Erstes Blatt erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; n latt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: sür die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. 105. Jahrgang Dienstag, 5. Januar 1015 Sezugsvreiz: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für dei polit. Teil- Aug. Goetz für„Feuilleton“,„Ver- mischtes“ und„Gerichts- saal“: Karl Neurath; für„Stadt und Land“: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck. orstöße der Franzosen im Gberelsaß. Erfolgreiche nächtliche 1 Gegenangriffe der Deutschen. 1 Der Feind zeigte sich tätig in der Gogend böllige .(i) Großes Hauptquartier, 4. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Abgesehen von mehr oder weniger schweren Artilleriekämpfen herrschte un der Front im allgemeinen Ruhe. Nur bei Thann im Ober⸗Elsaß zeigte der Feind lebhafte Tätigkeit. Nach einem überwältigenden Feuer auf die Höhen west⸗ lich Sennheim gelang es ihm in den Abendstunden unseren zusammengeschossenen Schützengraben auf dieser Höhe und anschließend das von uns hartnäckig verteidigte, in den letzten Tagen öfters erwähnte Dorf Steinbach zu nehmen. . Die Höhe wurde nachts im Bajonettangriff von uns wieder genommen; um den Ort Steinbach wird noch ge⸗ kämpft. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Lage im Osten hat sich nicht verändert. Unsere Angriffe in Polen östlich der Rawka werden sortgesetzt. Oberste Heeresleitung. * 5 Der gestrige deutsche Tagesbericht handelt im wesent⸗ lichen von erbitterten Kämpfen im Sberelsaß. Dort haben die Franzosen wieder einmal versucht, in der Richtung unterhalb Mülhausen unsere Linie zu durchbrechen. Senn⸗ heim liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Mülhausen, am Ostrande der Vogesen, 5 Kilometer östlich von Thann. Der mehrfach genannte Ort Steinbach liegt 2 Kilometer nordöstlich von Sennheim. N Die Höhe westlich von Sennheim ist in den letzten Wochen mehrfach der Schauplatz von Kämpfen gewesen. Sie beherrscht den Eingang in das Wesserlinger Tal und die Straßen, die von Sennheim nach allen Richtungen führen. Am 14. Dezember war es den F gelungen, den Ort Steinbach samt der Höhe zu nehmen. Einen Tag später aber wurde aus dem deutschen Hauptquartier gemeldet, das Dorf sei zurückerobert. 300 Franzosen waren dabei gefangen ge⸗ nommen worden. Ende Dezember wurde von neuen Kämp⸗ sen gemeldet. Die Franzosen haben ein„überwältigendes Feuer“ auf die Höhe gerichtet und die dortigen deutschen Schützengräben zusammengeschossen. So gelang es ihnen, Steinbach zu besetzen. Doch sie sollen nicht zu früh trium⸗ phieren. Von großen strategischen Folgen könnte auch dann nicht die Rede sein, wenn es dem Feind zunächst gelänge, das gewonnene Gebiet zu behaupten. Immerhin würden wohl deutsche Verstärkungen an dieser Stelle notwendig werden, und so ist es verständlich, daß der deutsche Truppenführer versuchte, durch einen furchtbaren nächtlichen Bajonett⸗ angriff die Franzosen wieder zu verjagen. Es gelang denn auch, die Höhe wiederzunehmen. Das Beispiel vom 15. De⸗ zember wird unsere tapferen Truppen anspornen, auch Steinbach zurückzuerobern, ohne daß besondere Truppen⸗ verschiebungen erforderlich werden. Es darf betont werden, daß auch für die ängstlichsten Gemüter kein Grund vorliegt, anzunehmen, die Franzosen könnten dort deutschen Boden überschwemmen. Dazu sind sie zu schwach und die Wacht am Rhein denn doch noch zu kräftig! *** Die Kämpfe in Ober⸗Elsaß. Berlin, 5. Jan. Dem Berl.„Lok.⸗Anz.“ zufolge wird nus Bonfol im Berner Jura gemeldet: Aus dem Ill-Tal und von dessen Anhöhen sind die Franzosen nunmehr völlig verdrängt. Sie haben ihr Hauptquartier in der Richtung auf Belfort verlegt. Westlich Mülhausen wurden alle Ver- suche der Franzosen, aus Thann auszuschwärmen, abgewiesen. Ihre Angriffe, die zum Teil sehr gut von der schweizerischen Grenze beobachtet werden konnten, endeten alle mit einem negativen Erfolge. Man glaubt, daß die Franzosen demnächst das Lorgtal räumen werden. Die Schlachten au der Yser. Berlin, 5. Jau. Eine Schilderung der Schlacht bei St. Georges, eines Dorfes, das auf beiden Seiten der Yser liegt, wird von der„Voss. Ztg.“ gebracht. Als die Deut⸗ schen nach einem heftigen Gefecht von einer Seite der Yser auf die andere übergingen, wurden die Verbündeten durch ein heftiges Artilleriefeuer 1 6 Es entspannen sich die Gefechte vom 27. Dezember, deren furchtbares Artillerie- feuer fünf Stunden andauerte. Es wurde dann ein Angriff mit Flößen versucht. Abends 10 Uhr gelang es endlich einigen tausend Mann, über die Nser zu kommen. Mit ge⸗ fälltem Bajonett durch den Morast watend, versuchten die Franzosen und Engländer die deutschen Laufgräben zu stür⸗ men. Es gelang ihnen nicht. Deutsche Flieger über Dünkirchen. Berlin, 5. Jan. Ueber Dünkirchen erschienen am 2 Januar nachmitt deutsche Flieger, die Bomben abwarfen auf die in den Vororten befindlichen Munitions⸗ und Proviantlager der Franzosen und Engländer, welche bedeutenden Schaden erlitten. Es wurden nach dem„Berl. Tagebl.“ ungefähr 100 Personen getötet oder verwundet. Der französische amtliche Bericht. Paris, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Gestern nachmittag wurde amtlich bekanntgegeben: Nördlich der Lys behaupteten wir die an den vorhergegangenen Tagen gewonnenen Stellungen 500 Meter vor. Zwischen der Oise und Maas zerstörte unsere scckwere Artillerie verschiedene Schanzarbeiten auf dem Plateau Touvent, von wo aus der Feind unsere Arbeiten störte. West⸗ lich und östlich Craonne lebhafte Artilleriekämpfe. Bei Perthes les Hurlus rückten wir 300 Meter vor. Bei Beau Ssjour fand ein Infanteriegefecht statt, in dem wir dem Feinde groß Verluste beibrachten. Im Gruriewald unternahmen die Deut⸗ schen zwei erfolglose Angriffe. Auf diesem ganzen Teil der Front entfaltete die Artillerie beider Parteien eine lebhafte Tätigkeit. Im Gebiete an Verdun und auf den Maashöhen Artilleriekämpfe Wir gewannen noch etwas Gelände auf den Wald von Le Bouchet und Bois le Prétre zu. In den Vogesen besetzten wir einen feindlichen Schützengraben nahe den Schützen⸗ gräben in der Ebene. Bei Ban de Sap und im Tavetal Artilleriekämpfe. Im Oberelsaß behaupteten wir die früheren Gewinne in der Gegend von Thann. Wir beschossen einen Zug im Bahnhof von Altkirch und zerstörten die Eisenbahn zwischen Aspach und Diesbach südwestlich Altkirch an einzelnen Stellen. Im allgemeinen muß die merkliche Verlangsamung, die in der Aktivität unserer Offensibe festzustellen ist, den ununterbrochenen Regenfällen zugeschrieben werden, welche den Boden auf⸗ weicken und überall die Operationen beinahe unmöglich machen. Paris, 3. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt von 11 Uhr abends. Den letzten Nachrichten zufolge ist keine Aenderung der Lage eingetreten. Das Wetter ist beinahe auf der ganzen Front andauernd sehr schlecht. Die Engländer in französischen Hafenstädten. Stockholm, 4. Jan. Laut Nachrichten aus zuverlässigen Quellen herrscht, wie„Dagens Nyheter“ meldet, bei den Zivil⸗ behörden in Frankreich groß: Mißscimmung wegen des allzu eigen⸗ mächtigen Auftretens der Engländer. Die Engländer haben in Le Havre, Boulogne und Calais sich so gezeigt, als ob sie die Herren des Landes seien und die Fran⸗ zosen nichts zu sagen hätten. In allen diesen Städten sind es die Engländer, die die Briefzensur in Händen haben, auch wenn es sich um Post für Franzosen und Belgier handelt. Die Ge⸗ 1 walt über diese Städte haben sich die Engländer angeeignet. Die englische Polizei hält die Ordnung 1 In der Kommu⸗ nalverwaltung greifen englische Beisitzer ein. Alle diese Tat⸗ sachen haben verursacht, daß die Franzosen sich in ihrem eigenen Lande fremd fühlen. Aber alle Klagen über das Benehmen der Engländer sind vergebens. Selbst die französische Regierung ist ratlos und kann keine Abhilfe schaffen. * n Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. (WTB.) Wien, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1915. In den hartnäckigen Kämp⸗ fen im Raume sfüdlich Gorlice, die sich unter den schwierigsten Witterungsverhältnissen abspielten, sicherten sich unsere braven Truppen durch Besitznahme einer wich— n eine günstige Basis für die weiteren Er⸗ kignisse. In den Karpathen keine Veränderung. Im oberen Ungtale nur kleinere Gefechte. Während der Kämpfe der Weihnachtszeit wurden am nördlichen Kriegsschauplatz 37 Offiziere und 12698 Mann gefangen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsbericht⸗ erstatter der„Sonn- und Montagszeitung“ telegraphierte am 3. Januar abends seinem Blatte: Die russische Offensive in West⸗ galizien schien ursprünglich die Umfassung unserer Kräfte über Neu⸗Sandec gegen Krakau zu bezwecken, was eine ähnliche Lage geschaffen hätte, wie in der Schlacht bei Limanowa. Nunmehr steht fest, daß die Russen auf unsere Karpathenkräfte drücken, um un⸗ gehindert frontal vom Dunajec über Bochnia gegen Krakau vor⸗ stoßen zu können. Diese Absicht scheiterte an unseren günstigen Stellungen am Dunajec, wo wiederholte Angriffe der Russen, am heftigsten gestern, unter furchtbaren Verlusten zu⸗ sammenbrachen. Der Vorstoß der Russen gegen den Uzsoker⸗Paß ist ebenso wie die Kämpfe in den Ostkarpathen von untergeordneter Bedeutung. Feldmarschall Erzherzog Friedrich an den Kaiser. Wien, 4. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich des Jahreswechsels richtete der Armeeoberkommandant Feldmar— schall Erzherzog Friedrich an Wilhelm II., den deutschen Kaiser, folgendes Glückwunschtelegramm: Durch monatelanges Ringen für die gemeinsame gerechte Sache inniger denn je verbunden, kämpfen deutsche und österreichisch⸗ ungarische Armeen in unerschütterlicher Zuversicht mit vereinten Kräften gegen den wiederholt geschlagenen, aber noch nicht nieder⸗ gezwungenen Feind. Wie mein allergnädigster Kaiser, König und Herr, bitte ich namens der mir unterstellten Streitkräfte auch Ew. Majestät, Allerhöchstseinen treuen Verbündeten, den alle beseelen⸗ den Wunsch endgültig zu siegen, dem die Erfüllung mit Gottes Hilfe nicht versagt bleiben kann, als Wunsch für das kommende 1 entgegenzunehmen. Erzherzog Friedrich, Feld⸗ mar 5 Hierauf ist folgende Antwortdepesche eingegangen: Ew. Kaiserlichen Hoheit sage ich meinen aufrichtigen Dank für die mir gleichzeitig namens der unterstellten Streitkräfte aus⸗ esprochenen Neujahrswünsche. Auch ich sende Ew. Kaiserlichen oheit meine herzlichsten Wünsche und bitte, dieselben auch den braven österreichisch⸗ungarischen Truppen zu übermitteln, die im verflossenen Jahre eine so feste Kriegskameradschaft mit den Deut⸗ schen bewiesen haben. Weiter mit vereinten Kräften und Willen zu siegen, im Aufblick zu Gott, dann wird der endgültige Erfolg unserer gerechten Sache nicht fehlen. Wilhelm. Eine Ansprache des österreich⸗-ungarischen Armee⸗ oberkommandierenden. Wien, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Der Armeeoberkom⸗ „[die Hand reichte. mandant Erzherzog Friedrich empfing im Kriegspresse⸗ quartier die vereinigten österreichisch-ungarischen und aus⸗ ländischen Kriegsberichterstatter und Künstler und ließ sich die Erschienenen einzeln vorstellen, wobei er einem jeden Er hielt darauf an die Versammelten eine Ansprache, in der er zunächst für die ihm dargebrach⸗ ten Neujahrswünsche dantte und dann fortfuhr: Ich habe die Gelegenheit benutzt, um Ihnen für Ihr erfolg⸗ reiches Wirken sowie für die loyale und patriotische Haltung der Presse meine besondere Anerkennung a sprechen. Ich hoffe, daß Sie Ihre Pflichten in patriotischer Weise erfüllen werden. Sie werden in der nächsten Zeit Gelegenheit haben, gruppen weise an die Front zu kommen und dort die bewundernswerte Hal⸗ tung unserer heldenmütigen Truppen aus eigener Anschauung ken⸗ nen zu lernen. Ich bin überzeugt, daß Sie die besten Eindrücke gewinnen und diese zum Wohle der gemeinsamen großen Sache verwerten werden. Kaiser Franz Josef an den Papst. (WTB. Wien 4. Jan.(Nichtamtlich.) Auf ein Tele⸗ ramm des Papstes Benedikt XV. erwiderte Kaiser Franz Josef mit folgendem Telegramm vom 1. Januar: a Tief gerührt von den Gefühlen christlicher Nächstenliebe, die Ew. Heiligkeit zu der hochherzigen Initiative bewogen haben, welche auf den Austausch der für den Militärdienst als untauglich er⸗ kannten Kriegsgefangenen abzielt, habe ich bereits auf telegra⸗ phischem Wege meinen Botschafter beim Heiligen Stuhle beauftragt. dem Kardinalstaatssekretär mitzuteilen, daß meine Regierung diesem liebreichen Vorschlag grundsätzlich von Herzen zustimmt, und daß sie sich beeilen wird, mit den in Betracht kommenden Staaten in Verhandlungen einzutreten, um den Vorschlag Ew. Heiligkeit seiner praktischen Verwirklichung zuzuführen. Berlin, 5. Jan. Zum Austausch der Kriegs⸗ untauglichen erfährt der„Berl. Lok.⸗Anz.“ aus Rom: Im 2 s 5 2 der eee 3 denen ie ehr in die Heimat ermöglicht werden solle, auf mi 50 000 geschügt 9 ö solle, auf mindestens * 1 f* Die deutschen Angriffe in Polen. Berlin, 5. Jan. Nach einer Meldung des„Berl. Lok⸗ Anz.“ hätten die Deutschen gestern abend versucht, auf das rechte Ufer der Weichsel überzusetzen. Ftalien und der Weltkrieg. . Rom, 4. Jan. Im„Mattino“ veröffentlicht Scar⸗ foglio, der bisher nicht zu Deutschlands Freunden gehörte, einen Artikel, in dem er den Wahnsinn des hierzulande grassierenden Belgierkultus verspottet und die Demonstranten für Belgien als Narren bezeichnet. Er fährt dann betreffend Deutschlands fort: Gegen ein solches Volk wollen die Narren und Verbrecher in Italien uns hetzen. Dieser unser angeblicher Feind halt ganz Belgien und acht Provinzen Frankreichs besetzt. 2 in zwei fürchterlichen Schlachten niedergeworfen und ihr Heer der ersten Linie fast total vernichtet. Er hat 12 000 Kilometer strategi⸗ scher Bahnen auf französischem Boden gebaut, um seinen Offensiv⸗ 1— in Frankreich wieder aufzunehmen, und besitzt nach der Ver⸗ icheru die fast alle dem berühmten Landsturm angehören. Und warum sollten wir uns in dieses furchtbare Abenteuer stürzen gegen ein Volk, das uns nie etwas zu leide tat, das über 30 Jahre un Verbündeter war, dem wir die Erfolge von 1859, dem wir Venedi und Rom verdanken? Scarfoglio weist auf Italiens Interessen hin, den Konflikt von der Adria fernzuhalten und mit Oesterreich⸗ Ungarn vereint große Politik zu treiben. Wir sind fest überzeugt, schließt er, daß binnen wenigen Monaten Rußland und Frankreich aus dem Konflikt ausscheiden werden, und daß dann der 2 auf seine natürliche Grenze, nämlich ein englisch⸗deutsches 4 zurückgeführt sein wird. ** Eine englische Kriegserfindung. Berlin, 4. Jan.