Lurück zur Scholle. Roman vonlSwald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als August Knorreck von seinem Spaziergang heim- ram, saß seine Frau auf dem Sofa und schlief. Er schalt El rhr, daß sie nicht z-u Bett gegangen war, und verlangte Frühstück. Dann setzte er sich wieder in den Lehnstuhl und wartete. Sie ahnte, wo er gewesen trlar, und hoffte wieder. Als man den Weizen zu schneiden begann, brachte der alte Abraham von Sulitsch den reparierten Dreschkasten. Sofort begann er wieder an dem ersten Getreideschober Ku fressen. Drei Tage später hatte er sich schon wieder mitten in den zweiten hineingewühlt. Der dritte bei dem Kleefelde war kleiner und konnte in einem Tage bewältigt werden. Das Dreschgut war von einer vorzüglichen Beschaffenheit. Der alte Abraham rieb sich für den Baron immer wieder die Hände, so freute er sich. Trotzdem be mitzte er jede Gelegenheit, für August Knorreck einzutreten. „Sie sehen doch," rief Fritz von Winkelberg unwirsch, „daß es ohne Inspektor ganz gut geht." „Freilich, Herr Baron!" gab der alte Abraham zu. „Aber wenn der Herr Knorreck da war, würd's halt noch viel besser gehen." Immer weiter rückte die Maschine vom Dorfe ab. Nachdem sie drei Tage lang unter der Windmühle gefaucht und getobt hatte, wurde sie zum vierten Schober neben Fürchtegott Fritschers Gerstensleck gezogen. Der hatte noch immer keine Zeit zum Mähen gefunden, weil er im Kretscham saß. Die Halme waren überreif und von der Hitze wie Zunder gedörrt. Heißer brannte die Sonne aus das milde Lalid. Der Erdboden war hart wie Knochen. Die schwere Lokoinobile ließ kaum eine Spur zurück, wenn sie über das Feld fuhr. Keuchend warf sie den breiten Treibriemen herum. Wie eine lange flatternde Florfahne riß der schnaubende Südwind, der die Gräben austrocknete und das Unkraut lechzen ließ, den schwarzen Rauch vom schlanken Schornstein. Wenn der Mann im Feuer herumrührte, flog zuweilen ein leuchtender Funke aus dem Fänger. Doch er wurde nicht gefährlich, denn mau hatte die Maschine so ausgestellt, daß der Wind die Funken vom Schober abtrieb. Aber all Fürchtegott Fritschers Gerste hatte man nicht gedacht. Und so geschah es denn eines Mittags, als die Leute grade mit dem Essen fertig umreit und die Maschine wieder ihr Geheul anstimmte, daß ein besonders großer Funke in die trockene Gerste siel, Feuer fing uild ausloderte. Der Wind fegte die heiße Flamme über das lange Feld, daß es binnen weniger Minuten von Allfang bis Ende brannte und fast ebenso schnell wieder verlöschte. Ehe man den Gedanken zu einer Rettung fassen konnte, lvar dieser unerwartete Brand, der wie eure Explosion wirkte, schon vorüber. Die Rauchentwicklung war äußerst gering gewesen. Rur ein kleines Wölkchen ruß der Wind über den Wald hinweg. Fürchtegott Fritschers Gerstenfleck aber sah kohlschwarz aus. Der empfing die Nachricht von dem Unglück bei Franz Wiegelt. „Der Baron muß zahlen!" lallte er und gab eine Runde aus. „Der Baron muß mir dreitausend Taler zahlen." „Wird sich hüten!" meinte Franz Wiegelt, der sich in der Erntezeit am liebsten in zloei Stücke zerrissen hatte, um auf dem Felde und im Kretscham gleichzeitig zu sein. Er suchte noch immer nach einem Pächter und hatte den Zins schon um ein Viertel zurückgeschraubt. Aber es wollte noch immer keiner anbeißen. „Muß er!" schrie Fürchtegott Fritscher und trank sich Mut. „Er muß zahlen, was ich verlange!" Zwei Stunden später wankte er durch das Gutstor. Fritz von Winkelberg, der eben von der Unfallstelle heim- gekehrt war,, ging ihm entgegen. „Guten Tag, Herr Fritscher!" sprach er leutselig und bot ihm die Hand. „Es tut mir leid —!" „Dreitausend Taler!" stotterte Fürchtegott Fritscher wütend. „Bescheiden sind Sie grade nicht!" lachte der Baron gutgelaunt, denn der angerichtete Schaden wurde von einer Versicherungsgesellschaft getragen. Der alte Abraham hatte auch daran gedacht. „Dreitausend Taler will ich haben!" schrie der Bauer. „Na, Fritscher!" begütigte ihn Fritz von Winkelberg. „Das ist doch nicht Ihr Ernst! Der Schaden wird abgeschätzt und Sie sollen nicht zu kurz kommen. Das Geld wird Ihnen von der Versicherungsgesellschaft ausbezahlt." „Das geht mich gar nichts an!" brüllte Fürchtegott Fritscher wild. „Sie