Lurück zur Schotte. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Die Bauern grinsten. Und der Kreisschulinspektor, der sofort erkannte, daß er sich im Ton vergriffen hatte, lenkte ein. „Aber Sie müssen doch Linsehen, daß Sie sich damit geschadet haben. Sie hätten ein neues Schulhaus be- wmmen." „Ein neues Schulhaus ist trotzdem nötig!" meinte Morin ^Krssel mit Gleichmut. „Sie brauchen die Kommission nur z-urückzurufen. Ich will ihr gerne alle angefaulteu Balken zeigen!" Doch das luar leider nicht mehr möglich. Denn »ein Negieruugsbaumeister ist bekanntlich unfehlbar. Der Kreisschulinspektor aber ließ seiner schlechten Laune wieder freien Lauf. „Sie haben die Königliche Regierung schon dreimal mit einem Gesuch belästigt!" sprach er ärgerlich. ,,Zweimal ist die Entscheidung aufgehoben worden!" erwiderte Moritz Gassel. „Also Hab ich's noch einmal versucht!" „Hier ist die Antwort!" sprach der Aufsichtsbeamte und zog einen Brief heraus. „Ihr Gesuch ist endgültig abgewiesen worden!" Moritz Gassel las, riß den Bogen auseinander, ließ die Fetzen zur Erde flattern und stieß sie mit dem Fuße verächtlich von sich. „Ich danke Ihnen für die Nachricht!" antwortete er und atmete hoch aus. „Teilen Sie Ihrer Vorgesetzten .Behörde mit, daß ich ihr nichts mehr mitzuteilen habe." „Was soll das heißen?" „Daß ich mit dem heutigen Tage mein Amt niederlege. Ich stelle Ihnen anheim, nwrgen einen Vertreter hierherzuschicken." „Ja!" rief der Kreisschulinspektor verblüfft. „Was bilden Sie .sich denn ein? Das ist einfach ungehörig. Das ist Kontraktbruch. Das verstößt gegen die Verordnungen. Man hat Mittel, Sie zum Bleiben zu zwingen!" „Indem man mein monatliches Gehalt von sechsund- sechzig Mark und sechsundsechzig Pfennigen einbehält. Ueber meine Freiheit hat die Königliche Regierung nichts mehr zu verfügen." „Sie begehen damit eine Pflichtverletzung gröbster Art." „Meine Pflicht gebietet mir, ein Amt, für das ich mich nicht eigne, mederzulegen, in demselben Augenblicke, wo ich das klar erkannt habe. Und dieser Augenblick ist da!" Der Kreisschulinspektor zuckte die Achseln und wandte sich zum Gehen. Er machte aber auf seinem Wege einen großen Bogen, um nicht auf die zerrissene Verfügung der Königlichen Regierung treten zu müssen, die der Wind auf den .Hof entführt hatte. Moritz Gassel war so leicht zumute, wie noch niemals in seinem Leben. Er lieh sich einen Leiterwagen aus dem Dorfe, packte seine Siebensachen darauf, nahin Abschied von den Kindern uiid fuhr immer ans Britzkawe zu. In Sulitsch übernachtete er. Zeitig am Morgen brach er auf. Als er beim Schulhans vorbeikam, hörte er Geschrei. Herr Littich verprügelte grade einen Jungen und hatte dabei die Fenster osfen stehen. Moritz Gassel wandte sich ab, ließ den Wagen vor dem Kretscham halten und ging aufs Dominium. August Knvrreck bewillkomninete ihn mit kräftigen Handschlag. „Sind Sie endlich so weit!" lachte er freudig. „Hat lange gedauert, bis Ihnen die Augen aufgegangen sind." „Köilnen Sie mich denn brauchen?" sagte Moritz Gassel unsicher. „Kommen Sie nur erst rein!" erwiderte der Inspektor. „Das übrige findet sich. Ich vigitier schon lange ailf Sie!" Der einzige, der sich über den neuen Hausgenossen nicht freute, war Thomas Hauschild. Die alte Eifersucht tu ihm erwachte stärker als jemals, und er erinnerte den Inspektor an sein Versprechen. „Versprochen habe ich nichts!" sagte Ailgufl Knorreck. „Und ich misch mich nicht drein, nicht im guten und nicht im bösen. Aber lassen Sie dem Mädel Zeit, das rat ich Ihnen!" Doch Thomas Hauschild gehorchte nicht, suchte Hedwig auf, als sie allein mit den Kindern war und erzählte ihr, daß er nun schon fünf Jahre um sie diene, und daß er nun endlich klar sehen müßte, woran er sei, denn sein Vater wolle sich bald zur Ruhe setzen. Uiid .Hedwig dankte für seine Liebe und wies ihn auf die Kinder. Das nahm sich der Gehilfe so zu Herzen, daß er »vütend wurde und zum erstenmal mit dem Inspektor zusammengeriet. „Sie haben mich fünf Jahre att der Nase herumgeführt!" rief er erbost und schlug ans den Tisch. „Jetzt kann ich natürlich gehen, wo Sie den anderen haben, den Schulmeister!" „Was kann ich denn dafür!" erwiderte August Knorreck gelassen, „daß Sie keine Geduld