Lurück zur Schotte. Kom-an von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) G ! ci . ac: " fuhr der Baron fort, und seine *Väbrbf-i " < ® U bist doch ein ganz verständiges ^un denk mal drüber nach, >Lrs ich j,ich jeht fragen werde Mochtest du eii« neue Mutter habend' ffs- ohne sich lange zu besinnen, "t ja da Tante Hrdwig ist wie eine Mutier nabm'^u^rff u inbfm tr f' f beide auf den Arm nayni^ „Und ne soll auch immer bei uns bleiben'" svä, % a ,?UJZVZ Frau Knorreck kam zu M J K,nder,immer wieder in Ordnung und WA'L b''d >ch htnSber wo s,ch Fritz von Wmkeldcrg ver bra ^ sS’VS&J 1f A nfm h°ffuungsvollen Zöhnchen den Ge- VffJtffrJrföfttf* SU erläutern. Er patschte nämlich damit ftroü t>aB Inhalt nach allen Seiten spritzte, retttn " ^ ' gerade zurecht, um da? Tischtuch zu „Wir fühlen uns vernachlässigt!" begrünte sie der Baron und drückte ihr die Hand. 8 B „e oer "ß'° >st Tante Hedwig*' fragte Cäeilie schnell. ' Zdurotschm gefahren!" enviderte Frau Knorreck und schlug die Augen nieder. Dabei nahm sie sich verbergen" f Cme " ^'"'bers an. um ihre Verlegenheit zu sonst ^ S3ar °" überrascht. „Das war doch (KZ „;^r n m_^ot fit mich nicht mitgenommen?" begehrte Cacilre aus. „Sie bat mir's doch schon dreimal versprochen'" ,,^re ist MN longo gefahren!" wich Frau Knorreck miS ~ ^ C L! ft r ? rt? lragle der Baron argwöhnisch. „Und ge^rn noch wollte er bis nach der Ernte bleiben? Da^ ist doch sehr merkwürdig." ' hob Frau Knorreck die Augen und sah ihn mit einem bittenden flehenden Blicke an. Da wußte er genug l" out!'meinte er lächelnd. „Auf Widerstand war rch vorbereitet, ^ch werde mir sofort den Hausnirannen kommen lallen. Wissen -coie vielleicht, wo er ist^" „Er wollte auf den Heuboden!" gab Frau Knorreck rur Antwort und schluchzte ihre Angst hinunter. bat die Kinder so lange überlassen!" ™ 0 von Winkelberg und lprang aus. Draunen ries er schickre^^ ^^^^er^nrschen, den er fosort zu August Knorreck hopste sich die Heuhalme von den Hosen und ^recht und ohi.c Hast über den Hof Gleich darauf stand er vor dein Baron schickt 7 "^^ 3 ' f ^ cbmi9 ,ta * Zdurotschin ge „Die Ehre meines Hauses," begann August Knorreck zögernd. schnitt chm der Baron das Wort aL. „Die Eh« Ihre- Hauses gilt mir genau so viel wie meine eigene Ehre. Das sollten Sie wisfen! Wann kommt Hedwig zurück?" v „Borläufig überhaupt nicht" „Dann werde ich sie holen!" A „Sie ist nicht in Idurotschin " "Wo haben Sie fit hingeschickt?" < „^er Herr Baron loerden es von mir nicht erfahren f// l)t ltark!" rief Fritz von Win-elberg und trat err^n Schritt t^i. „Das ist Freiheitsberaubung Dazu haben gar nichts davon!" r "^X- fuhr Fritz von Wmkelberg auf. „Also auf diese Weise ist sie nur abspenstig gemacht worden. Das ist aller> dings ein starkes Stück. Sie sollten mich eigentlich besser kennen, Frau Knorreck. Wo ist Hedwig? Ich muß ihr sofort schreiben!" .. ist, begann Frau Knorreck und sah sich scheu un „!ie ist mit Hugo nach.Halle gefahren. Aber Sie dürfen nicht zu ihm sagen, Herr Baron." „Nur keine Sorge!" lachte Fritz von Winkelberg frol „Morgen ist sie wieder da." „Ach, ich glanb's nicht," seufzte die