Turück zur Lcholle. b^oman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (fcortic billig.) , Sulitsch lief das Gerücht einen Tag länger. De alte Abraham erfuhr es am Nachmittage vorher, als er n Alttorge sein P^erden tränkte. Sofort drehte er um un^ kam noch vor Sonnenuntergang nach Britzkawe . . _ .^/r über den Hof schrägte, lief er August Knorreck n die Hände stehtmit dem Baron?" rief er atemlos. „Besser!" sprach der Inspektor und vertrat ihm der Weg zum Herrenhaus. „Wird er sterben'?" August Knorreck schüttelte den Kopf. „Nu, da ist^alles gut!" meinte der alte Abraham be friedigt. „Und Sie find auch wieder da! Wie ist's mit dem künstlichen Dünger" „Zwei Waggons wie voriges Jahr!" „Schön, werd's besorgen!" Gleich darauf klapperte er wieder zum Dorf hinaus ^iesiual aber hatte er es eilig. Auf der Chaussee lies; er sein Pferdchen sogar galoppieren. Als er in Sulitsch über den Marttplatz lenkte, hielt ihn ein Polizist au, weil die Waaeu- laterne nicht brannte. .. „Nu, was wollen Sie!" lachte der alte Abraham. .Es ist do noch hell, und ich bin doch schon zu Hause Fünf Minuten später stürzte er zu Bartenstein und Levlsohu ins Kontor. , u "Wissen Sie schon!" rief er atemlos. „Der Britzkawer Baron! ^ie haben aus ihn geschossen. Er hat eine Kugel in der Brust." Der dicke Bartenstein sank in den Stuhl und gab einen glucksenden Ton von sich Ter schlanke Levisohn mußte sich am Schreibtisch festhalten, so 'zitterten ihm die Knie. "Ist er tot?" stotterte er, kreidebleich vor Schreck. „Noch mcht!" jammerte der alte Abraham. „Aber wenn er stirbt, dann können Sie sich das (Held in den Rauchfang schreiben. Ich biete fünfzig Perzent!" ... "• v u danken!" sagte der dicke Bartenstein und rappelte sich wieder aus „Wenn Sie uns fünfzig Perzent bieten, wiid 3 wohl nicht so schlimm sein." . J 1 ?' "ächgen Morgen fuhren sie nach Britzkawe, um sich durch den Augenschein zu überzeugen, was an dem Gerücht ,ohikv war. August Knorreck fing sie vor dem Herrenhause ab und ließ sie iiicht zimi Baron. Das war ein böses Zeichen' ^>ie sebten sich ms Kretscham und lauerten auf den Doktor. Und sie fingen ihn ab, als er gerade in die Kutsche steigen wollte, um nach Hanse zu fahren, und ließen sich von ihm beruhigen. Winkelbergs Wunde begann sich zu schließen. Doktor Bielschowskv ivar mit dem Heilnnasvorgang zufrieden. Nur die Schnelligkeit,ließ zu wünschen übrig. Komplikationen blieben aus, jedoch das Her; wollte sich nicht zu seinem alten Zustand zurückfinden. Der Baron war ein sehr geduldiger Kranker. Für die nötige Ruhe sorgte August Knorreck, der auf dem Gute die alte straffe Zucht wieder ein- gesührt hatte, die Pflege leitete Frau Knorreck mit Umsicht und Sicherheit, und für die Unterhaltung sorgte Eäeilie und Moritz Gaffel, die abwechselnd vorlasen. Eäeilie zog die Märchenbücher vor, Moritz Gasse! war lveniger wählerisch, nahm Bücher aus allen Wissensgebieten, nur die Pädagogik ließ er aus. Unterdessen begann die Rübenernte. Schwerbepackte Wagen schwankten und knarrten über die Fetter, ratterten durch das Dorf, die Straße nach Zdurotfchin zu. Doch der gerade Weg war für diese Fuhren nicht brauchbar, weil die Brücken zu schwach waren, ^ie mußten den Umweg über Podraschke machen, der zum größten Teil chauffiert war. Nur das Lehm stuck im Walde war noch nicht geregelt. Und hier blieb auch nach einem tüchtigen Regentage ein Wagen stecken. Er mußte entladen werden, um aus dem Loche herauszukommen. ^etzt riß dem Inspektor die Geduld, und er