Donnerstag, den *9. August CEBS3S Der blaue flnker. Roinan von Elfriede Schul-. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da brach sich ein heißes, gallig-bitteres Gefühl in rhkn durch. Die schwere Anklage, die ein fremder Rrchter m chm gerade auf ihn loshetzen wollte; dre Anklage, daß er das Glück der andern unter sein eigenes Schicksal gezwungen: er schleuderte sie mit verzweifelter Energie von sich und ließ sie ertrinken in dem Hellen, rauschenden Wasserfall, der auf seine Seele strömte und nur einen Ton erklingen ließ: Anders werden! Anders werden! „Stoßen Sie an, mein verehrter Herr Baron! Auf die Lieben, die wir zu Hause haben!" Er schreckte fast auf. Wer las hier in seinen Gedanken? —' Es überkam ihn eine nicht zu verbergende Weichheit. „Sie haben mich an der richtigen Stelle getroffen, Herr Professor. Auf unsre Lieben, die nicht hier sind!" Sie stießen fröhlich an. Alle hatten die Gläser wieder gesetzt, als Lotte Wölflin noch einmal ganz leise an das Glas des Bruders rührte, daß es mit einem wehen Ton aufklirrte. Nur einer hatte das bemerkt, Alexander v. Roth- kirch. Er erhob sich noch einmal, wie nach einem Traum, und faßte sein Glas. . „Auf Ihr spezielles Wohl, gnädiges Fräulein, Herr Wölflin!" Da fiel der Kelch vom Glase Erichs ab wie die Glocke einer abgeblühten Blume von ihrem Stengel und zerschlug mit einem leisen Zischen, kaum hörbar, auf dem Rande seines Tellers. „Glück und Glas — Prosit, Erich!" rief Gerhard ihm zu. Die Musik, die vom Pavillon kräftig herübertönte und mit einer heiteren Weise den Gedanken eure andere Wendung gab, schnitt in diesem Augenblick die allgemeine Unterhaltung ab. Der Freiherr sprach aus Ladenburg lebhaft ein. „Unsere Ferienreise?" erwiderte der Professor. „Da müssen Sie bei uns erst eine Abstimmung vornehmen lassen. Bis heute sind wir noch nicht unter einen Hut gebracht. Uebrigens — Ilse und Lotte haben die ihrige bereits ge- nossen. Nach dem ■— na, sagen wir es zu ihrem Lobe ganz offen — dem glänzend bestandenen Lehrerinnouexamen waren sie drei Monate in Paris und Marseille, den Charlottenburger Akzent wegzupolieren. Und Gerhard — die beiden Jungen da reisen im Herbst über die Pyrenäen. Mntting wird wohl diesmal mit Frau Malchen Ärautwein wieder auf ihrem alten Warnemünde bestehen — was bleibt da viel übrig?" Da bat Rothkirch einen Ntoment um Gehör. „Es ist vielleicht unbescheiden, nach diese,: aufgezählten Herrlichkeiten von unsrer Ostmark zu reden. Aber ich will den Versuch »vagen. Wir haben kein Meeresrauschen und keine stolzer^ Berge. Aber Wälder haben wir und stille Seen und Sonnenaufgänge, Moudscheinfahrten wie nirgendwo anders. Das behaupte ich. Und die goldgelbe Ernte auf den Feldern, die Ernte! Haben Sie, meine Damen, diese Poesie schon einmal erlebt? — Ich will mich kurz fassen. Ich lade die jungen Damen ebenso herzlich wie dringend ein: Kommen Sie zu uns aufs Land, verleben Sie den Sommer auf Bronin! Es soll Ihnen bei uns der Himnrel auf Erden zurechtgemacht werden, und meine Lieben werde:: es Ihnen danken. Kommen Sie nach Bronin!" Sie sahen sich fragend an. Das war eine Ueberraschung. „Sie brauchen keine Sorge zu haben —< Papa hält erst Vorschau. Findet er es erträglich oder gar nett, dann können Sie es gewiß wohl wagen." Da fand Gerhard das erlösende Wort. „Herr Baron, unser alter Sanitätsrat hat den jungen Damen erst neulich eine gehörige Standpauke gehalten, und der Refrain war: „Kuhmilch literweise, frisch im Stall, müßt ihr trinken! Es gibt kein besseres Medikament." Wenn ich also etwas zu sagen hätte — und das sollte eigentlich der Fall sein, denn ich bin doch der bekannte respektable „große Brrcder" —, also, ich würde kurz kommandieren? Annehmen! Danken! Reisen!" Nun fanden die Mädchen den Gedankenfaden wieder. Sie nannten den Vorschlag entzückend, sagten schnell ja und stießen, ehe der Vater sich einmischen konnte, mit Hern Freiherrn auf ein Wiedersehen in Bronin an. „Herr Professor, sagen Sie nur ebenfalls ja! Sie glauben ja nicht, wie sich meine beiden Mädel freuen werden, und