samstag, den M August Der blaue Anker. Roman von Elfrrede Schulz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ,, ist ja furchtbar, mein lieber Wölflin, daß ich dem Unglück hinterher noch diese Wendung geben mußte. Es ist ein brutaler Schicksalsfall. Aber sucheil Sie einen Trost in dem Gedanken zu finden, daß der unglückliche Mann, der ohne zu wissen, was er tat, so entsetzlich in einen fremden Lebens- kreis eingriff, gewiß den Mut finden wird, wenigstens einen Teil der Folgen seiner Tat gutzumachen. Wir werden für die weitere Veröffentlichung der Sache Sorge tragen, lieber- lassen Sie das mir. Döderlein ging unruhig auf und ab. „Wer war es? — Ja, wer war es?" m ■ r ^ ihm leid, daß er von der Persönlichkeit seine. Reisegefährten so wenig Notiz genommen hatte. „Und wenn er den Mut zur Pflicht nicht hat —" Er trat dicht an den jungen Mann, der wortlos vor sick hinstarrte, von widerstreitenden Empfindungen bewegt. „Es ist schlimm — aber dann — dann stempelt er sick bewußt zu Ihrem Feinde. Und muß die Konseguenzer tragen." Erich Wölflin suchte abzuwehren. „Ruhig, junger Freund! Sie kennen das Leben nock Nicht. Ich bin ein Mann des Friedens und der Pflichterfüllung. Und es wird mir schwer, mich zu dem Satz zu bekennen' „Auge um Auge!" Es geht ja nicht nur um Sie Sie haben Pflichten gegen die Ihrigen. Und wenn Sie diesc Pflichten nicht erfüllen, werden andre es tun müssen." Erich staiid auf und reichte dem alten Herrn die Hand „Ich weiß — ich kenn meine Pflicht. Ich werde danarl handeln. "Ich danke Ihnen." Plötzlich fuhr sich Döderlein mit der Rechten nach der Stirn. „Einen Moment, Herr Wölflin! — Wie war das doch?" Er schloß die Augen und ließ das Gedächtnis arbeiten. „Ich suche nach einem Kennzeichen, nach etwas Besonderein. Wie war das doch? — Halt, ich erinnere mich ganz genau. Das ist vielleicht von großem Wert. Als der Unselige den Arm mit der leeren Flasche erhob, schob sich der Aermel seines Rockes in die Höhe. Ich konnte die Manschette des Hemdes sehen und den Knopf darin. Es war ein ausfälliger Knopf. Warten Sie. — Wie war das doch?" Er ging hin und her. „So war's — ein breiter Goldknopf, viereckig, auf der Platte ein schräger Anker. Ich sehe ihn noch schimmern in seinem dunkelblauen Schein. Darüber drei, vier kleine Stßrne aus dem gleichen blauen Email, in einem leichten Botzen, wenn ich nicht irre, angeordnet. Jedenfalls eine ganz avarte Zeichnung. In vielen Exemplaren dürfte dieser Knopf kaum existieren. Vielleicht war es gar eine Wappenzeichnung?" Döderlein blieb vor Erich Wölflin stehen. „Warten Sie einmal — ich habe da einen Heraldiker, ein früherer Hauslehrer bei mir. Jetzt Kustos im Heroldsamt. Ich werde ihn sofort bitten, uns Auskunft darüber zu geben, ob es so etwas in einem schlesischen Wappen gibt, ob es das überhaupt gibt. Sie bekommen dann sofort Nachricht. Im übrigen, wie ich Ihnen schon sagte, ich stehe Ihnen auch sonst voll zur Verfügung. Es soll mich freuen, wenn Sie von meinem Anerbieten Gebrauch machen." 5. Kapitel. Der alte Kommerzienrat hatte in Erich Wölflin Gedankenwege bloßgelegt, die er bisher nicht gegangen war. Harte Lebensnotwendigkeiten tauchten auf, die sich nur langsam in dem Jdeenkreis des Jünglings Bahn brachen. Sein ganzes Dasein erschien ihm in einem andern Lichte. Es wurde ihm klar, wie er jetzt in die Spuren seines Vaters trat, dessen ganzes Leben nur eine.Kette von großen und kleinen Sorgen gewesen war. Erich fühlte eine Verantwortung auf sich lasten, die ihn wie ein Netz umklammerte und sein träumerisches Wesen in wenig Tagen zum Gegenteil verkehrte. Er wurde hart gegen sich selbst und machte einen festen Strich zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit der Folgerichtigkeit des Mathematikers in ihm zog er feilte Schlüsse. Sein stolzer Studienplan lag zerrissen vor den Füßen. Die technische Laufbahn, die er sich vorgesetzt hatte und an der er trotz allem festhalten wollte, würde ihn nun wohl nicht auf die Höhe seiner Träume führen. Ein Baumeister von der Art, wie er es geträumt, würde er jetzt nicht werden. Mit den vielen, allzu vielen andern ging ec nun in den Niederungen dahin, mitten in der großen Herde. Und doch ließ es ihn nicht los. Wenn er allein war, zog