Mittwoch, den q. August ^trrrrTM« u« ;;«—Jrjlt -• v'i /a WÄMW AM-W Pf |fi| M y |9|5 - Nr. U9 pg In1erhaltnWb!a!l }nml^cncr^ciyr feeml^eiger). Lurück zur Lchslle. Noman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) XXIX Drei Tage später hatte Moritz Gassel seine Anklageschrift wieder in Händen. Sie kam aus Sulitsch. Daraus ersah er, daß sie gar nicht in Breslau gewesen war. Doktor Schrill hatte es vorgezogen, diese ärgerliche Sache unter der Hand aus der Welt zu schaffen, was ihm um so leichter gelingen mußtze, da der Schulrat sein Onkel war, der von der Tüchtigkeit seines Neffen fest überzeugt war und ihn nach Möglichkeit begünstigte. Er hatte den unter dem^Schulrat Hupfer etwas verlotterten Kreis wieder auf die Stufe der Ordnung und der straffen preußischen Zucht gehoben. Auch das Ueberwachungsfystem ließ sich von diesem Standpunkt aus verteidigen. Außerdem blieb der Fall Gassel vereinzelt. Davon aber wußte Moritz Gassel nichts, weil er die Fühlung mit seinen Kollegen vollständig verloren hatte. Um so härter trat auf ihn die Notwendigkeit, von Britzkawe, das ihm in den Jahren zur Heimat geworden war, zu scheiden, wenn auch nur aus ein Jahr. Immer näher rückte das Ende des Schuljahres, und er vermochte sich nicht aufzuraffen, um Anordnungen für seine Uebersiedlung zu treffen. Wo Kletzme lag, w!ußde er noch immer nicht. Aber ihm schwante, daß es wenig empfehlenswert sein und dicht an der Grenze liegen müsse. Vielleicht hattd er da die halbe Schulklasse voll polnisch sprechender Kinder! . Traurig ließ er den Kopf hängen und ging m den Garten, wo sich die Knospen an Sträuchern und Baumen schon zu regen begannen. Wie würde das alles nach einem Jahre aussehen! „ p . ^ Mit einem Seufzer machte er sich daran, den Bienenvölkern, die schon zu warm saßen, die Winterhüllen abzunehmen. „ c , rr Da hörte er heftiges Pochen an der Haustur. Er ging und öffnete. Draußen stand ein Mann in beit besten Jahren, dem man den Lehrer auf hundert Schritt ansah. „Guten Tag, Herr Kollege!" sagte er überaus freundlich und streckte die Hand aus. „Sie gestatten wohl. Mem Name ist Littich. Sie kennen mich doch? Auf der Kreis- Lehrerkonferenz haben wir uns gesehen." Moritz Gassel strich sich mit der flachen Hand über die Stirn, er konnte sich nicht erinnern. Und doch war dieses listige Fuchsgesicht mit den unsicheren, schnüffelnden Augen auffällig genug. „Sie wünschen?" fragte er verwundert, als sich der Fremde in die Tür drängte. .. .„ „Ich möcht mich halt ein bissel Umsehen hier!" meinte er unbefangen. „ „ ... „Umsehen?" ries Moritz Gassel, verblüfft über diese Kühnheit. Wesbalb denn?" „Na!" erwiderte der Herr Kollege und lächelte. „Ich bin doch Ihr Nachfolger!" ^ , _ „Ja so!" sprach Moritz Gassel und stieß die Tur des Klassenzimmers auf. ^ Dafür aber schien sich Herr Littich nicht sonderlich zu interessieren. Kaum, daß er einen Blick hineinwarf. „Mir ist mehr um die Wohnung zu tun." . Moritz Gassel führte ihn durch die Küche und, die drei Zimmer und zeigte ihm auch die Giebelstube. Drei Räume waren leer, denn er bewohnte nur das eine, das der ^chui- stube gegenüberlag. „Großartig!" entfuhr es dem Nachfolger. „Meine Erwartungen sind total übertroffen. Es ist ja auch eine Wohnung für einen verheirateten Lehrer. Ich versteh gar nicht, wie Sie als Unverheirateter so lange hier bleiben durften. Und die zweite Prüfung haben Sie auch noch iiicht gemacht. Moritz Gassel stieg ein würgender Ball in der Kehle empor. Er hätte diesem Menschen am liebsten eine Ohrfeige gegeben. Aber er bezwang sich, er hatte-die letzten Wochen hindurch im Selbstbesiegen schon Erkleckliches geleiftet. Doch das Gefühl, daß Kollege Littich eine besonders geeignete Kreatur für den Schrillschen Spionierdlenst war, wurde er nicht mehr los. An der Haustür blieb Moritz Gasfel stehen und wartete darauf, daß sich der Herr Kollege wieder empfehlen würde. Aber der ging nicht. . „Wollen Sie mir nicht auch den Garten zeigen? Moritz Gassel schluckte herzhaft den quälenden Ball hinunter und schritt wieder voraus. Schweigend gingen sie durch