Mutter. „Sie ti nichts, was er nicht will. Was er sagt, das ist für sie wie Amen in der Kirche!" „Abwarten!" lächelte der Baron. „Er wird schon nacw geben. Ich habe ein Mittel in der Hand, gegen das er machtlos ist." Als August Knorreck am Abend mit den Arbeitern wieder zurückkam, ließ er zuerst die Krebse in die Küche bringen. Dann stieg er die Treppe hinauf. Fritz von Winkelberg hörte ihn kommen und öffnete ihm die Tür. „Haben Sie sich die Sache überlegt?" fragte er kurz. ,,Ja!" erwiderte August Knorreck und in seiner Brust arbeitete es schwer. „Ich kann's nicht zugeben, niemals!" „tzst das Ihr letztes $W?" rief der Baron rarch. ,,Mein letztes !" sprach August Rstorre'ck. „Ich kann nicht andertz. „Dann hören Sie auch mein letztes Wort!" sprach Fritz von Winkelverg und trat dicht vor ihn hin. „Mit einem Menschen, der von solchen Vorurteilen besessen ist. kann ich lischt länger arbeiten. Entweder Sie lassen Hedwig unverzüglich znruckkommen oder Sie sind von heute ab entlassen!" August Knorreck fuhr sich ühdr die Stirn. Daun trat er einest Schritt zurück. Das letzte Wort hstkte ihn lote ein Beilhieb getroffen. „Herr Baron!" stöhnte er. „Ich bin über fünsjundt-, zwanzig Jahre auf dieser Stelle." „Das weiß ich, mein lieber Knorreck. Und ich »veiß auch, daß ich ohne Sie nicht lange arbeiten kann. Aber trotzdem, ich muß Sie endlich klein kriegen!" „Ich bin ein alter Mann!" sprach August Knorreck, der sich inzwischen beruhigt hatte, weit er diese ungeheuerliche Drohung nicht fiir Ernst nehjrnen konnte. „Sie wollen mich auf die Straße setzen, Herr Baron!" „Das will ich nicht!" lächelte der Baron, der den Widerstand seines Gegners schwinden fühlte. „Sie sollen ja auch hier bleiben. Nur die Dummheit von heut morgen sotten Sie wieder gut machen. Ihr Kontrakt läuft noch zwei Jahre. Sollten Sie, was ich nicht glauben kann,- meiner Kündigung Folge leisten, so werde ich Ihnen das Gehalt weiter zahlen, sofern ich dazu imstande bin. Kvnn ich's nicht, und wirtschafte ich mich ohne Sie auf Britzkawe zugrunde, dann tragen Sie allein die Schuld." August Knorreck hielt den Blick gesenkt und schüttelte in einem fort den Kopf. ,-Gs ist mein letztes Wort, Knorreck!" warnte ihn der Baron. „In der Dickköpfigkeit nehm ich's noch mit Ihnen aus. Ueberspannen Sie den Bogen nicht." „Ich tu das nicht, Herr Baron!" stöhnte der Inspektor. „Sie wundern sich darüber?" rief Fritz von Winkelberg, seines Sieges sicher. „Obgleich Sie selbst den Herrn Baron in mir großgezogen haben. Jetzt saßt er Sie an. Jetzt ivill ich eimnal wenigstens Ihr Herr Baron sein." „Herr Baron, ich bitte Sie, nehmen Sie die Kündigung Zurück." „Nur unter einer Bedingung." August Knorreck sanken mit einem Ruck die Schultern herab. (Fortsetzung folgt.) 