haben? Fragen Sie tu drei Jahren wieder an oder in fünf. Wenn Sie den Mut haben. Und wenn ich zehn Mädel hätte, ich würde keine einzige zum Heiraten kommandieren. Bleiben Sie hier, ich kann zwei Assistenten ganz gut gebrauchen!" Doch Thomas Hauschild lvar nicht mehr zu halten. Er schämte sich selbst über seine Ungeschicklichkeit uub ging ins Posensche hinüber. Der Inspektor gab ihm ein vorzügliches Zeugnis. Moritz Gassel rückte in die leere Stellung ein und unterrichtete nebenbei die beiden Baronskinder. Für die 466 — ersten Jahre reichte es scholl, was «er laus seiner Schulmeisterzeit herübergerettet hatte. Jetzt kam auch in den Gemüsegarten des Gutes der richtige Zug. Noch vor der Ernte wurde ein Glashaus gesetzt, in dem Moritz Gassel die gewagtesten Experimente vornehmen wollte. Alle Wochen erschien der alte Abraham, Md die FreunL^ schast zwischen ihm und dem kleinen Baron wurde zusehends dicker. Im angestrengten Schassen verfloß die Erntezeit. Moritz Gassel fand sich in seine neue Obliegenheiten mit einer Sicherheit, als hätte er von Jugend ans nichts anderes getan. Er beaufsichtigte nicht nur die Arbeiter, er führte auch August Knorreck die Wirtschaftsbücher, zahlte den Lohn aus und besorgte die Schreibereien für den Gutsbezirk. Und sogar die Schreibereien für die Gemeinde wurden ihm wieder aufgetragen, denn Franz Wiegelt hatte mit Sebaldus Pohl schlechte Erfahrungen gemacht. Die beiden Lehrer wichen Moritz Gassel im weitem Bogen aus, obgleich sein Groll gegen sie zu einem kümmerlichen Restchen zusammengeschmolzen lvar. Jetzt, in diesem neuen Beruf, der ihn ganz ausfüllte und befriedigte, wo es keine Aussichtsbeamten und keine Regierungsverfügungen gab, war er so milde und versönlich gestimmt, daß er beinahe die Höhe eines wahrhaft guten Menschen erreicht hatte. Ganz aber wollte der Groll nicht weichen. Und August Knorreck, der die beiden Lehrer auch nicht gerne sah, hatte keinen Grund, dieses Gefühl zu dämpfen. Und eines Tages, als Sebaldus Pohl ins Juspektor- haus kam, um sich über die schlechte Beschaffenheit der Deputaterbsen zu beschweren, sagte der Inspektor, den er in der Tür traf: „Gehen Sie nur hinein zu Herrn Gassel, ich Hab jetzt keine Zeit!" Sebaldus Pohl meinte, daß er ja zu gelegenerer Zeit wiederkommen könnte. „Nein!" ries August Knorreck. „Gehen Sie nur hinein, er hat Vollmacht. Ich kann mich um solche Kleinigkeiten nicht kümmern!" Und so mußte denn Sebaldus Pohl in den säuern Apfel beißen und über seine Deputaterbsen mit einem Menschen verhandeln, dem er drei Jahre hindurch, nur Böses zugefügt hatte. Moritz Gassel nahm die, Beschwerde, die vollständig berechtigt war, entgegen, ohne mit der Wimper zu zucken, ließ sich die Probe zeigen und versprach Abhilfe. Er nuterdrückte den Groll, der wieder in ihm emporschwoll, und kränkte den andern' mit keinem Wort und keiner Miene. Das war seine Abrechnung mit Sebaldus Pohl. Im Herbst bestand Hugo sein Staatsexamen mit vielem Erfolg und kam auf ein paar Tage nach Hause. Er hatte in seinen himmlischen Theorien solche Fortschritte gemacht, daß es Moritz Gassel gar nicht möglich war, sich mit chm m eine längere Diskussion einzulassen. Am Ende sprachen sie immer aneinander vorbei. Auch Hedwig und dem Vater wurde es zuweilen z>u arg. Nur Frau Knorreck wurde nicht müde, ihren: Einsen, der nun doch Theologe geworden war, zuzuhören. Im stillen aber sah sie sich schon in der näheren und werteren Bekanntschaft nach einer passenden Partie für ihn um. 1 JJlod) vor Weihnachten verließ er Britzkawe, um sich }!* olf Kandidat hören zu lassen. Dann meldete er sich als Marinepfarrer auf ein Schulschiff und ging auf Rersen, obgleich Frau Knorreck schreckliche Träume hatte und ihn dringend beschwor, an Land zu bleiben. Moritz Gassel aber und Hedwig sorgten jedes auf seine Weise für die Erziehung der beiden Baronskinder und über Günthers Bloudkops hinweg fanden sich zuweilen ihre Hände. 