4 ur. 4 For Schützengräben Wir 5 furchtbaren Hindenburgs 1 Freundli 5 8 R 3* Erstes Blatt Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zwermal wöchentl.Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl Land. wirtschaftliche 255 n Fernsprech⸗Anschlüsse: für die Schristleitung112 Verlag, Geschäfts stelleö l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis lokal 15 Pf., ausw. 20 Pl.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotafionsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. mittwoch, 6. Januar 1015 Sezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ — Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für„Feuilleton“,„Ver⸗ mischtes“ und, Gerichts- saal“; Karl Neurath; für„Stadt und Land“: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck. * sschritte in Polen. Ein feindlicher Schützengraben nördlich von Arras gesprengt. Neue Rämpfe in Oberelsaß. „ Jroßes Hauptquartier, 5. Jan.(WTB. Amt⸗ lich.) Westlicher Kriegsschauplaß: Nördlich Arras sprengten unsere Truppen einen Schützengraben von 200 Meter Länge und machten dabei einige Gefangene. Spätere Gegenangriffe des Gegners scheiterten.— In den Argonnen wurden mehrere französische Vorstöße zurückgewiesen.— Ein französischer Angriff zwischen Steinbach und Uffholz wurde im Bajonettkampf abgeschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreußen und im nördlichen Polen ist die Lage unverändert. Unsere Angriffe östlich der Bzura bei Kozlow⸗Biskupi und süd⸗ lich machen Fortschritte. Auch nordöstlich Bolimow drangen unsere Trunpen östlichder Rawka über Humin und Höhen nördlich davon vor. Weiter südlich bis zur Pi⸗ liga sowie auf dem rechten Pilica⸗Ufer hat sich nichts ver⸗ ändert.— Der Zustand der Wege und ungünstiges Wetter hinderten unsere Bewegungen. 0 1 Oberste Heeresleitung. * Französische Zeitungen nennen die Bajonettkämpfe bei Steinbach die blutigsten des ganzen Krieges. Englische Blät⸗ ter wußten nach den Kämpfen von Festubert zu berichten, daß„das Blut von Engländern, Franzosen und Belgiern in Strömen“ geflossen sei. An der Bzura und Rawka geht es nicht weniger erbittert zu. Da ist es denn tatsächlich eine Ueberraschung, daß gleichwohl glaubwürdige Mitteilungen verbreitet werden von prächtigem Soldatenhumor und von Handlungen bester Menschlichkeit, die zwischen den Schützen⸗ gräben ausgetauscht worden sind. In den Aufsätzen unserer Kriegsberichterstatter ist mehrfach darauf hingewiesen wor⸗ den. So haben die Russen einen mit Geschenken gefüllten Weihnachtskorb als deutsche Gabe entgegengenommen und in jenen Stunden wirklich von der„Knallerei abgesehen“. Neuerdings sind die englischen 7——— voll von Er⸗ zählungen über die merkwürdige Verbrüderung von eng⸗ lischen Soldaten mit deutschen, die über einen großen Teil der Frontlinie an den Weihnachtstagen in Flandern erfolgt ist. Allenthalben wurden danach Zigarren, Eßwaren und selbst Photographien ausgetauscht; man lachte und sang zu⸗ sammen Lieder und Choräle, wobei einige deutsche Soldaten Mundharmonika spielten, und nahm dann wehmütig vonein⸗ ander Abschied. In einem Brief, den die„Daily News“ veröffentlicht, erzählt ein. vom 6. Cheshire-Regi⸗ ment voller Entzücken, daß die Deutschen sogar an einem englischen Fußballmatch teilgenommen hätten. Wie in einem Brief eines englischen Offiziers in der„Morning Post“ zu lesen ist, ging es so weit, daß eine ganze deutsche Kompagnie, die abgelöst werden sollte, noch zuvor zu den Engländern herüberkam um von den Feinden Abschied zu nehmen! Die„Morning Post“ ist nun gewiß keine unverdächtige Zeugin, und wir werden hinter ihre Verlautbarung ein dickes Fragezeichen machen müssen. Es ist aber keineswegs befremd⸗ ich, daß bei der wochenlangen, furchtbaren blutigen Arbeit die zivilisierten Herzen auch das Bedürfnis haben, Regungen gewohnter Menschlichkeit nachzugehen und den Krieg als das aufzufassen, was er ist: ein notwendiges Uebel. Wir sind keine Barbaren. Mögen die Engländer und die Franzosen es wissen und kundtun, wenn sie gleichzeitig von der glänzenden Tapferkeit unserer Truppen reden. Verzärtelt wird man da draußen wahrlich nicht. Und es besteht keine Gefahr, daß die Soldatenpflichten gegen das eigene Vaterland bei den humoristischen Beziehungen von Schützengräben zu etwa vernachlässigt werden könnten. wollen es dem„Matin“ nicht gleichtun, der die französischen Kämpfer der letzten Tage vor„Sentimentali⸗ täten“ gewarnt und die deutschen Soldaten dabei wieder einmal als„Mörder“ bezeichnet hat. Es ist schon genugsam dafür gesorgt, daß die Erbitterung nicht abnimmt, und die.. in den Schützengräben steht in einem echsel mit der unerbittlichen Strenge von Bede und Ab Es ist auch kein Gedanke, daß unsere der draußen vergessen haben könnten, daß England unser 1 und gesährlichster Feind ist und demnach seine Kämpfer, seien es„Farbige oder Engländer“, alles eher denn geschont werden müssen. Vergessen wir nicht 8 Wort: Je unerbittlicher die Kriegsführung ist, desto eher wird der Friede ermöglicht werden. Wir empfinden den Austausch lleiner außerdienstlicher iten zwischen den Schützengräben als eine Hoff⸗ mung für die Zukunft. Nicht als ob wir damit sagen wollten, Kriege würden fürder nicht mehr geführt werden. Aber unser stolzes, von ausländischen Lästerzungen bisher so vielsach geächtetes Deutschland schlägt die Lügen und Ver⸗ leumdungen von sich nieder. Von allen Seiten angefallen, wehrt es sich mit beispielloser Tapferkeit und zeigt die Tugenden seiner Söhne. Wir Deutschen hätten am aller⸗ wenigsten Grund, uns freundschaftliche Gefühle des Frie⸗ dens gegenüber unseren Feinden zu bewahren, aber es ist eben ein Zeugnis von Deutschlands Kraft und Größe, daß wir es dennoch können! Der mit Deutschland zu schließende Friede aber muß uns dauernde Bürgschaften gewährleisten! *** Erläuterungen zum amtlichen Bericht. oßen Hauptquartiers genannten Orten liegen: los 1½ Kilometer nördlich Sennheim; uns Biskupi 5 Kilometer südwestlich Sochaczew; Humin 18 Kilometer östlich Lowicz, 13 Kilometer südlich Sochaczew; Bolimow 15 Kilometer ostsüdöstlich Lowicz. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. (TB.) Wien, 5. Jan.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. Januar. mittags. Am nördlichen und süd⸗ lichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Beschießung der belgischen Küste. Amsterdam, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Ueber die letzte Be⸗ schießung der belgischen Küste meldet der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“: Das Gewehr⸗ und Maschinengewehr⸗ feuer dauerte von 2 bis ½5 Uhr. Auch sah man viel Rauch zwischen Knocke und Heyst, der vermutlich aus Duinbergen aufgestiegen war. Man sah diesen auch noch am Sonntag, aber Flammen oder Feuer würde nicht wahrgenommen. Vor den Dünen Cadzands konnte man in der Richtung nach Knocke große Tätigkeit wahrnehmen. So weit man sehen konnte, standen noch alle Türme, sowohl die der Kirche von Heyst als auch der von Seebrügge; der Wasserturm, die Leuchttürme von Knocke und Heyst blieben vollständigunbeschä⸗ digt. Dagegen scheint es, als sei der Wasserturm von Brügge vernichtet. Auch am Sonntag wurde wieder heftig geschossen. Aus Sluis wird dagegen dem„Nieuwe Rotterdamschen Courant“ ge⸗ meldet, daß keine Beschießung durch englische Kriegsschiffe statt⸗ gefunden habe. Der Kanonendonner rührte daher, daß die Deut⸗ schen ihre großen Kanonen in den Dünen versteckt gehalten und diese Kanonen nun eingeschossen hätten. Außerdem seien an ver⸗ schiedenen Stellen treibende Schießscheiben ins Wasser gelassen worden, die dann(von den Zuschauern) für englische riegsschiffe gehalten worden seien. Gestern sollen die Deutschen in den Dünen an der niederländischen Grenze große Tätigkeit ge⸗ zeigt haben. Ungefähr 300 Mann seien damit beschäftigt gewesen, eine schwere Kanone in Stellung zu bringen. Von niederländischem Gebiet könne man die Kanonen deutlich wahrnehmen. Der Rest der belgischen Armee. Berlin, 6. Jan. Der Pariser Mitarbeiter der„Neuen ürcher Zeitung“ bestätigt nach einer Meldung der„Köln. ztg.