beantragte bei Franz Wiegelt die Einberufung einer Gemeindeoersamm- lnng. Und in dieser Persammlung hielt August Knorreck eine Rede, die ebenso kurz wie kräftig war. Er wusch den eigensinnigen Bauern so derb die Köpfe, daß sie nicht zu mucksen wagten. Aber von der Meinung, daß der Baron die Fuhren stellen müßte, ließen sie vorerst nicht. Da mußte gröberes Geschütz heran. mx. "Wie ihr wollt!" rief August Knorreck und griff zur Mutze. „Wenn ihr morgen früh nicht anfangt zu fahren, dann bauen wir durch den Wald einen Privatweg. Und dann könnt ihr euch eure Lchmstraße allem flicken!" . Damit ging er hinaus. Die Bauern steckten die Köpfe zusammen, hörten mit einem Ohr auf Moritz Gassel. der zum Frieden riet, und überstimmten endlich die Opposition, die diesmal ohne Führer war, weil Christian Renschel noch immer das Bett hüten mußte. Am nächsten Morgen fuhr Franz Wiegelt die ersten fünf Fuder Steine heran. Zehn Fuder ließ August Knorreck am Mittag daneben werfen. Die andern Bauern ließen auch nicht länger auf sich warten. Und endlich kamen bie Stein- klopfer. „Herr Baron!" meldete August Knorreck eines Morgens. „Jetzt fahren sie Steine." Fritz von Winkelberg hob die bleiche, abgezehrte Hand von der Bettdecke und dankte mit entern schwachen Druck. Beide dachten an Hedwig, ein jeder auf seine Weise, aber keiner sprach ein Wort. Frau Knorreck dagegen war nicht so hart. Mit jedem Tage trieb ihre Hoffnung schönere Blüten. Sie ermahnte Hedwig, iioch fleißiger zu schreiben, uild brachte dem Baron leben dieser Briefe, auch die alten, die sie nach Zdurotschin geschrieben^ hatte, ^lnd der Baron bewahrte diese Blätter wie einen köstlichen Schatz unb gab sie nicht wieder her. August *OU Knorreck wußte nichts von dem heimlichen Bündnis, das hinter seinem Rücken geschmiedet wurde, um seinen tyrannischen Eigensinn zu brechen. Als der Baron zum erstenmal aussitzen durfte, war sogar der Schlachtplan schon geschmiedet. Fritz von Winkelberg wollte, sobald er völlig genesen war, die Reise nach Halle machen und Hedwig ohne Wissen des Bakers heimholen. Dann kamen Frau Knorreck doch Gewissensbisse und sie teilte es.Hugo mit, um auch in Halle einen Bundesgenossen zu haben. Dtzr enrpsing den Brief eines Morgens, als er gerade ins Kolleg gehen wollte. Ohne ein Wort reichte er ihn Hedwig. Tie las und ließ die Hände ratlos in den Schoß sinken. „Was' soll ich tun?" fragte sie endlich und atmete schwer. „Eigentlich könntest du jetzt nach .Hause reisen," meinte er zögernd. „Vater ist rehabilitiert. Ob es ihm aber recht sein wird?" „Soll ich?" rief sie mutig und sprang auf. „Ich rate dir nicht zu!" sprach er, nachdem er alle Möglichkelten erwogen hatte. „Jedenfalls brauchst du die Sache nicht übers Knie zu brechen. Wenn mich nicht alles täuscht, ist Vater jetzt nachgiebiger als vorher. Es scheint sich da etwas vorzubereiten. Tein Tazwischenkommen könnte die Lage leicht verschlimmern. Solange der Baron nicht reisen kann, bleibst du am besten hier. Macht er Ernst, so mußt du heim, ehe er kommt. Dann man Vater entscheiden." „Ich werde warten!" erlviderte sie, faltete das Schreiben zusammen und geleitete ihn bis zur Tür. XXVI. Als der Herbststurm die letzten welken Lindenblätter von den Zw-eigen riß und ins Torf hinunter warf, hatte sich Fritz von Winkelbergs Wunde geschlossen. Unter Tok- tor Blelschowskys Leitung durste er zum erstenmal in den Lehnstuhl übersiedeln. Doch das bekam ihm schlecht. Am nächsten Tage fand ihn der Arzt wieder im Bett. Er behorchte lhn genau und geduldete sich noch ein paar Tage. „Stehen Sie auf!" befahl er dann, beinahe ärgerlich. „Sie können doch nicht Ihr ganzes Leben im Bett zw- bringen!" ,,Ich kann nicht!" lächelte Fritz von Winkelberg. „Sobald ich sitze, habe ich Schwindelanfälle." 