Zurück zur Scholle. Koman von Ewald Gerhard Deeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) M .. Wiegelts früherer Munterkeit tvar auch mcyt mehr vrel übrig geblieoen, denn er hatte fckiSvere Sorgen. Kein Sonntag verAng, wo der neue Luschelauer Gen- oann, »der"es mit seinem Amt sehr genau nahm, nicht bei ihin heruingeschnuffelt hätte, und keine Tanzmusik, tvv er nicht ^K l am € * >€ ! : * r€ 5! n ? ^ er Polizeistunde ausgeschrieben wurde. Attnuten Verspätung genügten schon. Seine Pflichten als Gastivirt und Gemeindevorsteher prallten hart auseinan- ^ dlmtsvorsteher verwarnte ihn mehrmals und drohte, rhn bei der nächsten Wahl nicht als Gemeindevorsteher zu bestätigen, n-enn das so weiter ginge. Er nahm sich den Gendarm beiseite urch führte ihn in den Geist der Polizeiverordnungen ein. Der Wortlaut war dem Wachtmeister schon bekannt. Seitdem ließ er sich in Brrtz- ^we seltener sehen Aber Franz Wiegelts Freude an dem Kretscham war zerstört. Und er hätte es gern verpachtet, wenn sich nur ein Pächter gefunden hätte. Wer es fand sich ferner, denn die Summe, die Franz Wiegelt forderte, war jo groß, daß niemand anbeißen wollte. Moritz Gassel aber hatte Ferien, und sie bekamen ihm ausgezeichnet. Sein Garten brachte ihm jetzt die ersten Ein- nahmen. Obst zwar wuchs noch nicht an den schlanken Bäumchen. Nur der eine Pfirsich hatte sich gehalten, tvar ■u ™ rimb ^worden und zeigte rote Backen. Doch als ihn Moritz Gassel abnahm, kroch ein fetter Wurm heraus, der rhn hohl gefressen hatte. Dagegen schrieb er sich mancheii Groschen kur das Gemüse gut, das er jeden Sonnabend mit der Milch führe des Domininrps nach Zdurotschin schickte, wo er feste Abnehmer hatte. Am meisten brachten ihn: die Bienen ein; zweimal trugen sie den Honigraum voll und sammelten nach der zweiten Brandschatzung noch genug, um durch den Winter zu kommen. Dien Honig nahm der alte Abraham mit nach Sulitsch, wo er ihn leicht an den Mann buchte- Moritz Gassels Pläne flogen in dieser schulfreien Zeit hoher als sonst. Er träumte von einer großen Geflügel- Mcht und besorgte sich in Zdurotschin ein dickes Buch über dre rationelle Züchtung der Kaninchen. Doch diesen Mail verwarf er wieder. Was ihm aber besonders am Herzen lag, war der große Schulacker, der zwei Morgen groß, gleich hinter dem Garten lag, und den er sehr gerne in den Garten eingezogen hätte. Aber seine Kasse war leer, und Drahtspalier war teuer. Der alte Abraham, der sich im Laufe des Jahres immer fester in Britzlawe eingenistet hatte, wollte ihm den Betrag vorschießen, doch Moritz Gassel wollte leine Schulden mach.cn. Er hatte genug in den Garten ge jtectt. Jetzt sollte er erst was bringen! lind er faßte sich in Geduld und hoffte auf das nächste Jahr. Um so ungeduldiger tvar Thomas Hanschitd. Zwar machte sein Vater noch immer nicht Mene, ihm den Hof von dreiundsechzig Morgen zu übergeben, aber mit Hedwig tvollte er eikdlich ins reine kommen. Ans Heiraten war ja vorläufig nicht zu denken, aber verloben wollte er sich lwenigstens. Moritz Gassel kam ihm auch zuweilen ins Gehege. Als die Rüben herausgenommen waren und nach Zdurotschin in die Zuckerfabrik gebracht wurden, drängte Thomas Hauschild bei August Knorreck auf eine Entscliei- düng. „Geht mich gar nichts an!" wies ihn der zurück. „Das machen Sie mit Hedwig ab." Doch wie sehr er sich auch bemühte, sie allein zur sprechen, um) um sie herumschlich, immer hatte sie jemand bei sich, meistens die kleine Baroneß Cäcilie, die ein /ehr aufgelvecktes Kind war und vor der er sich genierte. Er suchte Hilfe bei Frau Knorreck, die ihn kaum anhörte, weil sie in Angst und Sorge um ihr Söhnchen Hugo schwebte, der in dem großen Berlin lebte, jede Geldamneisung stotz zurrickwies und sich ans flüchtige Postkartengrüße beschrankte. Noch einmal verlangte Thomas Hauschüd von August Klwrreck den väterlichen Machtspruch und zwar so flehentlichst, daß er sich veranlaßt sah, Hedwig zu ermahnen, dem Gehilfen doch ein gutes Wort zu gönnen. ,/Was soll ich mit ihm!" erwiderte sie und drückte Cäcilic an sich. „Er ist mir zu fad. Was Vernünftiges kann man mit ihm überhaupt nicht sprechen." Da merkte August Knorreck, daß die rechte Zeit irvch nicht gekommen war und vertröstete Thonras Hauschild auf die