaft gesagt worden. Es ist unbekannt, wer den Feldzug in Ostafrika leitet. Man kann weder die Regierung noch die lokalen Behörden tadeln, daß sie den Krieg nicht vorausgesehen haben, wohl aber, daß sie keinen Plan für einen möglichen Krieg vorbereitet ha⸗ ben. Wir wissen nicht, ob die Operationen in Ost⸗ afrika und Kamerun von dem Kriegsamt oder von dem Kolonialamt geleitet werden. Obwohl die Deutschen auf dem Kon⸗ tinent ihr Kriegsziel nicht erreicht haben, sind sie doch im Besitz von fast ganz Belgien und eines großen Teiles von Frankreich. Es ist gegenwärtig kein An⸗ zeichen dafür vorhanden, daß ihre Mittel erschöpft sind. Die kolossalen deutschen Streitkräfte besitzen einen Mut, der dem der englischen Soldaten gleichkommt. Dieser uns unerklärliche Mut wird durch den Haß gegen uns gestärkt, dessen wir mit unserem phlegmatischeren Tempe⸗ rament unfähig sind. Der Krieg dürfte durch die Zahlen ent⸗ schieden werden. Wenn auch der Staatssekretär des Kriegsamtes eine erstaunliche Zahl von Soldaten an die Front zu schicken ver⸗ mochte, so herrscht doch das Gefühl vor, daß diese Streitkräfte gegen die Stärke der Armee, die wir zu Hause halten und ein⸗ üben, ungünstig kontrastieren. Die Exklärungen Lord Kitcheners über die Rekrutierung haben einigermaßen enktäuscht. Die Ge⸗ samtzahl der nötigen Soldaten dürfte weit über zwei Millionen ausmachen. Es fragt sich, ob es möglich ein wird, diese Zahl aufzutreiben. Eine Nation, von der man diese Opfer verlangt, verdient genauere Auskünfte. Lord Crewe erklärte, der ostafrikanische Feldzug werde von dem Kriegsamt ge⸗ führt. Die Aufgabe der neuen Armee sei, die furchtbar schweren Verluste zu ersetzen. Alle Lücken seien sofort ausgefüllt worden. Crewe fuhr fort: Es ist gesagt worden, daß die Verbündeten sich mit Grund beklagen könnten, daß wir nicht Streit⸗ kräfte ins Feld schicken, die unserer militärischen Stärke ent⸗ sprechen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, was die Flotte für die Verbündeten leistet.— Die Anzahl der aufgebrachten Re⸗ kruten ist zufriedenstellend. Wir haben so viel Leute, als vir augenblicklich ausbilden können.— Ueber die Anzahl der zu Hause und im Auslande zu verwendenden Truppen kann nichts gesagt werden. Jedoch ist kein Grund zu der Behaup⸗ tung vorhanden, daß Truppen, die für den Kontinent fertig aus⸗ gebildet sind, zurückgehalten werden. Lord Portsmouth fragte, ob die Regierung beabsichtige, ein Gesetz zu erlassen, durch das den Naturalisierten, die in feindlichen Ländern geboren, der englischen Nationalität sich für unwürdig erwiesen, die Zertifikate entzogen werden können. Der Lordfanzler antwortete, der richtige Weg, solche Personen zu behandeln, sei nicht die Entziehung der Naturalisierung, sondern die Anwendung der strengen Ge⸗ setze, die gegenwärtig in Kraft seien.— Auf eine Anfrage erwid. n Am 15 Januar Bat 15 000 5 Deutsche, esterrei 1 ngarn auf freiem 8 0 sind interniert worden. Die Anzahl der auf freiem Fuß befindlichen Frauer beträgt 18 000. * 80* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) verlautbart: 8. Jan. 1915. Die allgemeine. unverändert, keine andauernden Kämpfe. In den baskiden wurde ein über die Höhe östlich Czeremcha von star⸗ ken russischen Kräften eingesetzter Vorstoß durch Gegen⸗ angriffe weit zurückgeschlagen. Hierbei wurden 400 Ge⸗ fangene und drei Maschinengewehre eingebracht. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz scheiterte ein Nachtangriff auf unsere Vorpostenlinien bei Aoto⸗ vac vollkommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 1 Przemys i Wien, 8 Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die iegsbericht⸗ erstatter der Blätter melden: Um Przemysl herrscht ver⸗ hältnismäßige Ruhe. Angriffsversuche des Feindes verlausen er⸗ gebnislos; die Besatzung macht regelmäßig Ausfälle, die mit der Hereinbringung von Gefangenen und erbeutetem Kriegsmate⸗ rial endigen. Der Postverkehr wird, wenn die Witterung es erlaubt, Flugzeuge besorgt. Vor Przemysl wieder⸗ holten sich die Meuterungsversuche russischer Soldaten, die sich weigern, zu stürmen. Einige Bataillone sind bereits abtrans⸗ portiert worden. Viele Soldaten wurden in den letzten Tagen von Offizieren niedergeschossen. In den Karpathen sind die 5 vielsach ausgetreten; die Bodenverhältnisse sind derart schlecht, daß Operationen beinahe ganz unmöglich sind. Eine Meldung des türkischen Geueralstabs. Konstantinopel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit: Die russische Flotte beschoß entgegen dem internationalen Recht heute die offene Stadt Sinope und beschädigte dabei zwei Häuser leicht. Verluste von Menschenleben sind nicht zu be⸗ klagen. Vier Barken sind gesunken. Hingegen beschossen tür⸗ kische Schiffe mit Erfolg russische Truppen, die in und nördlich von Makriali an der russischen Küste sich be⸗ fanden. Am 5. Januar machte ein englischer Kreuzer östlich von Mersina einen Landungsversuch. Das Feuer unserer Küstenwachen zwang den Feind sich zurückzuziehen. Er ließ vier Tote zurück. Das französische Kriegsministerium wieder in Paris. Lyon, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Lnoner„Re⸗ publicain“ meldet aus Bordeaux: Kriegsminister Mil⸗ lerand und das Personal des Ministeriums verließen gestern endgültig Bordeaux, um nach Paris zurü lehren, wo heute der Gesamtdienst wieder aufgenommen wird. Englisch⸗französische Anmaßung gegenüber den Neutralen. Paris, 8. Jan. Der„Temps“ schreibt in einem Leit⸗ artikel vom 7. Jan., der den englisch⸗amerikani⸗ schen Verhandlungen gewidmet ist, es würde eine beide Seiten befriedige Lösung bilden, wenn erstens sich die neutralen Nachbarländer Deutschlands und Oesterreich⸗ Ungarns verpflichten wollten, solche Waren nicht durch ihr Gebiet in das der Zentralmächte passieren zu lassen, von denen die Verbündeten ein Interesse daran haben, daß die Zentralmächte sie nicht bekommen, und wenn zwei⸗ tens in den fraglichen neutralen Häfen englische Agenten ermächtigt wären, den Inhalt durchkommender Ladungen zu prüfen. Es würde sich dann die Tätigleit der Flotte der Verbündeten der neutralen Schiffahrt gegenüber auf eine einfache Prüfung der Ladepapiere beschränken, N 2 Ein Absynthverbot für Frankreich. WB. Paris, 8. Jan.