r sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich * Gießener Familienblätter; d wermal wöchentl Kreis- latt für den Kreis Sießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstellebl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Hießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 9 165. Jahrgang * 8 2 0 fährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen 5 monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis lokal 15 Pi. ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Montag, 4. Januar 10915 Bezugsvreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ Verantwortlich für dei polit. Teil- Aug. Goetz für„Feuilleton“,„Ver- mischtes“ und, Gerichts- saal“: Karl Neurath; für„Stadt und Land“: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck. Ein Stützpunkt der russischen Hauptstellung in polen genommen. Oesterreichische Erfolge in Galizien. Türkische Siege imRaulasus. „s) Großes Hauptguartier, 3. Jan(Amt⸗ lich) Westlicher Kriegsschauplatz: Vor Westende erschienen gestern mittag von Torpedobooten begleitete feind⸗ liche Schiffe, ohne zu feuern. Auf der ganzen Westfront fan⸗ den Artilleriekämpfe statt. Ein feindlicher Infanterieangriff erfolgte nur nordwestlich St. Menehould, der unter schwer⸗ sten Verlusten für die Franzosen abgeschlagen wurde. Oestlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Veründerung. In Polen west⸗ lich der Weichsel gelang es unseren Truppen nach mehr⸗ tägigem hartem Ringen, den besonders stark be⸗ festigten Stützpunkt der russischen Hauptstel⸗ lung Borzynow zu nehmen, dabei 1000 Ge⸗ fangene zu machen und sechs Maschinengewehre zu erbeuten. In drei Nachtangriffen versuchten die Russen, Borzunow zurückzugewinnen; ihre Angriffe wurden unter großen Verlusten zurückgewiesen. Auch östlich Rawa kum unser Angriff langsam vor⸗ wärts Die in den russischen Berichten mehrfach erwähnten russischen Erfolge bei Inowlodz sind glatt erfunden. Sämtliche russischen Angriffe in jener Gegend sind sehr ver⸗ lustreich für die Russen abgewiesen und gestern nicht mehr wiederholt worden. Im übrigen ist die Lage östlich der Pilica unverändert. Oberste Heeresleitung. WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Jan. vor⸗ mittags.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz: 5— Angriffe gegen unsere Stellungen in und an den ünen nördlich Nieuport wurden abgewiesen. In den Ar⸗ gonnen machten unsere Truppen auf der ganzen Front wei⸗ tere Fortschritte. Heftige französische Angriffe nördlich Ver⸗ dun, sowie gegen die Front Ailly⸗Apremont, nördlich Com⸗ mercy, wurden unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen, drei Offiziere und 100 Franzosen gefangen ge⸗ 8 mmen. Es gelang unseren Truppen hierbei, den heiß um⸗ en Bois Brusle ganz zu nehmen. Kleinere Gefechte fsndwestlich Saarburg hatten den von uns gewünschten Erfolg. Die Franzosen beschießen in der letzten Zeit systematisch die Orte hinter unserer Front. Im Unterkunftsraum einer unferer Divisionen gelang es ihnen, 50 Einwohner zu töten. Die französischen amtlichen Berichte melden, daß die Fran⸗ zosen in dem Dorf Steinbach Schritt für Schritt vorwärts kämen. Von Steinbach ist unsererseits kein Haus verloren. Sonstige französische Angriffe auf den Ort sind zurück⸗ gewiesen. N Oestlicher Kriegsschauplatz: An der ostpreußi⸗ schen Grenze ist die Lage unverändert. Oestlich des Bzura⸗ und Rawka⸗Abschnittes gingen unsere Angriffe bei einiger⸗ maßen günstigem Wetter vorwärts. In Polen, östlich der Pilica, keine Veränderung. Oberfste Heeresleitung. Schon in einem Teil der Samstag-Nummer enthalten.) ** 3 8 Angenehme Nachrichten von überall her! Wir haben nunmehr die amtliche Bestätigung, daß das englische Linien- schiff„Formidable“ tatsächlich einem Torpedoschuß eines deutschen Unterseebootes zum Opfer gefallen ist. Das Reuter Bureau hatte die Mutmaßung offen gelassen, das Schiff könne auf eine Mine aufgelaufen sein. Verschwiegen 1 urde dabei, und das ist wieder bezeichnend, daß englische Zerstö rer das deutsche Boot nach seiner Angriffstat verfolgt hatten. Die Engländer wußten ganz genau, was es mit dem Antergang des Kreuzers„Formidable“ auf sich hatte. 15 Aus dem Osten kommt ganz besonders erfreuliche Bot⸗ schast. Die Truppen Hindenburgs haben westlich der Weichsel, nicht mehr weit von Warschau, den besonders stark befestig— ten Stützpunkt der russischen Hauptstellung genommen und dabei wieder 1000 Gefangene gemacht. Befriedigt können wir aber zugleich auch darüber aufatmen, daß es den Oester⸗ reichern neuerdings anscheinend gelungen ist, die russischen Angriffe in Galizien nicht nur erfolgreich abzuwehren, son⸗ dern den Angreifer selbst in Bedrängnis zu bringen. Der letzte amtliche Tagesbericht aus Wien lautet sehr günstig. Die Russen verbluten sich offenbar bei ihren verzweifelten rstößen; sie haben dabei unverhältnismäßige Verluste. So wird, da im Norden die siegreichen Deutschen immer weiter rrücken, wohl bald der Tag kommen, wo die deutsch⸗öster⸗ reichisch⸗ungaxischen Verbündeten die reifen Früchte ihrer überlegenen Strategie und ihrer stärkeren Ausdauer heim⸗ bringen können. Auch in Galizien ist ein vielumstrittener Plag jene Höhe südlich Gorlice, von unseren Bundesgenossen im Sturm genommen worden, wobei 850 Russen gefangen wurden. l 3 Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind endlich auch die neuesten Siege der Türken, die wir auf das 7 3 begrüßen! Das eroberte Ardahan liegt etwa 80 Kilometer von der türkisch⸗russis Grenze, 100 Kilo⸗ meter südöstlich von Batum. An Zahl den russischen Ver⸗ teidigern unterlegen, haben die Türken nichtsdestoweniger den erfolgreichen Angriff unternommen. Seit dem 25. De⸗ ember wurden im Kaukasus mehr als 2000 Russen gefangen ommen; das ist für die dortigen Verhältnisse viel. Auch dlich von Ardahan sind die Türken vorgerückt, und die ptfestung Kars scheint bedroht zu sein, da die Türken ykamisch genommen haben und in der Richtuig auf s bereits die Eisenbahnlinie zerstört haben. Vielleicht die Russen jeht darunter, daß sie letzthin im Kaukasus ihre Truppenzahl vermindert haben; es ist nicht ausge⸗ schlossen, daß sie, angesichts der bedrohlichen Lage an ihrer Westgrenze, kaukasische Regimenter verschoben haben, was den Türken zugute gekommen sein mag. Der russische Bär blutet aus vielfachen Wunden; er ist sicherlich kein sehr gefährlicher Gegner mehr! *** Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 2. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut⸗ bart: 2. Januar 1915 mittags. Die allgemeine Lage ist unverän— dert. Nach den erbitterten Kämpfen in den letzten Tagen im Raume südlich Tornow und in den mittleren Karpathen ist vorübergehend Ruhe eingetreten. Die am Uzsocker-Paß kämpfende Gruppe wurde vor überlegenen feindlichen Kräften von den Kamm— höhen etwas zurückgenommen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 3. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Januar mittags. Die abermaligen Ver⸗ suche des Feindes, unsere Schlachtfront westlich und nordwestlich Gorlice zu durchbrechen, scheiterten wieder unter schweren Verlusten des Gegners. Während dieser Kämpfe, die den ganzen Tag andauerten, wurde eine vielumstrittene Höhe südlich Gorlice von unseren Truppen im Sturme genommen ein feindliches Bataillon niedergemacht, ein Stabsoffizier, vier Subalternoffiziere und 850 Mann gefangen, zwei Ma⸗ schinengewehre erbeutet. Auch ein Aeroplan des Gegners, der herabgeschossen wurde, gehört zur Siegesbeute. An der übrigen Front keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, FJeldmarschalleutnant. General Liborius v. Frank. . Hier 8 Berlin, 3. Jan. Das„Berl. Togebl.