Zilkilnst. „Ich habe vier Jahre um meine Frau geworben!" meinte er gutmütig. „Und Jakob sieben!" „Ick bin doch kein alter Jude!" verteidigte sich Thomas Hauschild. „Ich laß mich nicht länger an der Nase herrun- führen!" „Wer führt Sie deiin?" rief der Inspektor ärgerlich. „5)alten kann ich Sie nicht. Aber ich weiß nicht, wohin Sie wollen. Sie haben doch Zeit zum Warten. Sie können nicht eher heiraten, als bis Ihr Vater Platz macht und ans den Auszug geht. Und das hat, denk ick, noch gute Wege!" „Ich könnte mir ja eine Stelle als Inspektor suchen!" begehrte Thomas Hauschild auf. „Sie wären mir der rechte Inspektor!" lachte'Mgust Kiiorreck hell auf und ließ ihn stehen. So blieb denn alles beim alten. Nur die polnischen Dienstleute milßten nach und nach das Bündel schnüren. Der alte Abraham verrichtete wieder Wundertaten und brachte für jeden ^c»len einen Deutschen: Wo er ihn hernahm, war feine Sorge. Aus allen vier Himmelsgegenden holte er sie heran, und brachte jeden wieder sort/dcssen Zeugnisse August Knorreck nicht gefielen. Der letzte Pole tvar Daniel Zpuppack, der mit einer Zähigkeit sondergleichen in Britzkawe haftete. Denn nun hatte er bei Pe- lagia Dnbin alle nächtlichen Mitbewerber ans dem Felde geschlagen. Er lies zum Baron und setzte es durch, daß er — 366 für die Hälfte des Lohnes bleiben durste. Damit gab sich auch August Knorreck zufrieden, obgleich er Daniel Zpup- pack noch immer nicht riechen konnte. Aber die deutschen Dienstleute waren teurer als die polnischen, und so konnte man sich diese unverhoffte Ersparnis schon gefallen lassen. Moritz Gassel nahm nach den Ferien die Schularbeit mit frischen Kräften auf, um den bevorstehenden Besuch des Schulrats Hupfer mit besseren Erfolgen zu überstehen. Er paukte die Gebirge Asiens ein und die Flüsse Amerikas, ließ die religiösen Memorierstoffe bis zum Einschlafen repetieren, erzählte den Kindern drei Stunden lang vom Vogel Strauß, und über die drei schlesischen Kriege dozierte er gar drei Wochen, steigerte die Rechenfertigkeit bis an die Grenze des Erlaubten, sörderte den mündlichen Ausdrilck nach Möglichkeit und brachte sechs schriftliche Arbeiten mehr zustande, als aus dem Lehrplan gefordert wurden. Das Geheimnis der Prüfungsaufgabe entschleierte ihm der Kollege aus Guhre, den er einmal in Zdurotschin traf und der ihn auch einlud, dem Lehrerverein beizu- treten. Er schuftete in der Klasse, daß sogar die Kinder mit ihm Mitleid bekamen. Aber er blieb dem schönen Prinzip treu, keine Hausaufgaben zu stellen. Der Prügelstecken wurde angeschasft, blieb aber untätig im Schrank. Jetzt konnte Schulrat Hupfer kommen! Aber er kam nicht. Er hatte sich ein Ohrenleiden ^ gezogen und ließ sich am ersten Oktover pensionieren. Und seinem Nachfolger, der Schrill hieß, den Doktortitel hatte und der Sohn eines Superintendenten war, ging ein böser Ruf voraus. Das erfuhr Moritz Gassel im Lehrerverern, deni er beigetreten war. Sebaldus Pohl aber ließ sich dort nicht blicken. Hugo war nach Berlin übergesiedelt, weil Halle fiir einen armen Studenten zu wenig Erwerbsmöglichkeit bot. In der Mulakstraße mietete er sich ein kleines Zimmerchen mit Aussicht auf den Hof und lebte ein paar Wochen von seinen Büchern, die er nach und nach zum Antiquar trug. Gleichzeitig bemühte er sich um Privatstunden und machte dabei ziemlich traurige Erfahrungen. Nicht nur, daß die Zeit nach Ostern für einen Privatstundenlehrer sehr ungünstig war, auch die Konkurrenz war so gewaltig, daß er von Tag zu Tag seine Ansprüche herunterschrauben mußte. So gelang es chm endlich, seinen äußeren Etat einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen. Hunger und Durst stillte er im Bierkelter oder, wenn es hoch kam, bei Aschin- aer, drillte die Sekundaner fürs Einjährige, die Stunde zu fünfundsiebzig Pfennige, und biß die Zähne aufeinander, wenn das Ende des Monats heranrückte. Aber er blieb ein Individuum! Das war ihm die Hauptsache. So lebte er schlecht und recht den ganzen Frühling über, versetzte seinen Winterüberzieher und stand, als die großen Ferien hereinbrachen und seine Einnahmen wie mit dem Messer ab- schnitten, dem hohlen Nichts gegenüber. Tag für Tag, wenn er durch die glühenden Straßen trabte, suchte er nach einem neuen Karl Zdurotschin. Aber