5 aibt sich!" meinte der Toktor gleichgültig. „Es fehlt Ihnen nur an der nötigen Energie!" „Verschreiben Sie mir welche!" „Versuchen Sie's nur Hetzt, wo ich Sic so schön zu- sammengeslickt habe, müssen Sie mich nicht im Stiche lassen!" ,., mu * faH’ö nicht liegen!" lächelte der Baron schmerzlich und kam mit dem Oberkörper niühsam hoch. „Ich möchte schon morgen eme kleine Reise machen." „Damit warten Sie nur bis zum nächsten Frühjahr!" jachte der A^zt und unterstützte ihr:, wobei er ihm unten die Arme faßte. „Haut und .Knochen, die schöne Speckschicht 1 fr weg. Dafür können Sie sich beim Windmuller bedanken!" „Dieser Kerl!" stöhnte Fritz von Winkelberg. „Hat mich schon Wgerichtet. Ist aber ein Schütze, der sich sehen lassen kann. Wie geht's ihm übrigens?" „Kann Weihnachten wieder tanzen gehn." „Ganz kuriert?" .. hoff ich?" lachte der Toktor. „Ein zweites Mal legt der sich nicht mehr unter mein Messer." m $*-" sprach der Baron und streckte den rechten Fuß aus dem Bett heraus. „Halt!" kommandierte Doktor Bielschowsky erschreckt und griff nach dem Fuße. „Ssu wann ist der geschwollen?" Wmkelberg war in die Kissen zurückgesunken und schüttelte lerse den Kopf. Auf alle Fragen, mtt denen« ihn jetzt der Arzt überschüttete, hatte er nur'diese Antwort gehabt?' StC ln b€n € * ten ^gen irgend eine Aufregung „Nicht die Spur. Eher das Gegenteil davon." , , Tann zog Toktor Bielschowsky das Hörrohr und unter- mtoteber das kranke Herz. Bald vom Rücken, bald von ,?u 2 belauschte er das Arbeiten der Herzklappen. ei hielt er die Augen geschlossen und sprach kein Wort. Eme halbe stunde dauerte das. Tann richtete er sich auf. In seinem Gesicht zuckte kein Muskel. "ff rr,J rQ <& b r r ®, ar ° ö uach einer Weile. Wmkelbergsche Herz!" erwiderte der Arzt und setzw sich auf den Bettrand. „Es ist von der Operation nicht stärker geworden. Wenn ich Ihnen diesen verdammten Muskel herausschneiden könnte!" ,^ch danke Ihnen für die freundliche Absicht!" „Scherz beiseite! Sie haben ein miserables Herz. Wir müssen es etwas auf die Beine bringen. Ich werde Ihnen hu-? Medizin schicken. Alle zwei Stunden drei Tropfen. An Aufstehn ift noch nicht zu denken." Tann kam auch Frau Knorreck mit den Kindern herein. Cäcilde setzte sich sittsam ans Bett und streichelte dem Vater die schmale Hand. Ter kleine Günther hielt nicht lange Ruhe. „Ter ^unge muß raus!" befahl Toktor Bielschowsky. „Er darf nicht eher wieder herein, bis ich's erlaube." Frau Knorreck entfernte ihn schleunigst, Toktor Biel- schowsky verabschiedete sich, und Fritz von Winkelberg blieb Mit Cacilie allein. Sie schlug das alte Märchenbuch auf, das fre immer mit sich herumschleppte, und begann zu lesen. „Es war einnial ein König und eine Königin." Fritz von Winkelberg schloß die Augen und horchte auf den matten, unregelmäßigen Schlag seines Herzens. Unterdessen hatte Toktor Bielschowsky den Inspektor gesucht. Er trieb ihn endlich in der Futterkammer auf. „Herr Knorreck," sagte er und gab sich Mühe, seine Nervosität zu unterdrücken, „die Krankheit des Barons hat sich verschlimmert. Lie werden dafür sorgen, daß ihm jede Aufregung fern gehalten wird. Bor allen Dingen kein Aerger! Bleiben rüe ihm mit alten Wirtschaftssorgen vom Halse. Er muß in