Zurück zur Scholle. föoman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) XXII. Hugo, der Individualist, arbeitete unterdessen in Halle mtt bewundernswertem Eifer und ungeahnter Ausdauer auf sein Staatsexamen^ los. Die tiefste Weisheit des alten Bundes: „Alles ist eitel!" hatte er an seinem eigenen Leibe erfahren. Jetzt war er bei der neuen Botschaft von bdr christlichen Liebe. Und er machte plötzlich die Entdeckung, daß man auch damit eine Individualität sein könne. Und wie er dies im Hörsaal wissenschaftlich in sich aufnahm und gemäß seiner Veranlagung selbständig verarbeitete, im Hanse machte er unterdessen einen praktischen Kursus der Seelsorge durch. Denn Hedwig litt schwer, wenn sie auch niemals klagte. Schon der erste Brief des Barons wa^f sie in das wilde Meer ihrer Schmerzen zurück. Hugo tröstete sie nach Kräften, zeigte ihr das Vergebliche ihrer Hoffnungen nnd brachte sie endlich dazu, den B>vies an den Vater zu schicken. Als abe(r das zweite Schreiben Fritz von Wiukelbergs kam, in dem er ih- die Not seiner Kinder klagte und sie inständig beschwor, zurückzukehren, da war sie nahe daran, alles zurückzulassen und nach Britzkalo,e zu eilen. Hugo hatte eilten schweren Stand. Sic klagte sich selbst der Pslichtvergessenheit an und war ganz untröstlich. i,,Hiede!" bat er und nahm sie in die Arme. „Du kannst Vater darin nicht vorgreisen. Er ist schwer gekränkt worden und muß erst Genugtuung haben, ehe an eine Versöhnung zu denken ist." „Aber die Kinder!" schluchzte sie. „Die Kinder sollen nicht darunter leiden." „Das ist leicht aus der Welt geschafft!" meinte er zuversichtlich. „Das Kinderfräulein wird entlassen, und der alte Abraham hat für besseren Ersatz zu sorgen!" * „Ich muß ihm doch wenigstens antworten!" rief Hedwig unter Tränen. „Du hast Vater versprochen, nicht zu schreiben!" mahnte er liebevoll. „Dann schreib du!" bat sie. „Ich darf nicht?" erwiderte er und zerbrach sich den Kopf, wie dieser böse Knoten am leichtesten zu lösen wäre. „Schreib an Moritz Gaffel!" schlug er ihr endlich vor. „Das ist einer von den wahrhaft guten Menschen, die es selbst nicht lvissen, daß sie dazu gehören. Er hat jetzt Ferien." Hedwig nickte wortlos und schrieb. Moritz Gasse! ging mit dem Schreiben zum Baron und bot sich als Hauslehrer an. Noch an demselben Tage wurde das Kinderfrämein nach Luschelau abgeschoben. Der alte Abraham versprach, ein besseres herbeizüschaffen. Bis dahin -beaufsichtigte Moritz Gassel die Baronskinder. Bald hingen sie an ihm wie die Metten. Fast jeden Tag waren sie bei ihm im Schulgarten. Cäcilie stöberte in der Schulstube eine Fibel auf und lernte auf eigene Faust lesen. Der kleine Günther, aber hielt sich mehr an die Bienenstöcke, wo der süße Honig floß. Bor den Stacheln der fleißigen Immen hatte er keine Angst, weil er sie nicht kannte. Als ihn aber die erste in die Hand pickte, erhob er ein durchdringendes Jndianeraebrüll und entfloh. Seitdem brauchte ihn Moritz Gassel nicht mehr vor den Honigkäsden zu warnen. In der zweiten Ferienwock-e, als man draußen auf den Feldern die Gerste zu schneiden begann, sing Cäcilie schon an, in einem Märchenbuche, das ihr Moritz Gassel unter die Hände gespielt hatte, zu buchstabieren. Und als sie erst drei Sätze glücklich herausbekommen hatte, ging sie mit dem Buche zu Bett (und stand damit auf. Noch mehr Freude fast hatte Moritz ' Gasse! an dem kleinen Günther. Dieser kleine Kerl besaß einen harten Kopf. Was er einmal in den Fingern hatte, das hielt er fest. Nur am Sonntag war Moritz Gassel kiirder- los. Da blieben die beiden Kinder bei ihrem Vater. Moritz Gassel benutzte diesen freien Nachmittag dazu, August Knorreck in Zdurotschin einen Besuch zu machen. Der fragte ihn über alles aus, was wäl-rend der Woche im Dorfe vorgefallen war, wie s mit der Ernte vorwärts ging nnd wie's mit Fürchtegott Fritsck)er stand. Denn mit dem wollte es nun endgültig bergabgehen. Der Knecht lvar ihm vor der Ernte fortg-elausen, die Gläubiger drängten heftiger als jemals, allen voran der Sulitscher Gottlieb, und die alte Fritschermutter lag wieder im Bett und l-atte Wasser in den Beinen. Moritz Gassel trank eine Tasse Kaffee und machte sich noch vor Abend lvioder aus die Strümpfe, weil er nicht mit Thomas Hauschild Zusammentreffen wollte, der Sonntag abend stets angeritten