haben mir meine Gerste angezündet. Sie müssen sie bezahlen. Auf der Stelle will ich das Geld haben. „Sonst verklag ich Sie!" Fritz von Winkelberg versuchte, den Wütenden zu beruhigen, aber Fürchtegott Fritscher brüllte und tobte lvie ein Irrsinniger. Daß er das Geld nicht auf der Stelle bekam, das versetzte ihn in rasende Wut. Er fluchte und schrie und schimpfte, drohte mit dem Gendarm und dem Staatsanwalt. „Herr Fritscher!" mahnte der Baron. „Gehen Sie nach Hause und schlafen Sie sich aus. Sie haben heut genug getrunken." Jetzt aber fuhr der Bauer zum Schornstein hinaus. „Sie sind mir der richtige Lausebaron!" brüllte er, daß es über den ganzen Hof gellte. „Hat keinen Pfennig Geld in der Tasche und schnauzt groß. Und wir kleinen Leute, wir kriegen kein Recht. Wir müssen alle Sozialdemokraten werden, sonst wird es nicht besser. Und die großen Herren müssen alle aufgehängt werden!" Fritz von Winkelberg ließ ihn stehen und aiug ins Haus. Eine halbe Stunde lärmte der betrunkene Bauer auf dem Hofe umher, bis Thomas Hauschild heimkam und Miene machte, den Hofhund loszubinden. Da verzog sich Fürchtegott Fritscher ins Kretscham. Und hier tobte er weiter, bis ihn Franz Wiegelt au die Luft setzen mußte, denn er wollte wieder gegen die Fensterscheiben angehen. Zuletzt schwur er, den Baron totzuschlagcn. Nach Hanse kam Fürchtegott Fritscher in dieser Nacht nicht. Er schlief im Graben vor' seinem Hoftor den Rausch aus. Da fand ihn am nächsten Morgen der alte Abraharn und schaffte ihn inS Bett. Den Baron traf er bei der Dreschmaschine, die heute den vierten Schober völlig bezwingen sollte. „Nu, Herr Baron!" rief der alte Abraham. „Der Fritscher ist fertig. In Snlitsch hängt er schon beim Amtsgericht aus. Bezahlen soll er und l>at keinen Pfennig. Die Gelegenheit kommt nicht wieder. Soll ich's machen für.Sie? Soll ich mit ihm reden, daß er geht im guten. Der Herr Knorreck ist auch dafür." Fritz von Winkelberg zeigte nicht große Lust. „Soll ich?" drängte der alte Abraham. „Tie Ernte ist gut. Wir kommen diesmal auf dreißig Perzent. Sie werden ans Fritschcrs Acker auch dreißig Perzent herausholen." „Versuchen Sie Ihr Glück!" meinte der Baron endlich. ,Zch möchte aber nicht, daß der Mann auf irgend eine Art und Weise gezwungen wird." „Wo wero ich denn!" verwahrte sich der alte Abraharn und lief ins Dorf zurück. Fürchtegott Fritscher war grade bei der Krankenpflege, als der alte Abraham wieder zu ihm hereintrat. Die alte Mutter, abgezehrt und hustend, saß im Bett und schlürfte ein bißchen Milch, die die mitleidige Nachbarsfrau gebracht hatte. Eine Kuh hatte Fürchtegott Fritscher längst nicht mehr im Stalle. Der alte Abraham nahm ihn beiseite und sprach freundlich auf ihn ein, er sah nicht, welche Wut heimlich in dem unglücklichen Bauern kochte auf alle, denen es besser ging. „Nu, Herr Fritscher!^ fragte der alte Abraham. „Wie steh n wir nun? Wollen Sie endlich verkaufen. Halten können nie sich doch nicht mehr. Sie sollen zahlen und "haben Ulchts. Und die Brandkasse wird auch nicht viel für die Gerste geben. Sie wissen doch selbst, wie dünn sie gestanden hat. Hoffen Sie nichts davon. Und der Gottlieb, mit dem Sie sich eingelassen haben, der bringt Sie ins Loch. Ich kenn ihn. Sie kommen in Schande und Unehre, wenn Sie nicht verkaufen. Wir übernehhmen alles, und Sie kriegen noch ein Stück bares Geld in die Hand. Für die Mutter wird schön gesorgt werden Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie auch noch so bockbeinig sind Der Herr Baron kriegt das Gütchen doch. Er muß es kriegen, denn er kann nicht erlauben, daß sich diu anderer reinsctzt oder wenn es gar der Gvttlieb in die Klanen kriegt, dann wird es zerspitzelt in kleine Stückchen. Wollen Sie das vielleicht, Herr Fritscher?" „Nein! Verfluchter Iud!" brüllte Fürchtegott Fritscher, rot vor Wut, fuhr deni alten Abraham an die Kehle, drückte ihn gegen die Wand und tv-ürgte ihn. Die kranke Frau im Bett schrie auf. Der alte Abraham mußte feine Nägel gebrauchen, um frei zu komnien. Eilig verließ er den verfallenen Hof und suchte den Baron auf. „Gibt er nach?" fragte der neugierig. „Ganz mürbe ist er noch nicht!" meinte der alte Abraham kleinlaut ulid rieb sich die roten Stellen am