Turück zur LchsUe. Koman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung) Fritz von Wittkelberg hatte die Ernte glücklich hinter sich Dank der Fürsorge des alten Abrahams waren die Erträge des Verkaufs vorzüglich und übertrafen die der beiden Vorjahre um ein bedeutendes. Bartenstein und Levi- sohn atmeten auf, als sie zum erstenmal außer den Interessen ein Teil des Kapitals, wenn auch nur einen winzigen, ernstreichen konnten. Die Kartoffeln ließen zu wünschen übrig, sie hatten an vielen Stellen an der Blattrollkrankheit gelitten. Dagegen standen die Rüben prächtig und versprachen guten Gelvinn. Der Baron, der sich sechs Wochen hindurch kaum beu nötigsten Schlaf gegönnt hatte, bekam Plötzlich wieder mit dem Herzen zu tun und mußte auf Doktor Bielschowskys Befehl auf ein paar Tage ins Bett. Dank seiner Energie und seiner robusten Natur wirkte die Ruhe ausgezeichnet, und er konnte nach acht Tagen wieder an die Arbeit gehen. Nur das Reiten und die Jagd wurde ihm verboten. Er mußte Doktor BielfchowSky in die Hand versprechen, sich von jeder Aufregung fern zu halten und die nächste Ernte nicht ohne Inspektor zu unternehmen. Dieses Gelöbnis siel Fritz von Winkelberg gar nicht schwer, denn er dachte dabei an August Knorreck und an Hedlvig. Jin Herbst, sobald die Rüben von den Feldern waren, lvvllte er nach Halle reisen. Dann -kam altes wieder ins alte Gleis. Auch mußte vorher die Angelegenheit mit dem Chaussee- balt in Ordnung gebracht werden. Es handelte sich um die zerräderte Lehmstraße nach Podraschke, die im Frühling und Herbst bei anhaltendem Regen schlechterdings unpassierbar war. Daß diese Straße notgedrungen verbessert werden müßte, sahen alle Beteiligten ein. Daß aber alle Beteiligteil an diesem gemeinnützigen Werke gleichmäßig Mitarbeiten müßten, das wollte den Britzkawer Bauern nicht in die harten Schädel. Und dabei kam nur die Herbeischaffung des Baumaterials in Betracht. Dagegen aber sträubten sie sich ans Leibeskräften. Die Steinfuhren sollte das Gut allein liefern. Die Bauern rechneten bei dieser Forderung auf die Gutmütigkeit des anädigen Herrn. Irgend ein Rechtsgrund war nicht vorhanden. Drei Gemeindevertreterversammlungen hatten in dieser Sache fcydn ohne Erfolg getagt. Jetzt berief Franz Wiegelt mit Moritz Gassels, des Ge- meindeschreibers Hilfe die vierte. Auch Fritz von Winkelberg als Gutsvorstand wurde eingeladen. Und er kam auch und setzte sich, wie schon oft, mit den Bauern auf eine Bank. Moritz Gasse!, der neben dem Gemeindevorsteher saß, führte das Sitznngsprotokoll. Lange lvurde hin und her geredet, ehe man aus den Kern der >sache kann Der Baron legte den Bauern mit freundlichen Worten auseinander, daß sie ihre Wagen und Pferde auch bemühen müßten. Franz Wiegelt bestritt das höflich, uuo die andern Bauern schlossen sich ihm mehr oder minder grob an, je nach dem Grade ihrer Bildung. Besonders Christian Renschel hatte sein heftige- Mundlverk voran. Der Baron blieb vornehm und sachlich, aber fest und bestimmt, ließ sich nicht ans seiner Ruhe bringen, drang jedoch nicht durch. August Knorreck wäre noch grober geworden als die Bauern und hätte sie mürbe gekriegt. Fritz von Winkelberg sah endlich das Vergebliche seiner Bemühungen ein und verlangte Abstimmung. Moritz Gassel jedoch suchte vorher einen Vermittlungsantrag anzubringen und erntete dabei von dem Baron ein zustimmendes Nicken. Aber Christian Reuschel sprang auf und schrie: „Der Schulmeister hat gar nichts zu sagen. Der hat hier keine Stimme. Der hält's mit dem Herrn Baron. Wir brauchen die Chaussee nicht. Für uns ist der Lehmweg gut genug. Wir zerrädern ihn auch nicht. Das sind nur die schweren Domanialfuhren, die das tun. Die mögen auch die Steine ranschafsen." Fritz von Winkelberg verließ die Versammlung und sah zum ersten Male ein, daß er die Bauern zu hoch eingeschätzt hatte. August Knorreck stand wieder einmal morgens um vier Uhr auf der Schwedenschanze und horchte in die Nacht. Der September neigte sich seiner Mitte zu. Hell und klar leuchteten die Sterne. Kühle wehte es von Osten herüber. Da siel drüben an der Ecke des Südreviers ein Schuß, gleich darauf ein zweiter aus derselben Büchse. Der Inspektor besann sich nicht lange und ging zur Försterei hinüber. Jrtzt brauchte er es nicht mehr