kam und August Knorreck über das Gut und die Ernte berichtete, sich Ratschläge ausbat und durch die stramme Arbeit und die Verantwortung, die auf ihm lastete, ein ganz ordentlicher Mensch geworden »var. ')tur das kleine Spielchen bei Dudeck ließ er nicht aus. Die Bank aber hielt er nicht mehr. Auch in der Woche kani er zuweilen nach Zdurotfchin geprescht Dann blieb er nie länger als eine halbe Stunde. Und so erzählte er denn einmal, daß die Dreschmaschine kaputt sei und in Sulitsch zum Ausbessern wäre. „Liegt das (Getreide draußen?" fragte der Inspektor hastig. „Elf Schober haben wir gemacht," antwortete der Gehilfe stolz. „Sind sie versicl-ert?" „Selbstverständlich!" erwiderte Thomas Hauschild, der Stellvertreter, und warf sich in die Brust. ,?)La, dann ist's gut!" knurrte August Knorreck befriedigt. Gleich darauf sprengte der Gehilfe über den Vieht- markt. August Knorreck wartete, bis der der Hnsschlag nicht mehr zu hören tv-ar, dann griff er seit vierzehn Tagen zum ersten Mal nach Stock und Mütze. Seine Frau sah ihn überrascht an. „Ich geh aus!" sagte er, schon an der Tür. „Wart nicht, es kann lange dauern, bis ich wiederkomme!" „Wo willst du hin?" rief er bestürzt. „Kummer dich nicht mid leg dich schlafen!" befahl er barsch und schritt hinaus. Doch sie gehorchte nicht, holte eine Handarbeit und wartete aus ihn. Kurz vor Mitternacht erreichte August Knorreck die Britzkawer Grenze. Der Halbmond neigte sich schon zum Horizont. Die Nacht war hell. Im Norden stand ein lichter Schimmer. Märchenstumm lag der niedrige Wald, nirgends ein Laut. Nur ein Igel raschelte über den Weg, uno aus! dem Busch der alten Kiefern, die sich auf einem Sandhügel über die Schonungen hoben, stieß lautlosen Fluges ein riesiger Uhu. Und der Inspektor durchstreifte in dieser Nacht wieder die ganze Gemarkung Britzkawe. Wie ein ruheloser Geist wanoerte er die stillen Raine zwischen den Feldern entlang. Das Dorf vermied er. Beim ersten Schober machte er halt. Er bestand aus zwei Teilen. Dazwischen hockte die Lokomobile, drohend wie ein Gespenst. Auf ihrem kalten Kessel lag dick der Nachttau. August Knorreck kletterte auf Schober und las die Versicherungstafel. Eben pfiff den Die Gesell Wächter zwei. Dann stieg er wieder hinunter. ^ schaft war gut. Er war mit dem alten Abraham zufrieden. Alle elf Schober revidierte er der Reihe nach. Beim zweiten, der schon etwas vom Dorfe ablaa, scheuchte er aus dem nahen Kleefelde ein paar Rehe auf, die mit langen Sätzen dem schützenden Walde zuflüchteten. Der dritte Haufen war hniter dem Mühlenberg gerichtet. Tie Mühle stand still, aber in der obersten Luke brannte ein kleines Lichtlein. Der vierte Getreideschober stand bei Fürchtegott Fritschers langgestrecktem Rübenfleck. Diesmal hatte er da Gerste gesät. Sie sah dünn und ärmlich aus, weil der gute Boden schon seit Jahren sträflich vernachlässigt worden war. August Knorreck schüttelte den Kopf und schritt weiter, immer mehr entfernte er sich vom Torfe. Auf allen elf Haufen fand er zu ferner Genugtuung das schirmende Blechschild funkeln. Auch waren die Schober gut gerundet und fest geschichtet, zeigten keine Lücken, wo der Regen eingreifen konnte, und alle Garben lagen mit den Aehrenenden nach innen. Der Inspektor wurde fast ein wenig stolz auf seinen Schüler. Nur das Nachharken war etwas nachlässig betrieben worden Zehn Schritte weit ließ August Knorreck seinen Stock über dre Stoppeln schleifen, dann hatte er schon eine Handvoll Aehren zusammen. Wieder stand er am Ende seiner Wande- ^""6 c^nd^r ^ enfrühe auf der Schwedenschanze, und der Abschied kam ihm hart an. Angestrengt lauschte er auf den Schuß den er vor vierzehn Tagen gehört hatte. Doch es blieb alles still. Das Lichtlein in der Mühtenluke brannte mcht mehr. Eine Viertelstunde wohl wartete der Inspektor Tann krähten im Torfe die Hähne, und er stieg die Schanze hinunter, bog in den Wald hinein und schritt kräftig aus, ü nt J lbei L b i e ® ren * e zu kommen. Da knackten Plötzlich die Busche. Dicht vor ihm strich mit eiligen Sätzen ein Mann über den Weg. Wie der Wind verschwand er in den Fich- ten der gegenüberliegenden Schonung. August Kuorreck stand lange und überlegte, ob er gleich zum Förster zurück- ^onn aber schritt er weiter, denn die Zeit war schon wert vorgerückt, und er wollte auf Britzkawer