(ctr. Blu.) Einem Telegramm des„Berl. Tagebl.“ aus Rom zufolge wird aus London über ein neues Systenr zur Zerreißung der deutschen Stacheldraht⸗ verhaue berichtet. Es handelt sich um Granaten, die entweder mit der Hand oder durch Infanteriegewehre auf eine Entfernung von 50—100 Metern geschleudert werden. Die mit zwei Haken ver⸗ sehenen Granaten haken sich im Stacheldraht fest und werden alsdann durch eine Stahlschnur, die in der Hand des Schützen ist, gewaltsam zrrückgezogen. Dadurch werden die Stacheldraht⸗ verhaue aufgerissen oder die Stützpfähle umgestürzt. Mannschaften der„Emden“ wirken fort. (WTB.) Basel, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Den„Bas. Nachr.“ zufolge ist in Mailand eine Meldung aus Schanghai eingetroffen, daß der Hafenkapitän von Rangun in Britisch⸗ Burma die die benachbarten Gewässer befahrenden Schiffe vor dem Dreimaster„Agoche“ warnte, welcher mit deut⸗ schen Matrosen, dem Reste der Besatzung der „Emden“, und vier Maschinengewehren an Bord die Ope⸗ rationen gegen die Handelsschiffahrt fortsetze und bereits viele Küstenfahrzeuge versenkt habe. Auch der Kohlendampfer„Oxford“ sei von den Deutschen genom⸗ men und in einen Hilfskreuzer umgewandelt worden. Diese Schiffe seien der Verfolgung durch die Flotte der Verbündeten bisher immer entronnen. Der Untergang der„Formidable“. (WTB.) Paris, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Der Unter⸗ gang des englischen Linienschiffes„Formidable“ in rankreich einen erheblichen Eindruck gemacht. Die Blätter trösten sich damit, daß das Schiff veraltet war.„Echo de er hat die Russen ng der„Times“ noch über vier Millionen Mann Reserven, 4 1 . 75 r n Faris“ schreibt: Nach uns zugegangenen Nachrichten wurde die„Jormidable“ von einem deutschen Unterseeboot schossen. Die Vergeltung wird nicht auf sich warten Iassen.— Der„Temps“ schreibt: Wenn wirklich ein deut⸗ 5 Unterseeboot den Untergang der„Formidable“ ver⸗ ursacht hat, so hat die deutsche Unterseeschiffahrt eine neue kühne Tat vollbracht. Es darf an Churchills Worte erinnert werden, daß England jeden Monat einen Ueberbreadnought verlieren lönne, ohne daß seine Seevorherrschaft erschüttert werbe.— Die„Liberté“ schreibt, die englische Flotte sei mächtig genug, das Meer von dem Schwarm von Unter⸗ seebvoten zu säubern, die mit einer Kühnheit vorgingen, welche unbedingt gebändigt werden müsse.—„Lyon Re⸗ publicain“ erklärt, Deutschland gleiche die— heit seiner Hochseeflotte durch seine hervorragende 5 rüstung für den Unterwasserkrieg aus. Die englische Admi⸗ ralität werde wahrscheinlich andere Maßregeln anwenden, um den plötzlichen mörderischen Angriffen entgegenzu⸗ treten, welche zu ernsten Fehlern in ihren Berechnungen führen könnten, wenn ihnen nicht Einhalt getan würde. London, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu⸗ terschen Bureaus. lleber den Untergang der„Formidable“ sagt ein geretteter Matrose folgendes aus: Die meisten hatten sich zur Ruhe begeben, als die Explosion erfolgte. Nachdem der Kapitän hatte, daß etwas Ernsthaftes geschehen sei, gab er Befehl, die Boote auszusetzen. Tas war allein an Stenerbord mög⸗ lich, da das Schiff nach dieser Seite überholte. Als die Geretteten das Schiff verließen, sahen sie viele auf dem Achterdeck stehen, von denen die meisten eine Pfeife oder eine Zigarette rauchten. Der Kapitän stand, mit seinem Hunde neben sich, und eine Zigarette im Munde. Seine letzten Worte waren:„Haltet Euch gut Leute, alles geht gut. Keine Panik, zeigt Euch als Briten.“— Der Ma⸗ trose wurde nach dem Untergang des Schiffes betäubt aus dem Wasser gezogen. Die Beschießung der englischen Osttüste und das Völterrecht. Berlin, 4. Jan. WTB. Amtlich.) Die„Norddeutsche 11 Zeitung“ schreibt: Die Beschie ung der drei englischen Küstenplätze Hartlepool, Scarborough und Whitby deutsche Seestreitlräfte ist in der englischen Presse als völkerrechtswihrig angegriffen worden. Es wird uns seworfen, daß wir offene Plätze ohne vorherige Ankündigung en und dadurch den Tod zahlreicher Ziwilperspnen herbei⸗ geführt hätten. Die Vorwürfe sind völlig unbegründet Zunächst Unterliegt es keinem Zweifel, daß, wir bei einer Beschießung durch Seestrritfräfte an völkerrechtliche Vertragsbestimmungen nicht ge⸗ unden sind, denn der einzige in Betracht lommende Vertrag, das neunte Haager Abkommen, betreffend die Beschießung durch Seestreitkräfte in K ee en vom 18. Oktober 1907, findet in dem gegenwärtigen Kriege an sich keine Anwendung, da er nicht von sinnlichen Kriegführenden ratifiziert worden ist und mithin, gemäß Art. 8 auch die Vertragsmächte nicht bindet. Die Bestim⸗ gen des Abkommens müssen daher nur insoweit beachtet werden, als sie den allgemeinen völlerrechtlichen Grundsätzen entsprechen. Oh hiernach die Beschießung unverteidigter Plätze verboten ist, steht micht ohne weiteres fest, da beispielsweise englische Seestreitkräfte im Krimkriege offene russische Küstenplätze bombardiert haben. Gleichwohl haben sich die deutschen Seestreitkräfte streng an Bestimmungen des Haager Abkommens gehalten. Nach Art. 1 un 2 unterliegen der Beschießung alle verteidigten Plätze sowie alle militürisch verwendbaren Einrichtungen in unverteidigten Plätzen. Boraussetzungen treffen hei den von unseren Seestreitfrüften eu englischen Küstenmätzen zu. Hartlepool gehört nach der amtlichen britischen„Monthly Army List“ zu den Coast De⸗ 0(Küstenbefestigungen), die in Friedens- und Kri iten von — beseyt sind. Diese haben auch die an⸗ 5 deutschen Schiffe aus ihren Batterien beschos⸗ en. Scarborvngh ist zwar nicht in der britischen Armerliste aus⸗ als befestigter Küstenplatz verzeichnet, doch befindet sich hart am Nordrand der Stadt eine durch Drahtverhau geschützte, von See aus deutlich erkennbare Schanze mit einer nach See ge⸗ richteten Batterie von sechs 15⸗Ctm. S en, ferner auf Scarborough Rock eine Kasernenanlage(Baracke) und am der Stadt eine amtlich verzeichnete Funlenstation. Phitby hat nach der amtlichen britischen„Monthly Navy List“ eine Küstenwacht⸗Signalstation, die in Krieg und Frieden von der britischen Marine bedient wird. Die deutschen Seestreitkräfte haben nur auf diese Station geschossen, wie dies auch britischerseits zu⸗ r Daß die in Art 2 Abf. 1 und Art. 6 des Haager s vorgesehenen Ankündigungen der Beschießung ohne Ge⸗ der Erfolge nicht ergehen konnten, und daher auch nach angeführten Destmmungen nicht zu ergehen brauchten, ergibt sich ohne weiteres aus der militärischen Sachlage. So bedauerlich ist, daß den Angriffen der deutschen Schiffe auch Zivilpersonen Fer f gefallen sind, so nachdrücklich muß nach den vorstehen⸗ Ausführungen betont werden, daß sich diese Angriffe durchaus 1* Grenzen der völkerrechtlich erlaubten Kriegführung gehal⸗ Der neue Vizetönig von Irland. London, 4. Jan.