(Nichtamtlich) In dem am Don- chaltenen Ministerrat unterzeichnete Boincars ein Dekret, durch welches der Verkauf und Transport von Absynth in ganz Frankreich endgültig verboten wird, sowie ein Detret, wel hes die Eröffnung neuer Aussschanke für mehr als 23 Prozent enthaltende Spirituosen und Liköre verbietet. Gegen die japanische Hilfe. Paris, 8. Jan.(WT. Nichtamtlich.) Das„Journal des Debats“ wendet sich sehr scharf gegen den Gedanken der japanischen— und erklärt, sie sei unnötig, da die Verbündeten ohne japanische Hilfe den Gegner besiegen könnten. Es sei klar, daß die japanische Intervention teuer bezahlt werden müsfe. Die Anwerbung käuflicher Söldner hätte immer grausame N mit sich gebracht. Der Gedanke, die Intervention durch die Abtretung Indochinas zu bezahlen, müsse vollig von der dand gewiesen werden. Falls derartige Opfer nötig sein sollten, sei es nicht an Frankreich, diese Opfer zu tragen. Frank- reich habe Opfer genug gebracht und müsse noch genug bringen, ohne daß es ein ganzes Kolonialxeich oder einen Teil davon opfern müsse. Alle Franzosen müssen dies verstehen und danach handeln. Aehnlich äußert sich der„Eclair“, welcher betont, man müsse mit den Gefühlen der Vereinigten Staaten und der eng⸗ lischen Schußgebiete rechnen, die bisher eine Gleichberechtigung der gelben Rasse nicht anerkannt haben. Nach einer Intervention —— in Europa könnten Kanada, Australien und Britisch⸗ kolumbien den gelben Einwanderern den Einlaß als unerwünscht nicht mehr verweigern. f Deutsche auf italienischen Schiffen. Berlin, 8. Jan.(W 7B. Nichtamtlich) Die„Nord. Allg. Ztg.“ schreibt: Deutsche⸗ auf italienischen Schiffen. Tie französischen Streitkräfte haben neuerdings das Vor⸗ gehen gegen die auf neutralen Schiffen reisenden Reichs angehörigen noch verschärft, auch in solchen Fällen, in denen die deutschen Reisenden nicht nach Deutsch⸗ land heimkehren, sondern nach überseeischen Gebieten sich begeben wollen, also für eine militärische Verwendung nicht in Betracht kommen. Ueberdies wurde die Grenze des wehr⸗ pflichtigen Alters von 45 Jahren auf 50 Jahre hinauf⸗ 12 Mit Rücksicht hierauf schließen 255 die italieni⸗ schen Schifsahrtsgesellschaften alle männlichen Personen 4 50 Jahren von der Beförderung mit ihren Damp“ n mus. Der Hirtenbrief des Erzbischofs von Mecheln. Berlin, 8. Jan.(WTB. Amtlich.) Die„Norddeutsche — Zeitung“ bringt heute folgende Veröffent- ichuung: Der Erzbischof von Mecheln, Kardinal Mercier, hat zu Weih⸗ nachten einen Hirtenbrief erlassen, der seiner Weisung nach am 1. Januar und den darauf folgenden Sonntagen von den Kanzeln verlesen werden sollte. Der Hintenbrief enthält neben seinen rein religiösen Darlegungen eine Reihe von politischen Aus⸗ führungen, die sich mit dem gegenwärtigen Zustand der Okku⸗ lion nicht vertragen, und es daher den deutschen Behörden zur Pflicht machen, gegen, seine weitere Verbreitung einzuschreiten. Hierauf vom Generalgouverneur aufmerksam gemacht, erklärte der Kardinal schriftlich und mündlich, daß es ihm jerngelegen habe, durch seine Kundgebungen aufreizend zu wirken. Er sei im Gegen⸗ teil von der Absicht geleitet, die Bevölkerung zu beruhigen und sie unter Schonung ihrer patriotischen Gefühle zur Botmätigkeit und außerlichen Unterordnung unter die bestehende deutsche Gewalt 30 ermahnen. Da aber der Generalgouverneur über den Hirten⸗ tief anderer Ansicht ses und von ihm eine aufreizende Wirkung be⸗ sorge, so bestehe er nicht auf der Ausführung seiner Weisung an die ihm unterstellte Geistlichleit, den Hirtenbrief fernerhin zu verlesen und zu verbreiten. Der Generalgouverneur hatte bereits vorher die Verlesung und Verbreitung des Hirtenbriefes untersagt. Hiermit kann die Angelegenheit als erledigt angesehen werden. Desterreich⸗ungarn und die Behandlung der Kriegsgefangenen. Wien, 8. Jan(WTB. Nichtamtlich) Meldung des„Wie⸗ ner Korr.-Bur.“ Wie die Blätter von unterrichteter Seite er⸗ fahren, hat der hiesige spanische Batschafter die Mehr⸗ zahl der Kriegsgefangenenlager und Ofsiziersstationen für Kriegs⸗ gesangene Anfang Dezember einer eingehenden Besichtigung unter⸗ zogen. Hierzu wurde es dem Botschafter ermöglicht, in unge⸗ hinderten Verkehr mit den kriegsgesangenen Offizieren und Mann- schaften zu treten. Mit dieser Besichtigung wurde der Zweck verfolgt, der russischen und serbischen Regierung Ge⸗ legenheit zu geben, sich in denkbar einwandfreier Weise über die Art der Behandlung ihrer kriegsgefangenen, Staatsangehö⸗ rigen zu unterrichten. Der Botschafter hatte Gelegenheit, sich aus eigener Wahrnehmung zu überzeugen, daß die Behandlung der Kriegsgefangenen den strengsten Vorschriften des Völker ⸗ rechts und der Humanität in jeder Weise entspricht. Dem ners tag ab Vernehmen nach wird unsererseits eine befristete— rung nach einer ebenso zuverlässigen weitrei rientie⸗ rung über das Los der österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen gestellt werden. Sollte diese Feststellung nicht termingemäß erfol⸗ gen oder ein nicht befriedigendes Ergebnis haben, so werden wer n e sein, über die Art der weitexen Behandlung der feind⸗ Kriegsgefangenen neue Entschlüsse zu fassen. *** Ein Eisengahnunfall. Berlin, 8. Jan. G Die aus Petersb stam⸗ mende Nachricht, daß ei Halisch 8 sam; menstoßsees von zwei Militärzügen 1 deutsche Sol⸗ daten getötet worden seien, trifft nicht zu. Bei dem erwühn⸗ ten Eisenbahnunfall haben nur drei oder vier Leute ihr Leben eingebüßt, zwei sind verwundet worden. Zum Untergang der„Formidable“. London, 8. Jan.(Win Nichtamtlich) Die Ad miralität veröffentlicht die Liste der mit dem Linienschiff ormidable“ untergegangenen Leute. Die Liste ent⸗ lt über 500 Namen. Aus Irland. London, 8. Jan.