meine Frau erst. Meine Damen, keine Angst? Sie werden sicher mehr finden, als Sie erwarten, und ich höre schon die Pferde wiehern, die ich zu Ihren Morgeu- ritten aussuchen werde. Also — Sie kommen!" Es wurde noch einmal in aller Form abgemacht, und Rothkirch wurde nicht müde, von der Schönheit seiner verkannten Heimat zu erzählen und von dem Erntetrubel, der da draußen noch ein wirkliches Fest ist. 9. Kapitel. Es war ein klarer, weicher Sonunermorgen. Fm Schloßpark zu Bronin hingen noch die Tautropfen zwischen den Gräsern und Blumenblättern. Auf der Parkterrasse, über die das Geäst einer uralten Buche weit herüberreichte, saß die Gutsherrin mit ihren Kindern beim Frühstück. Die kleine Eva, ein frisches, schlankes Mädel von 12 Jahren, stocherte mit dem Löffel in der Kaffeeschale herum und fischte heimlich die gelben Sahnenklümpchen heraus, gegen die sie einen Widerwillen hatte. Ihre Gouvernante. Mademoiselle Antoinette Fichu, bemerkte es aber doch und gab ihr einen Klaps aus die Patsche. „Dummchen! Das ist gerade das Beste!" „Zeig' mal her, Evi!" ftel Waldemar v. Rothkirch rti\ t der zlveit-e Sohn des Freiherrn. Seine schmalen, hohlen 510 — Wangen röteten sich ein wenig. „Schenk mir die schönen! Sahnenstückchen." Er füllte sie in seine Tasse und schlürfte sie Mit Behagen. „Siehst du, wie mir das schmeckt. Das mußt du auch noch lernen, damit bit so hübsch groß und stark wirst wie Susel." Aber Evi schüttelte sich vor Abscheu. Waldemar sah sich um und hüstelte. „Wo bleibt heute die Post?" Da kamen schon die beiden Posttaschen mit den blanken Messingschlössern. Mademoiselle nahm sie dem Diener ab und schloß auf. Susanne Rothkirch sortierte die private Korrespondenz heraus und reichte dem Bruder die Zeitun- en. Der junge Mann versank in einen Wiegestuhl und las as Feuilleton. Frau Natalh v. Rothkirch war in einen Bries des Freiherrn vertieft. An dem leicht geöffneten Mund konnte man ihr wachsendes Erstaunen ablesen. „Wunder und Zeichen, Kinder! Wir bekommen Besuch." Das mußte eine tiefbewegende Neuigkeit aus Bronin sein, denn alles drängte herzu und suchte eine Zeile ztt erhaschen. „Susel, lies vor — dort!" Susanne las: „lieber Langeweile sollt Ihr Euch nicht beklagen. Ich bringe Ferienbesuch. Drei Berliner Mädel, lustige Rangen. Da könnt Ihr Bronin meinetwegen aus den Kops stellen. Ich drücke ein Auge und, wenn es sein muß, alle beide zu. Wer, wie, was - ist vorläufig Geheimnis. Nur damit Ihr Euch einrichtet und nichts Verkehrtes ansangt, knappe Biographie. Namen: Trude, Ilse, Lotte. Alter: vierzehn, neunzehn, zwanzig oder so drum herum. In etwa acht Tagen treffen sie ein. Ich selber wollte schon morgen reisen, werde es aber um einen Tag oder zwei verschieben. Nun seid hübsch brav, fegt die Spinnweben aus den Fremdenzimmern und macht Euch Pläne. Es wird Euch bei den letzteren gern Helfer: Euer Papa." Waldemar sah die Mutter an. „Sto piorunow!" (Hundert Donnerwetter!) würde unser alter Kaczmarek sagem „Was ist sich in Herren gnädiges gefahren?" Papa ist ja ganz aus dem Häuschen. Was schreibt er da? „Fremdenzimmer"? Gibt's denn so was auf Bronin? Ich kann mich nicht besinnen, daß wir in den letzter: fünf Jahren jenmls Logierbesuch hatten, Susi, wo liegen eigentlich die sogenannten Fremdenzimmer der Familie Rothkirch?" „Laß deine flauen Randbemerkungen, Waldi!" Frau Natalh lächelte vor sich hin. Aber es lag ein Schmerz in diesem Lächeln. Dann legte sich wieder der alte grüblerische Zug um die seingeschnittenen Mundwinkel. „Freust du dich denn gar nicht ein bissel, Muttchen?" wehrte Susanne und las den Brief noch einmal von Anfang bis zu Ende durch. „Ist es etwa nicht nett von Papa?" „Juchhe, gold'nes Pa'chen! Das ist mal sein!" rief Eva und fiel der Mutter um den Hals. Eva tätschelte sie und küßte ihre Wangen. „Ob ich mich freue? Aber Kind, das ift doch gewiß zum Freuen, daß! wir mal fremde Gäste ins Haus bekommen. In acht Tagen, schreibt Papa? Bitte, ma chere Antoinette, rufen Sie Mümmri-Käthrin!" Eva kam der Mademoiselle zuvor und brachte ein kleines rundes Frauchen angeschleppt, die ein weißes Häubchen über dem freundlichen Gesicht trug. „Wir bekommen in acht Tagen Besuch, Mümmri- Käthrin. Drei junge Damen aus Berlin. Sehen Sie die Fremdenzimmer durch. Nehmen Sie die kleinen nach dem See. In einer-halben Stunde komme ich selber nach oben."