5' mutz doch 'nen Grund ha'n! Kriegshunioreske von Florentine Gebhardt. Tie ylpfelbäume standen im Blütenschmuck und die Sonne lachte goldig über der ft-ühlingsschönen Welt. Trude Mönnig ftaub ein Weilchen überlegend am Fenster und blickte hinaus. Alles lockte sie — aber die Arbeit! Da lag noch ein Stoß AnfsatzheftL unkorrigiert. — Ach was, wer weiß, ob morgen solches Wetter war! Sie ivollte schon Klange einmal das I)örschen Bergscheide besuchen und ein paar Skirren aufnchmen. Sie hatte da einige malerische Bauern- lstitten entdeckt, die geradezu herausfordernd auf ihren Pinsel wirk- ten! Heute aing es und sie hatte Lust. Also das Malzeug in den Rucksack, das iRad aus dem Vorkeller und los, in die grüue, frische Landschaft hinaus! ^ Gut dreiviertel Stunden Radsatzes dann n>ar sie an Ort und stelle. Sie kannte das Nestck-en, hatte |ic doch in den drei Jahren, fert sie nun in der guten Stadt S», als Lehrerin an der Volkse schule ihres Amtes ivaltete, die ganze Umgegend fleißig zu Rad abgHreift und besonders botanische und zeichnerische Studien-, zwecke dabei verfolgt. Und seit sie wußte, daß auf den Sumpfwiesen beim Dörfchen Bergscheide eine seltene Pplsatillenatt wachse, war fie eifrig auf die Suche gegangen und dgbei durch Gassen und in Winkel gekommen, die sonst kein Stadtbewohner berührte 411 Daher ihre Entdeckungen der malerischen Bauernhütten. — Die Dorfstrabe war nicht ganz so bequem zu befahren, wie großstädtv- scher Asphalt. Sie stieg ab und wanderte durch den Staub über den Dorfanger, am entengriesbedeckten Tümpel vorbei nach links hinüber, wo am Eingang eines schmalen, schmutzigen Gäßchens ein weißes Haus von stattlichen: Aeußern stand, das ein Schild mtt der Aufschrift „Gemeindeamt" trug. Gegenüber am Anger zog sich ein niedrer Schrippen mit einem angebauten kleinen Stetn- hüttchen hin. Das Spritzenhaus offenbar mit dem in den Dörfern lener Gegerrd ortsüblichen Gefängnis für Stromer und Trunkenbolde oher Spitzbuben. Sonderbarerlveise fiel es ihr heute auf. Was war denn schon einmal voir Bergscheide und denr Spritzenhaus! erzählt worden? Ach ja, da halten die stark patriotischen Dörfler gleich beim Beginn des Krieges einen armen unschuldigen Radfahrer eingesperrt, im Glauben, er gehöre zu jenen Dreien, die! der Sage nach den französischen Goldschatz nach Rußland schaffen sollten, da die „Goldautonwbile" überall verfolgt wurden. Es hatte sich natürlich herausgestellt, daß der Mann wirklich nur ein harmloser Maurergeselle war, der nach der Stadt wollte. — Trude lächelte noch in Gedanken an den läirdlichen Uebereifer und führte ihr Rad dann in das Gäßchen, etwa dreihundert Schritte weit hinein. Da lag ihr Ziel, das malerische Häuschen mit dem tiefherabhängenden Strohdach und den windigen, trüben Fenstern. Ein blütenbedeckter, krummer Obstbaum dicht an der Lehmwand nahm dem .Häuschen das Häßliche und Aermliche. — Bor der schiefen Tür tag ein großer Düngerhaufen, auf denr eine Hühnerschar herumstolzicrte. Ter Hahn flatterte zwischen ihm und dem wackligen Zaun, der den Hof umschloß, hin und her. Diesen Zaun aber zierten nach urländischer Sitte ein paar zum Trocknen auf die Pfähle gestülpte irdene Töpfe. — Trude suchte sich einen passenden Platz, wo das Ganze am besten Bildwirkung gewann, lehnte ihr Rad an einen Bäum', setzte ihr Ktappftühlchen auf eine leidlich saubere Stelle des Erdbodens und sich selbst darauf und begann ihr Werk. Geraume Weite zeichnete sie ungestört, bis ein klirrendes Geräusch sie auf- und umblicken machte. Eins