0 * Heute, an einem warmen Maitage, sind seitdem drei Jahre verflossen. Der kleine Günther ist groß geworden Sechs Jahre zählt er bereits und trägt längst Hosen. Noch ist die Zeit der Lindenblüte nicht gekommen, aber der reiche Duft des Frühlings weht schon durch den grünen Park. Während Cäcilie sich immer enger an Hedwig anschließt, entzieht sich Günther allmählich ihrer Herrschaft. Er will nicht mehr die dummen Märchen hören, er hält es nun mit dem abenteuerlichen Robinson, den Moritz Gossel mit ihm traktiert. Noch lieber aber läuft er hinter August Knorreck her durch die Ställe. Er kennt jedes Tier, ob Kuh, ob Schwein, ob Ziege, ob Schöps. Und die Tiere kennen ihn gang genau. Sogar der böse Truthahn läiist ihm nach wre ein zahmes Hündchen. August Knorreck nimmt jedesmal die Mütze ab, wenn der kleine Herr Baron auf der Bildsläche erscheint, und macht dabei ein so feierliches Gesicht, als ob's ihm wahrhaftig Ernst damit wäre. Dann gehen sie zusamnicu in den Stall, wo die Pferde stehen. Für diese Tiere hat Günther eine besondere Vorliebe. Denn auf denen kann man reiten! August Kuorreck setzt ihn auch immer auf einen der Gäule, die da friedfertig an den Krippen stehen und den Hafer kaneir. Da klappern leichte Hufe, und der alte Abraham biegt in das Hoftor ein. Die altmodische Reisetasche verrichtet noch immer treu und brav ihren schweren Dienst. Aber er zieht heute noch etwas Lebendiges hinter sich her. Es hat zierliche Hufe, trägt einen blanken, gelben Ledersattel auf dem Rücken und ist ein schwarzer, niedlicher Shetlcruds- pony. August Kuorreck reißt vor Verwunderung die Augen auf, auch Moritz Gassel kommt hinzu. „Der Herr Baron will reiten!" sagte der alte Abraham. „Er hat ein Pferdchen bei mir bestellt. Und da bring ich's nun. Wollen Sie's kaufen? Sonst kann er's geschenkt kriegen!" , Da streckt schon der kleine Günther den blonden Kopf aus dem Pferdestall, sieht den Pony und schießt wie ein Blitz über den Hof. „Reiten will ich!" rief er jauchzend und streckt an August Knorreck die Hände hoch. „Wie der Herr Baron befehlen!" sagt der und- hebt ihn in den Sattel. Es klingt wie Scherz, ist aber doch tiefer Ernst. „Er wird doch liicht heruntersallen!" ruft der alte Abraham besorgt. Aber der kleine Baron sitzt fest, daß Moritz Gassel die Zügel bald loslassen kann. Außerdem ist das Pferdchen lammfromm. Der alte Abraham sieht auf die Sicherheiten. Dreimal um den Düngerhaufen heruni reitet der kleine Günther. „Der setzt sich nicht mit deii Bauern aus eine Bank!" sa^t der Inspektor stolz. Moritz Gassel denkt über diese Aussicht ettoas anders, sagt aber nichts. Denn nun komnicn Cäcilie und .Hedwig herbei, um beit kühnen Reitersmann nach Gebühr zu bewundern. „Der fällt nicht!" meint August Knorreck befriedigt. „Was soll der Pony kosten?" „Nu!" erwiderte der alte Abraham. „Was Sie dafür geben mögen." Währenddessen schaut Hedwig still aus den kleinen Günther, der das fromme Pferdchen mit den Hacken spornt und durch unwillige Zurufe zur Eile antreibt, denn es will durchaus nicht Galopp laufen. Und zum erstenmal seit Jahren huscht über Hedwigs Gesicht ein feines, glückliches Lächeln. Moritz Gassel aber, der etwa abseits steht, sieht zu Hedwig hinüber, und da er sich unbeo buchtet glaubt, verrät sein Blick mehr, als seine Gedanken wagen. August Knorreck aber sängt diesen Blick auf, geht zu ihm hinüber, legt ihm die Hand auf die Schulter und- duzt ihn zum erstenmal. „Junge!" flüstert er leise. „Zeit lassen!" Und Moritz Gassel nickt stumm. Er hat ihn verstanden. _' , Graf Zeppelin, der Mensch, der Kämpfer, der Zieger. Neben den Heldentaten anderer großer deutscher Männer, nc6m Den Leistungen seiner Luftschiffe ist Gras Zeppelin wahreiid dieses Krieges ein wenig in den Hintergrund getreten. Das Alter verbitte chm, so sagte er beim Besuche seines Regiments im Felde, wie einst an der Spitze der selbstgeschulten Truppe ins Feld zu ruaen. Dem Gefühl, das ans einer tätigen Mitwirkung am Kriege entspringt, fuhr dann der alte Offizier fort, stelle er keines gleich, und das könne auch du Beherrschung des vollendetstcii Werkes nicht geben. Er sei aber froh, dem Vaterlande Dienste leisten zu können, und was an chm liege, sei geschehen. Wir liabcn allen Grund, uns gerade des Krieges wegen seiner Persönlichkeit wieder m crumern. Da ist nun eine ebenso getvisscnhastc als fesselnde 487 Schilderung unseres Zeppelin erschienen, den der Kaffer den „größten Tentschere des 20. Jahrhrurderts" genannt hat ß,Zeppelur, der Mensch, der Kämpfer, der Sieger", von Dr. Ä. Saager, rn der