so eilig zu haben, denn die Nächte waren schon länger. Er klopfte an den Fensterladen, bis Karl Rnppert den grauen Kopf herausstreckte. „Da sind eben zwei Schüsse gefallen!" Dein Förster entfuhr ein böser Fluch. „Wo?" fragte er dann. „Scheint beim Birkenbusch gewesen zu sein. Diesmal Hab ich das Feuer nicht gesehen." „Der Kerl muß Lunte gerochen haben. Immer, wenn ich schlafe, knallt er los. Ein ganz verfluchter Schweine- Hund!" „Habt Ihr denn aus das Licht in der Luke acht gegeben?" „Darauf ist kein Verlaß!" knurrte der dickköpfige Förster, „Das^rennt jetzt immer." „Jetzt nicht!" meinte August Knorreck und wies mit dem Stocke aus die Mühle, die drüben, hinter dem Dorfe, auf dem Hügel saß. „Ihr habt recht!" rief der Förster überrascht. „Drei Nächte Hab ich da drüben aus der Lauer gelegen, hat sich aber nichts gerührt." „Und tue vierte?" forschte der Inspektor. „Meine Knochen Hab ich nicht gestohlen!" rechtfertigt« sich der Grankopf. „Und der Jüngste bin ich auch nicht." „Ihr seid der Förster!" meinte August Knorreck schlicht. „Förster hin, Förster her!" rief Karl Nirppert unzufrieden. „Wozu soll ich mir die Jacke zerreißen, wenn ich — 438 hinterher nicht einmal einen Dank kriege. Kann man's denn wissen bei ihm?" , , . „Ihr müßt es dem Herrn Baron melden!" sprach der Inspektor. „Das darj mcht so weiter gehen, ohne daß er es weiß. Ter ganze Wildstand wird ruiniert. Denn wenn's wirklich der Miller ist, dann sitzt jeder Schuß." „.Hol ihn der Teufel!" knirschte der Förster wütend. „Aber was schert sich der Baron um den Wildstand. Abschießen, immer abschießen, daß das Viehzeug nicht in die Felder kommt! Wenn's dabei bleibt, gehe ich nächstes Jahr in Pension!" . „Das ist ganz gleich!" sagte August Knorreck unwirsch. „Bis dahin müßt Ihr Eure Pflicht und Schuldigkeit tun." „Das tu ich auch!" begehrte der Waldmensch aus. „Unten hat's geknallt!" sprach der Inspektor ernst. „Ihr müßt dem Herrn Baron davon Meldung machen. Braucht ja den Müller nicht zu nennen. Und unten bei Altsorge sind wieder zehn Stangen abgesägt!" „Diese verfluchten Hunde!" schimpfte der Förster. „Aber was hilft's, wenn ick's ihm melde? Die paar Stangen? Lassen Sie doch den Leuten das Suppenholz! Das ist dann der Dank!" „Dank hin, Tank her!" meinte August Knorreck ärgerlich und saßte fester den Stock mit der linken Hand, denn die rechte trug er noch in der Binde. „Hab ich vielleicht einen Dank gekriegt?" Dann schritt er in den Wald hinein. Am nächsten Abend legte sich Karl Ruppert mit dem Hunde hinter einen Hagebuttenousch dicht beim Schulgarten und behielt die Mühle im Auge. Das Lichtlein in der Luke brannte bis an den Morgen. Christian Reuschel schlief wohl in der Mühle, aber für den Rehbockanstand war ihm das Wetter doch zu unfreundlich. Es regnete die ganze Nacht, und Karl Ruppert wurde bis auf die Haut naß. Er schlich am Morgen nach Hause, stärkte sich durch einen steifen Grog und ging zum Baron. August Knorrecks nächtliche Predigt hatte doch Eindruck gemacht. Fritz von Winkelberg saß an seinem Schreibtisch, als der Förster eintrat, und revidierte die Lohnbücher. Karl Ruppert überhörte die Ausforderung zum Setzen und legte sofort los. Zuerst die gestohlenen Stangen im Südrevier. Der Baron hörte ihm lächelnd zu. „Drücken Sie ein Auge zu, lieber Ruppert!" bat er ihn freundlich. „Ein Dutzend Stangen kann ich schon verschmerzen !" „Herr Baron!" rief der Waldmensch und ging aus sich heraus. „Es blaibt nicht bei dem einen Dutzend. So gebt's nicht weiter. Da muß fest durchgegrisfen werden. Das Volk ist das nicht anders gewohnt." „Warum reaen Sie sich auf?" fragte Fritz von Winkelberg. „Eigentlich ist das doch Ihre Sache, den Schuldigen herauszufinden." „Ich Hab voriges Jahr meinen Verdacht herausgesagt!" verteidigte sich der Förster. „Aber der Herr Baron ist mir, mit Verlaub zu melden, übers Maul gefahren!" „Na, Ruppert!" lachte Fritz von Winkelberg. „So arg wird das nicht gewesen sein. Ich habe mich aber überzeugt, daß man die Bauern auch zu hoch einschätzen kann. Suchen Sie Beweise, und ich bringe den Dieb zur Anzeige!" „Und dann ist da noch der Reuschel!" platzte der Förster heraus. „Der wildert!" „Was?" rief der Baron überrascht. „Das ist ja unglaublich." „Beweise habe ich nicht!" fuhr Karl Ruppert fort. „Aber ich