er fand keinen. Schon zeigte sein Anzug bedenkliche Neigung, aus den Nähten zu gehen. Da setzte er sich hin und begann zu schreiben. Noch einmal wollte er es mit der MEvsiftstellern versuchen! Er verfaßte ein paar schneidige Artikel über sein Glaubensbekenntnis, bespickte sie mit kräftigen Zitaten und setzte Ueberschristen davor, die wie Brandraketen wirken und die verblödete Menschheit aus der gesellschaftlichen Versumpfung ausrütteln sollten. Aber kein Mensch wollte den Tiessinn drucken. Er lief durch die Makttonen sämtlicher Tageszeitungen und Wochenblätter, Überall lehnte man seine Mitarbeiterschaft mehr oder min- her hösllch ab. Nur ein Redakteur der X-Zeitung beschäftigte sich etwas langer mit dem Angebot, nicht aber, well ihn die sonderbaren Leitartikel interessierten, er hatte kaum mehr als bte Ueberschristen gelesen, sondern weil er an dinn Verfasser, der seinem Aussehen nach aus einem spe- Utnsch ländlichen Bezirk stammen mußte, persönlichen An- koll nahm. Er fragte ihn nach Herkunft und Eltern, nickte Zufrieden und versprach, die individualistischen Enthüllungen näher zu prüfen. Hugo gestattete sich daraufhin die Ausgabe seines letzten Talers. Doch schon am nächsten Morgen hatte er seine Brandraketen zurück mit dem höflichen Bemerken, daß er sich lieber an den „Vorwärts" wenden möge. Hugo raste ein paar Minuten vor Wut über den Unverstand, der sich in diesem höhnischen Ratschlag Md tat. Denn die Sozialdemokraten haßte Hugo wie das Gift, weil er sie für die ausgesprochensten Gegner seiner Weltanschauung hielt. Geknickt schlich er durch die staubigen Straßen Groß-Berlins und ließ den Kops hangen. Seines Ziels und dessen Echtheit war er sich voll bervußt. Nur die Menschheit war noch nicht reis für seine Ideen! Auf dem ! Potsdamer Platz, dessen Verkeyrsgewtmmel seinem ziel- osen Lausen endlich Halt aebot, studierte er an den Spalieren der Zeitungsverkäufer die neuesten Nummern der Wochenschriften, aber nur von außen, denn er hatte kaum sechs Groschen in der Tasche. Und da siel ihm eine Wochenschrift auf mit einem knallroten Umschlag, die er bisher nicht bemerkt hatte. „Das Banner" las er darauf, „Uw- abhängige Wochenschrift für freie Geister. Erster Jahrgang zweites Heft". Das war eine Neugründung. Hugo stand eine Weile, in tiefes Sinnen versunken, und kaufte dann für zwei gute Groschen das knallrote „Banner". Zu Hause überlas er es hastig. Das war seine Idee! Das war die Zeitung für Individualisten, die er mit Karl Zdurotschins Geld hatte gründen wollen! Am nächsten Morgen saß er vor dem Herausgeber dieser unabhängigen Geisterwochenschrift, einem blonden, langen, sehr kurzsichtigen, sehr junaen uno sehr hoheitsvoll blickenden Herrn, dem er seine Brandraketen zur Prüfung vorleate. „Sie können gleich darauf warten!" sprach der Blonde gönnerhaft und wies auf einen Sttlhl. Hugo saß wie aus Kohlen und verfolgte ängstlich die kurzsichtigen Augen des freien Bannergeistes, die eilig über die Zeilen stürmten. Mer allmählich liefen sie langsamer. Da waren allerhand Dinge ausgesprochen, die man nicht auf der Straße fand. Nach einer Viertelstunde legte der blonde Bannerherr die Blätter hin. „Sie haben offenbar Talent!" entschied er überlegen. „Ich werde diese Artikel bringen." „Wieviel Honorar zahlen Sie?" platzte .Hugo heraus. Der Herausgeber machte ein unglückliches Gesicht und harkte sich durch die struppige Mähne. „Es tut nur leid!" fuhr Hugo fort und wollte die Blätter an sich nehmen. „Ich bin aus meine Arbeiten Mi- gewiesen und kann sie nicht verschenkeil." „Wieviel fordern Sie?" seufzte der Bannermann. „Wir zahlen fiir den Artikel höchstens vier Mark." Hugo nickte zerknirscht, strich das Zwanzigmarkstück ein, das ihm gnädig zugeschoben wurde, ließ seine Adresse da und ging. Als aber am folgenden Freitag das Banner die erste idividualistische Brandrakete auf die Gesellschaft abschoß, schwellten Hugos Brust herrliche Hochgefühle. Zum ersten Male sah er sich gedruckt! Nach Hause aber schickte er das Heft nicht. Das war keine Lektüre fiir August Knorreck, beit Gutsinspektor! Kein Mensch aber kümmerte sich um das Banner, es erschien fast unter dem Ausschluß der Oefsentlichkeit. Dem wollte der Herausgeber abhelfen und schrieb ins nächste Heft, das