die Beerenbufche, che schon grüne Spitzen an den Zweigen zeigten, um die drei Mistbeete, unter deren Glasfenstern es schon lustig keimte, über den Grasplatz, auf dem die Hochstäminchen standen, bis zum Bienenschuppen. Hier blieb der Herr Kollege in respektvoller ^"^,Me"sm^wohl fein Imker?" fragte ihn Moritz Gassel. „Jawohl!" erwiderte der andere, beinahe beleidigt. „Aber ohne Bienenhaube imkere ich nicht!" „Na ja!" meinte Moritz Gassel nicht ohne Scharfe. „Es gibt auch solche Imker." _ , Der andere überhörte das vornehm. Er hatte m der Schrillschen Schule schon manches gelernt. großen Bogen wich er den summenden Bienenvölkern aus und nahm die Spargelplantage in Augenschein. Die langen Beete waren schon bis zu einer Höhe voii vierzig Zentimetern anf- gehäufelt. Nächstes Jahr konnten sie den ersten Ertrag ^Verstehen Sie etwas von Spargelzucht?" fragte Moritz Gassel und konnte den Hohn nicht ganz unterdrücken. „Das kann man ja lernen!" „Manch einer lernt's nie!" r . ^ „Erlauben Sie mal!" rief der Kollege aufgebracht. „Ich verbitte mir diese Bemerkungen. Ich mache Ihnen hier m aller Höflichkeit einen Besuch, und Sie behandeln mich mit derartigen Redensarten!" — 474 „Schreiben Sie sich nur diese Redensarten auf!" antwortete Moritz Gassel, in dem es kochte. „Der Herr Kreis- schulinspektor Doktor Schrill wird Ihnen dafür dankbar sein!" „Das ist infam!" schrie der andere. „Wenn Sie's nur einsehen!" sagte Moritz Gassel trocken. „Für gewöhnlich nennt man das Denunziation!" „Es ist mir ganz gleichgültig, wie Sie es nennen!" wich Kollege Littich aus. „Ich halte es für meine Pflicht, Un- gehörigkeitcn meiner Vorgesetzten Behörde anzuzeigen. Für meine Berichte stehe ich mit meinem Namen und mit meiner Ehre ein." „Kunststück!" meinte Moritz Gassel. „Ein Denunziant hat keine Ehre!" „Haben Sie die Absicht, mich zu beleidigen?" schrie der andere wütend. Moritz Gassel schwieg, verschränkte die Arme und sah dem Eindringling kalten Blickes in die Augen. „Welche Meinung Sie über mich haben, ist mir übrigens gleichgültig!" fuhr er fort. „Ich werde Ihnen aber beweisen, dag ich em anständiger Mensch bin. Sie haben mit dem Garten allerhand Auslagen gehabt. Ich bin nicht verpflichtet, Sie Ihnen zu ersetzen. Aber ich werde es tun. Für jeden Fruchtbaum biete ich Ihnen eine Mark und für die Bienen Volker —" „Ersparen Sie sich die Mühe!" meinte Moritz Gassel ruhig „Ich verzichte auf den Beweis Ihrer Anständigkeit, ^ch uberlasse Ihnen den Garten und die Bienen ohne Geld. Denn ich komme in einem Jahre wieder hierher zurück!" _ P e f der andere entrüstet.' „Hierher zurück? „Das gibt's nicht. Ich bin fest angestellt. Ich werde mich schwer hüten, wieder auf die Wanderschaft zu gehen." unsicher ^ ^ 3 u f a 9 e! " erwiderte Moritz Gassel „Haben Sie's schriftlich?" höhnte der liebe Kollege. -Mo, was denken Sie sich eigentlich? Nehmen Sie das Geld und seren Sie zufrieden. Oder Sie kriegen überhaupt nichts! „Ich sehe!" sagte Moritz Gassel grimmig lächelnd. „Daß Auen der Beweis ^hrer Anständigkeit recht schwer fällt. Anhalten Sie ^hre Groschen. Ich werde mir schon mein Recht suchen. Und nächstes Jahr komme ich wieder zurück ^n emem Jahre werden Sie ja nicht gleich alles in Grund und Boden gewirtschaftet haben. Und wenn Sie dann nicht gehen wollen, werde ich beim Herrn Kreisschulinspektor eiw- romn^'n, daß Sie nach einer Stelle versetzt werden, wo Sie fünfzig Mark mehr Grundgehalt kriegen." Damit drehte er ihm den Rücken und ließ ihn stehen. ^9. mit hochrotem Kopfe ab und suchte Sebaldus Pohl auf, bei dem er sich nach Herzenslust sittlich entrüsten konnte. Die beiden kannten sich schon von früher fe- r traft l ecte f H sich gegenseitig mit „Herr Kollege"^ belauerten sie sich gegenseitig, weil sie nun über- S Ä mußten, um bei Doktor Schrill fernerhin wohlgelitten zu sem. So wirkte die Erziehung zur Pflicht- L,.und sittlichen Reife, womit der Vue MfÄ um L L ÄL ^ äU K"°rreck, um ihn r Sie sich keine grauen Hcrare wachsen!" sprach der zuversichtlich. „Mir hat's der Regierungspräsident in d'e Hand versprochen, daß alles