“, daß die belgische Armee furchtbar gelitten habe, so daß sie als vernichtet gelten kann. Die Reste der aus Antwerpen gekommenen belgischen Armee kämpften auf einem kleinen Landstreifen am Meer, der von den Deutschen nicht besetzt werden konnte. Der wirkliche Bestand der belgi⸗ schen Armee werde sorgfältig geheim gehalten. Es können kaum noch 30 000 Mann vorhanden sein. Der französische Bericht. Paris, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Amtliches Com⸗ muniqué von 11 Uhr abends. Die einzigen bisher einge⸗ laufenen Nachrichten betreffen das Ober-Elsaß, wo die Kämpfe in der Gegend von Sennheim mit großer Heftig⸗ keit sortdauern. In der vergangenen Nacht verloren unsere Truppen einen Teil und die Kirche von Steinbach, die sie später wieder eroberten. Morgens eroberten sie das ganze Dorf. Die deutschen Schanzen westlich Steinbach auf Höhe 425 wurden gestern von uns erobert. In der vergangenen Nacht gingen sie einen Augenblick infolge eines sehr heftigen Gegenaugriffes wie⸗ der verloren, aber die Deutschen konnten sich dort nicht behaupten. Die Stellung blieb in unseren Händen. Die Rekrutierung in Frankreich. Lyon, 5. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der„Nouvel⸗ liste“ meldet aus Paris: Die Rekrutierungsarbeiten für die Jahresklasse 1916 haben begonnen. Die Unter⸗ suchungskommissionen erhielten den Auftrag, nur solche Leute in die Armee einzureihen, die trotz ihrer Jugend die Strapazen des Feldzuges auszuhalten vermögen. Drückeberger unter den jungen Franzssen. Paris, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie Clemenceau greift nunmehr auch der„Gaulois“ die vielen Drücke⸗ berger unter den jungen Franzosen an, welche als„fils a papa“ sich um den Dienst in der Feuerlinie herumdrückten und daß sie von der französischen Regierung begünstigt würden. Ad⸗ vokat Chenu meint im„Gaulois“, man könne aus ihnen minde⸗ 8 ein Armeekorps bilden. Clemenccau findet Chenu beschei⸗ und erklärt, mit Leichtigkeit seien zwei zu bilden. Bevor man die Japaner von dem anderen Ende der Welt geholt, wäre es gut, wenn man zuerst der Gesamtheit der jungen Fran⸗ zosen den Weg zur Front zeigen würde. Wie viele Phrasen, habe man nicht über die Einrichtung der allgemeinen Wehrpflicht gemacht; der Augenblick sei gekommen, sie anzuwenden. Von der französischen Kammer. Paris, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der durch die Verfassung geforderte Zusammentritt des Parla⸗ ments zu einer fünfmonatigen Session veranlaßt den „Temps“, die Frage einer eingehenden Prüfung zu unter⸗ ziehen. Der„Temps“ erklärt, die Mobilisierung von 190 Abgeordneten, also einem Drittel der Deputierten, schaffe be⸗ sondere Schwierigkeiten. Da die Kammer in Abwesenheit so vieler Deputierter, wovon einige mit sehr wichtigen Berichten beauftragt seien, unmöglich tagen könne, schlägt das Blatt vor, die Kammern sollten die ihnen notwendig scheinende Zeit tagen und sich dann für einige Wochen zu vertagen, so daß die Ausschüsse ihre Arbeit erledigen und die mobili⸗ sierten Abgeordneten an die Front zurückkehren könnten. So⸗ dann könnte man zu einem von der Kammer festgesetzten Zeit⸗ punkt wieder tagen, um die von den Ausschüssen vorberei— teten Arbeiten zu prüfen. Es gäbe so während der fünfmona⸗ tigen Session drei oder vier Tagungen, je nach dem Willen der Kammer mehr oder weniger lang, welche durch die für die Ausschußarbeit nötigen Zeiträume getrennt werden. Der „Temps“ fügt hinzu, dies sei nur ein Vorschlag, das letzte Wort gehöre den Kammern. Aus Dünkirchen. Lyon, 5. Jan.(WTB Nichtamtlich.)„Progres“ meldet aus Dünkirchen: Der Bürgermeister von Dünkirchen er⸗ klärt in einem Aufruf an die Bevölkerung der Stadt: Der An⸗ griff des Feindes gegen die Zivilbevölkerung am 30. Dezember hat eine große Anzahl Opfer gefordert. Um eine Wiederhol einer derartigen Katastrophe zu vermeiden, müsse die Bevöl⸗ kerung nicht auf der Straße verweilen, wenn deutsche Flug⸗ zeuge die Stadt überfliegen, und sich nicht an den Ort begeben, wo Bomben niederfielen. 0 a „ Die Bedrohung Warschaus. Wien, 5. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) erstatter russischer Blätter melden, Hindenburg absichtige offenbar mit aller Macht Warschau zu for⸗ cieren, doch sei dessen Lage nicht verzweifelt. Beu i gung rufe nur das häufige Auftauchen deutscher Flie⸗ ger hervor. Vier Flugzeuge haben in den letzten Tagen Bomben und Proklamationen herabgeworfen, in denen die polnische Bevölkerung aufgefordert wird, den Deutschen, die Freunde seien, nicht mit Angst entgegenzusehen, sondem sie gut aufzunehmen. Die polnische Bevölkerung solle täglich zwischen 12 und 2 Uhr mittags in den Häusern bleiben, da in dieser Zeit Bomben 8 würden. Basel, 5. Jan. Nichtamtlich) Die„Basler Nachrichten“ melden: Das russische Gardekorps hat sich von der und Rawka zurückgezogen, um über nachten zu Aus ganz Rußland werden neue Re⸗ gimenter nach der i fend von ch Die Aushebung der Jahrestlasse 1915 oltsiaht sich vegrddb0. Amerita und England. 5 Neue Frcte Wien, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„ Prrsse“ meldet: Die amerikanische Regierung hat fate daß die Flotte, die im Begriffe war, zur Eröffnung ausstellung in Francisco nach dem Stillen Ozean abzu⸗ dampfen, im tlantischen Ozean zurückgehalten werde. Dies ist selbstverständlich nicht so zu deuten, daß sich in den Beziehungen zwischen Washington und London eine Krise, die über diplomatische Reibungen hinausgeht, vorbereitet, aber diese Maßregel zeigt, daß Präsident Wilson durch die öffentliche Meinung des Landes gedrängt wird, seinen Standpunkt in der 4 für Amerika so wichtigen Schiffahrtsfrage tatkräftig geltend zu machen und in London durch unzweideutige ndg mer⸗ ken zu lassen, daß seine Forderungen berücksichtigt werden müssen. Die italienische Milliardenanleihe. Rom, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen heben einstimmig hervor, daß die gestern begonnene Zeich⸗ nung auf die Milliardenanleihe einen glänzenden Erfolg haben und eine Milliarde sehr bedeutend überschrei⸗ ten wird. In Rom war der Andrang zu den Emissions⸗ banken und den anderen Bankinstituten, die Seen entgegennahmen, sehr stark. Es war notwendig, einen sonderen Ordnungsdienst einzurichten. Sehr bemerkenswert war der Andrang der kleinen Zeichner, die den Betrag auf eine Obligation von 100 Lire einzahlten. Die⸗ selbe Tatsache ergab sich in den anderen Städten, wo der Andrang ebenfalls bedeutend war.