Lurück zur Scholle. Romcm von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Cäcilie holte das Märchenbuch heran, und jetzt mußte Hedwig lesen. Sie schlug aufs Geratewohl auf und begann, ohne reckt nach der Ueberschrift zu sehen. Erst beim dritten Satz merkte sie, daß es eine lustige Geschichte war. Aber sie stockte nur einen Augenblick, überwand sich und las werter. Der kleine Günther stellte sofort das äugeln ein und lauschte. Hedwig strich ihm leise über die blonden Locken und las munter weiter. ES war nämlich das schnurrige Märchen von dem Fischer und seiner Frau, an das sie geraten war. Plötzlich, in der tiefsten Andacht, als die unzufriedene Fischersfrau schon auf dem Königsthrone saß, sprang der kleine Günther auf und lief davon, auf die Gartenpforte zu. Und wie konnte der Junge laufen! „Abraham!" jauchzte er. Und da lvar der Gerufene auch schon. Er jog vor dem kleinen Herrn Baron höflich die Mütze und nahm die Reisetasche vom Rücken. Und nun begann ein Spiel, das immer damit endete, daß der kleine Günther aus irgend einer Erbe der Tasche einen Apfel oder ein paar Nüsse oder auch einige Zuckerkuchen aunröberte. Diesmal war's ein Apfel mit schönen roten Backen. Und das kam alle Docken mindestens einmal vor. Denn der alte Abraham hatte allen Grund, sick mit dem kleinen Günther in ein gutes Verhältnis zu bringen. Und wenn man den Jungen reckt ansah, so war er gar nicht mehr so klein. Jubelnd vor Freude sprang er mir dem Apfel zur Tanre Hednxg. Der atte Abraham folgte langsamer. „Nu, Fräuleinchen!" sprach er. „Die geht's, wie steht's? Das macht die Gesundheit, unberufen^ „Tankes erwiderte sie. „Und der kleine Herr Baron?" fragte er schnell. „Wie steht's mit dem Appetit?' r;e sehen's ja!" lächelte sie und wies aus Günther, der die Hälfte des Apfels schon bezwungen hatte, und keine Lust zeigte, seiner Schwester ein Stück abzugeben. „Gib ihr dock ein Stückchen!" half Hedwig betteln. Ta ließ er sich endlich erweichen. Aber sie durfte nur einmal abbeißen. „Er gibt nicht gerne!" meinte der alte Abraham und sah ihn sich schräg von der Seite an. „Er wird's noch lernen!" tröstete ihn Hedwig. „Nu freilich!" ärmere der alte Abraham auf. „Denn Sie nicht da wären, Fräuleinchen, da hart ich's nicht gewagt. Aber nun passen Sie auch weiter gut aus. Lallen Sie ihn nicht auf die Bäume llettern. In Birsckkowitz ist gestern erst ein Junge herantergesallen und har sich den Arm gebrochen. Die leicht harre er sich das Genick brechen können! Und wo bleib ich dann vielleicht? Nu, Sie werden's schon gut machen! Adieus Hedwig reichte ihm die Hand und sah ihm lächelnd nach. Tann las sie weiter. Günther warf das abgenagte Kernhaus fort und horchte wieder, denn diese Geschichte mochte er. XXX. Und Moritz Gaffel lehrte die Kindlein von Kletzine. Sein Widerwillen gegen diese unfruchtbare Schularbeit wuchs mit jedem Tage. Und doch bezwang er sich und zog den schweren Pflug weiter durch das sandige Lund. In der Freizeit war er nicht müßig. Zunächst suchte er die verderbliche Nachbarschaft zwischen Pumpe und Bedürfnisanstalt zu vernichten. Aber seine Vorstellungen bei dem Schulvorstand fruchteten nichts. Bis der Prozeß entschieden wäre, würden sie auch keinen Pfennig für das Schulgrundstück hergeben. Moritz Gaffel blieb nichts anderes übrig, als den Pumpenschwengel abzuschrauben, um die Kinder vor diesem gesundheitschädlichen Trank zu bewahren. Er selbst litt unter dieser Maßnahme am meisten, denn er hatte zum Nachbarbrunnen zweihundert- achtunddreißig Schritte. Und die lieben Nachbarn sahen ihn dazu mir schreien Augen an, wenn er am Morgen seine Wasserkanne füllen kam. Die lange der Prozeß schon dauerte, konnte er nicht Herauskriegen, denn selbst die ältesten Leute von Kletzine vermochten sich nicht an den Anfang dieser Streitsache zu erinnern. Und wann die letzte Entscheidung getrosten werden würde, war noch immer nicht abzusehen, obschon in dieser Angelegenheit Akten von Zentnerschwere versaßt worden sein sollten. Erst stritten sich Dorf und Regierung, dann klagte die Gemeinde gegen den Herrn Patron, der im Nachbardorf seinen Wohnsitz hatte und keinen roten Heller für den Schulbau m Kletzine geben wollte, dann mstchre sich wieder