weiß, es/ ist kein anderer. Und dem muß das Handwerk gründlich gelegt werden!" Fritz von Winkelberg hatte sich wieder an den Tisch gesetzt und schüttelte wortlos den Kopf. ,',Herr Baron!" rief der Förster wild. „Sie müssen gegen ihn Vorgehen. Er ruiniert uns den ganzen Wildstand!" „Mag er!" meinte Fritz von Winkelberg leichthin. „Das wäre noch kein Grund." „Herr Baron, das kann ich nicht verstehen!" sprach Karl Ruppert, und es kochte in ihm vor Wut. „Ich bin ein Weidmann!" „Und ich ein Landwirt!" erwiderte der Baron trocken. „Wollen Sie mich auch so wegschicken, wie Sie den Knorreck weggeschickt haben!" rief der Förster. „Wenn ich übrig bin, dann geh ich von selbst." „Beruhigen Sie sich nur, Ruppert!" lächelte der Baron und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Sie bleiben. Und Herr Knorreck ist gegangen, ohne daß ich ihn fortgeschickt habe. Aber ich wollte Ihnen nur zeigen, daß jedes Ding zwei Seiten hat. Mir als Landwirt ist ein zahlreicher Wildstand nicht angenehm. Jeder Hase, der den Winter über den^Fel- dern bleibt, frißt mir fünf Sack Getreide weg, jedes Stück Rotwild zehn Sack. Das bißchen Wilderei ist lange nicht so arg wi>e der Waldfrevel, das sehen Sie doch ein." Karl Ruppert nickte, ihm lag der Wald auch mehr am Herzen als das Wild. „Trotzdem kann cs nicht so weiter gehen!" fuhr der Baron fort. „Lassen wir den Kerl weiter wildern, so haben wir nächstes Jahr das Dutzend voll, und noch ein Jahr weiter, da wildert das ganze Torf. Und für die Freiheit sind diese Leute noch nicht reif. Suchen Sie also den Kerl, der es ist. Und wenn Sie genügend Anhaltspunkte haben, dann kommen Sie zu mir. Ich werde ihn dann beiseite nehmen. Vielleicht läßt sich die Sache im guten aus der Welt schaffen. Ist es aber der Reuschel, dann —" Fritz von Winkelberg ballte die rechte Faust. „Er ist's!" rief der Förster. „Ich weiß es bestimmt. Und der Knorreck sagt's auch. Er hat ihn gesehen, in der Nacht!" >*3 t „Knorreck?^ forschte überrascht der Baron. „Ist der nicht in Zdurotschin?" „Das wohl!" meinte Karl Ruppert ohne Arg. „Aber m der Nacht läuft er immer hier auf den Feldern herum." „Hier auf den Feldern herum?" wiederholte Fritz von Winkelberg die letzten Worte und dachte dabei an das schwarze Loch im sechsten Getreideschober. „Ja!" stotterte der Waldmensch, der sich plötzlich seiner Ungeschicklichkeit bewußt wurde. „Er gehl hier herum auf den Feldern spazieren und sieht nach dem Rechten." Lange starrte der Baron vor sich nieder. Tann hob er den Kopf und schüttelte dem Forstmanne die Hand. „Also es bleibt dabei!" sprach er freundlich. „Sie spüren es heraus, ob es der Reuschel ist. Dann laß ich ihn kommen und bringe die ärgerliche Sache ohne Aufsehen aus der Welt. Es genügt schon, wenn Sie mir sagen können: Ich bab ihn gesehen um die und die Zeit an der und der Stelle." Karl Ruppert ging und legte sich jeden Abend hinter den Hagebuttenbusch. Doch die Nächte waren finster und regnerisch, und wie nahe er sich auch an die Mühle heraus pirschte, der Müller ließ sich nicht sehen (Fortsetzung folgte Der Kaiser kommt. Von Leutnant.Böttcher, Chemnitz. Pfingstsonnabend! In goldenem Glanze glühte der Morgen empor und taufrische Winde wiegten das bald ährenstarke Korn hinter der Front wie sanftbewegtes Meer. An der hohen Kunststraße nach Keiberg- Molen trieb des Lenzes Säuseln die letzten Apfelblüten von Ast und Zweig, und die Blättchen tanzten einen maitrunkenen Reihen. An der Hecke des „Granathäuschens" blühte in üppiger Pracht lilaroter Flieder — und sein süßer Duft, von psingstfreudigeu Winden getragen, stimmte heimatsweh und friedenssehnsuchtsvoll. Aber drüben am Poligonwald pläsfte und plaffte es. bald mit wüstem Schlagdonner, bald dumpf rollend und grollend, und dann schwang sich in majestätischem Bogen der Granate wildsausendes Surren über die friedvolle Flur und schlug mit berstendem Krach klaftertiese Löcher in die samensehnsuchtsvolle, in der vordersten Front unbestellte Ackerkrume. Das war die alltägliche Morgenmusik, die „Willkomm san- saren" für die aufsteigende Sonne, und die unzähligen Schrapnellwölkchen im goldblauen Luftgcwölbe schwammen wie wcißsilberne Himmelsseelchen dahin, und säten doch so schmerzvolle Not. so grausen Tod? „Heute gibt's Festsalut. Psingstschießen!" meinte