er das Semesterprogramm der Charlottenburger Hochschule hervor und irrte von Vorlesung zu Vorlesung. Durch jenes hohe Tor sollte er jetzt nicht einziehen. „Aushalten! Später — später!" Für den Augenblick nahmen ihn die nächsten Brotsorgen gefangen. Die Schulinspektion hatte ihm die provisorische Vertretung des Niederwiesenthaler Schulamtes bis zur Besetzung der Vakanz übertragen. Der alte Pfarrer Breuer war rührend um ihn bemüht. Er gab ihm darin recht, daß die kleine Hinterlassenschaft des Vaters nicht angerührt werden durfte; sie gehörte der Schwester. Auch Tante Malchens Hilfe wies er bestimmt zurück. Abends saß die kleine Familie in der Gaisblattlaube unter den Schulfenstern und schmiedete an den Plänen der Zukunft. Schon nach den ersten zwei Wochen waren sie sich einig. Die dreizehnjährige Lotte wollte Lehrerin werden und Erich ein Jahr das Maurerhandwerk und ein zweites die Zimmerei praktisch erlernen. Sie wollten nach Görlitz ziehen. Der alte Pfarrer hatte bei einem Neffen, der dorr ein.Baugeschäft betrieb, bereits eine Lehrstelle für Erich erwirkt. — 498 Gerade an dem Abend, als der Schlnßpunkt unter alte diese Abmachungen gesetzt wurde, schickte der Wirt aus der „Linde" ins Schulhaus nach dem jungen Wölslin. Vor dem weißgedeckten Abendbrottisch fand Erich einen ältlicken Herrn sitzen, der sich das leckere goldgelbe Rührei mit saftigem Schinken wohlschmecken ließ. Aus der feingebogenen Nase saß ihm eine große Hornbrille, durch die er den jungen Wölflin aufmerksam betrachtete. Am Riegel an der Wand hing ein großer schwarzer Schlapphut, darunter ein schwerer gebogener Feldstock und eine große grüne Botanisiertrommel mit einem grünlichen Schmetterlingsnetz. Der Fremde hatte sich etivas erhoben, ohne in seinen: Mahle innezuhalten. „Professor Reimann, Breslau. Pardon, daß ich Sie herbemühe. Ich befinde mich eben auf einer Studienreise durch das Bobertal. Die Jnsektenfauna hier interessiert mich. Ich will heute in diesem netten Hause übernachten und höre zufällig von dem seltsamen Unglück, das Sie vor Ostern betroffen hat. Sie werden es mir nicht übelnehmen, wenn ich Ihnen vielleicht nach irgend einer Richtung behilflich sein kann. Darum habe ich Sie zu mir gebeten." antlitz^errascht M Erich in das freundliche Gelehrten- „Ich danke Ihnen für Ihre Güte, Herr Professor. Sie kennen mich nicht — „0 lassen Sie das. Ich habe gehört, daß Sie den Kopf oben behalten haben. Sie haben resolut zugegrisfen, wie es das Leben fordert. Darf ich fragen, was Sie nun Vorhaben?" „Verehrter Herr Professor, ich danke Ihnen herzlich. Aber ich bin mit meinen Angehörigen bereits im reinen. Es wird vorläufig so gehen." Sie sprachen wie Vater und Sohn. Erich, erzählte offen und frei von dem Zusammenbruch seiner Zukunftsträmne, und tote er nun einen Umweg versuchen wollte. Professor Reimann hörte aufmerksam zu und fand manches Wort der Zustimmung und Aufmunterung. „Wie langte war Ihr Vater im Schuldienst?" "Genau fünfundzwanzig Jahre, davon zwanzig hier in Niederwiesenthal." „Ich habe Beziehungen zum Provinzialschulkolleaium und werde versuchen, daß man Ihnen behilflich ist. Und nun trinken Sie ein Glas Wein mit mir!" Sie saßen noch eine Stunde zusammen. Als Erich Wolflm aufbrach, war ihm seltsam zumute. Er ging sofort nach Hause. Mulchen Trautwein kanien die Dränen in die Augen Sie sah die göttliche Vorsehung walten und schluchzte. „Der Segen des Vaters baut den Kindern Häuser." ihr ein großer Stein vom Herzen. Acht Tage darauf fuhr Pastor Breuer vor m Ihr Lokalschulinspektor komme ich heute mit einer Nachricht, die sich sehen lassen kann." Er zog ein Schreiben aus der Rocktasche und faltete es vor dem jungen Wölslin sorgfältig auseinander. Es war von der Breslauer Provinzialschulbehörde. „Professor Reimann!" entfuhr es Erich Wölslin „Dre Königliche Negierungshauptkasse in Liegnitz ist angewiesen, Ihnen für die beiden nächsten Jahre ab 1. Juli Ausbildungszuschuß von hnndertfünfzig Mark Lotte W^lslin ''° raUä äU dasselbe Ihrer Schwester An demselben Abend schrieb Erich Wölslin «inen Brief ail Professor Rennann. Nach drei Tagen kam er Zurück nut beut Vermerk: „Adressat in Breslau unbekannt." fUnf^r wiederholte sich tu dem jungen Manne das seltsame Gefühl, mit dem er an jenem Abend aus der „Linde" fort- aegangen war. Ihn: war, als hätte eine fremde Hand in seinen Lebenvweg eingcgrisfen. Oder hatte er sich verhört, als der Gelehrte seinen fil»A 4 iv,f nan l ,te? ^Der Lrndenwirt, den er sofort befragt" bestätigte aber: „Der Herr war Professor Reimann/' .... v . 