dürren Halje. , XXIII. Am nächsten Morgen war Moritz Gaffel schon vor Sonnenaufgang in seinem Garten, um zu gießen Es war der letzte Ferientag. Tie Baronskinder hatten nun ein neues Fräulein bekommen, bei dem sie gut aufgehoben waren. r.er alte Abraham hatte lange gesiicht, ehe er eins gefunden hcitle, das vor Moritz Gassels strengen Augen Gnade fand, ^eiin die Oberaufsicht behielt er sich trotzdem vor. Kein ^ag verging, wo er nicht aus dem Schloß zum Rechten gesehen hätte. Mit Hedwig stand er in regem Briefwechsel, ^von aber erzählte er dem Baron nichts. Er bekam ihn auch selten genug zu Gesicht. Stets tvar er aus den Feldern draußen und bei der Maschine, die sich heute an den fünften Schober herangemacht hatte. Moritz Gasse! hob die Gieß- «cl ,C * U1 ^ o''? 1 ^ an das Pumpenrohr. Schwül lvar die - au ^sichen regte sich. Schon seit drei Tagen drohte iin Westen ein Gewitter, das aber nicht über den Wald kommen koiiiite. Da endlich zuckte drüben ein schwacher Blitz. Moritz' Gassel zögerte. Gab's heut ein Gewitter, konnte er sich das Gießen sparen. Dann aber setzte er doch mit kräftigein Schwung den Schwengel in Bewegung. Lieber zuviel Wasser als zu loenig! Und er arbeitete, daß ihm der Schweiß auf die Stirne trat. Eben hob sich glühendrot die Sonne. Moritz Gassel lief immer schneller zwischen der Pumpe und den Gartenbeeten hin und her. Dazwischen dachte er an Doktor Schrill und an die zweite Prüfung, die er nächstes Jahr.wohl oder übel wiederholen mußte. Der Kreisschulinspektor hatte ihn bisher in Frieden gelassen. Und wenn er wirklich noch kommen sollte, dann war ja die Einladung vom Baron da. Nur mit Sebaldus Pohl hatte Moritz Gassel noch nicht abgerechnet. Das hob er sich für eine günstige Gelegenheit ans. Und er füllte die grüne Kanne und leerte sie ans seine Beete im schnellen Einerlei. Nächstes Jahr wollte er sich eine Handspritze kaufen. Denn bis an das Ende des vergrößerten Gartens waren hundertsechzig Schritt. Da hinten . hatte er einstweilen allerhand Gemüse gepflanzt. Am liebsten hatte er auf diesen Platz ein großes Glashaus gesetzt, um auch im Winter seiner Lieblingsbeschäftigung obliegen zu können. Aber das kostete schweres Geld und mußte deshalb hinausgeschoben werden. Vor der festen Anstellung lvar schon gar nicht daran zu denken. Endlich stellte er die Gießkanne hin und griff zum Spaten, um zwei abgeerntete Radieschenbeete umzustechen. Höher stieg die Sonne und brannte ihm heiß auf bnt Rücken. Er wischte sich den Schweiß von Stirn und Schläfen, machte eine kleine Pause, trat an den Drahtzaun und schaute ins Gelände hinein. Ueberall regten sich fleißige Hände, um den gelben Segen oer braunen Scholle zu bergen. Das Dorf lag da wie ausgestorben. Nur hin und wieder schwankte ein schwerbcladener Erntewagen herein, leere polierten im schlanken Trabe wieder auf die Felder hinaus. Eile tat not, denn-das Gewitter drohte. Moritz Gassel stützte die Hände aus den Spatengrifs und schaute. Jetzt summte unten beim Vorwerk die Maschine los. Kerzengerade stieg der schwarze Ranch in die, Höhe und verlor sich im Blau des Himmels, das einen stählernen, stumpfen Glanz hatte. Wie ein böses, gefräßiges Untier schluckte der rote Dreschkasten die vollen Garben in sich hinein. Vier große Strohhaufen, die fast in einer graben Linie vom Torfe bis zum Vorwerk lagen, hatte er schon hinter sich gelassen. Und auf allen, auch auf den sechs, die er weiter drüben noch zu bewältigen hatte, glänzte das goldne Versicherungsschild. Ta rollte von Westen her ein leiser Donner. Das Gewitter kam also doch herauf! Und Moritz Gassel schwang wieder seinen Spaten, hastiger als zuvor, damit er die beiden Beete noch vor dem Gewitter fertig bekäme. Tenn dann hielten sie den Ammoniak, den der Regen aus der Luft herunterbrachte, fester und konnten mehr davon schlucken. Alle Leute hatten den leisen Donner gehört, nur Fürchtegott Fritscher nicht, der in seinem Hause auf dem Stuhle hockte und vor sich hinstierte. Die kranke Mutter, die ans Bett gefesselt war, stöhnte und konnte ihm nicht helfen. „Geh zum Baron, Fürchtegott!" jammerte sie. „Nimm das Geld, was er dir geben will. Es bleibt dir ja nichts anderes übrig!" „Sei still!" brüllte er sie an. „Ich verkauf nicht. Ich geh hier nicht fort. Das ist mein, und das bleibt mein Und den verdammten Lauscbaron verklage ich." (Fortsetzung folgt.) 