dings auf ihre eigenen Ortschaften hinter der deutschen Front 1 Galizien der * . 3 N 8 1 stände, die Deutschen mit diesen Mitteln aus ihren Stand⸗ und 1 verlautbart: Erfolg geführte und in den Ost⸗ Beskiden herrscht Ruhe. An der Front ergeben und kämpfte weiter. Alle bis au Sohnes folgendermaßen an: Erstes Blatt erscheint täglich, außer onntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Fernsprech⸗Anschlüsse: sür die Schriftleitung 112 Verlag, Geschaͤfts stelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzelger 61 Annahme don Anze für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 77... . N. e 165. Jahrgang 2 4 9 Gießener Kamilienblätter; wetmal wöchentl. Kreis⸗ att für den Kreis Gießen N(Dienstag und Freitag): zweimal monatl Land f wirtschaftliche Zeinfragen General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Anzeigenteil? H. Beck. 1 r TT:... ͤ Donnerstag, 7. Januar 1915 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel fährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil- Aug. Goetz für„Feuilleton“,„Ver- mischtes“ und, Gerichts- saal“: Karl Neurath; für„Stadt und Land“: Otto Braun; für den die Franzosen beschießen ihre eigenen Orte hinter der deutschen Front. Neue Kämpfe bei Sennheim. weiteres BTB.) Großes Hauptquartier, 6. Jan. vor⸗ mittags(Amtl.) Westlicher Kriegsschauplatz: Die 3 setzten gestern die planmäßige Beschießung der hinter unserer Front fort. Ob sie damit ihre eigenen Landsleute obdachlos machen oder töten, scheint ihnen gleich⸗ gültig zu sein. Uns schadet die Beschießung wenig. . Souain und im Argonnenwald bemächtigten wir uns verschiedener feindlicher Schützengräben, schlugen ver⸗ schiedene feindliche Angriffe zurück, machten zwei französische Offiziere und über 200 Mann zu Gefangenen. Auf der viel umstrittenen Höhe westlich Sennheim faß⸗ ten die Franzosen gestern frün erneut Fuß wurden aber mit kräftigem Bajonettangriff wieder von der Höhe geworfen und wagten keine neuen Vorstöße. 50 Alpenjäger wurden von uns . genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der Ostgrenze und im nördlichen Polen auch gestern keine Veränderung. In Polen westlich der Weichsel stießen unsere Truppen nach Fortnahme mehrerer feindlicher Stützpunkte bis zum Sucha⸗Abschnitt durch. 1400 Gefangene und 9 Maschinen⸗ gemehre blieben in unserer Hand. 5 Auf dem östlichen Pilica⸗Üfer ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. *** In welchen Verzweiflungsnöten die Franzosen sich be— finden, geht daraus hervor, daß sie ihr Artilleriefeuer neuer— richten— nur, um dem verhaßten Feinde wenigstens einige Schwierigkeiten zu machen. In welchem Verhältnis aber dieser kleine Zweck zu der ungeheuren Folge für die eigenen Landsleute steht, dies zu erkennen, sind die französischen Be⸗ fehlshaber zu verblendet. Sie häufen die„Opfer für das Vaterland“ in einer sinnwidrigen Weise. Wenn Aussicht be⸗ orten zu vertreiben, wäre es etwas anderes. „Uns schadet die Beschießung wenig“, so heißt es in dem deutschen Bericht. Natürlich, denn unsere Soldaten liegen ja in den Schützengräben. Wenn den Franzosen so viel daran liegt, uns die Möglichkeit zu nehmen, in den hinter der ront liegenden Dörfern Zufuhrstationen u. dgl. zu vernichten, o mögen sie es immerhin tun. Man kann sich aber denken, wie diese Beschießung der Ortschaften auf deren französische Bewohner wirken wird. Schon früher haben ja diese zum Teil geäußert, daß ihre eigenen Landsleute und Soldaten schlimmer gehaust hätten, als der deutsche Feind. Auf den Kampffronten gibt es nicht viel Neues. Kleine ortschritte im Westen, langsames Vorrücken auch in Polen. ö„am Sucha⸗Abschnitt, kommen wir dem Ziele näher, den Russen wieder einen entscheidenden Schlag zu ver⸗ setzen, nämlich die Festung Warschau ernstlich zu bedrohen der russischen Heeressäulen zu erschüt⸗ tern. Recht erfreulich ist es dabei, daß auch die Türken wieder neue Erfolge errungen haben, nämlich in Persien, wo sie den wichtigen Stützpunkt der Russen in der Provinz Aserbeidschan, die Stadt Urmia, erobert haben. Auch von einem Seegefecht im Schwarzen Meer sprechen die türki⸗ schen Meldungen, und dabei sollen zwei türkische Kreuzer einer russischen Flotte von 17 Einheiten erfolgreich die Stirn geboten haben. Es ist nichts mit russischem Waffen- ruhm, weder zu Lande, noch zu Wasser! *** Der österreichisch⸗ungarische Toagesbericht Wien, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird Die nun schon mehrere Monate mit wachsendem n Gefechte im karpathischen Wald⸗ gebirge dauern an; sie charakterisieren sich als Unterneh⸗ mungen kleineren Stils in oft weit getrennten einsamen Tälern. In den letzten Tagen durch Eintreffen von Ergän⸗ kauen verstürkt, versucht der Feind an einzelnen Flußober⸗ läufen Raum zu gewinnen. Westlich des Uzsoker Pa sses und südlich der Weichsel gestern Geschützkampf. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ein ungarischer Leonidas. Berlin, 7. Jan. Eine Leonidastat vollbrachte, wie dem„Berl. Tagebl.“ von seinem Korrespondenten berichtet wird, gelegentlich der erneuten Offensive der Russen in 6 er ungarische Feldwebel Widery vom 66. In⸗ fanterieregiment. Er behauptete mit 54 Mann einen wich⸗ tigen Bahntunnel gegen alle Anstürme der russischen Armee, bis der Abzug der r Truppen unge⸗ hindert i war. Durch Verrat fiel dann dem tapferen Häuflein ein russisches Detachement von 1000 Mann in den Rücken. Die kleine Schar b es, sich zu drei Mann fielen. Der 85 5 alte Vater des Widery, ein ehema⸗ liger Gendarmerieoffizier, zeigt den Tod seines 24jährigen ö Ich gebe diese Mitteilung nicht t Trauerrand, weil es nur Lob und Freude wecken kann, nördlich 72 * der Feldwebel Stephan Widery, mein einziger Sohn und Kamerad, im Weltkriege für das Vaterland sterben durfte. Die Lage auf den österreichisch⸗ungarischen Kriegsschauplätzen. Berlin, 6. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Ueber die Lage auf den österreichisch-ungarischen Kriegsschauplätzen erfahren wir: Der Südflügel in Polen wird gebildet durch die Linie Ni da— Dunajec. Auf beiden Seiten wird in stark befestigten Stellun⸗ gen gekämpft. Die Kämpfe haben einen mehr stetigen Charakter angenommen. Sämtliche Angriffe der Russen sind an den stark ausgebauten Erddeckungen der Gegner im Feuer zusammenge⸗ brochen, wobei die Russen erhebliche Verluste erlitten. Aber auch die russischen Linien sind sehr stark befestigt. Die Stellungen liegen in mehreren Reihen hintereinander, so daß Frontalangriffe, die von österreichischer Seite ausgehen, sehr schwierig sind. Die Linie Nida— Dunajec zieht sich längs des Bialaflusses über Gor⸗ liec nach Südosten bis auf die Höhe der Karpathen fort. Die Hauptanstrengungen der Russen waren gegen die nach Gorlice führenden Wege gerichtet, wo ein erfolgloser Durchbruch versucht wurde, der den Russen schwere Verluste einbrachte. Die nächsten Anstrengungen der Russen waren gegen den Dukla Paß ge⸗ richtet, der in seiner Breite den einzigen Uebergangsweg für starke Kolonnen und Artillerie bildet. Es gelang aber, die Russen so⸗ wohl vom Dukla⸗Paß wie vom Lupkowerpaß bis auf die Nord⸗ abhänge der Karpathen herabzudrängen. Einzelne versprengte Ab⸗ teilungen gelangten in die Komitate Ung und Berek. Hier wie im Komitat Marmaros verhinderte das unübersichtliche Gelände und die ungünstigen Witterungsverhältnisse eine enerigsche Verfolgung des Feindes.