6. Kapitel. Doderlem schrieb: "H ein lieber junger FreuirdI .Endlich bekomme ich heute von Dr. Heckenroth Nach- k'cht- Mein Brief erreichte ihn im Ausland, darum hat es l f.gedauert. Aus den, Schreiben ersehen Sie, daß k, T1CS £ tlB -st. Interessiert hat mich die Bemerkung, daß man den Anker mit den Sternen darüber auf euien Seemann beziehen könnte. Aber damit wird wenig an^ufangen sein. Ms Drucksache lasse ich Ihnen noch die Zeitungen ntgehen, denen ich gleich nach Ihrem Besuche eine entsprecheude Notiz übersandte. Es sind die geleseusten Blatter der Provinz, womit freilich nicht gesagt ist, daß der, den es angeht;, die Zeilen auch zu Gesicht bekommt. Es tut mir unendlich leid, daß die gerichtliche Untersuchung ergebnislos verlaufen ist, wie Sie mir schrieben. Um so mehr werde ich die Dinge irrt Auge behalten. Ihr Döderlein. -h E s ist mir übrigens gelungen, den Schafstier sestzu- stellen, der den Unglückswagen begleitete. Ich habe ihn kurz darauf durch meinen Prokuristen in Breslau aufsücheu lassen. Nach seiner deutlichen Erinnerung ist der Fremde in Breslau ausgestiegen." Erich Wölslin behielt das Döderleinsche Schreiberl für sich. Er wollte Schwester und Tante nicht mit einer Spur belasten, die ihn selber in ständiger Unruhe erhielt, und hatte ihneii von dein seltsamen Anker nichts gesagt. Er hatte genug darail zu tragen, daß der blaue Anker ihn Tag und! Nacht verfolgte, obgleich er längst, nachdem er kühleren Ueberlegungeu gefolgt war, mit seinem Besitzer Frieden gemacht hatte. Die Hand, die den unglücklichen Wurf getan, wußte nichts von einer Untat, wie der Schuh des Wanderers nichts davon weiß, daß er aus dem weichen stritt " mit jedem Schritte ein paar harmlose Lebewesen war auch der Grund, warum er dem Justizrat Thrauhardt m Sprottau, denl altert Jägdfreund seines der die Verfolgung des Falles übernommen hatte, das Mandat wieder abnahm. Er warf sich, um die Gedankenstürme, die immer wieder kamen, zu bezwingen, mit aller Kraft in die Schularbeit ulid gewann seiner Seele das Gleichgeivicht ivieder zurück Als die Roggenfelder zu reifen begannen, gab es noch einen schweren Tag, den Abschied von Heimat und Vatergrab. Dann wurde er ganz ruhig. Jü Görlitz erwartete ihn dav neue Leben, das über die blutende Wunde allmählich etue Narbe deckte. * ' / Es wurde ein neues Leben. Der Studienmensch fand sich nr der gering geschätzten Welt der Handarbeiter nicht leicht zurecht. Wenn Erich Wvlflin in der Werkbluse in grauer Morgenfrühe zum Bauplatz ging und mit Kelle, Wasserwage und Senklot in das Arbeitsjoch stieg, wenn sich das suggestive Antreiben der rundum im Akkord schaffenden Werkgenosseu wie eine schwere Klammer um sein Gehirn legte wenn die Mauern vor ihnt unheimlich in die Höhe tüU . ( ?l en ' von einer innerlichen Mast gedrängt, wie das aufschleßende Korn zwischen den Schollen, und er am Abend hundemnde den Steinstaub von den Kleidern klopfte, bekam Begriff von den primitiven Grundlagen allen K^mr. Mit der Zeit empfand er eine stille Freude über dav Werk seiner Hände und wuchs organisch in den Beruf hinein, den er sich von seiner Kindheit arl gewünscht, aber doch ganz anders, in einem verfeinerten Lichte gedacht hatte Die Umsetzung von Muskelenergie in Kulturwerte erfüllte ^ w^Stolz. Das -Gefühl übergroßer Müdigkeit, das die ersten Wochen schwer auf ihm lashete und das sich in eirrem gesunden, festen Schlafe wohltätig auslöste, verlor sich bald, und Tante Matchen war glücklich, wenn er rmtt mit freien Aschen Augen abends heimkehrte und in vollen Zügen das durfte Ciner stündlichen, sorgenlosen Häuslichkeit genießen Das wurde noch schöner, als das Maurerjahr ukm war und ftine Hand das Zimmermannsbeil umspannte Vom harten Stern ^um weichen Holz — ein merklicher Schritt &ter kam der Künstler m ihm auf seine Rechnung. Das neue Material gab reichere Forrnenmöglichkeiten, und die Berech- nung der Konstruktionen wurde zur reinen