“ meldet aus Wien, daß General Liborius v. Frank, der Ar⸗ meekommandant in Serbien war und seinerzeit die Ein⸗ nahme Belgrads meldete, aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhest and trat, ebenso Feldmarschalleutnant Przi⸗ borsky, der sich ebenfalls auf dem südlichen Kriegsschau⸗ platz befand. Hindenburg an die österreichisch⸗ungarischen Waffenbrüder. Wien, 2. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Hindenburg hat an den Erzherzog Friedrich folgendes Telegramm ge— richtet: Eurer Hoheit bitte ich zugleich im Namen der mir anver⸗ trauten Truppen meine untertänigsten Glück und Segenswünsche zum Neuen 3 darbringen zu dürfen. Wir stehen in uner⸗ schütterlicher Treue neben unseren Waffenbrüdern, bis der end⸗ gültige Sieg errungen sein wird. Feldmarschall v. Hindenburg. Erzherzog Friedrich dankte mit folgender De— pesche: 8 Meinen wärmsten Dank für das treue Gedenken und für die guten Wünsche zum Jahreswechsel. Auch ich erbitte Gottes reichsten Segen für unsere in unverbrüchlicher Treue uns zur Seite stehen⸗ den Waffenbrüder. Zum neuen Jahre Heil und Sieg! g Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. Eine große Schlacht bei Warschau. Kopenhagen, 3. Jan.(Ctr. Blu.)„Daily Mail“ meldet aus Petersburg: Der Kampf um Warschau hat be— gonnen. In unmittelbarer Nähe der Stadt ist eine große Schlacht im Gange. Die Deutschen zogen bedeu— tende Verstärkungen heran, und beiderseits wird mit größter Erbitterung gekämpft. Warschau wurde wiederum von deutschen Luftschiffen und Fliegern bombardiert. Hindenburgs Dank. Großes Hauptquartier, 2. Jan.(W TBB.) Ge⸗ neralfeldmarschall v. Hindenburg bittet um Bekannt⸗ gabe folgender Danksagung: Hauptgquartier⸗Ost, 2. Jan. Gelegentlich des Jahreswechsels sind mir so zahlreiche freundliche Glückwünsche zugegangen, daß ich leider nicht in der Lage bin, jeden einzelnen versönlich zu beantworten. Ich bitte deshalb alle, die meiner zum 1. Januar gedacht haben, in dieser Form meinen herzlichsten Dank und zugleich meine besten Wünsche für ihr Wohlergehen im neuen. Jahre entgegenzunehmen. 5 v. Hindenburg, Generalfeldmarschall. Hohe deutsche militärische Stellen. Berlin, 3. Jan.(WTB. Amtlich.) Personalver⸗ änderungen: Generaloberst von Moltke wird für die Dauer des mobilen Verhältnisses zum Chef des Stell- vertretenden Generalstabs der Armee, General der Inf. z. D. Frhr. v. Manteuffel wird unter Ent⸗ hebung von der Stellung als Chef des Stellvertretenden Generalstabs der Armee zum Stellvertretenden Komman— dierenden General des 14. Armeekorps ernannt. Nancy wiederum von Fliegern beschossen. Rom, 3. Jan.(Ctr. Blu.) Nancy, das erst vor einigen Tagen den Besuch eines Zeppelins erhalten hat, wurde gestern von neuem von deutschen Fliegern bombar— diert. Die Flieger warfen aus großer Höhe zwei Bomben ab. Kurz darauf erschien ein weiteres deutsches Flugzeug, das ebenfalls Bomben herabwarf.(B. T.) Neue englische Truppen. London, 2. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Reuter⸗ meldung. Es wurden sechs neue Armeen zu je drei Armeekorps gebildet. Kommandeure werden sein: der ersten Armee General Haig, der zweiten Smith Dorien, der dritten Hunter, der vierten Jan Hamilton, der fünften Leslie Hundle und der sechsten Bruce Hamilton. Die Reserven. Bern, 2. Jan.(WTB.) In seiner Neujahrsbetrachtung über die Kriegslage stellt der„Berner Bund“ zunächst fest, daß Rußland heute nach fünf Monaten bereits sein ganzes Westheer einschließlich aller ablömmlichen asiatischen Korps und verfügbaren Reserven erster und zweiter Linie an den Feind gebracht und daß Frankreich alles bis auf 400.000 Mann verminderter Wehrfähiger unter den Waffen habe, darunter die sämtlichen verfügbaren afrikanischen Re— serven weißer und dunkler Farbe und sogar Anamiten, daß ferner England alles eingesetzt haben dürfte, was es her⸗ zugeben hat, daß es allerbings im Frühling mit neuen Truppenkörpern aufzutreten imstande sei, die freilich das treffliche Feldheer an Ausbildung nicht entfernt erreichen, da nicht nur Routine, sondern auch Ausbildungskräfte fehlen. Der„Bund“ resumiert: Wir können also damit rechnen, daß der Dreiverband mit seinen Aufwendungen jetzt das höchste Maß militärischer Bereit⸗ schaft überschritten hat, sofern nicht Japan einspringt. Oesterreich⸗ Ungarns Truppen haben sich vorzüglich gehalten, ihre Kampfkraft ist noch nicht verbraucht. Deutschland überraschte seine Gegner durch die Unerschöpflichkeit seiner Reserven. Die Feldarmee hat in den ersten Monaten die Last des Krieges allein getragen. Heute stehen große Truppenkörper im Felde, die aus Reserven und Landwehr gebildet sind. Noch ist im Innern des Landes an neuen Nach⸗ schüben kein Mangel. Auch an Kriegsmaterial fehlt es nicht. Der Offiziersmangel wird durch den durch das Ausscheiden der Schlach⸗ tenkavallerie ermöglichten Uebertritt von Reiteroffizieren zur Fuß⸗ waffe, sowie durch die verfügbaren zahlreichen langgedienten Unter⸗ offiziere zum guten Teil ausgeglichen. Die deutschen Fortschritte im Westen. Berlin, 4. Januar. Ueber die deutschen Fort⸗ schritte im Westen erfährt der Berliner„Lokal-Anz.“ aus Genf, daß aus Flandern und Ostfrankreich starke Schä— den durch die deutschen Fliegerbomben gemeldet werden. Nächst Furnes, dem Hauptquartier des Königs Albert, sind besonders Remiremont und Umgebung betroffen worden. Die Militäxrtransporte werden durch Taubengeschosse schwer geschädigt. Infolge geschickt kombinierter und hart⸗ näckig durchgeführter Tag- und Nachtangriffe bei Arras, Albert und Roye und die wesentlichen Verbesserungen der deutschen Stellungen im Woewre-Gebiet und auf den Maas⸗ höhen seien die deutschen Vorteile bedeutend verstärkt wor⸗ den. Gegen unsere schweren Geschütze in der Reimser Ge—⸗ gend seien erbitterte Kämpfe im Gange. In dem Grurie⸗ Gehölz im Argonnenwalde, wo die Deutschen neulich stark vorgeschritten seien, würden die Fortschritte fortgesetzt. Kämpfe an der belgischen Küste. Berlin, 4. Jan. Nach einer Meldung der„Voss. Ztg.“ entwickeln sich die Kämpfe an der Küste, die nach Weih⸗ nachten wieder aufgenommen wurden, mit der größten Hef— tigkeit zwischen Wpern und dem Meer. Die belgischen Küstenorte sind während der letzten Tage von englischen See— streitkräften von neuem heftig beschossen worden. Zwei eng- lische Kanonenboote und drei Kreuzer kreuzten lange vor der Küste, ehe sie die Beschießung begannen. Letztere wurde von unseren Geschützen und Maschinengewehren sehr lebhaft er— widert. Bei Einbruch der Dunkelheit zogen sich die englischen Kriegsschiffe zurück. Die englische Wasserflugzeugflotte. Paris, 2. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ veröffentlicht Mitteilungen über die englische Wasserflug⸗ zeugflotte, deren Organisation verhältnismäßig neu ist und erst seit einigen Monaten besteht. Erst nachdem Churchill bei dem Marinebudget für eine Luftflotte eintrat, nahm sie eine starke Entwickelung. Nach dem„Temps“ verfügt Eng⸗ land heute über 103 Flugzeuge, darunter 62 Wasser⸗ flugzeuge, über 120 ständige Flieger und 20 besonders aus⸗ gebeldete Offiziere. Längs der Küste sind fünf Stationen für Wasserflugzeuge angelegt. Es wird angenommen, daß die englische Luftflotte bei Jahresende 180 Offiziere und 1500 Mann zählt. Für die Ausbildung von Fliegern sind allein 5 Millionen Franks, für den Bau und den Unterhalt der Flugzeuge 9 Millionen Franks verausgabt worden. ** * „Formidable“ durch ein deutsches Unterseeboot versenkt. (WTB.) Berlin, 3. Jan.(Amtlich.) Am 1. Januar 3 Uhr vormittags hat eines unserer Unterseeboote, wie es durch Funkenspruch meldet, im englischen Kanal unweit Plymouth das englische Linienschiff„Formidable“ durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht. Das Boot wurde durch Zerstö rer verfolgt, aber nicht beschädigt. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes Behncke. London, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Reuterschen Bureaus. Die Zahl der von der Geretteten beträgt 201, da noch Geretteten auf der Höhe von Lyme des der„Formidable“ ein Boot mit etwa 40 Regis aufgefischt wurde. Freitag fruͤh bei hoher See fand plosion statt. Sofort strö den gelöscht und die explodierte das Magazin ni das Schiff schon starkt nach wurden niedergelassen, ein Kutter sank aber. Eine Barkasse und eine Pinasse kamen m fuhren mit der langsam überholen. Schiff. Bis e bis ignalgeber in die Neese sank. Amsterdam, 3. Jan London meldet, ist ein Boot des Linienschiffes„Formidable“ ö Regis aufgefischt worden, so daß bis jetzt 201 Mann von den 780 Offiziere verunglückten Schiffes als werden.(B. Z.) Besetzung der Walfischbai. 2. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die Wal⸗ Kapstadt, sischbai wurde zu Weihnacht südafrikanischer Soldaten b leichzeitig bei der iderstand wurde nicht gele Türkische gorischritte im Maukasus. Die Einnahme Ardahans. Konstantinopel, 3. Jan.(Ctr. nahme Ardahans wird überfielen die Stadt und drangen von ein, ohne die fünf Forts zu beschießen. Sie erbeuteten zahl⸗ reiche Gefangene und viele Kanonen. Im ganzen befinden darunter 70 Offiziere, in türkischer ammer erhielt die Meldung von etzung Ardahans durch die bei der Armee befindlichen Abgeordneten von Lasistan und Erzerum. Das Telegramm ich bisher Russen, Gefangenschaft. Die K der Be wurde unter großem Jubel durch ein Glückwunschtelegramm an die beiden Abgeord⸗ M neten beantwortet. Auch die 4 kleinen asiatischen Distrikten erbaten Urlaub, um am iege teilzunehmen. Der E roberung von Ardahan wird in sachverständigen Kreisen eine große Bedeutung zugeschrieben, und T die Fortsetzung der Operationen im Kaukasus. i e im Kaukasus hat sich dadurch weiter ge⸗ ie Türken, wie von militärischer Seite ver⸗ schon über Sarykamysch vorgedrungen ars zu marschieren. Die ert, daß —„ nun au ind und auf Tagen können die türkischen Kars angelangt sein, die etwa 60 Kilometer Sarnkamysch liegt.(B. 3.) Konstantinopel, 3. artier meldet: Unsere rdakhan, worüber folgende Eine Abteilung unserer Truppen, traf bei ihrem Vormarsch auf Ardathan am 28. Dezember westlich von Ardakhan auf Kosaken, die han w Kosaken verteidigt, Maschinengewehre verfügten . standen. Unsere Abteilu nicht, am 29. die blutige Schlacht endete g Russen, die große Verlu Teil der Stadt, ihre derten das H Folterungen, Die Freude heuer. Di er affen, bewiesene Tapferkeit ist des Lobes würdig. n Erg enhelt. S Meyan Duwah Sis(9, Saudschbulak, Anzahl von Verwun Wir erbeuteten eine material. Transporte von russischen sen auf dem Wege dorthin. 6 Konstantinopel, 3. Die Nachricht von der Einnahme der Stadt Ardakhan hat Freude he t. Die Presse bring hier ungeheure Stadt ist befl kel, in denen auch Waffentat 33 vinzstädten sind Me getroffen. onstantinopel, 3. In der gestrigen Kammersi amm Abgeordneten für ie mili richtigen niscken 4 von Tischkerd besiegt haben. ronnenen Russen wurde ten von Kassar gefang Weise sind die Bezirke Teuschkerd, Tischkerd sonne die dieser Orte von den Feinden Menge Lebensmittel und Vieh in unfere Hände gef len. In dem Telegramm heiß Sämtliche Muselmanen des während welcher sie unter dem der Russen gebeugt sind, unablässig blutige Tränen vergießend, nach—+ sind glücklich, der Türkei geblickt Leben unter osmanischer Aeg dem osmanischen Parlament di Heizer kamen an Deck. Glücklicherweise Barkasse ab und sahen die Dreiviertel Stunden später sank das zuletzt ertönte die Dampfpfeife. Wir sahen den zum Ende auf seinem Posten stehen. Der blieb bei der Arbeit, bis das Schiff umschlug und Niederlassung und dem Ausladeort statt. ur de von 3000 Ma und unter dem Dezember morgens die gut befestigten, rtillerie verstärkten Stellungen des Feindes anzugreifen. en abend mit der Flucht e hatten. r ihrer Flucht brannten unitions« und Lebensmittelmagazine an. . e unterwarfen sie tau⸗ öteten jänner und Frauen mit dem Bajonett und stachen einem M die Augen aus. Eine große Menge Lin Teil der Transportmittel des Unsere Truden 0 e ne Russen hatten über Anzahl Gewehre, Munition und Kriegs⸗ Nach einer Meldung aus Erzerum befinden sich große Kriegsgefangenen aus sind bereits eingetroffen. Freude über den Sieg. ben wird. ungen von Freudenku zung des gegenwärtig in Tischlerd im Kauka Erzerum Seiff Ulleh verlesen: Indem ich unsere glorreiche Armee daponträgt, beglückwünsche, habe ich die daß die in den hiesigen Gegenden ruppen den Feind an mehreren Meldung Besatzung Ein Geretteter erzählt: Am plötzlich eine heftige Ex⸗ mte Wasser ein, die Feuer wur⸗ cht. Als ich an Deck kam, legte Steuerbord über. Die Boote it vieler Mühe herunter. Wir „Formidable“ (Ctr. Blu.) Wie Reuter aus mit ungefähr 40 Ueberlebenden noch auf der Höhe von Lyme nd Mannschaften des gerettet aufgeführt n u eu von einer starken Abteilung esetzt. Die Landungen fanden istet. * Bln.) Die Ein⸗ stätigt. Die Türken der unbefestigten Seite heute be in der Kammer verlesen und Abgeordneten von Aleppo und ür In wenigen der Festun Abteilungen bei nordöstlich von an.(WTB. Nichtamtlich) Das ruppen nahmen am 1. Januar Einzelheiten zu berichten find: die im Tschorusgebiet operierte. zurückgetrieben wurden. Arda⸗ 14 eee über se e und zwei Besehl des Generals ihrer geringeren durch Die der Unsere Verluste sind un⸗ die Russen einen großen ng zögerte trotz zahlreiche un bewaffnete i anne Munition, Kriegsmaterial und ndes fielen in unsere Hände. Bevölkerung ist un⸗ unserer Armee anonen verfügten, bei 50 Kilometer nordollic 200 Tote, und verloren sechs Kanonen. den letzten Kämp⸗ Jan.(Ms. Nichtamtlich.) r vor tärische Bedeutung der neuen uch aus mehreren Pro- ba ein⸗ Jan.(WTB. Nichtamtli. wurde fol Tele⸗ us weilenden zu den Siegen, die sie Ehre. Sie zu benacht⸗ operierenden osma⸗ Punkten der Umgebung bei der Verfolgung ent⸗ tlich in den Schluch⸗ nommen. Auf diese Umgebung Eine große Vorräte sind Die n säm en ge gänzlich gesäubert sowie verschiedene t es weiter: Kaukasus, die seit 37 g harten barbariß⸗—— jetzt ein neues zu leben. Sie beauftragen mich 9 nen Nachbarn a an das Khalifat und ihre Ehrerbietung zit Uber⸗ mitteln. Das Telegramm wurde von dem Hause mit begeister⸗ tem Beifall begrüßt. Der Ort Tischkerd, von dem in dem Telegramm die Rede ist, liegt wie Kosser oder Kossur, im Tale des Flusses Olty östlich Tauschterd.