„Idea Nazionale“ zu⸗ folge überschritten schon gestern vormittag in Mailand die Zeichnungen eine Milliarde. Eine rumänische Anleihe. Bukarest, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Vittorul“ meldet: Die rumänische Regierung hat mit der rumänischen Nationalbank eine Anleihe von 200 Millionen Lei . die in 4 proz. Schatzscheinen begeben wer⸗ den soll. Dentsche Flieger über Lüderitzbucht. Amsterdam, 5. Jan.(Ctr. Frkft.)„Reuter“ meldet aus Kapstadt: Zwei deutsche Aeroplane 2 über das englische Lager bei Lüderitzbucht und warfen Bomben ab. Nach den Angaben Reuters haben sie keinen Schaden angerichtet. Die Gefangennahme de Wets. Amsterda m, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Die„Volksstem“ gibt eine ausführliche Beschreibung der Gefangennahme De Wets durch eine Automobilbrigade des Obersten Jordaan, aus der hervorgeht, daß es eine große Arbeit gemacht hat, sich De Wets und seiner letzten Getreuen zu bemächtigen, obwohl die Verfolger mit ihren Automobilen naturgemäß besser daran waren als die erschöpfte kleine Truppe Te Wets. Als De Wet entwaffnet war, sagte er zu Jordaan:„Ich muß dir Glück wünschen über die Art, mit der du deine Arbeit getan hast. Das war verteufelt ge⸗ schickt. Aber ich bin doch froh, daß ich durch einen Afrikaner ga⸗ 1 genommen wurde und nicht durch einen Engländer.“ berst Jordaan war ebenfalls sehr erschöpft. De Wet bot ihm seine Wasserflasche und auch seinen Tabaksbeutel an. Deutsche Gefangene aus Afrita in England. Berlin, 5. pool: In Liverpool machte die Ankunft des D „Akassa von der Elder⸗Dempster⸗Linie mit einer Anzahl deutscher Gefangener aus Westafrika Aufsehen. Die Gefangenen trugen fast alle die leichte Tropenuniform und standen unter Bedeckung malerisch gekleideter Mit⸗ glieder der eingeborenen westafrikanischen Polizeitruppen. Ian.(W. B. Nichtamtlich) Die„Af rie can Mail“ berichtet unterm 25. Dezember aus Liver⸗ 4 F e manben zi eben Eserbchnzug gebracht und nach einem nicht ebenen Bestimmungsort Vom englischen Oberhaus. London, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der parla⸗ mentarische Mitarbeiter der„Times“ erfährt, daß das Oberhaus in der bevorstehenden kurzen Sitzung an die Minister Fragen über den Verlauf des Krieges in den letz⸗ ten Wochen stellen wird. Lord Kitchener wird Gelegen⸗ heit haben, von neuem eine Erklärung abzugeben. Ferner wird sich das Haus mit der Rekrutierung, der Ausstattung der neuen Armee und dem noch immer ungelösten Problem, wie Informationen nach Deutschland durchdringen können, sowie mit der Lage der Zivilbevölkerung im Falle einer In⸗ vasion befassen. Die Regierung wird wahrscheinlich aufgefor⸗ dert werden, über die Prinzipien, von denen sie sich bei der Organisation der Hilfsquellen des Landes für die Fort⸗ setzung des Krieges auf dem Kontinent leiten läßt, klare Aus⸗ kunft zu geben. * 4* Die Kämpfe um Durazzo. Nom, 5. Jau. WTB. Nichtamtlich.) Wie„Giornale d' Italia“ dusführt, wird die Lage bei Durazzo ernster, weil die Auf⸗ ständischen entschlossen sind, die Stadt zu besetzen, von der sie nicht mehr weit entfernt sind. Nach ganz neuen Meldungen, die abends bei der Regierung eingetroffen sind, erscheint gegenwärtig eine Gefahr ausgeschlossen zu sein, da beträchtliche Streitkräfte Essad Paschas energisch Widerstand leisten. Es wird nochmals hingewiesen, daß die in Durazzo und anderen Orten um⸗ gusenden Gerüchte über eine beporstehende Landung italienischer rosen nicht zu der Annahme führen dürfen, daß die Regierung * solchen Maßregel entschlossen sei. Sie entspringen einzig berechtigten Besorgnis der jitalienis und anderen fremden Kolonien. s einzige, was sicher ist, ist, daß die italien ische Re⸗ entschlossen ist, die Sicherheit der Fremden kolonien in zu gewährleisten. Zu diesem Zwecke wird, falls die Auf⸗ chen dazu 15 sollten, Durazzo unmittelbar anzu⸗ ein Trans portschiff zur Verfügung des Admirals Patris „Giornale d'Italia“ bemerkt, daß diese Nachricht den Ge⸗ danken an eine Landing vollständig ausschließt, weil sie die Mög⸗ lichkeit offen läßt, im Falle von schwerwiegenden Exeignissen in.— die bedrohten Fremden auf italien ischen Schiffen unter⸗ zu bringen. Rom, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Giornale d'Italia“ meldet aus urazzo: Die Schlacht zwischen den Truppen Essad Paschas und den Aufständischen dauert in der Umgebung Durazzos mit Heftigkeit fort. Der Ausgang ist noch ungewiß. Aufständischen sind sehr zahlreich und verfügen über 1 Waffen. Der Zusammenstoß zwischen ihnen und den n Essad Paschas wird blutig sein. Essad, der nach Durgzzo n ist, um mit den Mütgliedern des Senats, den Ver⸗ der Fremden und anderen Notabeln im Hinblick auf eine bessere Organisation des Widerstandes und der Verteidigung zu konferieren, wird sogleich zur Schlachtfront an die Spitze der ruppen zurückkehren, die ihm treu sind, um mit den Aufstän⸗ „ 9* 1„Sar⸗ degna⸗ ich immer r. Ihre Anwesenheit beruhigt die geängstigte Bevölkerung der Fremden kolonien. Der frühere türtische Marinemiuister Djemal Pascha ermordet. Berlin, 6. Jan. Der Berl.„Lok.⸗Anz.“ meldet aus Nai xo: Aus Kopenhagen wird berichtet, daß der frühere türkische Marineminister Djemal Pascha, der das Kom⸗ mando des Heeres in Syrien hatte und am letzten Freitag in Jerusalem angekommen war, in seiner Wohnung tot auf⸗ gefunden wurde. Wahrscheinlich liegt ein Attentat vor. 8 Ardagan. Mit der Einnahme von Arda en die Türken alt Besitz wieder erobert, den 20t be en erst im Ber. Liner Frieden entrissen. Auf hoher 0 i Ramazan über den dürfti zählenden Stadt, die in einem tigen, zwie ein großes Amphitheater anmutenden ssel ver⸗ daliegt. Das vulkanische Gestein des Gebirges ge⸗ teilweise lohnenden inbau an den Hängen und 2 veichen Humusboden der Kuraufer wird auch hier ind da Getreide gebaut; doch die Bedeutung Ardagans liegt in erster Linie darin, daß es, dank seiner an den ßen Karawanenstraßen Armeniens, 1 Züpttte te. Es dürfte gro einem lebhaften 8 entwi. . einen Bewohner der Stadt geben, der nicht irgendwie ig im Tale des Kars⸗Ichai verlau Bahm an dem alten Handelsplaz derzeit Die Stadt macht die hohen Berge in sie hineinzudri g Ebeng wird noch verstärkt, wei ließlich das dunkle vulkanische Gestein Um findet. Jeder hat sich angebaut, wo es ihm Ale; und so ist in dem Städtchen ein Labyrinth von ssen und Gäß entstanden, wo der Zu zu manchen höher—— Häusern nur über die Ducher * stehenden, später erbauten möglich ist. Die Häuser sind meist einstöckig; im Erdgeschoß befindet sich der Stall eine Treppe höher wohnt der ttzer mit seiner milie. Ein wenig talabwärts, wo sich die Kura durch 2 drängt, ist auf dem einen Ufer das berühmte ter Wardzia in den Berg gehauen. Die den i sind um 2 durrchziehenden Adern von schwa vulkanischem i 0 gleichsam als die Balken dleses gewaltigen— bchides— 7— wührend— 9—— Sandsi ausgehauen wurden. dieses „Rosen schloß“, das in mehreren en ein- . 