Freude. Bau- s! re r' fC v ln Khr?err, gestattete ihm nebenbei den Bestich der Baugewerkschule, soweit es sich nur ermöglichen N und die geistige Anregung, die er dort fand, erhob ihn hoch über die Plackereien des Alltags. (Fortsetzung folgt.) Zeldpostlieberbrlefe. Ein Streifzug durch das Archiv des Herzens. Von Wilhelm Clobes (Wiesbaden). „ . . . dann denk ich au mein fernes Lieb'- ob s nur auch hold und treu verblieb . . /' Aus Tausenden von Soldatenkehlen klingt es aus den blauen Sommernächten der „Vrerzehner Ernte" herüber durch Herbst- kurm und Winterfrost hindurch in die Sonnwendzeit dieser klirrenden Schlechten tage hinein. Zwischen den Feldquartieren im fernen Galizier: und den kibostreterfressenden Geivaltmärschen auf Polens Erde, zwischen den granatenumheulten Schützmgräben in den Argonnen und den geborstenen Tannenwäldern der Vogesen regt die Sehnsucht des Herzens ihre leichtbeschwingten Flügel. Mitten im brandenden Haß der Völker zieht die Liebe ihre zauberischen Kreise. Wenn alle die Männer mit der: blanken goldenen Reifen oder den eiserner: Ringen der großen Zeit an den Fingern, wenn alle die Gatten und Geliebten da draußen ohne den Talisman Liebe im Herzen kämpfen müßten — es wäre wahrlich ein inhaltsloser und sinnloser Krieg. Hub so kommt sie denn auch mit allen Empfindungen des Herzens nicht nur in den Liedern der Soldaten — „so einsam auf der stillen Wacht" oder „an der Weichsel gegen Osten" — zum Ausdruck, sondern in den meisten der Millionei: von Feldpostbriefen, die schon in den zwölf Kriegsmonaten in die Heimat flogen. # Da denkt in quälender Sehnsucht der junge Kriegsfreiwillige der ersten Liebe, die ihm noch einer: dichten Busch Vergißmeinnicht an den Helm steckte mit blanken Träne:: in den blau-deutschen Mädchenaugen. Da sorgt sich der alte Landsturm mann mit den ersten Silbersäden an den Schläfen um Weib und Kind, die er schweren Herzens daheim ihrem Schicksal überlassen mußte. Da träumt zwischen zwei Schlachten der lustige Schwerennöter, dem unterm Burschband ein Herz für alle schlug und der mit seinen Flackeraugen und seiner singenden Laute manchem Mädel den Kopf verdrehte, von allen den Schwarzen und Blonden und Braunen, die nun — ach, so einsam — durch die goldenen Fluren und grünen Wälder streifen müssen. Da müht sich der knorrige Michel vom Dorf ab, mit seinen rauhen Fäusten, die gewohnt sind, Sense und Dreschflegel zu führen, in unbeholfenen! und wohl auch nicht ganz orthographischen Briefer: das alte Thema: „Ja treu ist die Soldatenliebe!" neu zu erklären. Aber durch alle diese Blätter weht Liebe! Und nie war cs anders in der Welt! Wer die Archive des Herzens durchstöbert, die uns fleißige Forscher und Sammler längst erschlossen haben, wird das fast überall bestätigt finden, wo beim Scheine brennender Städte oder umwirbelt vom Donner der Gefechte jemals Feldpostbriefe der Liebe geschrieben wurde::. Was mir an vergilbten Blättern die Geschichte berühmter Feldpostliebesbriefschreiber zuflattern ließ, möchte ich nur wahllos und ohne viel zünftigie Gründlichkeit Herausgreifer:. Mitten im Feuer von Rathenow und Fehrbellin hat zum Beispiel der vor: Kleist bekanntlich stark bühnenmäßig idealisierte Prinz von Hessen-Homburg seine „Engelsdicke" nicht vergeslen, rvie er in seiner Zärtlichkeit seine Gemahlir: Luise Elisabeth, Prinzessin vor: Kurland, nannte. „Allerliebste Dicke!" So schreibt ihr der tapfere Friedrich, als „treuer Mann urck> Diener," „diesen Morgen Haber: rvir mit stürmender Hand den Paß Ratenau einbekommen: sie haben sich zwar vaillarnmcnt ge- wehret, und wie sie sich am besten wehrten, kam der Adjutant Carwwsrt) nrit 300 Knechten auf der andren Seiten unversehens hinein. Wangelin und seine Liebste sind gefangen, wie auch der Obrist-L, der Major, 2 Kapitäns und etliche Lieutenants, ungefähr 100 Gemeine . . ." Was uns von dem schneidigen Reiteroberst des Großer: Kurfürsten, von dem Hessen-Homburger mit dem silbernen Bein — im Gegensatz zu Kleists blassem Helden- jüngling — an Feldpostbriefen erhalten blieb, das sind vor allem knappe anschauliche Gefechtsberichte ohne viel Beilverk. „Zwischen abgesessenen Reitern und eroberten Trophäen" mstg er sie lvohl geschrieben haben, rvie Charlotte