Gebiet mch gesehen werden. Tausend Schritte machte er noch. Ü eme J jungen Fichte eine derbe Faust hervor "ud packte ihn an der Brust. Der Inspektor hob den Stock und wollte zuschlagen. Da erkannte er den Förster tief et ^dutzt und ließ ihn los. „Ich Hab hier zum Rechten gesehen. Am Taae kann bem ^ bCt *** 5f,t feib ^ ^nt-r ftj . isk ein verfluchter Lumpenhund!" nickte Karl Rupperk „Sieben Nachte schon führt er mich an der Nase herum. Bald rst er hier, bald dort!" ' „Diesmal war er hier!" meinte August Knorreck. , Es ttt mir einer vorbeigelaufen. Glaub's aber kaum, daß Ihr chn noch einholen könnt." ö „Hat er eine Flinte gehabt?" «,Hab nicht gesehen, daß er keine hatte." „Na!" knirschte der struppige Waldrnensch und ging ern paar Schritte mit. „Den Kerl krieg ich noch." „Ihr müßt es dem Herrn Baron melden." „Ich werd mich hüten!" knurrte der Förster. „Solange ich noch keine Beweise habe, traii ich mich nicht hin. Ist auch kein Weidmann, der Baron, und hat kein Herz für den Wildstand. Hat's auch selbst verschuldet, daß es bald oben, bald unten knallt. Hätte er die Bauern nicht zur Treibjagd eingeladen! Das läuft nie gut ab." „Ich bin auch dagegen gewesen." „Und jetzt ist diese verfluchte Schweinerei da. Er setzt sich mit den Bauern auf eine Bank und spricht mtt ihnen, als wären es Herren. Das paßt sich nicht! Sowas verttägt dieses Pack nicht, und sofort werden sie übermütig um> tanzen ihm auf der Nase herum." „Wieso?" fragte August Knorreck erschreckt. „Jetzt geht's um den Chausseebau nach Podraschke. Der Landrat war selber hier. Keiner von den Bauern will eine Fuhre machen. Soll alles das Gut aufbringen. Das hat der Baron davon! Wir sind hier rwch lange nicht in Amerika. Seitdem Ihr von Britzkawe weg seid, ist rein der Geier los." Sie standen jetzt auf der Grenze. „Ihr müßt es doch dem Herrn Baron melden!" meinte August Kuorreck und reichte dem Förster zum Llbschied die Hand. „Nein!" sprach Karl Ruppert eigensinnig. „Eh ich ihn nicht ertappt Hab, geh ich nicht aufs Schloß. Ich will mir nicht wieder übers Maul fahren lassen, wie damals mit dem Waldfrevel in Altsorge. Damals hatte ich auch einen in Verdacht, aber keine Betoeise. Da hat mich der Baron schön angeschnauzt. Und dabei stehlen sie da unten schon wieder wie die Raben." August Knorreck ließ den Kopf, sinken und stach mit fernem Spatelstocke im weichen Moosboden herum. „Der Müller wird nicht mehr lange schießen!" fuhr der Förster fort und ballte die Faust auf dem Gewehrriemen. „Und wenn ich noch sieben Nächte drangeben muß. Tann leg ich mich aber bei der Mühle auf den Anstand." „Das tut npr!" ermutigte ihn der Inspektor. „Gebt auf das Licht in der obersten Luke acht. Das hat frühev nicht gebrannt." „Ist mir auch schon ausgefallen!" meinte Karl Ruppert und dampfte unwillkürlich seine Stimme. „Manchmal schläft er rn der Mühle. Das hat er früher niemals getan. Und die Büchse hat er irgendwo im Walde versteckt." „Ja!" nickte August Knorreck. „Er schießt mit Kugel. Nehmt Euch nur in acht, daß Euch nichts passiert. Ter ist gefährlich!" „Ich werd ihn schon erwischen!" „Und macht ihn nicht unglücklich!" mahnte der Inspektor. „Der Mann hat Weib und Kind. Vielleicht gibt er sich schon mit einer Schrotladung zufrieden." „Ich nehm Rehposten!" sprach Karl Ruppert wirtend. Dann schieden sie bei dem schillernden Wassergraben, in dem Karl Zdurotschin ertrunken war. (Fortsetzung folgt.) Der Achtzehnjährige. Von Adolf Stark (Marienbad) Hinter einem Bahndamm lagen die Reserven, unter ihnen Fritz, der Achtzehnjährige. Eigentlich sah er noch jünger aus mit der schmalen^fast mädchenhaN zarten Gestalt und dem glatten Gesicht m welck)em sich selbst jetzi, nach Wochen des Frontlebens, wo alle die andern mit ihren verwilderten Bärten schon aussahen nne der Sger im Märchen, keine Spur von Bammichs zeigte. Doppelt zart und knabenhaft sah er aus unter all den alten Landsturni- mannern, aus n»elchen die Kompagnie zumeist bestand. Sie riesen ihn nicht anders als „Bubi". 'Der er, der gegen Spott sonst so empundlich ivar, empfand instintliv, daß in dieser Benennung etwas Zärtliches lag, und Ueß sie sich schweigend gefallen Nicht so einverstanden war er mit der Sorgfalt, mit welcher sie ihn umgaben. Wenn alle un Regen lagen, für Bubi wußten die andern immer ein gesichertes Plätzchen zu finden, wo es trocken und möglichit warm war; blieb der Train und die Fahr- lüche einmal ans, dag man für z»vei, drei Tage den Gurt fester Mkl-en mutzte um den hungernden Magen zu besänftigen, Bubi sanvelgte jelbit da im ileberslui;. ^.enn von allen Seilen wurde ihni heimlich etwas zugesteckt.