wieder eine „tiefgründige Abhandlung" des „geschätzten Mitarbeiters" Hugo Knorreck enthielt, einen bösartigen Arttkel gegen die Unmoralität der gesellschaftlichen Justiz, insonderheit des Strafgesetzbuches. Doch der Staatsanwalt wachte, setzte den rabiaten Bannermann in den Anklagezustand, ließ ihn wegen Beleidigung des Richterstandes zu drei Monaten verurteilen, und die Oessentlichf- keit erfuhr erst von der Existenz des freien Geisterbanners, als es ausgehört hatte zu wehen. (Fortsetzung folgt.) wunoen. Mus den Kämpfen an der Vogesengrenze. Bon Konrad Martin Laut. Die junaen Aerzte des Feldlazaretts in dem zerschossene,: Vogesendors hatten reichliche Arbeit gehabt. Bis in die schnell hereinbrechende Winternacht war in den Schützengräben — keine viertausend Meter vom Lazarett — gekämpft worden, und Wagen und Träger hatten die Opfer des heißen Ringens in ununterbrochenen Zügen herangebracht. Junge, prächtige Kerls eines Reservebataillons ivaren es, denen beim Sturm auf die nächste feindlich Stellung Schrapnells und Masännengewehre hatt zugesetzt hattetl. In der geräumigen Sakristei der von: Feuer versckwnt gebliebenen Torskirche roch es nach Blut und Karbol. Der Chefarzt und' ferne Assistenten hatten darin die drinaettdsten Operationen vorgenommen. Zerfetzte Glieder waren beseitigt, hinter der Front angelegte Perhände waren durch neue, kunstgerechte ersetzt worden. 0hm lagen die tapferen Burschen im Schiff dev Kirche auf dicken Matratze,: und federnden FeldbÄten. Gau- still und fried- sam war es z-wischen den Pfeilern des Lohen Raums. Nur dann und wann das leise Stöhnen der Leidenden, die eiligen Schritte der Schrveftern, dre beim spärlichen Licht dev wenigen Lampen ihr Liebeswerk taten. Tie Aerzte vom Tienst hatten eS sich nach dem Fortgang des E s behaglich gemacht. Stühle und Tische waren aus den zeo- senen Bauernhäusern heran geschleppt worden, und dünnes tfenWer stand gleichfalls in reichlicher Mlenge zur Verfügung. Man plauderte zusammen, ein wenig müde und flau, von dem ereignisvollen Tage und seiner Art^it. „Ne tolle Sache, so schneiden und sägen zu müssen auf Tod und Leben. Das hätt' ich mir auch nicht träumen lassen, als ich vvr einem Jahr mit WH und Ach das Examen passierte . . ."« „Sie haben es aber famos gekonnt, Kollege, trotz ihrer teuflischen Narbe am Arm. Ein Wunder, daß Sie nach diesem Schmiß nicht steif geblieben sind." Ter Angeredete streifte unwillkürlich den Tlevm'el des weißen Operationskittels auf und fuhr mit der Linken über die alte Wunde. Ein tiefer, dunkelroter Graben zog sich vom Ellenbogen bis an das Handgelenk hinab, wo er in einem kurzen Streifen verlief. Tie anderen prüften mit Kennerblick den Arm. „Vermutlich Säbelwunde mit doppelter Fraktur." -.Richtig, die Tiaanose stimmt! Ne Säbelmensur fine sine biS zur Kanipfunfähigkeit." >/3n Tübingen?" «Nein, früher, in Heidelberg. Tie Sache hat damals einigen Staub aufgewirbelt." Ter Sprecher griff nach der Flasche, die unter dem gotischen Beipult stand, und schenkte die Gläser von neuem voll. „Sie denken natürlich, ein Mädel stecke dahinter, das stimmt aber nicht. Ter Fall ist wirklich viel trauriger. Erst heute, als der kleine Reservist mit dem Armschuß seinen schwerverwundeten Kameraden einbrachte und immerfort jammerte, sein Freund werde wohl sterben müssen, ist mir die alte Geschichte wieder eingefallen." „Darf man sie hören?" „Warum nicht? Biel zu erzählen gibt es da nicht. In Heidelberg, wo ich die ersten klinischen Jahre verbrachte, traf ich mit einem alten Schulfreund wieder zusammen. Neun Jahre Pennal und die ersten Semester in Leidig waren wir treulich beisammen- obwohl er ein Leichtfuß und Draufgänger und ich ein immer etwas bedächtiger Bursche war. Sein leidenschaftliches Wesen geftel mir, weil es mir fehlte. Ms er nach Heidelberg kam, war ec schon schmählich verludert. Jeder Schürze lief er nach, in allen Kneipen war er zu sinden. B>au> fehlte ihm Geld, er machte Schulden. Ich half ihm, bis auch meine geringen Mittel ersck>öpft waren. Ta gab es eines Tags eine widerwärtige Szene vor Zeugen. Er war betrunken. Beleidigungen ftelen wie Hagelkörner über mich her — na ja^ und so kam's zur Mensur. Zur schweren sogar, weil er mir Trerrbruch und Unredlichkeit vorwarf. Die