Hildebrandt, der allzeit wohlgemute Feldwebel der Kompagnie, und die Kanonade ward wirklich so arg, wie feit Tagen nicht. Alle Mannschaften lwckten in den bombensicheren Unterständen, nur die Wachen standen an den Schießscharten und übcr- spähten das Vorgelände, platzten hier und da einen Schuß hinaus, um ein allzufreches Französlein drüben im jenseitigen Graben in die gebührenden Schranken zurückzuwcisen; sonst aber blieb uio- ser Schützengraben recht still. Ganz für sich allein, wie er immer tat, hockte Soldat Günther in seinem kleinen, armseligen Unterstand. Er war ein stiller, scheuer Mensch, den ein Herzeleid oder ein tiefer Grain zu drücken schien, der kaum mit jemanden sprach, seine Pflicht aber unter Hintair- setzung seiner eigenen Person bis aufs letzte Tüpfelchen peinlichst erfüllte, der nie murrte, nie klagte, mit allem zufrieden war. aber sonst recht wenig Sinn für offene, mitteilsame Kameradschaft zeigte. Auch heute morgen, bei diesem furchtbareil Granathagel, hockte er allein in seinem kleinen Erdloch, duckte sich, wie all d:^ anderen, unwillkürlich, wenn solch riesiger, stählerner Todesvogetr allzutiei über den Graben dahinsauste und dann fünfzig oder hundert Meter hinter ihn: den Boden zerwühlte. Leutnant B. beobachtete von seinem Unterstände aus den seltsam scheuen und verschlossenen Menscl>cn. Jetzt trat Günther m den Schützengraben und blickte mit sinnendem Auge rückwärts in der Richtung auf das Granathäu^-ck-eu. Ein Schrapnellregen hatte gar arg in der Fliederhecke gehaust und die lieblichen Blüten streben wie angstvcrstörte Frühlingsgcisterchen umher. Da duckte sich Soldat Günther und gebückt kroch er im Schützengraben entlang und trat in den Offiziersunterstand. „Nanu. Günther! Wo fehlt's denn?!" „Herr Leutnant ich möcht' um etlvas bitten!" „Da schießen Sie mal los!" „Heut' ist Psingstsonnabend. Herr Leutnant, und da haben wir zu Hause einen alten, guten Brauch." „2lha! Pfingstmaien stellen Sie in Stub' und Haus, gelt?" Er nickte heimatversonnen. „Das tun wir auch. Günther! Ein schöner, alter Brauch. Aber was hat das mit Ihrer Bitte zu tun?" „Hier gibt es keine Jungbirken. Herr Leutnant, aber da driiben an: Granatenhäuschen, da zausen die Schrapnells die schönen Fliederbüsche ^ Jammerschade um die herrlichen Blüten. Und damit wir wenigstens unsere Unterstände ein bissel wie Pfingsten Herrichten können, wollt ich Herrn Leutnant bitten, daß ick mich einmal da hinüberpirschen und ein paar Arme voll Flieder holen darf. Die Kameraden würden sich freuen." Leutnant B. besann sich einen Augenblick, dann sagte er: „Nein, das erlaube ich nicht. Es tuitj mir leid, daß ich Jhnerr die erste Bitte, die sie mir stellen, seit Sie bei der Kompagnie sind, abschlagcn muß. Aber um des Flieders willen darf ich Ihr Leben nicht aufs Spiel setzen, und außerdem kommt ja, »vie Sie vielleicht noch nicht wissen, der Kaiser heut nach unfern: Gesechts- abschnitt, sogar vielleicht bis in die vorderste Linie. Was meinen Sie, lvas Majestät sagen würden, wenn er Sie mit Fliederbüschen im Arm hinter der Front herumkrauchen sähe?" Ta ging Soldat Günther kleinmütig von dannen, und Leut- nartt B. erschien es, als habe der Brave feuchte Augen ob des! Versagens der Bitte. Immer furckstbarer funkten die jenseitige:: Batterien in unsere Stellungen, außerdem bekäme:: :vir seit einer Stunde aus einen: zerschossenen Gehöfte l-albrechts Flankenfeirer aus englischen Maschinengewehre::. In einen: fort pinkte es längsseitig in unsereU Graben, und die am meisten nach recksts zu gelegenen Schulterwehren »vurden nicht übel mit Blei gespickt. Da husckste wieder Soldat Günther in: Schützengraben entlang und sprang in den Offiziersunterstand. Er war aufgeregt und verlegen. Leutnant B. rief ihn: zu: „Mann, sind Sie vost Sinnen, bei diesem scheußlichen Flankenfeuer, hier spazieren zu Hüpfen?!" „Herr Leutnant, ich wollt' bloß noch einmal fragen, ob heute wirklich der Kaiser kommt?" „Cs ist heilte früh in: Morgenbefehl gekommen von der Division: Se. Maj. der Kaiser sind auf den: Sckstachtfelde eingetroffew und bcabsickstigen. einzelne Gesechtsabschnitte zu besuchen. Weiter weiß ich natürlich auch nichts." „Ob er auch in unsere Stellungen kommt?" „Vielleicht. Mer tagsüber natürlich wohl kaum. Der hohe Herr