die Regierung ein, die sich prinzipiell für einen staatlichen Zuschuß entschieden hatte, und nun sielen Dorfgemeinde und Regierung mir vereinten Kräften über den sauberen Herrn Patron her, der noch immer mit beneidenswerter Hartnäckigkeit den Daumen aus der Tasche hielt. Dre Prozeßkosten waren schon so hock angeichwollen, daß man drei ^ckulhäu'er in Kletzine hätte bauen können. Aber man zog es gllseing vor. erst* auszumachen, aus welcher Seite das größere Recht wäre, nichts zu dem Neubau zu geben oder doch möglichst wenig. Unterdessen fraß der Schwamm den Dielenboden und der Regen die Dachbalken. Moritz Gassel griff in seine eigene schmale Tasche, schasste sich Kalk, Ziegelsteine, Flachwerk und Bretter. Lehm und Tackreiter herbei und spielte acht Tage lang Maurer. Die Bauern lachten ihn aus. Der sollte ihm die Auslagen ersetzen? Aber die Kinder halfen ihm dabei. Soweit batte er sie schon. Die Löcher des Daches wurden zugeslickr, dia Rundziegeln des Firstes ergänzt, die Lücken der Fackwerk- wände mir Lehm verputzt und eine dünne Schicht weißglän- zenden Kalkes darübergestrichen. Nachdem die Außenhaut des Schulhauses in dieser Weise verbessert worden war, wur- — 482 den die Jnnenräume in Angriff genommen. Sechs Dielenbretter aus der Wetterecke der Schulstube wurden zu Feuerholz gehackt und durch neue erseht. Sogar an die Fenster wagte sich Moritz Gassel, riß die Nägel heraus, daß man die Flügel öffnen konnte, und stärkte ihre Gebrechlichkeit durch' sehr viel eiserne Winkel und Bänder. Inzwischen war die Zeit gekommen, daß er sich zur Prüfung nrelden mußte. Und der Teufel ritt ihn, daß er kein anderes Seminar wählte, sondern eben dasselbe, in dem er seine Ausbildung empfangen und wo er zum ersten Male durchgefallen war. Als päoagogischen Aufsatz legte er eine alte Arbeit ,'lieber die Wiederholung" bei. Sie war nicht sehr geistreich, aber unbedeutend genug, eine gute Zensur zu erhalten. Seine Lehrbücher sah er nicht mit einem Blicke an. Was er sich voriges Jahr mit heißem Be.mühen eingeprägt hatte, war ihm zum größten Teil längst entfalten. Es war ein Leichtsinn, in dieser Verfassung hum Examen zu gehen, aber Moritz Gassel befand sich, seitdem er in Kletzine amtierte, in einem Zustand der inneren Verzweiflung. Er brauchte so etwas wie ein Orakel. Und das sollte ihm die Prüfung sein. Bestand er sie, wollte er weiter de:r pädagogischen Karren ziehen, siel er zum zweiten Male durch, dann wollte er für immer ausspannen. Und er ging zur Prüfung und bestand. Er lachte heimlich über diese Komödie; denn die Examinatoren hatten geschwind heraus, daß er nichts wußte, und wurden mit ihren Fragen immer vorsichtiger. Zuletzt begnügten sie sich damit, wenn er zwischen Ja und Nein! das Richtige wählte. Der Herr Schulrat mit den weißen Haaren und den freundlichen Augen führte wieder den Vorsitz und hatte gegen diese Praxis bei Moritz Gassel nichts einzuwenden. Er s o l l«t e durchkommen, das war vorher ausgemacht worden, und so mußte er durchkommen, auch wenn er sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt hätte. Und im innersten Winkel seines Herzens saß ein Gefühl, das ihn daran verhinderte, sich über sein unerwartetes! Prüfungsglück zu freuen. Aber er dachte an Britzkawe und ging sofort zum Schulrat, um ihn daran zu erinnern. „Ich habe Ihnen nicht versprochen," sagte der vorsichtig, „daß Sie wieder nach Britzkawe zurückversetzt werden. Ich habe nur versprochen, daß ich alles versuchen will, Sie wieder dahin zurückzubringen. Sie befinden sich in einem Irrtum, wenn Sie glauben, ich sei allmächtig." „Das heißt also!" ries Moritz Gassel aufgeregt, „ich werde nicht nach Britzkawe zurückversetzt werden." „Machen Sie ein Gesuch an die Königliche Regierung!" wich der alte Schulrat dieser gefährlichen Frage aus. „Gehen Sie nach Kletzine zurück, tun Sie weiterhin Ihre Pflicht und warten Sie in Geduld." Und Moritz Gassel schickte ein Gesuch ab und wartete. Die großen Ferien benutzte er dazu, seinen Wohnraum frisch zu weißen, die Decke abzuputzen und einen blauen, sauberen Strich rundherum zu ziehen. Den Hausflur pflasterte er frisch, und die Bodentreppe bekam eine Verschalung. ™ -^r Herbst rückte heran, der erste Schnee fiel, die