Wunde am ?Lrm verheilte nach einigen Wocl>en, das Ende der Freundschaft Hab' ich dagegen nicht leicht überwinden können. Ich bin nun einmal so ein altmodischer Mensch." „Was ist aus dem Herrn aeworden?" >,Das roeiß der HimUrel. Ich hörte nur. daß er fein Studium aufgegeben und dnrchaebrannt sei. Gestorben vielleicht und verdorben, wie es im Lieb heißt ..." Auf der schmutzigen Torfstraße vor der Kirche rvurden flüsternde Stimmen laut. Durch die Fenster der Sakristei, wo die Aerzte plauderten, drang der Schein mehrerer Windlichter, in deren Glanz die weiße Fahne mit dem Purpurkreuz flatterte. Ein neuer Transport mit Verwundeten traf ein. Tie Aerzte eilten an ihre Plätze. Tie Schwestern richteten wettere Lager her. Auf schmalen Bahren, von Krankenpflegern sorgsam getragen, kamen dre neuen Kriegsopfer an. Schioerverwundete mtt toten- Aassen Gesichtern und starren ?lugen. Auch ein paar leichtere Kranke schlojssn zu Fuß sich dein: Zug an. In den Vogesen nahe der Grenze war in der Nücht nochmals gekämpft worden. Beim Flamnien der Leuchtraketen, unterstützt boui sickeren Feuer der Bergartillerie, hatte der Feind einen kräf- ttaen Vorstoß versuch. Man mußte es Ürnern lassen: Die Cliasseurs Mpins verstariden sich auf der: Gebirgskrieg. Jede Deckung be- nutzeird, fast unsichtbar durch ihre schwarzblauen Uniformen, waren sie bis an die Drahtverhaue der deutschen Linien herangekommen. Da aber folgte die Antroort. Ein mörderisches Feuer schlug den Eindringlinge:: entgegen. Die deutschen Maschinengewehre taten vernichtende Mbeit. Mit Hurra ging es heraus aus den Gräben und an die Franzosen, die dem Anprall nicht staridhalten konnten. Reihenweise, wie Halme unter den Sensen, brach die feindliche Linie zusammen. Ein wildes Fliehen begann. Hals über Kopf, immer hinein in die Nacht, die Höhe hinab und ins Tal, bis schließlich die deutschen Hörner Hum Sammeln bliesen. Jetzt warteten die Opfer des nächtlick)en Ueberfalls in der Kirche auf Hilfe. Da »varen zwei Brüder, kräftige elsässisjcke Burschen, die ein feindliches Schrapiiell zur gleichen Zeit getroffen hatte. Den einen scl-wer in den Kopf, den airdern leichter am Schenkel. Auch Lungenschüsse mW Unterleibswunden brachten die totmattei: Känipfer mit. ^ngenouoorn ruyien ns, oie von oen rwanoen unv c Nischen mit frommen Äugen in die Zerstörung blictten. Ein neuer Verlvundeter wurde in den Overationsraum gebracht. Es war ein schlanker, blonder Mmsch Ende der zwanziger Jahre mit einem klugen, jetzt freilich stark entstellten Gesicht. Ein Granatstück hatte ihm daS rechte Bein hart über dem Knie zerschmettert. Ein Stöhnen und Wimmern kam über die blutleeren, halbgeöffneten Lippen. Die blauen Augen brannten im Fieber. D:e Aerzte tratm heran, um auch hier ihr Rettungswerk zu versuchen. Plötzlich zuckte der eine von ihnen zusanimen. In jähem Er- kennen beugte er sich über daZ Antlitz des Wunden und starrtä ihn fassungslos an. „Fehlt Ihnen etwas, Kollege, Sie zittern ja an allen Gliedern." „Mir nicht, aber dieser da" — er wies auf den vor ibrn liegenden Körper" — „dieser da war - . . nein, ist mein Freund, von dem ich Ihnen vorhin erzählte . . , Zu weiteren Erklärungen war keine Zeit. Die Arbeit drängte. Hier galt es zu retten, was noch am Leben roar.! Mit voller Kraft seine Unruhe meisternd, half der Arzt der beceitstehenden Schwester bei der Narkose. Dann setzte er das Messer zum Schnitt über dem verstümmele ten Knie an, während seine Kollegen die Blutung bewachten. Geschickt und sicher, wie irgend ein älterer erfahrener Chirurg hand!- habte der jung? Mediziner die Instrumente. Nur beim ersten Knirschen der Säge wollte die jähe Schwäche noch einmal über ihn kommen. Er rang sie nieder und arbeitete tveiter, bis nach vollendeter Operation der schwere Verband angelegt lverden konnte. „Bringen Sie den Mann ins Bett, und messen Sie alle zwei Stunden die Temperatur." Die Wärter trugen den Schlafenden in die Kirche. Wie ein Traumwandler folgte der Arzt ihnen nach. Neben dem bunten Marienaltar stand das Lager bereit. Die Muttergottes — das Bild eines schlichten, elsässischen Malers — thronte über ihm im blauen wallenden Vtantel mit sieben Schwertern im blutenden Herzen. Engel mit Lilien in den Händen umschwebten sie. Lilien und Rosen aus