011 umrciung. Eine Erholungs- und Sommcrgeschichte von K ä t e L u b 0 w s k i. , , ."3a," sagte der unermüdliche Pastor Weiß und schob seiner licf'Ueit and ältesten Tochter Rut den soeben empfangenen Briet wüßte ich mir auch wirklich fine» Rar Wenn, .cklune» Müller erkrankt i,t, kann sie natürlich nicht als U"'N und Zimmermädchen ins Seebad Nest zu Frau Nektar LL nn Nur - wie satt ich ihr in drei rage» Er,av seltnen ? Xu mußt teilen. Ja, ja, das geht »ich, «rders -u oi)t gänzlich herunter — und wirft ja auch erioartet — . nnst nur al)o niemand besorgen. Wo soll man jetzt nberhau.pt erne weibliche Kraft herbekommen? Unmöglich, nicht wahr, Rut?" Ds-. I"nge Mädchen dachte angestrengt nach. „Leicht wird es nicht sein. Papa. Aber ich will versuchen" F.r,4f"r- Par V bie - es ist vergebens. Wir haben weit und brcrt kerne, die ferernd zu Hause äße." 427 — „So werde ich mal zu dieser Alline Müller aufs Nachbardorf fahren und mich mit ihr aussprechcn." „Ja, das wäre das Beste." Diese Aussprache mutzte sehr gründlich gewesen sein, denn Nut Weist kam erst am Spätabcnd znrück^und zwar mit strahlenden Augen. ^ „Siehst, Vati, es ist alles im Lot. Die Hilfe ist gesunden. Ich habe auch schon an Frau Rektor Fink alles geschrieben. Sage mal, wie ist eigentlich diese Frau Rektor? Nett und gut?" „Es ist lange her, seitdenr ich sie nicht mehr sah. Einst war sie beides. Und dast sie sich jetzt so mit vollster Hingabe, ohne! Nutzen zu haben, der Pflege der genesenden Soldaten hingibt, spricht eigentlich dafür, datz sie unverändert geblieben ist." „Nun, dann wird cs ja die neue Stütze gut bei ihr haben." ...„Das ist zu hoffen. Aber jetzt, mein Kind, denke auch mal gefälligst an dich. Ich verstehe ja nichts von solchen Sachen. .Aber brauchst du denn gar kein Geld für ein neues Kleid?" „Nein. Baterle, meine Kleider sind noch wunderschön." „Aber du wirst bei Frau Oberst Moll verwöhnte und reiche Menschen finden." Sie nickte ihm zu und schlang beide Arme um seinen Hals. „Ich werde dir schon keine Unehre machen, Vater." Das tat sie natürlich auch nicht, aber er ärgerte sich doch über sie in der nächsten Zukunft. Tenn ihre Briefe waren überaus flüchtig und kurz und berichteten nichts Neues. Ec war jetzt überhaupt schlechter Laune, weil ihm seine Äelteste überall fehlte. Nun kam auch noch jene Bitte des jungen Korpsbruders, der als Unterarzt im Westen gestanden hatte und nach harten Anstrengungen eine kleine Herzschwäche unter Frau Rektor Finks mütterlicher Pflege luieber oblegen sollte. Dieser Brief war ihm sehr unangnehm, denn er enthielt nichts Geringeres, als eine umfassende Herzeusbcichte, in welcher Doktor Schmidts offenbarte, dast er sich in das Zimnrcrmädchen, das über alle Begriffe liebreizend und klug sei. verliebt habe und, da er nicht mehr von ihr lassen könne', um gütige Vermittlung b'i seinen Eltern innig bitte. Ter alte Weist und der ebenfalls nicht jüngere Vater Schmidts waren nämlich von jeher die treuesten Freunde gewesen. Lediglich der reiche Kindersegen uird der Umstand, datz sie nicht sonderlich- "üt Glücksgütern bedacht waren, hatten ihr Wiedersehen aus das Stiftungsfest des alten Korps beschränkt. Jetzt aber enrpfand der Pastor Weitz plötzlich die Pflicht, unverzüglich nach Nest zu reisen, um den jungen, unvernünftigen Arzt vor »veitcren Torheiten zu bewahren. Es wurde ihm wahrlich nicht leicht, an diesem heißen Julilage die kleine, kühle Pfarre und seine fünf Töchter zu verlassen und eine Reise zu unternehmen. Aber es half dock) nichts. Zur Vorsicht nahm er gleich noch mehrere Telegramm-Formulare mit, die er cur den alten Korpsbruder absenden wollte, wenn es nicht anders ginge. Tvktor Karl Sckimidts empfing ihn auf dem Bahnhof, dankte ihm mit bewegten Worten, sagte daun aber sogleich mit vollster Bestimmtheit: „Bitte, versuchen Sie cs nicht, mich etwa umzustimmen. Ich liebe eben zum erstenmal und wenn Sic sie sehen werden, müssen auch ^>ic ihr gut sein. Demi sie ist eben wahrhaftig ein Engel." Von diesen hatte der alte Pastor Weist freilich eine ganz b^- sttmmte Vorstellung. Er forschte aber jetzt nicht, ob