Anekdotenbibliothek von Robert Lutz in Stuttgart, geh. 2 m, yeb. 3 Mk ). In bunten Bildern, zusammengetragen aus Archiven, aus vergilbten Blättern, aus Briefen, Büchern, Zeitungen, und von des Herausgebers kundiger Hand sorgsam geordnet, führt dieses Volksbuch im besten Sinne, das für den einfache!: Mann wie für dm Gebildeten geschaffen ist, uns den „jungen Zeppelin", ben ^Reiteroffizier in drei Feldzügen", den „General z. D. als Erfinder", den „Helden nach drei Fronten" (gegen die Mitwelt, me Geldnot und den Luftgeist), den „Luftgroßadmiral", wie ihn Wol- zogen genannt hat, den „Wiedercrwecker nationaler Begeisterung' , 7 ,unseren Zeppelin" und die Leistungen und Erlebnisse unserer Zep- lpeline im Weltkrieg vor, — das Lebensbild eines deutschen Mannes, wie es kein Dichter wahrer gestalten könnte. , Gewiß, die Zeppeline haben in diesem Kriege Wunder gewirkt: .„Wunder im Felde über Feindesland, und vielleicht noch wert erstaunlichere und mächtigere Wunder im Herzen der Feldgrauen, m der Seele des ganzen Volkes", wie der Verfasser sagt.. Mer wir wurden dem Grafen Unrecht tun, wenn wir in seiner Erfindung sein größtes Verdienst sehen würden. Das wird uns klar, wenn wir in diesem Buche atemlos und Uopfenden Herzens die unendlich vielgestaltigen Lebensschicksale des Grafen an uns vorüberziehett lassen, aus denen sich seine Persönlichkeit herausformt als die echteste Verkörperung deutschen Wesens, die unsere Zeit dem deutschen Volke geschenkt hat. In seinen einleitenden Worten betontz dies der Verfasser. Wir entnehmen dieser Würdigung Zeppelins das Folgende: „.Es war zu einer Zeit, wo man es kaum mehr laut sagen durfte, wenn man Dingen nachging, die nicht Uiit gefüllten Geldbeuteln winkten — wo man ausgelacht wurde, ivenn man für Ideale, die über den Bereich einer engen Gemein- schaft hinauszielten, mehr als schöne Worte ausgab. Da geschah etwas Seltsames, Unerhörtes: ein Ereignis schien zu beweisen, daß die Pläne des Grafen endgültig gescheitert seien, und im Augen-' blick dieses Ereignisses verschrieben sich Hunderte, Tausende, ein ganzes Volk diesen Plänen mit der ganzen Leidenschaft und Begeisterung, deren es fähig war. Jeder wußte es: dieser .Held war von seiner Tat nicht zu trennen. Aber jeder wollte, als er sein Scherflein für den Bau eines neuen Luftschiffs liergab, damit doch nur dem Grafen Zeppelin sagen, daß sie beide für alle Zukunft in Freud und Leid zusammengehören. Der Arbeiter, der Handwerker, der Kauftnann, der Künstler, der Gelehrte, jeder einzelne hatte es erlebt, daß diese Persönlichkeit sein Ideal geworden lvar, daß eine solche Persönlichkeit eigentlich von jeher ein Ideal gewesen. Das Gefühl hatte geschlummert, der Wehschrei nach der Echterdinger Katastrophe hatte es geweckt. Die Treue, die Beharrlichkeit, das Vertrauen, die Unbcugsamkeit, die in diesem Mann ihren höchsten Ausbruch gefunden — wenigstens ein Körnchen davon hatte jeder in den Stunden ernsten Strebens in sich selbst entdeckt. Jetzt ivar es ins Bewußtsein getreten, daß dieser Mann die wertvollsten Kräfte in sich vereinigt und in seinen! Werk vcrlvertct batte, die das deutsche Volk sein eigen nennt. So wie der Graf Zoppelin sein, ja, das hieß deutsch sein! Und diesen! Mann als dem Symbol der Kräfte, die — man hatte es fast sckwu vergessen — alle zu einer höheres Einheit verbanden, opferte man, jubelte man in Dankbarkeit zu. So ward er unser Zeppelin. Das ist seine größte Tat, größer noch als seine Erfindung, daß er ein Vorbild war, ohne es sein zu wollen. Er war ruhiA und treu seine Straße gezogen, uneingeschüchtert von den Drohungen, ungerührt von den Lockungen, die rechts und links an seinem Wege lauerten. Im innersten Busen eines jeden Deutschen schlummerte ein Geist, der sckMchtern zwar und vielleicht nur hin und nneder zum Gleichen riet. Mit einen! Schlage aber hatten ihn jetzt alle erblickt auf seinem mühseligen Wege, und min erhob jener Geist seine Stinrme. Jetzt sträubte sich keiner mehr, fehlte es keinem mehr an Mut. Hinter ihm, dem Fahnenträger, strömten Hunderte, Tausende, alle schlossen sich zu Reihen zusammen, marschierten in gleichen: Schritt und Drttt dahin. Das wirre Murmeln gestaltete sich zu Tönen. Alle lauschten dem Liede, das sie unbewußt