— Ein aus zuver⸗ lässiger Quelle stammendes Telegramm aus Ischhan, einem auf türkischem Gebiete westlich Tauschkerd oder Tavaskiar elegenen Orte, besagt: Der Vormarsch der türki⸗ chen Truppen im Kaukasus gleicht einem wahren Befreiungszuge. Außer Tavaskiar und Tischkerd haben die Truppen Zukula besetzt, wo ihnen ein glänzender Empfang bereitet wurde. Gestern versuchten Nosalen einen Angriff gegen türkische Abteilungen in der Umgebung von Pandtschurd, mußten jedoch angesichts des heldenmütigen Widerstandes der türlischen Truppen unter großen Verlusten die Flucht ergreifen. In dem Telegramm heißt es weiter: Die Sympathiekundgebungen der musel⸗ manischen Bevölkerung lassen erkennen daß die Befreiungs⸗ stunde für den Kaukasus geschlagen hat. Konstantinopel, 3. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Die Kaukasus-Armee setzt ihren siegreichen Vormarsch fort. Ein Teil unseres Heeres, der bis Sarikamysch vorrückte, trug nach einer erbitterten Schlacht einen endgültigen Sieg davon. Seit dem 25. Dezember haben unsere Truppen mehr als 2000 Russen gefangen genommen, acht Kanonen, 13 Maschinengewehre, eine große Menge Waffen und Munition, sowie Kriegsmaterial und Lebens- mittel erbeutet. Unsere Truppen bemächtigten sich zwischen Sarikamysch und Kars zweier Militärzüge samt ihrer Ladung und zerstörten die Eisenbahnlinie Sari⸗ kamysch—Kars. Unsere Truppen, die weiter nordwärts ope⸗ rierten, haben einen neuen Erfolg davongetragen. Unsere Truppen, die von Tauschkerd auf russisches Gebiet vorrücken, haben ein russisches Bataillon in einer Schlacht unter Feuer genommen. Die Russen verloren 200 Tote und 100 Gefangene, der Rest wurde zerstreut. Ein russischer Landungeversuch bei Jaffa. Konstantinopel, 3. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Der russische Kreuzer Ascold“ versuchte gestern eine Landung bei Jaffa. Die Küstenposten eröffneten rechtzeitig das Feuer auf die feind⸗ lichen Boote, die sich mit Verlusten mehrerer Toten zurück⸗ zogen. ö Finanzielle Maßnahmen der Türkei. Konstantinopel, 3. Regierung hat der Kammer gestern einen Gesetzentwurf unter⸗ breitet, durch den sie prozentigen Dar⸗ lehens von 5. d ermächtigt wird. Die Regierung hat einen Gesetzentwurf angenommen, durch den das . 5 Schulden heute zahlen, 5 iejenigen Banken, die Aktien“ gesellschaften sind, werden, ganz gleich, welche Summe sie bereits gezahlt haben, 10 Prozent heute zahlen müssen, weitere 10 P Die Neutralität Bulgariens. Sofia, 3. Jan. WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Bulgare. In der Kammer hat der Ministerpräsident bei der Be⸗ ratung des Budgets des Auswärtigen die Neutralitäts⸗ erklärung wiederholt und versichert, daß Bulgarien sei⸗ egenüber die gegenwärtige Haltung beibehalten eine Interessen nicht in Frage gestellt würden. Italien und Albanien. Rom, 3. Jan.(WTB.) Die„Tribuna“ meldet: Das Schiff„Bardegna“ ist aus Valona in Durazzo einge⸗ troffen. Das Blatt erklärt die Gerüchte, daß die Regierung die Absicht hätte, in Durazzo ähnliche Operationen wie in Valona vorzunehmen, für phantastisch. Auch„Giornale d'Italia“ sagt, die Entsendung der„Sardegna“ nach Du⸗ razzo hätte das einzige Ziel, die italienischen Interessen gegen anögliche Bedrohungen von Personen und Vermögens⸗ werten zu schützen. Es bildete keineswegs ein Vorspiel zu anderen Besetzungen oder Ausschiffungen von Truppen, sofern solche nicht lediglich einen provisorischen Charakter hätten, um irgend einen Aufstand zu ersticken.„Idea nazional“ erklärt, das Gerücht von der Landung von Ma⸗ trosen in Durazzo sei falsch: eine Landung habe weder stattgefunden, noch sei eine solche beabsichtigt. Ein beschlagnahmtes Uniformlager in Turin. Basel, 2. Jan.(WT B.) Die„Baseler Nachrichten“ melden: Bei einer Exportfirma in Turin wurden 400000 Uniformen beschlagnahmt, die für die serbische Armee bestimmt waren, da ihre Ausfuhr eine Um⸗ gehung des Ausfuhrverbotes für Wollstoffe darstelle. ** werde, solange Ein Telegrammwechsel zwischen Kaiser und Papst. Großes Hauptquartier, 2. Jan.(WTB. Amt⸗ lich.) Fa S. M. dem Kaiser und Sr. Heiligkeit dem 1 2 t hat gestern folgender Telegrammwechse stattge⸗ unden: An S. M. Wilhelm II. Deutscher Kaiser. Im Vertrauen auf die Gefüble christlicher Nachstenliebe, von der Eure Mafestat be⸗ seelt sind, bitte ich Eure Majestät, dieses unheilvolle Jahr zu be⸗ enden und das neue zu eröffnen mit einer Hande lung Kaiserlicher Großmut, indem Eure Majestät un⸗ seren Vorschlag annehmen, daß zwischen den kriegführenden Staa⸗ ten ein Austausch der für den Militärdienst künstighin als un⸗ tauglich anzusehenden Kriegsgefangenen stattfinden möge. Papst Benedikt XV. An Seine Heiligleit den Papst, Rom. Indem ich Eurer Hei⸗ ist es mir ein Herzensbedürf⸗ ligkeit für Ihr Telegramm danke, ist e 5 nis zu versichern, daß Gurer Heiligleit Vorschlag, das Los der für den ferneren Miltitärdienst untauglichen Kriegsgefangenen zu lindern, meine volle Sympathie findet. Die Gesnble Geisllicher Nächstenliebe. von der dieser Vorschlag eingegeben ist, entsprechen durchaus meinen eigenen Ueberzeugungen und Wünschen. Wil⸗ (WTB. Wien 2. Jan. Die„Politische Korrespond.“ meldet aus Rom: In vatikanischen Kreisen gibt man der Hoffnung Ausdruck, daß der vom Papfte an die kriegführen⸗ den Mächte ergangene Vorschlag über den Aus tausch der für den Heeresdienst untauglich gewordenen Kriegsgefangenen bald allerseits günstige Aufnahme finden werde. Dem Heiligen Stuhl sind bereits von mehreren beteiligten Staaten zustimmende Antworten zugegangen. Das französische Admiralschiff„Courbet“ gesunken? (WTB) Berlin, 3. Jan.(Ctr. Bln.) Die„Tägl. Rdsch.“ berichtet aus W ien, daß laut einer Meldung des Wiener Tagebl.“ aus Messina das französische, in der Strantostraße torpedierte Admiralschiff„Courbet“ vor Valona gesunken sei. Der Admiral und der größte Teil der e Gefühle unerschütterlicher An⸗ Besatzung sei ertrunken. Japans Haltung. j g Stockholm, 3. Jan.(WB. Nichtamtlich) Die Zeitungen geben eine eldung aus Tokio wieder,* welcher aus hervorragender Quelle alle Gerüchte, Truppen nach den europäischen Kriegsschauplätzen würde und daß japanische Offiziere bei der russischen tillerie in Polen dienen, als falsch bezeichnet werden. panische Offiziere seien nur als Attaches bei dem russischen Heere anwesend. um den Bündnisfall gegen England zu erfüllen, seine Mitwirkung zum Schutze der Interessen im sernen aber nicht die Hilfe an irgendeinem Truppen werden nicht Europa Da Kiautschau jetzt in j i Händen und die deutschen Kriegsschiffe im Stillen und im Indischen Ozean zerstört oder entwaffnet sind, ist Japans Rolle im Kriege praktisch ausgespielt, und es wartet ruhig und mit Geduld den Schluß des allgemeinen Krieges ab. Aus China. London, 2. Jan. WT. Nichtamtlich. Daily Telegraph meldet aus Peking: Juanschikal brachte ein Gesetz durch, das ihm die Präfidentschaft auf Lebenszeit sichert. und ihm das Recht der Wahl des Nachfolgers einräumt. —— Aus dem Reiche. Berlin, 2. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Der Präsident des. 2 KA* richtete an S. M den Kaiser zum neuen ahre folgendes Telegramm: Ew. Kais und Königl. Majestät bitte ich, die ehrfurchts⸗ vollsten herzlichsten Glückwünsche des Reichstags zum Jahres- wechsel entgegennehmen zu wollen. Möge der G Ew. Kais. und Königl. Malestat, das ganze Kais. und Ksnigl. Haus und unser geliebtes Vaterland in seinen gnädigen Schug nehmen. Möge uns ein dauernder Friede, für den das gesamte deutsche Volk mit Begeisterung Gut und Blut bis außersten einsetzt, beschieden werden, damit Deutschland seine 3 5 4. der Welt erfüllen kann. arauf ist folgende Antwort eingegangen: 1 Sehr erfreut über die treuen Segenswünsche des Reichs ⸗ tags zum Jahreswechfel spreche ich Ihnen den wärmsten Tank aus Ich hoffe zu Gott, daß alle innigen Wünsche, die das Herz des deutschen Volles in schwerer Zeit angesichts des uns noch ver⸗ schleierten neuen Jahres für unser teures Vaterland bewegen, in Erfüllung gehen. Wil hel m. 5 Berlin, 2. Jan.