Wechnachtsferien mit ihren kurzen, müden Tagen vergingen. Glücklich schlug sich Moritz Gassel durch den Winter, der sehr hart war. Die Freizeit verbrachte er im Schulzimmer, das einen eisernen Ofen hatte. Der Kamin im Hausflur, der das Wohnzimmer wärmen sollte, war nicht zu gebrauchen, sonst wurde das Schulhaus, 'das nur für den fluchtigen Blick ein reizendes, sauberes Aussehen hatte, in wenigen Augenblicken in eine Räucherkammer umgewandelt Aber es wurde wieder Frühling, zeitiger als sonst Die gelbe, warme Märzsonne lockte Veilchen und Gänseblümchen hervor, die Stare schwatzten, und die beiden verkrüppelten Pflaumbaume und der Birkenbusch begannen auszuschlagen. . Und nun kam der Tag, an dein Moritz Gassel ein Licht ausging, daß er nicht länger Lehrer sein könnte. Der denkwürdige Prozeß um den Schulneubau war Um diese Zeit einen langen Schritt vorwärts gerückt. Man h^restch, um die Sache endlich aus der Welt zu schaffen, entschlossen, eine Kommission von drei Sachverständigen unter Führung eines Regierungs'baumeisters abzuschicken, ' lm *V\P xt ^'d Stelle zu untersuchen, ob das Schulhaus iii Kletzine wirklich so baubedürstig sei, wie von seiten des Kreisschulinipektors fortwährend berichtet würde. Während ^Zjels einjähriger Amtszeit hatte sich dieser Herr, dem das Wohl seiner Lehrer iitnig ani Herzeil lag, nicht in Kletzine sehen lassen. Dafür schloß er sich jetzt der Konv- Mission an. Im Dorfe nahmen sie den Schulvorstand niit. Als der Regiernngsbaumeister vor dem Schulhaus stand, das Moritz Gassel so sauber herausgeputzt hatte, sagte er ziierst gar nichts. Sah so ein baufälliges Gebäude aus! Er faßte sofort ein. Mißtrauen gegen de'u Kreisschulinspektor, der mit seinen ewigen Bauplänen die hohe Negierung schon so oft geärgert hatte, und nahm mit innerer Genugtuung auch von dem vorzügttcheu Aussehen der Jnnenräume Notiz. Nur die lvackligen Schulbänke mußten erneuert werden. Sonst war altes in schönster Ordnung. Das Haus konnte noch fünfzig Jahre seinen edlen Zwecken dienen. Daß aber unter Moritz Gassels mitleidiger Lehmschicht angefaulte Ballen sich befanden, sah er nicht. Der Kreisschulinspektor zog eili langes Gesicht. Er hatte dem Schulvorstand extra verboten, etlvas an dem Hause in Ordnung bringen zu lassen. Auch vom Hausschwamm war nichts zu entdecken, obwohl er unter den sechs neuen Dielenbrettern schon wieder munter minierte. „Es riecht ettvas muffig!" konstatierte der Baunreister. „Das liegt aber an der schlechten Lüftung." Seine beiden Assistenten nickten Beifall, der Schulvorstand beharrte auf der Kletziner Maulfaulheit und sagte gar nichts, und der Kreisschulinspektor mußte sich mit seinen Berichten von der Baufätligkeit und Unbewohnbarkeit des Kletziner Schulhauses zurückziehen. Er ließ die Kommission vorangehen, und nahm sich im Hausflur den Schulvorstand vor. „Wir haben das nicht gemacht!" verteidigte sich der Schulze. „Das ist unser neuer Lehrer gewesen." Und in eben diesem Augenblicke kehrte der arglose Moritz Gassel von seinem Spaziergange heim. Der Kreisschulinspektor schoß auf ihn los wie ein Habicht. „Herr!" donnerte er ihn an. „Wie können Sie sich unterstehen, hier an einem öffentlichen Gebäude Bauarbeiten vorzunehmen, ohne die Genehmigung Ihrer Vorgesetzten Behörde?" Und jetzt riß Moritz Gassel die Geduld. Das war ihm doch zu starker Tabak! „Weil ich keine Lust habe!" schrie er den Kreisschul- Inspektor in demselben Tone an. „Weil ich keine Lust habe, in einem Schweinestalt zu wohnen!" (Schluß folgt.) Serien. Von W i l h e l m S ch a r r e l m a n n. Es waren wunderbare Tage gewesen, von Sonne durchglüht, von Sensenrauschen und Ernteglanz erfüllt, von segelnden, weißen Wolken überglänzt, von nächtlichen Gewittern mit lohenden Blitzen und plötzlich herabrauschenden Regengüssen unterbrochen, von späten Sommerabenden verklärt, von weichen Winden zur Ruhe gewiegt — eine selige, sonuendurchleuchtete Zeit, die die Haut bräunte und das Herz in verhaltener Sehnsucht schwellen ließ. Auf den Feldern standen noch die Roggenhocken in unüberseh-- baren Reihen und in den letzten Tagen war auch die Heide aufgeblüht und hatte die Landschaft in einen weiten, schimmernden Teppich verwandelt, der durch