die Angebetete allen Ansprüchen in dieser Beziehung gerecht würde, sondern fragte nur kurz und streng: „Ja, junger Mann, wie haben Sie sich denn eigentlich die Sack)e gedacht? Wollen Sie ihr ganzes Leben einer Torheit so einfach opfern?" „Es ist ja doch aber die einzige Klugheit meines Lebens, Herr Pastor." „n „Hm — natürlich ist das Mädchen schlau und berechnend. Werst sic, dast ich kommen werde?" „Kein Wort habe ich ihr gesagt, Herr Pastor. Sie sollen ja gerade ihren Liebreiz und ihre taufrische Herzensgüte empfinden, ohne dast sie verlegen ist." „Und wie wollen Sie dies bewerkstelligen?" „Ich habe sic gebeten, dast )ie uns beiden ganz allein einen KafseeZsch unter einem alten Nustbaum zurecht macht. Meinems Gast und mir. Sie wird uns dab.'i bedienen. Nicht wrhr, und ber d.e er Gelegenheit werden Sie sie auch — bitte, bitte in ein ernsthaf.es Gespräch verwickeln. Sie ist klüger, une alle andern Menschen zusanrnrengeuommen." Der alte Pastor Weist räu,perle sich ein iininii und der Jüngere sah das Ungehörige dieser Bemerkung auch sofort ein, errötete wrd schwieg, bis der andere wieder begann. „Haben Sie ihr bereits etwas von Ihren Gefühlen verraten, lieber Schmidts?" „ . „Nein, Herr Pastor. Ich wollte ihr die entzückende Harmlosigkeit nicht rauben." „Schön — sehr schön sogar? — Und nach dem Kaffeestüno- lern erlauben Sie mir dann wohl, dast ich. mal ein paar ernsthafte Worte unter vier Augen mit ihr rede." „Gewiß. Herr Pastor! Nur darf ich Sie bitten, dast Sie nick>t vorerngenomn.eu sind. Es hülfe dock) nichts. Ich l)abe Sie ja ledrglitt, hergebeten, damit Sie meinen Eltern den Liebreiz und vre Reinheit des geliebten Müschens scUlderu und sie zur Ein- Hvrllrgung bewegen. Term ich iveist, dast mein Vater aus Ihre Ansicht sehr viel gibt. Damit wäre meinem Glück das größte Hin-» dentis aus dem Wege geräumt^" # Den Rest des Weges legten sie schweigsam zurück. Der junge Arzt führte den Gast nicht erst ins Haus, sondern gleich unter den Nustbaum an den gedeckten Kafseetischt. Unter« wegs fiel ihm aber ein, dast er die guten Zigarren im Zimnreo vergeiien habe, er eilte also mit einer Entschuldigung fort und» liest den Pastor allein. _ Belustigt sah sich der um, dachte der eigenen Jugend und dcS Stadiums der ersten kopflosen Verliebtheit. Er war sicher, daß ein paar ernsthafte und doch lustig ironische Worte nach dem Kennenlernen genügen würden, um den jungen Verliebten semen Mißgriff beschämt ernsehen zu lassen. .. voller Bewunderung umher. Schön war auch liier Gottes Welt. • Durch die tiefgrüneu Zwerge des alten Nustbaums blaute das stille Meer, vor ihm glänzte das Weiß des Tafeltuckes und dufteten dre vollerblühten roten Rosen. Ermüdet von der Bahnfahrt, fck'.ost er leicht die Augen, um sie aber bereits nach, wenigen Se- künden zu öffnen, weit er leich.te Tritte hörte. Ta kam wohl schon die kleine schlaue Hexe angetrippelt. Jawohl, sie war es wirklich. In einem blütenweißen Kleide schritt sie einher, trug geschickt das schwere Tablett und wollte es gerade mit einem freundlichen Gruß niedersetzeu, als es geschah^ dast der alte Herr auffprang und so unsanft an die Last stieß, dast sie klirrend zu Boden fiel. Daß die zierliche, süße Helferin an ihE Jugend und ihrer Schönheit ein starkes Zaubermittel besaß, das hatte der junge Arzt längst gewußt, daß es aber so prompt und schnell wirkte, setzte ihn doch in Erstaunen. Er wußte nicht, wohin er seine Blicke wenden sollte. Da4 hatte er ja doch gar nichr verlangt. Der alte Pastor Schwarz hielt seine Angebetete nämlich in den Armen und küßte sic wahrhaftig gerade auf den schwellendem roten Mund. Und sein Herz tat einen rasender: Schlag und sein Gesicht verlor alle Farbe und seine Stimme war kaum verständlich, als ec jetzt sagte: „Was erlauben Sie sich, bitte, Herr Pastor." Tie Anttvort war r^och unfaßbarer, alS die Einleitung zu! dieser Unterhaltung. Was sagte Pastor Weist ihm da? „Na, erlauben Sie mal, ich werde doch wohl nreiner Aelte-, sten einen Willkommenkust geben können." Rut Weist war schon immer ein Schalk gewesen, aber daß sie an Stelle der erkrankten Alline Müller, unter Verzicht auf die eigene Sommererholung, hierher gegangen war, das hatte ihc der eigene Vater denn doch