einem Zustand absoluter Ruhe bleiben Angenehme Sachen dürfen Sie ihm natürlich Mitteilen. Es scheint mir, als leide er unter einer Depression des Ge- Er bestreitet es zwar, aber ich bin überzeugt davon. Wissen Lie vielleicht etwas darüber?" August Knorreck hob hilflos die Schultern. „Versuchen Sie, es zu ergründen," fuhr der Toktor fort. „Lie sind fern Vertrauter. Aber gehen Sie mit der- notigen Vorsicht zu Werke! Wir müssen dann versuchen, die Ursachen fortzuschafsen." „Ist es denn so schlimm?" preßte sich der Inspektor aus der Kehle. „Noch schlimmer!" erwiderte der Toktor. „Mit diesem Herzen wird er nicht alt. Ich müßte mich sonst täuschen. Oder es mußte ein Wunder geschehen!" „Ein Wunder!" wiederholte August Knorreck tonlos und begleitete den Arzt zur Kutsche. . "™ 6en wohl!" sagte der Arzt, den Fuß schon auf dein Wagenschlag. „Und schicken Sie bald jemand, der die Medrzrn hott." August Knorreck nickte und reichte ihm die Hand Ter Doktor beschaute sich die vernarbte Handfläche und machte ein strenges Gesicht. ihn an™ ^° ben b€n ^band zu zeitig entfernt!" fuhir er „Ich muß doch zugreifen!" meinte der Inspektor kleinlaut. „Wozu haben Sie Ihre Leute! Ich werd Ihnen sonst in acht Tagen die vand abschneiden müssen" Die Kutsche rollte durch das Gutstor, und Auausk Knorreck ging in tiefe Gedanken versunken über den Hof' An der Ecke des Maschinenschuppens traf er mit Thomas Hauschild zusammen. J „Es muß einer in die Apotheke!" „Ich reite!" rief der Gehilfe und sprengte eine halbe Stunde spater der Toktorkutsche nach. (Fortsetzung folgt.) volkstümliche Lrntepoefie. Bon Franz-Pflüger. Erntezeit? Eine schlvere Zeit für den Landmann und doch eine heilige, frohe und festliche Zeit. Vielfach wurde früher und teil- werse auch wohl heute noch die Ernte eingeläutet, und ehe man mit einem „Walt Gott, daß es wohl ausgebe!" hinauszog, versammelte man sich m der Kirche, nachdem Sensen, Sicheln und Rechen vor ihr niedergelegt loaren, zu einem Bittgottesdienst. Allgemein, hatte man gute, womöglich neue Kleider und reine Wäsche angetan, M hier und da war sogar eine besondere Erntetracht üblich. Um JShSSSLt?:. W* . ihren Lut mit bmrtcn die noch heute - . weiße Seinen* w>'ch immn Un toei61 etnenin'Stein ftttixxri} $ctücf Brot darunter, betet zu Gott oder der hl. Dreieinigkeit und umtanzt d:e Figur. Auch in Tirol kennt man den Oswald. Er war dort ein König, der vertrieben wurde und nach dem Etschlande flüchtete. Er hatte stets einen Rabeii bei sich und galt für einen gewaltigen Wettermacher. Beides Züge, die an Wodan-Odin ermnern. ^ Pommern wird nach Schluß der Ernte „der Alte"" mit Hose, Weste, Rock und Hut bekleidet, die Mädchen halten ein Wettrennen nach ihm ab — die Siegerin ist beim Erntefeste die erste Tänzerin — und schließlich wird die Garbe der Gutsherrschaft überbracht. Auch dabei wird ein Spruch aufgesagt, etwa der folgende: „Die Garben haben wir gebunden. Ten Alten haben wir gefunden. Nun kommen wir angeschritten, Ten Alten in der Mitten. Wir stellen ihn an der Tenne Wand. Schön geschmückt mit cineni Band; Ta soll er dreschen und knüppeln, Daß ihm der Kopf wird schütteln. Wir haben jetzt gebracht dem Herrn den Alten herein, Ter Herr soll sich darüber freun; Auch wir Mäher wollen lustig sein. Der Herr gibt uns auch eine Kanne Branntewein."" Häufiger als den Brauch, einer: „Alten"' zu binden, finde» wir aber den aus Aehren, Blumen und bunten Bändern gewun- denen Erntekranz. In fröhlichem Zuge geht es am ErntesAe auf den Gutshof, hier