(WT. Nichtamtlich.) Meldung des . n 1 ist als Nach⸗ n Lord en z elönig von Irland er⸗ nannt worden. nber 2 5 1 Der russische Bericht aus dem Kaukasus. Petersburg, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stab der Laukasus- Armee teilte gestern abend mit, daß der Kampf um Sarykamisch am 2. Januar bis in die Nacht hinein mit äußerster Erbitterung fortgesetzt wurde und daß die Türken enorme Verluste erlitten haben. In den anderen Gegenden sei nichts Wichtiges vorgefallen. Eigenartige„Irrtümer“ im französischen Gelbbuch. Berlin 1. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Die„Nord⸗ Deutschr Allgemeine geitung“ schreibt: Es erfordert Zeit, das um⸗ fangreiche französische Gelbbuch durchzustudieren. Nimmt man sich aber die Mühe, sa macht man beim genauen Studium immer über⸗ raschendere Entdeckungen. Man sieht, wie ein Werk zustondegekom⸗ men ist, wie Dokumente nachträglich ad usum Delphini zurecht⸗ demacht worden sind, ist aber zugleich erstaunt, zu finden, wir wenig Mühe sich die Redaktoren gegeben haben, die Flüchtigkeit ihrer Arbeit zu verbergen. Wir wollen darüber hinweggehen, daß mehrfach Daten 1 verändert sind, wie z. B. daß bekannte russische Ministerrat vom 25. Juli, der unter dem des Zaren die Mobilisation gegen Oesterreich endgültig be⸗ sen hat, vom französischen Botschafter Palsolugue in dem Be⸗ vom 25. Juli, Nr. 38 des Gelbbuches, auf den 26. Juli verlegt wird. Hier kann es sich vielleicht um ein Versehen han⸗ deln. Immerhin sind das Versehen, die die neutralen Leser leicht in die irrtümliche Vorstellung versetzen können, daß noch am . Rußland nicht daran gedacht habe, irgendwelche mili⸗ —8 1 2 2 wie dann auch 3 in ericht n Sasonow seine ganze Mäßigung be⸗ wahrt und erklärt habe, alles zu— was de kerihe beschleunigen könnte. Jedenfalls aber liegt es nahe, ber solchen auffälligen Druckfehlern an etwas anderes zu denken als an ein— des Redakteurs des Gelbbuches, denn Palsolugue kann den Bericht in dieser Form am 25. Jult Viel bezeichnender für die Art, wie das französische Gelbbuch Riegen . 1 en matischer ulari enten in Deutsch⸗ land, en Dokumenten des i ersten für den Kriegswillen Deutschlauds liefern soll. Es heißt dort im fünften Absatz:„Wenn über den Kaiser dis⸗(5 Rathaus fand standsfitzung des kutiert wird, wenn der Kanzler 1— ist, so war v. Kiderlen während des letzten Winters der besigehaßte Mann in Dentschland, indessen fängt er an, weniger unbeliebt zu sein, denn er läßt hören. daß er seine Rache nehmen wird.“ Wie wir alle wissen, ist der in Deutschland allseitig verehrte Staatssekretär v. Kiderlen⸗ Wächter leider schon im Dezember 1912 gestorben. Der nach⸗ trügl iche Fabrikant der Note vom 30. Juli 1913, der v. Kiderlen noch sechs Monate nachseinem Tode erklären läßt, daß er sich mit Rachenlänen gegen Frankreich beschäftigte, hat daher etwas aberflächlich gearbeitet. Die französische Regierung hätte,. wenn sie für die Zusammenstellung der Deutschland betreffenden Dokumente im Gelbbuch schon niemand finden konnte, der über die inneren deutschen Stimmungen und Verhältnisse früherer Jahre wirklich Bescheid wußte, damit wenigstens solche Leute be⸗ auftragen sollen, die das Konversationslexikon zu benutzen verstehen. Aus dem Reiche. Ein Erlaß des Königs von Bayern am Vorabend seines Geburtstages. München, 4. Jan.(WTB Nichtamtlich.) Die Korre⸗ spondenz Hoffmann meldet: Der König hat an den Staats⸗ minister des Innern Frhrn. v. Soden folgendes Handschrei⸗ ben gerichtet: Seit vollen fünf Monaten stehen Deutschlands beste Söhne in schwerem Kampfe vor dem Feinde. In kraftvoller Entschlossen⸗ heit ist die ganze Nation geeint. Jeder Deutsche ist nur von dem einen Gedanken beseelt: freudig die Opfer zu bringen, die der Schutz und die Ehre des Vaterlandes uns auferlegen. Unter dem mächtigen Eindruck dieser Tatsachen gehe ich in diesen Tagen einem wichtigen Lebensabschnitt entgegen. Ich habe den dringenden Wunsch ausgesprochen, daß von größeren Festlichkeiten anläßlich meines 70. Geburtstages Abstand genommen werde. Dieser Wunsch wird überall verständnisvolle Aufnahme finden. Es liegt mir aber am Herzen, gerade am Vorabend meines Ge⸗ burtstages die Empfindungen auszudrücken, die mich in dieser großen Zeit bewegen. Mit stolzer Freude und Anerken⸗ nung blicke ich auf die tapfere bayerische Armee, die in heldenmütigem Kampfe durch die herrlichen Waffentaten ihren alten Ruf befestigt und sich als würdiges Glied des deutschen Heeres erwiesen hat. Mit stiller Wehmut gedenke ich der Helden, die in dem gewaltigen Ringen ihr Blut für das Vaterland vergossen haben, und aller Familien, die den Verlust teurer Angehöriger betlagen. Herzlich Dank sage ich dem ganzen bayerischen Vol le. das in dieser ernsten Zeit seine Liebe zum Vaterland und zum Königshause so glänzend bewährt und unter Zurückstellung aller trennenden Gegensätze nur ein Ziel vor Augen hat, dem Baterlande zu dienen. In einem langen Leben war mein Be⸗ mühen darauf gerichtet, das Land und seine Bedürfnisse kennen 22 und mir Erfahrungen darüber zu sammeln, was dem lte frommt. Erst seit kurzer Zeit von der Vorsehung zur Re⸗ gierung berufen, ist es mein stetes Bestreben, diese reichen Erfah⸗ rungen zum Wohle des Landes zu verwerten. Felsenfest ist meine Zuversicht, daß ein siegesreiches Niederringen unserer Feinde uns einen dauernden Frieden sichert, der wert ist der schweren Opfer und mir die Möglichkeit gibt, Land und Volk wieder vorwärts zu führen auf dem Wege wirtschaftlicher Erstarkung und kultureller Entwicklung. Gott schütze mein liebes Bayern! Er schirme Kaiser und Reich und verleihe den deutschen und den in treuer Waffen⸗ brüderschaft verbündeten österreichisch-ungarischen Heeren den Sieg über unsere Feinde! Dies ist der innige Wunsch, mit dem ich zu meinem 70. Geburtstage meine lieben Bayern begrüße. Ich er⸗ suche Sie, mein lieber Staatsminister, diesen zu veröffent⸗ lichen und gleichzeitig bekannt zu geben, daß ich anläßlich meines Geburtstages eine Spende von 100000 Mark zur Ver⸗ fügung stelle mit der Bestimmung, daß sie zur Fürsorge für die 1 der Kriegsteilnehmer und zur Linderung der durch den eg verursachten Notlage verwendet werde. Eine Vorstandssitzung des deutschen Stüdtetages. Berlin, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Im Berliner am Vormittag eine stark besuchte Vor⸗ 1* Städtetages tt. wurden zahlreiche wichtige Fragen, Kriegsmaß⸗ nahmen betreffend, erörtert. Besonders nachdrücklich wurde allerseits die Ueberzeugung ausgedrückt, daß Regelung der Nahrungsmittelfrage zielbewußte—— aller beteiligten Stellen erforderlich seien. Besonders not⸗ wendig erscheint zurzeit die sofortige Verwendung des starken Ueberauftriebes von Schweinen durch Herstellung und An⸗ kauf von Dauerwaren. In letzter Hinsicht kann auch die Bevölkerung, indem sie selbst den zukünftigen Bedarf deckt, tatkräftig mitwirken. verlustliste. Infanterie-Regiment Kuiser Wilhelm Nr. 116, Gießen. Res. Karl D(2. Komp.) gestorben i it i s. Karl Decher(2. 1 57 infolge Krankheit im] Einschrän Kriegslazarett St. Berichtigung früherer Angaben. Kriegsfreiw. Theodor Henn(1. Komp.), Braunfels, bisher — Iv.