wieder ins al^ Gle^ wtr^ine N, aal e Lehrer nicht gehen, dann machen wir eme Eingabe, daß wir ihn nicht mögen. Und ich will schon dafür sorgen, daß alle im Dorfe unterschreiben!" Moritz Gassel gab sich damit vorderhand zufrieden wenn ihn auch die Angst nicht ganz verließt ° ' ' c r "Das Geld, was Sie da in den Boden gesteckt baden," f or r *' ^übernimmt einstweilen die Schnl- kasie. Und die Bienen stellen Sie so lange in den Park Der kann sie mit besorgen. Suchen Sie sich irgend einen Platz aus, der Ihnen am besten paßt." T . Gassel nahm das Anerbieten dankbar an und ll e % ^ übend die Bienenstöcke von zwei Dominialarbei- ber -ömspektor zur Verfügung gestellt hatte nn^tü^?^E^agen. Der Bienenschuppen wurde abgebrochen und dicht neben dem Gemüsegarten des Gutes wo der Bork 9 gehaltenen Obstbäumen und Büschs bestand hatten Keff*™ v brauchten die Bienen, dann Leg erste AvrilUmgebung gewhhnt. Bald war oer erfte April da, und Moritz Gassel mußte Abschieh nehmen. Der Inspektor hatte ihm einen Leiterwagen ge- stellt, auf den Moritz Gassel seine wenigen Habseligkeiten packte. Dann ging er zum letzten Male ins Juspektorhaus, wo er zur Henkersmahlzeit eingeladen war. Sogar zwei Flaschen Wein standen auf dem Tische. Das war bei August Knorrech der keine Verschwendung liebte, schon sehr viel. Auch Hedwig nahm daran teil. „Prosit, Herr Gassel!" sagte der Inspektor und stieß mit dem Auswanderer wider Willen an, der eine recht betrübte Miene aufgesetzt hatte. „Glückliche Reise und frohes Wiedersehen!" Moritz Gassel dankte. „Ach!" sagte er kleinlaut. „Ich weiß noch immer nicht,- wo Kletzine liegt." ,Macht nichts!" tröstete ihn Thomas Hauschild, der den N^enbuhler nicht ohne innere Genugtuung scheiden jvh- galten Sie sich nur immer auf Domslau zu. BiH Groß-Wartenberg weiß der Knecht den Weg. Von da ab muffen Sie sich weiter fragen. Sie werden schon hinkoinmen." rti rr'/r«? Hutkommen ist mir nicht bange!" meinte Moritz Gassel bedrückt. „Aber ums Herkommen!" Jetzt nahm sich Frau Knorreck seiner an und spendete chm mutttrlichen Trost. Dann stand er auf und reichte jedem iroch einmal die Hand. Als er zu Hedwig kam, die still und teilnahmslos da- gesessen hatte, stand sie aus und streckte ihm die Hand entgegen. „Ich wünsche Ihnen viel Glück!" sprach sie leise und erwiderte schwach seinen etwas hastigen Druck. „Auf Wiedersehen, Herr Gassel!" Da stieg^ihm wieder der würgende Ball in die Kehle, daß er kein Wort herausbringen konnte. Wenn er nicht an ttchf Sehalten hätte, wären ihm die Augen voll Wasser ge- „Ich laß anspannen!" rief Thomas Hauschild, nahm die Mutze und lief hinaus. Eine Viertelstunde später rollte der Leiterwagen das Dorf hinunter. Vor der Schule standen die Ander und starrten ihrem Lehrer nach, den sie gerne behalten hätten. „Adieu! Kinder!" rief Moritz Gassel vom Wagen her- un-^er. „Wenn ihr recht artig und fleißig seid, komm ich übers Jahr wieder!" 7 Da kam plötzlich Leben in den Haufen, und sie liefen dem Wagen nach, bis das Dvrf zu Ende war. (Fortsetzung folgt.) Napoleon auf Zt. Helena. Zumi hundertjährigen Gedenktage seiner Verbannung. Von Albert Fr i ck. «Kn r• 15 Aapoleon I. zugunsten seines Sohnes ^gedantt, hatte sich unfchluspg über das, was er tun sollte, nach Rochefort begeben, wo er >den Hasen von englischen Schiffen blockiert fand, und sich, am 15. Juli dem englischen Linienschiff „Belle- rophon anvertraut, wo er der Bestimmung der verbündeten Monarchen voirEngland, Oesterreich, Rußland und Preußen über ihn harrte, die ch!n als ihren Gefangeneir betrachteten , ^unter Metternichs Leitung wurde die Ueberführnng Napoleons und ferner, die Begehung Msivlt Y ec britischen Regierung anzuverttauen, jedoch sollten die drer übrigen Regierungen Kommissionäre zu dauerndem Ausent- Wt nach jener Insel senden. Am 2. Anglist 1815 war dieses Abkommen zu Paris geschlossen worden. Am 7. August 1815 erröte die Ueberfuhrung nach dem Felsen-Eiland St. He ena dessen Ehrling kurz zuvor übernommen hatte fn Afl Wlf liegende Insel mißt siebzehn Kilometer ^ange und elf Kilometer in der Breite, ungefähr