Westermanr: in ihrer interessanter: Sammlung „Briefe der Liebe" (Langewiesche-Brandt) erläutert. Aber stets weiß er in der Anrede mit seiner „allerliebsten Ticken", seiner „Engelsdicken" und seiner „allerlibsten Frawe" zu kosen, während er am Schluß mit „adieu mein Engel, dein trewer Mann und Diener sterb' ich Friedrich L. z. Hessen" endigt. Aus der Zeit Friedrichs des Großer: ist eine Anzahl von Soldatenbriefen erhalten geblieben. Auch hierin ist keinerlei Unterschied zwischen den „langen Kerle::" und Zopf-Grenadieren des Siebenjährigen Krieges und den eisernen Millionen des Weltkrieges zr: bemerken. Tort wie hier finden rvir die ganze Skala der vielfältigen jubelnden und freudigen oder zagenden und klagenden Empfindungen der Liebe, viel verhaltene Wehmut, viel graue Sorpe, nMnchmal die flamnrende Siegesfreude der heiligen Stunde, h:er und dort wohl auch ein bissel Eifersucht und 'in dumpfer Todesahnung ein letzter stammelnder Gruß an die Liebe' Wie rührerck) und bescheiden klingt es doch, wenn da einer der Soldaten des Alten Fritz seiner „herzlieber: Frau" aus Sachsen schrerbt: „Nimm mir um Gottesrvillen nicht übel, daß ich Dir nicht wieder geschrieben; es toar ohnmöglich, denn wir haben müsse:: Tag und Nacht marschieren. M:r ist es herzlich leid daß :ch Dir nichts schicken kann; es ist die Unmöglichkeit." Wie ganz anders — ime leidenschaftlich und eifersüchtig oder bald herrschsüchtig, bald l:ebeshör:q — lesen sich daneben me weitaus meisten der Briefe, die Napoleon I., an seine I o - se f: n e richtete. Wir verdanken da dem Wiener Verlag eine vorzügüche Ausgabe von 228 Briefen der Liebe. Und nwnche Zkrregsbraut oder Kriegerfrau n:ag vielleicht an ähnliche Auslassungen neueren und neuesten Datums erinnert tverden, werrnj s:e erfahrt, daß gerade die Eifersucht eine der größter: Schwächer: des berühmten Korsen gewesen ist. Allerdings entsprang diese erner echt südländischen Liebesleidenschaft von verzehrender Glut. ,/Denke an mich, lebe für mich, sei oft bei Deinem Geliebten und glaube, ^ast es nur ein einziges Unglück für ihn gibt, welches :yn:n Schrecken setzt, nämlich oas, nicht mehr von seiner Joscfiue geliebt zu werden." So schrieb derselbe Mann aus Brescia unterm oi- yJ9. u ]J 1/96, der sich, bald darnach fast ganz Europa unterjochte, mw schließt mit „sausend recht süßen, zärtlichen, ausdrucksvollerr .stussen . Oder aber der geniale Feldherr verlor als Liebhaber rede Fassung und schrieb-aus Verona (1796): „Ich schreibe Dir sehr oft, me:ne liebe Freundin: Tu ober schreibst roenig. Du bist böse, häßlich und sehr häßlich, ebenso sehr als Tu leichtsinnig a- rr T r treulos, einen armen Ehemann, einer: zärtlichen Liebhaber zu betrügen! Soll er denr: seine Rechte verlieren, weil entfernt :st und von Arbeit, Anstrengung und Kummer nieder- gedruckt wird ? Was bleibt ihm auf der Erde ohne seine Josefine, ohne dre Versicherung ihrer Liebe? Was sollte er da noch machen? Wrr haben gestern ein sehr blutiges Gefecht gehabt; der Feind v"le Leute verloren und ist gänzlich geschlagen worden. Wir haben ihm die Vorstadt von Mantua genommen. Leb' wohl, angcbetete ^osefinc; in einer dieser Nächte werden die Türen sich lärmend öffnen wie vor einem Eifersüchtigen und ich werde m ^|. inen dlrmen liegen. Tausend verliebte Küsse." . Eine ganze Reihe ähnlicher Briefe von den gegenwärtigen Kduegsschariplätzen haben mir übrigens bestätigt, daß auch dieser von toller Liebesleidenschaft gepeitschte Napoleon, der an einem Tage oft mehrere Briefe der Witwe des Generals Beauharnais, ferner ersten Gemahlin schrieb, durchaus keirr vereinzelter Liebest chllratter rst. So sonderbar es uns auch berühren mag, den Sieger von Marengo und von Jena, immer von Sehnsucht und Liebe berauscht und gepeinigt, vor einen: Weibe winseln zu sehen! Aus dem Liebesleben eines der feurigsten und tollkühnsten Antipoden des korsischen Eroberers sind es die Brieffragments des Prinzen L o u i s Ferdinand vor: Preußen, dici ernrge charakteristische Beiträge zum Kapitel „Krieg und L:e b e" bilden. Durch die reichhaltige und historisch gewissenhaft kommentierte Sammlung Deutscher Liebesbriefe, die Tr. Julius Zertler in Leipzig herausgab, erhalten wir einen fesselnden Ein- bl:ck:n dre