der kleinen Fenster war aufgestoßen worden, ein fuä-sroter, borstiger, häßlicher Männerkopf fuhr heraus uird eine scharfe rostige Stimmt fragte: „Was is's denn da? Was soll denn sein?" — Trude cvhob sich einen Momcnt^von ihrem Sitze und rief hinüber: „Guten Tag! Entschuldigen Sie, aber ich will nichts, als das Häuschen ab malen." Und damit nahm sie ihre vorige Stellung wieder ein und ihre Arbeit wieder auf. Ter Frager schien sich ihre Worte zu überlegen. Zufrieden war er mit der erhaltenen Auskunft nicht, sondern begann nach einigen Minuten aufs Neue: „Mmalen— dees Haus da? Wozu'ne denn?" ■— „Ei, weil ich ein Bild davon habe:: null." Tritde gab die Antwort, während ihr Pinsel Strich um Strich fugte. Sie hatte nicht Lust, sich durch schwerfällige Bauerngehirne um den Zweck ihrer Fahrt bringen zu lassen. »— Pause. Tann wiederr „Ddu — woas machen Se denn mit dees Bild?" „Behalt' ich." — „Nee — nee — wozu'ne denn doas?" — „Weil ich s hübsch finde."' „Hibsch — dees 5)aus da? „Nee — nee, da iS was nich richtig —< dets nnvh doch 'nen Grund ha'n —" Klirrend schloß sich das Fenster. Dafür ging eine Weile drauf die rissige .Haustür auf und heraus trat ein Buckliger, der Inhaber des roten Borsteukopfes und der rostigen Stimme, kam Mit vorsichtigen Schritten und mißtrauisch forschenden Blicken ein wenig näher, blieb dann etwa zehn Schnitte ab stehen und hob endlich lvieder an: „9Lu nee, ich macht' doch aber wissen, zu woas das sein soll? Mmalen — Mei Haus? Tees muß doch -nen Grund ha'n —" Trude war als eifrige Jnngcrin des Malsports an neugierige Zuschauer und Frager gewöhnt und ließ sich nicht beirren. Lachend wiederholte sie: „Bester Mann, ich sage es ja, well mir das Häus- rf>en gefällt." — „Hm — tun Sie am, Eirde so Bilder hinterher verkaufen?" ,,O, wenn jemand es kaufen will — warum nicht?" lachte die Malerin. Nun schwieg der Hausherr, stand minutenlang überlegend und zog sich, mißtrauische Blicke nach Trude hinwerfend, langsam zurück. Diese dachte aufattnend: ,,Na, endlich! Kann der Kerl einen nicht in Ruhe lassen?" Allein ihre Hoffnung, daß jener jetzt befriedigt sei, war trügerisch. Statt des einen Banern- kopfcS tauchten mit einem Male deren zwei hinter dem Düngerhaufen auf; der Hausherr hatte sich einen Nachbarn geholt und hielt nun mit diesem lebhafte Unterredung — besser gesagt, Kriegsratt Fortlvährcnd nach Trude hindeutend, machte er dem Gefährten, seine Bedenken klar, die ber Nachbar kopfnickend und mit hoch- gezogenen Brauen richtig hieß. Ja, des Nachbarn Stimme ließ sich für Trude verständlich vernehmen und redete von „Zeitung", von „Mmalen von sone Flugplätze —" und „Was Festungerj sind —" und „Die Weibslente, denen ist erst recht nicht zu trauen". Und dann fiel ein Wort von „den Selmlzen fragen —" Das war doch drollig! Verwechselte nran das Mzeichnen einer harmloses Bancrnhütte mit dem verbotenen Aufnehmen von Festungswerken und militärischen Flugplätzen? .Haha! Den Dorfschulzen rufen! Mochten sie! Das war ein Hauptspaß? Sic hatte ja ihre Rad- fahrerkarte als Legitimation bei sich. Mcr nur nicht so schnell dm Spaß verderben. Erst ein Bißchen zappeln