die Kraft seiner Farben die Schönheit des blauen Sommerhimmels, der in kristallener Klarheit über dem weiten, stillen Land ausgespannt lag, verblassen ließ. In dem unendlichen Blütemeer der Erika summten die Bienen m der Glut der stillen, warmen Tage; die Königinnen in den Stocken riefen in den Abendstunden voller Unruhe ihr .leises: rPr» küt ui den stillen Garten hinaus. Schwärme auf Schwarme sammelten sich in den heißen Vormittagsstunden, setzten sich an einen der Aeste in den Kronen der niedrigen Apfelbaums und ließen sich wie eine reife Frucht, ohne Widerstreben, in den darunter gehaltenen Korb abstreichen. Am schönsten aber war es draußen am Rande des Kiefern^ Waldes wo man weit über das Moor und die blühende Heids hinwegsah. Der Harzdust der Kiefern drang stark und würzig in die warme, trockene Lnft hinaus, und die abgeworfenen Nadeln auf dem Waldboden schienen zu knistern vor Trockenheit und Warme Nirgends ließ sich so still und versonnen grlibeln, halb im Heidekraut vergraben, den Kopf auf die untergeschobenen Arme gelegt, die Blicke m der Unendlichkeit des blauen Himmels verloren. Ganze Nachmittage konnte Heinz dort zubringen und über alles mögliche nachsmnen. was ihn gerade beschäftigte. Aber am meisten dachte er über Mine nach. .^Erlich wollte er sie heiraten. Das war überhaupt selbstverständlich. Mer morgen würde er abreisen nüissen, denn nächste Woche, begann die schule wieder, und es war das Unangenehmste, was die Ferien an sich.hatten, daß auch sie einmal zu Ende gingen, ^zm Winter wurde er für sein Miturium arbeiten und dann kam die 483 — Universität und schließlich das Staatsexamen. Natürlich., Aber eines Tages würde er wieder über die Heide kommen, bei 'seinem Onkel anklopfen und um Mine anhalten. Selbstverständlich. Gesprochen hatte er ja allerdings mit ihr noch nicht darüber Zuerst hatte er es von einem Tage zum andern hinaus geschoben! und zuletzt endgültig auf den Tag seiner Abreise festgesetzt, der nun unverrückbar vor der Türe stand. Er malte sich aus, wie es sein würde. Einen Kniefall machte ja heute kein Mensch mehr. Das war abgeschmackt und albern, und kam nur in alten, verlogenen Familienblattromanen vor, Nein, er würde sie bei der Hand nehmen, ungezwungen, als ob es das Natürlichste von der Welt wäre, und sagen — sagen — ja, zum Henker, was sagte inan denn in einem solchen Falle, ohne sich lächerlich zu machen? Aber vielleicht würde es so gehen: „Mine," würde er sagen, „du wirst bemerkt haben, wenn du nur halbwegs ein Auge dafür hast — und ich weiß, daß du ein Auge dafiir hast — daß ich nun, daß ich — daß mit mir eine gewaltige Veränderung vor sich gegangen ist, seitdem ich hier Lei Euch bin. Das Rätsel hat eine sehr einfache Lösung — (die Wendung gefiel ihm besonders) eine Lösung, die dich nicht allzu sehr überraschen wird — ich liebe dich!" Alles ändere würde sich finden, — wenn er nur erst einmal so weit war. Einfacher war es ja schließlich, wenn er etwa ein Gedicht schrieb, das er ihr ins Gesangbuch stechen oder ihr während der Predigt über die Schulter in den Schoß werfen konnte, tvenn er iworgen früh wieder hinter ihr im Pfarrstuhl saß. Das mußte ganz gut gehen, wenn man den richtigen Moment abpaßte: Sobald Onkel Otto bei seiner Predigt einmal unvermutet die beschwörend erhobene Hand mit plötzlichem Klatschen auf die Bibel herabfallen ließ, oder wenn — wie am letzten Sonntpg — eine der Schwalben, die itn Pfarrhlause nisteten, durch die offene Kirchtüre hereinkam und mit elegantem Flug um! Kjanzel, Altar und Empore strich, — daß man ihr unwillkürlich mit dent Auge folgte. Selbst die Heide- banern, die in ihren schwarzen Abendmahlsröcken in ihrem Kirch- stühlen saßen, die braunen Gesichter ernst und andächtig auf die Kanzel gerichtet, fest und unbeweglich, wie aus Holz geschnitzt, hatten sich nach der Schwalbe umgesehen, wie. sie mit fröhlichem zirr — zit — durch das Schiff der Kirche gestrichen war. Es war eigentlich zu ulkig gewesen. Lächelnd ließ er sich den feinen, Weichen Heidesand durch die Finger laufen. Er malte sich die Szene genau aus. Er würde das Gedicht zu dem winzigsten Umfang zusammenfalten, der sich nur Herstellen lreß und es ihr so in den Schoß werfen, daß