KorrespoaMenz zwischen dem ritterlichen Prenßenprinzcrr mrd ferner „großen Leidenschaft", der Pa ul ine Wiesel, dis er nrit dem ganzen Zauber wilder Schwärmerie vergötterte, wre aus folgendem Bruchstück hervorgeht: Sage mir, was Tu täglich thust, o dumme, dumme, liebe, liebe Pelle — es ist so peiirlich, sticht das Wesen, das man liebt, in seinen täglichen, stündlichen Handlungen gewissermaßen verfolgen zu können. Nun schließe ich. Leb' wohl, Engel — Liebe — ewige Liebe — Braut — Weib — Angebetete — Teil: Louis." . auch in dieses Verhältnis der Krieg mit rauher Eisen-? Must erngriff, erfahren wir von der „einzigen, himmlischen, ge-, lrebten Pauline" auf ihre Art, dort, wo sie sich bitter über dre Tücken der Zeit beklagt: „Ter Krieg — Du Ktneger, Du Jäger, Tr: Musikus. So viel geht mich ab, Louis — und dann erst könrmt die Liebe. — Nein, Louis, erst die Liebe und dann das Uebrige... Lebe wohl, meine Gedanken folgen Dich, ich bin ewig bei Dich, könnte mein Geist es Dich nur auf irgend eine Art wissen machen! Jeden Deiner Leute ber:eide ich, die das Gliick habe::. Dich zu sehen . . ." Es ist dieselbe schmerzliche Wehniut, die jenes schlichte Weib aus dem Volk durchbebte, wie sie heute die deutsche Frauenseels erfüllt und rvie sie darnals sowohl der einfache Bauernbraut, als auch der tiefbewegten Königin auf Preußens Thron die Feder irr dre zitternde Hand drückte. Tie Briefe, die uns von der- Königin Luise arrs den Tagen der schwerster: Heim-, suchung unseres Vaterlandes erhalten sind, nwgerr jeder deutsche:, Frau heute noch als vorbildliche Dokumente dienen. Das ist kein ängstliches, weibisches Zagen, das die „schönste Königin und dre rrrteressantefte Frau" (nach denr Ausspruch Napoleons) den: Brrefpaprer anvertraute, als sie bis zur fermsten Grenze ihres geschändeter: Preußenlandes flüchtete, sonder:: ein felsenfestes Vertrauen, erne unerschütterliche Hoffnung auf einstige Erlösung und eure starke trösterrde und ermutigende Liebe zu dem Manne, dem sie die Hand fürs Leber: gereicht hat. „Ta das Treffen von Auerstedt so geendet hat," schrieb sie unter'::: 17. Oktober 1806 aus Brandenburg an Friedrich Wilhelm III., „so glaubt man, läßt sich nichts besseres thun, als Berlin verlassen. Tu bist mein einziger Gedanke gervesen während merner ganz grausamen, schreck! ickren Reise. Dich allein ohne Mich zu wissen ist schrecklich. Uebrigens hoffe ich, daß noch nicht alles verloren ist, und daß Gott uns noch helfen rvird. Tu hast noch Truppen, und das Volk betet Dich arr rrnd ist bereit alles zu tun. G ott segne Dich und stärke Dick) in den: grausanrster: Augenblick Deines Lebens . . . Ganz die Deine fürs Leber: Deine treue Freundin Luise." Und während der Ernpereur an: Sarge des großen Friedrich stand urrd Luise, von: Nervenfieber gequält, in Eis und Schnee- sturm über die Kurische Nehrung gen Memel jagte, in jenen denkwürdig schweren Januartagen des Jahres 1807, da fand sie Worte in ihren Briefen, die noch heute in unsere kriegerischen Tage hinein- leuchten rrrrd dem Kaiser, wie dem einfachen Soldaten im feldgrauer: Rock zu führenden Leitsätzen voll Trost und Kraft werden können. Es steckt etrvas von der ursprünglichen Kraft urrd Sieges zu verficht drin, die wir aus den prächtigen, urwüchsiger: Feldpost- 500 — brtefen des „M a r s ch a l l V o r w ä r t s" an sein „lihbes Molchen" kennen. Kur; und bündig, Sieg und Liebe engverbunden. So schrieb der alte, wackere Blücher an seine Frau. Um nur eines der vielen, vielen Handschreiben des volkstümlichsten Haudegen hevauszugreisen. Aus Wetßcnsels vom 25. Oktober 1813, also nach der glorreichen Leipziger Schlacht: ,,liebes Kind Ich kann dick) führ dieses mahlt nichts besonderes schreiben, als daß wihr Sigreich Fort gehen, und ich hoffe höchstens 12 tage, so wird die große armeh in Franksuhrt am Mahn sein... auf; den einlagen wirst du das; mehrere ersehen, als Frau Feld- mar^challin mußt du nun anstendig leben und sey nur nicht geizig und laß dich rvas abgehn ich kriege nun doch ein ansehnlich Gehalt, aber wir haben leider in 2 Monate kein gehald gekrigt weil von Berlin nichts zu uns kommen konnte. Sckzreib mich in balldo ich l)abe 4 Schöne Schimmel vor dich, auch 2 maull Esell lvenn ich sie nuhr