tritt der Hofmeister, der Vormäher oder auch eine Schnrtterm vor und spricht: Dafür gibt's eine gebratne Gans Und ist es keine gebratne Gans, So ist's ein fetter Hammelschwanz; U:ü> ist's kein fetter Hammel schwänz. So ist's ein Kelchen Bier und Wein, Dazu tvollen wir recht lustig sein. Hier bringen nur dem Herrn das Roggenbund, Der liebe Gott halte unfern Herrn gesund; Hier bringen tvir dem Herrn das Weizenbund, Der liebe Gott halte unsre Madame gAund: Hier bringen wir dem Herrn das Gerstenbund, Der liebe Gott halte unsre Fräuleins gesund; Hier bringen wir dem Herrn das Haferbund, Der liebe Gott halte unsre jungen Herrn gesund; Hier bringen wir dem Herrn das Erbsenbund, Der liebe Gott halte das ganze Gesinde gesund. So viel Wispen, so viel Rispen, so viel Aes^en Wünschen wir unserm Herrn in seine Kisten, Kasten und Ladett, Und habe ich meine Rede recht gesprochen, So geben sie mir das Fleisch, meinen Kameraden die Knochen."* So lautet die Erntekranzpredigt im Anhaltischen; verbreiteter iy der folgende Spruch: „Guten Tag Herrschaften insgemein, Ich bitt, nun ein Weilchen :nal stille zu sein Und meinen Wotten hören zu, Die ich weiter reden tu. Wir haben gemacht den Erntekranz Der ist nicht halb, sondern der ist ganz. Er ist nicht von Distel und Dorn, Sondern von reinem geivachsenen Kdrn. So manches Ahr (Aehre^. . So manches Jahr, So manche Rispe, So manche tausend Taler in des Herrn Geldkiste! Ich null nun wünschen, dah die Pferde gut gch'n Und d.ie Schtvein' gut gednhn Und die Kinder reich frci'n. Eins Hab ich noch vergessen, Was wir heut abend essen. Gebratene Fische und Forellen, Dazu kommen Jungfern und JnnggeseUen. Und dazu 'ne Pfeife Tabak, 452 Staut haben die Mannsleute auch etwas. Und von dec Herrschaft bitten wir Bier und Wein Und dabei woll'n wir recht luftig sein. ' Spielt auf, Musikanten?" Ter Erntekranz wird über den Haustür. am Grevel ovet auch im Hsusftur angebracht, wo er bis >ur nächsten Ernte hängen bleibt, und tum folgt dre Feier des Erntefestes, bei welcher Essen und Trinken und Tanzen die wichtigste Rolle spielen. Vermischte-. * DaS städtische Probebacken am Sankt Jakobs- tag. Nach den Vorkehrungen, die jetzt im Deutschen Reiche von neuem getroffen ivurden, um den Brotbedarf der Bevölkerung auch kür die kommende Zeit 311 sichern, ist eS von Interesse, zu erfahren, wie daS alte Augsburg da'ür sorgte, daß die Bevölkerung bei der Brotversorguug nicht überteuert iverde. Der Rat der Stadt veranstaltete dort jährlich ein Probebacken, bei dein festgesetzt wurde, zu welchen Preisen das ganze kommende Iabr über Brot» waren verkauft werden dürsten. Diese- Probebacken ,nit der daran anschließenden Preis eslsetzung war im alten 2lngsburg zu einer gesetzlichen Emrtcvtnng geworden, und int Stadtrecht vom Jahre 1276 war sogar der Tag de- Probebackens genau vorgeschrieben. E» mußte stets am Sankt IakobStag. d. h. am 2s. Juli. vor- genominen werden. Im Augsburger Stadtrecht au« dein ge» nannten Jahre hieß es darüber: .Wenn Sankt IakobStag kommt und man ne»,es Getreide baben kann, so soll man mit demselben Probebrot backen und sollen dabei sein zwe» Bürger und zwei Bucker, llnd soll man kaufen eine,» halben Scheffel Donaner (Weizen aus der Tonaugegend) und einen halben Scheffel Straß» kern (anderen Weizen); ei>»en halben Scheffel Roggen vo>,r besten und einen halben von geringere,n Wert, llnd »vas d»e vier schätzen, die dabei sind und es bearbeiten, das soll der Stadtrichter gelten l Men Und in welchem