angestimint hatten: und es sang von: Vaterlande. Und als sie den endlosen Zug betrachteten, dem sie sich angeschlosscn 'hatten, da erkannten sie, daß das ganze deutsche Volk milzog. Unser Zeppelin! Jetzt lvar auch des Mannes Werk des ganzen Volkes Werk geworden. Das ganze Volk hat mit ihm fortan getrauert und fortan gejubelt, lvie des Schicksals Lose fielen. Wenn eines der stolzen Schiffe über uns dahinzog, überkam auch den Nüchternsten ein himmlischer Traum: das loar ja die Verwirk lichung einer Sehnsucht, lvie jeder eine im Büsen nährt — nicht der alten Sehnsucht, zu^fliegen —, sondern der Sehnsucht, die jeden in den gehobenen Stunden besucht, in denen er Abrechnung hält mit seiner Stellung in der lncnschlichen Gesellschaft. Ja, der Luftriese dort oben verkündete es. der Geist, der den Grafen geleitet und der uns alle leiten soll, bringt es auch zu Taten! So war der Anblick der schönen Schiffe jedem die Verkörperung menschlicher Werte, des deutschen Arbeitsgeisters . . . Mich im Ausland fühlte man. lvie sehr sich gerade in dem Werke dieses Mannes das Wertvollste des de»tselben Geistes verkörperte. Tort fühlte man vielleicht auch die Ueberlegenheit dieses Geistes. Darum lvurden, trotzdein man ihre praktische Bedeutung wegteugnete, die Zeppeline auch dort populär. Heute versteht mau den Simr der Gespcnsterluftsclüffangst in England, die Aufregung bn der Landung in Lunßville. Wch das Ausland erfaßte und erlebte instinktiv den Grafen Zeppelin und die Zeppeline als Symbole! Dann kam der Weltkrieg. Urrd nun tat Zeppelin sein drittes Wunder. Nickst: durch seiue Erfindung, sondern durch seine Persönlichkeit. Wäre der beispiellose Opfersinn, die unerschütterliche ^regeszuvcrsicht, der unbeirrbare Wille znM Turchhalten im Kampfe gegen eine solche Uebernracht denkbar gewesen bei einem Volke, das nicht wieder gelernt hatte, sich als Volk zu fühlen? Ter unwägbare Gerst war es — bei dieser Riesenübermacht wird es niemand vezweffeln können —, der auf der Wage den Ausschlag gab. Und diesen Geist hat Graf Zeppelin, in dem er seine höchste Vollendung gesunden, zur Entfaltung gebracht. Tie späteren Geschichtsschreiber werden wohl in die Geschichte des Weltkrieges ein Kapitel ans früheren Jahren hereinziehen müssen, das „Echterdingen" heißt. Und sie werden^betoncn, daß „unser" Zeppelin" gerade die Eigenschaft in aller Stille bei seinem Schassen vorgezeichnet hat, durch die im Weltkrise das deutsche Volk sich bewährt hat.'1 Saagersche Zeppelin-Buch ist ein Denkmal für den neuen deutschen Volkshelden, unseren Zeppelin, und zugleich ein Tenkmvl für unser Tentschsein. vom alten und vom jungen vauernjeld. Zum 25. Todestage Eduards v. Bauernfeld, 9. August. Mehr als zwei Menschenalter zählte Eduard v. Bauernfeld, Wiens Lustspiel-Klassiker, zu den Gestalten ohne die sich das Wiener Leben und die Wiener Gesellschaft gar nicht denken ließ. Als er im Jahre 1890 verschied, war er bereits ganz und gar z-ur geschichtlichen Person geworden: er lvar der „alte.Bauernfeld", der ein ganzes, ungeheueres Jahrhundert Wiener, österreichischer und dertt- scher Geschichte und Kultur als Zeitgenosse sich hatte entfalten sehen. Als Zeitgenosse und als — Kritiker. Denn wie Bauern-, fclds Lustspiele eine starke Wurzel in der Satire haben, so gehörte der Dichter auch als Persönlichkeit zu den Scharfen. Immer war er kritisch gestimmt, immer zum Angriff parat: „er hatte stets — so hat Ludwig Speidel von ihm gesagt — seinen kleinen Zorn, seinen großen Aerger, den er beim n!indesten Anlasse verpuffen, ließ. Es hat immer nach Pulver um ihn gerochen." So war. denn der alte Bauernfeld im Umgänge auch gar nicht der Bequemste. Er verkehrte gern gesellschaftlich, aber er war ein anspruchsvoller Gesellschafter. Wurde er geladen, dann pflegte er vorher sich nicht allein die Speisen, sondern auch die Gäste auH- zusuchen und man nahm ans seine Wünsche allemalen Rücksicht. „Wer nicht mit mir einer Meinung ist, mit dein rede ich gar nicht gern," murrte er, und selbst wer mit ihm einer Meinung war, konnte durch seine Launen und Ausfälle zuweilen arg überrascht werden. Bernhard Stern hat eine lusttge Geschichte davon überliefert. Bauernscld kommt und beginnt zu plaudern — will sagen: zu