(WD Nichtamtlich) In Glasgow er. scheint ein neues revolutionäres irisches Blatt namens „Worker“, das von dem Arbeiterführer Larlin herausgegeben wird. Das Blatt ist für das Dubliner Publikum bestinmmt. Wirtschaftliche Maßnahmen. Wien, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Wiener Zeitung“ veröffentlicht eine Verordnung des Ackerbau⸗ ministeriums, durch welches das Verfüttern von mahlfähigem Roggen, Weizen und mahlfähiger Gerste, in ganzem oder geschrotetem Zustande, sowie zur Brotbereitung geeigne⸗ tem Roggen⸗ und Gerstenmehl verboten wird. Kopenhagen, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Hier ist beeren, gereinigtes und ungereinigtes Terpentinöl, sowie für Harz erlassen worden. e⸗ meldet wird, ist die Ausfuhr junger Pferde fein zestern verboten. Zat g einen Exlaß unterzeichnet, daß alle Geschäfte mit außerhalb des Vereinigten Königreichs befindlichen Filialen Eine Truppenparade in Damaskus. Konstantinopel, 8. Jan. WTB. Nichtamtlich! Wie aus Damaskus amtlich gemeldet wird, fand am 3. Januar in Verbin- dung mit der feierlichen Uebergabe einer Fahne an die 10. Di- vision über den Hauptteil der für Aeggpten bestimmten Ex⸗ pebitionsarmee eine glänzende Parade statt, der die Walis von Damaskus und Beirut, der Gouverneur des Libanon, der deutsche und der österreichisch; ungarische Konsul, eine Abordnung aus den verschiedenen Gegenden Persiens und die Oberhäupter der ver⸗ schiedenen Bekenntnisse bewohnten. Die Haltung der Truppen bil⸗ dete den Gegenstand allgemeiner Anerkennung. Während des darauf veranstalteten Festmahls wurde eine Reihe von patriotischen An⸗ sprachen gehalten. Der Oberkommandant der Expeditions-Armee — in seiner Ansprache der Verehrung für die Herrscher der ver⸗ ündeten Staaten Ausdruck. Die Kämpfe in der Provinz Aserbeidschan. KLonstantinopel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich Amtlich wird gemeldet: Unsere in der Gegend von Aser⸗ beidschan operierenden Truppen haben Kötur besetzt; der Feind hat auch diese Gegend verlassen und sich in der Richtung auf Salmas und Choi zurückgezogen.— Unter den in den Kämpfen bei Mianduab Gefallenen be⸗ witsch, der Generaladsutant des Zaren, und der russische Konsul von SaudschkZulak. Berlin, 8. Jan. Der, wie gemeldet, bei den Kämpfen um Kotut gefallene Großfürst Alexander Micha lo wit sch gehörte, wie der Berl. Lok.-Anz, schreibt. zu den Mit⸗ gliedern des russischen Kaiserhauses, die in engster H mit dem Zarenpaare stehen. Er hatte die Schwester des Zaren, en ia Alexandrowna, zur Gemahlin. Lange Jahre war er Präsident der Sektion für Luftschiffahrt des Komüees zur Verstärkung der Flotte. Politisch ist er des öftern tätig gewesen. Ex war es, der zweimal Stolypin bewog, trotz des bereits eingegebenen Abschie⸗ des im Amte zu bleiben. Aus dem Reiche. Telegrammwechsel zum Geburtstag des Königs von Bayern. München, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich des 70. Geburtstages— Königs hat Kaiser Wilhelm an König Ludwig nachstehendes Telegramm gerichtet: „Du vollendest heute Dein siebentes Jahrzehnt in ernster Zeit. Ich hätte es mir unter anderen Umständen nicht nehmen lassen, Dir 22 Tage meine Glückwünsche versönlich dar⸗ zubringen. es leider nicht angängig war so fahre ich zu Deinem Sohne, um mit ihm und im Kreise Dir nahestehender Männer Dein Geburtstagsfest zu begehen, einsach und schlicht. wie der Krieg es erheischt. Aber so einsach und schlicht die äußere Feier sein wird, so aufrichtig und herzlich sind die Wünsche, die ich für Dich hege. Außer solchen für Dein per⸗ das Eine der große Wunsch, das Eine, das heiße Gebet, in dem ich mich heute mit allen Deutschen innerhalb und außer halb Bayerns eins weiß: Möge Dir und uns allen in Deinem neuen Lebensjahr der endgültige Sieg und ein ruhmvoller Friede 11 sein. Das walte Gott! In treuer Freundschaft Wil⸗ elm. Der König erwiderte: 3 „Ich bin tief gerührt durch die sinnige Aufmerksamkeit, die Du mir dadurch erweist, daß Du den heutigen Tag bei meinem im Felde stehenden Sohn und den baperischen Trun⸗ pen zubringst. Emmfange hierfür und für die warm emp- bpfundenen Glückwünsche zu meinem 70. Geburtstage meinen aufrichtigen, von Herzen sommenden Dank. Gott gebe Deinem Gebet um den endgültigen Sieg und einen ruhmvollen Frie⸗ den Erfüllung. Dieses ist der heißeste Wunsch aller, die in Treue feststehen zu Katser und Reich. Ludwig.“ Anläßlich des 70. Geburtstages des Königs telegraphierte der Reichskanzler an den König: Ew. Majestät bitte ich, meine ehrfurchtsvollsten Glürk⸗ ü zu dem heutigen Tage gnädig entgegenzunehmen. Ew. Majestät feiern das schöne Fest des 70. Geburtstages in einer „ernsten Zeit, die über die Zukunft Deutsch⸗ lands, ja Europas entscheidet. Moͤge es nach einem ruhmvollen Frieden, der den deutschen Stämmen in der gemehrten Stärke und Sicherheit des gemeinsamen Vaterlandes den Lohn der großen, in Einigkeit gebrachten Opfer bringt, Ew. Majestät vergönnt sein, in langer Frie⸗ denszeit über das schöne Vaterland und seine tapferen Söhne vaterlich zu walten. Dieses ist mein ehrerbietiger Wunsch. Die Hindenburgspende. Wie der„Frankf. Ztg.“ berichtet wird, hat die von den deut⸗ 700000 Mark ergeben. Ein Führer durch die deutsche Verlustliste. Nash Verlusliste 2. Nes wle bete iche 8 die iste, au i ele briefliche Be⸗ n eingelaufen sind, wird zunächst noch nicht 1. ondern es wird am Ende des Feldzuges ein entsprechendes ausgegeben werden. Die ortung . en in diesem Sinne ist dem gli aus München: In Ludwigsbafen am Rhein sind die wählten sozialdemokrati 5 junkten von der Regierung best äti Karlsruhe, 8. Jan.(W. B. Ni t wo ea zu einer onnerstag, 4. Februar. der ersten Kammer der Ständeversammlung bevorstehenden außerordentli Roche ⸗Starkenfels ernannt. Aus Stadt und caud Gießen, 9. Januar. 