Papier blühten auf dem Altar neben blitzenden Silbergeräten.. Der Arzt konnte das Auge nicht von dem Niedergebetteteitz weichen. .Da lag der treulose Freund, ein elender Krüppel heute, angewiesen auf seine Hilfe, die der Leichtsinnige einst — vor wenigen Jahren erst — so schlimm mißbraucht hatte. Und alle die frohen und köstlichen Stunden stiegen in der Erinnerung des Arztes auf: Die Jahre auf dem Pennal mit ihren Träumen und Hoffnungen. Der Tag des Abiturs, bei dem er dem Strauchelnden kräftig geholfen hatte. Die Leipziger Semester voller Becherklang und nächtlicher: Kahnfahrten und schließlich auch Heidelberg mit dem Zusammenbruch der scheinbar aus Felsen gegründeten Freund- schaft. Eine frenide Stimn:e schreckte ihn aus seinen Gedanken. „Wird der Mann wohl mit dem Leben davonkommen?" Neben dem Arzt stand der Adjutant des Bataillons, das draußen in den Schützengräben so roacker gekämpft hatte. „Ick hoffe es. Herr Oberleutnant." „Jammerschade. Der Mann war einer der besten im Bataillon. Gestern noch leistete er auf einem Patrouillen gang wertvotte Dienste. Daß wir die feindliche Batterie zum Schweigen brachten, verdanken rvir seiner Aufklärung. Auch heute soll er gekämpft haben, als wär's seine eigenste reiche. Immer den andern voran beim Sturm. Mle mitreißend, jedem helfend bei der Abwehr des Gegners. .Und dabei ein fröhlicher Kamerad. Munter und frisch, nicht umzubringen, trotz der verdammten Schindluderei in den Gräben. Der Kommandeur hatte ihn schon für das Eiserne Kreuz eingegeben. Er wird es nachträglich noch kriegen . . Das also war er! Der Draufgänger! Der Heruntergekorn- mene! Der Verdorbene! In stiller Abbitte strich der Arzt dem Schlummeriiden über den wirren blonden Kopf und die sckneerveiße Sttrn. Von oben lächelte das Marienbild Verzeihung und Güte . . . , Merkwürdige Tierwanderungen im Suezkanal in Gegenwart und Vorzeit. Der jetzt als Kriegsgebiet erklärte Suezkanal hat nicht nur den Dberrscl-en den Weg nach den tropischer: Wurwerlündern , gekürzt, er hat im Laufe der Jahre seit den: denkwürdigen Dur stick am 17. November 1769 auch ein merkwürdiges neutraft Lebensgebiet für die Meerestiere geboten, die nunmehr z-wift dem ganz nördlichen Charakter icigeriden MitÜllöndift und dem nur einen MslLufer deö tropischen Indischen OzearrH bildenden Roten Meer hin- und -erwanderten. Eigentümltcher- wcise haben nach den neuesten Forschungen, dt« Dr. F. Stellwaag in der „Natur" zusaminengefaflt hat, nur recht wenige Seegeschöpfe den Ausflug durch den Kanal m dieser oder jener Richtung geroagt. Zroölf Jahre nach der Eröfftnrng deS Kanals hatten ubcrl-aupt mir drei Fischarten und «ine Muschelart den Kanal durck>- waiidert. Sonst hat unter den zahlloser: Meerestierrn keine 'W 368 das andere Ende des Kanal- erreicht. Die Fische stammen aus dem Mittelmeer, die Muschel aus dem Roten Meer. Muscheln und Schnecken können als Angehörige der Küstenfauna nur langsam in den Kanal Vordringen und müssen sich „etappenweise" r>or- schieben, waS ziemlich langwierig ist. Hat doch der verstorbene Geograph Friwrich Ratzel eininal berechnet, tzxaß eine Schnecke 600 Jahre brauchen würde, um den Erdgleicher zu umkreisen — da mag auch ihrer meerbewo hüten Verwandtschaft das altererbte „Schneckentempo" zur zweiten Natur geworden sein. Wie bemerkt, hat unter diesen Umstünden denn auch erst eine Muschelart den nur 160 Kilometer langen Kanal in zwölf Jahren zu passieren vermocht und auch diese wahrscheinlich nur durch die kluge Benutzung einer besonderen Gelegenheit: es handelt sich nämlich um die M i e ß m u s ch e l, die sich mit Borliebe zeitweilig an Schiffs- Planken fest setzt und so ausgedehnte Spazierfahrten macht, vis ihr irgendwo ein neuer SiedlungsPunkt gefällt. Den schönen Küstenkorallen bleibt der Suezkanal ewig verschlossen. da sie bei dem ständigen Schiffsverkehr, der häufigen Baggerei und dem jarckngen und wnigen Untergrmrde keine Lebensmöglichkeit hier Nnden. Schwämme, Seepocken und die sogenannten „Blumentiere" sind beinahe ebenso schlecht daran: die meisten von ihnen aber wissen sich auf eine ebenso einfache wie praktische Weise zu helfen, indem sie selbst in der alten Meeresheimat bleiben und nur ihre Eier. Larven oder ihre sogenannte Freischwimmende