zu dich hin kriegen kömrte . . . irmner bellt bester Freund Blücl>er." Es sind nur einige wenige Feldpostbriefe der Liebe, die ich aus dem gewaltigen Dokumentenschrein des Herzens gegriffen habe, unr zu zeigen, das; von jeher die zärtlichsten Gefühle mit allen denen ins Walseld zogen, denen der heilige Haß oder der stahlharte Zorn die Waffen in die Fäuste drückte. Nur verschwindend Wenige mögen es sein, die cs verlernt haben, gelegentlich auch Stift oder Feder zu führen, um denen daheim ein Liebeszeichen zugehen zu lassen. Es sind die Stiefkinder des Lebens mit den — steinernen Herzen? Wer sich indessen ein tvarmes, weiches Meuschenherz in der Brust bewahrt hat, wird es auch aus diesen lebendigen Erinnerungen heraus empfinden, daß die Liebe noch immer ihre Feuer entzündet und ausslammen läßt, wie damals in den heißen Herzen der Kaiser und Feldherren, der Helden und Frauen und der Legionen Krieger aller Volker und Zeiten. vermischtes. * EinEngländer über die Empfind ungen tm Feuer. Ein packendes Bild der Geü'ihle. Beobachtungen und Emsindungen eines englische ,\ Soldaten im Feuer findet sich in den »Daily News". Die Schilderung stammt von einem Soldaten der englischen Territorialarmee, der seit Weihnachten im Felde war und bei Neuve Chapelle verwundet wurde: »Es war zur Zeit der ersten Dämmerung und wir warteten aus den Befehl, in den Kampf zu gehen. Wir befanden uns in einem „Sammelgraben*, direkt hinter der Feuerlmie. Wir mußten am Boden kauern, um aus dem Gesichtsbereiche zu fein. Zum Teil durch die Schutzwehr des vorderen, im Feuerbereiche liegenden Grabens, zum Teil durch ein bewachsenes Feld gedeckt, befanden wir uns vorläufig in verhältnismäßig guter Stellung. Die Hauptgesahr bestand darin, daß die für den vordersten Graben bestimmten Granaten sich zu uns verirrten. Ich blickte um mich und betrachtete meine Kameraden. Ter Manu neben mir war ein alter llnterossizier, der nächste aber war ein vor kurzem angekom,neuer „Neuer*. Er war ganz jung; t»n den Bewegungen seiner Finger und des MuudeS konnte ich ferne durch das neue Gefühl bewirkte Erregung erkennen. Mit Brüllen und Krachen begann das Feuer unserer Geschütze. Fast im gleichen Augenblicke antwortete im Fortissimo die deutsche Artillerie mit ihrer bekannten Schnelligkeit. Innerhalb einer Ce- funb? war die ruhige Lust um uns in wilden Lärm verwandelt durch da» Dröhnen der Granaten, das Meisen der Schrapnells und das „krrrupp-krrrupp* der schweren Geschosse. Es war ein ohrenzerreißendes, nervenaufwühlendes Getöse. Ich blickte nach dem Jungen m meiner Nähe. Seine Finger bohrten sich in das Erbach — auf seinem Gesicht zeigte sich eine wirre Erregung. Ich sah. ww er aus uns andere bückte, die wir uns ruhig und scheinbar Sle^gultig verhielten. Er blickte um sich, als sei er höchst überrascht, sich noch am Leben 311 finden. Dann rückte er 31t uns glaub-, daß wir hier so ziemlich sicher sind," beganii er mühsam. Gleich darauf barst eine Granate gegen die Schutzwehr emeS in unserer Nähe befindlichen Grabens. Und ivic erfuhren bald, daß zwei Mann getötet uiid mehrere schwer verwuiidet worden waren. »Ist es nicht niöglich, daß die nächste Granate hierher kommt? fragte der Junge. »Leicht möglich/ erwiderte der Unteroffizier, „aber wenn dies geschieht, föitneit wir nichts da- gegen tun." Ter Junge betrachtete bewundernd unsere scheinbare Gleichgültigkeit. Doch er hätte nüch nicht beivundern brauchen. In Wochen und Monaten habe ich gelernt, mein Gesicht vollkommen zu beherrschen. Doch wie wenig wußte der Jrmge von dem, was m meinem Inneren vorging, von dem Fieber und allein anderen, das vor memem innereil Auge vorbeizog. .. . „Noch zwei Minute,,/ sagte der Unteroffizier. Daun ka,n das Signal, und wir siürzien ,ms in dieses Lebens unbe,vnßten Rausche. Man läuft, man schießt, inan schreit, aridere fallen, — niaii rveiß von iiichts. . . . Nach dem Gefecht sah ich niich um. Und ich erblickte den Jungen, beweglich, lärmeiid, in überstürzendem Gespräch — in den. Taumel nach dein ersten Kamp?, diesem Taumel, ben wir alle einmal empfunden haben Ter Tag verging unter heulcndein Feuer und deni Knattern der Maschine>,ge,vehre. Am Abend aber kanr die große Pause. Wir niarschierteu nach rückwärts