hat selbstredend wichtigere Pflichten, als sich de::: schweres Feuer der vordersten Linie auszusetzen. Möchte:: Sie Majestät gern sehen?" „Nicht bloß sehen, ich möchte ihn: eine Freude machen!" Und dabei sah er betreten zu Boden, :var ganz verlegen und zitterte ein wenig. „Ja. Günther, das wollen »vir ja alle, den: Kaiser Freude machen." „Jawohl, Herr Leutnant. aber ich, ich, ja, ich habe noch etlvas gut zu macken an unser::: Kaiser." „Sie?" „Jawohl, Herr Leutnaitt! Ich Hab' vor drei Jahren 'mal zwei Monate gesessen wegen Majestätsbeleidigung, es »var auch gerade am Psingstsonnabend, und jetzt, in diesen: Kriege habe ich erst so recht erkannt, »vas für ein großer, herrlicher Mensch unser Kaiser ist, und »oenn er zu uns in die Stellung kommt, da wollt ich ihm zeigen, daß ich jetzt ganz anderer Ansicht bin wie früher, und daß ich de:: letzten Tropfen Blut für den Kaiser hingeben null." Leutnant B. hatte Soldat Günther ausreden lassen, dann reichte er ihn: die Hand und sagte: „Sie sind ein braver Keck, Günther. Und daß Sie voll und gairz Ihre Pflicht getan für Ihren Kaiser, kann Ihnen niemand besser bezeugen als ich, Ihr Kompagnieführer, aber »venn Sie meinen, daß Sie noch ein- besonders wackere Tat unter de:: Augen Ihres Kaisers vollbringen» müßten, um Ihr Geivissen zu beruhige:: und vor sich fcfbft wieder die alte Achtung zu gewi::nen, so tun Sie es in Gottes Namen." Und jetzt glänzten des lieben Jungen A::gen in Stolz und Eifer und er huschte in seiner: Unterstand, tauschte den Helm mit der Feldmütze, schwang sich dann rücklvärts aus dem Schützengraben und kroch in der Richtung nach dem zerschossenen Gehöft davon. Nach etwa dreistündigen:, mühseligem Schleichen und Kriechen befand er sich dicht vor dem Wäldchen, in welchem das mit dem Maschinengewehr besetzte Gehöft lag. Das Wäldchen aber waren junge, frische, in: linden Mittagswinde sanft rauschende Birken. „Pfingstmaien!" jubelte Güntl-er. und er hätte sich vor Freude säst verraten. Sofort faßte er den Entschluß, von dem frischen Grün soviel zu kappen und zurückzuschleppen, als er erraffen konnte Der Schützengraben sollte pfingstlich geschmückt werden, Heimatstrant den Kameraden zur Freude. Wupp! Wupp! sauste sein scharfes Seitengewehr in die Bäumchen und zahllose Aefte und Zweige, .frischgrün, fielen zu Boden. Nach langer, mühevoller Arbeit hatte er einen großen Buschen der Zlveige gekappt und band^ sie mit einem Strick zusammen. Dann stteß er, von Stamm zu Stamm, von Busch zu Busch huschend, durch den Wald, bis er dicht unter der Mauer des zerschossenen Hauses stand, und da säße»: im Giebel drei englische Burschen, hatten ein Maschinen^- gewehr in den Sims eingestellt und funkten in kurzabgehacktem Rattern recht fröhlich flankierend in die deutschen Schützengräben. Sie pafften dabei sorglos Zigaretten, witzelten und lachten und ahnten nicht, daß ein wackerer deutscher Musketier ihnen auf den Pelz rückte. Günther schob vorsichtig sein Gewehr durch den gegen Sicht schützenden Busch, legte au und zielte. Kaum vierzig Schritt entfernt, saßen die Halunken. Aber noch ehe er abkrümmte, durchslog ihn der Gedanke: Wenn nun noch mehr solcher englischer Brüder in der Bude sitzen? Dann würde er rnchts erreichen, dann kömttc er zwar zwei oder drei der Burschen abschießen, aber das Maschinengewehr würde er nimn:ermehr bekommen, höchstens selbst eins damit ausgebrannt. Er zog deshalb sein Gewehr »vieder zurück, sicherte und suchte sich in der zerschossenen Mauer eine Bresche, durch die er in das Gehöft einstieg. Als er sich durchgezwängt« kroch er Zoll um Zoll auf den: Bauche über den mit Geröll und Schutt und brandigen Balken angefüllten Hof. Da scholl ihm ein Lachen und Johlen entgegen und ein klatschend Geräusch, als »venn Karten auf den Tisch geklftscht »vürden. Der Lärm kain aus einem Keller des Hauptk-auses, dessen Tür weit offen stand. Und vor der Tür stand eine P»iramide zu fünf Gewehren. Jetzt überlies es Soldat Günther heiß und kalt. Er saß zwilchen zwei Feuern. Wie gut, daß er vorhin die drei Burschen hinter dem Fenstersims nicht abgeschossen! Er versteckte sich hinter einen große»: Schutthaufen und überlegte. Was »var jetzt zu tun? Ei»:er gegen mindestens acht! Besser 2 kehrt gemacht und Verstärkung geholt! Ta gedachte er