< Mit einem unterdrückten Seufzer stand die Freifrau auf und verschwand mit der Haushälterin. Mademoiselle und Eva gingen an die Schularbeit. Susanne sah, den Kopf in die Hand gestützt, träumend in den grünen Park. „An was denkst du, Susel?" fragte Waldemar. „Ich grüble hin und! her,, wer es (fein kann. Bekannte hon Onkel Lothar? Wer sollte es sonst in Berlin sein?" „Sag' mal, Susi, wie kommt dir beim Papa auf einmal vor? Ich bin beinahe sprachlos. Waren wir hier nicht in einem richtigen Trappistenkloster?" ,>Ja, es ist sorwerbar. Der ganze Ton des Brieses — ich kenne Papa nicht wieder. Du lieber Gott, ich kann es foum glauben^ daß es nun endlich einmal anders werden soll auf Bronin. Seit Papa den Schlaganfall hatte — damals —" „Sprich nicht davon, ich bitte dich. Wir wollen daran nicht rühren. Man könnte von neuen: verrückt werden. Kopf och, Susel! Also zur Sache. Lotte — Ilse- — Trude? Die rei Grazien von der Spree. Wir wollen ihnen zeigen, was auf Bronin los sein kann, wenn n:an nur will!-Hand ans Werk!" Aber ein neuer Hustenanfall warf den jungen Mann in den Stuhl zurück. Müde klagte er: „Mit mir ist gar nichts mehr los." Susanne trat an den Bruder heran und streichelte ihm zärtlich das dünne braune Haar. „Und jetzt sage ich dir: „Kopf hoch!" Dir ist dieser Winter in Meran nicht gut bekommen. Bei uns wirst du schon gesund werden. Komm, Waldi, jetzt gehen mir hübsch gemütlich in den Stall und halten ein bißchen Musterung. Die Kleine bekommt einen von Evas Poniesq den artigen Grauen. Und meine Füchse — doch komm. So — hak' dich hübsch ein." Sie schritten langsan: die Parklreppe hinab am Spring- brunnen vorbei zum Wirtschaftshof und machten: Pläne. 10. Kapitel. Der alte Oberinspektor Tschammer stand bei den Knechten vor den Kuhjtalcen, wo Grünfutter abgeladen wurde, und löste seinen Aerger über die schlecht gestapelten Fuhren mit einer Handvoll polnischer Flüche. Das machte die Lust beben, tat aber nicht weh, denn er war im Grunde ein Gemütsmensch. Da bat ihn das Stubenmädchen, die schwarze Janka, zur gnädigen Frau. Er ließ sich am Futterkasten den Staub von den langschäftigen Stiefeln wischen und stampfte um den alten Schloßbau herum in den Park. Unter der hundertjährigen Weißbuche hinter dem Springbrunnen sah er die Freifrau sitzen. „Wünsche wohl geruht zu haben, gnädige Frau." Ohne Umstände zog er einen Gartenstuhl heran und setzte sich ihr gegenüber. Sie hielt einen Brief in der Hand. „Guten Morgen, mein lieber Tschammer! Das schreibt mein Mann. Ich möchte Sie darum sprechen. Bitte, lesen Sie!" Er zog die Brille aus dem Futteral, putzte sie bedächtig und las den Brief langsam durch. „Der Herr Baron bringt beu Baumeister gleich mit? — Hm — da wird es jetzt also wirklich Ernst?" „'Nein, das ineine ich nicht. Hier, die letzte Seite — lesen Sie das doch noch einmal." Tschammer las es noch einmal, Zeile für Zeile. „Hm — tja — das finde ich schließlich ganz vernünftig., gnädige Frau. Ein bißchen gebildeter Radau hier hinten kann uns wirklich nichts schaden." Mer dann kam ihm ein besonderer Gedanke. Er sah Frau Natalh prüfend an, nahm sein Shagpfeifchen und stopfte es. „Sie erlauben?