sie es gleich (mit ber Hand bedecken konnte, ohne einen Augenblick ihre Augen von dem Vater abzuwenden, der von der Kamel herab jede BeioegUng verfolgen konnte, die man unten machte. Vielleicht würde sie dann am Schlüsse, tvenn das letzte Lied kam und Onkel Otto die Kanzel verließ, heimlich das Papier aiiseinanderfalten und lesen. Dann wüßte sie alles, und er hatte es nachher einfacher, wenn er sich Mit ihr über die Zukunst besprach. Ach, es gab ja kein Mädchen, das so schön war, wie Mine, War der Name nicht ,chon köstlich? Wie aus einem Gedicht von Lckienn-on. Bei Liliencron gab es ja häufig Mädel, die einfach Mme hießen, oder Trine, oder gar Stine. Warum auch nicht? Mußten denn die Mädel alle Wanda oder Charitas oder Hildegard heißen? He? Oder Mice, oder Annemarie, wie seine Mäd- chenbekanntschaften in der Stadt hießen? Die mit ihren hoch- trabenden Namen und gerümpften Näschen, die sollten sich mal neben Mme stellen! Da würde man schon sehen, wem der Preis zukam. Und wenn ste auch zehnmal die Tochter eines Landpastors und ferne Cousine war: Heiraten tat er sie doch einmal! Slllen! -Um ^.rotz! Was ging es überhaupt andere an, wenn sie sich liebten? Mochten die reden, was sie wollten! — m,. Am anderen Morgen war das Wetter wiirdig und kühl. Wahrend der Nacht war Regen niedergegangen, und unter dem Dimmel flogen graue, zerfetzte Wolken, wie vom Winde entführte, zerrissene Segel. / Heinz hatte es gründlich verschlafen. Er ertvachte erst, als es auf dem Tum bereits läutete. Er hatte noch eben Zeit, sich yasttg amukleiden und fertig zu machen, als „das Gebimmel", füllte, von neuem einsetzte. Und nun war es die allerhöchste Zeit, hinüberzugehen. Trotzdem er mit hungrigem Magen davonstürzte, kam er zu spat. Die Töne der Orgel töilten ihm bereits entgegen, als er über den regennassen Kirchhof schritt. Er hätte auch jetzt noch feinen Platz aufsuchen können, aber er wollte nicht unter der Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde und Mines vorwurfsvoll auf ihn gerichteten Augen als letzter sich durch die Bänke zwängen und zog es darum vor, durch den Turin ans die Empore zu klettern. Sehen konnte er da Mine allerdings lange nicht so gut. Aber von dort mußte sich das Gedicht ganz ausgezeichnet herunterwerfen-lassen. Ueberbaupt eine geniale Idee! Daß er darauf Nicht schon früher gekommen !var! Die Empore schnitt gerade, S it dem Pfarrstuhl ab, und wenn er den 'Eckplatz eroberte, mußte geradezu vorzüglich gehen! ^.' Richtig. Der Platz war leer Er drilckte sich, hinter dem Sitze des Kantors an der Orgel vorbei, der sich, die Hornbrille auf der Nasenspitze, eben so weit beim Spielen zurnckbog, daß er ihn lnse mit den Schultern streifte. i „ . er sein Gebet sprach, schielte er hinter dem Hut nach unten, wo Mine saß. Und traute seinen Augen nicht. Denn auf dem Platze hinter ihr, den er bisher an jedem eingenommen hatte, saß heute ein Unbekannter, ein städtisch gekleideter Herr, mit dunklem, gescheitelten! Haar und einem Zwicker, das Gesangbuch in der behandschuhten Rechten. 5 m altes in der Welt — wer war denn das? Ob das der Besuch war, der sich neulich angesagt hatte? ^a nun war es jedenfalls mit dem Gedichte nichts. Das war doch zu gefährlich. Der Mensch da unten mußte ja ohne Frage das Papier sehen, wenn es direkt vor seinen Augen herab- sauen sollte, selbst wenn er einen besonders günstigen Augenblick erwischte. der Predigt hörte er nicht ein Wort, twtzdem er, Aufmerksamkeit heuchelnd, zur Kanzel sah, wo Onkel Otto im schwarzen Talar, mtt leise sich bewegenden weißen Beffchen stand, und Mit seiner Stimme in die stille, kleine Kirche hineinsprach, laut und wuchtig, als habe er Schtoerhörige vor sich. Von den hohen Fenstern fiel das Licht der Sonne, das eben wieder durch die Wolken brach, auf die alten, nachgedunkelten Bilder an den -Wanden und erfüllte sie mit merkwürdigem Leben, glitt über die Brüstung der Empore und stand daiin mit ruhigem Schern, rn schräg gestellter, schimmernder Säule auf dem fliesenbedeckten Fußboden. Ern Hahn krähte vom Pfarrhof her in die sonnendurchflutete Stille. Aber die Kirchentür war heute ge-, schlossen und von den Schwalben, die draußen zwitschernd um den alten Turm vor die