also einen ^^bmnhalt von etwas über zlvei Qnadratmeilen, erscheint aber durch den bergigen Eharakter noch kleiner. ' ^ aoer J? ner 000 Meter hohen Ebene im Mittelpunkt des ^^wood genannt, lag das bescheidene Wohnhaus des ^fangbnen von St. Helena, und danebeir die Wohrrung n der L - die ihm m diese Verbanming gefolgt waren ri77^ äl ir bie ft u Henri Gratien Bertrand mit seiner Familie, der Napoleon sclwn SS nphJpfi? ^ at * e ' während der „hundert Tage" sein Vertreten gewesen, aila) bei Waterloo an seiner Seite war Ferner blieb Sfont&t*(1783Graf Charles Tristan de i J, 5 ffll 1 treu, der wahrend der „Hundert Tage" PF 1 , a !| Generaladjutant gedient hatte. Auch seine Gern a bl irr ^ste ihm auf das Felseneiland, doch hielt deren zarte Gesundbeit devi Klima nicht lange Stand, und das Ehepaar nmßte sich trennen! Wahrend bte Gräfin nach Europa zurückkehrte, blieb Montholon selbst brs zum Tode Napoleons besser Vertrauter, den dieser auch Mit der Vollstreckung seines Testaments beauftragt hatte. . Auch General Gaspard de Gouraaud (1783—1852), der einst in der Schlacht bei Brienne dem Kaiser das von Kosaken bedrohte Leben gerettet hatte und seitdem Napoleons größtes Vertrauen! geiwß, gehörte kt der kleinen Zahl der getreuen Gefährten, die Napoleon ins Exil nach St. Helena begleiteten; doch kehrte er schon xm Jahre 1818 nach Europa zurück, aus Gründen, über die völlige Klarheit nicht herrscht. Noch sind die beiden Grafen Las .Cafes zu nennen, die den Verbannten nach St. Helena begleiteten, aber sehr bald durch den englischen Gouverneur entfernt wurden. Graf Emanuel Augustin Dieudonnä de Las Cafes (1766—1842) bat aus freien Stücken, lediglich aus treuer Freundschaft für Na- poleon, diesem mit seinem ältesten, damals fünfzehnjährigen Sohne nach St. Helena folgen zu dürfen, wo beide, Vater und Sohn, dem Verbannten Sekretärdienste leisteten. Da aber der ältere Las Cafes heimliche Verbindungen mit Europa anknüpfte, wurden beide bereits nach Jahresfrist nach Europa zurückgeschickt. Auch Las Cafes, der in Frankfurt am Main Aufenthalt nahm, hat es ebenso wie der erwähnte Gourgaud versucht, die 1818 in Aachen zum Kongreß versammelten Monarchen zu Napoleons Gunsten zu stimmen, was weder dem einen noch dem andern gelang. Zweifellos war die Lage Napoleons auf St. Helena eine solche, daß sie sehr der Verbesserung bedurfte. Die Engländer benahmen sich danucks wie heute würdelos ihren Gefangenen gegenüber. Sir Hudson Lowe, der Gouverneur von St. Helena, tat alles, den Gefangenen seine verzweifelte Lage so sehr wie möglich fühlen zu lassen. Er berief sich zwar darauf, daß seine Regierung ihm größte Strenge anempfohlen hatte, und man darf das, nach dem, was wir heute hundert Jahre später erleben, als sicher annehmen. Aber keine Vorschrift einer Regierung durfte ihm befehlen, den Gefangenen mit kleinlichem, ingrimmigem Haß zu verfolgen, ihn mit pedantischen Quälereien zu schikanieren, den bereits schwer kranken Gefangenen noch zu verdächtigen. Zu den kleinlichen Verfolgungen dieses Gefangenenwärters Napoleons -gehörte es, daß keiner der Getreuen der Verbannten es wagen durfte, von einem „Kaiser Napoleon" zu sprechen. Er sarrk wieder zum General Bönaparte zurück, nur von einen: solchen noch durfte die Rede sein. Daß Sir Lowe seinen Gefangenen streng bewachte, war seine Pflicht, zumal es offenkundig war, daß Napoleon fortgesetzt auf Fluchtpläne sann. Aber abgesehen davon, daß dem Gouverneur genügende Bewachungsmittel zur Verfügung standen, jede Flucht zu verhindern, überstieg sein Mißtrauen weit dre Grenzen des Erlaubten. Nicht nur, daß Napoleon keinen Brief verschicken durfte, ohne daß Sir Lowe davon Einsicht genommen, geheime Mitteilungen durch seine Getreuen zu versenden, hätte der Gouverneur dem Gefabenen kaum hindern können, — nicht rtur, !daß er die Llerzte, die Napoleon behandelten, verdächtigte und daher den bereits Schwerkranken ohne genügende ärztliche Hilfe ließ, wußte er ^auch jene, dem Vertrage gemäß von den übrigen Staaten nach St. Helena geschickten Kommissare von dem Gefangenen