ttid)t zugetraut. Die Geschichte war übrigens auch jetzt gar nicht so einfach für ihn. Jetzt erst rech.t nicht. Und weil sie sich alle drei Fernen* besseren Rat wußten, wurde eins der Depeschen so rmulare an die alten Schmidts gesandt: Es enthielt nichts weiter als die rätselhafte Bitte: „Kommt: umgehend und helft löschen/^ Als oh dies bei so einem heißen Brande überhaupt möglich wäre, , _ Die Ziehharmonika. Eine Kriegsepisode daheim. ' Von Fritz Aren 8 (Bremen). Einer meiner Bekannten besaß eine Ziehharmonika. Sin alteS Dings. Wenn ein anderer darauf spielen wollte, mutzte er schon nach einigen Augenblicken pausieren, um den Blasebalg wieder mit frischer Luft aufzufüllen. Wer etwas von Musik verstand, der mied die Nähe meines harmonikabegeisterten Freundes. Jeder andere hätte diesen Klapperkasten längst fortgeworsen. Ader mein Bekannter hing daran mit einer rührenden Zuneigung. Und das war gut so. Tenn als wir eines Tages — es war ein prächtiger Sonnlagnachmittag — an einem Lazarettgarten vorbeigingen, da sprang mein Freund plötzlich davon und meinte, er wolle die Ziehharmonika holen und sie den Soldaten schenken, die da int Garten auf und abgingen und nicht wußten, womit sie die lange Weile lotschlagen sollten. Nach kurzer Zeit war er zurück und reichte den alten Klapperkasten über das hohe Gitter hinkveg den Verwundeten zu. Die kamen mit schnellen Schritten äuge- pürschl. Einer erwischte das Instrument und verneigte sich dankend vor dein Geber. Ein anderer rief: „Hurrah, jetzt kommt Musik!" Dann gingen alle in fast feierlichem Aufzuge — der mit dem Instrument als Respekrsperson voraus — zur Mitte des Gartens auf den großen Rasen, tlnd jetzt ging die Musik aus dem „Schifferklavier" los. „Drum Mädchen weine nicht, sei nicht so traurig.." Und dann „Es braust ein Ruf wie Tonnerhalt...", abgelöst von „Musketier sind lustge Brüder, baden frohen Mut..." Die im Garten auf- und abwandelnden Soldaten kamen bald hinzu, auch die, die abseits Schlagball spielten. Die au dem hohen Holzgitter standen und mit Bekannten und Vorübergehenden plauderten, tahlen sich langsam hinweg und schleuderten ebenfalls dem musi- kalischen Mittelpunkt des Gartens zu. Lazarettfenster, die noch gcschlvs.eu waren, öffneten sich Plötzlich, une .von GZ'lechand aut- gerissen, lim die Ecke des großen Hauses kam ein L^ankenwagen mit einem Schwerverwundeten gefahren. Der ftoiuerob, der den Wagen sci)ob, Harde Elle, der im Wagen liegende noch mehr. Und beide sangen aus Leibeskräften: „... sind den Madeln gu u—ut?" Alle, alle sangen mit. Seitdem die alte, löcherige Ziehharmonika im (Karten ,var, schien die Sonne noch toller zu leuchten als sonst. Die Spaziergänger blieben stehe,: und summten leise die alten schönen Lieder mit. Ein alter Invalid? aus der 70er Zeit bekanl plötzlich blanke Augen, zwirbelte den eisgraue,! Schnurrbart hoch und erzählte Kriegsanekdoten von damals, als man in Paris ein- -og Schließlich machte der Musikant Pause. Auch die Ziehharmonika konnte nicht mehr, auch sie wollte Ruhe haben. Mit liebe-- 'wller Sorgsamkeit trugen die Soldaten sic in das Haus, das köstlich schöne Instrument mit dem asthmatisck-en Blasebalg und der einen Stimme, die immer leise mitklang wie ein piepsendes Echo aus ,veiier Ferne. Tie Spaziergänger gingen weiter und sprachen über die Schönheit der Musik. Einige unter ihnen waren ständige Besucl^er der Philharrnonie, und gerade diese ware,^ enttäuscht, als das Konzert der Feldgrauen vorüber war. Der Spender deS Instruments meinte zu mir: „Spielte das Ding nicht wunder? schön?" Ich mußte ihm stumm die Hand drücken. vermischtes. * Das neue Pariser Prinzeßkleid. Die jüngste Leidenschaft der Pariser ModellschneiOer ist die wohlbekannte Prin zeßsvrm. Diese Mode loird, wie der „Konfektionär" berichtet, UN UNterbrockten und mit allem Eifer für den Winter angekündigt, übrigens aber schon jetzt cingesührt und auch bereits viel getragen. Der Schnitt ist eigentümlich; er geht dahin, daß vorn und hinten ganz flache Bahn geschissen und alle „Fülle" seitlich a,umbracht wird. Auch bei den Blusen l)errscht die Neigung vor, nicht vorn sondern seitlich die Falten anzubringcn. Als Typus hierfür wird ein marineblaues Taftkleid genannt, dessen Rock vorn und hinten stack, wirkt und dessen Fülle nur seitlich ausfällt. Der Miederteil mit breitem, dunkelblauem Bandaufputze hat Seitenteile, die jäck- ck>enartig wirken und somit auch ivieder die Neigung zckr seitlichn Fülle mit,nackten. Kugelstahlkuöpse und ein sckpvarzer Lackleder- gürtel vervollständigen das an sich sehr einfach gehaltene Modell. 