mit schweren feuchten Körpern. Unb wieder einmal zurückgekehrt, wieder ein- ,nal für kurze Zeit außer Feuer, sielen wir ,lieber in dumpfen Schlaf/ vüchertilchc - D i, den, N e ch t s ch reib u n g der deutschen Sprache und der Fremdwörter. Unter biefem Titel ist der neue Duden bei den. Bibliographischen I n st i u t in Leipzig und Wie,i erschieiien. Der Nanie der Bearbeiter, der Sprachgelehrten Dr. Wülfing und Tr. Schmidt, des kaisertichen Ober- korrektors R ei necke au der Reichsdruckerei in Berlin, sowie die Mitwirkung des Allgemeinen Deutscken Sprachvereins und der deutschen, österreichischen und schivcizerischeu Buchdrucker- und Korrektorenvereine sind eine Bürgschast dafür, daß d:e neue Auf- lage nicht nur im Geiste des Altmeisters der Rechtschreibung, des Geheimrats Tilden, fortgeführt, sondern auch deu Anforderungen des gegenwärtigen SprachlebenS a, ,gepaßt ist. Mit der bewährten handlichen Form ist ein bedeulsa,uer Fortschritt des Inhalts glücklich vereinigt. Die Vorbemerknn,e>» si,rd im Vergleich zu den früheren Auflagen reichhaltiger ge,vordeu. Sie bringen die Regeln der Rechtschreibung, darunter die ivichtigeu Bestii'.imuugeu über die Schreibung des t- unb s-Laules, der Anfangsbuchstaben, der Silbentrennung, der Straßeunanieii imb Fremdwörter. Ferner enthalten sie wichtige Vorschriften der Sprachlehre ,vie z. B. über die Abivandlnug der Zeit,vörter solvie über die Biegung der Eigeu- namert und Hauptwörter. Von Nutzen sind auch die Einzel- vorschriften für den Schriftsatz und das Einheitsmnster für Druck- berechtigiing. Das Wörterverzeichnis ist ein rechtes Spiegelbild der gültigen Rechtschreibung. Weit über den Rahmen eines Wörterverzeichnisses hinausge,vachsen, bringt es sprachliche und sachliche Belehriingen und gibt es den Wortschatz des öffentlichen Lebens, der schönen Literatur, der Erfindungen und Entdeckungen, und dies alles unter Klarstellung von Zwciselssällen. Eine will- korinnene Verbesserung besteht auch darin. daß es die Zahl der Doppelschreibungen und Doppelformen eiuschränkt, die Betonung der Fremdwörter angibt und ihre volkstümliche Schreibung anwendet. Diese Vorzüge sind geeignet, das Buch zu einem unentbehrlichen Ratgeber für jeden 311 machen, der mit Feder und Druck umzugehen hat, unb den Kreis seiner Freunde 31t vergrößern, zumal der Preis von 8,50 Mk. in Anbetracht des reichen Inhalts (565 Seiten) und der ivichtigeu Belehrung sehr gering bemessen ist. — Unsere schönen Kolonien sind uns ja bei der Uebermacht unseres Hauvtseindes zur See, der Engländer, tm Laufe dieses gewaltigen Weltkrieges säst alle verloren gegangen; wir werden sie uns aber schon zu holen iviffen, ivenn wir erst die Feinde, die uns in Europa selbst bedrängen, erledigt haben. Mit besonderem Jntcreffe wird daher die deutsche Lescw-.lt den Roman »Das verlorene Leben" von Lui-'e v. Brandt entgegen- nehmen, der soeben als 1019. Band von »K ü r s ch n e r s B ü ch e r- s ch a tz", der bekannten, von dem Geh. Hosrat Kürschner gegründeten Roman-- und Novellensammlimg — Hermann Hillger Verlag, Berlin und Leipzig — erschienen ist und dessen Schauplatz eine der iveltsernen Inseln NeumecklenbnrgS in Deutsch-Neuguinea ist. Die als hervorragende Erzählerin bekannte Verfasserin bietet uns hier in der ihr eigenen, u,igemein seffelndeu und anziehenden Weise die Geschichte einer starken Liebe zivischen zivei nicht alltäglichen Atenschen, denen eS doch nicht beschiede,i gewesen ist. etuanber für immer anzugrhören. Silbenrätfel. ang, ar, ca, ch, ho, ho, m, i„o, nd, ,ien, ni, 0, ro, rot, to. s, sp, te, teil. AilS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt iverden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach msten und die Endbuchstabe,! von unten nach oben gelesen, den Nauien eines Erfinders ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Germanische Völkerschaft. 2. Strom in Asien. 3. Nützliches Haustier. 4. Italienischen Maler. 5. Einen Schmuckgegeustand. 6. Schmackhaften Fisch. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Gitterrätsels in voriger Nummexz E 8 A Edeltanne ei t 1 6 i Stieglitz a 1 h n i e Aut ithese 6 2 6 Schrlstleltung: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckcr ei. R. Longe, Gießen