2 verbunden werden. i— enklo des en Königin Tamara zu t. ädusern der kaum] So —— — Forts des stärker befestigten Kurs. Im Herbst mußte sich aber die Besatzung nach Kars zurückziehen und überließ die Verteidigung des Platzes der Bevölkerung, worauf die Russen bald einzogen, die Erdwerke und Be⸗ festigungen sprengten, dann aber den Ort bald wieder räumten. In den folgenden Jahren wurde Ardagan von neuem befestigt und als es 1877—78 wiederum zum Krieg mit Rußland kam, leisteten die Türken den beiden von Kars und Achalzuch anrückenden Armeen tapferen Widerstand. Erst als die Russen das Feuer aus 40 schweren Belage⸗ rungsgeschützen eröffneten, wurde die Widerstandskraft der Verteidiger derartig gelähmt, daß die Stadt am 16. Mai gestürmt werden und General Heimann am Tage darauf an der Spitze seiner kaukasischen Truppen auch in die Festung einziehen konnte. Die Russen wurden zwar später zum Rückzug auf die Höhen der Stadt gezwungen, doch erhielten sie beim Friedensschlusse diesen wichtigen Knoten⸗ punkt der Gebirgsstraßen endgültig zugesprochen. Kriegsbriefe aus dem Westen. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Kriegsneujahr in Frankreich. Großes Hauptquartier, 1. Jan. Der Militärattachee einer im Großen Hauptquartier ver⸗ tretenen neutralen Macht erzählte mir kurzlich: Als der Krieg ausbrach, wurde ich zu dem Botschafter un⸗ seres Landes in Berlin berufen, um mich über die Kriegsaus⸗ sichten zu äußern.„Exzellenz,“ sagte ich,„das deutsche Volk muß siegen, weil es siegen will.“ Exzellenz waren erstaunt.„Erlauben Sie,“ erwiderte er mir,„ich verstehe Ihre Worte nicht. Meinen Sie, die anderen mächtigen Völker greifen die kriegerischste Nation der Welt an, wenn sie nicht siegen wollen? Siegen will im Kriege jeder.“ „Verzeihung, das Mißwerständnis ist nicht mein Fehler, son⸗ dern es liegt an der Armut der Sprache. Wollen und Wollen, obwohl das deutsche Volk dafür nur ein Wort hat, ebenso wie unsere schöne romanische Mundart, ist zweierlei. Wenn ein Spe⸗ schäfte macht, so ist das etwas anderes, ein ganz anderes Wollen, als wenn ein Volk, das mitten in seiner friedlichen Arbeit überfallen wird, siegen will, weil es fühlt und weiß, daß Gott mit seiner gerechten Sache ist. Ta ist Wollen und Wollen nicht dasselbe.“. An die Worte dieses klugen Ausländers habe ich heute benken mitssen, als wir im Großen Hauptquartier das neue Jahr feierten. Es liegt in deutscher Art, daß wir mit uns felbst am wenig⸗ shen zufrieden sind, daß wir an uns herumkritteln, ohne zu fragen, ob wir denn nicht viel bessere Menschen sind, als die andern rings um uns. Aber dieses Kriegsneujahr 1915 in fran⸗ zwsischem Lande, das war so ganz deutsche Art und deutsches 1 daß man mit stolzer Selbstbescheidung sagen konnte: ehet, 8 sind wir Drutscken. Sehet, was für ein Volk wir sind. Dem Gottesdienste des Großen Hauptquartiers hatte der Geistliche, Geh. Kirchenrat Göns, das schlichte Bibelwort zu⸗ nde gelegt:„Meine Seele ist stille zu Gott, der uns hilft.“ is war ihm, so alt es ist, neu offenbart worden mitten im Kriege. Denn ein Landsturmmann, der in der Weihnachtszeit nächtlich an der Heerstraße Posten gestanden hatte, hatte dies Wort mit Kreide an sein Schilderhaus geschrieben. Dieser Landsturmmann, den niemand kennt, hat die Neujahrs⸗ predigt an sein Volk gehalten, und der Geistliche, ein so großer Meister des Wortes er ist, hatte nichts zu tun, als die Gedunlen des alten Landsturmmannes zu schildern Fern von der Heimat hält er einsame Wacht um die Zeit, wo seine Lieben daheim zu stiller r hat die jungen Kameraden fiegreich nach Westen ziehen seben, er hat manchen von ihnen bestattet, dessen Heldengrab er zur Weih⸗ nachtsfeier mit einem Kranze geschmückt hat. Nun hört er den fernen Kanonendonner des immerwährenden Kampfes und weiß, daß mancher von denen, die er froh in das Herz des Feindes⸗ landes ziehen sah, nicht mehr wi wird. Aber di werden diese Straße, die nach der Heimat führt, zurückkehren, als Frühling, der reife spenden wer⸗ deren mit Nadelzweigen ausgeschlagenen Hintergrunde der Spruch in Goldbuchstaben prangte:„Ehre sei Gott in der Höhe.“ Nach dem Gottesdienste nahm der Kaiser die Parade der im Großen auptquartier liegenden Regimenter ab. Ein Parademarsch vor dem obersten Kriegsherrn, das muß man sehen, wie unsere alten Landstürmer sich zusammenreißen.„Das machen uns die Jungen doch nicht nach.“ versichern sie. Und die aktiven Regimenter erklären, daß es eine Freude sei, mit den Alten zusammen in die Schlacht zu ziehen. Da lerne man erst, mas das heiße, das Alter FFF Der Land⸗ rm 1 jeder Gruppe ein paar herzer hebende Worte sprach und dabei an die Sberichterstatter des Großen auptquartiers die telegraphisch gem Anspruche hielt, die be Neuje tschaft Vo 5 Voll 1% heiligen Ernstes, zupersicht, so ist unser Kniser seines Feldherr und Vor⸗ bild. Wir werden siegen, wie wür bisher gesiegt haben, weil wir an wollen, weil wir, vom obersten Kriegs herrn bis ärmsten aglöhner, diesen uns aufgezwun Krieg so durch feczten wol- len, daß sie uns für die Zukunft Frieden nicht mehr zu stören wagen werden. kulant seinem Mitbewerber schaden will, weil er schlechtere Ge⸗ der T 8 und Weigenauszugsmehle, aßer mur bis zur von 10 Prozent zugelassen werden. Weizenmehl darf den 8 1 nur 2 85 abgegeben K die auf 30 Teile genmehl, 7 ile Weizenmell ent Dies auch für die Kunden- und Lohnmüllerel Die Vorschristen über 2 VBerfütterungsperbot sind ebenfalls verschärft worden, ittelbereitung verwendet 1 5 t sich auch auf den und Weizen, der mit anderer Frucht gemischt ist, sowie auf Roggen ⸗ und Weizenmehl, das allein mit anderen Mehlen gemischt und zur Brotbereitung geeignet ist. Endlich darf auch kein Brot mehr verfüttert werden, mit Ausnahme von v Brot und Brotabfällen. Die Landeszentralbehörden können die Verwendung von Roggen- und Weizenmehlen zu anderen Zwecken 4 zur menschlichen Nahrung noch weiter beschränken oder ver⸗ ieten. Zur Bereitung von Roggen⸗ und Weizenbrot dürfen Aus⸗ ——— nicht verwendet werden. Weizenmehl muß 30 Proz. Roggenmehl enthalten. Das Weizenmehl kann dabei bis zu 20 Proz durch Nartoffelstäxtemehl ersetzt werden Roggenbrot muß auf 90 Teile Roggenmehl 10 Teile Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl oder Kartoffelstärkemehl und 30 Teile gequetschte oder geriebene Kar⸗ toffeln enthalten. Bei größerem Kartoffelzusatz muß das Brot mit der Bezeichnung„K“ versehen werden. Statt Kartoffel- kann auch Gerstenmehl, Hasermehl und Reismehl oder Gerstenschrot zugeseßt werden. Reines Roggenbrot. zu dessen Herstellung der Roggen bis zu mehr als 93 Prozent durchgemahlen ist, keinen Kar- toffelzusatz zu enthalten. Weizenbrot darf nur in cken bis zu böchstens 100 Gramm hergestellt werden. Die Landes zentralbehör⸗ den Lönnen hierüber zur Einschränkung des Weizenbrotverbrauches anders bestimmen. Sie können auch für Roggen⸗ und Weizenbrot bestimmte Formen und Gewichte vorschreiben. Bei der Kuchen⸗ bereitung darf nicht mehr als dia Hälfte des Gewichts des ver⸗ wendeten Mehls oder mehlartigen Stoffe aus Weizen bestehen. Die Landes zentralbehörden können die Ku i auf be⸗ stimmte ochentage beschränken. In Vackereien, Konditoreien, einschließlich der Ho ien, und in ähn⸗ lichen ben wird alle Nachtarbeit verboten. Roggen⸗ brot von über 50 Gramm icht darf erst 24 Stunden nach Beendigung des werden. des Brotgetreides wie das Verfütterungsverbot tritt am 11. Jamuar, die Verordnung i 15. Januar 1915 in Kraft. * Die Hindenburgspende. Berlin, 5. Jan.