Fenster der Kirche schossen, konnte keine hinein und Hemz die Langeweile und den Aerger vertreiben, den er über den Eindringling da unten empfand. Bei Tisch stellte Onkel ihn dem Fremden vor: ' ^Veinz Kracht, mein Neffe — Herr Kaiididat Dr. Baum." Schweigend löffelte Heinz seine Suppe, während sich die anderen lebhaft unterhielten. Ter Herr Dr. Baum wußte so viel zu erzählen und zu fragen und zu Plauderei, daß man aus dem Lachen und Antwortgeben garnicht herauskam. Na ja, natürlich, das hatte er ja vorausgesehen. Der Herr Kandidat war der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und er war eme Null heute. > Nein, er wollte sich lieber gar keine Mühe geben und blieb wortkarg mid m sich gekehrt. - — Gleich nach der Mahlzeit stieg er auf sein Zimmer. Ter Onkel bat ihn, zu bleiben, aber „er wolle nicht stören", antwortete er mtt ironischem Lächeln, wobei er sich wie ein Held vorkam, und empfahl sich. ■ Etwas verwundert sahen ihm die anderen nach. ' Mochten sie denken, was sie wollten, ihm war es egal, völlig egal. Aufgeregt ging er eine Zeit lang im Zimmer auf und ab, von emem kindischen Trotz befallen, von einer förmlichen Wut, irgend etwas zu ersinnen, wodurch er ihnen beweisen konnte, wie egal ihm alles war, aber völlig egal! ■ Am einfachsten reiste er überhaupt jetzt gleich ab. . Vielleicht würde man doch hinterher eine Ahnung bekommen, wie ste ihn gequält hatten heute. Ja, einfach gequält, es gab knn anderes Wort dafür. Eine Stunde später stand er im Wohnzimmer, um sich zu verabschieden. „Nanu?" sagte der Onkel, der eben sein Mittagsschläfchen gemacht hatte und noch nicht recht umgänglich wieder war: rAun schon? Ich memte. Tu wolltest mit dem Abendzuge? Jetzt allein über die Heide laufen? Und ohne Geleit? Warte doch, Mine und Kandidat Baum bringen Dich liachher gern ein wenig hin. Da wird der Weg niast lang." 1 Der Kaiididat und immer wieder der Kandidat 1 -Nwr, ich habe es ande^ überlegt," sagte er.' Es sei ja auch gültig. Tie paar Stunden, die er iwch bleiben könne « er denn nicht wenigstens erst die Kaffeestunde ab'warten wolle? .Nein, er fürchte, den Abcndzug dann nicht mehr zu erreichen. Jahrst^' ^ ann ^fohlen! Und auf Wiedersehn im nächsten Ob Mine im Garten sei? „Nein, sie sei mit dein Kandidaten vorhin in die Heide gegangen, um ihm das Hühnengrab zu zeigen. Vielleicht begegnete er den beiden noch? Weiin er die Augen offen halte, könne er sie M mcht verfehlen. Als Jcr in den Garten hinauskam, reute es ihii doch, so eilig rufgebrochen zu sein. Es war eine regelrechte Dummheit gewesen, lch selbst eigensinnig um die Nachmittagsstunden zu bringen. Aber der Tag, der liichts als Enttäuschungen gebracht hatte, war doch einmal unrettbar verdorben. Mer vielleicht war es auch Mine am liebsten, wenn sie ihii nicht Mehr sah. Er redete sich in eine wahre Märtyrerstimmung hinein, kam ich wie ein Ausgestoßener vor und ncktnschte nichts sehnlicher, als unbemerkt davonzukommen. Vielleicht würde es ihr dann am ehesten aufgehen, wie er heute um sie gelitten hatte. Plötzlich sah er die beiden drüben über die Heide kommen. 484 Deutlich zeichneten sich die Silhouetten von dem grauen Hinmiel ab. ^ ^ .. , , . Es gab ihm einen ^ticfe durchs ^erj, als er ne sah. 33u> liefe? Gingen sie nicht Hand in Hand? Oder täuschte er 'ich? dlh! Standen die Tinge so? Er haftete, daß ihm der Arenr ausgiltg. tim rneiterzukommen, nickt mein von ihnen gesehen zu werden. Mer es schien unmöglich. Rach feinerBerechnung mußte er ihnen geradewegs in dreArme laufen. Ta bog er vom Wege ab. warf sich, durch ein naar Birken- büsche geschützt. gebückt ins Heidekraut, und wartete herzktowend, daß sie vorübergrden wurden. Jetzt, jetzt Hörle er ihre Stimmen. Vorsichtig wairdte er den Kops und spähte von seinem Versteck ans hinüber, deutlich könnt« er sie beobachten, wie sie langsam nebeneinander gingen, lang'am. ganz langsam. ... ^, Und nun. nAarnm blieben sie plötzlich am dem inenscheniedren Wege stehen? War es nötig, daß der Kandidat Mines beide Hände nabm? Hatte er an der einen noch nicht genug? Das per- kramp'te sich ihm tu der Brust zu,au men. a'.S er es sah Rein, er wollte nicht mehr b insehen. nicht wieder Hinsehen! Er metzle den ftptn ins