1915. Bon drinnen und draußen. Die ganze vorletzte Nacht stand einer draußen vor den nstern, trommelte mit spi Fi ägeln gegen die Tchelber. stemmte sich a. mit der ter dagegen, . und heulte dazwischen und benahm sich über und unter n Dächern höchst lunmmelhaft Genau Wind es fertig—3 Nun, die und der wilde Geselle suchte sich für klicke einen anderen Zeitvertreib. Tobte durch die en, sprang an den Häusern hoch, riß einen Ziegel vom Dach und tanzte mit der kreisch te, wo ihr Kopf stand. Da fenster. Lange konnten sich die iben hielten stand, Dann hatte ers mit dem wurde. Krach! schmetterte er das arme Fenster das seine rostigen sturm an ein Ausfuhrverbot für getrocknete lau- Haag, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie amtlich 3 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der König feindlicher Firmen als Handel mit dem Feinde betrachtet ein Segel findet sich auch Großfürst Alexander Michailo⸗ sönliches Wohlergehen und das der Deinigen, ist ja besonders solch schen Städten gesammelte Hindenburg⸗Spende bis jetzt etwa einzelnen Kriegsministerium leider nicht Berlin, 8. Jan.(Priv.⸗Tel) Die„Voss. Itg.“ meldet 18 ln. ich) Der„Staats- anzeiger“ veröffentlicht die Einberufung der Badischen ordentlichen Ständeversammlung auf Großherzog hat zum Präsidenten] i für die Dauer des n Landtages den Prinzen Maxi- milian von Baden—1 ersten Vizepräsidenten den Wirklichen Geheimen Rat Dr. Bürklin und zum zweiten äsidenten den Abgeordneten des grundherrlichen Adels Dr. Frhr. v. La wie nur je der Wetterfabne. daß diese nicht mehr beiden nicht einigen, und ein endloses Geklapper bewies, daß der eine hin, das andere her wollte, bis die Sache dem Wind zu 3 lärmte wie ein Straßen vor Vergnügen, als auf dem Pflaster die Sch in 8 Stücke zersprang. Nur der Umstand, daß es aus z war, bewahrte das Hoftor nebenan vor dem gleichen Geschick, aber das Konzert, Angeln die lange Nacht vollführten, war ein reichlicher Ersatz. Morgens stand dann der Regen⸗ den Straßenecken und klatschte denen, die wie wor dem Winde zur Arbeit trieben, die triefenden n und zerrte sie an Rock 7 irme um, 15 alben Herren Schlamm und — ngen um die Ohren, Mantel, stülpte ihnen die S sohlend den Hut vom Kopfe und raste durch n Pfützen mit der Beute davon. Und alles seufzte: Nein, ist das ein Wetter! und brachte im Herzen dem Feuer in jeder Form eine begeisterte Ovation Breit und quirlend zieht die Lahn dahin. Der jagende Wind legt in die lehmroten Wellen lange, hastende, ittrige Streifen. Bis weit in die Wiesen hinein steht das sser. Dürr: Zweige und losgerissene Algen treiben zuhauf auf der trüben Flut. Die Üferbäume und manch ein Gerät, das man nicht zeitig einholte, stehen tief im Wasser es guckt und klatscht um einen vollgeschlagenen alten Kahn. Mit nassen Flügeln. schwerfällig und niedrig eine Krähe vom Wind gejagt die Wellen. Da— auf einem Balken spaziert das Wasser hin eine große Ratte und verschwindet. Die Nässe scheint dahin gedrungen zu sein, wo sie zwischen altem Holzwerk und Sparren ihren Unter- schlupf hatte. Sie hatte sich den Winte so anders gedacht. Ja, wer denkt im Januar an Frühlingssturm und Landregen? Spazierengehn? Bei dem Wetter? Nun, auch das hat seine Reize. Zwar die Zigarre trieft und zischt bald— fort damit... Draußen schwanken und brausen die Bäume im Winde und schütten ihre Nasse herab, die dann silbern und eilig auf den Hut und von da in den Kragen und noch weiter läuft. Schirm? Ausgeschlossen! Er würde seinen Mut mit i besiegeln. S ig und ver ⸗ waschen stellt sich die Welt oben vom Aussichtspunkt dar: Wie im Wasserglas ein Tropfen Tinte, so läuft der Him- mel auseinander und läßt rings Nebelfahnen und Regen⸗ schleier am Horizont flattern. Die Erde wie ein vollges ener Schwamm. Mit dem Sturm kommen ver- wehte Schüsse vom Schießstand her und bisweilen abge⸗ rissen die Hornklänge übender Musiker wie grellrote und e Fetzen. Oben auf dem Turm der Sturm; 101 1 Arft ber Der Gras— quiet un r i jedem Schritt. die Tannen elgter stehn und den Wind abhalten, stehen Rehe. Vier, fünf— ein ganzes Rudel. Sie werfen hoch, augen gespannt eine Weile zu dem Wanderer her und trollen si in stösen Sprüngen ohne sonderliche ins Gebuüsch. ld danach purrt unterm. strüpp ein Fasanenhahn auf, streicht eine kurze ab — rennt dann mit zurückgebogenem Halse daurchs Stangen 9 Auf der Landstraße Irgendwo seitab habe He bath von Tönen entsteht, der sogar den* Feen klingt, mit dem der Sturm in den nen braust. Vom Uebungsmarsch kommen Landsturmrekruten heim Der Re⸗ gen hat ihrer Stimmung und Stimme nicht geschadet: Lasset hoch das Banner wehen! singen sie der Stadt ent⸗ * Kriegsgebote für unsere Dorfbevölterung. 1. Ein Narr denkt: Ich habe für mich genug, ich kanns aus ie in Fri 8zeit. nun die Andern hungern, dann „auch wenn du die Fülle Spart am Weizen, 2 auch zum Kaffeekränzchen, auch zum Leichen kaffee. 3. Fort mit dem J. Bring den Kindern etwas anderes mit aus der Stadt n 1 ort mit 2 D en 100 5. S am Mittag und Abendf ssen 8 balte dich Weis nicht schmeckt, t U dem— 4 8 3 e Decke T. in den wandert ie 1 sollen. seise Kartof- oder Baßersupbe macht die Frau in derselben Zeit. l en Ni ihn 17 e n 0 F ist sowieso eine— 22 85 882 47 fleißig Kar fof elzell, das Kriegsbrot serer dörfli Es muß wohl gelernt sein, aber un- chen Vorfahren. an Lehrmeistern fehlts in keinem Dorf. Bei davon, daß sie 2—3 Tage rrichen, den rr „ 1 e* 5 n der F 33 Dann ist die Gef— um Hungers willen, sondern weils den Gaumen un- laubliche Mengen des— nebenbei bemerkt— gar nicht gefunden fischen Brotes vers. chwinden. 9. Gebt selbst ein gutes Vorbild im Sparen und Verlängern und dann schaut auch den anderen ein wenig auf die Finger. nehmens in jedem Dorf men, zu brechen und Frisch ans Werk, wers sind das N„ zen. Heraus mit 5 ich en 8 1 kommt auf jeden einzelnen au, so gut wie draußen im Heer. So wenig„ sagen darf, Ritter des Eisernen Kreuzes: ann Schmidt, früher Kompagnieführer an der Unteroffizier⸗Vorschule(1. und 2. 4982 Reusch aus Löhnberg. Gefr. Karl äfer— 3 duch Feldw-Lt. Telegr.⸗Ass. Karl Wagner aus ach, früher im 1. Bat. 168. Gefr. Eschenrod. Uffz. im Feld⸗Inf.⸗Re aus Schotten. Leutn. d. L. im Wollmar. Uffz. d. R. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 83 Martin Wag⸗ ner aus Wollmar(inzw. gefallen). Sergt. Bernhard qus Naun⸗ (5 * ansprechenden Vortrag über: 8. ö daina, 68. Art⸗Regt. Fahrer Werner aus Braunfels. Leutn. d. R. Lehrer Arm⸗ brecht aus Altenkirchen, Res.⸗Regt. 222. Willy Linnen⸗ kohl aus Salzschlirf, Führer der 6. Komp. des Res.⸗Inf.⸗ Regts. 118. Dr. med. Willy Schrimpf, Assistenzarzt der Reserve im Inf.-Regt. 160, aus Großenlüder. Hans Ahl⸗ heim aus Münster(Kr. Gießen), cand. theol., Kriegs⸗ freiw.⸗Uffz. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222. Gefr. Peter Stier aus Londorf. 0 *Die Anonymen. Major Stephan, der Kom— mandeur des Ersatzbataillons Inf. Regts. 116 ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen: 8 „Fast täglich laufen beim Ersatzbataillon Briefe ein, welche den Zweck haben, auf vermeintliche Mängel usw. aufmerksam zu machen. Ich bemerke ausdrücklich, daß die— jenigen Schreiben für mich völlig gegenstandslos sind, deren Absender nicht den Mut haben, sie mit ihren Namen zu unterzeichnen.“ 5 Alles Gold zur Reichsbank. Der Ober- bürgermeister fordert in einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer die Bürgerschaft auf, alle etwa noch im Privatbesitz befindlichen Goldstücke unverzüglich an die öffentlichen Kassen zum Umtausch gegen gleichwertiges Papier- geld abzuliefern. » Stadttheater. Die deutsche Literatur besitzt leider wenige klassische Lusispiele; zu diesen gebört Grillparzers„Weh dem, der lügt“, das wegen der szeuischen Schwierigkeiten und der Schwierigkeit, einen passenden Vertreter für den Leon zu finden, selten gegeben wird und auch im neuen Hause am kommenden Dienstag zum ersten Male zu sehen ist. Die Aufführung des sinnigen Werkes wird auf das sorgfältigste vorbereitet unter der Spielleitung von Direktor Stein goetter. Einem Feldschreiben entnehmen wir folgende Stelle: Wenn Ihr dort sern draußen in der schönen Heimat denkt, das Wetter wäre imstande, unser selsensestes Vertrauen zu Gott, u unsern trefflichen Führern, von unserm Katser bis zum jüngsten Leutnant, um unsere Siegeszuversicht zu dämpfen, so irrt Ihr alle gewaltig. Ich bin jetzt doppelt stolz mitmachen zu können in dieser großen Zeit, da mein lieber Junge ler wird jetzt am 27. Februar 18 Jahre alt) unter den siegreichen Fahnen Hin- denburgs in Rußland kämopst Im Juli hatte ich ihm ge⸗ schrieben: Ich erwarte von Dir, daß Du Dich auch bei Ausbruch es Krieges sofort beim nächsten Regiment als Freiwilliger stellst und ist mit Begeisterung gefolgt. Sie werden mich verstehen, wenn ich stolz auf den Jungen bin, und unser Wunsch ist der, wir öchten mit Rußland und Frankreich bald sertig sein im endgül en iege und wenn es dann hie ße: Freiwillige vor für nach England, wir beide würden nicht die Letzten sein, die vortreten.“ * Der Kaiser braucht Soldaten. Folgen⸗ des durch und durch zeitgemäße Geschichtchen, das den ßen Vorzug der Wahrheit hat, trug sich vorgestern in n zu: Ein bei einem hiesigen Bürger im Intartier liegender Landstürmler aus der Umgegend mußte statt ge⸗ fangener Franzosen das Bett hüten und hatte in diesem stande ein begreifliches Verlangen nach der sorgsamen lege durch seine Ehefrau. Dieselbe wurde denn auch beizitiert, um den erkrankten Krieger wieder zum Dienst rs Vaterland tauglich zu machen. Allein sie hatte die s Ehepaar b ich da üßt, als der Quartierwirt eilends bie bamme herbeiholen und das Landsturmquartier in eine ochenstube verwandeln mußte, in der sich bald darauf Kriegszwillinge einstellten und zwar angebrachterweise zwei stramme Jungen. So wurden aus einem Pflegling im Handumdrehen deren vier, die alle wohl zeitlebens die triegerische Verwickelung des Familienzuwachses nicht ver⸗ gessen werden 5 Landkreis Gießen. e Großen⸗Buseck, 9. Jan. Nachdem man am 31. Dezember erst einen Veteranen von 1866— 1870/71, den Herrn Christoph Wagner 18r, unter militärischen Ehren zur letzten Ruhe gebettet, ist demselben ein weiterer Veleran von 1866— 187% 1, Herr Karl Schmidt, Ritter des Eisernen Kreuzes, in den Tod gefolgt.— Die unter Leitung von Wachtmeister Glaub-Reiskirchen be— findliche Jugendwehr hat bis jetzt gute Fortschritte ge— macht. Vergangenen Sonntag fand mit den Jungmann⸗ schaften der umliegenden Orte eine größere Felddienstübung gegen Grünberg statt. . Ettingshausen, 7. Jan. Hermann Opper, Sohn des Darmhändlers Johannes Opper III., welcher in der 6. Kompagnie des Referve⸗Infanterie-Regiments Nr. 116 dient, wurde während des Krieges zum Unteroffizier be⸗ fördert und erhielt zu Weihnachten das Eiserne Kreuz, Er gehört zu den wenigen Kämpfern, die seit Beginn des Krieges im Felde stehen und noch nicht verwundet sind Schon früher wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Sergeant Philipp Keil, Sohn des hiesigen Försters Hch. Keil II., Unteroffizier Hermann Keil, Sohn des Land— wirts Philipp Keil III. und Vizefeldwebel Karl Kühn, Sohn des Landwirts Georg Heinrich Kühn. Wehrmann Ferdinand Görnert erhielt die Tapferkeitsmedaille.. g Treis a. d. Eda., 9. Jan. Am vorigen Sonntag abend hielt Professor Ehringhaus-⸗Bochum in Wills Saal vor einer zahlreichen Versammlung von Männern und Frauen einen sehr „Die Pfüichten der Daheimgebliebenen egen das Vaterland“. Er forderte außer der selbstverständlichen Opferwilligkeit für die Krieger und ihren bedürstigen Angehörigen, tausch aller Goldstücke gegen Papiergeld, Sparsamkeit im Ver- nung ohne den— Storch gemacht. Kaum e brauch von Weizenmehl und aller der enuß u. Nahrungsmittel, die Routterdam berichtet die wir aus dem Auslande beziehen, Verwendung des Kriegsbrotes. usnützung aller Küchenabfälle im Haushalt zur Viehsütterun g, gung der Städte mit Kartoffeln u. a. m. An den Vortrag schloß eine Aussprache an, an der sich mehrere Herren betet. ligten und die sich hauptsächlich um die Fesisetzung der Höchstpreise drehte, die für alle Nahrungsmittel und Futterartikel geforder“ wurde.— Aus unserer Gemeinde erhielten bis jetzt das Ciser ne Kreuz: Vizeseldwebel Preis(Infant.