lassen! — . Richtig! Der Rotkopf stapfte jetzt die Gasse nach dem Gemeindeamt hin. während der Naclchar ans einiger Entfernung aufmerksam den: Treiben der gefährlichen Spionm zusah. die soeben mit einigen kühnen Strichen den Düngerhaufen aus ihre Leiuwcuü» setzte. Gerade als der fertig war, Word der Dorfgewaltige neben! dem heftig auf ihn einredenden Buckliger: sichtbar. Gleich darm^f standen die drei Männer ganz nahe bei Trude u:ü> der Gemeindevorsteher zog höflich die Mütze: „Gu'n Tag auch die Tome." — „Guten Tag!" dankte Trude und malte eine gelbe Henne. — Ein Augenblick des Schweigens und Beobachtens von feiten der Männer. Dann hob der Schulze an: „Die Dame malt da den: Büttner Karl sein Haus ab. Wir möchten wohl gern mal gefragt haben, und wozu Sie das machen tät'?" — „Wozu?" Trude zeigte ein ganz unschuldiges Gesicht. „Na, werl nnrs Mal Spaß macht und gefallt. Jst's nicht hübsch geworden, Herr Ortsvorsteher?" "Damit drehte sie oem Verlegenen die halbfertige Skizze hu. Der räusperte sich „Hm — ich möcht' wohl mal gefragt haben !— was die Dame nu mit dem Bild machen tät' ?" — „Nun, verschenken — verkaufen — für mich behalten — wie sich s trifft." „Mer 's muß doch 'nen Grund haben!" bemerkte der Büttner- Karl. „So fremde Häuser abmalen — for nix und wieder nir —'* „Gott — ist da was dabei? Darf man das nicht, Herr Orts^ Vorsteher?" fragte Trude sehr erstaunt. „Hm — hm — das weeß ich nu nich — so all und jedes — und sonst, na ja — aber in Kriegszeiten —" „Und dann kann man nich wissen, wer so Jedes sein tut!" DaS war des Nachbars Sttmme. „Ich dächte, da könnte der Herr Ortsvorsteber Sie beruhigen Er kennt mich." Der Genannte riß die, Auaen aus. ,L)M — irgend^ wo habe ich Ihnen schon gesehn, ist mir freilich — bloß ich weeß nu nicht, wo —" „Erinnern Sie sich nicht? Im April war ich Aon einmal bei Ihnen, luc^eit der Erlaubnis, daß ich aus ihre Wese durste» Drunten beim Moor, der weißen Blumen wegen —" „Hm hm — kann schon sein, kann schon sein — will mir wohl beifallen —" • „Blumen ? So'n Unsinn!" fiel der Rotkopf mißtrauisch ein. „Wa§ hat son Stadtvolk überhaupt überall rumzuspijonieren — in sone Zeiten — doas is nich richtig, doas! muß 'neu Grund ha'n!" Spionieren! Da war das Wort! Haha, das Spritzenhaus! Darimr war ihr das heute so besonders ausgefallen! Na, soweit wollte sie Pen Spaß nicht treiben. Sie zog ihren RadlerausweiH hervor und reichte ihn dein Schulzen: „Ich will Ihrem Gedächtnis zu Hilfe kommen, Herr Ortsvorsteher!" — Der Schulze kratzte sich verleben am Kopfe, las, nickte ehi Paarmal vor sich hin und sagte: „Stimmt schon —"Lehrerin in S. —, je, mag sein, mag sein —" „Ich blM detbei, da is was nich richtig/" protestierte Büttner- Karl. „Sone Papiere kann mer fälschen — habt Jhr's nich gelesen! in der Zeitung? Was die Spijvne sind, die sind mit alle Hunde jehetzt — Wiesen aus spionieren — und denn Häuser inalen — nee — 's muß doch 'neu Grund ha'n! Schulze, ich geh' n:ich nich zustieden, da müßt Ihr sicher gehn."" „Ich weeß was^"" fiel der Nachbar ein. „Ich hol' :ven — der wirds sagen! Ihr bleibt hier, daß die Mamsell nich auS- wischt — man 'n Paar