seines Kaiser ! Er hatte ja eltvas gut zu machen an ihm. Und wenn er ihft heut oder morgen vielleicht gar zu sehen bekäme, den allerhöchsten Kriegsherrn, wollte er nicht die Augen Niederschlagen müssen. .Also draus? Und »venn es dabei mit ihin zu Ende pinge! Aber dabei die Besonnenheit und Ruhe n:cht verlieren! Er sah sich die Kcllertür an. Eine feste, eichene Tür ohne Schloß. An der Pfoste »var nur ein Rundeisen, an einem Nagel darüber hing gn einen: Kettchen ein sogenannter Stecker, ein dicker, eiserner Stift. An der Tür selbst »var eine eiserne Oese, die tu das Rundeisen einschlug, »venn »nan die Tür schloß, und dann wurde der Stecker .durch die Oese geschoben. Also konnte dann die Tür »:ur von äußen, nicht aber von innen geöffnet werden. Das war alles sehr gü»:stig. Dam: prüfte Gültther mit seinen Blicken die Kellerfenster. Es »varen derer: drei da, niedrig, mit je einem Krenzeisen verwahrt. Wennt der Keller nur den einen Engang hatte, konnten die drin Befindlichen leicht gefangen »verden. Aber sie würden Lärm schlagen und die drei an: Maschinengewhr arbeitenden Kaineraden alarmiere::. Es »var eine verflixte Sache! Wenn er nur wenigstens noch einen einzigen Kameraden mitbehabt hätte. Er überlegte sich nun ganz genau die Reihenfolge seiner Handlungen. Zuerst die Tür zuschla- gen und den Eisensttft in die Oese gestoßen, dann mit einein Satz um die Hausecke, daß er die drei ain Maschinengewehr vor die Flinte bekam, die unschädlich nmchen, dam: zurück zur Gewehrpyramide und die Schlösser aus de:: Gewehren nehmen und in den Wald sckstendern. Und nun ging er ans Werk. Ganz, ganz^leise, mit verhaltenem Atem, Zoll um Zoll, auch ängstlich seinen Schatten beobachtend, daß dieser ja nicht den Kettereingang traf, schlick) er hinter die Tür. Teufel, da lag auch noch ein Stein vor der Tür, der sie am Zuschlägen hinderte. Da bückte er sich, griff »vie ein Dieb um die Tür und stchob ganz, gan§ vorsichtig den Stein beiseite, aber einer im Keller mußte doch die Hand gesehen haben. „A liand!" schrie es drunten auf Englisch. Mit Tumult sprang mai: auf, da krach, flog die Tür zu u»H> just in: letzten, aller-, allerletzten Teil eines Augenblicks stieß Günther den Eisenzapfen in die Oese. Sei »varen gefangen. Mit riesigen Sprüngen flitzte er um das HcuB. Da saßen die Drei an: Maschinengelvehr und lcnlschten, denn sie hatten das wüste Schreie»: vernommen., Gelvehr an die Schulter, abgezogen, einer stürzte vornüber in den Hof. Geladen! Auch der zweite fiel, geladen! ah, der Dritte »var ver- schwu»:den! Zurück zu»:: Hof. Da tromlnclte»: die Gefangenen von innen ait die Tür. Und der Dritte von: Maschinengelvehrfenster reckte schon die Hand nach dem Eiseiyapfen. da ereilte ihn Güi: - thers Geschoß. Gctvelnptirannde auseinandergerissen! Schwupp und schwupp, die Schlösser raus ruck) in hohe:»: Bogen in de»: Wald. -ti' A — 440 - Nun atmete er auf. Sein gutes Herz rührte sich aber auch sofort. .Er untersuchte den an der Tür liegenden Feind, er war bewußtlos, aber anscheinend nickt allzuschwer verwundet, auch die beiden anderen waren noch gut wcgqekommen. Er verband mit seinen eigenen Verbandpäckchen die drei Verwundeten und schleppte sie dann in ein noch ziemlich vom Granatregen verschontes Zimmer in: ziveiten Stock und schloß sie dort ein. Dann stieß er das Maschinengewehr vom Sims und schleppte es nach dem Walde, nachdem er sich noch überzeugt, daß die Gefangenen im Keller wirklich nicht entschlüpfen konnten. Er suchte im Hause nach einem sogenannten Vorhängeschloß und legte dasselbe noch an die Kellertür. Den Schlüssel steckte er M sich. Im Walde band er den Riesenbusch Birkenzweige auf das Maschinengewehr, spannte sich davor und zog das ganze Pfingstvehikel durch das Birkenhölzchen. Als er am jenseitigen Rande angelangt war, ward er zur Schnecke, soll heißen, er kroch aus dem Bauche über das todumwehte Schlachtfeld und zog das grüne Gehäuse hinter sich her. Der Feind sah ihn merkwürdigerweise nicht, Ivo hl aber kam den Deutschen der wandelnde Busch recht verdächtig vor. Und schon hatte ein sür- witziaer, allzueisriger Musketier, der da dachte, ein böser Feind pirschte sich unter dem Schutze eines Birkenbusches heran, ans ihn angelegt und losgeknallt, und husch, fuhr ihm das heiße DingS durch den