Zurück zur Scholle. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Morrtz Gaffel beugte sich zu Hedwig hinüber, und er drückte tne Hand besonders zärtlich Hedwig wurde rot. Beide schwiegen plötzlich. Sre saßen einander so nahe, daß ihre blonden Stirnhärchen seinen Hutrand berührten. Dieses Bild erspähte Thomas Hauschild, der eben vom -sorwerr kam, und die Eifersucht trieb ihn herbei. „Guten Abend?" sprach er, um seine Verlegenheit zu verbergen „Wissen Sie schon das Neueste- Nächsten Sonntag haben wir Wahlversammlung. Der Graf hat sich angemeldet. Und unser Baron wird den Vorsitz iibernehmen. (..r wollte zuerst nicht, aber er hat sich von Papa Knorreck breitreden lassen. Wird ganz amüsant werden, die Sulitscher schicken den Klempner Prutschel. Der kann reden und das Maul aufreißen." „Wer ist denn das?"' fragte Moritz Gassel neugierig. „Der Sozi?" lachte der Gehilfe. „Wird'aber nichts erreichen mit seinem Geschrei. Kommen Sie auch hin?" „Luft hätte ich schon," meinte Moritz Gassel. „Aber ich Hab da eigentlich nichts zu suchen. Ich bin noch nicht fünfundzwanzig." „Was macht das aus?" lachte Thomas Hauschild. „Ich al»ch nicht. Das ist eine öffentliche Versammlung. Ich bin freisinnig." „Sie dürfen ja nicht wählen?" „Diesmal nicht, aber das nächste Mal." Da erhob sich Hedwig, weil die Mutter nach ihr rief, und Moritz Gassel enipsahl sich. nächsten Sonntag, kurz nach der Vesper, füllte sich die breite Gaststube des Kretschams bis aus den letzten Platz. Aus dem Tische lagen Ausrufe der verschiedenen Parteien. Die konservativen Programme hatte August Knorreck von Daniel Z puppack verteilen lassen, der dabei ein sehr pfiffiges MAt machte, ttkii er in der Tasche schon den polnischen Wahlzettel hatte: Christian Reuschel, der Windmüller, er- schien mit den Anpreisungen des freisinnigen Kandidaten, eines Justizrats aus Jauer, und Klempnerineister Prutschel aus Sulitsch, ein kleiner, lebhafter Mann mit einem langen schwarzen Bart, agitierte voii Tisch zu Tisch mit eindringlichen Worten für seinen internatioilalen Genossen, einen Zlgarrenmacher aus Breslau. August Knorreck, der ani Vorstandstisch auf den Herrn Baron wartete, hätte den Klempnermeister am liebsten an die Luft gesetzt. 9lber es ging leider nicht, denn es war eine öffentliche Versammlung. Franz Wiegelt, der Gastwirt, beobachtete eine wohltuende Neutralität und versorgte alle Parteien, die sich nach Tischen mit* A"t)eiiecken absonderten, aus einem Biersasse. Die Katholiken saßen beim Ofen, verhielten sich ruhig uitb waren längst einig Bei Christian Reuschel ging es am lebhaftesten her, Er schimpfte auf die Konservativen und ans die Sozis und behauptete fortwährend, er sei liberal. Der Klempnermcifte? aus Sulitsch dagegen verhielt sich ruhig, um sein Pulve'- nicht vor der Zeit zu verschießen. Niemand wollte neben ihm Platz nehmen. Fürchtegott Fritscher saß ihm am nächsten, über der hatte schon wieder das graue Elend und zählte nickn mit. Die Masse der Bauern verhielt sich stumm, war in sich geschlossen und wartete auf den Grafen, der den Wahlkreis schon fünfzehn Jahre vertreten hatte. Endlich erschien Fritz von Winkelberg und nahm bei seinem Inspektor Plan. Thomas Hauschild und Moritz Gassel standen in der Tür zum Nebenzimmer und unterhielten sich leise. Immer mehr Männer strömten in das Kretscham und suchten sich einen Stuhl. Jetzt bekam sogar der Klempnermeister nähere Nachbarschaft. Bon allen umliegenden Kolonien erschienen die wahlberechtigten Staatsbürger im Sonntagsrock, um sich über die vergangenen und zukünftigen Wege der hohen Politik Aufklärung zu verschaffen. Der Herr Graf aber ließ auf sich warten. Und als dann eine leichte Kalesche vor das Kretscham rollte, sti.g sein Vertreter heraus, ein sehr feudaler Herr aus dem konservativen Wahlkomitee. Er stellte sich dem Britzkawer Baron vor und behauptete, mit ihm entfernt verwandt zu sein. Fritz von Winkelberg bedauerte, sich nicht entsinnen zu können, und dachte an seine liebe Stiefmutter. Er drückte mehrmals auf den Knopf der'Tischglocke und eröjfnete die Versammlung. Der Vertreter des Grasen entledigte sich seiner patriotischen Schlagworte, die aus der Rüstkammer des Bundes der deutschen Landwirte stammten, mir großer Geschicklichkeit, der man die reiche Uebung anmertte. Tann sagte Christian Reuschel sein Sprüchlein herunter. Und endlich legte der Sulitscher Klempnermeister los. Und wie konnte der reden! Die Bauern machten lange Hälse und nickten hin und wieder. Ta \wiv einer, der das schlechte Leben von Grund aus verbessern wollte. Schlau paßte er sein Programm den ländlichen Verhältnissen an, ließ vor allen Dingen die böse Verstaatlichung des Grundbesitzes fort, wofür die Bauern noch kein Verständnis haben konnten, und rückte dem