-^- Das muß ich mir berauchen." Er sah den bläulichen Wölkchen nach und zwinkerte mit den Augen. Darauf rückte er den Stuhl näher heran. „Pfeift da etwa ein neuer Wind?" ,.jJa —' das ist es. Sehen Sie, das wollte ich Sie fragen," fisel die Freifrau lebhaft ein, daß sich die seinen, blassen Wangen leicht röteten. „Trauen Sie das meinent Manne wirklich zu?" Tschammer zögerte. Das Thema wurde ihm sichtlich unbequem. Nach einer kleinen Pause rückte er sich zurecht. „Wan sollte ja am besten darüber nicht sprechen, Frau Baronin. Und wir haben es ja auch die ganzen Jahre so gehalten. Aber es ist doch gut, wenn man sich endlich einmal alles von der Leber herunterreden kann. Denn das ist doch klar — so geht's auf Bronin nicht weiter. Damals — " Er stockte. Die Freifrau nickte und sagte tonlos: „Damals — ja damals — " „Gnädige Frau, als ich den Herrn Baron das letzteinal vorhatte, es war am Neujahrstage - das war eilte verdammt ernste Gratulation — ja, weiß Gott, verdammt ernst und triste — ba habe ich ihn: offen gesagt: „Herr Baron, wir wollen im neuen Jahr ein neues Leben anfangen. Auf Bronin hört man bloß noch den Turmhahn kreischen. Das ist die ganze Musik für die, die drinnen wohnen. Das ist ja zum Sterben. Fangen Sie an, Herr Baron, und mit meinen sechzig Jahren mache ich alle Schandtaten mit, wenn's sein muß. Sie haben zwei Mädel, Herr Baron, die so sachte herangewachsen sind." Da hat er sich umgedreht und sich ans Fenster gelehnt. Ich habe es wohl bemerkt, wie es in seinen 611 Schultern zuckte. Dann kehrte er sich Plötzlich um und klopfte “min.- Ms die Schulter. „Sie haben recht, alter Freund. Tschammer, es muß anders werden, anders — anders!" — Das war alles. Und anders ist es auch nicht geworden. Hm — hm — mach' er was!" Frau Nataly hatte die Hände gefaltet und sah starr auf den gelben, glitzernden Gartenkies. Der Inspektor passte vor sich hin. (Fortsetzung folgt.) General Zürft Uonstantin. Eine Soldaten-Schnurre. Bon Martin P r o s. k a u e r. Wir hatten die Bahnhofswache in einer kleinen polnischen Grenzstadt. Tie Wlösung war gerade aufgezogen, und wir setzten uns in den ehemaligen Warteraun:, um uns ein bißchen aufzm- wärmen. Plötzlich ging die Tür auf, und mit strahlendem Gesicht, rosig glänzend wie ein requiriertes Ferkelchen, erschien unser alter Stubenkamerad aus der Garnison, der dicke Stibbeke — Stibbeke! Schm: bei dem Gedanken an ihn war auf allen Gesichtern ehr Lächeln aufgetaucht, denn alles, was es an dummen Streichen, schnurrigen Lügen und Aufschneidereien Mb, trug für uns seit den Tagen der Mobilmachung unfehlbar die Marke ,.Stibbeke". Wenn Stibbeke erzählte, stand die Welt still. Es gab nichts, was er nicht kannte, was er nicht schon gemacht hatte, und kein Abenteuer, in das er nicht verwickelt gewesen wäre. Aber trotz seiner faustdicken Schwindeleien hatten wir ihm ein gutes Andenken bewahrt, denn wenn uns, besonders in den ersten schwierigen Kriegstagen, eine traurige Stimmung befiel und es einmal so verdächtig still in der Mannschaftsstube loerden wollte, ivar der dicke Stibbeke mit einer Schnurre bei der Hand, bis alles lachte. Ms wir dann ausmarschiert waren und ein Teil des Regimentes, dabei auch Stibbeke, in die Front getückt war, hatten loir oft an den lustigen Kerl mit der Münchhausen-Natur gedacht und gern gewußt, ob er überhaupt noch am Leben war. Und jetzt stand er hier, leuchtete rundlich wie die Sonne und hatte sogar den Silberraud eines Eisernen Kreuzes zwischen den Mantelklappen aufblitzen! Rasch saß er zwischen uns, führte das große Wort lvie einst und wußte die merkwürdigsten Heldentaten zu berichten. Schließlich fragte einer airs der munde: „Sag 'mal, Stibbeke, wofür hast du eigentlich dein Eisernes Kreuz bekommen?" > „Richtig, Mensch, das mußt du erzählen," rief ein Gefreiter, „aber Wenns geht, Stibbeke, lüg diesmal nicht, erzähl die reine! Wahrheit!" Stibbeke sah sich uni. „Was wollt ihr eigentlich? Ihr tut ja, als ob ich immerzu schwindele? Tann rede ich lieber gar nichts mehr!" „Zier dich nicht lange," rief der Gefreite, „aber das sage ich dir, wenn du jetzt nicht wirklich die wahren Tatsachen erzählst, werke ich dir meine Stiebel an den Kopf!" Stibbeke schüttelte wehrnütig den dicken Kopf. „Wolle:: lieber nicht davon reden, Kinder, es ärgert mich noch heute, wenn ich daran denke!" „Wieso?" fragten wir erstaunt, „das ärgert dich, daß du das Kreuz bekommen hast?" „Na ja. Hindenburg hat mich nicht schlecht angeschnauzt!" „Fang' an, Stibbeke, wir Und schon neugierig genug!" „Meinetwegen!" brummte Stibbeke und steckte sich noch rasch eine neue Zigarre an. „Also das war im Januar," begann