Oberarm. Aber da packte den braven .Günther grimme Wut. „Infame Lümmels!" schrie er und richtete sich aus. „Wollt ihr euren eigenen Kameraden erschießen?" Da ward er mit Halloh empfangen. Man verband ihm sofort die leichte Fleischwunde und dann ließ er sich zu Leutnant B. führen/. Und er rief seinem Kompagnieführer strahlend vor Glück entgegen: „Herr Leutnant! Der Kaiser und ich — wir sind nun quitt!" Und er berichtete nun die eben geschilderte Heldentat. Während mit sinkender Nacht ein Unteroffizier und drei Mann und zwei Sanitäter die drei verwundeten und fünf gefangenen Feinde aus dem Gehöfte holten, ward der Schützengraben psingst- lich geschmückt, — und als in der Nacht der Divisionsstab die Stellung besichtigte, meldete Leutnant B. Sr. Exzellenz Günthers wackere Tat. — Und Exzellenz ernannte den Braven an Ort und Stelle zum Unteroffizier und verlieh ihm das Eiserne Kreuz. vermischtes. * tr e n f) & 11 b e*. In, Sommer des Jahres 1831 wurde der pommersche Handlungsdiener Kiselak auf einer Gebirgstour durch bte Cholera dahingerafst. Volle 84 Jahre sind seitdem verflossen. der Name Kiselak ist aber in Tentschland immer noch unvergessen. ES ist jedoch ein trauriger Ruhnz. den sich dieser Mann erworben hat. Kiselak war ein begeisterter Tourist; er hatte aber die merkwürdige Eigenart, daß er auf allen feinen Reisen einen Topf voll schwarzer Farbe, sowie einen Pinsel mttsührte und an den schönsten Punkten der Gebirgslandschaft, an den AussichtS- türmen usw. mit großen Leitern seinen Namen hinzumalen pstegte. Ja, er bestieg unter Lebensgefahr die unzugänglichsten Berg- und FelSspitze«,. um an bei, weithin sichtbaren Stellen das Wort »Kiselak* hinzupinseln. Wie Heinrich Anschütz in seinen Erinnerungen erzählt, gab es in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den österreickischen GebirgS- und Alpenländern fatim eine nennenswerte AuSsichtSstelle, wo KiselakS Eitelkeit sich nicht verewigt hätte. Scheffel hat diese Manie KtselaS in folgenden treffenden Versen gegeißelt: »Schwindlig ob deS Abgrunds Schauer Ragt des höchsten Giebels Zack Und am höchsteil Saum der Mauer Prangt der Name Kieielak.* Leider hat Herr Kiselak viele Nachahmer gesunden: noch immer bedecken sich die Wände der AuSsichtStürme, die an hervorragenden AnSsichtSpunkle«, ausgestellten Gällke ufw. mit vielen Jnfchri'ten. Vielfach bringt man an solchen Stellen wieder Inschriften an, in denen man daS Bekritzeln der Wände und Bänke untersagt. In einem bekannten Ausflugsorte Thüringens kann man auf der an einem schönen Aussichtspunkte arisgeslellterl Bank folgendes lesen: »Bemal mich nicht, bekratz' mich nicht llnd schneid auS mir nicht Sparren! Ich lverde dadurch besser nicht, Und du, du ivirst znin Narren I* Es ist sehr fraglich, ob man mit solchen Inschriften, die allzu sehr an die Methode des TelstelSaustreiben durch Beelzebub erinnern. dielen, Unfug zu begegnen vermag. Hier kann inan, wenn freundliche Mahnungen nichts nützen, nur durch strengstes Vorgehen elivas erreiche:,. Der »e i n g e z o g c n e* Kammerdiener des Papstes. Nach einem Bericht der .Stampa" ist zwischen den, bapst „nd der italienischen ^Militärverwaltung ein merkwürdiger Konflikt entstanden : Ter LiebUngS"Kai„i„erdieiier des Papstes wurde ei>,gezogen und an die Front gesandt. Ter Papst, der seinen Leib- . ""er nicht missen wollte, beauftragte eine hohe Persönlichlctt. die italienische Negierung um sofortige Rücksendung des Mannes zu vli.cfc 1 r 0nfle lmö schwierige Verhandlungen waren das Resultat i leier Forderung, und es war nicht möglich, ein einschlägiges Gesetz für diesen Fall zu finden. Schließlich zeigte sich die Zivilregierung einverstanden. Da aber legte die Militärverwaltung ihr Veto ein und erklärte, daß sie sich entschieden weigern müsse, den Mann auS den, Dienste zu entlassen. B,s heute wurde noch kein Niittel girr Beilegung dieser seltsamen Differenz gesunde»,. Die Schulen imKeller. In R e i m s, dessen Stadtgebiet schwer unter den Schrecken des Krieges leidet, sind nun auch die Schulen unter die Erde geflüchtet. Ta die größte Anzahl der Schulgebäude de«, Geschossen oder den Fla,„men zu>„ Opfer fiel, wird der Unterricht in Kellergewölbe,, fortgesetzt. In, »Eclairenr de Brest* sind einige interessante Angaben über oiesen »unterirdischen