Oogenblicke, und da bin ich!"" —- Trude'K Lache:: wandelte sich schon in Aerger. Diese verbohrten Bauern- scbädel! Llber es mußte sich ja klären, drum Geduld und inzwischen fleißig weiter malen, damit die Skizze fertig wird. Rasch die weiße Henne und dre Blüten an den Apfelbaum! Mer ihre Hand war ooch unruhiger und die Striche wurden unsicherer. — Dummes Zeug! Nur sich nicht irren lassen, und wenn das ganze Dorf mit samt dem Gendarme:: zusammenlief! — Es schien fast so. Lachende Stimmen wurden im Gäßchen laut, und der vorsichtige Nachbar ward in Begleitung zweier Männer sichtbar, die offenbar nicht dem Bauernstände angehorten. Der Schulze und selbst Büttner-Karl rückten die Mützen: „Gu'n Tag, Herr Pafter — gu'n Tag, Herr Lehrer —"" „Nämlich, ich dachte, Wenns wirklich 'ne Lehrersche ist, denn müßt unser Lehrer des doch wissen," erklärte der Nachher; „und da war arad der Herr Pastor da —'" „Na, ihr eifrigen Baterlands- verteioiger — die Kriegsschatzboten sind es diesmal nicht — eine Spionin dafür?"" rief lachend der Pastor, ein noch jüngerer Mann, den Bauern entgegen, um dann, dem Beisviel des Lehrers folgend, sich grüßend der Dame zuzuwenden. „Dacht' ich's doch — Fräulein Mönnig! Freut mich sehr. Sie wiederzuseben — Sir erinnern sich? Von der Berlinfahrt des Geschichtsveretns her — int Märkischen Museum — wo Sie uns so interessante Einzelheiten! über märkische Backsteinbcntten zu sagen wußten — von Stendal und Tangermünde —" Trude, die lächelrü» mit dem Kollegen, den sie wirklick) von den Konferenzen her kannte, euren Händedr:rck getauscht, verbeugte sich. „Gewiß erinnere ich mich — Herr Pastor Weiz-e, Mein Tischmachbar beim gemeinsamen Essen hinterher? Llber daß Sie hier in Bergsckieide wohnten, lvar mir entfallen^ Sonst hätte ich mich mtf Sie berufen —"" „Hoffentlich hat man Sie nicht gar zu sehr belästigt! Meine Bergscheider sind nämlich glühende Patnoten — :md Zeitung-- lefer — " „Das habe ich gemerkt,"" lächelte „Na also, Büttner, Sre könne:: sich wirklich) beruhigen, und Sie auch, Herr Ortsvorsteher. Das Frcnücin ist wirklich, ganz und gar keine Spionin," 412 -.'/Tas Hab ich ja ood» schon so gedacht," meinte kleinlaut der ^Schulze. „Bloß der Büttner Karl ,e. und da cntsclmldigen Sie man Fräulein — und wenn Eie's annehmen täten — und der $>m Ja)fo r und Lehrer ooch — meine Frau kann 'nen ordentlichen rraffee brauen —" Mönmg?" ^iedeustrank nehmen mir an. Ni,cht ivahr, Fräulein „Gern. ??ur noch fünf Minuten Frist, meine Skizze ist gleich fertig! ^ sie pinselre flott draus los. mährend der Schulze ging, tue ZkatTeegatte anzumelden und die übrigen Männer der Malerin »uichauten. Der Nachbar letzt nnt erfreutem i „Nee fomo« da i4 ,a madrhantg ooch der selbe Hahn — guck: bloß. Büttner Karl, mre er lerbi und lehr?" Partner Karl aber stand verdrießlich und iri'.ieiend zur ENte und brummte wiederholt vor sich lun „Wenn «a« dlotz mützt 4 muß doch 'nen G und Ha n ' Er Hane übrigens im Laufe der nächsten Wochen noch üster ^'tegenhert. die,e rvragc zu wiederholen. Denn die ..Lehrer icke am.