schimpfen. Man spricht vom Theater: Bauernfeld schimpft: „Diese Hund' spielen wie die Schwein'." Man setzt ihm ein prächtiges Essen vor — er räsonniert über dessen Erbärmlichkeit: man reicht iljm eine vorzügliche Zigarre —i er verflucht sie als miserable. Man erzählt von dem neuen Romane eines beftenndeten Ticlfters — Bauern seid hat altes mögliche daran ausznsctzen. Schließlich kommt man auf Goethes Tasso zu sprechen. „Auch a Sehrmd!" schreit Bancrnfeld, da er einmal gut im Zuge ist. Gelächter der Freunde, verdutztes Gesicht des Dichters —• Tableau!... Ber-, söhnend war au Bauernfelds satirischer Laune, daß er auch sich selbst nicht verschonte. Noch seine letzten Worte waren satirisch und ironisch gefärbt. Am Morgen seines Todestages erwachte er mit schwerer AtemUvt und ries nach der Wärterin. Sie eilte herbei und rief erschrocken: „Wie geht es Ihnen, Herr v. Bauernfeld? Sie jammern ja so sehr!" „Es ttlt mir leid, daß ich Sic immer, störe," fticife der Dichter hervor, „aber ich werde mir das Weh-' klagen bald ganz abgewöhnen." Damals lebte er längst mit seiner treuen Rcsi zusammen, die als verläßlichste Pflegerin seines leiblichen Menschen wartete. Er lvar iinmer ein großer Frauenver-i ehrer gewesen, hatte aber- schließlich den 'Anschluß verpaßt — vielleicht auch nicht so ungern verpaßt. Im Kurmachen aber ist cr unermüdlich gewesen, und lvie er so lange lebte und in manchem Häusern generationenlang verkehrte, da vererbte cr zuweilen seine zärtlichen Gefühle von der Großmutter auf die Mutter imd schließlich noch auf die Enkelin. Der Alte besaß so viel LlUmUt Geistes, daß es ihn: selbst die Jüngsten keineswegs verübelten, wenn er ihnen den Hof machte. Aber der alte Bauernscld war ja Mich eimnal ein iuirgetzs Bauernscld gewesen und eine köstliche Sonnenzeit hat er danmls erlebt, als er mit seinem Schulfreunde S ch \v i n b und mit Schubert gemeinsam Wien und dessen liebliche Umgebung unsicher «nachte. Geld hatten sie in der Regel keins, und doch schien ihnen das ganze Leben zu gehören. Nicht nur Hüte und Stiefel, sondern selbst Röcke und Hosen benutzten sie als Gemeingut. Hatten sic die Nacht hindurch toll genug geschwärmt und fanden noch immer kein Ende, nur sich zu trennen, so gingen sie alle drei in d.- Wohnung des einen, um dort zu übernachten. Dann legten sich zweie gemnnsam in ein Bett, und Schlvind umrf sich .umvGUlch in eine lebernc Decke gehüllt aus den nackten Fußboden bin. 'Äl$ 488 ^ottcriiHb einmal die Pfeife fehlte, sckintzte er ans Schnitts 2 lugengläsers,rttcral ihm eine zurecht. Schubert und Bauernfeld trafen sich einmal im Kafseehause und es srel ihnen aneinander auf, dab jeder zu seiner „Melange" em halbes Dutzend Kussel ver^ speiste. Sie bewunderten gegenseitig ihren guten Appettt — so früh nach Tische! „Das macht, , ich Hab eigentlich noch nichts LJrffn," c-ch auch nicht," verlebte BauernfeW lachend. Das ^Su"lmi&ten*fie sich in Zuckenvasser zutrmken. Wer l« waren iung und sie waren glücklich. Und nur als Bauernfeld sich wohl oder übel zur Beamtenlaufbahn entschliefen muhte, da schrieb er, als er sein Anstellungsdekret erl-alten hatte, wehmütig ut sem Tagebuch: „Mir ist's, als sollte ich gehenkt werden." Biel gam* stiqer lwt er auch später das Beamtendasein nicht beurteilt. und als er im Sturmjahre, anno 4«, geradewegs Mm Erzherzog Franz Karl in die Hofburg gegangen war, um eine Konstitution zu er-, langen, da war es ja, nachdem die Verhältnisse sich geändert hatten, um seine Bemntenlausbahn geschehen, er schied aus und seit damals, ist er der „alte Bauernfeld geworden. vermischtes. "Militärischer Gehorsam zu Wasser und zu «Zand e. Wie Kaiser Wilhelm I. im Anfänge seiner Regierung, also noch vor Wiedererrichtung des Deutschen Kaiserreichs an den Gehorsam der Mannschaften Wasser und Lande" appellierte, das ist eine sehr drollige Geschichte, die aber zeigt, wie Kaiser Wilhelm stets ein Soldat durch und durch gewesen ist. Es war nn Anfang der sechziger Jahre bei einer Frühjahrsparade im Pots- dam er Lustgarten. Die Gardejäger trugen damals noch die groben Helme mit dem schweren, schwarzen Roßschweis und hatten eben die Zündnadclgewehre bekommen. Am Tage der Parade war sehr schlechtes Wetter; es hatte die ganze Nacht hindurch