- da ein Stück Schokolade, dort ein Restchen Wurst und Brot, und er milßte es nehmen, wollte er nicht den Geber tödlich beleidigen. — 423 — MM lebte ein Traumleben- ohne recht zum Bewußtsein der WirklicUeit zu kommen. Wie er so dalag auf dem jungen, frischen Grün, das Geweihir im Arme, und hincnMickte in das Blau des Himmels, wo unbekümmert um den Krieg, welchen das törichte Menschenvolk führte, eine Lerche ihr Lied trillerte, glaubte er jeden Augenblick: Das kann ja gar nicht sein, gleich werde ich wieder erwachen und in der Schulbank sitzen und Professor Uli wird vor mir stechen und mich über die Brillenränder hinüber höhnisch an- olrnzeln und mit seiner kreischenden Stimme sagen: „Wieder einmal nicht präpariert: setzen Sie sich, nickt genügend!" Und dann vam ihm auf einmal das Belvußtt'ein der Wirklichkeit. Wre m jähem Erschrecken ließ sich die Lerche in das Ackerfeld fallen und ihr trillerndes Lied brach plötzlich ab. Hoch oben in der Luft aber stand ein weiß^ Wölkchen, klein und zart, wie jene „unschuldigen Schäflein", die an schönen Sommertagen nur deshalb am Himmel zu stehen scheinen, um das strahlende Blau besser hervorzuheben. Bubi wunderte sich; wo kam das Wölkchen gCT? Er starrte doch schon länger auf den Fleck und hatte es bestimmt vorhin nickt gesehen. Sein Schülerhirn, gewohnt, die Erklärungen für alles aus der Fülle des Angelernten zu entnehmen, suchte nach der Entstehungsgeschichte der Wolken überhaupt, und als er erkannte, daß sein Wissen da eine bedenkliche Lücke auswies, erschrak er darüber, gerade so, wie in der Schule, wenn ihm zum Bewußtsein gekommen war, daß er irgend etwas nicht wußte. Au^ einmal stand neben den: einen Wölkchen ein zweites mnd dann wurden es auf einmal viele: hatte es jemand neben ihm gesagt oder wußte er es von selbst, aus jenem instinktiven Wissen heraus, das in großen Momenten den reinen Toren oft zum Wissenden macht? Genua, er wußte es plötzlich: das waren nicht Wolken, das waren Schrapnells, feindliche Schrapnells, die, er wußte nicht woher, kamen. Tas erste Gefühl war das des Erstaunens, fast der Enttäu schung. Schrapnell, der N.ame schon klang so hart und grausam und jetzt diese unschuldigen Schäfchen! „Sie schießen wieder einmal aus die Reserven das Gesindel," börte er eine Stimme zu seiner Rechten. „Das machen sie immer so." ,LZon mir au^." Das war der Lorenz, der so sprach. Fritz erkannte ihn an der Stimme. Er richtete sich empor, stützte sich auf die Ellbogen und sah hinüber. Ta lag der Lorenz, phlegmatisch und faul wie immer und neben ihm der andere Spreckfer, deä Lehrer Pleyer. Ten nervösen schwarzhaarigen Levisohn aber, der im Zivil Teilhaber des väterlichen Geschäftes war und von dem man erzählte, daß er Millionen besaß oder wenigstens dereinst erben werde, duldete es nicht mehr. Er sprang auf, blickte hinüber zur Front und dann wieder zum Himmel hinaus mit den kleinen Schrapnellwölkchcn und wandte sich dann plötzlich zu dem Lehrer. „Wie können Sie solchen Unsinn reden?" Er schrie beinahe nd schien sehr entrüstet. „Schießen auf die Reserven; Unsinn," re bestreichen den Raum, um die Zufuhr von Menage mrd Munition zu erschtveren, besonders von Munition. Deshalb schießen sie über die Schützengräben hinaus. Habe ich nicht recht, Lorenz?" „Bon mir aus." Der Gefragte nahm die Pfeife aus dem Mund, spuckte aus und rauchte weiter, während die beiden andern sick in eine eifrige Debatte einlicßen. als gäbe es nich^ Wichtigeres. wie die Frage nach dem Grunde des Züiftauchens dm: werßen Wölkchen so weit hinter der Front. Immer näher kamen sie und näher: plötzlich schrie der Lorenz zornig auf: „Kreuzhimmeldonnerwetter!" Bubi sah hin; für einen Moment stockte ihm der Atem und er fühlte, wie sich eine Zentnerlast ihm aufs Herz legte. Er konnte den Blick nicht abrvenden von dem Gesichte, über welches es in roten Tropfen herabrann Das erste Blut! Ta war auch schon der LeutnMrt und beugte sich über den Mann. Im nächsten Augenblick stand der Lorenz aber wieder auf seinen Füßen; ordentlich