-Rat. 168), Unteroffizier K. Euler(Res.⸗Inf.⸗Rat. 116), Wehrmann H. Rabenau(Res. Inf.⸗Agt. 116) und dessen Bruder Gefreiter Rabenau(Garde⸗ Tra.-Rat. 23). Gefallen sind außer den vier bereits frühe meldeten noch Gardist d. Bodenbender, Wehrmann Phil 8 11 und Wehrmann H. Kehr. Auch für sie wurde, wie sein die vier ersten, ein Trauergottesdienst abgehalten, an dem sich zahlreiche Leidtragende und alle hiesigen Vereine mit ihrer, Fahnen beteiligten. ——*——— Dermischtes. Franz Lehär in Kriegsgefangenschaft. Aus „Deutsche Tagesztg.“: Wie„Daily Bernhard * ö* Telegraph“ aus Petersburg berichtet, wurde in den letzten Kämpfen der bekannte Komponist Franz Lehär von den Russen gefangen genommen.. Der Brand im Tunnel der New MPorker Untergrundbahn.„Daily Mail“ meldet aus New York: Bei dem Feuer im Tunnel der Unterarundbahn fand eine Person den Tod, 700 Personen wurden durch Rauch und Dämpfe bewußtlos. Zur Zeit des Unglücks waren 500 Züge mit 300000 Personen unter— wegs, die in den vollständig verfinsterten Tunnels zum Stehen gebracht wurden. Die Panik war die schlimmste seit dem Bestehen der New Porker Untergrundbahn. Hunderte von Aerzten und alle verfügbaren Ambulanzen eilten auf den Schauplatz des Brandes. Der Verkehr wird für mehrere Tage unmöglich sein. 7 Von der Börse. Frankfurt a. M., 8. Jan. Während in den neutralen Ländern sowie in Paris und London die Börsen, wenn auch unter Einschränkungen, meist wieder funktionieren, ist der offizielle Verkehr in Wien, in der Schweiz und an den deutschen Börsen noch nicht wieder eröffnet worden. Damit ist aber nicht gesagt, daß an diesen Plätzen kein Handel in Wertpapieren stattfände. Es hat sich vielmehr schon seit Beginn des Krieges an den meisten Plätzen, besonders in Berlin und hier ein sogenannter freier Verkehr entwickelt, in dem Tag für Tag unter allmählich wachsender Teilnahme des Publikums lebhaft gehandelt wird. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Kraft Deutschlands, die sich in bewegter Zeit so glänzend offenbart hat und alle Kriegsstürme siegreich über⸗ dauern wird, gibt diesem freien Verkehr auch das Gepräge. Deutlich ist zu erkennen, mit welch unerschütterlicher Zubersicht die Börse der weiteren Gestaltung der Dinge entgegensieht. Die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens in den letzten Mo— naten erscheint allerdings auch geeignet, die Handelswelt in ihrer vertrauensvollen Auffassung zu bestärken. Die Börse würdigt diese Tatsache schon seit geraumer Zeit durch die Bewertung einer Reihe von Günstlingspapieren. Hierbei ist besonders bemerkenswert, daß auch für eine Anzahl Industriewerte, die nicht unmittelbar aus der Kriegskonjunktur Nutzen ziehen, verhältnismäßig recht annehmbare Preise zu erzielen sind. Die Zahl der Aktiengesellschaften, die sich jetzt auf der Höhe der„Konjunktur“ befinden, scheint von Tag zu Tag größer zu werden; entsprechend erweitert sich auch der Kreis der von der Spekulation begünstigten Papiere. Dies hängt natur- emäß damit zusammen, daß unsere besten gewerblichen Betriebe ich mit bewundernswerter Schnelligkeit auf die Herstellung von te 8 1 g. 1 3 N 1 55 1 4 eintreten zu lassen und Waren, die aus überseeischen Län⸗ Kriegs⸗Artikeln eingerichtet haben, an die in zeiten nicht gedacht worden war. Im Vordergrunde des Interesses stehen jedoch schon seit geraumer unsere Auleihen, und in erster Linie unsere Kriegs⸗ anleihe. Schon nach der Begebung der Kriegsanleihe sind ihre Titres im freien Verkehre mit einem Aufgeld gehandelt worden und an keinem Tage sind sie unter den Begebungspreis gesunken. Die Erhöhung des Mindestpreises unter dem die Groß⸗ banken Abgaben in Kriegsanleihe nicht mehr vornahmen, hat einen stürmischen Begehr nach dem neuen Standardpapier hervor⸗ gerufen, dessen Kurs sich jetzt dem Parsstande bis auf einen kleinen Bruchteil eines Prozentes genähert hat und bereits ein sehr beträchtliches Aufgeld über den Zeichnungspreis hinaus be— dingt. Im Anschluß an die kräftige Aufwärtsbewegung der 5 Prz.⸗ Kriegsanleihe und der 5 Proz. Reichsschatzanweifungen stellten sich die niedriger verzinslichen Anleihen sowie andere inländische An⸗ lagewerte gleichfalls höher.— Von fremden Renten waren noch Japaner gefragt und höher, während Russen in schwacher Haltung verkehrten. Von den Industriepab leren zeichneten sich die Aktien der Rheinischen Metallwarenfabrik und der Daimler-Moto⸗ ren⸗Gesellschaft durch starken Begehr und sehr bedeutende Kurssteigerungen aus. Ferner bestand lebhafte Kauflust für Kleyer, —5 Deutsche Waffen und Munition, Hirsch Kupfer, Allgemeine Elektrizität und einzelne chemische Werte, die sämtlich ihre Kurse nicht unbedeutend erhöhen konnten. Am Montanmarkte waren Phönix bevorzugt, am Bankenmarkt Deutsche Bank und Dis⸗ konto Commandit gefragt und höher. Von Bahnen waren Schan⸗ tungbahn gebessert. Amerikaner lagen vorwiegend fest. Devisen neigten in letzter Zeit vorwiegend zur Schwäche. Der Geld⸗ stand bleibt andauernd flüssig und gestattet der Reichsbank, weitere Schatzscheine zu einem günstigen Zinsfuß(etwa 3 Proz.) zu begeben. Privatdiskonten leicht. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 10. Januar 1915: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. (WB.) Großes Hauptguartier, 9. Jan. vor⸗ mittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die ungün⸗ stige Witterung, zeitweise woltenbruchartiger Regen mit Ge⸗ witter, hielt auch gestern an. Die Lys trat an einzelnen Stellen über ihre Ufer.: Mehrere feindliche Angriffe nordöstlich Soissons wur⸗ den unter erheblichen Verlusten für die Franzosen zurück⸗ geschlagen. 