9 Kriegs-Seile. Ans Industriekreisei, schreibt n,a>, uns: Daß England unsere Industrie vernichten null, ,veiß hente jeder Deutsche. Daß alle um uns herum liegenden neutralen Staaten für sehr viele Industrie-Rohstoffe ein Ausfuhrverbot erlasten haben, einem Drucke Englands in dieser Richtung folgend, ist nicht all gemein bekannt. Für die S e i s e u ' I u d tt st r i e ergeben sich da durch groste Schwierigkeiten in der Beschastring gewisser Rohstoffe. AlS dieser Industrie der Weltinarkt noch nicht algcschnitten >var, begegnete die Herstellung vo»r Seie keinerlei Schwierigkeiten. Wurde durch Nttßerntei, n,i irgend einem Punkte der Well der eine Rohstoff knapp, so kam bald ein Allsgleich ans einen, ar,deren Lande. Heute ist nicht »mr alles knapo, sonder«, die »leisten srüher gebrauchtet, Cele und Fette sind säst gar nicht mehr und dann auch nur in sehr geringen Mengen zu ungewöhnlich hohe», Preisen zu haben. Wir haben schon lange KriegS-Brot, und Ehren-Grey würde sich ivnndern, wenn er sehen könnte, ,vie gut cS nnS bekommt. Wir bekonnnei, bald and) Kriegs-Seife, über welche die HanSsra«, sich ebenso leicht hinwegsetzen wird ,vie über das KriegS-Brot. Sie^dari eben nicht vergesten, daß sie in, Kriege nicht dasselbe von der Sei e verlangen dark luie in, Frieden. Tie Scise n,uß weicher werden als früher. Sie kann auch nicht ,nehr die gewohnte schöne Farbe haben. Sie mutz auch teurer werden. denn nachdem jetzt auch noch Holland etn AnSsnhrverbot für Fette und Cele erließ, wird die Znsichr imrner knapper. Eie deutsche Leihen- inbiiftrie wird sich aber auch hier zu Helsen wiffen. «venn die deutsche Hausfrau ihre bisherige,» Ansprüche an Farbe und Härte der Seife etwas ztlrückschralibt. Eine weicb«re Kernseife kann den- selben Waschwert haben ,vie eine ganz harte, llnd auf den Wasch- wert koinntt es in, Kriege nur an. Auch eine dmillcre Farbe der Seife beeinträchtigt keinesfalls den Waschwert. Trifft also die HanS- fran bei ihrer geivotnlten Cel'e auf ein ab,reichendes AnSfelen. so denke sie an KriegS-Brot und Schützengräben. Dann wird sich der gute Wille, auch mit Kriegs- Seite iertig zu werden, schon von selbst einstellen. Tie deutsche Eeisen-Industrie ,vird aber and, auf diesem Wege den Herren Engländern und ihren Knltnr°BiindeSgenossen nicht verraten, wie „ach ihrer Ueberzeugung das deutsche Polk nud; in Bezug auf Seisen-Versorgung beruhigt sein kann. * Die Garderobenfrau im Dien st e des Vaterlandes. Uns wird geschrieben: Belausche ich da kürzlich folgendes Gespräch z,irischen zwei Garderobenfrauen: „Ich habe noch zwei Zehnmarkstücke." — „Was machst du denn damit?" „Die lege rch mir zurück. Man kann nicht wissen, was für eine Zeit kommt." »„Du, gib mir die Goldstücke, ich gebe Dir für jedes 20 Psg. Ikra " „Daß ich so dumm wäre? Was willst Du denn mit dem Gold? — Das will ich je,,müdem geben, der mir sehr lieb ist!" - „>-ooo? Na, gieb mir für jedes Stück 50 Psg." — „Hier l>ast Zklmmarkscheine und eine Mark eztra." — „Du, wem luilllt i bie beiden Füchse geben?" — „Tie bringe ich mor- gen zur -Lparkasie. Lene, das Vaterland braucht Gold!" vüchertisch. — K u n st w i s s e n s ch a s t. Die Büchereien der Stadt Magdeburg haben kürzlich eine sehr intereffante Statisltk veröffentlicht. Es hat sich heranSgestellt, daß währe»rd des KriegSjahreü 266192 Personen die Magdeburger Atbliolheken besucht haben; 301 708 waren eS im Vorjahre. ES wurden 506 2,2 Bände (gegen 581686 im Vorjahre) atisgeliehen. Diese belvtllldernswerten Ziffern sprechen dafür, daß der deutsche Geist auch im Weltkriege ruhig seine Bahn nimmt. In solchein Enrne möchte nun daS nenesle Heft deS .Kunstfreund-, der Zeitschrift der Vereinigung der Kunstfreunde (A. C. Troitzsch. Berlin-Lchöneberg). ein weiteres ZerigniS sein. ES bringt in knapp umriffenen. Aussätzen einen Ueberblick über den gegenwärtigen Steck,d der n,odernen