Heidekraut, ballte die Hände und bitz die Zähne aufeinander, um dac- Web niederznkämpien. das in ihm erroackt nraa'. deitz und brennend war «re eine Kohle, von der man die Vcke iortgeblasen. ^ Eine Stunde später klettene er auf der kleirren Elation bleich und verstört in den Zug. der ihn mir hellem Bim — Bim — Bim — Bün über die Heide davonmhrte. der Heimat zu. Wch zum Sterben war ibm. als er in dem Beinen, verräucherten ALrerl satz. in dem durcdernnndenck«»atzende und zankende Bauern sich lau: und wichtig über die Schweinepreise und den Ausfall der Ernte unterhielten. Niemals würde er seines Lebens wieder rrob werden. Nie. Zu — Ende, zu — Ende, zu — Ende! ratterte ihm der Zug in die Ohren. - „ ^ ^ . _ .^a. zu Ende!" sagte er sich selbst. ..Ferien und Feraenträunre. Zu Ende, zu Ende!" . « - Und wutzre nickt, datz es kein Ende, daß es nur cm Amang war. begriff nickt, datz es seine Zugend mar. die in ibm wackgervor- d«i. datz er in dein ersten Schürer; und der Torbeil dieser Ferren- tage nur den Preis bezahlte, mär dem er sick den Weg in d-as Paradies erickKotz. in dem die Frückte unseres Levens reifen, abnre nickt, datz aus demselben Quell, aus dem das bittere Web »eines jungen Herrens emvorarwll. einmal auch die Freuden steigen würden, die das Leben mit g^uldiger Hack) für rbn bewahrte. Permijcbte#. * Daß man auch in Frankreich K a r t o f f e I b r o t itzt, soll, so schreibt unS e n Leser. mit Folgendem bewiesen sein: Bei unserm Rückmarsch arrS Frankreich 1871 kamen wir über Ep mal 3—4 Stunden we.ter ins Gebirge. 2 Züge unserer Kompagnie nach Lavetme de Huh, unser Zug nach St. Jean in einem höheren Gebirgssattel. Hier standen die Häuser meist vereinzelt an dein Berge. Bei jedeni derselben waren 1—2 dicke Wasterstöcke^rnir AuSlauftohren, woraus das Waffer armdick hervorstürzte. (Dort kommt ein« ungedeur« DaNertnenge aus den Bergenl. Bor einem dieser Stöcke standen 2 Wafferdntten zu übereinander gesetzt, aus der oberen eine Reibmaschine mit großem Einlaastrichter. Hrer wirrden die Kartoffeln erngeschüttet, das Rohr über den Trichter gedreht und nun gemahlen. So tief mm bas ganze aus einer Bütte in dre andere und weiter. Sobald das Reiben beendigt tvar. ließ man das Wasser ablanftn und nun batte man dar Mute Kartoffelmehl von der Welt. Dies wurde dann auf m:t Papier beleate» Hörrchen an der Sonne getrocknet und man konnte nun glauben, die feinste Patentstärke vor stch zu haben, dft Masie war jetzt u'etß wie Schnee. Dieses Mebl verrvant^en die Franzoftu zur Mi'ckung des Brotreiqes. ES aab mit schönem Rovtgenmebl ein wunderschönes und wohlschmeckendes Brot. ES war dies die einzige Gegend in Frankreich, wo ich Roggen gesehen bade und ich glaube doch, daß es mir kautn entgangen wäre, wenn er sonst wo an- gedaut gewesen wäre. .Auch dort wie fo»"t allerorten in Frankreich hat jeder Bauer seiner: Backoftn im Hause und backt nie mehr wie 3— i Laibe aber recht große. Auch das Käsen bad« ich dort in in einer Weise gesehen wre nie zuvor. Unser Bauer harre dafür eine besondere k.eine Stube eingerichtet mit Regalen und allen Sacken, dre daz»r gehören. Alles ,var blitz und blank gescheuert, nickns Gestrichenes war darin. Sobald die irisch gemolkeue Milch Nitriert rvar, kam sie in eine», sein gescheuerten Zuber und raut wurden au§ einer Flasche erliche Tropien zugeseyt (Inhalt schied mir ein Zlniatz vor: Hausenblase zu sein, ich weiß es aber nicht), worau» üch die Milch alsbald dickte, dann wurde obendrauf eine flache Seischüffet gelegt, in welcher stch die Molke ab'onder:e die von Zei: zu Zen ausgelebrt wurde. Tie Milch vom Abend war bis zum h. ebnen Morgen bid genug, um ste in die Läse lärme« und am die Regale zu setzen. Der Rest Molke lies dann in den Bretternuten ab in einen davor stehenden Zuber. Rach etlichen Tagen holte danu ern Händler mit Wagen die flefte ab. Der Rahm wiirde der Blzlch nicht entzogen, deshalb war der Käse fthr sein und wohlschmeckend. Büchertisch. — D as literarische Echo. Halbmonatsschrift für £i* tera turfreu nde Begründer von Dr. Josef Ettlinger. Herausge" geben von Tr. Ernst Heilborn . Verlag: Egon Fl eisckel u. Co., Berlin W 9 Das 2. Augnsthest ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Edgar