— Res. Paul Breitländer(2. 29508 Unna, bisher vermißt, gefallen.— Wehrm. Ludwig Klingelhö Oppenrod, bisher verw., gestorben im Res.⸗Laz. Sachsenhausen 8. 12. 14.— Musk. Karl Trapp(2. Komp.), Nonnenrod, bisher low., tot.— Kriegsfreiw Karl Spies(3. Komp.), Gießen, bisher schow., tot.— Res. Karl Caspar(4. 9 eim sen, bisher verw., gestorben im Feld⸗Laz. Nr. 7 in Orainville 23. 9. 14. 5. K mpagnie: Res. Otto Jost, Rainrod, bis her vermißt, tot.— Res. Moritz Jost. Ulrichstein, bisher verw., verm— Res. Jakob Schneider aus Nieder-Girmes, nicht Mathias Schneider .— Res. Heinrich Weigel, nicht Weichel, Garben⸗ „verm Res. Jakob Hagner, nicht Friedrich Hagner(6. Komp.), Ober⸗ biel, tot.— Musk. Hermann Knöß(6., Ettingshausen, bisher verw., gestorben in franz. Gefangenschaft 25. 9. 14. Gefr. Herm. Launspach(6. Komp.), Beuern. bisher schum., ge 5 9 14.. 5 Karl Heinrich Schmidt(7.— Offdille, is her verm. vw.— Musk. Heinrich Deichmann(S. Komp., 1 schow., gestorben Kriegs-Laz. Chäteau Roumont Allen⸗ 825 bisher vermi Buseck, bisher verm., verw.— Gefr. Groß- Felda, bisher verm, nerw.— Tamb Adolf Schäfer, Diez, x. hagen, Dahle, bisher verm., tot.— Ref. Heinrich Dippel, Eifa, bisher verm., tot.— Res. Heinrich Maar, nicht Mah — Otto Schulte, nicht Schelte, Ohle,———* furt a. M., bisher verw., derm.— Res. Otto Edelmann, 5 —— verw.— Musk. Adolf Engelbrecht, Ahausen, bisher erm. 8 11. Kompagnie: Res. Heinr. Möller, Wernges, nicht tot, sondern verm. Pfeiffer, bis verm., Ibw.— Wehrm. 3 bisher 2 8 Reserve⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 116, Gießen, Darmstadt, Friedberg. Res. Konrad Rhein,(4. im 3 in Münster i. W. 24. 11. 14. erichtigung früherer Angaben. 0 Res. Joh. Stockum(1. Komp.), Heinr. er(2. Komp.), Ref.— Feldwebel Johs Heldmann, A Komp), gesturben infolge Krankheit der bisher low., gestorben Trier 2. 12. 14.— Ref. Pein Fischer 5. Komp), bisher low., gestorben im Res.-Laz. Northeim 4. 12. 14.— Karl Bruno Spieß(6. Komp., Nordhausen, bisher ver in Larrett Coming 11. TI. 14 Nef, Ane 94888 (J., Komp.), Dornheim, bisher schow. gestorben im i München 3. 12. 14.— Gefr. Konr. Reinhardt(9. Komp.), Gam⸗ bach, bisher verm., im Lazarett. Aus Stadt und Cand. Gießen, 5. Januar 1915. Vom städtischen Eletktrizitätswerk. Der Bericht über das Elektrizitätswerk für das Rechnungsjahr 1913/14 liegt jetzt vor und zeigt, daß das Wert nach seinem Ausbau als Ueberlandzentrale sich nach jeder Richtung gedeihlich weiter entwickelt hat. Die Stromerzeugung im letzten Betriebsjahre hat sich von 1 784887 Kilowattstunden im Vorjahre auf 2 823 904 Kilowattstunden vermehrt, so daß sich eine Mehrproduktion von 1039017 Kilowattstunden ergibt. Die nutzbar abgege⸗ bene Strommenge betrug dagegen nur 2342 721 Kilowatt⸗ stunden gegen 1 546 262 Kilowattstunden im Vorjahr, so daß sich die verwertete Produktion um rund 35 Proz. bei einem Stromverlust von 481 183 Kilowattstunden vermehrt hat. Der stärkste Bedarf an elektrischer Energie trat am 17. Dez. 1913 mit 13659 Kilowattstunden innerhalb 24 Stunden ein; dagegen zeigte sich der schwächste Bedarf am 15. Juni mit 3860 Kilowattstunden. Die Zahl der Anschlüsse belief sich am 31. März 1914 auf 1094 und erfuhr gegenüber dem Vorjahr eine Vermeh⸗ rung von 59. Die Anschlüsse im Ueberlandgebiet betrugen 4538 und erfuhren eine Vermehrung von 2538 innerhalb des Betriebsjahres. Am 1. Januar 1915 betrug im Ueberland⸗ gebiet die Zahl der angeschlossenen Grundstücke oder Hof⸗ reiten 5100. In Ausführung sind zurzeit noch begriffen rund weitere 500 Anschlilsse. Es liegen außerdem noch 600 neue Anmeldungen zum Anschluß vor, die erst im Rechnungsjahr ahl der iet 1915/16 in Angriff genommen werden können. Die 3 Zähler im Stadtgebiet beträgt 1790, im Ueber 4724. Der gesamte Anschlußwert des Werkes betrug März 1914 6619 Kilowatt oder 132000 Glühlampen à 50 Watt Stromverbrauch gegen 5020 Kilowatt oder 100 403 Glühlampen à 50 Watt Stromverbrauch im Jahre zuvor. Im Stadtgebiet wurden durch Elektrizität 564 Mo⸗ toren(529 i. V.) und 109 Apparate(81 i. V.) betrieben. Im Ueberlandgebiet hat sich die Zahl der Elektromotoren von 62 auf 170, die Zahl der Apparate von 2 auf 3 ver⸗ mehrt. Durch die erhebliche Steigerung der Produktion des Werkes, die durch seine Einrichtung zur Ueberlandzentrale eingetreten ist, hat sich der Kohlenverbrauch auf die erzeugte Kilowattstunde Strom um rund 25 Proz. verringert, es nutzt sich also die notwendige Dampfkraft bei der größeren Her⸗ stellung von Elektrizität finanziell vorteilhafter aus. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Rentabtlitätsberechnung, die von der Direktion des Werkes in dem Kostenvoranschlag für die Umwandlung in eine Ueberlandzentrale 2 lag, und die eine Verbilligung der Herstellungskosten des nisses bei einer gesteigerten Abnahme in Aussicht stellte, der jetzt eingetretenen Wirklichkeit entsprochen hat. che Be⸗ deutung dieser Umstand hat, geht daraus hervor, daß ein Wenigerverbrauch an Kohlen um nur 1 Pfg. pro Kilowatt⸗ stunde eine Verbilligung der Jahresproduktion von rund 28 000 Mark ergibt. . Wmidenerdcbis end ange schlossen as Orischaften mit 46 Umformerstationen(17 i. V.). l Die Einnahme des Werks aus dem Betrieb 571408 Mk. Unter Abzug von 101924 Mk. zur i rr Mark verbleibt ein A Ju von 442 Mk.(i. B. 16 610 Mk.), ein Ergebnis, das unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die für die Erweiterung des Werks not⸗ wendig gewesene starke Erhöhung des Anlagekapitals voll mi inst wurde, außerordentlich günstig, jeden⸗ falls gin iger ist, als man vorhergesehen und angenommen hatte. Bei dem Ergebnis ist auch zu berücksichtigen, daß im Winterhalbjahr die Ueberlandzentrale n nicht einmal voll im Betrieb 8 ist. Das Werk wird im laufenden Rechnungsjahr zweifellos ndern eher noch günstiger eiten, bei denen b * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreiw. Fritz Schaeser, 2 56, aus Biedenlopf. — Gefr. d. Res. Werner Fischbach, I. Garde-Gren.-R aus Holzhausen.- Kriegsjreiw. Wilh. Scher pe, Res.-Ins.⸗ 221, aus Darmstadt.— Unteroff. d. Landwehr Fritz Prassel, Feld- Art.-Rgt. 25, aus Darmstadt.— Obermatrose d. Res. vom Dort, aus Frankfurt a. M.— Landsfurmmann Johs. Glanz, 2. Landsturm⸗Bat. Breslau, aus Calbach.— Kriegsftetw. ese. Fritz Eckhardt, stud. math., Res.-Inf.-Rat. 223, aus Hochel⸗ beim.— Landwehrmann Wilh. Koch, Ini.-Rgt. 143, aus Wald- girmes.— Landwehrmann Wilh. Bremer, Landwehr-Ersatzbat. 143, aus Waldgirmes.— Exfatz-⸗Res. Friedrich Schatz, Inl.-Ngt. 99, aus Blasbach.— Unteroff. N Welker, Ini.-Rgt. 14, aus Dillenburg.— Musk. Thomas Neuß, Juf.-Rgt. 168, aus Worms ⸗ Neuhausen.— Musk. Otto Stürz, Inf.⸗Rgt. aus Eichenrod. — 0 Ritter des Eisernen Kreuzes. Pionier Karl Dörr, 21. Pionier⸗Regiment aus Schwalheim bei Friedberg(inzwischen gestorben).— Briefträger Karl Ritz aus Mücke.— Unteroffizier Friedrich Schreiner, eld⸗Art.⸗Regt. 63, aus Salzböden.— Unteroff, Heinrich amm im Inf.⸗Regt. 137 aus Engelbach.— Vizefeldw. Gg. Tho mä in ber 2. Landw.⸗Pion.⸗Komp. von Wiesenbach. — Unteroff. d. Pes. Hermann Stemmer vom Artillerie⸗ 25, Darmstadt.— Tamb.