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tageblatt“ meldet qus Osnabrück: Die städtischen Kollegien Osnabrücks bewilligten für die Hindenburgspende 5000 Mk. Danzig, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die Stadtper⸗ ordneten bewilligten in ihrer heutigen Sitzung 100000 Mk. für die vom Deutschen Städtetag angeregte Hindenburgspende für die Qstarmee. Aus Stadt und Cand. Gießen, 6. Januar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbafgebielen b Gefreiter d. Res. Richard Wagner II., Ins.-Rgt. 168, aus Griedel.— Leutnant d. Res. und Regierungsbaumeister Reinhard Wiener, Res.-Inf.-Regt. 48, aus Darmstadt.— Landwehrmann Peter Grundel, Inf-Regt. 115, aus Heusenstamm.— Reservlst Friedrich Kuhlmann, Res.-Ins.-Regt. 222, aus Wetzlar-Mieder⸗ girmes.— Res. Friedrich Wegner, Pion.-Regt. 25, aus Stein- dorf.— Landwehrm. Martin Auriga, Inf.-Ers.-Bat. 41, aus Lausdorf.— Obersäger Dermann Clausius, Jäger-Bat. 11, aus Marburg. Landwehrm. August Legner aus Weinbach.— Kriegsfreiw. Heini Haas, Res.-Ins.-Regt. 221, aus Darmstadt. — Landwehrm. Friedrich Törge, Res.-Ins.-Regt 118, aus Groß ⸗ Bieberau.— Landwehrm. Wilh. Dietz, Inf.⸗Regt. 116, aus Hömgen. 0 * Ritter des Eisernen Kreuzes: Kriegsfrei⸗ williger Uffz Engels, Ref-Iuf-Regt. 222 Pef, Rus kat aus Abbach, Festungs⸗Maschinengew.⸗Abt 8. Vizefeld⸗ webel H. Kamphues aus Hagen, früher bei den B schen Eisenwerken in Wetzlar. Uffz. Fritz Gütebier aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 164. Leutn. Ernst Seiler, Thüring. Fußart.⸗Regt. 18, aus Braunfels. ann und Bat. ührer im Landw.⸗Inf.⸗Regt. 81 Bernhard aus mheim a. M.(1. Klasse). Jäger Ernst Thiel im Res.⸗Jäger⸗Bat. 24 und Walter. en, Oberjäger im 11. Jäger⸗Bat., aus Marburg. Uffz. 3 12 n lar⸗Niedergi„beim 2. Garde-Regt. zu Fuß. Vize⸗ feidwebel N im Res.⸗Inf. Gustav Reeh aus Schütze Karl Müller aus Frohn (Dill). inspektor Leutn. d. R Heyl in * Obermusikmeister Löber, der Leiter der Ka⸗ pelle unseres aktiven Regiments, hat das Eiserne Kreuz erhalten. * Die gemeinnützige Rechtsberatungs⸗ stelledes Evang. Arbeitervereins hat auch im ab⸗ gelaufenen Jahre eine rege 3 Sie wurde in 127 Fällen(gegen 115 im Vorjahre) in Anf genommen. Davon betrafen Arbeiterversicherung(28 Kran- kenversicherung, 33 Unfall- und 21 Invalidenversicherung), Angestelltenversicherung 2, Arbeitsvertrag 6, 14, Recht 46, Stra 4, sonstige Fragen 17. den Natsuchenden waren 144 Männer, 28 Frauen. Dem Be⸗ rufe nach gehörten 117 der Ratsuchenden dem Arbeiterstande an, 29 waren Gewerbetreibende bezw. selbständige Landwirte, 14 mittlere und kleine Beamte und 11 sonsti Außer der mündlichen Beratung, die 265 Kon not⸗ wendig machte, war die Anfertigung von 203 Schriftstücken (Eingaben, Verträge, Testamentsentwürfe, Korrespondenz mit rden und Versiche rungsträgern usw.) erforderlich, außerdem erfolgte, soweit no ig, Vermittlung kostenfreier 1 vor dem Reichsversiche⸗ rungsamt Berlin. Auch im letzten Jahre hat die Au Rechtsberatungsstelle noch dadurch auftlärend gewirkt, da CC WCCCCC0C0(C(C(( d Mädchen ian, hebe wear end in das an wunsere. die Vorteile der Arbeiterversicherung hin⸗ Soldaten r Heimat gesandte Weihnachtsgebäck gewiesen . 3 85 dere Se a ae— 0 wie wir waren, weiter 7 einmal glauben werden, daß wir Barbaren sind? wird Ea —— reichen. Früher wurde unser izenvorrat durch enbrot zu essen. kuchen, Stollen, Pfannekuchen, feinen Backwaren usw. A. an ist von jeher ein in den Gr Ar⸗ „„ sen un al eingenommen, doch erhielten es die Türken beim Berlin, 5. n Amtsi . r inne g 0 äte nach mehreren Ri auf Grund der inzwi⸗ 3 sich Ardagan in wenig widerstandsfähigem Zustand. schen gemachten Erfahrungen ergänzt und erweitert. Die Türken beschränkten sich daher darauf, rings um die 10 Roggen ist mindestens bis zu 82 Prozent, Weizen rer de kerne nn Nen: Gelten fl. fe dr 8 1 8— egen, sie betrachteten Ardagan gleichsam als eine Art weit⸗ 1 werden können. Es önnen ferner wir bisher güt⸗ lich tun, während die Bale unserer Ration branzen im Personen. für die 350 Mann des Generalkommandos abgehalten. blutigen Ringen steht und den größten Entbehrungen ausgesetzt ist. Wir müßten uns schämen, wenn wir nicht ein⸗ mal ein so kleines und unbedeutendes Opfer zu bringen ver⸗ möchten. Weihnachten ist vorüber und es sind gewaltige Men⸗ gen von Weizenmehl zu Kuchen verwendet worden. Damit sei es aber genug. Von jetzt ab gehört kein Kuchen mehr in ein deutsches Haus! * Helft unsern tapfern Fliegern. Dank dem Entgegenkommen unserer deutschen Presse hat die Sammlung des Teutschen Luftflottenvereins für die Familien der im Felde stehenden Flieger⸗ und Luftfahrermannschaften sowie für Ver⸗ wundete bezw. die Hinterbliebenen gefallener Militärpersonen der„Deutschen Luftflotte“ bisher einen recht günstigen Erfolg gehabt. Soll die Sammlung aber ihren guten Zweck ganz erfüllen, so darf die Gebelust des deutschen Volkes für unsere tapferen Luftpiloten nicht erlahmen. Man bittet daher, weitere Spenden aus Gießen und Umgegend mit dem Vermerk „Beitrag zur Kriegsluftflotte“ an die Geschäftsstelle des Deut⸗ schen Luftflottenvereins, Ortsgruppe Gießen, an die Mitteldeutsche Creditbank, Niederlassung Gießen, zu senden. Herberge zur Heimat. Nachträglich wird uns von der Weihnachtsfeier in der Herberge zur Heimat berichtet. Sie stand auch unter dem Zeichen des Krieges. Sonst oflegte die Zahl der Gäste dabei so groß zu sein, daß der Saal sast zu eng dafür wurde. Diesmal fanden sie alle an zwei Tischreihen Platz, und ihrer waren nur gegen dreißig. Zumeist waren es alte, verwitterte Kunden von der Landstraße, zum Teil erbarmungs⸗ würdige Gestalten. Fast ganz fehlten die jüngeren, arbeitssähigen Leute. Die hatte wohl zumeist— gewiß vielen zum Segen— der Krieg von der Landstraße weggebracht. Im übrigen verlief die Feier in der gewohnten Weise. Die Familie des Hausvaters er- freute die Gäste durch schöne Vorträge zu vier Händen auf Klavier und Harmonium und durch Deklamation von sinnigen Gedichten. Das zarte„Stille Nacht“ erklang dann aus dem Munde der Gäste selbst unter Hornbegleitung. Das war zwar nicht gerade zart, aber es hatte doch etwas unbeschreiblich Rührendes. Ebenso das alte„O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“. Es zuckte dabei doch in manchem alten Gesicht, als ob verklungene Erinne— rungen in der Seele aufwachten. Pfarrer Schlosser verlas das Weihnachtsevangelium, an das er eine berzliche Ansprache mit Gebet schloß. Vor jedem Platz stand ein Gabenteller mit Zigarren, Tabak, Aepfeln und Weihnachtsgebäck. Dann wurden sie alle mit Speise und Trank reichlich erquickt. Mit das Beste wartete noch am Morgen für sie, wo der Hausvater aus dem von mildtätigen Freunden des Hauses gespendeten Vorrat von Kleidern, Wäsche, Strümpfen und Schuhen austeilen konnte. Dafür, sowie für die Gaben an Geld(75,50 Mk.), an Zigarren, Tabak, Wurst usw. fühlt sich die Herberge allen Wohltätern zu herzlichem Dank verpflichtet. 