— Man darf wohl annehmen, daß, solange es den Russen nicht gelingt, den Duklapaß zu gewinnen, ein wiederholter Einfall in Ungarn n aeichre erscheint. In Serbien stehen neue pern ionen bevor, auf die man von seiten Oesterreich⸗Ungarns mit vieler Zuversicht sieht. * 1.* Die Kämpfe an der Dser. Berlin, 7. Jan. In der Yser haben sich, wie verschie⸗ denen Blättern aus Sluis gemeldet wird, die Kämpfe während der letzten Tage auf Artillerieduelle beschränkt. 1 Die Beschießung von Soissons. Lyon, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Soissons: Die Beschießung von Soissons hat am 1. Januar wieder begonnen. Das Viertel längs der Aisne hat schwer gelitten, ebenso ein neues Viertel im Nord⸗ westen der Stadt. Der amtliche französische Bericht. Paris 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Amtliche Mel⸗ dung vom Dienstag abend 11 Uhr: In der vergangenen Nacht bemächtigten sich unsere Truppen eines Stein⸗ bruches an der Straßenverzweigung Rouprois⸗St. Mihiel, ebenso der benachbarten Schützengräben. Andere Operatio⸗ nen wurden nicht gemeldet. Das Wetter ist andauernd sehr schlecht. Der Regen fällt unaufhörlich. Kritit am franzöfischen Militär- und Sanitätswesen. Paris, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Im„Echo de Pa⸗ ris“ berichtet General Cherfils über die milttärische Lage und erklärt, die Schieß ausbildung der französischen In⸗ fanterie lasse zu wünschen übrig. Man müsse dieses bei der Ausbildung neuer Jahrgänge berücksichtigen. Die deutschen Scharf⸗ schützen bewiesen grausam, wie mörderisch ein genaues Schießen sei. Unter den Franzosen sind die Scharfschützen selten. Sie hätten nur hie und da einige in einzelnen Regimentern, wo die Schieß⸗ ausbitdung unter Spezialisten gründlich betrieben würde. „Libre Parole“ kritisiert das französische Sanitätswesen auf das schärfste und beweist dessen Mangelhaftigkeit durch die Anführung von Beispielen. Es berichtet, daß in dem Kurort Bagneres⸗de⸗Luchon sich 2500 Verwundete befanden, aber weder Arzt noch Krankenpfleger; Zimmermädchen der Hotels muten die Dienste von Krankenpflegerinnen übernehmen. Die Kranken⸗ wärter seien zum Teil völlig unausgebildet. In der Gegend von Neuschäteau mußten Typhuskranke wegen Ueberfüllung der Lazarette vor der völligen Genesung in ein Erholungsheim über⸗ eführt werden. Die Verwundeten liegen zum Teil auf Stroh. Den aus der Gegend von Ypern kommenden Verwundeten wur⸗ den dje Verbände nicht erneuert. Sie seien in Viehwagen ohne Heizung und Beleuchtung abtransportiert worden. Auf 700 bis 800 Mann kommt ein Arzt. Auch dort diene Stroh als Krankenlager. Selbst in Paris sind die Verwundeten in unge⸗ nügeend eingerichteten Lazaretten untergebracht. Im Hotel St. Antoine starben von je zwölf Verwundeten fünf. Das Blatt erklärt, es könne noch viele Beispiele anführen, und macht Vor⸗ schläge zur Abstellung der Uebelstände, die es für leicht aus⸗ führbar erklärt. Eine Schweizerin über Deutschland. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß wir bei manchen neutralen Mächten noch immer wenig Sympathie genießen; die Lügen unserer Feinde sind zu mächtig. Um so erfreulicher berü es, einzelne Stimmen warmer Begeisterung für unser Volk und unsern Kaiser zu hören. Eine Schweize⸗ rin schreibt wörtlich aus Zürich: 27 „Wenn ich daran denke, wie schwer der deutsche Kaiser leiden muß unter den ungerechten Anklagen, dem Blutvergießen, das er nicht hindern kann, wie tapfer das ganze deutsche Kaiserhaus zu seinem Volke steht, so schäme ich mich, wenn ich zeitweise verzagen will. Ich bin stolz auf meinen Sohn H. der im Anfang des Krieges Deutscher wurde aus Bewunderung für die Größe des deutschen Volks. Er ist leitender Ingenieur der Filiale H. in D. und leitet jetzt einen wichtigen Bau für wilitärische Zwecke. Alle jammerten, Vorrücken in der Richtung auf Warschau. i daß er sich zur Verfügung stellte, um zu kämpfen, aber ich freute mich so sehr, daß ich sagte, wenn ich ein Mann wäre, ginge ich selbst noch mit, alles um dem deutschen Kaiserhaus, dem deutschen Volke sein Land zu erhalten. Gott helfe weiter, bisher hat er wunderbar geholfen!“— *** Ein Seegefecht im Schwarzen Meere. 1 Konstantinopel, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der türkische Generalstab macht bekannt: Gestern kam es im Schwarzen Meer bei Sin ope zu einem Zusammen⸗ treffen zwischen zwei türkischen Kreuzern und einem aus 17 Einheiten zusammengesetzten russischen Geschwa⸗ der. Einzelheiten fehlen noch. Auf jeden Fall vermochte der Feind trotz seiner numerischen Ueberlegenheit nicht unsere Schiffe zu beschädigen. Nach heute angelangten Nachrichten errangen unsere Truppen im Verein mit den verbündeten Stämmen in Aserbeidschan noch weitere Erfolge außer dem Sieg bei Miandoab. Die Russen verloren auf ihrem Rückzuge zwei Geschütze, zahlreiche Gefangene. Südlich Miandoab schlug eine andere türkische Kolonne den Feind und erbeutete eine beträchtliche Menge von Waffer und Munition. Konstantinopel, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Mitteilung des Großen Generalstabes. Unsere aus der Rich⸗ tung Sowai und Bagirgue vorrückenden Truppen haben Urmia, einen wichtigen Stützpunkt der Russen, besetzt. Nach dem unentschiedenen Seegefecht, das gestern zwi⸗ schen der russischen Flotte und türkischen Kreuzern statt⸗ fand, hat die russische Flotte ein italienisches Kauffahrtei⸗ schiff in Grund gebohrt, obwohl es seine Flagge gehißt hatte. Ein türkisches Dementi. Konstantinopel, 6. „Agence Ottomane“ meldet: Ein auswärtiges Blatt hat die Nach⸗ richt verbreitet, daß Djemal Pascha ermordet worden sei. Die „Agence Ottomane“ ist ermächtigt, dies in aller Form zu demen⸗ tieren. Russisch⸗türkische Kämpfe in Aserbeidschan. Konstantinopel, 6. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das türkische Nachrichtenbureau meldet über die jüngsten Kämpfe bei Aserbeidschan: Danach stießen die türkischen Truppen, durch persische Stämme verstärkt, am 28. Dezember in der Gegend von Mianda ab auf eine russische Kolonne, die aus 4000 Mann In⸗ fanterie, 300 Kosaken und Artillerie bestand, die durch Anhänger Sedje ed Daulehs verstärkt war, und die Dörfer der Umgegend plünderte. Die Russen wurden vollständig geschla Sie hatten über 200 Tote. Die Türken und Perser hatten 6 und einige Verwundete. In einem anderen Kampfe in der Gegend von Urmia wurden zwei Parteigänger Sedje ed Daulehs, darunter der berücktigte Bag hir Khan, gefangen genommen und 100 russische Reiter getötet. Infolge dieser Niederlage ist die Moral der xussischen Truppen gebrochen. Eine deutsche Zusicherung. Washington, 6. Jan.(WTB. Nichtamtl.) Der ameri⸗ kanische Botschafter in Berlin erhielt die Zusicherung, daß Deutschland nie Schiffe behindern würde, auch nicht englische oder französische, die Hilfsmittel von Amerika für den belgischen Unterstützungsfonds nach Holland bringen. Liebesgaben für deutsche Kriegsgefangene in Rußland. Berlin, 6. Jan.(WTB. Amtlich.) Die russische Re⸗ gierung hat für Liebesgabensendungen und Postpakete, die für deutsche Kriegsgefangene in Rußland bestimmt sind, die Zollfreiheit zugelassen. Der Aufstand in Albanien. Durazzo, 6. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die„Agenzit Stefani“ meldet: Die Aufständischen stehen im Kampfe mit den Truppen Essad Paschas in der Ebene von Kroja. Die Ita⸗ liener, die sich auf dem Dampfer„Re Umberto“ eingeschifft hatten, gingen wieder an Land. *** Ein Treffen auf der Sinai⸗Halbinsel? Berlin, 7. Jan. Verschiedenen Blättern geht über Maf⸗ land die Nachricht aus Kuiro zu, daß auf der Sinai⸗Halb⸗ insel ein großes Treffen stattgefunden habe. Der Transport von Särgen auf Kanonen durch die Sahara von Kairo lasse auf größere Verluste des englischen Heeres an Offizieren schließen. Bor Cuxhaven vier englische Kreuzer beschädigt? Genf, 6. Jan. Einer Rotterdamer dung aus London zufolge wurden bei dem mißglückten Vorstoß auf Cuxhaven angeblich 4 englische Kriegsschiffe beschädigt. Sie befinden sich zurzeit in den Portsmouth zur Reparatur. Angst der Engländer vor einer Invasion. Berlin, 7. Jan. Wie der„Vossischen Zeitung“ berichtel wird, geben die Londoner Blätter der Bevölkerung neuerdings umfassende Maßregeln für den Fall einer In va ion, 4 ders der von Hull, 5. ö Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die 2 2 Marinedocks zu „Courant“ Mel⸗- Englische Heraus forderungen gegen die Neutralen. Hristiania, 6. Jan.(Ctr. Blu.) Der hiesige eng! lische Gesandte hat dem norwegischen Ministerium des Aus⸗ wärtigen mitgeteilt, die englische Regierung habe nunmehr allen neutralen Fischdampfern das Anlaufen von allen Häfen Großbritanniens und Irlands ver⸗ boten. Das Gesetz tritt sofort in Kraft. Eine Veränderung im englischen Kabinett. Berlin, 7. Jan. Die Londoner radikale Presse Elanbt, so wird dem Berliner„Lok.⸗Anz.“ und der„Teutschen Tagesztg.“ über Kopenhagen gedrahtet, daß eine weitere Veranderung in dem Kabinett bevorsteht. Man erwartet, daß der Staats sekretär für Irland zurücktreten und Herbert Samuel, der an der Ausarbeitung des Home Rule⸗Gesetzes lebhaften Anteil genommen hat, sein Nachfolger werde. Die englisch⸗ameritanische Streitfrage. London, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die Blätter melden aus Washington: Die Erklärung, daß England allen Schaden, den die Kontrebande⸗ Bekanntmachung den amerikanischen Reedereien zugefügt hat, bezahlen will, ferner die Erklärung, daß seit dem 4. Dezember keine für Italien bestimmten Schiffe mehr in Gibraltar zurück⸗ ten worden seien, erweckt in Amerika allgemeine 2 riedenheit. Man betrachtet diese Mitteilung als Vorläu einer zufriedenstellenden Regelung der Streitfrage. Wasbington, 6. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung ves Reuterschen Bureaus, Präsident Wilson hat an die ame⸗ rilanischen Reeder ein Nen gerichtet, in dem er ausdrücklich betont, die Schiffspapiere vollständig und — auszufüllen, um den Aufenthalt zu vermeiden, den das urchsuchen der Ladung für den Durchfuhrverkehr mit sich bringt. Das Rundschreiben führt aus, daß Falle vorgekommen seien, wo die Schiffs papiere ungenau und unvollständig ausgefüllt waren und die Art der Ladung verheimlicht wurde und daß einige solcher Fälle einen Verdacht auf den amerikanischen Handel im allgemeinen werfen konnten. Wilson ersucht das Publikum um Mitwirkung, um den in der Kriegszeit unvermeidlichen Aufenthalt auf das eringste Maß zurückzuführen und zu verhindern, daß die Reeder Handel unnötige Schwierigkeiten machen.— Das Rund- schreiben teilt schließlich mit, daß immer, wenn die Reeder es wünschen, Zollbeamte die Ladung untersuchen und eine Erklärung über die Vollständigkeit und die Richtigkeit der Schiffspapiere ab⸗ geben sollen. g Deutsche Flieger über dem englischen Lager bei Lüderitzbucht. Kapstadt, 6. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Zwei deutsche Flieger erschienen über dem englischen Lager bei Lüderitzbucht und warfen einige Bomben ab. Eine bulgarisch⸗rumänische Verlobung. Wien, 6. Jan.(Ctr. Blu.) Das Blatt„Golos-Moskwy“ verzeichnet das Gerücht von der angeblich bevorstehenden Ver- lobung des Kronprinzen von Bulgarien, Boris, mit der rumänischen Prinzessin Elisabeth. —.— A'is dem Reiche. Zum 70. Geburtstag des Königs von Bayern. Berlin, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗An⸗ peiger“ schreibt: König Ludwig von Bayern vollendet am 7. Januar sein 70. Lebensjahr. Ueberall in Deutschland ieser Königs- Geburtstagsfeier die Empfindungen herz⸗ Verehrung und Dankbarkeit entgegengebracht. Sie gelten scher, der in dieser ernsten Schicksalszeit für unser 8 0 Fal„ sprach König wig die denkwürdigen Worte: mehr, ein Grund mehr, uns zusammenzuschließen!“ waren gewisse Hoffnungen der Gegner zer- l 1 hatten, in dem großen Ringen um die deutsche — W zwischen Nord und Sud her⸗ lassen. die eherne Geschlossenheit, in der Deutsch⸗ lands Fürsten mit ihren Völkern den Feinden gegenüberstehen, ist diese Haltung König Ludwigs vorbildlich gewesen. Sein Herz rt Sieg der deutschen Sache. Wiederholt hat er die Truppen, an deren Spitze sein Sohn, Kronprinz Rupprecht, der Sieger in der großen Schlacht bei Metz, steht, Felde besucht, und sich überzeugen können, daß Bayerns tapfere der Schrecken der Feinde und der Stolz des deut⸗ 8 Heeres sind Alle seine Kundgebungen atmen die uner⸗ iche Zuversicht auf einen für Deutschland ehrenvollen 1 des gewaltigen Krieges. So ist der würdige König im Silberhaar treu und hochgesinnt“ dem Kaiser in schwerer Zeit an die Seite getreten. Dafür danken ihm an seinem Ehren⸗ alle Deutschen mit herzlichen Wünschen für eine lange Führung seines Königtums. * Deutsche Reformen in Elsaß-Lothringen. n(Elsaß), 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die Korrespondenz verössentlicht eine von den Kommandieren⸗ den Generalen des 14, 15., 16. und 21. Armeekorps 11 Verordming, durch welche mit Gültigkeit ab 15. Januar 1915 das Gebiet der deutschen Geschäftssprache gegenüber den bisherigen Bestimmungen unter Aufhebung der Ausnahmeverord⸗ nungen von 1877 und 1882 namhafterweitert wird. Nicht einbegriffen sind in Lothringen der Stadtkreis Metz sowie näher bezeichnete Ortschaften des Kreises Diedenhosen-Ost, Diedenhofen⸗ West, Belchen und Chateau Salins, serner gewisse Orte in den 1 schen Kreisen Molsheim und Schlettstadt sowie der Ort Deuts ach im oberelsassischen Kreise Rappoltsweiler. Die 2 verbietet unter Androhung pon Gefängnisstrasen bis u einem Jahre u. a. in 3 die Anbringung von franzosi⸗ chen Inschriften, Aufschriften und Anschlägen in öffentlichen traßen, insbesondere auch in Verkaufsläden und sonstigen Ge⸗ schäftsräumen. Der äußere Aufdruck auf Geschäftsbriese,—— gen, Quittungen und n Geschäfts papieren ist vom 15. Jan. ab im Gebiet der deulschen Geschaftssprache nur in deutscher Sprache ttet. Auf die bisher üblichen Warenbezeichnungen findet die rdnung keine Anwendung. Die Buch- und Rechnungsführung sämtlicher Gewerbetreibender hat nur in deutscher Sprache zu er⸗ folgen, die Rechmungsführung darf in beiden Sprachgebieten nur in deutscher Währung erfolgen. Schließlich verfügt die Verord⸗ mung, daß Vereinstrachten und Uniformen, die in ihrem Schnitt ader ihren Abzeichen fremdländischen Uniformen ähnlich sind, nicht 8 sind. Der Gebrauch der französischen U 1 ignaltrompeten (Clairons) ist verboten. Deutsche Staͤdte und die. mit Oesterreich⸗ ngarn. Wien, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Freie Presse“ bergssenttien den Neujahrsgruß des Sbert i wernelerz von Breslau, Matting, an die Stadt Wien, in welchem es 2 Die Stadt Breslau benutzt die Gelegenheit, das Bundes⸗ verhältnis der beiden be barten Kaiserreiche zu begrüßen, das jetzt zu der glänzenden Waffenbrüderschaft ihrer Heere und Ma⸗ rinen hrt hat. Oesterreich-Ungarn darf von dem grenzenlosen Dank der schlesis Provinz und ihrer Hauptstadt g die sie 1 eere e, inen beträchtlichen Anteil in Mipruch nehmen. Halten wir in zäher Ausdauer durch bis ans Ende; der Friede soll uns dann in unlösbarer Kulturgemeinschast sehen, die der feindlichen Unwahrhaftigleit und Wega um Trotz der ganzen Welt zum Segen gereichen soll.