- der Etad-t" wir merkwüroig oft draußen. Alle die Häustich- ttrlen u Bergich i> malte sie ab, und als der Flieder und die ** Ü n , ,ni - blühten, sogar die Kirchr' und das Pfarrhaus. Und wenn Ne das erne Mal beim Lehrer ein sprach, so das andre Mal beim .Obgleich der ein Witttnami ivar und bloß eine alte Tante vr't lrch batte, die ihn und sein kleines Mädel versorgte. Und eines 4ages — der Rordmii wir noch nicht einmal rrblübt. kam der «aftvr und da^ Etadtsräulern Arm in 'S™ aus dem Lehrerhiuse« vor der Kirche ging es von 2>dnnd zu Mund "^vttzt Ihr s? Unser Pastor will wieder heiratet«." — „Ne Schul- marnifü aus der Stadt - man hat sie schon all das ganze Früh- i^en!" — „Na so. na ja!" sagte da der Büttner Karl „Nu iveetz mer's doch 's «miß eben doch alle» seinen Grund Han!" — iU r * n< bie Freunde und hohen Gönner der Wc , * ,u *“ c Erlangung des Vermögens verholten hatten “ b i' *£*"]“ ,ar( ,' •>n .-s 3m S.nne nenn, man be,, .\ Soldaten vom Staate geliefert wird- S&ffiFJff «o» 'N'»s-i.'-,n. H*mmi6-Un,formen U „: Ä jm J 4 «»!".' vornherein nnnelime». bn& blc Be- nichls än.^ . Z. f'.° berjuIeUen iit, und baß e* Mienqe in Koni! Untm ' i>mi1 Lieserung >liegen ihrer den, 1 & ">»Nr°gen uotben sind. Ti- SIlleilung von b.v,„I7„°l »war richtig boch lieg, ein ganz dem ^rfihiQiährirt °°o l,nb bie ^'"chnung stammt bereits aus Ii-i7e» »"«»«. -»Is Wolle,!s,ein „>i, b.n, Kaiser- des ^,ej i» Vr “iü Ö LtT S Ujf * b ^agerte und große Teile i'iilte i oLrti Bat konnten bie Ort., in denen baz !",0u«r«'-r gegeben mar. bas ürol nicht au,bringe». Gä bih. r !!77>>. "<7'.b Tötftt - bi' »°» emqnarttenmo merb«, sT* Ol"-»'»«« ,nr Li-I-rnng beL «rolc« prange,ogen chlisrn^ v" Z*?-'* »er Kornau«,ch?e'du„g » " ' ^""»'^.horben «ein.Inson, ,„j, ben Lruppen- worein eine Kommt,non ernannt, die dte Lasten verteilte die ^ ^ ^ öa ” n -® ou Soldaten in Kommißbrot vrot«t7^... ^ n 1 ^mählich in der Volkssprache die ParS- d^.^-^"ung.Ko.nmiü* für das Militär ielbst alles. waS da,.nt znfainmeuhcmgt. in Gebrauch gekonnnen Vermncbte*. nnin^r 57 V '» l "'L.E l d e. .Wir haben hier Karpien in polniicher Sauce in Ueberflnv. es sind aber dentsche Karp,en> schrieb mit gutem Humor ein Unteroffizier im Frühzabr nach der Lem.at. als die unergrnndlicken Wege in Polen unseren .vatteren »rnd.irauen sehr viel zu schanen machten. .Echt prima demsche Ede.kaipsen e.npsing und empNehli Neferve-^nsanterie.Neqin..eut 7- ' * ** m . . lBelgien,E heißt es in einem »elpostbriefe lT,h tU ^ ®‘ Q o r,€ ? t °“ § diesen zwei Feldpostbrief krllen daß die Beze,chnuug .Karp.en- in der -mache unserer Feldgrauen eine bedeutende Rolle spielen muß. «ii den, Ra.ueu .Karpie,^ bezeichnet man allgemct" de» Ersatz, der zur Eru'uzuug uud Ber ttarknrg der kampsenden Lruppeil ins Feld rückt. Diese Bereich- nnnq ,var schon lange vor dem Kriege in der deutschen Soldatensprache gang und gäbe: man nannte so allgemein d,e Ersatz- reservistem Wie kommt aber der Erjag z„ der .nerkn'ürd.gc.. Be- nennung .Karp'en ? Bei manchem Truppentert trifft man noch b«, uallmu 9?mnr« .Satzkarpsen' an. Dieser bietet uns a jo Z l nfl ,n Rede flehenden Bezeichnung Wie der Ttschier Humor.",sch der .Poltrur- den Namen .Pol. i£ ^Ebkn Hai, so