und auch noch am Vormittag geregnet, und aus dem Gelände des Lustgartens waren große und tietc Pfützen, durch welche die Gardejäger hindurchmarschieren mußten. Da sah der Monarch, wie beim Vorbeimarsch des ersten Garderegiments einige Offiziere über die Pfützen sprangen, um die weißen Beinkleider zu schonen. Das ärgerte den obersten Kriegsherrn, dem alles Unsoldatische zuwider war. Und als das erste Garderegiment vorbeimarschiert war, und die Gardejäger in, Anrncken begriffen waren, sprengte er diesen entgegen und kommandierte: .Halt!" Dann sagte er: ,Garde- jager, ihr habt mir doch Gehorsam und Treue zu Wasser und zu Laude geschworen?" — .Jawohl, Majestät I" scholl es ihm entgegen. .Na, denn mau dicke durch, durchs Wasser!" rief er lächelnd, wendete sein Pferd und ritt aus seinen Platz zurück. Nun ging es anders; die Gardejäger warfen die Beine und hauten mit der Füßen tüchtig ein. Das Wasser spritzte bis über die Helme weg. Der Monarch lachte, die weißen Paradehosen aber sahen fürchterlich ans. * Nom im Kriege. Während Venedig gegenwärtig den Anblick einer vom Kriege bedrohten Stadt bietet, die sich in Dunkel hüllt, um dem Feinde kein Ziel zu bieten, ist das äußere Bild Noms infolge seiner großen Entfernung von: Krieqsgebiet noch zieinlich unverändert. Aber auch in der Hauptstadt Italiens macht sich — wenn auch in anderer Weise — der Einfluß des Krieges geltend, wie aus einein Artikel des römischen Berichterstatters der .Daily News" ersichtlich ist. „Der Krieg äußert sich hier ganz besonder« in der offiziellen und inoffiziellen Haltung des Publikums gegenüber den in Nom anwesenden Vertretern der Alliierten. Am beliebtesten und gefühlsmäßig am meisten begrüßt find sicherlich die Franzosen, deren Wesen der italienischen Art so nahe verwandt ist. Auch England ist hier beliebt, aber die Engländer wirken weitaus mehr als entferntere Fremde, als die Franzosen und Belgier. Daruin ver folgen die öffentliche Meinung und das öffentliche Interesse mit größter Austncrlsamkeit alle aus England und Rußland kommenden Aeußerungen und Kundgebungen, während man dem Geiste Frankreichs blindlings vertrant. Tie lärmende:! Bolkskundgebungen in den Straßen, die während der zehnmonatlichen „Neutralität" Italiens an der Tagesordnung waren, sind bald nach Kriegsbeginu verstummt. Dafür sind fast alle in den römischen Theatern gespielten Stücke gewissermaßen politische und kriegerische Kundgebungen, die von der Bühne herab an das Publikum gerichtet werden. Das römische Theaterleben wird vollständig von dieser neuen Art von „9ie uiten" beherrscht. Ich wohnte einer solchen Aufführung bei, die zugunsten des Blauen Kreuzes in Anwesenheit des englischen Botschafters stattsand. Das St>"'ck behandelte die Vorgeschichte des Krieges und Bnlow und Giolitti waren die Lauplpersonen. Später trat ein Schauspieler in der äußerlich nicht sehr gelungenen Nolle eines Offiziers der englischen Kriegsrnarine am. Er hielt eitle Rede über die Gründe, die Etlgland zürn Eintritt in den Krieg veranlaßt haben; hierauf stand das Publikum aus lind sang „God Save the King“. In der folgenden Szene trat ein .alter Garibaldianer" auf. Da Ricciotti Garibaldi selbst in einer Loge saß, standen rvir wieder auf und sangen die Garibaldi- Hymne. Garibaldi erhob sich »md erzählte in einer Rede, rvie sein Pierd im Feldzuge von 1866 verwundet wurde, und forderte alle Anwesenden auf, sich an der Sammlung des Blauen KrellzeS — zur Pflege kriegSverlehter Tiere — zu beteiligen. Den Abschluß der Vorstellung bildete ein voll einen» »Sozialisten", einem „Anarchisten" und einem .Priester" gesungenes Vcrbrüderlmgsterzelt, uub als der Priester ein Taschentuch m den italienischen Farben schwenkte und „Avanti Savoia“ ries, erreichte der Beifall seinen Höhepunkt... Aus der Straße tut sich der Krieg vor allem in den amtlichen An- kündignngen aller Art fimb, die die Mauern bedecken. Die letzte Ankündigung der Stadtverwaltung enthält alle Maßregeln, die im Falle eines Luftangriffes von der Bevölkerung zu ergreifen sind. Der Krieg dringt auch in die Kirchen; von allen Kanzeln herab werdell Predigten über deil Patriotismus abgehalten. Da man in Rom ständig mit der Möglichkeit eines Luftangriffes rechnete, so ist die Stadt abends bereit? merklich verdunkelt." * Wie sich Edison vor zwanzig Jahren einen Zukunftskrieg dachte. Edison hat kürzlich, als ein Interviewer ihn über neue, von ihm erfundene Kriegsmittel befragte, energisch abgewinkt und sich in geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Vor zwanzig Jahren war er einmal gesprächiger. 