Preise das Korn ist gti den Zeiten, so man e- verbäckt, danach sollen die Bäcker backen und soll man danach b»s »vieder 311 Sankt IakobStag mit den, Brot ans- und abschlagen nach rechter Rechnung." Bäcker, d»e höhere Preise sorderle»», ivurden mit Geld« »,nd LerbeSstrase,» belegt, ja, sie konnten sogar aus der Stadt verwiesen werden. Das Toiletten-Bndget der Parisers»» i>», Kriege. Unter dem Titel ..Wie lebe ich ohne Vermögen?" ver» offentllcht eine Da,»,e der Pariser Gesetlschait ein Buch. daS allen Frauen als Wegweiser dienen soll, deren ltzeldverhältniffe unter d*»n Kriege gelitten haben. Tie Bersaffer»,», die sich geheiinniSvotl .Nada" nennt, erörtert alle Einzelheiten des Haushaltes — Tienst- boteufrage, tägliche Einkäufe. Küche. Wäsche. Beleuchtung. Heizung ui'. — und äußert sich dann über die den Dainen aller Länder so sehr am Herzen liegende Tolletteusrage: .Im Frühjahr laffe ich »n»r bei eine,,» erfiflaittgei» Schneider ein Kostlun für 300 Frcs wachen. Dieses Kostüm, je nach Bedarf mit Röcken a»»s seinem Lemen oder Seide getragen, ist für Renne»,, Besuche nf,v be- stimmt. ^In, Herbst lasse ich diese« Kostüm von einem kle.nen billigen Schneider abzeichnen und erhalte io ein zweites Kost,",,,, ans dunklem Wollstoff zum Preise von 100 Fr«. Mit Hinznsügnng eines Kragens »,nd kleiner Pelzverbrämungen, wie jede Frau sie beiitzt, kommt man dan,it »vährend de« ganzen Winter« a»»S Ein moderner Sommerhut und ein W.nterhnt an« Seide koste',, zn- sammen lOO Fis selbst »venn »nan sie in einem erstklassigen Ha»,se kauft, BtSher also »vnrde die 2»m»ne von 500 FrS. erreicht und ^?"ut »st d,e eigentliche Toilette gesichert. Ha.idschuhe, Strümpfe, Schuhe und Kleider für ein Jahr kosten 100 Fr». Macht zu» sammeu 600 Frs. - also 50 FrS. (40 Mk.) monatlich." Und da« mit, »netiit Nada, mützte ein liebender Gatte sich »vohl einverstanden erklären. . . J * Dir Jagd aus d^m Flugzeug. Die Jagd aus dem «lu-zeug ur der modernste ^port, der in den Bereinigten Staaten, n" m iünaster Zeit Anhänger ge« funpen hat. Den ersten Versuch damit soll der bekannte verstorbene ^roftsche ^lteger vubert Latham gemacht haben Er stieg vor dem Bolso Ehrco Klub zu Los Angeles zur Luftjagd autt lenkte ei x f! ” C < ÖC9enb ' *** ^ich an »oildem Geflügel »oar, Schwarme der svöael mit io großer Geschwindiq. reit dahm. daß die L iere IN höchste Angst gerieten Bei den dichten LMIVarmen, die er durchfuhr, konnte er mit /einem Doppelläufeo schnne erzielen In ihrem Schrecken floh m Teil der Waiservögel bis hinaus auf die offene See wohin ihnen Latham mehrere .Kilometer weit folgte. Das war nun nur stcakwn^der^"^ ^ ode^ vielleicht besser gesagt: eine Demon-. I ^ kiu 9,a f Inzwischen »st die Sache weiter ausqeb.ldct kürzlich drei Personen unter Führung des ftafi- ? en "k? ?^ rr S! einen Iagdausflug zur Luft n führte das Flugzeug, während ein anderer, a .n Unternehmen teilnehmender Zportsmann, d-., Flinte über- Erreichung? an f ^ **° rteü ' man das Ziel, zu a-or-uchl bätt» Ist,,«" einen Rin von einer guten Stunde g.orauchl harr., ichsn tu zwanzig Minuten erreichte Es war ein wlldreiches Tal. wo die Jäger deiln auch bald zwei Steppentvölfe bemerkten, die gerade über einer Beute her n-aren. Das Flugzeug aing nunmehr aus großer .Höhe im Glcitftnge auf wenige Kundert Meter nieder. Zuerst warf man dem einen Wolfe eine'Kugel cm den Kops — das Tier blieb ivie versteinert stehen, wagte sich nicht zu rühren und konnte offenbar nicht enträtseln, ivober die Kirgel gekommen