stramm stand er da und wischte mit der Hand über den Schädel, daß sie blutig lvurde und das ganze Gesicht beschmiert war, was zugleich schauerlich und komisch aussah. „Melde gehorsamst. Herr Leutnant, es ist nicht der Rede wert. Nur ein Kratzer. Aber das Lumpeng'suchet hat mir die Pfeife ruiniert mit der verdammten Schießerei." Ordentlich wütend war der sonst so phlegmatische Mensch. Die andern lachten und schließlich lachte der Lorenz mit. Am hellsten und lautesten aber lachte Bubi, dessen klare Knabenstimme aus dem Baß der anderen hervorklang wie ein Silberglöckchen zwischen dumpfen Kirchenglocken. So leicht und wohl war ihm plötzlich ums Herz, der Druck war verschwunden und beinahe triumphierend blickte er zu den weißen Wölkchen empor Ah bah, ihr da Proben. Was könnt ihr? Pfeifen zerbreä>en und höchstens Löcher in den Schädel schlagen, wie wir Buben mit den Kieses- steinen. Ist das alles? Und davor soll man sich fürchten? Läcku-r- lich. höchstens spaßhaft ist das Gairze." Und der Truck auf der Brust kam auch dann nicht wieder als die Reserven vorgerückt waren und er im Schützengraben ftücte uitb schoß, und rechts und links neben sich Stöhnen und manchmal unterdrücktes Jammern lwrte und die Männer mit den weißen mit rotem Kreuz geschnückt.m Armbiichen behutsam und schnu'igend nntten unter den Schützen ihres Dienstes leiteten. Ter gueck- stlberne Levisohn war einer der ersten, den es ernnschte. Er' konnte nrcht ruhig lieg«: und als er im Ei rer des Gefechts eininal aufft sprang, erwischte ihn eine Kilgel. Aber eine Stunde später war er wieder da, das Gesicht verbunden, wie einer, der Zahnschmerzen hat, demr die Kugel war ihm zum Munde hineingegangen, hatte zwei Zähne mitgenonmr'en und die Backe durchbohrt. Aber deswegen ms Spital, gleich am ersten Kampftage? Ter kleine schwarze Kerl grinste. „Der eine Zahn war ohnehin schon schadhaft. Und wenn rch nach Hause komme, lasse ich mir ein paar goldene machem? Ick kann mirs bieten." Selbst im Schützengraben konnte er ein bißchen Protzen nicht lassen, aber es nahms ihm keiner übel. War doch ein ganzer Kerl! Der Lehrer nahm sein feldgraues, Halstuch und band es Levisohn trotz des Sträubens um das. Gesrcht, damit der Verband in seinem Weiß keine Zielscheibe für kübe und Bubi tat das gleiche mit Lorenz, den keine! zehn Pferde auf den Verbandplatz gebracht hätten ..wegen so an Schmarrn , und der es nur widerwillig geduldet hatte, daß ihn ein Santtater rm Schützengraben verband. Am Abend wurden sie abgelöst und bezogen Quartter im Dorfe, richtiges Quartier mit einem Dach über dem Kopf und Stroh aus den Dielen. „Wie die Fürsten," sagte der Lehrer. Levisohn war fvrtgeschlichen und kam nach einer halben Stunde mit einer funkel-, naaelneuen schönen Pfeife wieder, die er glücklich im einzigen Laden aufgetrieben hatte. Zehn Gulden hatte sich der Krämer in Ausnutzung der Konjunktur zahlen lassen. „Aber was tut's, ich hab's ja." Und. Lorenz, der im Schützenfeuer so ruhig gelegen« war förmlich aufgeregt über den Besitz eines so kostbaren Stückes und schwur, alle Russen zu erwürgen, wenn sie ihm nochmals die Pfeife ruinieren sollten. Bubi aber schlief mit roten Bachov und lächelte im Schlafe. Die Russin. -Wer t^n Russen verstehen tvill, der darf die Russin nicht vergessen, und darum darf das fesselnde (aber vielleicht ein wenr^ übertriebene) Charakterbild, das Adolf Dirr von der Russin entwirft, gerade jetzt auf lebhaften Anteil rechnen. Es erscheint vieler Tage im Julihefte der „Süddeutschen Monatshefte", das zu einem Gesamtbilde von „Rußlarch von innen" gestaltet ist. ^virr, der Land und Volk in Rußland aus langem, eigenem Auf- enthatte im Zarenreiche gründlichst kennt, weist auf die furcht- bare Disziplinlosigkeit der ganzen russischen Kinderwelt und weiter aus die bekannte Neigung der russischen Jugend zu eiidlosen, un- friichtbaren Diskussionen hin. Was dabei herauskommt, davon hat er selbst als Lehrer an einer russischen Frauen Hochschule die schlagendsten Erfahrungen sammeln können. Er unterrichtete da Deutsch, Englisch mid — allgemeine Sprachwissenschaft. Daß die Mädchen bodenlos unwissend waren und allgemeine Sprachwissenschaft hören wollten, ohne eine Ahnung von irgend einer Sprache außer der russischen zu haben, das war getviß übel; lvorüber aber gar nicht hinweazukom/nen