1895, als eine amerikanisch-englische Verwicklung drohte, enthüllte er einem Berichterstatter seine Pläne für den Kriegsfall. „Eine Schlacht," so meinte er, „zwischen zwei großen Arineen braucht gar nicht mehr geschlagen zu werden. Eine Handvoll Menschen kann sie wegblasen. Das wird mittelst Elektrizität geschehen. Wasser kann tödlicher gemacht werden als Kugeln. Ich habe eine Maschine erfunden, die auf große Entfernungen mit 5000 Volt geladenes Wasser sort- schlendern kann und eine Armee wie Spreu in alle Winde zerstreut. Auch wird man Kabel erfinden, die man um eine belagerte Stadt legt. Jeder, der sie zu überschreiten versucht, ist ein Kind des Todes. Man kann sie so verstecken, daß niemand sie sieht. Auch lassen sich elektrische Ketten ans eine vorrückende Ar»nee feuern. Diese sind init einem Ende an den Draht einer Dynamomaschine befestigt, während das andere in eine Kanone geladen wird. Dadurch wird die Lust mit Blitzen erfüllt und jeder Feind mit Verderben bedroht. Dann gibt es eine Höllenmaschine, die sich an einen Ballon anhangen läßt. Wenn 50 Luftschiffe, jedes mit 500 Pfund Dynamit, losgelassen werden, so ist jedes Schiff, das sich darunter befindet, unrettbar verloren. Auch die unterseeischen Torpedos lassen sich verbessern. Ein endloses Kabel sollte vor unsere»» Häsen auf den Grund gelegt werden. An diesem drehbaren Kabel sollten Torpedos befestigt »verde»», die im richtigen Augenblick in die Höhe gelassen werden und explodieren könnte». Auch experimentiere ich mit einer Doppelkanone, die ein Geschoß 24 englische Meilen kortschleudern wird. Sollte es zum Kriege mit Großbritannien kommen, so werde ich meinein Vaterlande meine ganze Wiffenschast zur Verfügung stellen." — Man sieht, Edison hat ganz richtig cvfcmnt, daß der nächste Krieg ein Krieg der Ingenieure und des — Genies sein würde. vüchertisch. — Wiking-Bücher Bd. 7: Rudolf Presber.Po- veretto (Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig). In Leinen 1 Mk. ..Poveretto" ist eine einfache und doch stark interessierende Geschichte, die in einen Hauch ivehmutsooller Entsagung ausklingt. Das alte Lied der Liebe, verschlungene, schwer zu enträtselnde Wege, die Poveretto mit schwerem Herzen gehen muß. Auch er kommt an das Ziel, nicht so wie er es erträumt hat, die rauhe Wirklichkeit des Lebens zertrümmert das Wsib seiner Wahl und Poverettos Liebe ivandelt sich zu heißem Mitleid. Helfendes, stufendes Mitleid, das ist das letzte, was Poveretto von all seinen Träumen noch rettet. — Bd. 8: Ida Boy-Ed, Aus einer Wiege (Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig. In Leinen 1 Mk. Ter Roman schildert die Geschicke von vier Geschwistern. Es stirbt der Vater, und sie muffen erkennen, wie int Widerstreit der Interessen des realen Lebens, im Kampf der Herzen ihr enger Zusammenhalt sich lockert, wie jeder Brüder, jede Schwester ihre eigenen Wege gehen muß, um zun inneren Zufriedenheit, zum Glück zu gelangen. Ter Roman spielt in einer unserer großen .Hansastädte, in den Kreisen des alten Patrfiziertums — ein Milieu, das Frau Boy-Gd genau kennt und überaus anschaulich widerzuspiegeln iveiß. Ergänzungsrätse!. S. l. n. .. ch st.. n . »e A. g. n . ff... L.ß. .r.sch .n. sch..f.n ..d ..ö.l.ch ..ff.. U.. . äu... t . n . .. ch . i . .. ff. u. g . s., .e. .e.sch ..t .l.ck.i.., s. l.n. e. h.f.tl Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c ----- Coeur, car — Carrean trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD — Coeur-Dame usw. Vorhand erhielt: earö, pZ, pK, pD, p9, p8, p7, carA, carD, car8, Mittelhand: cB, cZ, cK, cD, c9, c8, c7, carZ, car9, car7. In, Skat liegen trA und cA. Spielgang: 1. V. carA M- carZ H. carK = — 25 Augen. 2. V. pZ M. cB H. pA ----- 23 * 3. M. cZ H. tr7 V. carB — — 1 2 „ Sa. — — 60 Augen. Scbristleituna: Aug. Goetz. - Rotationsdruck der Brüht'jchen Universitäts-Buch' und Steindrnckeret. N. Lange, Gießern