— Der Ober- bürgermeister von Köln, Wallraf, schreibt in seinem Gruß: Nun, da die wichtigste Stunde unser Bündnis erprobt hat, da wir auf die heldenmütigen Söhne Oesterreich-Ungarns wie auf die eigenen Kinder in froher Zuversicht auf den Sieg und dem Frieden der Zukunft.— Ter Oberbürgermeister von Stutt⸗ gart, Lautenschläger, schreibt: Oesterreich-Ungarns Siege sind unsere Siege, seine Verluste find unfere Verluste. Tas macht nicht allein die Bundes genossenschaft der Waffen, sondern vor allem das Bewußtsein der Gemeinschaft der Kultur, das nie le- bendiger und erhebender war als jetzt. In diesem Zeichen müͤssen wir siegen. 5 5 Charlottenburg, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die Charlottenburger Stadtverordneten versammlung stimmte einstim⸗ mig und ohne Debatte der Vorlage des Magistrats zu, zur Hindenburgspende für das Ostheer 30 000 Mark und als —— für den türkischen Roten Halbmond 4000 Mark zu be⸗ willigen. — Aus Mexiko. Veracruz, 6. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Anhänger Carranzas haben Puebla genommen und den Erappen Villas schwere Verluste beigebracht. Ein Ultimatum der Union an Mexito? Amsterdam, 6. Jan.(Ctr. Frft.)„Daily Telegraph“ meldet: Die Vereinigten Staaten haben ein Ultimatum an Mexiko gerichtet, worin gesagt wird, daß der erste Zusammenstoß, der jenseits der Grenze in der Gegend von taco und Douglas fallen werde, zum Resultat haben werde, daß die Vereinigten Staaten die Feindselig⸗ keiten eröffnen werden. Aus Stadt und Cand. Gieben, 7. Januar 1915. Bon dex Stadtverordnetenwahl. Unsere vor nunmehr einem Jahre erfolgte Stadt- verordnetenwahl, bei der es sich um die Wiederwahl von 4 älteren Mandatsinhabern und um die Neuwahl von 13 erledigten Sitzen handelte, ist bekanntlich infolge Protest⸗ erhebung von den Verwaltungsgerichtshöfen in zwei Instanzen wegen formaler Verstöͤße beim Wahlakt für ungültig erklärt worden. Noch vor Ausbruch des Krieges hat das Urteil des Provinzial-Ausschusses die Rechtskraft erlangt und es hätte nun eine Neuwahl, erfolgen können. Da brach der Kcieg aus, zahlreiche Wähler rückten mit in das Feld, aber durch die Mobilmachung war bei einer doch etwa vor— genommenen Neuwahl auch die daheim gebliebene Wähler— schaft in der Auswahl der Kandidaten für die Stadtverord— netenversammlung beschränkt, weil eine Anzahl hierfür recht geeigneter Männer durch ihre vorübergehende Zugehörigkeit zum Heere nicht wählbar waren. Die Wahl hatte auch nach dem Ausbruch des Krieges keine besondere Eile, man ließ stillschweigend eine Neuwahl auf sich beruhen, weil die Versammlung, unter Mitrechnung der vier wiedergewählten Stadtverordneten und derjenigen Stadtväter, deren Mandat zwar abgelaufen ist, die aber eine Wiederwahl abgelehnt hatten, noch ¼, nämlich 24 ihrer Mitglieder zählte und die Vornahme einer sofortigen Neuwahl deshalb nach der Städte- ordnung nicht zwingend war. Es bestand die Absicht, die Wähler erst nach Beendigung des Krieges wieder an die Urne zu rufen. Da starb plötzlich unerwartet Stadtverordneter [Helm; die Zahl der Stadtväter sank auf 23, befand sich der Zahl nach unter den gesetzlich vorgeschriebenen/ der ordentlichen Mitglieder, und nun war der Oberbürgermeister nach dem Gesetz verpflichtet, sofort eine Neuwahl an- zusetzen. Die durchschlagenden Gründe, die Wahl während der Dauer des Krieges nicht vorzunehmen, blieben weiterbestehen, und es blieb nichts weiter übrig, als durch ein Notgesetz die Verschiebung der Wahl herbeizuführen. Es haben nun auf Antrag des Landtagsabgeordneten Justizrat Grünewald beide Kammern der Landstände ein dahin gehendes Gesetz beschlossen, gleichzeitig aber auch die Beschlußfähigkeit unseres Stadtparlaments den veränderten Verhältnissen entsprechend in der Weise geregelt, indem nicht müssen(ein Mitglied mehr als die Hälfte des gesetzlich auf 36 Mandate normierten Sollbestandes der Versammlung), sondern, um vollgültige Beschlüsse zu fassen, die Anwesenheit von der Hälfte der jedesmal noch im Amte befindlichen Stadtverordneten(augenblicklich also 12) genügt. Das Not- gesetz ist zwar noch nicht verkündigt, so daß die Stadt- verordneten-Versammlung in ihrer Zusammensetzung eigentlich gegen das noch geltende alte Recht verstößt. Es ist aber wohl zu erwarten, daß das Remedur schaffende neue Gesetz bald veroffentlicht wird. * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreiw. Gg. Moter aus Darmstadt.— Kriegsfreiw. Wilh. Brandstetter, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222 aus Wetzlar.— Landwehrm. Gottlieb Docter, Res.-Inf.⸗Regt. 81 aus Obern⸗ dorf.— Reservist Phil. Janne, Res.-Inf.⸗Regt. 118 aus Rohrs⸗ bach.— Musk. Wilh. Nu p p, Inf.⸗Regt. 118 aus Alsfeld— Unteroff, d. Landw. Georg Bernius aus Darmstadt.— Off. Stellv. Ernst Kantzen bach Res.⸗Inf⸗Regt. 118 aus Hanau. Freiw. Friedrich Die g, Res.⸗Inf.⸗Regt. 88 aus Hanau.— Oberleutnant Amtsrichter Robert Weltert, Res.⸗-Inf.⸗Regt. 221 aus Darmstadt.— Landwehrm. Forstschütze Johs. Maul, Inf. Regt. 87 aus Willofs.— Gefr. d. Landw. Heinr. Weitzel, Nef In].⸗Regt. 116 aus Grebenhain.— Musk. Valentin Brehm, Jaa 168 aus Offenbach.— Ref. David Miche ls, Inf Negt. Ils aus Worms.— Vizewachtmeister d. Ref stub. ing. Wr aus Wiesbaden.— Leutn. Hans Henning, Feld-Art.⸗Regt. 34 aus Wiesbaden. * n Kriegssammlung der Universitäts⸗ Bibliothek. Wir empfinden jetzt alle, daß wir in der Gegenwart„ein Stück Geschichte“ erleben und wir sind dessen ewiß, daß der Weltkrieg 1914/15 die geschichtliche For⸗ scung beschäftigen wird. Daraus ergibt sich die Pflicht, alles zu bergen, was dieser Forschung 2 von Wert und Nutzen sein kann. Die Ereignisse im Feld in ihren Vor⸗ bereitungen und Folgen müssen einmal bis ins einzelne auf⸗ r und in ihrer Verflechtung erkannt werden; nicht min⸗ er wichtig ist aber die Teilnahme der Heimat am Kriege, der Rückhalt, den sie durch tätige Hilfe und unbeirrte Zuver⸗ sicht dem kämpfenden Heere gewährt. Auch hierüber wird der Geschichtsschreiber der Zukunft sich unterrichten wollen und werden, was uns jetzt nur örtlich bedingt oder überhaupt te erscheint. Die Kriegssammlung der Universitäts⸗ ibliothek soll nach e alle in der Stadt und im Kreise Gießen währendder Kriegszeiterschei⸗ nenden Erzeugnisse de r Druckerpresse umfassen, wir auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind, blicken alle Bücher, Broschüren, Flugblätter, Anschläge, Gedichte mehr 19 Mitglieder zur Beschlußfähigkeit anwesend sein] Sa manches wird ihm in seinen Zusammenhängen bedeutsam] Lu r lage Bezug genommen wird, auch Bilder und Bildkarten licher Art, die aus hiesigen Druckereien hervorgehen oder hiesige Besteller gedruckt werden. Die Unipersitäts⸗ Bibliothek bat. den Gießener Anteil an der für das Reich vor⸗ esehenen Sammlung der Königlichen Bibliothek in Berlin bernommen.