Unterliegt* zu finden. Tie Schulen, die ja in, wahrsten £umc deS Wortes KriegSanstalten sind, wurden mit den Rainen bekannter Heerführer gelaust. So gibt e; in Reims eine Joffre- Schule mit den Klaffen Foch, Sarrail und Albert I., eine Tubatl-, eine Maunoury- und eine Garibaldi-Schule. Ter Weg zu diesen Schulen, der zu Fuß zurückgelegt werden muß, ist nicht i» ,ner gefahrlos. Bon 715 Schülern in Reims find 498 Zöglinge dieser Kellerschulen. Ä l ü cl) e r i„ Paris. Als vor hundert Jahre», Blücher in Paris elngezogen war. machte ihn, das Französische nicht viel Schwierigkeiten. Er konnte zivar nicht französisch, aber sein Adjutant Genera» v. Strany, der Vater des vor wenigen Jahren verstorbenen Ferdinand v. Strauß, deS originellen Theatervelerane«,, mußte den Tolinet'cher machen. Empfing Blücher französische Deputationen, so eröffnete der Feld,,,arschall die Sitzung feierlichst mit den Worten: „Le roi. raon maitre!“ und sagte dann zu Herrn v. Slranh : »Fahr Er fort!- Wenn der Adjutant nicht sehr schnell das Französische ins Deutsche übertrug, so fuhr Blücher ihn mit de«, Worte», an: »Er kann wohl ooch nischtl* I», Paris schlenkerte Blücher mit seine», beide», Adjutanten in Zivil gerade in de», Straße.! umher, als König Ludwig XVIII. am IS. Juli 1815 seinen Anzug Hallei, sollte. Ta siel es plötzlich Blücher ein, sich den E,nzug des Königs von einen, Fenster aus anzusehen. Tie Wirtin verlangte für die Benutzung dieses Fensters 40 Francs; Blücher aber meinte: »WaS, dafür, daß ich den König in Paris einztehen lasse, soll ich noch Geld allSgebe«, ? Ich deicke nickt daran!* Und er verzichtete auf das Vergnügen. * W, e man u u s r e i »v i l l i g B e „ t e m a ch t. Das Ge- schichtche«, ist 1870 passiert, kam, sich aber beute genau so begeben. Ein Leutnant a»»S den» Bayer „lande schickt seinen Burschen nach Eiern, schärst ihm aber genau ein, wie er auf französisch zu frage«, habe, was die Eier koste,,. Der Bursche kehrt heim, bringt die ganze Mühe voll Eier mit, aber hat auch daS ganze mitgenommene Geld noch bei sich. »Hube ich dir nicht streng beiohlen, du Teufelskerl du, daß du die Eier bezahlen sollst," wettert der Leutnant. »I ha's zahle «volle," sagt gutmütig der Bursche, „aber wie i giragt ha: Kombi futt il? hat die Bäuerin gsät: Gah zue (Quatre sous) — und da bin i gange." vüchertisch. — Feuertaufe. Geschichten a»«S dem großen Krieg. Von Kurt Küchler. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. 2 Mk., geb. 3 Mk. — Ter Hamburger Schri'tstellerKurt Küchler legt,,, den, gut aus- gestatteten Bande eine Auslese seiner Kriegsgeschichten vor. Neben zarten Pastellbildern w«e »In, Park von Cirey* und »Tie gelbe Kerze* stehen Gemälde vo«, ei«,er düsteren Schönheit «vie »Julienne* oder »Revanche* und krallige Holzschnitte wie ,Auferstehung" und »Der tägliche Gast". — Wichtige Kriegsereignisse „ach Berichten deS großen Hauptquartiers. Unter diesen, Titel sind in der Reihe der weitverbreiteten und lesen?,verte«, „Volksschrilleil zun, großen Krieg* vor einiger Zeit schon zivei Hefte (Nr. 30/31 und 3 i/37) mit den vom großen Hauptquartier herauSgcgebene,^ also offizielle,, KriegSschilderungeu auS Ost und West veröffentlicht worden, denen sich nun in gleicher Stärke von je 49 Seiten und zu gleichen, Preise (je 20 Ps.) zwei weitere Sanlmelheste (Rr. 40/41 und 43 44) anschließen. Mit je 4 Karte«, und Bildschmuck versehen bilde«, die Hefte eine empfehlenswerte Kriegdlektüre. Das 2 . Ost- heit berücksichtigt neben dem Ruffenvorstoß auf Meine! und Tilsit vor allen, die Karpathenkämpse bis zr«r großen galizische«, Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnow. In, 2. Westhest ist gesammelt «vas unser Hauptquartier über die bis heute andauernden Kämpfe irn Ober-Elsaß, zivischen Maas und Mosel und bei Ypern an z„- saminenhängenden Schildcruugeu veröffentlicht hat. Tie 4 Hefte denen von Zeit zu Zeit weitere folgen werden, sind vom Verlag des Evangelische«, Bundes, Berlin \V. 85, An, Karlsbad 5, zu beziehen. Palindrom. Nahrung liehe ich dem Tier, Rückwärts spende ich Ruhe dir. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: EBERS BARI E R A R I S «chrlftleitung: Aug. Goctz. Rotatio.iSdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Stcindruckerci. R. Lange. Gießen