2 Landkreis Gießen. + Londorf, 5. Jan. Am 1. Christtag wurde, wie wir einem Feldbriese entnehmen, im Standort des Generalkommandos des 18. Reserve-Armeekorps eine erhebende Weihn 8 ach dem Gottesdienst wurden sechs Leute durch Verleihung des Eiser nen Rreuzes ausgezeichnet. Unter ihnen befand sich aus unserer Gemeinde auch der Gefreite Peter Stier. 0 X Grüningen, 6. Jan. Am 3. Januar abends er⸗ eignete sich auf der Straße nach Lang⸗Göns ein Auto⸗ Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte nach sich ziehen können. Ein mit einer Jagdgesellschaft besetztes Automobil kam von der Straße ab und geriet über den Graben in Pflan⸗ zungen und Zäune hinein. Die Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon und konnten, nachdem sie von den Um⸗ wohnern aus ihrer mißlichen Lage befreit worden waren, ihre Fahrt fortsetzen. -m. Hungen, 5. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Gewerbe⸗ vereins hielt 3 abend im Saale der„Traube“ Reallehrer Kahl⸗Darmstadt einen Vortrag, zu dem sich eine zahlreiche Zuhörerschast eingefunden hatte, welche Bürgermeister Fendt mit einer kurzen Ansprache begrüßte. Der Vortragende behandelte dann die Ursachen und den bisherigen Verlauf des Krieges, sowie seine Wirkungen auf das Volks- und Wirtschaftsleben und entwarf ein klares Bild über die gegenwärtige Kriegslage. Besonders scharf verurteilte er das Verhalten derjenigen, die sich durch eine oft ganz ungerechtsertigte Preistreiberei in dieser Kriegsnot noch zu be⸗ reichern suchen. Reicher Beifall wurde dem Redner am Schlusse eines begeisterten und sesselnden Vortrages zu teil.— Nach dein Vortrag wurde eine Sammlung für Kriegszwecke veranstaltet, die den Betrag von 75 Mk. ergab. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 4. Jan. Eine hiesige Witwe, die schon seit einigen Tagen vermißt wurde, ist in einem Wiesengraben an dem Rudloser Weg tot aufgesunden worden. Da sie nur sehr not- dürstig gekleidet war, dürste der Tod durch Erfrieren em⸗ getreten sein. Einer ihrer Söhne ist vor kurzer Zeit in Frankreich esallen und ihre Entfernung dürste vielleicht mit der Trauer über en Tod ihres Sohnes zusammenhängen. Kreis Schotten. O Eichelsachsen, 4. Jan. Von den Folgen des Welt- krieges ist bis jetzt unsere Gemeinde noch, was Menschenleben an- seht, verschont worden. Von den über 50 ausgezogenen, Kriegern ind nur einige verwundet und ein Mann gilt seit Ansang des Krieges als vermißt. 3 Starkenburg und Rheinhessen. m. Hainstadt,. Jan. Ein schwerer Unglücksfall mit tötlichem Ausgang trug sich auf dem hiesigen Gruppen- aswerk zu. Der Gasmeister Milo war in Gemeinschaft mit ö Gasarbeiter Jung mit dem Ausbessern einer Verdichtung des Kanals beschäftigt, der zum Gatometer führt. Infolge des aus- strömenden Gases wurde dieser alsbald betäubt und stürzte in den Schacht. Der Arbeiter Jung kam dem Verunglückten sojort zu Hilse, wurde aber gleichfalls durch das Einatmen des Gases bewußtlos. Der Vorfall wurde von dem Personal bald bemerkt und schließlich die beiden Verunglückten in völlig bewußtlosem Zu- slande hervorgeholt. Die Wiederbelebungsversuche hatten bei dem Arbeiter Jung nach stundenlangen ärztlichen Bemühungen Exsolg, doch gelang es nicht, den Gasmeister Milo ins Leben zurückzu⸗ rufen, da der Tod schon eingetreten war. — Aus Rheinhessen, 5. Jan. Der 17jährige Schmiede ⸗ geselle Peter Mahr teilte seinem Lehrherrn in Wörrstadt mit, dag ihm die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen worden sei. 1 f i Hessen⸗Nassan.. b. Braunfels, 5. Jau. Das Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins, Herr W. C. Muschenheim in New Vork hat eine Spende von 1000 Mark für bedürstige Mitglieder unseres Turnvereins überwiesen, von welchen Angehörige am Kriege teilnehmen. b Frankfurt a. M., 5. Jan. In der Person eines gewissen Lakowski verhastete die Polizei einen falschen Ritter de Eisernen Kreuzes. Der Bursche trug stolz die Kreuze zweiter und erster Klasse, wußte gar gewaltig von seinen Heldentaten zu erzählen und war deshalb allerorten Gegenstand besonde er Auf— merksamkeit. Jetzt entpuppte er sich als ein Schwindler erster Güt h. Höchst a. M., 5. Jan. Ein hiesiger Bürger hat bis auf weiteres jeglichen Bezug von Frühstücksbrötchen aus Wei⸗ zenmehl für seinen Haushalt abbestellt und sich verpflichtet, die dadurch erwachsenden Minderausgaben von monatlich 6 Mk. dem Roten Kreuz zuzuführen. In einem öffentlichen Auf⸗ ruf weist jetzt der Landrat Dr. Klauser auf dieses Beispiel 2 und fordert zur allseitigen Nachahmung auf. Der Landrat st hat sich sofort der Bewegung als zweiter angeschlossen. Gleichzeitig richtet er an die Kreisbewohner die Bitte, während des Krieges nur noch Kriegs⸗ und Kommißbrot zu essen und jeden Kuchengenuß im Hause grundsätzlich auszuschalten. Bandel. g d Wiederausbeutung von Manganerzgruben im Lahngebiet. Man hört aus bergmännischen Kreisen: Die Vereinigten Hüttenwerke Burb sich-Eich-Düdelingen beabsichtigen, den Vetrieb itrer Manganerzgruben an der Lahn in der Nähe von Limburg wieder aufzunehmen. — Kopenhagen, 5. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Nationalbank hat mit Wirkung vom 6. Januar den Diskont⸗ satz von 6 auf 5¼ Pro ent herabgesetzt. — Stockholm. 5. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die 5 hat den Diskont von 6 auf 5½ Prozent herab- gesetzt. Wetteraussichten in Hessen am Donnrrstag, den 7. Januar 5: Abnahme der Bewölkung, meist trocken, wesiliche Winde, etwas Letzte Nachrichten. (W. T. B.) Großes Hauptquartier, 6. Januar, vorm. (Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen setzten estern die planmäßige Beschießung der Orte hinter unserer Front fort. Ob sie damit ihre eigenen Landsleute obdachlos machen oder töten, scheint ihnen gleichgültig zu sein. Uns schadet die Beschießung wenig. Bei Souain und im Argonnerwald bemächtigten wir uns einiger Schützengräben, schlugen verschiedene feindliche An⸗ griffe zurück und machten 2 französische Offiziere und über 200 Mann zu Gefangenen. Auf der viel unmstrittenen Höhe westlich Sennheim faßten die Franzosen gestern früh erneut Fuß, wurden aber mit kräftigem Bajonettangriff wieder von der Höhe geworfen und wagten keine neuen Vorstöße. 50 Alpenjäger wurden von uns gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Ostgrenze und im nördlichen Polen auch gestern keine Veränderung. In Polen, westlich der Weichsel, stießen unsere Truppen nach Fortnahme mehrerer feindlicher Stützpunkte bis zum Sucha-Abschnitt durch. 