— Die Direktion bittet darum jedes Stück in möglichst drei Abdrücken einzusenden. Auch Gaben aus den weiteren Gebiete der Kriegsliteratur sind jederzeit will⸗ kommen. * Vom Infanterie-Regiment 116 ist dem Ersatz-Bataillon folgendes Dankschreiben en: „Das Regiment dankt herzlichst für die überr nachtsgabensendung, die es ermöglichte, jedem Unteroffizier und un eine Weihnachtsfreude zu Den dern bittet das Regiment seinen tiefgefühltesten Dank zu übermitteln, da das iment au ande ist, bei der Fülle der eingegangenen Liebesgaben allen zu danken. Das Regiment— t die Kameraden des Ersatz-Bataillons bestens. Es verspricht weiter, wie bisher, vor dem Feinde seine Pflicht zutun.(gez.) Rothard. i Die in vorstehendem Schreiben genannten Lieb waren teils aus Mitteln des Ersatz-Bataillons, Geldmitteln beschafft, welche von privater Seite dem Bataillon mit der Bestimmung überwiesen waren, nur für das aktive Regiment verwandt zu werden. Auch Liebe in Natur waren von verschiedenen Seiten für unser Regi⸗ ment gestiftet worden. Die ganze Sendung gelangte mit dem Nachersatz am 19. 12. 14 zum Regiment. * Ein Dankschreiben vom Landsturm in Rußland. Dem hiesigen Zweigverein vom Roten 9 ging folgendes eiben zu, um dessen Aufnahme man bittet: Aus den 1 bei Sch.„ den 30. Dez. 1914. n die hochgeschätzte Geschäftsleitung des 3 8 den Der Wunsch der Mannschaften meiner Gruppe, sowie mein eigenes persönliches drängen mich Ihnen, meine hochverehrten Damen und„ unser alle Alb Dank auszusprechen für 4* an uns verteilten Liebes gaben, die größtenteils aus 1— Sammelstelle hervorgingen. Die aus dem ganzen He lande in so überaus reichlicher Anzahl stammenden Spen⸗ den zeigen uns, daß wir hier vor dem Feinde Tag und Nacht wachenden und kämpfenden Landstürmler—5 allein stehen. Nein, hinter uns stehen unser ganzes Volk, unsere Familien, unsere Lieben in der 2 Und wahrlich, die uns gewordenen Liebesgaben zeugen ja deutlich wie jedes einzelne Herz in der Heimat bei uns, mit uns um unseren schweren Dienst fürs Vaterland so viel wie lich erleichtern. Leider ist es nicht möglich, den ei nen Spendern, die ihre Namen nebst herzlichen dene grüßen beifügten, persönlich unseren Dank auszud was wir gewiß gerne getan hätten. Jedoch der Transport und das Verteilen bei den gegenwärtig hier— starken Schneestürmen hat manchen lieben bernamen unleserlich gemacht oder hinweg in alle Winde gejagt. G sei ihnen deshalb hier als Ersatz um so herzlicher kt. Und noch eins: Wenn ich den Namen Ihrer schönen und Lieder, geschäftliche Drucksachen, in denen auf dene aus * in den Zeit vom 5. Oktober bis 11. November 2. Komp. des dortigen Ersatz⸗Bataillons unter lichen Führung des von uns allen hochgeschätzten Oberleutnants Sch. anzugehören und.—— ehendste Gastfreundschaft meines.—„des 1115 Schneidermeisters Sch. zu genießen. So bin ich ßen doppelt Dank schuldig. In der felsenfesten Hoffnung und dem Vertuauen auf Gott und unsere gute Sache, sehen wir dem 714 Frie- den und einem baldigen frohen Wiedersehen in entgegen. enden zu einer Zugabe 2 Mit viel Humor vorgetragen, bildete die Ros⸗ echte„Als abend für die dort untergebrachten Soldatengedichte Eichendorff St f 1 5 ichten aus dem ere a a Otto Höcker sen. und i inger, cand. wurde eine kleine Pause glücklich gefüllt. Ein fee i — als—— i über alles“ den des Liedes„Deutschland . beschloß. Der Verzicht auf Weizengebäck. Gegenstand sendet uns eine n noch liche Mahnung:„Unsere Statistiker sagen uns: we deutsche Volk weiter 2 i ehl verbraucht wie bisherigen Kriegs monaten, so zu Ende sein, denn die 40 Millionen in Friedenszeiten jährlich einführen, Haup m fall. Wenn unser Vorrat aber Sa e de u e 8 5 Schwachen, die nur Gebäck aus izenmehl verdauen können, bedauerlich. Schon seit Monaten haben Weiter⸗ blickende die Mahnung ertönen lassen, bei Zeiten N 3 q fast 4 ster er en c fand f nach und sonstigem f —— An den Feiertagen konnte man in Stadt und beobachten, daß kuchen und seines Gebäck aller Art in herkömmlicher Weise massenhaft verzehrt wurde. Die „wo man statt der ge⸗ Schwarzbrot ißt. ürchten, daß sie dadurch den Ihrigen 85 95— eine unentbehrliche Speise ent⸗ 8 dunkle, und vor allem für die Zähne weit förderlicher sei als Weiß⸗ brot und das noch feinere Gebäck. Also was wir fordern, ist eden die Verdauung lebhafter anrege nicht lediglich ein notgedrungenes Zugeständnis an den Fri stand, sondern eine an sich für die Gesundheit un— zieherisch⸗wertvoll läßt sie sich gestalten! Sollte nicht in un Jugend sich 2 cht ein lebhaftes Gefühl dafür er⸗ wecken lassen, es sich nicht schickt, daß wir Daheind⸗ bleibenden uns die gewohnten, überflüssigen Gaumen Farblk* während unsere Brüder im Felde so häufig ben! Und wird nicht die Jugend gern verzichten, wenn sie es tut im Interesse der Verwundeten, der Kranken und r in unserem Volke! In dem, was wir aber unserer 7 Jugend anempfehlen, müssen wir selbst das gute Beispiel 15 er Darum, ihr deutschen Frauen, die ihr so große Opfer bringt, scheut diese kleinen nicht!“ » Konzert⸗Verein. Das von vielen Seiten ge⸗ au Verlangen nach ernster Musik und seine Betätigung 5 entlich des Backhauskonzertes hat die. immt, 9 Konzerte in diesem Winter zu veranstalten. finden alle drei an Sonntagen statt und zwar am 17. und 31. Januar und 14. Februar. Der Reinertrag soll wohltätigen Zwecken zufließen. Es ist der 1 1 ganz hervorragende Künst⸗ ler zu verpflichten, so die Königl. r. Kammersüngerin Frau Bosetti aus München, die zusammen mit ofe Trautmann im ersten Konzert auftritt, die 0 be Klaviervirtuosin Frau Elly Ney— van Hoog⸗ straten die Konzertsängerin Fräulein Hedwig Rode aus ee e e in Aussi ommene Böhmische Streichquartett ist gegenwärtig 4 und kann erst in nächster Kon t hier auftreten. Die näheren Pro⸗ — werden zu rechter Zeit bekannt gegeben. Um die 5 nzerte weitesten Kreisen zugänglich zu machen, sind die r wesentlich ermäßigt wor⸗ den. Der Billetverkauf findet schon jetzt in der Musikalienhandlung von Ernst Challier statt. Soweit die Mitglieder des Konzert⸗Vereins, des Saalbau⸗ Vereins und des Akademischen Gesangvereins erste und zweite Plätze entnehmen, werden ihnen, wie das immer ge⸗ dandhabt worden ist, die Vereinsbeiträge in Anrechnung gebracht. . Der Kriegskindergarten wird am kommenden Montag wieder eröffnet. * Feldpostsendungen bis zu 1 Pfund. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Feldpostbriese nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm vom 11. bis ein- schließlich 17. Januar von neuem zugelassen werden. Die Gebühr beträgt 20 Pfennig. ** Arbeitspergebung für Wagner und Schmiede. Von der hessischen Handwerkskam⸗ mer sind 200 leichte Proviantwagen zu alsbaldiger Lieferung übernommen worden. Die Vergebung dieser Wa⸗ gen erfolgt durch die Verdingungsstelle der Handwerkskam⸗ mer, die Hessische Handwerker ⸗Zentral ⸗Genossenschaft in Daxmstadt. Alle Meister, die sich an der Arbeit beteiligen wollen, werden ersucht, sich sofort bei dieser Stelle möglichst . zu melden. Nähere Bedingungen, Zeichnungen und Unterlagen können ebenda eingesehen werden. * Warmes Frühstück. Am 7. Januar, mit dem Schulanfang, wird in unserer Volksschule gleichzeitig mit der Verabreichung von warmem Frühstück(¼ Schoppen warme Milch und ein Brötchen) an bedürftige Kinder der Anfang gemacht. Es werden heuer den Winter über mit dieser Wohltat versehen 340 Mädchen und 372 Knaben. Die dafür aufzuwendenden Mittel betragen täglich 40,40 Mark. Diese Aufwendung wird(durch Stiftungen nur zu einem ganz geringen Teil) aus städtischen Mitteln gedeckt. * Wollkreste für Decken. Die Kriegsfürsorge in Frank⸗ urt beabsichtigt, für unsere besonders im Osten stehenden Truppen im Felde 50000 wollene Decken zu beschaffen. Solche ecken sollen aus wollenen Lappen und Resien hergestellt werden und es ist an alle Frankfurter Geschäste die Bitte um Zusendung derartiger Wollreste gerichtet worden. Diese Absicht kommt einem dringenden Bedürfnis unserer im Felde stehenden Truppen ent⸗ . 11 und auch das hiesige Rote Kreuz unterstützt sie gern und bittet die hiesigen Geschäftsleute um Zusendung derartiger Woll reste. Unsere Hausfrauen können das gute Werk sehr unter- 15 wenn sie ihre Hausbestände nachsehen und die vorhandenen selbst zu Teppichen in der Größe von 1,50 zu 2 Meter zu⸗ ö mensetzen oder doch derartige Reste in der Liebesgabensammel— stelle, Alte Klinik, abgeben würden. 5 * Von hessischer Tapferkeit. Zu dem unter diesen— gestern von uns gebrachten Artikel teilt m uns mit: Bei den in dem erwähnten Buche verzeich⸗ Namen handele es sich um die Väter der n ten, deren Adressen von den Kameraden zengestellt wurden, zu dem Zwecke, Mitteilungen zu hen, wenn dem einen oder anderen etwas zustoßen er der Väter sprach heute auf unserer Redaktion legte uns einen nach dem betreffenden Gefecht da⸗ postbrief seines Sohnes vor. Landkreis Gießen. O heim b. Hungen, 6. Jan. Am 23. Dezember siel, u seindlichen Granate getroffen, der 37jährige Wehrmann Wacker im Landwehr-Jnsanterie-Regiment 87, 12. Komp. interläßt e und ein Kind. Es ist dies das dritte Opfer er leinen Gemeinde. Die beiden anderen sind Wehrmann d Wehrmann Lam p, auch beide Familienväter. 5 Ober ⸗Bessingen, 6. Jan. Der Gesreite und Richt— Dermann Seipp von hier erhielt für sein tapferes und umsichtiges Perbalten im seindlichen Feuer am 14. u. 25. 11. 1914 bei Markirch das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 1 25 Kreis Büdingen. e Wenings, 6. Jan. Der von hier gebürtige Unter- olfizter der Reserve im Res.⸗Infanterie⸗Regiment 1183, Heinrich Flach, Bruder des Gemeinderechners lach, erwarb sich in den Kämpfen in Rußland das Eiserne Kreuz und wurde zum Vizeseldwebel befördert. e eee, * 5 1. Kreis Lauterbach. Aus dem Vogelsberg, 6. Jan. So ernste, stille Sil⸗ ster wie die diesjährige haben unsere Ortschaften während eines schenalters nicht gefeiert.. läuteten auch diesmal die neue Jahr ein, aber kein Schuß krachte, keine Ra⸗ 9 auf, lein Feuerwerk knatterte, kein Profit Neujahr auf den ßen. Man trug dem Ernst der Zeit überall 3 seres kes 1 Maßnahme. Und wie er⸗ 1 F 9 e R Kreis Friedberg. G. K. Bad⸗Nauheim, 7. Jan. In unserer Stadt hat in den Tagen über Weihnachten und Neujahr ein reger Verkehr geherrscht. Viele hier zur Kur und Erholung weilende Kriegsteilnehmer bekamen Besuch aus der Heimat und manches frohe Wiedersehen wurde gefeiert. In den 8 Lazaretten fanden Weihnachtsbescherungen statt. Außer unseren Feldgrauen sind zur⸗ zeit auch noch zahlreiche andere Kurgäste hier. Ein stattliches Bade⸗ haus bleibt den ganzen Winter über geöffnet. An die Feldzugs⸗ teilnehmer werden die Kurmittel frei abgegeben. Für ein behag⸗ liches Unterkommen der Kurgaste ist reichlich gesorgt. Auch fehlt es nicht an Zerstreuung und Unterhaltung. Besonders großen An⸗ klang finden die Nachmittags⸗ und Abendkonzerte der kleinen Künstlerkapelle im Tennis⸗Cafs. Es ist das erstemal, daß im Winter hier regelmäßig Konzerte stattfinden. Auch ist ein Lese⸗ zimmer offen. Kurabgabe wird in den Wintermonaten nicht er⸗ oben. Die gut gepflegten Wege im Park und Neuanlagen sind ets vorzüglich gangbar. Außerdem bieten bei sehr schlechtem Wetter die geräumigen Wandelhallen an den Badehäusern und den Trink⸗ kuranlagen Gelegenheit zur Bewegung im Freien. h Vilbel, 6. Jan. Auf dem Wege zwischen Enkheim und Mainkur sürzte das Fuhrwerk des biesigen Mmeralwasser⸗ händlers Breiter um und begrub die Insassen unter sich. Ein Mann erlitt einen schweren Beinbruch, eine Frau trug Hand- verletzungen davon. 4 Starkenburg und Rheinhessen. 5 m. Offenbach a. M. 7. Jan. Die hiesige Schweine⸗ metz ger⸗Innung hat eine Erhöhung der bis⸗ A Preise der Fleisch- und Wurstwaren eintreten assen, die pro Pfund 10—30 Pfg. ausmacht. Die Preise betragen jetzt pro Pfund wie folgt: Schweinefleisch mit Zugabe 95 Pf., Rippen⸗ und Halsstück 1.20 Mk., Bauchstück 1.10 Mk., Dörrfleisch 1.40 Mk., Solberfleisch roh 1.30 Mk., Lenden und Schnitzel 1.70 Mk., Extra⸗Wurst 1.20 Mk., Leber- und Blutwurst 0.90 Mk., Aufschnitt 1.20 Mk., Brat⸗ wurst 1.10 Mk., Bratwurst grob 1.30 Mk., Schmalz 1.20 Mk. und Wurstfett 0.90 Mk. Kreis Wetzlar. 10 Wetzlar, 7. Jan. Die hiesigen Fabriken sind alle in voller Tätigkeit, soweit das bei dem Mangel an Kräften möglich ist. Die Mitteldeutsche Gerberei und Riemenfabrik arbeitet sogar mit Hochdruck, Tag und Nacht, sogar am Sonntag. Auch die Werke von Leitz, Hensoldt und Seibert haben vollauf zu tun und müssen sogar noch Ueberstunden zu Hilse nehmen. Hessen⸗Nassau. 5 fc. Frankfurt a. M., 6. Jan. Unter dem Vorsitz des brasilianischen Konsuls Dr. Dettmann fand in der Handelskammer eine starkbesuchte Versammlung aus allen Ständen statt, die sich mit der Schaffung einer weit um⸗ spannenden Organisation, zur Hilfeleistung für die im Feindesland e Deutschen befaßte. Den er⸗ läuternden Vortrag hielt Landtagsabgeordneter Oeser (Frankfurt), der dringend vor Repressalien gegen die feind⸗ lichen Regierungen warnte, da dadurch nur die Lage un⸗ serer Landsleute verschlechtert würde. Ein sichtbarer Er⸗ folg könne nur durch die Anlehnung der geplanten Organi⸗ sation an die Auskunftsstellen der Reichsregierung und an das Rote Kreuz erreicht werden. Als Sitz 2 Zentrale wurde Frankfurt seiner guten geographischen Lage wegen empfohlen. Nach längerer Aussprache, die sich durchweg im zustimmenden Sinne äußerte, fand die Gründung eines die Organisation vorbereitenden Ausschusses statt, dessen Vorsitz Staatsminister Dr. Braun(Darmstadt) und Ge⸗ heimrat Dr. Leo Gans(Frankfurt) übernahmen. h. Hochstadt⸗Döringheim, 6. Jan. Auf der hiesigen Station entgleisten heute nachmittag mehrere Wagen des Personenzuges 320 von Frankfurt a. M.⸗Ost nach Hanau. Drei Wagen schlugen sofort um, vier andere blieben in den Gleisen hängen. Von den etwa 25 Insassen der umgeworfenen Wagen wurde eine Frau zu Tode gedrückt, eine andere schwer am Leibe und an der Brust gequetscht. Etwa 10 Personen erlitten mehr oder minder 8 Hautabschürfungen. Von Frankfurt traf nach kurzer Zeit ein Hilfszug mit Sanitäts- und Arbeitspersonal ein. Wie das Unglück entstand, konnte noch nicht festgestellt werden. Der mischtes. „Die dhun uns nischt mehr!