(WTB. Priv.⸗Tel.) Das„Berliner Tagebl.“ meldet aus Hambur g: Auf Anregung des Groß⸗ herzogs von Mecklenburg beschlossen die Senate der drei Hansestädte die Errichtung eines Grabdenkmals für ge⸗ fallene Hanseaten und Mecklenburger auf dem Friedhof von Noyon. München, 3. Jan. N Nichtamtlich) Der König hat u. a. verliehen: Militärverdienstorden dritter Klasse mit Krone und Schwertern dem Obersten Friedrich Fürsten zu Solms-Baruth, das Großkreuz des Militär- verdienstordens dem Reichskanzler und dem Staats- sekretär v. Jagow, den Militärverdienstorden—— Klasse mit dem Stern für Kriegsverdienst dem Dir genten der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt v. Stu m m. Liesdorf bei Saarlouis, 2. Jan. WTB. Nichtamtl. Zwei feindliche Flieger überflogen gestern unseren un⸗ geschützten Ort in geringer Höhe und warfen einige Bomben ab. Sie verschwanden in der Richtung auf die ran zöͤsische Grenze. Deutscher Industrieschutzverband. In der am 28. Dezember unter dem Vorsitz des Herrn Landtags- abgeordneten Dr. in Leipzig, abgehaltenen Vor⸗ standssitzung des Deutschen ee bandes, Sitz Dresden, erstattete Herr Direktor Grütz⸗ ner, Deuben, Bericht über die Weiterentwicklung des Ver⸗ bandes, dessen Mitgliederzahl seit 2 des Jahres von 4633 bis Ende Juli auf 5150 und seit 1 inn noch um 162 auf gegenwärtig 5312 gestiegen ist. Wenn also die Entwicklung des Verbandes infolge Kriegsausbruch eine weniger umfängliche als in früheren Jahren bt ue sein mußte, so ist die Tatsache, daß Beitritte selbst währ des Krieges noch in größerer Anzahl erfolgt sind, durchaus erfreulich und Feicte wie die Bestrebungen und Einrich⸗ tungen des Verbandes in den Kreisen der Industriellen ge⸗ würdigt werden. ———— Aus Stadt und Gießen, 1. Januar 1915. Vom hess. landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen. Die Landwirtschaftskammer für Hessen schreibt uns: Kurz vor Weihnachten berief der Verband der hess. landw. Genossenschaften, dem als Landes zentralstelle zur Pflege und Fördetung des landw. Genossenschaftswesens drei Zentralgeschafts⸗ anstalten und etwa 610 Genossenschaften Spar- und Darlehens⸗ kassen, landw. Konsumvereine, Molkerei, Winzer⸗ und sonstige Genossenschaften) angehören, den ordentlichen erbandstag, über di senschaftliche Arbeit, die Entwic t en u i ngsmäßigen lagen zu igen er bd, den tages nde en Fer Sag. itu bereits ichtet N in auch der Pes Das ereignisschwere Jahr 1913 nicht usammenbruch der landw. 0 Darlehens⸗ spurlos vorübergegangen. Durch den Genossenschaftsbanf iind namentlich die Spar- und kassen, die den Hauptanteil über 60 Proz der Verba f schaften bilden, hart betrofsen worden. Durch die Errichtung eines neuen Geldausgleich-Instituts, die Jentralkasse der he landw. Genossenschaften, konnten aber die Kaß Ueberwindung der ersten Schwierigkeiten ihren vollem Umfang aufnehmen. Die anderen Genof landw. Konsumvereine usw., wurden durch die kommnisse nur wenig, meist gar nicht betroffen. Der vom Verband herausge 5 das Jahr 1913 zeigt, daß der Verband mit fester Entschlossen⸗ baer den Tie eg en. e einer zie en igkei gelungen i innerhalb n. Ruhe und Besonnenheit verhältnismäßig kurzer wieder den j auf Lande einkehrte. Mit einem von mur 70 Genossenschaften, gleich 10 Broß feines 55 1 Bestandes, trat der Verband in das Jahr 1914 ein. Pessimi bangten bei Eintritt der Genossenschaftskrisis vor 1% die ristenz des Verbandes: diese übersehen, daß de Selbstzweck ist, sondern ein für die Durchführung der Verwal revisionen unentbehrliches Institut, ohne das die ländlichen G 9* um var, ich f 5 und den 10% Rechen- 55 ne Jahresbericht für 29 Aufgaben herantrat und es bei Verlust elbe nicht 4 2 5 saug schu ß ruht, der aus seiner Mitte einen Ver⸗ Spräsidenten wählt, dem die Oberaufsicht über die häftsführung des Verbandes obliegt, und diesen auch nach enhin vertritt. Die laufenden Geschäfte des Verbandes wer⸗ von einem geschäftsführenden Direktor versehen, vom Verbandsausschuß ernannt wird. Dieser Entwurf wurde oris ahr nur vorläufig und zwar auf 1 Jahr gutgeheißen und g vom Verba vorgeschlagen, daß Herr Oekonomie⸗ . n e e 8 Herr Fitting al äftsführender Direktor in Aussicht zu nehmen sei. Diesen 7 2 wurde entsprochen. Wenn vor wenigen Tagen der Verbandstag einen so angeneh⸗ men Verlauf nahm, so ist es nicht zum geringsten Teil der ge⸗ wissenhaften und zielbewußten Arbeit des Verbandspräsidenten, 5 nomierat Walter, zu verdanken, dem ein weitblickender Verbandsausschuß und ein tüchtiger Geschäftsführer zur Seite . n. Auf dem Verbandstag hatte man den erhebenden Ein- druck, daß aufrichtiges Vertrauen zur Leitung des Ver⸗ bandes vorhanden ist. Das ist die schönste Gabe, die dem hess. landw. Genossenschaftswesen zu Weihnachten beschert werden konnte. Ver trauen gibt Kraft zur ersprießlichen Weiterarbeit. * Das Großherzogspaar kam heute vormittag in Begleitung des Generaladjutanten auf der Durchreise don iel nach Darmstadt über Gießen. Die Herrschaften ahmen im Bahnhofrestaurant das Frühstück ein. 1 ßherzog von Hessen“ ihre Jahresversammlung ab. Sie war, wie man erwarten mußte, nicht so zahlreich wie ihre 2 gängerinnen in Fra M. und Darmstadt, aber in betracht der peripherischen Lage Gießens und der mißlichen Zen umstände doch recht stattlich besucht. Leider war der 1. Vor⸗ siende Prof. Dr. Berger ⸗Darmstadt durch Krankheit ver⸗ birdert, zu erscheinen, und so übernahm sein Stellvertreter, „Dekan Zaubitz⸗ Bensheim, den Vorsitz. Er verlas zunächst 0 Jahresbericht, der nach kurzer Aussprache von der Versammlung angenommen wurde. Die Rechnung weist in Ein; den trag von 1792,90 Mk., in Ausgabe einen solchen von 1609,40 Mk. auf, so daß sig mit einem Kassen⸗ bestand von 183,50 Mk. abschließt. Das Kapitalvermögen. steht als Pfnorrsches Legat bei der städtischen Sparkasse in Darm⸗ adt mit 809,41 Mk, als Stiftungsfonds ber der Darmstädter Volksbank mit 322,84 Mk., so daß es im ganzen 1132,25 Mt. beträgt., Die Rechnung ist von Kreisamtsbureauvorsteher Schner⸗ der in Heppenheim geprüft und richtig befunden worden. Da sie keinerlei Anlaß zu Beanstandungen ergab, wurde sie geneh⸗ migt und Rechner Entlastung erteilt. Durch den einstim⸗ Beschluß der Versammlung, daß die Süddeutschen Blätter a 14 Tage erscheinen sollen, fand ein dahingehender einge⸗ laufener Antrag seine Erledigung. 1 5 Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, darunter für Gießen Lehrer V. Mül⸗ ler und Univ.