er „lvio wir an der Rawka den Russen gegenüberlagen. Wir steckten ganz vorn in einem Erdloch als Feldtvache und paßten auf der: Feind auf. Eines Abends war es mächtig neblig. Da komNrt auf einmal unser Horchposten zurück und bringt so Stücker fünf Russen mit, die sich ergehen haben." „Tu, Stibbeke, denk' an den Stiebel!" rief unser Gefreiter warnend dazwischen. Ter Erzähler warf ihm einen verächtlichen Blick zu und fuhr fort: „Und der Feldwebel schickt mich und einen Unteroffizier mit den Gefangenen nach rückwärts zum Regiment. Die Russen sirrd ganz vergnügt und fangen au. mit dem Unteroffizier zu reden, denn er verstand russisch. Und er erzählte mir, was sie sagen. „TU, Stibbeke, der Lauselvitsch hier erzählt, daß dort drüben in Borczuchow der russischse Oberkommandierende, der Fürst Kon stantin, wohnt. Ta müßten unsere Batterien 'mal hinfunken!" Unser Russe redet immer »veiter und sagt, der General wohnt in der Billa vor dem Dorf, und er selber ist Bursche dort gewesen, aber er ist fortgelaufen, weil die Offiziere immer besoffen waren, und ihn verprügelt haben. „Na, denke ich, die Prügel haben dir nichts geschadet!", da kommt mir — wie der Blitz — eine Idee. Mir wird ganz heiß, aber ich sage nichts. Wir liefern nun imsere Gefangenen ab und marschieren zu unserer Feldwache zurück. Am nächsten Abend kommt ein Befehl: Feldwache 12 schickt Patrouille gegen .Borczuchow vor! Das war mir ein Wink des Himmels. Ich melde mich freiwillig, nehme mein Rad, borge mir vom Feldwebel den Revolver und sause ab. Endlich bin ich grübelt bei den russischen Linien, mein Rad schmeiße ich ins Gras mrd krieche im Nebel vorwärts. Endlich, wie es Nacht ist, stehe ich vor Borczuchow. Ringsum ist nichts zu sehen und zu hören, ich tappe immer weiter und finde richtig die Billa, in der der Oberkommandierende, ihr wißt schon, der Fürst Konstantin wohnt!" Du, Stibbeke, du sollst ausnahmsweise die Wahrheit erzählen!" klang ein Zwischenruf. „Ta wohnte der General," wiederholte Stibbeke ernsthaft und unbeirrt. „Ich nehme meine Pistole zur Hand und klinke vorsichtig die Hintertür an — offen! Echt russisch!, denke ich, und schiebe mich langsam 'rein. Unten an der Treppe sitzt ein Soldat und schnarcht, oben an der Treppe schnarcht einer, mrd vor einer ^ür im ersten Stock noch einer! Es war das reine Dornröschenschloß. Na, mir war's recht, ich steige übler den Schnarch- posten weg, drücke auf die Dur und bin — im Zimmer des Generals! Das sah da schön aus! Weinflaschen, Schnapsgläser, Buddeln, alles durcheinander auf dem Tisch und Fußboden — und auf dem Bett liegt der General in Uniform und scUäft süß. Ich knipse Meine Taschenlarnlpe an und beleuchte ihn ein bißchen, dann stoße ich ihm sanft mit dem Revolver unter die Nase. „Herr Fürst," sage ich leise, „aufstehen!" Er rührt sich nicht. Ich gebe ihm lwch einen Puff: „Hoppla, Herr General, Exzellenz, es ist höchste Zeit!" Da fährt er auf und sieht sich mit runden Kulleraugen ganz verstört jMtt, mit einem Male will er den Mund aufmachen. „Pst, pst," sage ich, „Herr Fürst Augustin Konstantin und so weiter, hier wird jetzt hübsch ruhig geblieben!" Na also, endlich hat .ec meine sanfte Ueberredung begriffen, nur daß .ich ihm immer mit Meinem Revolver ans seinen Bauch zielte. Er steht auf, und ich schiebe ihn vor mir her und sage nochmal: „Mso, Herr Fürst, Exzellenz in ihrem.eigenen Interesse — ganz leise! Sonst könnte ich Ihren: hochwohlgeborenen Bauch eine königlich preußische Kugel geraten!" Wir tappen nun leise die Treppe 'runter, ab und zu muß ich ihm einen kleinen .Stupps ins Genick geben, und wir landeni auch glücklich auf der Straße. „Nun Trab, Exzellenz," sage ich, „das hält schön lvarm!" Wir laufen beide ein bißchen, ich immer mit der Pistole an seinein Kopf, und so machen wir Laufschritt, bis endlich unsere Feldwache auftaucht. Hier gibt es natürlich ein Riesen auf sehen, undi ich Muß mit meinem Fürsten gleich weiter zum Regiment. Der Oberst fällt auf den Rücken, wie wir ankommen, setzt mich mit dem Rnssengeneral in ein Auto, und