1400 Gefangene und 7 Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Auf dem östlichen Pilica⸗Ufer ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser zum Ableben Anton v. Werners. Berlin, 6. Jan. Aus Anlaß des Ablebens Anton v. Werners ist an die Tochter des Verewigten aus dem Großen Hauptquartier ein Telegramm des Kaisers ge⸗ langt, das nach dem Berl. Lokalanz folgenden Wortlaut hat: An dem schweren Verxluste, den Sie mit Ihrem Bruder durch den Heimgang Ihres teuren Vaters erlitten haben, nehme ich den wärmsten Anteil. Ich habe in dem Verewigten nicht nur den gottbegnadeten Meister der Kunst verehrt, der mit seinem Pinsel die wichtigsten Begebenheiten der vaterländischen Ge⸗ schichte seinerzeit festgehalten hat und durch seine trefflichen Werke nach uns noch die Geschlechter erfreuen wird, seine glühende Vaterlandsliebe und seine Begeisterung für alles Gute und Edle haben ihm Mein Herz freundschaftlich nahe gebracht. In den Ehrentafeln der deutschen Kunst aber wird der Name Anton v. Werners immer mit goldenen Lettern geführt werden. Gott der Herr tröste Sie und Ihren im Felde stehenden Bruder in dieser schicksalsschweren Zeit, in der das Vaterland so viele seiner treuen Söhne zu betrauern hat. Ich habe meinen Generaladju⸗ tanten, Generalobersten v. Kessel, mit Meiner Vertretung bei der Beisetzung beauftragt. Gez. Wilhelm I. R. 451 Die Kaiserin ließ 2 durch Gräfin Brockdorff noch einmal schriftlich ihr Beileid ausdrücken. Im Auftrage des Kultusministers sprach Ministerialdirektor Schmidt bei Frl. v. Werner vor. Der Kultusminister gab in einer länge⸗ ren Drahtung noch persönlich seinem Beileid Ausdruck. Die Beisetzung wird am Freitag nachmittag im Erbbegräb⸗ nis der Familie in Schöneberg erfolgen. Die Kämpfe bei Steinbach. Berlin, 6. Jan. Ueber die Kämpfe bei Steinbach⸗heißt es in einem Genfer Telegramm des Berl. Lok.⸗Anz.: Die Ge⸗ fechte auf den Höhen von Cernay und um den Besitz des Dorfes Steinbach gehören nach den französischen Darstellungen zu den blutigsten des Feldzuges. Am erbittersten wurde in der Nacht auf Montag um die Steinbacher Kirchenplatzhäuser ge⸗ rungen. Hier erlitten die Franzosen die allerschwersten Verluste. Von einer endgültigen Entscheidung kann, da beiderseits Ver⸗ stärkungen erwartet wurden, keine Rede sein. Die Tapferkeit der 47. Reservedivision. Berlin, 6. Jan. Hohe Anerkennung wurde der Tapferkeit der 47. Reservedivision zuteil. Ihr Kommandeur, General von Bessel, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse und Telegramme seitens des Chefs des Generalstabs im Auftrage des Kaisers und von Generalfeldmarschall von Hindenburg, in denen der Division für ihr tapferes Verhalten an der Seite der Bundesgenossen, be⸗ sonders in den Kämpfen südöstlich Krakau. gezollt wird. Auch Erzherzog Joseph Ferdinand und Feldmars eutnant Roth sandten Glückwunschtelegramme. 1 Dir neuen Aushebungen in Frankreich. Genf, 6. Jan. Die französische Presse, namentlich die Blätter sozialistischer Richtung, führen einen energischen Feldzug gegen die französischen Militärbehörden, denen man vorwarf, daß sie bei der jüngsten Aushebung keine ge⸗ nügend strenge Auswahl getroffen haben. Die Mannschaften seien nicht sorgfältig genug darauf un⸗ tersucht worden, ob sie geeignet sind, die ungeheuren Anstrengungen, die dieser Krieg von jedem im Felde befind⸗ lichen Soldaten verlangt, zu ertragen. Man sei vielmehr ganz summarisch verfahren und habe alles durcheinander genommen, weshalb viele schon nach den ersten Wochen bersagten. Der Aushebungslommission für die Jahresklasse 1916, welche heute in ganz Frankreich das Rekrutierungs⸗ eschäft beginnt, sind vom Kriegsministerium besondere Vorschriften zugegangen, worauf sie ganz besonders auf die physische Tauglichteit der Rekruten im Hinblick auf den Kriegsdienst achten und eine sorgfältige Auswahl unter den Gestellungspflichtigen treffen sollen. Angriffe gegen den französischen Finanz⸗ und Innernminister. Rotterdam, 6. Jan. Aus Le Havre wird berichtet: Nach hier eingetroffenen Pariser Nachrichten ging es in der in Ver⸗ sailles abgehaltenen Hauptversammlung des Generalrats der Seine⸗Departements recht stürmisch her. Mehrere Generalräte, die als Teputierte oder Senatoren eine führende Rolle spielen, wähl⸗ ten die Debatte über das departementale Budget, das einen Fehlbetrag von 6½½ Millionen Francs aufe. scharfe An⸗ griffe gegen den Finanz- und den Innenminister zu richten. Ri⸗ bot kam besonders schlecht davon, weil er in seinen, dem Budget⸗ ausschuß gelieferten Aufklärungen das Vorhandensein„of fe⸗ ner Verrechnungen“ zugeben mußte. Ter Depu⸗ tierte Lauche berichtete, daß nicht einmal in iedens⸗ zeiten so bedeutende Summen an die Presse ausbezahlt worden waren. Der„Matin“ werde hinreichend aus rufsisch⸗ 1 französischen Banken gespeist und könnte seine Ansprüche umso nie⸗ driger bemessen, als ihm jetzt die Times⸗Depeschen kostenlos zugesprochen werden.— Sehr lärmend 3 sich die Inter⸗ pellation über die Veröffentlichung oder besser die Unterdrük⸗ bung der Verlustlisten.„In Deutschland wissen die Angehörigen woran sie sind, aber bei uns herrscht grausame Un⸗ gewißheit und quälende Angst“, rief ein Volksvertreter aus. Die Eingabe eines Ansuchens an den Kriegsminister, der für Ver⸗ besserung dieser traurigen Zustände Sorge tragen soll, wurde be⸗ schlossen. Mehrere Generglräte fielen über die Wahlpolitik des Ministers des Innern Malvy her, der immer noch die Ge⸗ schäfte seiner Partei betreibe. Unzufrieden und mißmutig gingen die Herren auseinander. Die naturalisierten Deueschen in Frankreich. i. Köln, 6. Jan. Die, Ztg.“ meldet aus Genf: Der„Temps“ befaßt sich neuer. Is mit dem Thema der An⸗ wesenheit naturalisierter Deutscher im französi⸗ 7 schen Heere und bezeichnet sie als eine große Gefahr für die nationale Verteidigung, da sie eine Spionage im größ⸗ ten Stil zulasse. Man dürfe diesen Zustand nicht längen mit ansehen. Alle Erklärungen der Ergebenheit an das neue Vaterland hätten absolut keinen Wert. Der„Temps“ fordert die Regierung auf, diesem Zustande durch einen Gesetzerlaß ein 3 Ende zu machen, wonach alle naturalisierten Deutschen und Oesterreicher nur in den Kolonien im aktiven Militär⸗ dienst verwandt werden dürfen. Rußlands Kreditoperationen. Brüssel, 6. Jan. Rußland hat mit der Bank von England und der Bank von Frankreich eine Kreditoperation abgeschlossen, wonach jede dieser beiden Banken dem russi⸗ schen Finanzminister zur Einlösung seiner Londoner und Pariser Januar⸗ Fälligkeiten 250 Millionen Franks gegen 6 prozentige Schatzwechsel vorschießt. Die Kämpfe um Oekermezoe. Pest, 6. Jan. Der Sonderberichterstatter des„Budapest!“ telegraphiert aus den Karpathen: Die Russen haben unter gro⸗ ßen Anstrengungen cinen großen Teil ihrer Karpathenarmee gegen Oekermezoe konzentriert, wo sie durch starkes Artillerie⸗ feuer unsere Angriffe zu erwidern suchen. Die Kämpfe dauern Tag und Nacht an. Unsere Artillerie und Infanterie kämpften heroisch und zwangen den Feind bereits, mehrere Positionen ahl unserer Verwundeten ist verhältnismäßig aufzugeben. Die gering, während die Russen sehr bedeutsame Verluste erlitten haben. Die Stimmung unserer Soldaten ist eine begeisterte.