nwr. Als der erste Schuß den einen der beiden Wölfe erlegt hatte, verharrte der andere noch immer fassungslos ai, demselben Platze: wahrscheinlich wußte er sich vor allem aus dem Grunde nicht zu helfen, weil ihn in diesem Falle der Geruchssinn völlig im Stiche ließ Andere Flieger haben, mit, wie es weißt, gutem Lnolge Jagden auf Wildtaube»! veranstaltet und überhaupt ja,einen die kalifornischen Flieaervereine den neuen Sport sehr zu begünstigen. Er verlangt große Sicherheit im Schuß auf weite Entfernung. Gute Ergebnisse verspricht man sich von der Jagd ans dem Flugzeuge im Kampfe gegen Raubtiere. Die Erlegung von Lviveii. L-igern usto. könnte vom Flugzeuge aus mit erheblich giotzerer Gefahrlosigkeit durchgeführt werden, als bei den bisherigen ^agdarten Nur gilt es auch hier, daß die Nürnberger keinen henken, sie hätten ihn denn —, erst muß man Löwen und Tiger aus ihren Verstecke^ im Dschungel heranslocken, ehe man vom Flugzeuge aus zum Sckmß aus sie kommen kann. vücherttsch. — R » n st w a r t. Z »veite? Iulihest. (KriegSauSgabe zum Preis. 2,2s P/ark vierteljährlich. Verlag von Georg D. W. Eallwey, München.) Größere Beiträge: Ferdinand Ave- nanuS. Parla,neutäre der llnbeivaffueten 7 An Romai,, Rolland. Ansgar von Wolffen, Die Hoffnung des baltischen Deutschtums. IuiluS HaSbagen. Bücher über Frank,eich. Leopold Schmidt und knauz Gürtler, Modern und unmoder»r 7 Eine Aussprache über die Zukunft unserer Musik. Tie Rnudschau enthält u. a.: Ntlmanu. So,umersouueuwende 191Schmidt. Künstler und Wohltätigkeit. Wienecke, Müssen Grabmäler proper sein 7 Stapel, Eicherhelten mr imsere Zukunft. AvenariuS, Bon, chinesisch nmmanerten Deut'chland. Glantschnigg, Südwärts. Ferner: Wie man ans dem Kriege Geld macht. HanSg,euel oder Wertarl eit für die lvefongenen- lager u. s. iv. Bildcrbeilogen: Gedeukbtätter für Gefallene von Robert Bndzinski und Bruno Bielefeldt. Notenbeilageu: Zive, Kompositionen des Zuckermann'schen Reiterliedes von Karl 5 lühn und Paul Natorp. ~ ^keDardanellen. Je mehr die Meerengen in den Rtittelpuukt des gegenwärtigen Iniereffes gerückt sind, um so leb- Hafter ist auch der Wunsch geworden. Näheres über diesen Teil des Weltkriegsschanolahes zu erfahren. Da kommt ein neneS Buch ge legen, da! soeben unter dem Titel: „Die Dardanellen. Bon G. A. Erdmann^ al« neuester Band von B e l h a g e n & KlasingW lks b»'i chern erschienen ist. Ter Bersaffer gibt zunächst eineu Ueberblick über die Geschichte der Tardauelleu von den Sagen de« Aliertums bis zum Beginn des Weltkrieges 1914 15. um im zweiten Teile seiner Arbeit die gegenwärtigen Kämpfe, in deren Mittelpunkt die denkwürdige Schlacht vom I«. Dkärz steh-, eingehend zu scknldern. Ein reiches Bildermaterial sowie eine Spez,alkarte der Dardanellen und des Bosporus unterstützen die Darstellung de« iiitereffanten Buches, das allen, die die Ereignisse ans diesem Kriegsschauplätze genauer verfolgen «vollen, sehr nützliche Dienste leisten wird. ZkahAusgade. Nachdem Vorhand bt« Pique-Solo gereizt worden und den (ilbngenS auch verlierdaren) Grand übersehen hatte, spielt sie Treff- Solo aus folgende Karten: +++ +% % + + «f v*- + + t , x v a * Spiel wird dtlrch unvorsichtiges Einstechen verloren, obwohl die Trumpft nicht in einer Hand sind und 20 Augen im Skat liegen. Wie war der Spielgang: Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer. Wer nicht das Krumme laßt für grade gelten. Den trifft das Schelten; 3lm meisten aber wird die Menge lästern Den Gott von gestern. D. Haek.