war, das war der in der ganzen Gesellschaft steckende Geist. Für die meisten Mädchen rvar die ganze Sache nur eine neue Koketterie, eine neue Parade. * . Vor 10 Uhr morgens war es den Damen zu ftüh, und in deii Abendstunden zu spät — natürlich: man wollte ins Theater und in das Konzert, also konnte maii nickt nach 7 Uhr abends und nicht vor 10 Uhr morgens arbeiten. Aber geschnattert wurde fest, an den Dozenten die unerbittlich,te Kritik geübt, an Programm und Methode gekrittclt, man versammelte sich zu Protestkundgebungen und besuchte die Vorlesungen nicht. Die Studentinnen verlangten von Trrr einen Vortragszyklus über deutsche Literatur, aber . . . 9ldolf Michai- lowitsch. bitte, ohne Texte! Sie fragten, ob er die Einführung in me Indogermanistik nicht ohne die verflixten fremden Sprachen fertig brächte! Von der russischen „baryschnia" der Jungfrau aus den be,,eren Standen, bekommt man. wie Dirr benrerkt, wohl ailch in Rußland kaum jemals etwas Gutes zu hören. Eitel, leer, naseweis, hochmütig. vorlaut ist so ein Wesen, das sich häufig init dem Geschmack zu kleiden versteht, das Grazie und Schönheit. kostbare slawische Geschmeidigkeit, Natürlichkeit und Wärme und eine nicht unbedeutende Begabung zu einem der reizendsten Frauentypen macken könnten, wenn nicht das weibisch „Launenhafte", . Unbeständige. Kokette, Leichtsinnige. Verlogene, Streitsüchtige. Unzuverlässige. Egoistische — die Worte gebraucht ein Nationalrusse zur Kennzeichnung seines Volkes — das Bild fast $u einer Karikatur des Weiblicher: machen würde. Tie Jungfrau nnrd nun glückliche Braut, Frau find Mutter. Tas Bild einer russischer, Ehe gleicht im allgemeinen dem einer europäischen abzüglich der Kameradschaft urrd wirtschaftlichen Leitidee der französischen, dem idealen Einschläge rmd der stramN: geführten inneren Zucht der deutschen, der Rftterlichkeit und respectabüity der englischen Ehe. Ter nmndeste Punkt im russischen Familienleben ist die Erziehung. Sie hat mir einen Grundsatz: bis zum 10. Jahre ist das Kind zu klein, vom 10. Jahre ab zu groß zur Erziehung! Es spottet jeder Beschreibung, was die Phrase vom Reckte das Kindes in Rußland versckmldet hat. Ein verlottertes. genußsück»- tiges. faules, alles Wohlgeratene leugnerrdes, alle Pflicht ver- neincdes. nur Rrrlne forderndes Geschlecht wächst heran Zwei- jährige Kinder gibt «s da, die ihre kNutter mit den Worten „Mama, ty dura" (Mutter, bu bist eine Mrrin ins Gefickt schlagen. Höhere Töchter und Gymnasiasten gründen LiebeSfluds Frauen gestehe» einem Lehrer die Unmöglichkeit ein, mit ihren zehn bi> zwölf jährigen Spröplingen fertig zu iverden Hall',i'ü.1"'..,e Kinder treiben svh bis in die Fracht auf Tauern und Straße» 424 — herum, rempeln Erwachsene an und beleidigen sie in unflätiger Weise Ter jetzige Krieg mig ausg .Ijeit wie er will, Rußland wird nach Dirrrs Ueber-engung eine zweite Jugend, evolution erleben, gegen die die erste, nach dein japanischen Kriege, das reinste Kinderspiel war T-ie Russin hat manch.s von der Westeuropäerin voraus. Sie ist und gibt sich natürlicher, weniger kultlirverkünstelt, wie auch der Russe im allgemeinen: ihre Einsichten sind breiter und wohlwollender, sie ist nicht so verdammt vernünftig, absiclstlich und überlegt, wie *. B die Französin, nicht 'so hochmütig-kalt wie die Engländerin, nicht so eng uns beschränkt wie viele unserer Landsmänninnen: sie hat viel natürlichen Perstand, sie hat Wärme und Anmut. Sie hat ein unverkennbares Streben nach Höherem. Menschlicherem als dem, was ihr in der Oede des russischen Lebens geboten ist. Sie hat das mit dem anderen Geschlechte gemeinsam. Mer sie hat auch den großen altrussischen Fehler: das Richtdurchhaltenkönnen, das zu frühe Abschwenlen vom Ziele, die Furcht vor der dauernden Anstrengung, das rasche Ermüden, den schnellen Ekel an allem, was sich nicht übers Knie breclsen läßt, und jenen furchtbaren Hang zunl Räsonieren und Spintisieren, der allem frischfröhlichen Beginnen von Anfang an den Todeskeim cinimpfr. vermischte». * Wie die »Snrbomen e* torpediert wurd e. Vor wenigen Tagen fiel ein italienischer, mit austrclischem Holze beladener Segler, die „Sardomene" dein U-Bootkneg jjuiu Cpfet. Wie es dabei znging, berichtet der gerettete ziveite Stelier,nanu des Schiffes. »Tie bisherige Reise der „Sardomem.E war ruhig und