— Eine Depesche des„Pesti Hirlap“ meldet: Mit großer Hart⸗ näcligkeit verteidigen die Russen ihre Stellungen im Latorcza⸗Tal, allein sie werden von unseren Truppen zurückgedrängt. Die Unsrigen verfolgen den Feind energisch. Dieser erlitt im La⸗ torcza⸗Tal bedeutende Verluste. Die amerikanische Einspruchsnote. „ oörn ha gierung. Der„Figaro“ bezeichnet den Wert der amerikanischen Ausfuhr in den letzten Monaten als auffallend hoch, und es sei nicht zu verstehen, wenn die amerikanische Regierung an dieser Tatsache von einer Beeinträchtigung ihrer Ausfuhr England spreche. 2 re zia 0 ist ein großer Idealist, aber es ist ihm nicht eingefallen, gelegentlich der ichts urch Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Ko pen⸗ en: Die Pariser Presse erörtert lebhaft die amerika⸗ nische Einspruchsnote an England. Allenthalben zeigt sich Mißstimmung über die Haltung der amerikanischen Re⸗ Verletzung der Neutralität Belgiens durch Deutschland einen Die„Guerre Soziale“ schreibt: Wilson Einspruch zu erheben. Deshalb ist es auffallend, daß er jetzt so⸗ fort bereit ist, einen Einspruch nach London zu senden, wenn die die Einfuhr von Getreide und Speck nach englische Regierung Deutschland zu verhindern versucht. Der unverkäufliche franzö sische Wein. Genf. 6. mi N 1 legenheit, weil Generalissimus Joffre die Verteil der großen Mengen unverkäuflichen Weines mißbilligt, die die südlichen Departements den verbündeten Truppen— sandt haben. Aus zwei Departements kamen 100 000 Hekto⸗ liter. a In ein deutsches Haus gehört in dieser Zeit kein Kuchen! 1 Terlaud grosser Part dp Noch nie ist so billig verkauft worden Kaufhaus Katz, Giessen, Bahnhofstrasse! en II doch an. Kriegsminister Millerand ist in Ver⸗ 3 3 1 2. * 07 Vaterland starben unsere lieben Korpsbrüder Den Heldentod fürs Stud. med. Erwin Platz Kriegsfreiwilliger im Intanterie-Regiment Nr. 168 am 9. November bei Vytschaete in Belgien Forstassessor Ludwig Frantz Kriegs freiwilliger im Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 21 am 21. November bei Lodz in Russland. Der C. C. der Hassia. Ehre ihrem Andenken! Giessen, Januar 1915. In Rußlands Erde ruht mein Glück. Ach viel zu früh verließest Du die Deinen, Die in der Heimat um Dich weinen. Am 10. Dezember starb den Heldentod fürs Vaterland in Russland mein innigstgeliebter, unvergesslicher Gatte, der treusorgende Vater seiner zwei Kinder mein lieber, unvergesslicher Schwiegersohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Unteroffizier Heinrich Becker Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 18, 5. Kompagnie im 29. Lebensjahre. Wiedersehn war seine Hoffnung. In tiefem Schmerz: Elisabethe Becker, geb. Damm, Hebamme und Kinder. Reiskirchen, Bersrod, den 5. Januar 1915. 201 Am 10. Dezember starb fürs Vaterland auf russischer Erde unser braver, treuer Diener Unteroffizier Heinrich Becker aus Reiskirchen. Wir bedauern seinen Heimgang schmerzlich und werden sein Andenken stets dankbar in Ehren halten. Geheimer Kommerzienrat Heichelheim u. Frau. Giessen, 6. Januar 1915. 262 Gott hat unseren lieben Sohn und Bruder Gustav Deibel Ersatz-Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 99, 11. Komp. im Alter von 25 Jahren am 21. Dezember von seiner am 13. Dezember erhaltenen schweren Verwundung im Lazarett in Belgien erlöst. Wiedersehen war seine Hoffnung. In tiefem Schmerz: Familie Ludw. Deibel IV. Marie Völzel. Wieseck, den 6. Januar 1915. Ach allzufrüh verließest Du die Deinen, Die in der Heimat um Dich weinen. Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge tückischer Krank- heit am 30. Dezember im Lazarett mein lieber bherzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner zwei Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Wehrmann Ludwig Spaar Reserve-Infanterile-Regiment Nr. 116. In tiefer Trauer: Frau Anna Spaar geb. Schäfer und Kinder Familie Spaar Familie Scher. Beuern, den 5. Jauuar 1915. 7. Januar, nachmittags 2½ Uhr, von der Kapelle in Frankreich den Heldentod fürs unser guter Vater, Sohn, Schwieger- Am 23. Dezember starb Vaterland mein lieber Mann, sohn, Bruder und Onkel Ludwig Wacker Wehrmann im Landwehr-In]l.-Rgt. Nr. 87, 12. Komp. im Alter von 37 Jahren. In tiefer Trauer: Anna Wacker, geb. Assmuss, und Sohn Familie Wacker Familie Assmuss Georg Kröll. Rodheim a. d. Horloff, 5. Januar 1915. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen lieben Sohn, unsern guten Bruder Heinrich Baduin im 21. Lebensjahre nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzu⸗ rufen, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. 2¹⁵ Für die vielen Beweise herzlicher Teil nahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen herzlichsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Familien Will und Fen. Klein⸗Linden, 4. Januar 1915. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Baduin. Gießen(Leihgesterner Weg 21, den 5. Jan. 1915. 25 Danksagung. Für die überaus vielen Bewetse herzlicher Teilnahme, sowie sür die zahlreichen B— spenden bei Die Beerdigung findet Donnerstag, den des neuen Friedhofes aus statt. dem Heimgange unseres lieben KLToöchterchens Elisabeth sagen wir auf diesem SWege allen unsern innigsten 007 Die tiesbetrübten Eltern: Heinrich May, Schaffner, z. Zt. im Felde, und Frau. Klein-Linden, den 5. Januar 1915. Danksagung. Für die vielen Bewelse herzlicher Teilnahme sowie für die Kranzspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters und Großvaters Konrad Kröcker 1——— 1 333 1.—— esondere anken wir arrer ernbe für die trostreichen Worte und der Kranken- Danksagung. pflegerin für die liebevolle Pflege. Für die vielen Beweise herzlicher Teil; nahme an dem mich so schwer betroffenen Verluste meines lieben Mannes Heinrich Joft Gefreiter im Res.⸗Juf.⸗Regt. 116, 8. Komp. sage ich allen meinen innigsten Dank. Be⸗ sonderen Dank dem oberhess. Obstbauverein für die erwiesene Aufmerksamkeit. Die trauernden Hinterbliebenen: Jamilie Keller Jamilie Weller Jamilie Sauer. Wleseck, Wellersburg und Gießen, den 5. Januar 1915. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Jost geb. Hahn und Kind. Rödgen, den 4. Januar 1915. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme an dem schweren Verlufte meines lieben unver⸗ geßlichen Sohnes, unseres lieben Bruders, des Kriegsfreiwilligen Heinr. Biedenkopf sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir 5 diesem Wege allen unseren herzlichsten Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen innigsten Dank. 106 Familie Balth. Pfeffer. Großen-Buseck, den 6. Januar 1915. an Insbesondere danken wir den Vereinen, den verwundeten Kameraden sowte den Eisen⸗ bahn⸗Beamten und ⸗Unterbeamten und der Ge⸗ meinde Garbenteich für die dem Berstorbenen erwiesene letzte Ehre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kath. Biedenkopf Ww. geb. Lang. 21¹ Garbenteich, den 5. Januar 1915. 9 ·%ο,ũꝶ,j˖ Gaulhealer lieben Dir.: Hermann Steingoetter. wee ene 8.— 1915 Danksagung. Für die zahlreichen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste f* Series Abonn-Borgeng. unseres lieben Sohnes sagen wir allen unsern innigsten Geivsbnl. Bresse terung) Dank. 225 Neubeit! Neubeit: Die tieftrauernden Eltern: Der b b Bolkslustsptel in. Telegr. Becker und Frau. Venues Ende— 10 ub Giessen, den 5. Januar 1915. 2 1 Al stellungen auf 2. u. 3. 5 e Preise— 86