⸗Gefr. Jakob Weih, 4. Komp. 168 in Bußbach.— Hauptmann Bindernagel vom Pion.⸗Rgt. 19(I. Kl.), aus Friedberg.— Uffz. Lor. Becker, 7. Komp. 2. Garbe⸗Regt. zu Fuß, aus r 143, Vize feld⸗ webel Ernst Ebert, Inf⸗Agt. 156, und Gefr Müller III, Feld⸗Art.⸗Rgt. 33, sämtlich aus Mellnau.— Offizierstellv. lle ur Rud. Meinecke im 17. Feld⸗Art.⸗Agt. 2 1 60 f. gag w e g — Amtliche Personal nachrichten. roß⸗ Schaaf⸗ in hat am 16. ber v. J. dem Pfarrer —— evangelische Piarrstelle zu . 0% f 22 K . Erbach. im Feld⸗Laz. 68 in Comines 13. 11. 14.— Musk. . 95 Daubringen, bisher low., gestorben im Nef Lag. 21 * f . 5 ** 1 Schma Stadttheater. Am Freitag den 15. d. M. findet ein Ba terländischer Vortragsabend in Scherz und Ernst * 1 sor Marcell Salzer statt. Der Name des ersten 8 deutschen Vortragskünstlers allein schon dürfte genügen, das Thea⸗ ter zu füllen. Es gelten für diesen Abend gewöhnliche Preise, die ja dieses Jahr ermäßigt sind, und es werden jeder Zeit Vor⸗ ellungen im Theaterburegu angenommen. „ Wintersport. der Schillub Sauerland meldet aus Winterberg Neuschnee, minus 2 Grad Celstus, aus⸗ gezeichnete Schi- und gute Rodelbahn. Der Verein evangelischer Organisten und Chordirigenten im Großherzogtum Hessen hielt an Stelle der wegen des Krieges ausgefallenen Jahresversamm⸗ lung) amt 29. Dezember eine Vorstandssitzung zu Frank furt a. M. ab, in welcher die Berichte über das verflossene Vereins⸗ jahr erstattet und über eine Reihe von Standes⸗ und Vereins“ fragen beraten wurde. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzen⸗ den(Müller⸗Darmstadt) ist zu erwähnen, daß die auf der vor⸗ jährigen Hauptversammlung gestellten Anträge(Bibliothek, Rinck⸗ Stiftung, Musikunterricht an den Seminaxien, Erinnerungsblätter für Chorschulen, kirchenmusikalische Konferenzen) vom Vorftand weiter behandelt, z. T. aber wegen des Krieges nicht gänzlich er⸗ ledigt und darum zurückgestellt worden sind. Die Leitsätze der Referate vom 1. Preußischen Kirchenmusikertage in Berlin(Ostern 1914) und die„Entschließung“ des 25. Deutschen Evangel. Kirchen⸗ gesangvereinstages zu Essen(5. Mai 1914) wurden einer Be⸗ prechung unterzogen. Die Denkschrift über die letztgenannte Tagung wird den Mitgliedern empfohlen, desgleichen die Präludiensamm⸗ lung von Lubrich.— 7 Mitglieder sind dem Verein beigetreten, 2 Austritte sind erfolgt, 1 Kollege ist auf dem Felde der Ehre ge⸗ fallen— Die von Runk⸗Okarben gestellte und von 2 Vorstands⸗ mitgliedern geprüfte Rechnung schließt trotz rückständiger Beiträge mit einem Ueberschuß ab. Für 1915 foll kein Beitrag erhoben wer⸗ den. Die bereits vorbezahlten Beiträge werden für 1916 über⸗ schrieben.— Die nächste Hauptversammlung wird nach dem (hoffentlich bald siegreich beendeten) Kriege in Frankfurt a. M. abgehalten werden. * Der Eisenbahn verkehr in Gießen 1913. Nach dem von den Handelskammern, der Landwirtschafts⸗ kammer und der Handwerkskammer herausgegebenen wirt⸗ schaftlich statistischen Jahrbuch für das Großherzogtum Hessen und das Jahr 1913, welches soeben erschienen ist, stellt sich der Verkehr auf der Station Gießen wie folgt: wurden 1040 286 Stück Fahrkarten(gegen 1.021 141 Stück im Vorjahre). Der Güterverkehr nach Ton⸗ nen berechnet betrug: Stückgut, Empfang 20 257(24 588), Versand 30 316(25518), Wagenladungen, Empfang 212615 (198 329), Versand 295 622(273 802), Viehverkehr, Großvieh, Empfang 244 741 Stück(10019), Versand 25043 Stück(9872), Kleinvieh, Empfang 25390 Stück(19 131), Versand 14522 8 aus Vilseck Bapern) die zweite Lehrerstelle an der baden die Internierten in der biesigen Unteroiftzierschule. Soweit zu Ober⸗ nach, Kreis Heppenheim. mau—— kaun, scheinen sie sich recht wohl zu fühlen. Ihre ständige Frage ist immer wieder:„Gibt es bald Frieden?“ Die Zigarette scheinen sie allerdings sehr zu vermissen. Vorgestern zeigte unserem Gewährsmanne ein Gefangener das sauber gearbeitete Modell einer Flugmaschine. Mit einem verschmitzten Lächeln zeigte der Franzose auf die sehwarzen Kreuze auf der Unterseite der Flügel. Die Zahl der Gefangenen beläuft sich gegenwärtig auf 6 Tausend. Es sind nur Franzosen und Farbige 5 Hessen⸗Nassau. ? Rodheim a. d. Bieber, 4. Jan. Die hiesige Jugend- wehr legte am Sonntag nachmittag einen Uebungsmarsch von 25 Kilometer zurück. Ausgerüstet mit Holzaewehren, ging es durch die Ortschaften hinter dem Dünsberg. Zwischen Erda-Hohensolms sand ein Gesecht statt gegen einen am Schloßberg aufgestellten markierten Feind Das hestige Gewehrfseuer lockte bald viele Neu- gierige an. Unserer Wehr gehören insgesamt 5 Jungmannschasten an, sie bilden mit Bieber, Fellingshausen, Königsberg die Kompagnie im Biebertal. 7 * Krumbach, 4. Jan. Ueberaus groß sind die Kriegs- verluste für unsere 450 Bewohner zählende Gemeinde. Zehn brave Krieger sind in den Kämpfen gesallen, darunter ein Brüderpaar. h. Usingen, 4. Jan. Durch öffentliche Bekanntmachung for⸗ dert das Landratsamt die Kreisinsassen, soweit sie im Besitze von Hafer sind, zur raschen Lieferung von 5000 Zentnern Hafer auf. Falls nicht genügend freiwillige Zeichnungen erfolgen, wird der angeforderte Haferbedarf im Enteignungsverfahren gedeckt. Heute fand unter dem Vorsitze des Landrats hierfelbst eine Ver⸗ sammlung aller Bürgermeister des Kreises statt, die sich mit der Durchführung der Angelegenheit beschäftigte. Den Lieferanten wird an der Verladestation der gesetzlich zulässige Höchstpreis bezahlt. Handel. Von der Reichsbank. (WTB.) Berlin, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Der letzte Bank⸗ ausweis von 1914 kann in seinem Gesamtbild als befriedigend be⸗ zeichnet werden. Der Goldzuwachs von 17,3 Millionen ist zwar geringer als in den Vorwochen, doch ist hierbei zu berücksichtigen, daß die letzte Bankwoche drei Feiertage hatte. Auch in der Bewegung an den Darlehens kassen waren die Einwirkungen des Jahresendes zu erkennen. Von den Darlehenskassen wurden 168 Millionen mehr ausgeliehen. Der Bestand der Reichsbank an Darlehenskassenschei⸗ nen betrug 871 Millionen Mark, gegen 749 Millionen Mark am 23. Dezember In den Verkehr wurden weitere 46 Millionen Mk. übergeführt. Zieht man die vermehrten Zahlungsbedürfnisse für die Truppen in Betracht, so zeigt der reguläre Zahlungsverkehr kein wesentlich vom Vorjahre abweichendes Bild. Bei der Vergleichung des Zuwachses der Anlage mit dem Vorjahre ergibt sich, daß die Steigerung 1914 um fast eine halbe Milliarde geringer als 1913 ist. Die bankmäßige Deckung erhöhte sich um 280,9 Millionen gegenüber 509 Millionen, was erheblich auf die Anforderungen des Reiches zurückzuführen ist, während die Wechseldiskontierungen im Gegensatz zum Vorjahr unwesentlich sind. Hierin spiegelt sich Stück(761) Abgefertigt wurden für Empfang und Versand die Tatsache wider, daß die Banken, da das Publikum nur in ge⸗ 637 463 Frachtbriefe(615 419). Die Einnahme aus dem ringem Umfange Kapitalanlagen vornimmt, über reiche flüssige Personen- und Gepäckverkehr betrug 1390 756 Mk.(1394 299), Mittel verfügen. Die geringe Inanspruchnahme des Wechsel kontos aus dem Güter⸗ und Viehverkehr 2015 943 Mk.