Knnstiviffenschaft. Die besten Sachkenner jagen ihre Ansicht: Einil Waldinann, der Direktor der Aren,er Kllnsthatle, Wilhelnr Hanseustein, Karl Schesiler, Proieffor Maz Testolr, der Psychologe Alax Deri, Professor Georg Ciinmel und der Ingenieur Dr. Walter Eurt Behrelldt. Mit Recht rveist Robert Breuer in einigen einleitenden Worten darauf hin, daß naive Frerli,de der Kllnft vielleicht ein AergerniS an solcher proefforalen Analyse nehlner, könnten, daß aber schließlich die Klmstwissenschaft und ihre Historiker, Psychologen, Philosophen und Soziologen immerhin etlichen Nutzen schaffen können, und wenn eS auch nur der ist, einen Ziv ei des Geheimmsses zu lüsten, und so jeden Einzelnen den, Genießen der Ktinst naherjubringen. Man dars sagen, daß daS ncnc Kunslfrennd-Hest einiges von solcher Aufgabe legtet. Und daß solche abstrakte Arbeit geschieht, während Europas Fenerschlnnde dröhnen, lobt Detitschla>,d. — D a S I n l i h e f t der M ü n ch n e r K n n st z e i 1 s ch r i f t "D i e K n n st- (F. Brnckinann A.-G., Atnnchen) zeichnet sich durch außerordentlich reiche Abwechslung im Inhalt a»lS, durch welche dieses Heft einen ganz besonderen Reiz gewinnt. Wir nennen den »,it einer prächtigen Farbenta'el .Enzivehr bei Besigheim- ge- schn,lickten f)lnfsatz über Gustav Schönleber, den KarlSurher Dleiner der Landschaft«,nalerei. Als Plastiker vo>, Rasse und Eigenart zeigt sich nnS der Aiähre Jan S t u c { o. Weiter werdet, uns Mar Stevogts Bilder ans Aegypten, mit deren Ankauf bei- Dresdener Galerie ein glücklicher Griff gelungen ist, gezeigt. Ueberraschend ist eS, die vorzüglich gelungene Echwarz-Weiß- Wiedergabe dieser durchaus impressionistischen Malereien zlt beobachten. Honors DalimierS weltderühnlte politische Karika ur- zeichlnulgen erleben hier ,hre Auferstehung a»lS dem heute nur noch sehr wenigen ztigänglichen Eharivari. Der ?lrchitektttransfatz über ein Landhaus von Cito Nienierschmid zeigt uns die Reize der Ehiemseelandschaft, in welche dieser den Landhauscharakter vorzüglich betonende Bau hnieingesetzt ist. Entzückend in ihrer Feinheit sind die Stickereien und Spiyen ans beit Evitzet,- frtmleu der I fl r ft i u von Plcß in Hirschberg, und diesen an Feuiheit lmd^ Zartheit zu vergleichen, die auf farbige Seidenstoffe aufgelegten Scherenschnitte von Rolf Winkler. Zun, Schitlß n,.ahl,ei, »ins die G r a b in a l« e n t w ü r i e für gefallene Krieger, sowie die für das dlirch den Krieg verwüstete Ostpreußen gefliftelen Ha,ts- einrichtllngen an den Ernst der Zert. — K r o n e n - A ü ch e r, B a n d 19. .T r e u e'. Ron»an von Margarete B ö h m e. (Kronen-Berlag, G. in. b. H^ Berlin SW. 63, drei; 1 Mk.) — In diesem nellesten Bande der „Kronen-Bücher* schildert Atargarete Aöh>ne etlvaS, was zwar nicht eng mit der uoi, Kriegsgeschrei und Kanonendonner erfüllten Gegenwart zn- fan,inenhangt, ,vaS aber Irotzdein den Grnndton bildet für die große Zeit, in der wir lebe». Tie wundervolle heilige Treue nämlich, „nt der deutsche Männer und Frauen unbeirrt voi, selbstischen Interessen ben geraden Weg ihrer Pflicht gehen! Sie schildert ne an den Schicksalen der schönen GastwtrtSfran lind ihrer seinen, liebenswerten Tochter, schildert sie im Leben des alten Seklsabrikanten Korsaar und in ieinen Kindern, schildert sie in jener Gegend, die uns Deutschen wohl allen die liebste ist, am blitzenden Rhemslrom, wo in jcnnendnrchglnhten Nußban,nlauben, ans Bergen und Häiigcn sich die Fäden dieses anmutigen Werkes verschlingen und entrollen. Zahlenrätsel. 19 4 8 Znnmergerät. 2 6 3 2 4 Flüssigkeit. 2 1 8 8 4 Getvicht. 1 5 6 8 Gerinaiuscher Gott. 3 IO 7 4 3 Gebranchsgegenstand. 4 7 7 4 Ackergerät. ' 5 4 7 4 8 Eine Waffe. 5 17 4 Herrschertitel. 6 7 4 11 Ein Tier. 7 1 2 4 8 Ein deutscher Volksstannn. 4 6 2 4 11 Dlännlicher Vornan,e. 8 10 4 12 6 Biblischer Name. Die AnfangSbnchstabeil, vo>, obei, >,ach nisten gelesen, ergeben de», Namen eines berühmten Seehelten. (7lnfl. in nächster Nr.) Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Sanedand — Ceber -- llucloa — Lchternacl, — dichte — »'enelL — LisackL — I^anzv: Scheffel, Ekkehard. Kchristleitung: Ang. Goetz. - RotationSdntck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Longe, Gießen