⸗Professor Dr. Vogt. Für Schulrat Andres⸗ Lauterbach, der aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl ab⸗ 0 t Vo fer das Großherzogtum Hessen hielt am 2. Januar im Hotel„Gro kfurt a. hn tte, wird dem Vorstand die Zuwahl überlassen. Mit standswahl war die Tagesordnung der Mitgliederver- lung erledigt. i 2 W Nach kurzer Pause eröffnete daher der Vorsitzende die öffent⸗ liche Versammlung, zu der inzwischen auch Nichtmitglieder Aschienen waren Im Namen der Ortsgruppe Gießen begrüßte Lehrer V Müller die Anwesenden, und hierauf ergriff Univ. Prof. Geheimer Kirchenrat D. Eck das Wort zu seinem Vor⸗ trage über„Kant und der Krieg“. Er führte einleitend aus, daß es schwierig sei, Kants Stellung zum Krieg genau festzulegen. Seine Schrift„Zum ewigen Frie⸗ den“(1795) und ebenso andere Aeußerungen verurteilen den Krieg überhaupt und lassen in ihm einen Erfahrungsbeweis für das „radikale Böse“ im Menschen erkennen. Ihm stellt er das ideale Ziel eines ewigen Friedens in estalt eines Völkerbundes ent⸗ gegen, in dem Streit der Staaten durch die freie Anerken⸗ mü in aller eines igen Völkerrechts überwunden wäre. Aber diese Gedanken andere ergänzt werden. Kant läßt die Ent⸗ wicklung menschlicher Kultur von einem Antagonismus, einer„un⸗ — en ausgehen. Gerade dieser Widerstreit per⸗ nlicher Interessen führt durch ee alente. Sie nt Ehrsucht, Habsucht, Herrschsucht u einer Weckung und Förderung aller Kräfte und ae ihren ersten Ausgleich in der Bildung des Staats, kehren aber zwischen den Staaten in erneuter Gestalt wieder. Der Krieg führt dann auch hin zu neuer Regelung des Verhältnisses der Staa⸗ ten untereinander Aber das Ziel des Völkerrechts, weil es auf schlechthin freier Anerkennung ruhen müßte, kann aus diesem Ent⸗ gsprozeß allein nicht hervorgehen. Seine Grundlage müßte al sein. Steht nun Kants Moral in bewußtem, absichtlichem . Gegensatz zu der Glückseligkeits⸗ und Nütz⸗ lichkeits-Moral englischer und französischer Moralisten, stellen gewiß die Summe des moralischen Bewußtseins ihrer Völ⸗ r, so ist den europäischen Völkerkreis von den eigenen, setzungen Kants auch das Ziel des ewigen Friedens in Ferne gerückt. Es soll für uns bestehen bleiben, aber in der t, in der Kant selbst allein von ihm geredet hat, als philo⸗ scher Chiliasmus oder als Ideal, das in der Unendlichkeit und das die herbe Pflichterfüllung des Tages nicht hemmen, eßßt, erübrigt es sich, über den Vortrag und seine Wirkung die Zuhörer noch besondere Worte zu verlieren. Auch die ung sah von einer Aussprache ab, und der Vorsitzende mit herzlichen Dankes an den Vortragenden und chienenen die anregend und erhebend verlaufene Versamm⸗ Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder größere Postladung offenbar infolge Selbstentzündung einer ung verbrannt, nämlich auf der Station Altenessen, als it Postpaketen beladener Eisenbahnpostwagen dort rangiert stentzündung eines solchen Pakets erklärt sich tlich schnelle Umsichgreifen des Feuers; denn mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete um⸗ gen Minuten bis auf das Untergestell nieder. Pakete stammte aus Sachsen, Hannover und Bakete waren nach Oberhausen(Rheinland), Kurs erich und Holland sowie nach Duisburg, Mül⸗ kurs Duisburg Krefeld bestimmt. Auch Pakete vernichtet worden, wenn auch wohl nicht in Zahl.— Amtlicherseits wird erneut vor der Ver⸗ ährlicher Gegenstände durch die Post dringend it. Wer sich darüber hinwegsett und leicht entzündbare e versendet, kann die Allgemeinheit auf das empfind⸗ 1 und dabei auch die Wohltaten zu nichte machen. iebe und Opfersinn unseren Soldaten im Felde zugedacht n leber die an um 18. 0 3 so uns die staatli bnahmestelle II in rt:„Die im Bezirke des 18. Armeekorps gesammelten nachts gaben wurden in einer großen Anzahl gon⸗ igen.— i 51 5 r der Abnahmestellen uppen Felde o rechtzeitig zugeführt, n Weihnachtsfeste jede Formation im Vesize der* ten Sendungen war Es soll hier keine Beschreibung der rbringung gegeben, sondern nur gesagt werden, daß die allerorten die weitgehendste Unterstützung der Militär⸗ n fanden, daß überall die Freude über die reichen Spen⸗ es ermöglicht haben, keinen Soldaten leer ausgehen en, groß war Herzlichster Dank wurde von Offi⸗ mnschaften den Begleitern ausgesprochen. Sie iesen Dank mit vielen Weihnachtsgrüßen der 1 7 3 * Die Freie Landeskirchliche Vereinigung V 8 Heimat zu überbringen. Die staatliche Abnahmestelle II, Hed⸗ derickstraße 59, schließt sich dem Danke der Truppen von gan⸗ zem Herzen an. Eine große Freude war es den Transport⸗ führern, sich durch Augenschein von der ausgezeichneten und hoffnungsfreudigen Stimmung der Trup⸗ pen, sowie davon überzeugen zu können, daß es unseren Leuten an nichts fehlt. Vornehmlich sind im allgemeinen Woll⸗ sachen— mit Ausschluß von Strümpfen, die immer begehrt werden— in reichlicher Menge vorhanden, dagegen besteht nach wie vor Nachfrage nach Decken, Läufern, Teppichen usw., für Sckützengräben geeignet. Solide Stiefel und Hausschuhe, letztere aber nur mit festen Sohlen, sind ebenfalls begehrt. Lichtspender jeder Art sind erwünscht. Ersatzbatterien für elektrische Taschen⸗ lampen können nicht genug gestiftet werden. Endlich sind er⸗ beten Taschen⸗ und Handtücher, Nahrungsmittel wie Hafer⸗ flocken, Grünkern, gedörrtes Obst, Zwieback und Keks, sowie als Lesestoff Reklamheftchen, die leicht unterzubringen sind. Auch der Wunsch nach Militärgesangbüchern wurde geäußert.— Alle solche Gegenstände werden von der Abnahmestelle II, Hedderich⸗ straße 59 am Südbahnhofe, als der einzigen, die von der Kai⸗ serlichen Regierung berufen ist, den Truppen im Felde frei⸗ willige Gaben zuzuführen, gerne entgegengenommen. . Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Ge⸗ wicht über 250 Gr. bis 500 Gr. werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar 1915 von neuem zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg. Die Sendungen müssen dauerhaft ver⸗ packt sein. Nur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des erpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zer⸗ brechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier oder Lein⸗ wand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden sest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreu⸗ zung.— Die Aufschriften sind auf die Sendungen nieder⸗ zuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu, befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Außer kleinen Bekleidungs- und Gebrauchsgegenständen sind auch Lebens⸗ und Genuß⸗ mittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen süd leicht verderbliche Ware, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschenfeuerzeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken sicher verschlossenen Be⸗ hälter enthalten und dieser in einem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, und sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespänen oder einem schwam⸗ migen Stoffe so angefüllt sind, daß beim Schadhaftwerden des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Die Postanstalten sind angewiesen, Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, unweigerlich zurückzuweisen. Belgien und die deutsche Post. Vom 1. Januar 1915 ab werden bei den Postanstalten Bestellungen auf das „Amtsblatt der Kaiserlich Deutschen Post⸗ und Telegraphen verwaltung in Belgien“ angenommen. Der Bezugspreis beträgt halbjährlich 2 Mk. Bestellungen für ein volles Kalenderjahr Preis 4 Mk.) sind zulässig. Das Amts⸗ blatt erscheint nach Bedarf.: 4 Stadttheater. Es sei hiermit darauf hinge⸗ wiesen, daß die morgige Aufführung des ungemein beliebten, fröhlichen Spieles„Als ich noch im Flügelkleide“ außer Abonnement und bei kleinen Preisen stattfindet. Verkauf von belgischen Beutefohlen. Frei⸗ tag, den 8. ds. Mts., vormittags 9½ Uhr findet auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt eine Ver⸗ steigerung von zirka 100 Stück ein⸗ und zweijähriger belgischer Beutefohlen statt. Die Fohlen befinden sich etwas in her⸗ untergekommenem Zustande. Zur Versteigerung werden nur Land⸗ wirte zugelassen. Die Abgabe erfolgt nur gegen Barzahlung. Landkreis Gießen. Langsdorf, 3. Jan. Aus unserem nur wenig mehr als 900 Einwohner zählenden Dörschen standen während der ersten fünf Kriegsmonate mehr als 100 Mann unter den Waffen. Sechs von ihnen starben den Heldentod: Vize⸗ seldwebel O. Ludwig und Musketier K. Bender(Ink.