fernzuhalten. Sir Hudson Lowe sagte sich, daß Oesterreich, Rußland und Preußen jeweils im! Bündnis mit Napoleon gestanden hatten, daß ^ayer die Möglichkeit nicht ausgeschlossen war, daß die Interessen ^.Großmächte sich wieder einmal so gruppieren könnten, daß fte sich zu einer anderen Auffassung von des Gefangenen Stellung bekehrten, als die britische Regierung sie vertrat. Im Sep- ternber 1817 fand vierhundert Schritt vor Longwood ein Wettrennen statt. Auf Einladung des Gouverneitrs waren auch die Kommissare zugegen. Man erfuhr, daß Napoleon auf dem Balkon seines Hauses erschienen war, um ebenfalls zuzuschauen. Lowe ließ die Kommissare in einen Graben treten, von wo sie nach Longwood blicken konnten, ohne selbst von Napoleon entdeckt zu werden. Von diesem „Schützengraben" aus haben sie Napoleon das erste uird emzige Mal gesehen — durchs Fernrohr; es war das einzige Mal daß Me von Europa bestellten Beaufsichtiger der Gefangenhaltung Napoleons sich von seiner Anwesenheit auf St. Helena überzeugen konnten. Daß die Wachsamkeit Lowes berechtigt war, ist zweifellos; Nnpoleon horte nicht auf zu hoffen, solange seine Gesundheit noch Nicht völlig erschüttert war: mit der Zeit freilich wurde er mürbe, je mehr ferne Gesundheit litt. Ta er den Entschluß gefaßt l-atte, Zentrum der- Insel, Longwood, nicht zu verlassen, entbehrte er der Korperbelvegung. schließlich beschäftigte er sich mit Garten- • ä«it innen Gefährten gemeinsam legte er' von November 1819 bn-- Mal 1820 Gemüse- und Blumenbeete in der Nähe seines Hauses an und Machte Anpflanzunaen. Im Schlafrock, einen breitkrempigen Strohhut auf dem Kopse, den Stock in der Hand, dirigierte Er den ganzen Vormittag seine Gefährten, um nachmittags bann erfrischt seine Lektüre und Diktate aufzunehMen. K . ^ufanfl des Jahres 1621 drängte sich dann seiner Umgebung die Erkenntnis auf, haß die Leiden, über die der Verbannte von ZI'Helena Nagte, ernstlicher Natur seien. Was man für Hypochondrie, für Sehnsucht nach der Welt/ nach der Herrschaft "gehalten^ ^berleideii, von dessen krebsartiger Natur man erjt nach dem Tode sich uberzeugte. schied^Napoleom ^ "" 5 U ' JX 45 SDHm,ten nachmittags ver- £rofcbcm er lange krank gewesen, überraschte doch die Nachricht von Napoleons Tod in der gesamten Welt; die Nachricht kam überall unerwartet, weil Lowe geflissentlich die Kunde von des Gefangenen schwerer Erkrankung nicht hatte bekannt werden lassen, ^ Teck auch nicht an diese Erkrankung glaubte. In seinem bis k ten unbegrenzten Mißtrauen nahm er an, r^ at ^ c Janker als er sei, um einerseits weniger be- ^E zu sein, anderseits das Mitleid der Welt zu erwecken. Erst Gefangenen, bei dem Lowe anwesend war, über- tmrdm 'foitte 071 ' n n ^ t Untergängen worden war und ?m^^a stir alle Teile ein des Napoleon- Orches Nachspiel. Und daran waren die Engländer tvie heute zeigten, daß sie dem Feinde gegenüber ^.?aktgefühl verlieren, sich in niedrigster Weise den Gefühlen bCOt ^nruber hingeben, der ihnen in die . - vermischter cm Rei ? e «season“ in fionbon. Was feit Menschen- und Menschengedenken sich nie ereignet hat, ja, was der Normal-Eng. tan der als eme völlige Unmögltchseit belächelt hätte, das ist durch den Krieg zur Wirklichkeit geworden: London hat keine „sesson". Jetzt ist ;a gerade die Zeit, wo in der englischen Hauptstadt sonst alles zusammenzuströmen pflegte, was „dazu gehören' wollte, wo die Theater, die Konzerte, die Sportfeste, die gesellschaftlichen Unter- Haltungen sich sagten — bis für den korrekten englischen Gesellschaftsmenschen der Augenblick gekommen war, zu verschwinden, um erst zum Beginne der Moorhuhnjagd wieder auszutauchen. All das ist gewesen. Die großen Hotels in „Piccadilly" stehen zu drei Vierteln leer. Die berühmten Henley-Regatten fallen aus. und an jene Kricket-Wettkämpfe, die sonst zu den Sensationen der Saison gehören, denkt kein Mensch. Nach 10 Uhr abends dars kein Wem, noch irgend ein anderes alkoholisches Getränk mehr verav- reicht werden, und die Folge ist natürlich, daß die elegante,i Abendmahlzeiten in den Gasthöfen ganz und