ab gehts zum Oberkommando. Wer ist gerade da? Hindenburg — unser Hindenburg ! Mein Oberst meldet sich und .schleppt mich und meinen Gefangener: znm Feld-marschall. Hindenburg sitzt am Schreibtisch und läßt sich alles erzählen, dann sagt er zu mir: „Wie heißt du?" Mir zittern die Knie vor Aufregung, aber ich sage: „Stibbeke, Exzellenz, Landwehcmann Stibbeke!" „Stibbeke," sagt Hiirdenburg, „komm' mal mit in das andere Zimmer!" Wir gehen nebenan in die Strebe, Hindenburg Macht die Tiir zu, legt die Arme über die Brust und sieht mich an. Ich stehej stramm', aber :nir wird ganz brenzlich zumute. Endlich legt Hindenburg los: „Stibbeke," sagt er, „Mißt du, was du bist? — ein Hornochse bist du — verstanden?" „Zu Befehl," sage ich ängstlich. „Du DumMkopf," sagt Hindenburg weiter Und lvird wülerrd, daß ihm der lange Schnurrbart zittert, „wie kannst du dir erlauben, den Fürste:: Konstantin zu sangen? Was fällt dir ein, mir meine ganzen Kriegs Pläne kaputt zu machen?" Ich starre den Fel d marschall ganz entgeistert an. „Mensch, Stibbeke/" ruft er, „verstehst du denn noch nicht? Solange der Fürst Konstantin da drüben kommandiert, nrachen die Kerle nichts wie Dummheiten, mrd ich kann sie ohne Mühe besiegen, wie ich will, — alles ging so schön und leicht — und jetzt kommst du Dumnikopf und fängst mir den Fürsten weg! Wenn es das Unglück will, kommt nun dort drüben ein tüchtiger General, ein gescheiter Kopf an die Spitze, und wir können uns wieder mehr plagen!" Ach Gott, ach Gott, mir fiel das Herz in die feldgranei: Hose::! Da klopfte inich Hindenburg auf die Schulter: „Na heule nicht, Stibbeke, "sagte er, „du bist eiu tapferer Kerl, aber Strafe für deine Tulumheit muß sein! Jetzt bringst du mir den Fürsten sofort wieder zu den Russen herüber!" „Exzellenz!" sage ich ganz erschrocken. Da stiitzt Hrnderrbnrgi die Hände auf seinen Degen und reckt sich ganz groß auf und sagt: „Stibbeke, Halts Maul! Der Fürst mutz wieder rüber, elw sie womöglich einen neuen General ernennen, da hilft nichts! — Acht ung — still gestanden! Kehrt — marsch!" Was wollte ich machen? Stumm und stramm niachte ich kehrt, ging raus und nahm nreinen Fürsten wieder beim Wickel. Draußen stand sckiou der- Adjutant von Hirrdenbnrg mit Hindenburg^ eigenem Auto; und ab gings, auf die russischen Stellungen zu. Na —• um — 513 dir' Sache kurz zu macheu, bei imserer Feldwache lud ich unseren Fürsten aus. ww wir trabten wieder aus Borczu.chow zu. Endlich tvaren tvir in dem kleinen Wald vor dem Dorfe, »vv man schon, die Häuser sehen konnte. Da zeigte ich dem Konstantin den Wea, gab ihm einen Tritt — denn ich mußte mir ein bißchen Luft machen — und ließ ihn laufen." Stibbeke schwieg und sah sich um. Aber wir schwiegen auch alle und sahen ihn ran: stumm mit vorwurfsvollem Blick an. Der Kamerad, der vorhin die Forderrmg nach der reinen Wal/rheit ausgesprochen hatte, bückte sich unmerklich. Stibbeke räusperte stchr „Tja — und drei Tage später schickte mir Hindenburg daS Eiserne Kreuz hier, sozusagen als Pflaster aus mein Pech! Hätten wir den Fürsten behalten dürfen, so hätte ich sicher heute das Eiserne Kreuz erster Klasse!" Kaum hatte er ausgesprochen, so sprang er blitzschnell auf und eilte zur Tür. Und keine Sekunde zu früh — denn schon flog ein schwerer Kommißstiefel durch die Luft und siel polternd hinter ihm nieder ..._ Der Krieg im Kindermund. Glück und Vorzug der Kindheit bildet jene frische, noch rat* berührte Originalität, mit der die junge Welt alle Erscheinungen; und Ereignisse aufsaßt und verarbeitet. Auch der Krieg, der natürlich auf die Phantasie der Kinder einen gewaltigen Eindruck macht, lyat eine Fülle überraschender Aeußerungen aus Kindermund her- vorg-eruscn, und es war ein glücklicher Gedanke von Hanns Flörke, daß er in seinem soeben bei Georg Miller in München erscheinen- beu Buche „Die Kinder und der Krieg" eine ganze Sammluntzj von Kinderansfprüchen und Kmdertaten, die mit dem Krieg zu- srmmenhängen, veranstaltete. Wie jeder Beobachter der Kinder^ ivett iveiß, ist sie von einer glücklichen