-Reg. K. W. II.)., Reservist L. 3(Res.-J.-R. 116), Unteroffizier O. Metzger(Landw.-J.-R. 116). Dragoner L. Bender(Drag. Rat. 23) und Kriegsfreiwilliger(Lehrer) Wilh. Bommersheim (Res⸗J.-R. 222. Sieben Krieger wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Gefreiter d. Res. Wilh. Dörr, Vize⸗ seldwebel d. Res. Hermann Kneipp, Leutnant d. Ref. Otto Kneiyp, Vizeseldwebel Otto Ludwig(eider gefallen), Leutnant d. Res. Heinrich Roth, Offizier⸗Stellvertreter Heinrich Roth und Unteroffizier Wilh. Ul rich. Kreis Büdingen. — Unter⸗ Schmitten, 1. Jan. Als das erste Opfer des Krieges aus unserer Gemeinde ist der Oberjäger beim 2. bayerischen Jägerbataillon in Aschafsenburg Reservist Otto Klaus bei einem Sturmangriff in Flandern den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Er hatte vor etwa drei Wochen dg Eiserne Kreuz erhalten. Kreis Lauterbach. — Schlitz, 2. Jan. lleber 90 bedürftigen Kin⸗ dern von n unseres Städt⸗ chens wurde dieser Tage eine große Freude bereitet. Ein jedes der Kinder erhielt je nach Wunsch ein praktisches Ge⸗ schenk und außerdem noch für 50 1 0 kleinere Gaben, die Kinderhe erfreuen. Die nötigen Mittel zu dieser Be⸗ scherung hatten Bürgermeister Zinßer und der Armen⸗ verein zur Verfügung gestellt. Die Verteilung der Geschenke fand auf dem Rathaus statt. id. Schloß Eisenbach, 2. Jan. Eine eigen⸗ artige Weihnachts ausstellung lockte in ben eier⸗ tagen eine Menge von Besuchern hierher. Im Saal der Gastwirtschaft war eine von Kammerdiener Kreuzig mit viel Kunst zusa tellte, mit Ausnahme der Figuren selbst angefertigte ft von Bethlehem zu sehen, mit dem Stall und der ppe als Mittelpunkt. Der Eintritt war frei, nur stand am Eingang eine Büchse zur Aufnahme freiwilliger Gaben für das Rote Kreuz. Erfreulicher⸗ weise ist bis jetzt schon ein Betrag von über 100 Mark ein⸗ gegangen. Die Ausstellung bleibt noch im Januar. id. Frischborn, 2. Jan. Ein alter Dorfbrauch wurde anläßlich des Jahreswechsels hier neu belebt. Nach⸗ dem das neue Jahr eingeläutet war, zogen die Kinder mit dem Ortspfarrer durch das Dorf und sangen als„Kurrende“ vor den Häusern alte kernige Liederverse. Eine große Schar hatte sich der Jugend angeschlossen und stimmte in den Gesang mit ein. 2 Kreis Friedberg. * Butzbach, 4. Jan. Im Jahre 1914 waren in Butz⸗ bach 50 Aufgebote, 29 Cheschließungen, 80 Geburten(davon 40 Knaben und 40 Mädchen) und 52 Sterbfälle leinschließlich der gefallenen Krieger) zu verzeichnen. Da noch 14 Kinder auswärts geboren find, so beträgt die Gesamtzahl der Geburten für Butzbach 94, davon 45 Knaben und 49 Mäd⸗ chen.— Die Sil vesternacht verlief hier, der ernsten Zeit gemäß, ruhig. Der Gottesdienst in unserer Stadtkirche war außergewöhnlich stark besucht. Zu en der bis jetzt gefallenen 19 Krieger fand zugleich eine Gedächt⸗ nis feier statt. Der Kirchenchor verschönte die Feier durch einige Chorlieder. An der Feier nahmen der Krieger-, Mili⸗ tär⸗ und Turnverein in corpore teil. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 4. Jan. An dem Nadelwehr mannliche Leiche aus dem Main geländet, die offen⸗ bar schon längere Zeit im Wasser gelegen hat. Die Per⸗ sonalien des Toten, der allem Anschein nach dem Arbeiter⸗ stand angehört, konnten bisher noch nicht festgestellt wer⸗ den.— Die Offenbacher Kriegsfürsorge erfor⸗ derte bisher einen Aufwand von 621 424,94 Mk. Darin sind u. a. enthalten 158 190 Mk. an Barunterstützungen und 5 e 189,99 Mk. für Lebensmittel und son⸗ stige ahrungsmittel, während an Barunterstützungen für die Arbeitslosen 61 259,30 Mk. und für die Kriegszwecke (Einrichtung von Mannschaftsquartieren) 86 787 Mk. ver⸗ ausgabt wurden. An freiwilligen Beiträgen wurden neben der Sammlung„Gold insgesamt 181 706 Mk. aufgebracht. Für die Zwecke der Kriegsfürsorge wurden städtischerseits zweimal 500 000 Pet. zur Verfügung gestellt, von denen die zweite halbe Million bereits in Angriff genommen werden mußte. Groß-Gerau, 1. Jan. Hier gerieten am Mittwoch abend eine Anzahl Arbeiter der dortigen Zuckerfabrik in Streitigkeiten, wobei der Arbeiter Otto Lange durch eine Anzahl schwerer Schädelhiebe stark verletzt wurde, so daß man für sein Leben fürchtet. Die Täter wur⸗ den in Untersuchungshaft genommen. Hessen⸗Nassau. Marburg, 2. Jan. Gestern abend gegen 10 Uhr wurde auf dem Hauptbahnhof hier der Fabrikarbeiter Dietrich Her⸗ borg von hier, der bei der Post als Aushelfer beschäftigt war, mit seinem Postkarren von der Lokomotive erfaßt und völ⸗ lig zermalmt. Der Unglückliche hatte zweifellos die an⸗ haltenden Warnungssignale der Lokomotive überhört. (Frankenberg, 2. Jan. Außer den sonstigen reichen Zu⸗ wendungen an Naturalien, Wollsachen und Kleidungsstücken gingen 2 hiesigen Kreise bis jetzt rund 80 400 Mk. für das Rote re uz ein. X panau, 1. Jan. Der Konkurs über den Nachlaß des Rittergutsbesitzers Friedrich Waldemar v. Klitzing in Har⸗ muthsachsen(Kurhessen) ist für die Gläubiger recht nachteilig aus- gegangen. Bei der Schlußverteilung sind versigbar 10 739 Mk., zu berücksichtigen sind, nachdem die bevorrechtigten Forderungen 708 187 Mark. h. Limburg a. d. L., 3. Jan. Als beim Spielen mit einem Revolver dieser sich nicht entladen wollte, ver⸗ suchte der 14 jährige Schüler Karl Faust einem Schul⸗ freunde die Waffe zu erklären. Plötzlich entlud sich das Geschoß und traf den Faust in den Leib. Die Verletzung führte nach kurzer Zeit den Tod des Jungen herbei. Dermischtes. Der größte Kassenschrank der Welt. Die ameri'anischen Banken haben jetzt noch mehr Ursache als sonst, für die Sicherung der ihrer Hut anvertrauten Riesensummen zu sorgen, da die Not der Zeit viele europäische Kapitalisten ver- anlaßt hat, ihr Vermögen bei amerikanischen Banken niederzulegen. Der Sicherheitsdtenst der amerikanischen Banken stellt daher der Technik zum Teil außerordentliche Aufgaben. So ist nach dem „Scientifie American“ kürzlich in South-Bethlehem in Penn⸗ syl vanien für den Kassenschrank einer New Yorker Großbank eine ungeheure Eisentür gegossen worden. Die Konstruktion dieser Tür und ihres Schlosses hat ein ganzes Jahr in Anspruch genommen und einen Kostenaufwand von 300 000 Mk. veranlaßt. Der ganze Kassenschrank, der natürlich nichts anderes ist, als ein gepanzertes 1 5 hat über 1,1 Million Me. gekostet. Der Gang und die ür, die zu diesem Panzerzunmer führen, sind ganz und gar aus Eisen und zwar aus einem einzigen Stücke hergestellt, das die Kleinigkeit von 120 Tonnen wiegt. Man hält diesen Riesenkassen⸗ schrank für durchaus unverletzbar; die Einrichtung ist von zahl⸗ reichen Ingenieuren und Bankleitern der Vereinigten Staaten be⸗ sichtiat worden und hat als ein technisches Meisterwerk überall die größte Bewunderung erreat. Das Kino im Dienste der Industriereklame. Eine