gar von der Tagesordnung verschwunden sind. Die neue Ordnung der Dinge führt zu Szenen, die, wie selbst in einem Londoner Briefe des „Temps* anerkannt wird, zuweilen geradezu einen clownattigen Charakter tragen. Eme Viertelstunde vor 10 b. Z. erscheint im Wirtshause ein Gast, bestellt sein Essen und eine halbe Flasche Wein. Ter Kellner beeilt sich keineswegs, die letztere zu bringen, verniutlich hält er es für angemessen, damit zu warten, bis der erste Gang auf dem Tische steht. Aber der Gast wird ungeduldig, sieht abwechselnd aus die Uhr und den Kellner, und sängt schließlich an, so ungemütlich zu werden, daß der Kellner sich doch dazil herabläßt, ihm die ersehnte Flasche zu bringen. Eilig schenkt sich der Gast ein Glas voll — aber da ertönen die verhängnisvollen zehn Glockenschläge der Uhr, der Kellner entreißt dein Gaste die Flasche und seufzend »nutz dieser sich mit dem Glase begnügen, das er gerade noch vor Toresschluß erobert hat. "Die Suppe mit K a n o n e n k u g e l n. — Ein heiteres Geschlchtchen von der Furchtlosigkeit des alten Blücher finden wir in der „Bibliothek der Unterhaltuiig und des Wissens". (Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart). Blücher lag am 29. Januar 1814 mit seineni Hauptquartier im Schlosse zu Brienne. Zwischen seiner und Schwarzenbergs Armee klaffte im Augenblick eine Lücke, die Napoleon 3 u benützen Anstalten traf, um Blncber, den schlimmsten Durchqnerer seiner Pläne, endlich entscheidend ailfs Hailpt zu schlagen. Dieser erfuhr beizeiten von der gegen ihn gerichteten Absicht di,rch einen von seiner Kavallerie auf- gesangenen Befehl des Kais.rs an Marschall Mortier. Da er selbst die augenblicklichen Schwächen seiner Stellung kannte, traf er die Vorkehrungen zum Rückzilge, doch nicht — es war ja Blücher! — ohne den Angreifern mit seinen Triippen um Brienne bis zum letzten Augenblick die Stirn zu bieten. Die Schlacht war im Gange. Feindliche Granaten flogen in die Stadt und zündeten an verschiedenen Stellen. Blücher verfolgte die Entwicklung der Dinge von der Schloßterraffe aus. Der Feind ,nachte nur langsame Fortschritte, so daß unserem Blücher schließ!,ch das Beobachten zu langweilig wurde. Er ging also mit den Offizieren in den Saal und setzte sich zu Tisch. Auch ein gefangener französischer Offizier war mit an der Tafel. Während die gewöhnliche Heiterkeit unter den Tafelnden herrschte und man eben bei der Suppe war, schlugen einige Kanonenkugeln in den Saal. Der Feldmarschall machte seinem französischen Gaste höfliche Entschuldigungen und beauftragte einen Offizier von der Stabswache, ihn an einen geschützteren Ort zu briugcu. Der Gefangene jedoch lehnte das Anerbieten dankend ab mit dein Bemerken, er befinde sich in zu angenehmer Gesellschaft, um dieselbe zu verlassen. Nicht so gelassen blieb ein anderer Gast. Als Kanonenkugeln durchs Dach schlugen und auf dem Boden über den Köpfen der Tischgesellschaft großes Gepolter verursachten, rutschte er auf seinein Stuhle hin und her, wie um aus- weichen, wenn die Decke herunterkäme, auf die er beständig den bedenklichen Blick gerichtet hielt. „Gehört das Schloß Ihnen fragte Blücher. „Exzellenz, nein/ „Na, denn man nicht ängstlich. Die Ansbessert»,gskosten haben Sie ja nicht zu bezahlen, uub die Kanonenkugeln fallen uns ja noch nicht in d,e Suppe/ Sprach's und ließ sich auch beiin Fortgang des Mahles, bei dein die Franzosen mit der aufdringlichen Beilage nicht nachließen. nickt weiter stören ' 1 ♦ Eine Feldpo st karte d e S Generalfeld - m a r s ch a l l s von M a ck e n s e n, die der Sieger von Gorlice- Taruow aus Anlob eines Huldigung-grußes an einen Brunner VolkSfchullehrer sandte, wird im nächsten Heit der bei der Deutschen Veriaas-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Heber Land und Meer" i n Facsimile veröffentlicht. Ter schone Mahnruf des siegreichen deutschen Heerführers an die Jugend lautet: A. H. Gr. II d. 13 5. 