Parteilichkeit erfüllt. Nichts liegt ihr ferner als Objektivität: sie kennt nur die Sache des eigenen Volkes und ist leidenschaftlich vom Wunsche nach deren Siege erfüllt. Ein Berliner Vater erzählt, daß seine Jüngste eines Tages hereinstttrmt, sich außer Wem an den gedeckten Tisch setzt, die Hände faltet und betet: „Unseren ,täglichen Sieg gib uns heute!" Ueberrascht sagt die Atutter: „Wo warst du schon wieder? Sv heißt das Gebet nicht." Ich war in der FrieLzrich- straßc." erwidert die Kleine und schweift. „So, dann bekommst bn zur Strafe nichts zu essen," sagt die Atutter. Am nächsten Mittag ist Anna pünktlicher und betet: „Unser täglich Bröl und Sieg gib uns heute." —> Der kleine fünsiährige Otto wird ermahnt, jeden Slbcnd auch für unsere Soldaten und seinen im Kriege befindlichen Vater zu beten. Er hat daher sein übliches Gebet folgendermaßen vervollständigt: „Lieber Gott, beschütze alle deutschen Soldaten — Vater am tollsten. Laß auch alle deutschen Soldaten siegen — aber Vater am tollsten." Sehr originell äußerte sich die entschiedene Parteinahme sitr di» deutsche Sache bei dem vierjährigen kleinen Ulli, der alle Abend lncket, der liebe Gott möge doch alle imsere Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft beschützen, auch den Verwundeten helfen, „und wenn welche sterben, so laß sie in den schönen Himmel kommen." Plötzlich unterbricht er sich: „Mutter, was macht denn der liebe Gott aber mit den toten Russen? Die kann er doch nicht in den Himmel nehmen!" Die Mutter: „Doch Ulli, wenn sie fromm sind, werden sie ivohl auch in den Hinunel kommen dürfen!" Ulli sehr energisch: „Mutter, in den Himmel mag ick nicht! Ich möchte lieber in den deutschen Himmel!" Zumal die Russen haben osienbar überhaupt aus die kindlick>e lÄnbildungK- kraft einen sehr starken, aber nicht gerade vorteilhaften Eindruck gemacht, und besonders ist es ihr Verhältnis zur Reintichkett, das sie viel beschäftigt. Bei der abendlichen Waschung entdeckt die Aäntter an Fritzens Körper eine Unmenge von .Kratzern. „Wo lwft du denn das her?" „Ach, Adulter? Es war so schrecklich! Wir haben Krieg gespielt und weil ich der Jüngste war, niußte ich Russe sein und mich innner kratzen?" Warum di« Russen so schlecht schießen, das erklärt ein Berliner Junge der, Umstehenden kurz und sicher mit der Behauptung: „Die können! ja nur mit einer Hand schießen." „Warum denn das?" fragt« rnaü rhn überrascht. Worauf der Sachkenner: „Ja. mit der andern nüissen sie sich den Kopf kratzen." Natürlich hat sich nn Lause des Krieges die Phantasie, das Spiel und der Sprachschatz der Kinderwelt anfs reichste mit kriegerischen und nnltz- tan|rf>eu Beziehungen gefüllt. Klein-Jlschen hört ans der Straße das bekannte Mailiedchen singen: „Maikäfer flieg, dein Vater M im Krieg." Alsbald fragt sie die Mutter, wie sie in dev iungsicn Zett so oft hat fragen hören: „Mutti, bei welchem Regiment steht denn der Papa vom Maikäfer?" Der klein« Halls iveiß, daß seine Atutter dem kleinen Schwesterchen Milch zu trinken gab und daß inan das „stillen" nennt. Jetzt ist sie aber damit beschäftigt, die durchreisenden Krieger aus dem Bahn- bose mit Kaffee, Milch und anderen Erfrischungen zu versorgen und als ihn eines Tages jemand fragt: „Na, Hänschen, was macht denn deine Mama?" Da antwortet er stolz: „Die stittt floaten! Zuweilen wird durch all das viele Neue, lvas sie jetzt letzen und hören, in den kleinen Köpfen eine drollige Ber- ivlrrung angerichtet. Dazu gehört daH folgende lustige Beispiel ton Sprachreungung: „Auf dem Kinderspielplatz eines Berliner Vorortes bildet, wie jetzt gewöhnlich, unter den Mädels der KNeg den Gesprächsgegenstand. Da erklärt die eine: Du, jetzt too wir nnt d ie Russen kämpfen, dürfen wir nicht mehr „Pardong" sagen! „Me denn?" „Na, auf Wiedersehen!" vermischtes. 