Generation, ein Zwischenglied in der Entwicklung manÄ>er Seetiere, als Pioniere in die fremde Ferne senden. Die kräftigsten von diesen gelangen nach allerhand Schicksalen schließlich an die Küsten des Suezkanals, nw sie sich feststen und zu vollkommenen Tieren auswachsen, die ihrerseits wieder neue Entdeckerschwärme aussenden und so die Art langsam über das aanze Kanalgebiet verbreiten. Für die Tierwelt des mikroskopischen Hochsee-„Planktons" bieten die ewig aufgewühlten Wasser des Suezkanals gleichfalls kein günstiges Lebensgebiet. Im sswßen und ganzen hat sich heule nach 45 Jahren durch den Kanal der Austausch der Tierwelt, sotveit es möglich ist, restlos vollzogen. Leider wird die Feststellung der neueren Tienvanderungen durch die vorgeschichtlichen und historischen Wandlungen sehr erschavert, dre die Walserverbindung des Mittelländischen und Roten Meeres erlwt hat. In der Diluvialzeit ttennte nur ein schmaler Landstreis dre beiden Ozean buchten, der noch dazu von einem Arm des „alten" Nil durchzogen und überflutet wird. d. h. Wanderungen der Svettere ermöglichte. Spater begann Ramses II. einen Kmial- bmi mit Einbeziehung der Süßwasserseen, der auch einige Zeit in Betneb war: Pharao NeckZo soll von einer geplanten Erlveiterung Zvstcrnd genommen haben, „weil er damit nur den Barbarei Vorschub leiste" — doch must die Wasserverbindung noch bestanden haben, da unter seiner Regierung die einst viel bezweifelte, heute geschichtlich gesicherte Umfabrt um Afrika stattfand. Erst Darrus vollendete einen neuen Kanal, der wieder die Nilseen einbezog. In allen diesen Zeiten ivaren die Tierwanderungen sehr enchwert. da sie aus dem Meerrvasser durch süßes und brackiges Wasser führten; stattaesunden haben sie aber, wie genug Fossilien- fmwe beweisen. Es ist aber sehr schiver zu trennen, welche von den noch leberwen Arten durchd en neuesten Suezkanal oder einen der anttken oder me vorweltliche Nilverbindung hinübergewandert sind Wdatt hier der Meeresfvrschung auch künftig noch dankbare Ans. Wcken blühen. vermischtes. Ballonphotographie im Kriege. Die Photo- araphle vom Luftschiff oder Ballon aus. die eine so große Be- deutung für die Kenntnis des Geländes und den Ueberblick über hle feindlichen Stellungen bat. ist wohl zum erste,» Male 185V auf Anregung Napoleons III. in Anwendung gebracht worden, wie ein Aufsatz in der .Natur^ berichtet. Der Luftschiffer Godard und der bekannte Photograph Nadar stiegen vor der Schlacht bei Solserino zu'ainmen auf, um die österreichischen Stellungen zu erkunden, und damals gelang es Godard, die erste Ballonanfnahme zu machen. Im amerikanischen Bürgerkriege wurden später ähnliche Versuche mit gutem Erfolg unternommen, und von da ab hatte sich die Ballonphotograph,e als militärisches Hilfsmittel einer gewissen Beachtung zu erfreuen. Immerhin mögen diese ersten Ausnah,neu, die T ev stallfanden, wo die Photographie noch m den Kinder- ' S^inlich roh gewesen sein. Einein Engländer. gfS“» gelang es zuerst, aus der beträchtlichen Höhe von 900 Metern Aufnahmen zu machen, die alle Einzelheiten der Voden- S-skaltung und der Bebauung unterscheiden ließen. Weiterhin „ahm u e ? ^^uche an und erreichte seinerseits gute Erfolge. Allerdings bedurfte es noch emeS fyste.natischen Aus- r* um b i c m o ,, l li Ä f ?? en Schwierigkeiten, die Aufnahmen von, ^stschtffe aus bieten, endgültig zu überwinden, s * 1 2 3 4 o I!f! be 7, eflun ® * e3 Fahrzeuges, sowie die veränderte Brechung N/ltrahlen wirken störend. Es mußten eigen« Apparate und b r l be'onderen Zweck geschaffen werden. In Veriadre» d'e Photographie ans der Höhe ein neues ln i S(, rf i K l 'Ä n günstige Ergebnisse der Erfinder Albrecht Z bonbhXühl “i dresdener Ausstellung zeigte. Ter schwerfällig zu handhabende, ein immerhin beträchtliches Ziel bietende Ballon, der von Menschenhänden geleitet wird, wird ersetzt durch eine vtakett, bic Geländeaufnahn,en aus 600 Metern Höhe ausführt. Tle Richtung läßt sich vorher bestimmen. In 7 Sekunden führt die auf,leigende Rakete den ihr mitgegebenen Apparat in die gewünschte Höhe, wo dann durch einen pneumatifch-elektrifchen Kon- takt der Verschluß ausgelöst ,vird. Ein kardanischj anfgehängter Kreisel sorgt für die Einhaltung der geivüuschlen Richtung. In dem Augenblick