ereignislos von statten gegangen, bis sich der Segler den Fastnet-Klivpen, vier Meilen südwestlich von Kap Clear, näherte. Als wir genan nördlich von dem dort stehenden Leuchttnrme vorüberfuhren, näherte sich und ein englisches sRundenschiff und warnte lins, u>eil de»,tsche Unterseeboote in der Nähe wären. Tas Rundenschiff fuhr dann iveiter, irnes aber ein andere- an, rn»S eine bestimmte Streeke lang zu begleiten. Tonnerslag, »n- gefähr nm I Uhr, sichtete ich nngesähr 300 Nieter links vom B»lg ein Perjstop. Die gleiche Beobachtung machten ein raar ani dein Vorderdeck stehende Kamerade»,: ivir alle aber batten den Eindruck, daß sich das Unterseeboot von uns entkernte: bildete doch unser Schiff ein Ziel, daS di.' Kosten eiaes Torpedoschusses wohl kanin lohnte. Plötzlich aber drehte ''ich da- Unterseeboot uin und schoß eilten Torpedo gegen »mf ab. A szu'veicheu war unmöglich, den»» llltser Segler tonnte nicht au'krenzeu lind überdies war der Abstand so gering, das wir kaum die Torpedospur bemerkten, als die »Sardomene" auch schon mittschiffs getropen ivnrde. Tie Erschütterung schien unser Schiff alis dem Waffer beranLzuheben. Die Explosio»t >var furchtbar, Masteil. Segel. Taue stur len über Bord, der Segler w >r im Handuntdrehen zun» Wrack ge- wordelt, mährend er sich stark nach Backbord neigte. Zwei Matrosen, ein Russe mtb ein Spanier, wurden durch den Anprall de- Geschosses vom Vorderkastell tu die See hinansgcschlendert: der eine ging sofort unter und ift ,licht wieder aukietaudit, der andere konnte gerettet tverden. Unser Bootsmann, ein Irländer namens O'Neill, der ebenfall; auf bem Vorderkastell stand, stürzte zu der Schaluppe auf Steuerbord. Ich lief lhln nach und sab beim Uebergl,ereil der Brücke einen Kameraden schwer verivluldet an der Tür des Kastells liegen — er war wahrscheinlich getroffen lvordeit, tvährend er sich unter Teck auilielt — ; ein anderer lag am Hauptmaste hingestreckt, un'ählg sich zu erbeben. "Als ich auf der Kommandobrücke anlangte, traf ich unseren diittcn Offizier, einen Svaliier. Wir sahen gleich, daß z .in Ausbringen der Schaluppe keine Zeit bleiben würde. Es wurde daher der Befehl gegeben, die RettllngSringe los ju machen und sich in d e See zu stürzett. Ta- Urals sah ich unseren Kapitän z nn legten Male: vielleicht wollte er das Schiff nicht verlassen. ohne ,ve,tvolle Papiere oder vielleicht audi die Kaffe ui Slcherb.cil zu bringen: er trat in-die Kajüte etil, kam aber nicht mehr zun» Vorschein. Null sprangen lvir alle ins Wasser, zwei Minute» später sank die .Sardolliene", einen starken Strudel bildend, in die Tie e und nahm alle mit sich, die sich llicht iveit genug von ihr hatten entkernen können. Wir zä Iie» in Waffer 11 teilte; die meinen ivurden von unserem Begleitschiff gerettet: zivei aber, unser Koch und ein Matrose sind bei der Explosion lnngekonunen und liegen nun auf dem Kirchhof von Easlle- lown begraben.^ * Mimikry bei Schlange n. In der letzten Zeit i>'t der bekannte Begriff der Mimikry sehr in Mißkredit aekommen. Atan glaubte die merkwürdige Aedntrchkeit auf de»» Einstuß physikalischer oder che-uisä er Faktoren in der Ernährung oder im Klima zurück- fühxcu zu sollen. Neuerdings aber bat nach einem Bericht in den -Raturioisjenscha'ten- Sternsild bei Schlangen Uebereinftiinn,ungen in ,'särblmg und Zeichnl»ng nachgew esen. die s.-iner Ansicht »»ach wohl nur di'.rch Schntz«mpaff,l»»g zu erlläreit siild So gibt es y B mu' amerilani'che Gistlchlangengattung mit auffallenb rot tuid -chioarzer Rrngelung, die Kornllenotler. Tiefe ivird nun von etiva Arte« ungi'tsger Schlangen, die 26 verschiedenen Gattungen angehören, nachgeahmt Ganz besonders fällt dabei auf» das; die geographische Verbreitung der Nachahnler mit der der Vorbilder \e% genau übereinsliinmt. Mindere Arten der nachahmenden Gattungen, d»e in voll der Z^orallenotter nicht beivohnten Gebieten leben, zeigen allrh keine Aebnlichkeit mit der geiürchleten Giftschlange. 