(1 885 706). ist auch auf den fehlenden Ultimobedarf der Börse und der Speku⸗ Die Zahlen zeigen, daß sich der Eisenbahnverkehr in unserer lation zurückzuführen. Die Abnahme der fremden Gelder darf im letzten Jahre mertlich gehoben hat, was einen wesentlich auf den großen Bedarf des Reiches und der öffentlichen eulichen Schluß auf den Aufschwung des wirtschaftlichen Kassen zum Jahresschluß zurückgeführt werden Trotzdem ist die . ens gestattet. vor Gesamtsumme noch nahezu um eine Milliarde höher als 1913. Der Notenumlauf ist der hüchste, den die Bank bisher zu verzeichnen Die Sirenen der Feuerwehr werden morgen 1 f i 7 uhr grobe weise befätigt werden. Js—.— doch steht diesem ein Rekordgoldbestand gegenüber. Der Gold⸗ liegt kein Grund zur Beunruhigung vor. zent Ende 1913 und 30,8 Prozent Ende 1912. and deckt jetzt 41,5 Prozent des Notenumlaufs gegen 45,1 Pro⸗ Die a Oeffentliche Bücherhalle. Im Dezember wurden Notendeckung durch den Barvorrat beträgt 59,5 ozent gegen 1860 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende 57,6— 1913. 8 12 1 — Literatur 996, Zeitschristen 252, Jugendschriften 167, Literatur- geschichte 16, Länder- und Völkerkunde 46, Kulturgeschichte 19, Geschichte und Biographien 99, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschast . Märkte. Gießen, 5. Jan. Marktbericht. Auf den heutigen und Technologie 75, Heer⸗ und Seewesen 22, Haus⸗ und Land⸗ Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mk.; Hühner⸗ wirtschast 5, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 37, Staats wissenschaft 24, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 26 Bände. Nach auswärts kamen 53 Bände. eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pia. 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Rege Nachfrage nach 2 und Eschenbäu⸗ Paar 1,00—1,40 Mt., Hühner das Stück 1.00—2,50 Mk., Hahnen men. Der außerordentlich an Gewehrschäften äußert sich gegenwürtig in der vermehrten Fällung von Nußbäumen. In allen Gebieten, wo noch reiche Nußbaumbestände vorhanden sind, das Stück 1.00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänfe das Pid. 65—75 Pfg. Welsche 4—5 Mk.: Ochsenfleisch das fd. 86—96 P'g., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 8—90 Pfg., Schweine⸗ Ai, Marg miz dem nmuf gesmdef Stämme beschättig. Imiolge fieisch das Peund 40.20.96 Pig, Kalbsteisch das Bid. 80 g- Vlg. der starken Nachfrage werden von den Händlern und Gewehr⸗ Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo fabriken hohe Preise, wie man sie bisher nicht kannte, bezahlt. 700— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Ztr Auch den Eschenstämmen wendet sich neuerdings die Aufmerksam⸗ 12,00—15,00 Mr.“ Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Pfund 12—15 Pig, Nüsse 100 Stück leit der einschlä igen Industrie zu. Auf behördliche Anordnung müssen jetzt Le een wen verschiedener hessischer Kreise 40— 0 Pia.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr. binnen einer Woche fe wieviel gesunde Efchenstämme sich in de Frankfurt a. M.,.f Jan. Heu- und Strohmarkt. oder privatem Besitz befinden und ob dieselben ab⸗ Man nolierte Heu„ 04,00 Mik. Stroh(gornlangstrohn 0.00 bis gegeben werden können.— So gern man sich im vaterländischen Interesse mit der Fällung der schoͤnen Bäume einverstanden erklärt, „00 Mk., Wtrrstroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ 235. 5 8 schäst gut. Die Zufuhren waren aus dem Obertaunuskreis und 1. 1 Falle i aus den Kreisen Hanau und Dieburg. mit allem Nachdruck ihren Einfluß geltend machen. Landkreis Gießen. . Großen⸗Linden, 5. Jan. Die Eheleute Johannes i Keßler IX. und Frau, Luise, geb. Wagner, begehen heute das 7 Fest ihrer Silbernen Hochzeit. 2* Allendorf g. d. da., 3. Jan. Auf Veranlassung des heewerbevereins hielt Reallehrer Kahl aus Darmstadt hier im 5 Gasthaus zum Bahnhof einen Vortrag über den Welt⸗ 5. Der gewandte Redner legte in klaren, fünsviertelstlindigen s führungen er für Denutschland hat, welche Aufgaben er den Daheimgebliebenen stellt und zu welchen Tugenden er uns bereits ermuntert hat und weiter oll. Den Dank für den mit großem Beifall auf- genommenen Vortrag sprach Dr. Kunz aus; er ermahnte noch-] Witwe, mals zu echt deutscher Gesinnung, richtete beherzigenswerte Worte Standes amts nachrichten. Butzbach. Aufgebote: Dez 31. Arthur Erwin Wolf, genannt Grey, Lederzuschneider, mit Pankans, beide in Köln⸗Nippes. Geborene: Dez. 5. Dem Bremser Karl Jäger ein So Hermann Heinrich— 13. Dem Finansamtsgehilfen iedr. ristian Rühl eine Tochter, Anna, Johanna, Wil⸗ Wilbein Christ helmine.— 15. Dem Unterzahlmeister Willy Thiele ein Sohn, dar, wie der Krieg entstanden ist, welche Bedeutung] Karl Franz Siegfried Ruprecht.— 17. Dem Postsekretär Joh. L. eine Tochter, Else Luise Gerichtsassessor Eduard Hainer ein Sohn, Ruprecht. Sterbefälle: Dez 25. Anna Elisabethe Kunz, geb. Fey, 5 alt. Im Felde gefallen: Okt. 8. Unteroffizier und Kauf⸗ . die vollzählig anwesende Jugendwehr und brachte ein be⸗] mann Ferdinand Friedrich Müller, geboren am 17. Januar 1882 3 5 und Großherzog aus, worauf die Ger-. Nördlingen in Bauern, wohnhaft in Butzbach, im Lazarett 1 in sammelten stehend„Deutschland, Deutschland über alles“ sangen. Lich, 5. Jan. Ein Gradmesser des wirtschaftlichen Le⸗ bens ist die deutsche Sparkassenstatistik, die sich in die⸗ . Jahre besonders interessant gestalten dürfte. Ein recht be⸗ iedi Bild ergeben in diefer Beziehung die Verhältnisse aäͤines kleinen Wirtschaftsgebiets, des 2700 Einwohner zühlenden Sedan Frankreich gestorben.— 23. Sergeant Karl Baum⸗ e in gestorben.— 25. Wehrmann und Heinrich Wahl geboren am 11. Juni 1884 zu Kirtorf, i Alsfeld, wohnhaft in Butzbach, infolge eines Schusses zu Le Dez. 3. Musketier und Sete in Neantterg ebene. Fig Nen g. Le- Quesne in Frankreich gestorben.— . Landstädtchens Lich. Die mit der dortigen Spar⸗ und Kredit⸗JSckneider Wilhelm Heinrich Ernst Ebert, geboren am 10.— 0 lschaft verbundene Pfennigsparkasse erhebt sonn⸗ 171 Beträge von 10 Pfg. an ürts, wird also. haupt n* stlich schwächeren Sparern benutzt. Die Ein⸗ aalso durchschnittlich pro ntag 363 Mk. Im Jahre 1914 bewegten sich die Einlagen in den ersten sieben Monaten in ahnlichem Rahmen; betrugen doch die durchschnittlichen Sonn⸗ r der wirtschaftlichen Kraft die⸗ . ne vei Lich, 4. Jan. Hans Ahlheim, cand. theol, Krieasfreiwilliger-Unteroffizier im Res.-Inf.