1915. Ihnen und Ihren Schülern danke ich herzlich für die mir in jugendlicher Begeisterung ge- sandten willkommenen Glückwünsche. Machen Sie den Jungen- klar, daß es die Ausgabe der deutschen Jugend von heule sein wird, die sittlichen u. religiösen Kräfte im Volke lebendig zu erhalten, welche ihr die Noth, aber auch die Größe ihres gegenwärtigen Erlebens als das Geheimnitz der Unbesiegbarkeit eines Volkes offenbaren. Gott befohlen! Ergebenst Mackensen. * Wer d e u t s ch v e r st e h t. .Kleiner Polack, werde ich fjte r durchkommen durch den Fluß?' rief der Reiter einem am Mer spielenden braungebrannten Knaben zu. — „Verstehst du deutsch, Herr?" gab der Junge zurück. — „Dummer Kerl, das Horst du doch! Aber nun schnell: Komnre ich durch?" — ,.Du wirst es, Herr!' sprach der Knabe. und schalste zu, ivie der Reiter ui den Fluß hineinritt Das Flutzbelt war jedoch voller Schlanlill und schon am Ufer blieb das Pferd stecken. Nur mit Muhe und Not konnte der Alaun wieder ans das Trockene gelangen. Mit einigen herzhaften Flüchen bedankte er sich bei de,n Jungen. Ter aber sprach ernsthaft: .Herr, verstehst du nicht deutsch? Mein Vater sagt immer: Wer deutsch versteht, kommt überall durch. * Volkszählung bei den Seelölven. Da die See- löwen, die an den Küsten des Beringsmeeres und auf den Leuten Hausen, Eigentum der amerikanischen Regierung sind tmd diese ein Jllteresse an der Feststelllmg hat. ob die Kopfzahl dieser Seeloiven zu. oder abnimmt, so sendet sie alle Jahre einige Vertreter nach Alaska, um eine Volkszählung der Seelöwen vorzunehmen. L-aö Unteruehnien ist nicht ganz leicht, denn die Tiere Hallen sich am liebsten in wild zerklüfteten Felspartien auf und es erfordert eure beträchtliche Gewandtheit, um bald über Klippen und Felsblocke am Meeresrande, bald über klaffende Felsengrale über dein Meere hinwegzuklettern. Ueberdies sind die Tiere sehr scheu, es kommt daher daraus an, sie an Gewandtheit zu übertreffen und ihnen durch eine strategische Wendung den Rückzug nach dem Meere abzuschneiden. Wie viele Familien auf dein voii beu Agenten gerade bereisten Gebiet Haufen, läßt sich aus der Zahl der männlichen Alten feststellen, die geivöhnlich in den Klippen liegen und beim Nahen eilies Menschen hochschnellen, um sich möglichst rasch in die Fluteii zu werfen; schwieriger ist es, die Zahl der Mütter, und das Schwierigste, die der Neugeborenen des Jahres sestzustellen. Immerhin haben sich Onkel Sams Seudlinge zu Helsen gewußt. Da eine Seelöwin jährlich nur einem Jungen das Leben gibt, so braucht mir die Zahl der festgestellten jungen Seeloiven verdoppelt zu werden, um Mütter und Nachwuchs herauszurechnen. Wie werden nun aber die Sprößlinge des Jahres ermittelt? Einfach genug. Anfang August, lvenn die Seelöwenjungen eben geboren und von ihren Müttern bereits verlaffeir worden sind, aber doch noch keinen längeren Aufenthalt in der See riskieren, treiben zwei Agenten, der eine von der Küste, der andere vom Lande aus die vorhandenen Tiere einander zu und scheuchen sie darauf vor sich her. Es entsteht dann ein Wettlauf längs der Küste, die Schwächsten und damit Jüngsten bleiben am weitesten zurück, die ältesten bilden die Spitze, die sich dazivischen fortschnellenden stellen die zivischen beiden geborenen Generationen dar. In dieser Weise ist es z. B. gelungen, aus einem Hügel der St. Paulsinsel im Beriizgsmeer innerhalb von 4 Stunden annähernd 11 000 Seelöwenjunge heraus- zusinden. Jin ganzen ergab die im Vorjahre vorgenommene erste Zählung der Jungen 92 269 Exemplare, während als Gejamt- summe des Bestandes an Seeloiven überhaupt 263 305 ermittelt wurde. Bei dem Schutze, den die amerikanische Regierung den Seelöwen angedeihen läßt, dürste sich ihre Zahl schnell vervielfältigen. * Der erschlagene Pessimist. Daß die Volksftimmunll in Italien durchaus nicht so kriegsfreudig und optimistisch ist, iui^ die Regierung es gerne inöchte, beweist eine Geschichte, die in de* „Libertö" aus Rom berichtet wird: Auf einem Gang durch di? Straßen Roms gewahrte nufer Berichterstatter auf einem Platze einen gewaltigen Meuschenauflanf. »Was gibt cs hier?' erkundigte er sich bei einem neben ihm Stehenden. „Ach, gar nichts Besonderes," erwiderte der