Maschinenfabrik hat eine neue Maschine gebaut und will sie auf den Markt bringen. Die Zahl der möglichen Käufer ist sehr groß; aber um sie von dem Nutzen der neuen Maschine zu über⸗ zeugen, müßten sie sie bei der Arbeit kennen lernen. Mündliche Erklärung, ausführliche Beschreibungen, gedruckte Kataloge helfen da wenig; der Kunde müßte die Maschine selbst sehen. Da es nun nicht möglich ist, eine Maschine von vielen Tonnen Gewicht zu den Käufern herumzuschicken, wel jede Aufstellung eine Reihe von Tagen Arbeit erforderte, so sind einige awerikanische Häuser auf den Ge⸗ danken gekommen, diese Schwierigkeit mit Hilse des Kinemato⸗ araphen zu überwinden. Man läßt also eine Aufnahme von der Maschine ansertigen, während diese arbeitet, und erhält so einen Film, der in den Dienst der Reklame gestellt wird und hier seine Aufgabe in der besten Weise erfüllt. Ein Geschästsreisender reist von Stadt zu Stadt mit seinem Film und dem Apparat zu seiner Vorführung und sucht überall die Kunden auf, um ihnen eine kleine Vorstellung zu geben, die natürlich sehr viel lebhafteres Interesse erweckt als es selbst dem beredtesten Munde gelingen könnte. Das System hat sich, wie ein Muarbeiter des„Enameering Magazine“ von New Vork berichtet, als sehr wirksam erwiesen und breitet sich schnell in den amerik nischen udustriekreisen aus, so daß es schon in verschiedenen Städten Häuser gibt, die ausschließlich im Dienste dieser Industriefilms stehen. Die Films sind im allgemeinen 30 Meter lang und ihre Vorführung dauert etwa 20 Minuten. Man hat auch besondere Apparate konstruiert. die für diese In- dustriefilms geeiguet sind, wobei namentlich darauf Rücksicht ge⸗ nommen wird, daß ihre Verwendung möglichst bequem ist. Nach der Industrie haben sich auch die Modehäuser schnell des Systems bemächtiat, um en ue Toiletten bei ihren Kundinnen einzuführen. Baudel. Deutschlands Roheisenerzeugung. w. Berlin, 2. Jan. Deutschlands Roheisen⸗ erzengung im November 1914. Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustxieller betrug die Roheisenerzeugung im deutschen Zollgebiet im November 1914 ins. gesamt 788956 Tonnen gegen 729 822 Tonnen im Oktober. Die tägliche Erzeugung belief sich auf 26 299 Tonnen gegen 26543 To. im Oktober. Tie Erzeugung von Roheisen betrug in den ersten elf Monaten des Jahres 914 insgesamt 13535 666 Tonnen geger 17 697 922 Tonnen im Jahre 1913. meteorologische Beobachtungen der Station Giehen Er 2 33„„ Jan. 8 F 88 8 8„ 32 8 1.5 35 F S S„„„ 5 5 5 3 2 5 122 fe 85 f 0 f 32% 2 4652 83 8 2 10 8. 24.7 44 48 77. 4. 26, 26 5,8 7 2 10 1 1 U 1 Höchste Temperatur am 2. bis 3. Januar 1915— 6.170. Niedrigste 2„„ 5. 63 1 108 Niederschlag: 2,5 mm. —— B Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 5. Januar 1915: der Ossenbacher Schleuse wurde gestern nachmittag eine Unbeständig, vereinzelte Niederschläge, wechselnde Winde. geb ich für Eisen“ mit 12 729 Mk. Befriedigung gefunden haben, Konkurssorderungen mit insgesamt . 0 Mein rrrrrre besonders auf Fitz Nowack Minter-Unterzeuge, Kamelhaar-Aikel eee Militär-Ausrüstungen 20 Prozent Rabatt Günstige Einkaufs- Gelegenheit für e Liebesgaben Höhere und Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des kommenden Schuljahres ab unsere Schule be Licht- Spiel- Haus Spielplan vom 2. bis 5. Januar elnschl. Paragraph 80, Absatz 2 Hervorragendes Lustspiel von feinsinniger Hand- lung in drei Akton mit Wanda Treumann und Viggo Larsen in den Hauptrollen. Zwischen zwei Feuern Freitag, den 15. Januar, von 9½ bis 1 uhr im Schulhause, Nord-Anlage 14, entgegenge— nommen, und zwar Donuerstag für die Höhere, Freitag für die Erweiterte Mädchenschule. Vor— las Neueste Jom öshlehen Ariegsschauplal zeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, 1 2 sind bei der Anmeldung vorzustellen. Schülerinnen, Die kar nischen Alpen die früher schon in unserer Schule waren und Herrliches Naturbild. 140% wieder eintreten sollen, sind ebenfalls anzumelden. Militär ohne Charge verktags die Hultte. Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur 8 werden, N die betreffenden Feld postschachtelnn e n roßh Direktion. fabrizieren und halten in gangbaren Größen am Lager Christ K Herr, Gießen 8 129 F Graphische.* und Buchdruckerei FJernsorecher 500. Walltorstraße 77. Zuschneide⸗ Lehranstalt Kaiser-Allee 14a. Die verschiedenen Kurse im Maßnehmen, Zeichnen, Zuschneiden und Anfertigen sämtlicher Damen ⸗Garderobe beginnen am 11. Januar 1915. Anmeldungen nehme jederzeit entgegen. Lina Petri. Iürigsubstsonhede Kurse in Anfertigung und Zuschneiden aller Damenkleidung beginnen am I. u. 15. jed. Mts. 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Es enthält daber alle Nährstoffe des Getreides in aufgeschlossener Form, die bei ge⸗ wöhnlichen Mebhlbroten durch den 1 Teulerelen, dad. colt Lehrerin e Mablprozeß ausgeschieden sind. Aerzt⸗ lich verordnet! Das Beste für Gesunde und Kranke! Stets 0 echt zu haben bei: Georg Wallenfels, Carl schwaab Bleichstrasse 32 J. 012 und Eberh. Metzger Nachf. 136h D onpaenv pon qu vga Asam Massensertigstellung im eigenen Betrieb. Räumungs-Ausverkauf beginnt Dienstag, den 5. Januar Um in der Kriegszeit eine besondere Gelegenheit zu bieten viel Geld zu sparen, habe ich auf alle Artikel die feier ald erlebe herabgesgl l ihne fir de fate es geren erte amen, Mädchen- u. Kinder- Bekleidung J. Pfeffer · Giessen suchen sollen, werden Donnerstag, den 14. und Posse. n 23 75 5 8 zulegen sind Geburtsurkunde, Impfschein oder Das Preis ausschreiben Wiederimpfschein und bei Kindern, die aus Drama. einer anderen Schule kommen, ein Abgangs- 100 Am 10. August fiel im Kampfe für das Vaterland in Frankreich unser lieber Korpsbruder GerichtsassessSor Fritz Hinckel. den 3. Januar 1915. Der C. C. der Starkenburgia. Giessen, 15¹ Statt besonderer Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung. dass unser lieber, herzensguter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe 2* it 5 0 Richard Striegnitz heute morgen 9 Ubr nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 34 Jahren sanft entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Lollar, den 2. Januar 1915. 0¹ Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Januar, nachm. 2 Uhr statt. r Schwarz-welss- roten 2 1 Bindfaden 1 4 2 D. H. V. Die Todesstunde schlug so früh, Doch Gott der Herr bestimmte sie. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 11. Dezember in Rußland mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Sohn, Bruder und Schwager Wilhelm Scheld, Maurer Reservist im Reserve-Infant.⸗Regt. Nr. 116 im Alter von Jahren. 2 Ortsgruppe In tieser Trauer: Gietzen 7 Anna Barbara Scheld, geb. Emshäuser, W 3* 3 Nachsten Mittwo 1 amilie e Familie Emsbäuser. Monats versammlung Oppenrod, Oberwalgern, den 4. Januar 1918. 25 Were ö fell bken g Dir.: Hermann Stelngoetter. Dienstag, 5. A. 1918 abends 8 Uhr Außer Abonnement! Lleine Preisel Kleine Preisel Neubeit! Neubeit? Aa ieh noeh in fab 1 Ein fröhliches Spiel ing Auf- 5 5 Albert Kehm u Martin Frebsee.* Ende nach 10¼ Uhr. 5 Soldaten den gel ebel 8 15 wärts zablen b. A aden 80 stellungen guf 2. 3 P 5 nur halbe Preise. 2 U VERMIETEN: PIANINOS FLUGEI HARMONIUMS Monatliche Mietpreise: 2—30 Mk. Bel Ankauf gemieteter Instrumente Miet- gutschrift nach besond. Bedingungen WIH. RU L PHI GlESSEN HOFLIEFER Seltersweg 91