5. Ein französischer Angriff bei Perthes(nördlich des La⸗ gers von Chalons) wurde unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. Im Ostteil der Argonnen machten unsere Truppen einen erfolgreichen Sturmangriff, nahmen 200 Franzosen gefan⸗ gen und erbeuteten einige Minenwerfer und einen Bronze⸗ mörser. Schlesische Jäger, ein lothhringisches Bataillon und hessische Landwehr zeichneten sich hierbei aus. Ein vorgeschobener, von uns nicht besetzter Graben wurde bei Flirey in dem Augenblick gesprengt, in dem die Franzosen von ihm Besitz genommen hatten. Die ganze fran— zösische Besatzung wurde vernichtet. f Westlich und südlich Sennheim änderte sich nichts. Die Franzosen wurden aus Ober⸗Burnhaupt und den vorgelager⸗ ten Gräben in ihre Stellungen zurückgeworfen und ließen über 190 Gefangene in unseren Händen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im Osten ist bei anhaltend schlechtem Wetter unverändert. Unsere Beute vom 7. Januar hat sich auf 2000 Gefangene und 7 Maschinen zewehreerhöht. 5 Oberste Heeresleitung Der Einspruch gegen die Verurteilung der deutschen Offizierspatrouille. 0 Berlin, 8. Jan.(Priv.⸗Tel.) Wie der„Berl Lok. Anz.“ hört, liegt zuständigen Orts eine Nachricht darüber dor, daß durch Vermittelung einer neutralen Mach französischen Regierung in von der deutschen Regierung gewünschtem Sinne bereits zur Sprache gebracht worden ist Von der österreichischen Front. (i) Köln, 9. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Bu dapest: Meldungen aus O ber⸗Ungarn zufolge finde seit dem russischen Weihnachtsfeste, dem 6. Januar, im Ung— Zeit oder Oesterreich weiterzuleiten. ö lionen die Angelegenheit der deutschen Offizierspatrouille bei der 9 tale heftiger Artilleriekampfstatt, wobei besonders die neu errichteten russischen Deckungen von unserer schwe⸗ ren Artillerie beschossen werden. Es scheint, als ob un⸗ sere im Bereger Komitat und am Duklapasse eingeleiteten f Operationen Erfolge zu zeitigen beginnen, denn es lassen sich g an diesen Stellen rückwärtsgerichtete Bewegun⸗ gen der Russen erkennen. In den Karpathenkämpfen machen die Oesterreicher fortwährend Gefangene. Kritik am französischen Heere. Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung der„Nationalzeitung“ aus Paris weist Georges Her vs im„Guerre Sociale“ auf den schweren Mißstand hin, welchen auch andere französische Blätter schon gerügt haben, daß Territorial⸗ truppen von 40 bis 42 Jahren schon monatelang ohne Pause und Ruhe in den Schützengräben kämpsen, wäh end Tausende junger Leute in den Depots liegen und auch die Drücke⸗ bergerei vieler Soldaten nicht aufhören wolle. . Die russischen Reserven. Kopenhagen, 9. Jan. Aus Petersburg wird die Einziehung des zweitletzten Jahrganges der russischen Reichswehr(Landsturm) zum 1. Januar russischen Stils gemeldet. Ein russischer Tagesbericht. Haag, 9. Jan. Der am 8. mittags eingetroffene russische Tagesbericht des russischen Generalstabes lautet: An dem linken Weichseluser herrschte bis gestern abend Ruhe, abgesehen von der Front bei Sucha und Bolimow, wo einige Bewegungen stattfanden. Der Kampf nimmt allmählich die Methoden des Belagerungskrieges an. Die Deutschen haben große Stahlschilder eingeführt, hinter welchen sie sich unseren Laufgräben nähern. Bei dem Dorfe Sucha nahmen sie einige Teile unserer Stellungen ein, konnten jedoch später wieder vertrieben werden.(2 Rumänische Vorbereitungen. g Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie den„Baseler Nachrichten“ aus London berichtet wird, haben alle Rum änen, die dem aktiven Heere angehören und im Auslande wohnen, den Befehl erhalten, zurückzukehren. Ein Handel unter Brüdern. 5 Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Den„Bafler Nach⸗ richten“ zufolge hat Japan die gesamte Geschützbeute von Tsing⸗ tau an England verkauft. Dasselbe Blatt berichtet, daß in den Kämpfen um Lodz und Lowicz acht russische Generale schwer verwundet worden sind, darunter Graf Keller und General Orlow. J England und die Schweiz. 5 i. Köln, 9. Jan. Der„Köln. Zig.“ zufolge verlangt England von der Schweiz, sie solle sich verpflich ten, in den Ausfuhrverboten keinerlei Ausnahme dern bezogen werden, in keinem Falle nach Deutschland Diese Verpflich⸗ tung soll sogar auf die im Lande selbst noch vorhandenen Be⸗ stände ausgedehnt werden. Bezüglich gewisser Waren, na⸗ mentlich der Metalle, geht das Verlangen Englands noch weiter, indem die Einstellung der Ausführ von aus sol⸗ chen Stoffen gefertigten Gegenständen gefor⸗ dert wird. Die Handels- und Industriekreise der Schweiz wehren sich, wie aus zahlreichen Zuschriften an die Presse hervorgeht, mit aller Entschiedenheit gegen diese Forderung, die das Ausfuhrgeschäft zu einem großen Teile lahmlegen würde. Deutsch⸗freundliche Gesinnung eines japanischen Offiziers. (WTB.) Peking, 8. Jan.(Nichtamtlich.) Die„Peking Daily News“ meldet: Der japanische Leutnant No gata beging vor einiger Zeit Selbstmord, weil er nicht bei Tsingtau gegen frühere deutsche Kameraden kämpfen wollte. Nogata hatte seinerzeit bei der deutschen Kavallerie gedient. Der Brand in der New Norker Untergrundbahn. Berlin, 9. Jan. Der Brand in der Newyorker Unter⸗ grundbahn ist, wie dem„Berl. Lok.⸗Anz.“ gemeldet wird, durch Kurzschluß entstanden. Das Unglück geschah morgens, als die Bahn den größten Betrieb auswies und die Gesch ute und Angestellten zu ihren Arbeitsstellen eilten. Die Feuerwehr stieg an der 55. Avenue auf Brandleitern in den Tunnel. Sie fand in zwei Zügen 700 Reisende infolge des starken Rauches der brennenden Kabel besinnungslos bor. Mit Ausnahme einer Frau gelang es, alle ins Leben zurückzurufen. 300 mußten teils schwer verletzt, teils schwer rauchvergiftet in das Krankenhaus gebracht werden. a 0 Eine sozialistische Konferenz in London. 1 Berlin, 9. Jan. Heute sindet, wie dem„Berl. Lok.⸗Anz.“ aus Amsterdam gemeldet wird, in London eine sozialistische Konferenz statt, in der die Kriegslage besprochen wer⸗ den soll. An ihr nehmen 12 Führer der belgischen, englischen und französischen Sozialisten teil.— 3— Emser U--Hlebeszgabe“ Pastillen 77 Gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Influenza eto. Betr.: Zurückstellung Militärpflichtiger. 