“ Es ist gewissermaßen eine Bilanz per Ultimo 1914, die das Oberkommando zieht, wenn es als eins der Hauptresultate der fünf Kriegsmonate die Höhe der in Deutschland internierten Kriegsgefangenen angibt. Die stattliche Zahl von beinahe 600 000 Mann hat allgemein imponiert, und wird, wenn sie zur Kenntnis unserer Feinde dringen sollte, was allerdings deren Regierung möglichst verhindern wird, dort einen nicht geringen Schrecken verursachen. Bedenkt man, daß im Kriegsjahr 1870/71 im ganzen rund 375000 Gefangene gemacht worden sind, und daß in dieser Zahl die Besatzung zweier großer Festungen, Metz und Sedan, mit enormen Summen enthalten sind, so steigt die Bewunderung für die bisherigen Resultate des jetzigen Feldzuges noch bedeutend. Es sind ja hauptsächlich Gefangene, die in offener Feldschlacht gemacht sind, Kombattanten, die, wenn sie nicht gefangen worden wären, uns weiter dauernd als Kämpfer gegenüberstehen würden. Uebrigens hat das Interesse für die Gefangenenlager bei uns, das zunächst sehr lebhaft war, bedeutend nachgelassen. Ebenso war es 1870. Die ersten Gefangenen er⸗ regten nicht bloß in Berlin, sondern überall, wo sie hinkamen, die größte Sensation, und das Publikum drängte sich, sie zu sehen, und leider auch, ihnen Freundlichkeiten zu erweisen. Stettenheim, der Veteran der jetzigen Schriftsteller, erzählt über den ersten Ge⸗ fangenentransport, den er sah, in seinen heiteren Erinnerungen: „An einem schönen Augusttage war die Ankunft der ersten ge⸗ fangenen Turkos und Zuaven gemeldet worden. Die merkwürdigen fremden Soldaten, über welche immer viel Fabelhaftes verbreitet worden war, und denen eine Hauptrolle in dem sich abspielenden Kriegsdrama IN schien, interessierten die Berliner auf das lebhafteste, und in hellen Haufen strömten die Neugierigen nach dem Askanischen Platz, auf dem damals noch die Schienen der Verbindungsbahn lagen. Ich hatte eine Droschke genommen, die mich an die Ecke der Anhaltischen Straße brachte, an welcher der Zug vorüberfahren mußte. In offenen Güterwagen saßen und landen, bewacht von preußischen Soldaten, deren Wassen und Helme bekränzt waren, die armen Gefangenen in ihren bunten, fast theatralischen Kostümen, weniger betrübt, als man erwartet 9 hatte, in die staunende Menge blickend, welcher sie aber gar nicht imponierten, so martialisch die mit dem roten Fes bedeckten Köpfe aussehen mochten. Mein Droschkenkutscher zeichnete diesen Ein⸗ druck durch fünf kurze Worte, indem er sich zu mir umdrehte und sagte:„Die dhun uns nischt mehr!“ Auch die über eine halbe Million Gefangenen, die jetzt in unsexen Händen sich befinden, gtun uns nichts mehr“. Daß diese Schwächung der feindlichen Mächte durch Gefangennahme großer Abteilungen immer erheb⸗ licher werden möge, ist einer unser berechtigsten Wünsche. ——4ä1. q U!—ͤ— 2 märtte. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) le. Frankfurt a. M. Schweinemarktberie vom 6. Jan Ausgetrieben waren 2,30 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 66.00 67.5 Mk., Schlachtgewicht 4.00-. k., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 5.00 66.5 Mk., Schlachtgewicht 82.00— 5. 0 Mk.; vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 67.00-68.00 Mk., Schlachtgewicht 34.0086 Mk., vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Lebendgewicht 67.00— 68.00 Mk., Schlachtgewicht 48(00 Geschaft langsam. le. Frankfurt a. M., 6. Jan.(Orig.⸗Telear. des„Gieh. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27,5 00 00, Kurhessischer Mk. 27.65 00.00, Wetterauer Mk. 00.00 00, Roggen(biesiger) Mk. 23.65 00.00, Gerste(Wetterauer) Mt. 20.50 00.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00— 00.00, Hafer Mk. 22.30 00.00, Mats Mk. 00.00 bis mk. 00.00. Weizenmehl 0 Mk. 43 44.50, Roggenmehl 0 Mk. 35.50— 8, Weizenkleie Mk. 15.00 00.00, Roggenkleie Mt. 15,— (ohne Sack). Blertreber Mk. 20— 20.60, Tie Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision. e. Frautsurt a. M., 6.—(Orig.⸗Teleqr. des„Gießener Anzeigers“) Kartofselmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 7,00- 8,00, im Kleinhandel Mk. 8,00— 9,00 zür je 100 xg. —— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. „Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 8. Januar 1915: Trüb und rennerisch, mild, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Kriegsbilder für den Kaiser. Berlin, 6. Jan. Der Kaiser hat den Wunsch ausge sprochen, sich davon zu überzeugen, welche Resultate die seit einiger Zeit zugelassenen offiziellen Kriegsphotographen auf verschiedenen Kriegsschauplätzen bisher erzielt haben. Die Presse⸗ abteilung des Stellvertretenden Generalstabs hat infolgedessen ein Album der besten Kriegsaufnahmen zusammenstellen lassen, das dem Kaiser in diesen Tagen vorgelegt wird. Der Austausch der Kriegsgefangenen. Genf, 7. Jan. Seit dem Deveschenwechsel des Deutschen Kaisers mit dem Papst liefen bei der hiesigen ngenen⸗ agentur Hunderte dankerfüllter Zuschriften beteiligter Familien ein, welche die Verwaltung der Genfer Zentrale bitten, alles zu tun, um ihre in Frage kommenden Angehörigen bald frei zu bekommen.— Die„Temps“-Meldung von dem Entweichen zahl⸗ reicher Kriegsgefangener aus deutschen Lagern entstammt einer bekannten Lügenfabrik.— Joffre hat dem von ihm auffallend bevorzugten General Puz das Kommando über die bei Thann und Steinbach operierenden Truppen übergeben. Das neutrale Italien. Mailand, 7. Jan. Der Aufruf an die Bepölke⸗ rung, den das vor kurzem in Mailand von einigen radikalen und irredentistischen Deputierten gegründete lombaxdische Komitee für ein Eingreifen Italiens in den Konflikt er⸗ lassen hatte, ist von dem Präfekten beschlagnahmt worden. Ueber 1¼ Millionen russischer Verluste. Genf, 7, Jan. Der Pariser„Matin“ gibt die Zahl der russischen Verluste an Toten und Verwundeten auf 1 650 000 Mann bis zum 22. Dezember an. Rußlands Kriegskosten. Wien, 7. Jan. In den ersten 10 Kriegswochen hat nach amtlichen russischen Angaben die rxussische Staats schuld eine Steigerung von 1785 Millionen Rubel erfahren. Außerdem wurde in dieser Frist Papiergeld im Betrage von 1252 Mill. Rubel ausgegeben. Die Kriegskosten beliefen sich bis zum 13. No⸗ vember 45 1785 Mill. Rubel. Täglich kostete der Krieg(vor dem Eintritt des Kriegszustandes mit der Türkei) an 14 Mill. Rubel. Der Anleihebedarf Rußlands wird unter diesen Umständen als ganz kolossal geschildert. Professor Bilimowitsch verweist im Kijewljanin darauf, daß das kapitalarme Rußland außer stande sei, solche Riesensummen aufzutreiben. Die russischen„Siege“ im Kaukasus. Amsterdam, 7. Jan. Nach einer Meldung des Reuter⸗ schen Bureaus aus Paris hat zwischen dem Großfürsten Nikolai und dem General Joffre anläßlich der russi⸗ schen Siege(7!) im Kaukasus ein Te statt⸗ gefunden. Das Telegramm Joffres schließt mit den Wor⸗ ten: Die Heere der Verbündeten werden durch ihre be⸗ harrlichen und ununterbrochenen Operationen auf allen Kriegsschauplätzen den endgültigen Sieg davontragen. Vernichtung eines russischen Torpedobootes? Berlin, 7. Jan. Wie der Berl.„Morgenpost“ ein Tele⸗ gramm ihres Korrespondenten meldet, verlautet in Lonstanti⸗ nopel, daß bei den Kämpfen im Schwarzen Meer ein russisches Torpedoboot in den Grund gebohrt wor⸗ den ist. Russische Patrioten. i. Köln, 7. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Sofia: Auf Ansuchen des französischen Ministerpräsidenten haben die beiden sozialistischen Minister Frankreichs sich an die Führer der russischen sozialistischen Partei in der Reichs⸗ duma gewandt mit der Bitte, während des Krieges die Be⸗ kämpfung der Regierung des Zaren einzustellen. Die Antwort der russischen Sozialisten scheint nicht zustimmend gewesen zu sein, wenigstens verlautet in der Presse nichts dar⸗ über.— In Odessa ist die Beleuchtung der Häuser ver⸗ boten worden, da man befürchtet, daß Spione sie für ihre Zwecke benutzen können. Die Gesamtverluste der Franzosen. Berlin, 7. Jan. Nach einer Brüsseler Mitteilung der„Kreuzzeitung“ wird in amtlichen französischen Kreisen der französssche Gesamtverlust vom 4. August bis 20. Dezem⸗ ber auf nahezu eine Million Toter, Verwun“ deter und Gefangener angegeben, darunter 20000 Offiziere. Französische Justiz.. (WTB.) Berlin, 7. Jan.(Nichtamtlich) Unter der Ueberschrift:„Ein neuer Völkerrechtsbruch der Franzosen“ teilt der Berliner„Lok. Anz.“ mit, daß eine deutsche Offizierskavalleriepatrouille im September mit einem Auftrag gegen Fonteinebleau 80 Kilometer vor die Front vorgetrieben wurde. Als sie nach Vollziehung ihres Auftrages zurückwollte, sah sie sich 47— der fran⸗ zösischen Armee. In ständigen Zusammenstößen mit dem Feinde verlor sie die gesamten Pferde. Drei Wochen lang marschierte sie zu Fuß, um unsere Truppen zu erreichen, und sah sich schließlich gezwungen, sich zu er⸗ eben. Nunmehr wurde sie vor ein Kriegsgericht gestellt wegen Zerstörung seindlicher Hindernisse und Plün⸗ derung, deren man sie ohne weiteres anklagte. Sie wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.— Der Lokalanzeiger hegt das sichere Vertrauen, daß die deut⸗ sche Regierung in diesem Falle mit genau derselben Energie eingreifen werde, wie sie anläßlich der Ver⸗ urteilung deutscher Sanitätsoffiziere und Mannschaften an den Tag gelegt wurde. Schweizer Kaufleute gegen England. Bern, 7. Jan. Infolge der Hindernisse, melche En land dem Handel zwischen Amerika und der Schweiz in den Weg legt, ist es den schweizerischen Kaufleuten unmög⸗ lich, in Amerika Getreide für die Schweiz zu kaufen. Eng⸗ land verhindert die Verfrachtung nach den italienischen Häfen oder die Verfrachtung von diesen nach der Schweiz. Der Nationalrat Dr. Frey, der Vizepräsident des Schweizer Handels und Industrievereins Zürich, hat sich im— des Bundesrats nach Rom begeben, um die Freigabe der für die Schweiz bestimmten Güter zu ver⸗ anlassen, die in dem Hafen von Genua zurückgehalten werden. Es handelt sich um etwa 4000 Waggons. Verantwortlich für EN u.„Vermischtes 2 Für unsere Krieger. Marsch- Socken n doppeiter- MDH. Paar Mk. 0.50 Militar-Socken woue gestack bar 5k. 2.00 1.65 1.30 1.00 Kniewärmer Wolle, gestrickt. Paar Ik. 2.60 2.00 1.85 1.25 Pulswärmer woue. gestrickt Paar Mk. O. 55 0.45 Handschuhe Finger. Wolle. gestrickt u. Trikot, teldcrau Paar Mk. l. 65 O. 75 Halbhandschuhe n Daumen. Wolle, gestrickt... Paar M 1.00 0.70 Kopfschützer div. Fassons. Wolle, gestr., feldgrau. 5112.00 1.35 1.00 0.65 Seidene Kopfschützer ass.„. 2.00 1.35 Leibbinden„enen cestrickt. k. 2.85 235 1.35 0.75 Leibbinden rann. u. l. 70 1.20 0.60 L. Ao terbofdööhne Seltersweg 20 Giessen Seltersweg 20 Dla ode-Waren Spezialitäten: Wall, Sum, Kurz- in Lungenschütze r.. u 2.50 1.50 1.25 0.75 * aiarbalstnaher Wend Maas ang wur.. 00 S t* 90 0 90— U 0 9 4 E 2 Militar-Trikotwesten mit Aermel(innen mit Futter... MX. 5.75 3.85 pro Pfund Mk. 4.50 4.25 4.00 3.75 Milttär-Jacken ue ee Weun.. a 9.50 8.50 0 8 Militar-Westen mit Aermel, gestrickt, Wolle Mx. 4.75 4.00 3.85 3.50 Samtliche Unterzeuge in bekannt guten Oualitäten und mäßigen preisen In den Kämpfen in Westpolen starben den Heldentod— Leutn. d. Res. Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 Schättler Adjutant des J. Bat. Res.⸗Inf.⸗Regts. Nr. 222. bei Dlutow; Leutnant Müller ⸗Hempfing 5 desselben Regiments, Adjutant des Res.⸗Inf Regts. 22, bei Huta⸗Dlutowka. Wir baben sie geliebt und verehrt und werden sie nie vergessen. Res.⸗Jnf. Regt. 222. 280 Oberst und Rent. 1 Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere lieben Mitglieder Heinrich Hammel II., Aunerod Reservist der 18. Komp. Inf.⸗Regts. Nr. 116 Karl Gerhard, Steinbach Reservist der 1. Komp. Inf.⸗Regts. Nr. 116 Otto Lang, Gießen Kriegs freiwilliger der 1. 2 Infanterie⸗ Regiments Nr. 22 Wir werden ihnen stets denken bewahren. Rabfahrer⸗Verein„All Heil“. 00 ein ehrendes An-; Annerod, den 7. Januar 1015. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Großmutter und Urgroßmutter Elisabethe Lich im Alter von nahezu 90 Jahren durch einen sanften Tod zu erlösen. Die trauernden Hinterbliebenen: Schwester Bertha Velten August Velten und Frau Heinrich Velten und Frau. Gießen, den 4. Januar 1915. 295 Für die überaus zahlreiche Bekun⸗ dung innigster Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege allen herzlichsten Dank. 201 Familie Karl Gorr. Gießen, den 6. Januar 1915. Wiedersehen war seine Hoffnung. Am 23. Dezember starb den Heldentod fürs Baterland auf Frankreichs Erde mein inniast geliebter, unvergeßlicher Gatte, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Pate Wehrmann Ludwig Seiyy Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87, 12. Komp. im 36. Lebensjahre. In tiefem Schmerz im Namen aller: Frau Katharina Seipp geb. Volpert und Kinder. Lollgr, Ebrinashausen, Mainz, Altenburg, Rüdesheim, 7. Januar 1915. Betleidsbezeugungen dankend abgelehnt. In Frankreichs Erde ruht mein Glück Du treuer Gatte kehrst nimmermehr zurück Ach viel zu früh verließest Du die Deinen Die in der fernen. Heimat im Schmerze um dich weinen. Am B. Dezember starb auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland mein inntastgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vaker seiner drei lieben Kinder, mein unvergeßlicher Schwieger sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Paulus Jatob Horn neee, 4 Landw.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87, Kompagnte im Alter von 34 Jabten. 5 In tieser Trauer: Maria Horn, geb. Leinweber u. Kinder Jamilie Leinweber Tamilie Stabel Tamilie Horn Tamilie Balser Jamilie Karl Leinweber. Steinbach b. Gießen. Kriegskindergarfen Viadereröstnung am Montag, den Hl Januar f vormittags 9 L hr. Uicht- Spiel- Has Spielplan vom 6. bis 8. Januar einschl. Das Schreckensthester Attraktionsschauspiel in 3 Akten. Der Luftkurort Wildbad Naturaufnahme. 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Stock Onkel Januar 1915. herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes und Bruders In tiefem Schmerz: Familie Eckhardt Schreinermeister. Schell fische u. Kabliau i. Eis vackung. tadellos lebend frische seinste Nordseeware, soe ben 9 u. 2 August Wallenfels, Gießen, Marktplas 17. Telephon? 2222 Haulbealer liaben Olr.: Hermann Steingoetter. Freitag, den S. Jau. 1915 abends 8 Uhr Freitag Abonn.⸗Vorstellg. Gelvsbnl Gressesermdfing Neuheit! Neuheit:! Der. un in* von Heinrich Ende gegen 185 uhr. Soldaten vom Feldwebel ab⸗ wärts zablen bei allen Vor⸗ stellungen auf 2. u. 3 Parkett na balbe Preise.