Steiger: Zarathustra aus der Schulbank. — Martin S o m m e r f e l b: Aufklärung und Nativnalgedanke. — Ernst Lissauer: Christian Morgensterns letzter Gedichtband. — Alexander von Weilen: Teichmann und Laube II. — Will Vesper: Drei Gedickte. — Kurt Martens: Flugschriften über den Krieg V. — Kurt Münzer: Kunst im Krieg. — Echo der Zeitungen ^— Echo der Zeitschriften. — Kurze Anzeigen. — ffchtizeu. — Nachricktten. — Büchermarkt. — Prinz Oskar voti Preußen über die Winterschlacht in der Champagne. Die Wnuerscklacht in der Champagne. Bon Oskar Prinz von Preußen. (Perlag von Gerhard Stallmg, Oldenburg i.Gr.,Preis 40PO. Die deul'ckeOffensive imWesten war nnHerb't 19l4zum Stillstand gekoinmen. An eine Wiederaufnahme des Angriffs im großen war vorerst nicht zu denken, de'.zn es mnßlen Truppen von der Westfront nach dem Osten geschoben werden, um Preußen von dem rufst'chen Lind ring'mg zr: befreien. Im Westen aalt es, die eroberten Teile von Belgien und NordfLänkreich in fester Hand zu halten, dem Feinde die Wiedereroberung zu verwehren. So entstand die moderne chinesische Mauer, der Schützengraben, der von der Nordsee dis zur Schweizer Grenze reicht, und in dem Tag und ?lacht, bei Regen und Sonnenschein, bei Frost und Hitze Hun- detttaulende von deutschen Männern wachen, um die Schrecken deS Krieges von den heimifche»! Fluren fernzuhalten. Im Osten wurden nun große Schläge geführt; eine russtsche 2lrmee wurde vernichtet: das deutsche Gebiet wurde vom Feinde gesändert. In Deutschland läuteren dre Glocken, n>ebten die Fahnen, jubelten die Menschern Und in der Siegesfteude überiah mancher, daß unterdes auch nn Westen Großes geschehen war. Ioffre wollte die zahlenmäßige Überlegenheit der verbündeten Heere ausnutzen und die Deutschen aus Frankreich verrreiben. Hre und da packte er an. an vielen Stellen, ganz besonders aber in der Chanrpagne, wo rheinische Trrrppen die Wacht hielten. Bon Anfang Dezember bis Mute Mär; wurde dort fast ununterbrochen gekämpft- Ilnter großen Verlusten scheiterten die ftanzöstichen Durchbruchsverftiche. Nur kurze Nachrichten über dieses Ringen gelangten m die Oeffenrllchkeit. So mag es gekommen sein, daß das stille Heldenttnn der Chamvagnekämpftr in der Heimat nicht voll gewürdigt »vurde. Hier galt es nock eine Dankesschuld abzu° tra^n. Prinz OSkar von Preußen hal ftck dieser Aufgabe imter- zogen. — Als slommaickeur der Königsgrenadiere war der Kaiserfobn ms Feld gerückt, und zu Kanrpf rmd Sieg Hane er ftin Reaiment geführt. Daun »vurde der Prinz dem Oberkommando der 3. ?lr«ee zrrgeleilt und dort eAebre er a::S nächster Nähe die Kämpft in der Cbainvagne. die in der .Winterfcklachr' vom 16. Febrrrar bis 18 März 191ö ihren Höhepunkt errichten. Hebe:rsvoll und lebenswahr schildert der Prinz dre bewimderswerten Leistungen der rheinischen, fcklesiichen, säckftfchen und — nickt zuleyr — der Garderegimenter, die alle in dem .Herenkeffel* der Cdampagne ihr Bestes heryaben, die blutigen, unverwelllicken Lorbeer um ibre Fahnen wanden. Deutsche Di- sziplin errang hier den Sieg über den Elan weit überlegener fran- zö'i'cker Kräfte! Die kleine Sckrrft klingt in die Mahnung au3. die Manneszucht mit den altbewährten Mitteln weiter zupftegen, unsere Iuaend \u darren, ftommen Krregern zu erziehen, zum Heile und zum Wodle des deutschen Vaterlandes. Zwar rnben Tavftre ans fast allen Gan.m Norddent'cklands aut "ben Höhen nördlich Le Mesnil und Beau Sötour. Dre Hauptlast des Kanrpfts haben jedoch des Rheinlandes SöMe getragen Deshalb dar Prinz Oskar von Preußen bestimmt, daß der Reinettrag aus dem Verkauft deS Buches ^usti Be»sten von Witwen und Waiftn der in den Cham- pagne-Kämvftn gefallenen Krieger der Rheinprovinz verwandt wird. 5k«1-rUrfgade. Hinterhand spielt Treff-Sol o m it folgenden^Karten^ f + + V + + + ck + + + + + + ch + >4^ + + + ck + Das Sp.el lvird verloren, obwohl noch zwei Affe im Skat liegen. — Wie saßen die Karten der Gegner und wie wurde gesptett? Auflösung in nächster ?ftrmmer. C 3 H A L E 0 ß H Auslösung des ISCHL Leirerräksels in 3 0 voriger Nummer: D I 1 C 3 0 8 PUPPE H R Schristleitur e: Aug. Doetz - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Umrersttä'.S-Buch- und ?.v ✓