habe-., die c-oldateu bei der Benennung des (h> t* 1 "«*" 1 '* klingenden Wort .Sagkarplen' gegriffen und schließlich ent'land der vertürzie Ausdruck .Karpfen - .Sagkarpsen- märe ganz aus der So batensprache verjchmunde«, so würde uns die Erklärung der E^Nehmrq des Ausdruckes .KarpsenE zur Benennung des mil.lä^ schnür fallen. In diesem Falle bar ßch glücklicherweise da« Wort, das die Erklärung en'halt, erhalten blr ^n" ?iV Ö r bt r ÖCfCl * m,ferec e ^' ad,c "k das ober nicht « . S b bl f, ^b'lologen zerbrechen sich nun darüber die i»opfr f wie sie wobt ent,landen sein mögen. Wir haben »ns |f ^ f en gewaltigen Ringen, dem aewattigften. das jemals d,e Welt ge^he» hat, mit dem denkbar besten Erkolge der tteber,nacht ^eberzahl umerer aeinde «noehreu können, und die« wird unS u'*** b ‘? *“ r «l icllichen Beendigung de« Krieges „lögiich \SL ÖP ."'"^rische Lage verdanken rvir «N an . vütJzS ^'"'^"de. dav bei un« die Frage des Ersatzes und der Bersiar-k.mg der kampseudeu rr.lppe,, in der vortrefflich- . worden isk. Jo, wir schicke., .echi prima deutsch« Gdelkä^sen- ...s Feld. In der KriegSgekchichte ,v,r.> £ mivergeffen Weiben, daß die deutschen jungen Karp'en de, «gen, bircft ü°m Bahntransport gegen die Engländer und Franzosen^m Ltnrniporg ingen und unter dem b>esange .Teiitschland,^ Deutschland über alle«- d.e leindtichen Stellungen eroberten ™ itl)l Friede verzehrt Diese Um- Sprich,vortcs in in Rußland geflügeltes aenchn^tt. laudeSubliche Bestechung der Ar.ueel.eserauten ?ie'ernuae., t^'t'5" borl allgemein von Leuten, die Armee- Ä ganz selbstverständlich ist. daß bei di ul ,ri,d^^^sE ^5"echu,^g Geld, und zwar o,el Geld, per- himber, ii„,5 7. 0 -w'gelle Dort stammt anS dem I«. Jährlich ein ^g'er..ug der Kaiserin Katharina IL euvavb B^endig.mg bei ÄrVIoU* ” ^esenpennögen im Türke,.kriege, dl ad) _ _ üab et zur Feier des Fi-iedens ein üppiges vüchrttisch. SeVÄ ÄtÄfi Kr»,w°rb.n ist. Hai *11,«^“ 5 „, 7 r ' ^ ol,c - namcn(ltrt) auch bei {»anbei unb Industrie W^,r Xb^" I ?1» Weiche Anhänger '^ Ä ‘ÄÄ mTr b'".7.7. e^e".' meetCb"^ ZuT vUXZJlTZZ''" ^«-°im«°»e baaf - sch,j.,i . erste Unternehmung des .Marine- 55 X 67 ™ inlZ e ' nt ZZ <^'u,a. von 62 cm. a'Zj' bl' ° 7 iw"i,,' üärÄdr^k'' WL' Da« cZ, rirjizzzzTrz ^S£SÄS , E£;&i-1 s-KÄi 1 sä «‘. r ä*I ie GHnIIimg der Wohl, ahrtea»,gaben be-5 .»iarinebanfs* ( 0 rr eÄge!" ""' bestehenden Woh„ahr,beinr!chtungen R o e m h i I d - Nidd! erschienene Salnmünig von".«"', m f a °£! heranSqeqeben Der Reinertrag des WerkchenL da« in Än"" fl g " Mflpttii 25 t!jfl W %*• *oÄ" Arithmogripd. .231 ein Planet. 2 14 12 Kunstschriststeller. ? ! » ??!"' !'">!«>" Sl'-ffe in Grohbriiannieiu 4 18 5 schwetzer,scher Kauton. 1 2 3 4 1 1 8 1 wohlschmeckende Frucht. 4 112 ein Astrononr. 1 4 1 8 ein Tier. 5 112 holländischer Maler. Die AnfaugSbuchstadeu der gesuudeuen Wörter bezeichnen ein rssnrchteteS Raturereignts. ^ Auslösung in nächster Nummer Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer i schwere Herz wird nicht durch Worte leicht. Gchristlestnng: ^ _ «o.aiion.bn.ck nnd Verlag der Br-!h,',chen Univ.rst.ä.r.Dnch. unb eiembrucTevei. 9 ,. Lange. Lieh.