Gefragte, „man erschlägt wieder einmal einen Pessimisten.' _ vüchettlsch. — Die gewaltige deutsche Offensive im Osten hält gegenwärtig alle Welt in Atem, da man ahnt, daß von ihrem Ausfall die Entscheidung des ganzen Feldzugs abhängen wird oder zum mindesten stark beeinflußt ivird. Diesem allgemeinen Empfinden trägt auch die L e i p z i g e r „I l l u st r i e r t e Zeitung" (Verlag I. I. Weber) in ihrer neuesten Kriegsnummer 52 gebührend Rechnung. Felix Schwormstädt hält in einer doppelseitig wieder- gegebenen Zeichnung das von ihm selbst beobachtete Leben und Treiben auf dem Bahnhof einer deutschen Etappenstation in Russisch-Polen mit bekannter Meisterschaft fest. Richard Aßmann etzt die packende Schilderung seiner Eindrücke fort, die er als kunst- lerischer Teilnehmer an den großen Durchbruchsschlachten m Galizien gewonnen hat. Interessantes photographisches Material vervollständigt die bildliche Verlebendigung der Kämpfe auf dem östlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz. Ebenso erfährt das blutige Ringen am Jsouzo und in Südtirol an der Hand vorzüglicher Ailfnahmeu eine anschauliche Darstellung. Besonderer Beachtung ivird die Serie von Zeichnungen Fritz Grotemeyers begegnen, die unsere Marine in Westflandern behandeln und Zeugnis davon oblegen, wie tapfer unsere blauen Jungen- die Wacht in den Dünen halten. Die neueste Heldentat der öslerreich.sch-ungarl- scheu Marine, die Vernichtung des italienischen Panzerkreuzers „Giuseppe Garibaldi" durch ein Unterseeboot, verherrlicht Willy Stöwer in einer ivirkungsvollen Zeichnung Aus dem übrigen Inhalt des Heiles beben wir noch den sesselnden, reich illustrierten Bericht über die Tätigkeit der deutsch-osmanilchen Sanitätsmission hervor, sowie die ungemein lebendig geschriebene Kampsjchilderuug „Zwischen den Angeln der flandrischen Front" von Leutnant und Kompaguieführer Haus Schoeufeld. Auch die Aussätze „Krieg und Schule" von Prosessor Walter Stahlberg, „Das Tovpelantlitz des russischen Wesens" von Dr. Valeria,i Tornins, „Maschinengewehre von Georg Schmitz und die ergreifende Revolutionsskizze aus Estland „In schwerer Zeit" von E. Albrecht-Toussilt verdienen weit- gebendes Interesse. r . „ — „Hin den bürg, der Russen sch reck', Lustige Verse von G. Mühlen-Schulte, mit zahlreichen Bildern von Willy Helwig. (Concordia Deutsche Verlags-Anstalt G. m. b. H. in Berlin SW. 11). Preis: Alk. I, —. Dies kleine Werk des bekannten reimfrohen Mitarbeiters der „Lustigen Blätter" ist wie ein einziges frohes Lachen, ein Lachen, auf den Grundton der Liebe und Bewundermig gestimmt, die unser Volk seinem großen Feldherrn entgegenbringt. Durch die goldene Brille ivürzigen Humors sieht man hier unseren genialen Russe,lbesieger in einem Licht, das lins sein Bild noch vertrauter macht, ihn uns menschlich näher bringt. Mau liest schmunzelnd von der stillen Beschaulichkeit des Lebens, das er am Tage vor dem Kriege führte; lernt seinen witzigen Burschen Krabuschke kennen, der daun ivie ein Kobold durch alle Seiten des Buches purzelt; man geht nach Tauneuberg; erlebt das Schicksal der Njemeuarmee; man windet sich vor Lachen über „Das, was danach kam!', nämlich den Wolkenbruch von absonderlichen Briefen und Paketen, die der berühmte Mann aus dem ganzen deutschen Vaterland und aus dem verbündeten Oesterreich-Ungarn erhielt. Dann rauscht die Flut militärischer Großtaten vorbei „von Suivalki über die Karpathen nach Memel". Und noch einmal lacht man herzlich, wenn man am Schluffe das in urkomischen Kauderwelsch geformte Leideus- bekenntnis zweier aus Vorposten stehender Kosaken hört.-Vortrefflicher Bildschmuck aus des Zeichners Willy Helwig kuustgeübter Hand, sowie eine gediegene Ausstattung helfen das Buch, dessen Preis nur Mk. 1, — beträgt, zu einem höchst gelungenen Ganzen abzurunden. _ Zchach Ausgabe. Von I. Elsoii. Schwarz. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Scherzrälsels. in voriger Nummert Hering Ei — E); Ehering. Scbristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäls-Buch- und Steilidruckerei, R. Lgnge, Gießen