0 An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Beim Ersatz⸗ und Aushebungsgeschäft 1915 können für taug⸗ lich befundene Personen vorläusig bis zur nächsten Musterung in folgenden Fällen zurückgestellt werden: 5 a) wenn ein Mann als der einzige Ernährer seines arbeits⸗ unfähigen Vaters, seiner Mutter, seines Großvaters oder seiner Großmutter, mit denen er dieselbe Feuerstelle bewohnt, zu be⸗ trachten ist, und ein Knecht oder Geselle nicht gehalten werden kann, auch durch die der Familie bei der Einberufung gesetzlich zustchende Unterstützung der dauernde Niedergang des elterlichen Hausstandes nicht abgewendet werden könnte; d) wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückstellung eines Mannes, dessen geeignete Vertretung auf keine Weise zu ermöglichen ist, im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege, der allgemeinen Landeskultur und der Volkswirtschaft, für unab⸗ weislich notwendig erachtet wird. Diese Zurückstellungen haben nach 8 99 Ziffer 1 der W.⸗O. nur solange Gültigkeit, als der Bedarf an Mannschaften ander⸗ weit gedeckt werden kann. Es besteht also immerhin die Mög⸗ lichkeit, daß die bis zur nächsten Musterung zurückgestellten Per⸗ doch vorzeitig einberufen werden. g Wenn in Ihrer Gemeinde Fälle fraglicher Art vorliegen, so wollen Sie die zur Antragstellung berechtigten Personen als⸗ bald darauf aufmerksam machen und auf deren Antrag hin die bargeschriebene Verhandlung auf Zurückstellung aufnehmen und is zum 20. d. M. mir einsenden. Gießen, den 8. Januar 1915. S Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen. Visits Glanz M. 1.80 matt„ 4.00 Andere Formate Iliemruppenbilder entsprechend billig. Phot. Atelier Gebr. Bahnhofstrasse 64 Strauss Zu jeder Aufnahme eine Vergrösserung 30 36 mit Karton als Geschenl J. V.: Hemmerde. Kabinetts Glanz M. 4.80 matt„ 8.00 Sonntags den ganzen Tag geöffnet. im 82. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Sonntag, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 347 Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief sanft am 8. Januar, 1 Uhr nachts, unser lieber guter Vater und Grossvater Herr Georg Schultheis Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Ranft, geb. Schultheis Georg Schultheis, Privatdozent Heinrich Schultheis Emilie Schultheis Carl Rauft, Postinspektor und 2 Enkelkinder. Giessen(Marktstr. 3), Darmstadt, Berlin, 8. Januar 1915. den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr, Am 8. Januar starb infolge einer schweren Ver— wundung im Lazarett zu Kolmar i. E. unser innigst- geliebter ältester Sohn und Bruder Adolf Feidel Offizierstellvertreter im Jäger- Bataillon 14. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Feidel. Gießen(Sonnenstraße 8), 9. Januar 1015. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. Schwager und Onkel im Alter von 30 Jahren. Am 8. Dezember starb in Russland den Heldentod fürs Vater- land mein lieber Mann, der treusorgende Vater seines einzigen Söhnchens, unser unvergesslicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Giessen, Ederstrasse 5. Heinrich Nagel Unteroffizier im Res.-Inf.-Regt. Nr. 116, 6. Komp. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Nagel geb. Jung. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen starb am 16. Dezember in Russland den Helden- tod für das Vaterland mein lieber, treuer, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Bräutigam und Onkel 37² Ludwig Jung Kompasniefeldwebel der 4. Komp. im Res.-Inf.-Regt. 116(truher Leibkemp.) Inhaber des Eisernen Kreuzes und der hessischen Tapferkeitsmedallle. Klein-Linden, Bad-Nauhelim, den 8 Januar 1915. In tiefem Schmerz: Fh. Jung IX. Familie Eh. Jung XVII. Familie Fr. Rien Familie W. Jung VI. Familie W. Fey Familie Fr. Jung Helene Jung Küäthe Assmann. Am 25. Dezember 1914 starb plötzlich unser lieber a. H. Dr. Heinrich Christmann aktiv S. S. 1868 Kriegsteilnehmer von 1870/71. Ferner starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber a. H. Pfarrer Lic. theol. Ernst Floel in Langen Offixier-Stellvertreter im stes.-Inf.-Regt. 221(2. Komp.) fitter des Eisernen Kreuzes am 31. Dezember 1914 in Polen. Die Gießener Burschenschaft Alemannia. I. A.: Hans Guyot 22 Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 3½ Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser innigstgeliebter, unvergesslicher Gatte und Vater Lehrer Wilhelm Weitzel im 50. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Emilie Weitzel, geb. Behrmann Thekla Weltzel. Lollar, den 8. Januar 1915.— 2 Die Beerdigung findet Sonntag den 10. Januar, nach- mittags 3¼ Uhr, aut dem neuen Friedhof in Giessen statt. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise heralicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen unsern innigsten Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Moritz Strauss. Giessen, 8. Januar 1915. Gaslampen Luster Allen Verwandten und Bekannten die schmerz⸗ liche Mitteilung, daß unser Vater, Großvater 1 und n Sede aber Speisezim.-Kronen M l. empfiehlt zu billigen Breisen Balthasar Moot I Tbörrer stallattons-Ges 8 unerwartet im Alter von 72 Jahren nach drder 1—— 7 Leiden sanft entschlafen it. Die trauernden Hinterbliebenen: —12 K ie Moo dan Stork, geb. Moog, u. Angehörige. Großen-Buseck, den 9. Januar 1915. 10142 Glanz⸗ Nußkohlen kosten nur Mark 1.20 ver Zentner frei Haus. Probelieserungen durch 5. Happel, Nühlürazt. Telephon 125. Lalllear en lr: Hermann Sonntag. 1 au. 3 nachmittags 3½ Ubr Volks- Preise Velks- Preise Colberg. 938 S v 1 in Wan von 5 8 Heyse. ie Beerdigung findet Sonntag, den 10. Januar, 1— 3 Übr. in Großen⸗Buseck statt. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen unseren herz- lichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Nitie Schnidt Bm., geb. Münch und Kinder. Gr.⸗Buseck, 9. Januar 1915. 5 Ils ieh noeh in 1 Verein Freundinnen junger Mädonen. 8 fes 8e Gebe. artin 1 Sonntag, den 10. Januar, abends 7¼ uhr] Ende nach 107¼ Uhr. Molttestraße 4 Soldaten vom Feldwebel ab wärts zablen bei allen Bor · stellungen auf 2. u. 4 Parkett nur halbe Preise. 3480 Weihnachtsfeier 368 Der Vorstand.