'Der Morgenkaffe der sranzösischsnSoldaten ES gehört zu den Eigenarten der Franzoseu, daß sie mit hartnäckigem Eigensinn an den kleinen, ihnen lieb gewordenen Gewohnheiten deS täglichen Lebens festhalten. Wie wett dieser Eigensinn geht, beweist ein Geschtchtchen, daS der Dardanellen-Berichterstatter deS »Journal de Genßve' seinem Blatte zu erzählen weiß: »Der Morgenkaffee gehört zu den geheiligten Institutionen des französischen Soldatenlebens, im Felde sowohl wie in der Kaserne. Mit dtesein Kaffee wird der Tag eingelettet, und ein guter Morgenkaffee bedeutet einen guten Perlaus deS ganzen TageS. Ich beobachtete in Mudros Kolonialtruppen, die nach Gallipoli eingeschtfft werden sollten. Alles ging in Ordnung vonstatten — bis ein Soldat knapp vor der Abfahrt den Rus auSstieß: »Und unser Morgenkaffees Und sogleich lief der Rus von Mund zu Mund, alle Mannschaften gerieten in Unruhe. Die Soldaten hatten zwar gesrühstückt, aber in der Eile hatte man vergeffen, den Kaffee abzukochen. Da erklärte ein energischer Leutnant: »Ich weigere mich, abzusahren, bevor die Leute den Kaffee bekommen haben!" Man blieb, der Kaffee wurde gekocht und getrunken, und dann schiffte man sich munter ein. . .* Wenn das nicht Disziplin heißt . . . *DaS künstliche Gesicht. Ueber eine Wunderkur, die — wenn sie der gegebenen Schilderung entspricht? — tatsächlich „wunderbar" zu nennen ist, berichtet ein Gewährsmann der „Daily Mail" aus Paris: „Kann ein Mann, der weder eine Nase zum Riechen, noch Lippen zum Trinken, noch Kinnbacken zum Kalien hat, überhaupt wieder ein Mensch werden? Jawohl — ich habe den Fall gesehen, in dem dieses Wnnder auSgelührt wurde. Bei einem Best,che im Rothschild-Spital in Paris zeigte man mir die Photographie eines französischen Soldaten, der mit zerschmettertem Gesicht eingeliesert worden war. DaS Bild war fürchterlich: die untere Hälfte der linken Kinnlade fehlte, daS Kinn war zerschmettert, die Nase und die Lippen waren fortgeriffen. Doch wie crftaimtc ich, al» man mir den geheilten Patienten vorführte: keinerlei Verwundung war in seinem Gesicht zu erkennen. Die linke Kinnbacke svh genau so aus wie die rechte, die Lippen waren tadellos, Nase und Kinn heil und wohlgesormt. DaS Gesicht wies nur einige flüchtige Schnittnarben und einige dünne Nähte auf. Und der Assistent deS Wnnderarztes. Dr. Moresttn, erklärte mir die Art der Behandlung. Ta die vitalen Organe des Patienten unverletzt waren, gingen die Wundsiellen ohne Gefahr in Heilung über. Mit Knochensvltttern und Hautstücken, die dem Rücken des Verletzten entnommen waren, wurde die Kinnlade wieder hergestellt. Für die Lippen verwandte der Arzt ein Hautstück, das aus dem Bauch des Patienten geschnitten war, und aus ähnliche Weise wurde auch die Nase hergestellt. Als der Patient aus diese Weise geheilt worden war, sprach er den Wunsch auS, auch seinen Schnurrbart wieder zu bekommen, worauf Dr. Moresttn auch dieses möglich machte, indem er ein behaartes Halitstück des Nackens aus die Oderlippe verpflanzte. Und", fügt der Berichterstatter hinzu, »der Soldat geht auch tatsächlich bereits wieder zum Barbier!" 'Wie lange dauert ein Augenblick? Ein Augenblick gilt und als das kleinste aller denkbaren Zeitmaße. Wie lange dauert denn nun aber ein Augenblick? Zur Beantwortung dieser Frage geht ein holländisches Blatt auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes zurück, indem es den Augenblick als einen „Augen -Blick" auffaßt. Man hat nun photographische Ausnahmen von den Bewegungen des menschlichen Augenlides gemacht, und aus diesem ergibt es sich, daß man in 4 Sekunden 20 mal mit den Augen zu blinzeln, sowie die Augen 20 mal zu öffnen und zu schließen vermag. Hieraus folgt also, daß ein »Augen-Bltck" den ünsten Teil einer Sekunde währt. Magisches Tuadrat. 1 In die Felder nebenstehenden Quadrats sind _ _die Buchstaben AAABBB EEI NNRRT TT derart einzutragen, daß die wagerechten u. -senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: 1. Asiatisches Tafelland. -2. Kleines Sternbild. 3. Philosophen. 4. Ein Eigenschaftswort. Auflösung in nächster Nummer«. Auslösung der Charade in voriger Numürer» Bockbier. Vchristi,it»n-r Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UntversitälS-Buch- und Cteindruckerei. R. L-nge, Gießet