'Aber nicht nur n, der äußeren Zeichnung sondern auch in der Größe »vird das Vorbild nachgeahmt. Tie Arten dee Korallenotler schwanken -»vischen bis 1 Bieter Länge, nur eine »vird bis zil 1,9 Bieter lang. Nun gibt es unter den nachaymenden Gattungen zahlreiche Urten, die in den Maßen nach oben oder unten abiveichen. Diejenigen Arten aber, deren Färbung nm getreuesten der der Giftschlange eutsplickit, stimmen and) m den "Maßen am gciiallesten mit »hr überein. Nur eme nachahmende Mt erreicht eine Länge von t,9r Bietern lUld gerade die e findet sich nur, lvo auch die besonders lange Art der echten Koiallenoticr vorkommt. Tiese Er- iahrung »nacht die Tendenz der Tel utznachahnnlng sehr »vahr« scheiilllch, da die BeschränkunTj ans besiimmte Großen sich »vohl schwerlich ans dem allgemeinen Einfluß der U»ngeb»mg ableiten lagt. Ebenso »»»erden eine Anzahl auffallend geringelter, giuiger ^eeichlangen (Uydroplineu) von harmlosen Schlangen na hgemacht: jn sogar einige aalartige Filche haben sich in ihrer Gestalt die -Lchreckivirklmg der aliffaltenden Zeicknnng der Giftscküailge zrmuhe gemacht. vüchertisch. Deutsche Blätter für K r i e g S v e r l e tz t e. Halb- monatliche Mitteilungen nu3 dem gesamten Gebiete der Fürsorge für deutiche Kriegsverletzte. Vierteljährlich (6 Nummern) Bik. 1,20, Einzelnummer 2» Pfg. — Verlagsanstalt Vogel & Vogel., G. m. b. H., Leipzig, Gerberstr. S8/L0. — Wir ne,men es einen glücklichen Gedanken der Verlagssirma, mit der Herausgabe dieser Zeitschrift eil» Organ zu schaffen, das für die wetteifernden Beslreb»»ngen auf de», Gebiete der üürsorgetätlgkeit für Kriegs verletzte staatlichen Behörden, Privaten, Orgaiiisaltonen, Insiillltionen lind ins- bejonderc aucl) den dem Noten Kreuz angehörigen Vereinen eine»» gliten Schallboden abgibt. Co er'üllt die Zeitschrift die vornehme "Aufgabe, allen Kriegsverletzten bezi 'deutlich ihrer Forthilse - jetzt lind später — erschöpfenden Aufschluß zu geben, und veretiiigt außerdem damit das löbliche Streben obengenannter Stimmen zu einer gen,ei»sa,nen »md ersprießlichen Arbeit zu gestalten. Da- »leben sorgt eine von berufener Hand g»,t geleitet« lind zusammen» gestellte Unternaltungsl eilage dafür, nnsexe verivundcten Feldgrauen über manche trübe Stunde hinwegzubrisigen. — K n n sl »v a r l. Erstes I u l i h e \ t 1 9 16. (KriegSaus- nnbe znm halben Breis. Vierteljährlich 2.25 Mk. Verlag Georg D. W. Eallney, Mnncheit.) Größere Aussätze: Ferdinand Avena- rins. Kam» unsre Unbeliebtheit unS nützen'? JohmmeS Witte, Die Zukunft Ostasiens und »vir Delitschen. Paul Frank, ,Kriegs- kriippcl". Lose Blätter: Drei Gellertsche Fabeln. Die Rundschau bringt u. a.: Züricher, Siegivurzeln. Avenariu«, Geliert. Nidder,, Ein jonrnallsiischer Ron,an. Leopold Schmidt, Von, Ausstand der Theaterinusiker. Kamme,baue,, Tie Besterierung deS Kriegege- »vinneS. Stapel, Rahrbachs EBismarck und u>ir". Erntehilfe durch Studenten und Schüler u. a. Bilderbeilagen: Hermann "Maier, Blühende Kastanien. Rudolf Lipli«, Ged'enkblatt für Gefallene. Ola» Gulbransson, Gabriele d'Annunzio. Notenbeilage: Alfred Schubert, Freisinn. — Die Welt des Islam von Friedrich Delitzsch. Sanunllmg ."Männer und Völker". (Verlag Ullstein 4 Eo, Berlin.) — In anziehender Form behandelt der hervorragende Orientalist der Berliner Universität die geschichtliche Erscheinung des Propheten. die Sittenlehre, die er gegeben hat, den Koran als Rechts- biich, er spricht über die »veisheltsvolle Dichtung des Morgenlandes, über iflamiusche Gelehrsamkeit und Bautunsl. So zeigt er, wie groß llnd vielfältig der Betrag der mohammedanischen Völker, die letzt von den Mächten des Vicrverbandes mit Vernichtung bedroht werden, zur allgemeinen STuitur war, und welche neue Entsaltling ihnen möglich ist, wenn e- gelingt, die Vorbedingungen ihrer Unabhängigkeit zu sichern. _ Silbenrätsel. n, ce, ck, d, d, ech, ?f, e), er, er, fe, fleh, hu, Ja, lau, n, nach, nek, h, sau, t<*, ter, va, ze. Ar,S vorstehenden Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildek lind derart untereinander gesetzt »»»erden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen einen Dichter und ein Werk desselben bezeichnen. Es bedeute»» aber die einzelnen Wörter folgeildesr 1. Landschaft in Westfalen. 2. Eine», Baum. 9. Spanische Provinz. 4. Stadt in Luxe,„bürg. 5. Einen Philosorhen. 6. "Afrikanisches Raubtier. 7. Fluß in Tirol. 8. Eine Waffe. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Dexierrälsels in voriger Nummer: Sal (d. i. V, Salomo) Z- Peter — Salpeter. Schristleitnng: Anq Goetz. - RotatioilSdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitgts-Buch- und Steindrlickerei. R. Lange, Gießen