⸗Regt. Nr. 222, I. Komp. von hier, hat das Eiserne Kreuz erhalten. N 1894 zu Butzbach, in dem Gefecht bei Sluntkowice, Rußl. gefallen. Eingesandt. Garn eng bin Mage den Juttbn n. t, hben iber übernimmt die aktion dem Publikum gegenüber Verantwortung.) Ueble Nachreden. Immer wieder kann man noch abfällige Bemerkungen über unsere jungen und jünasten Soldaten hören, obschon sich diese allenthalben als deutsche Krieger bewährt haben. Es kommt einem vor, als ob man mit Scheelsucht auf die tapferen Jungen herabsieht und ihnen die Erfolge nicht gönnt. El enjo ist es unerhört, daß man sich in abfälliger Weise über diejenigen ausspricht, die nicht hals verwundet, sondern als krank oder mit einem Fehler behaftet in die Heimat und Spitäler zurückkommen. Der Krieg mit semen Strapazen macht, das ist eine alte Erfahrung, vor allen Dingen viele herzleidend und fußkrank. Die Herzueurosen treten viel- sach auf und machen die Betressenden dienstuntauglich. Auf Anordnung des Arztes, der ganz sicher keinen einzigen Sol- daten ahne zwingenden Grund aus der Front urls werden diese Bedauernswerten zu ihrem eigenen größten Leidwesen entweder zur Bagage abkommandiert oder als krank dem Lazarett überwiesen. Ueber sie zu spotten, ist eine gerade so große Schändlichkeit als wenn man dich über den langen Aufent- galt sol ber in der Heimat aufhält, die nur ganz leicht verwundet sind und denen anscheinend nichts mehr fehlt. Maßgebend ist allein der Arzt, der die Leute untersucht und ihren Zustand be ⸗ Revolutionäre Bewegung unter der Schwarze⸗Meer⸗Flotte. urteilen kann. Man bedenke, daß man mit üblen Nachreden nicht nur die Soldaten und ihre Angehörigen, sondern auch sein gauzes Vaterland aufs schwerste beleidigt. Ein Arzt, Briefkasten der Redaktion. (Au ounme Aufragen bleiben unberüasichtigt.) Sewerbe-Ausnellungs⸗Lotterie. Aufragen nach dem Erfolg ein⸗ zelner Lose können wir unmöglich beantworten, weil diese Arbeit ins Userlose führen würde. Die Ziehungslisten sind bei der Firma 4 R. Buchacker, ießen, Neuen Bäue 11, zu haben. 8 Meteorosogssche Beobachtungen der Station Gießen. Jan. 28.8 33 2— 282 5 1 „ i eee ne 3 82 5 65 5 8 825 f 1 1 44% 27, 46 50 78 xv 2 10 3 4 8% 28j6 40 4 81 S8 W 2 10 1 5.% 31/86 34 5,1 86 WNW 2 10 4 7 1 l 5 Höchste Temperatur am 3. bis 4. Januar 1915— 5, 1 20. 8 Niedrigste 4 8„ M Niederschlag: 0,2 mm. — Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 6. Januar 1915: Meist bedeckt, Niederschläge in Schauern, Sinken der Temperatur, LTegfe Nachrichten. Das Brot des Kaisers. Berlin, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir von unter⸗ richteter Seite erfahren, werden auf Befehl des Kaisers für den Kaiser selbst und seine Umgebung im Großen Hauptquartier die Anordnungen der Behörden für die Mischung des Mehls mit Kartoffelzusag zur Bereitung von Grau- und Schwarzbrot streng befolgt. Dieses sogenannte K⸗Brot wird mit fünf Prozent Kar⸗ toffelflocsen und zehn Prozent Kartoffelmehl, also zusammen 150 Zusatz, hergestellt und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Frankreichs Finanzen. Paris, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat die Ausgabe von Obligationen im Betrage vonzwei Milliarden Franks vorgenommen. Bisher wurden 1500 Millionen gezeichnet. Friedensbestrebungen in Paris. 1 i. Köln, 5. Jan. Die Köln. Ztg. meldet aus Genf: Von einer Flugschrift, mit der augenblicklich in Paris für den Frieden Propaganda gemacht wird, weiß das„Echo de Paris“ folgendes zu berichten: Die Flugschrift ist eine Infamie und geht zweifellos auf deutsche Urheber zurück. Sie wird nachts in die Wohnungen und Häuser eingeschmuggelt. Sie beginnt Man täuscht uns, und die, die den Krieg herbeigeführt haben, sind Rußland, England, die katholische Partei und die französische Regierung. Sie schließt: Frauen, ruft alle: Es lebe der Friede! Die Polizei hat Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbrei⸗ tung des Flugblattes zu verhindern. Ein Aufruf an die Bevölkerung von Lodz. Krakau, 5. Jan. Der„Kurjer Lwows ki“ bringt einen Aufruf des deutschen Oberkommandos an die Bevölkerung von Lodz, der folgenden Inhalt hat: 7 Die russischen Truppen haben Lodz verlassen, die Stadt ist in deutschen Händen. Der Stadtkommandant sichert der Be⸗ völkerung eine milde und gute Behandlung zu, doch unter der Bedingung, daß kein bewaffneter Aufstand in der Stadt Platz —. Die Bewohner werden aufgefordert, unverweilt alle ver⸗ en Soldaten, seien sie in Uniform oder in Zivil, auszu⸗ liefern, ferner dem deutschen Kommando alle Waffen und Aus⸗ 5 rüstungsgegenstände auszufolgen. 9 Eine Königszusammenkunft auf dem Balkan. Pest, 5. Jan. Es bestätigt sich, daß in den nächsten Tagen eine Zusammenkunft des Königs von Rumänien mit dem Zaren von Bulgarien auf rumänischem Gebiete stattfinden wird. Die diplomatischen Verhandlungen sind so gun wie abgeschlossen. Beide Herrscher werden von ihren Außen⸗ ministern begleitet sein. n 3. 1 Wien, 5. Jan. Wie aus Odessa gemeldet wird, macht sich unter den Matrosen der Schwarze⸗Meer⸗Flotte eine revo lutionäre Bewegung bemerkbar. 57 Matrosen wurden zu längeren Kerkerstrafen verurteilt. Aus dieser Gärung erklärt sich auch die Untätigkeit der Schwarze⸗Meer⸗Flotte. Serbische Kriegszufuhr abgeschnitten. Konstantinopel, 5. Jan. Die griechische Regie⸗ rung verweigerte, wie hierher gemeldet wird, die Landung vnn 22 Geschützen und 30 Maschinengewehren, die für Serbien be⸗ stimmt waren. a a Der Eindruck der amerikanischen Note in England. 9 i. Köln, 5. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hol⸗ ländischen Grenze: Eine Londoner Meldung des„Nieuwe Rotter⸗ 5 damsche Courant“ aus London besagt, daß die amerikanische Note betreffend die Kriegskonterbande in England einen stär⸗ keren Eindruck hervorgerufen habe als irgend ein Ereignis seit dem Falle Antwerpens. Man gibt der Vermutung Ausdruck, daß die Deutschen hinter der Note steckten. K 5 Der Belagerungszustand in der Kapkolonie. Amsterdam, 5. Nach einer vom Zensor zugelasse⸗ nen Privatnachricht aus London des Telegraaf aus Kapstadt haben in Durban und Port Elisabeth die Behörden infolge von Un⸗ ruhen der farbigen Arbeiterbevölkerung den Be⸗ lagerungszustand 3 Um eine gesetzliche Gleichmäßig⸗ keit zu schaffen, darauf die Regierung den Belagerungszustand iber die ganze olonie bis zum 1. verhängt. Anton von Werner f. Berlin, 5. Jan. Prof. Anton von Werner ist gestern abend in seinem Berliner Heim im Alter von 72 Jah⸗ r g ö Nicht nur die Künstlerschaft hat in dem Heimg genen einen Besten zu beklagen, sandern das ganze che Volk wird den Tod eines Mannes schmerzlich empfinden, der wie kein zweiter berufen war, der künstlerische Mittler zwischen ihm und seiner großen Vergangenheit zu sein. Aus Handwerkerkreisen stammend, ist der Künstler zu den höchsten weltlichen Ehren emporgestiegen und nahm nach einem Leben voll Ruhm und Arbeit unbestritten die erste Stelle unter unseren vaterländischen Malern ein. Seit 1875 Direktor der Akademie für bildende Künste in Berlin, ist er in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes namentlich bekannt ge⸗ worden durch das berühmte Gemälde der Kaiserproklamation in Versailles. Weitere ins Valk gedrungene Werke des außerordentlich prphuftiven 3 sind die Gemälde: Bismarck auf d 1 nach Tomcherh, Wie Uiabergaße bon Sedan und aiser Wicgelm im Mausoleum zu Charlottenburg. Der Verstorbene war Mitglied zahlreicher in⸗ und auswärtiger Akademien. Schneesturm im Thüringer Wald. 1 Berlin, 5. Jan. Im Thüringer Wald herrscht seit nach einer Meldung des„Berl. Tagbl.“ anhaltender Schnee- o e e gt da mie ch. Der Ve ist vielfach gestört. Mit Schneepflügen müssen — die Wege wieder hergestellt werden. a —— Veruutwortli r„Feuilleton“,„Gerichtssaal“ u.„Vermischtes“ an 85 V.: August Goetz.* 9-10 geben wir jetat Marktplatz zu ganz bedeutend ermässigten Preisen Gebr. 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