der Auslösung deS Kontakts rvird ein Fallschirm srei, hat er sich enthaltet, so trennt sich der Apparat in zwei durch einen etwa i0 Meter langen Gurt verb»mdene Teile. Während , bar am Fallschirm die Kainera hängt, schivebt der Rest y Estser. Dadurch wird erreicht, daß dein, Auftreffen auf den Boden der mn ein wesentliches Gewicht entlastete Fallschirm die Kamera fast stoßfrei landen läßt. Z,lm Abschteßen der Rakete wird eine ungefähr 400 Kg. schwere Lafette benutzt, die eine Ziei- vorrlchtung besitzt. Geringe Bedienungsmannschaft, rasche Bereit- der Ersnidu^b Sichtbarkeit und relative Billigkeit sind die Vorzüge vüchertlsch. . — .Bon England festgehalten.- Unter diesem Titel veröffentlicht in einem soeben im Verlag von I. EngelhörnS Nachf. in Stuttgart erschienenen Bändchen Dr. Albrecht' P e n ck, Professor der Erdkunde an der Universität Berlin, seine Erlebnisse wahrend des Kriege« nn britische,! Reiche. Der Verfasser, der be- kannte Geograph der Berliner Universität, hat in Australien kurz vor AnSbruch und ivährend des Krieges gelegentlich der 84. Per- ammlung der Britischen Assoziation für die Förderung der Wissenschaften Reisen geinacht und zwar als Gast der Anstraltfchen Regierung. Er schildert, was er bei Kriegsausbruch in Australien erlebte, wie anfänglich vielfach sehr de»,tschfren»idliche Stinnnung -um Ausdrucke kam, die aber mehr und n,ehr infolge snslematischer Ausstreuung falscher Nachrichten durch die Presse erlosch. Selbst bet den Gelehiten schlug die Ctiinlnung alliiiählich um. Seine Heimreise im Kreise von Mitgliedern der Assoziation bot daher sehr viele peinliche Momente und er wurde bei der Landung tu London polizeilich per,io,innen infolge von Anschuldigungen seiner Mit,eisenden. Obwohl er mit cinen, Geleitbriese der Australischen Regierung reiste, und obwohl sich der Ehes der Londoner Kriminal- Polizei überzeugte, daß er ein rein wissenschaftlicher Reisender gewesen. wurde er doch unter nichtigen Borivänden durch zehn Wochen m London festgehalten. Während dieser Zeit bewegte sich Professor Penck aus fieiem Fuße und ka,n vielfach mit leitenden Gelehrten, Industriellen, sowie auch mit Deutschen in London zusammen. Ans Grund der dabei gewonnenen Eindrücke entwirst er ein lebhaftes Aild von London während des Krieges und der dortigen Stmimnng. Er führt naineullich ans. wie die öffentliche Meinung auch in England dlirch Aufstachelung durch die Presse zu emer deutschfeindlichen geworden ist und bringt davon eine Menge von Belegen bei. Tie Heiinfahrt von Australien geschah von den Eocoskeeling-Jnseln bis Aden in steter Furcht vor deutschen Kreuzern. Eines der packendsten Kapitel des Buches behandelt die Fluch: vor der Emden: ein anderes die Fahrt durch den Suezkanal - ,? *L ?!'U'ri-g 191 4-19 15. linier Verwendung von rzeldpostbrieien Uiid Berlchten vou Augenzeugen dargestellt von einen, y l n g t e ch n t k e r. Mit Genehmigung des Kgl. Pre»lß KrlegsministertnniS und des Kais. ReichSmarineaints. Leiviia' Hesse & Becker Verlag. — Neben den Schiffen auf dem Meere und den Unterseebooten erscheinen in dem Weltkriege zum ersten Male Lustkrenzer und Flugzeuge und vermehren die Art der Waffen aber auch die Schrecken des Krieges. Was diese verderbenbringenden modernen Kriegs,vaffen bis jetzt geleistet haben, uub auf welche Weise ihnen d,e Feinde beizukommen suchen, datz ivird in dem stattlichen Bande von einem gut unterrichteten Fachinann an der Hand von Feldpostbriefen und andern Berichten anschaulich und fesselnd dargestellt. Hierbei erhalten ivir auch ulanche», Ausschluß über den Bail, die Taktik und die Art der Verwendung von Luft- krenzern und Flugzeugen. Ein Vorzug des Buches besteht in den zahlreichen Textbildern und etwa 60 Abbildungen in Tiefdruck die fast sänitliche Flugzeugarten und Luftschiffe, auch ausländische bringen lind deren Vorlagen, wie die Verlagshandlung inttteilt' zum Teil sehr schiver zu beschaffen ivaren. ' Magischer Quadrat. In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben A A A DEEHHOORRS8 8 T derart einzutragen, daß die ivagerechten u. seukrecht.Reihei, gleichlautend folgendes bedeuten- 1. Nordische Gottheit. 2. Ein Nagetier. 3. Nebenstuß der Weichsel. 4. Ainerikanischen Maler Auslösung in nächster Nummer.