konservativen Herrn mit scharfen Streiken auf den Leib. Die Bauern hörten das gerne, August Knorreck aber ballte die Fäuste unter chem Tisch. Fritz von Winkelberg machte keine Miene, dein frechen Klempner das Wort zu entziehen, hörte vielmehr interessiert zu. Der konservative Herr verteidigte sich kräftig und ließ sich sogar zu einer herzhaften Grobheit hinreißen. Doch damit konnte Klempner Prutschel auch dienen. Und die Bauern hatten ihren Spaß daran. Der Baron drückte auf die Glocke und fragte, ob sich noch jemand zum Worte meldete. Christian Reuschel ergriff, die Gelegenheit, noch einmal für seinen Justizrat einzutreteu, der vor allen Dingen dem Landwirt Helsen wolle. August Knorreck räusperte sich laut, doch der Baron ließ nicht von seiner Unparteilichkeit. Der konservative Redner ziipfte nerrws au seinem Schnurrbart hermm. 358 „Wünscht noch jemand das Wort?" fragte Fritz von Winkelberg. „Ich!" schrie plötzlich Fürchtegott Fritscher und stand aus. Aber er mußte sich an der Tischkante festhalteu, denn er hatte schon etwas das Gleichgewicht verloren. Die Bauern machten einen Rumor, einige wollten Fürchtegott Fritscher hören, andere rieten ihm, er solle sich hinsetzen und das Maul halten. Doch er ließ nicht locker. „Herr Fritscher hat das Wort!" sprach der Baron. „Ich dank schön!" rief er und schlug mit dem Flaschen auf die Tischplatte. Seine Augen flackerten unstet, er fuhr mit der Hand durch die Luft, als wollte er Mücken sangen, drückte den Kehlkopf zusammen und stieß mit seiner harten, kratzigen Stimme heraus: „Die großen Herren, ja, das sind die großen Herren. Die taugen alle mchts. Wir sind die kleinen Leute. Uns wird das Fell über die Ohren gezogen. Wir müssen die Steuern bezahlen. Das Hemd reißen sie uns vom Leibe, die großen Herren. Firns Jahre kennen sie uns nicht, aber wenn wir sie wählen sollen, dann sind wir gut genug dazu. Unser Baron ist nicht so, beileibe nicht, das ist ein guter Mann, der ist nicht hochmütig. Aber die andern laugen nichts, gar nichts. Und der Herr Graf sitzt an seinem Tisch und ißt von goldnen Tellern und trinkt Schlampagner. Ich kann mir das nicht leisten. Ich muß Schnaps sausen, pieil ich ein armer Mann bin. Und was sollen wir mit dem Justizrat aus Inner. Die Leute vom Gericht, das sind die schlimmsten. Kommt einer mit einem großen Geldsack, der kriegt recht. Wir kleinen Leute müssen mit langer Nase abziehn." „Mähr dich cuts!" ries ihm Franz Wiegelt zu, denn lange Reden waren dem Durst der Zuhörer nicht förderlich. „Ich hab's Wort!" schrie Fürchtegott Fritscher gereizt. „Und wenn ich rede, da rede ich eben. Und ich für meinen! Teil, ich lvähl den Breslauer ZiZa.rrenarbeiter!" Damit setzte er sich, und der Sulitscher Klempner drückte ihnl die Hand. Die Bauern, besonders die kleineren und ^kleinsten Besitzer neigten in ihren Ansichten offen zu Fürchte- flott Fritsck)er, wenn sie auch den Gedanken, dem rohen Manne aus BreSl.au die Stimme zu geben, weit von sich wegschoben. Der Vertreter des Grafen wurde unruhig und beugte sich zu Fritz vvn Winkelberg hinüber. „Herr Baron!" sprach er drängend, „es wäre gut, wenn Sie jetzt in einem Schlußwort die Leute an ihre patriotischen Pflichten erinnerten." Auch August Knorreck war dieser Meinung, um den Eindruck der Fritscherschen Rede zu verwischen. Fritz von Winkelberg erhob sich endlich. Es wurde mäuschenstill. „Meine Herren!" -rief er mit seiner schönen, klaren Stimme. „Ich empfehle Ihnen keinen Kandidaten, denn ich achte jede ehrlick-e Meinung. Wir erfreuen uns eines geheimen Wahlrechts. Das ermöglicht jedem Wähler, seine innerste Ueberzeugnng zum Ausdruck zu bringen. Und das allein ist das Wesentliche." August Knorreck wurde bleich. Ter Vertreter des Grafen wurde brandrot. Unter den Bauern erhob sich ein beifälliges Gemurmel. Christian Reuschel benutzte die günstige Gelegenheit, sprang aus den Stuhl, schwenkte das Bierseidel und! brachte ein Hoch aus den Baron aus. Doch der war draußen, veyor es zu Ende war. Der konservative Herr rollte mit seiner Kalesche nach Guhre hinüber, wo er noch eine Abendversammlung wu bearbeiten hatte. Seine Laune war die denkbar schlechteste. August Knorreck schritt gesenkten Kopfes heim und sprach kein Wort. Die Bauern aber blieben sitzen, tranken auf ihren Baron, lärmten bis in die späte Nacht und freuten sich über das Schauspiel, das Christian Reuschel und der Klempner Prutschel aus Sulitsch aufführten. Tie Kaiikten sich nämlich, bis der Luschelauer Gendarm erschien, Feierabend kommandierte und Franz Wiegelt wegen Ueber- tretung der Polizeistunde notierte. .Es war nämlich schon nach Mitternacht. Drei Tage später fand .August Knorreck mitten au/f dein Gutshose fünf polnische Wahlzettel. Das brachte ihn in Wut. Keiner der Dienstleute wollte sie verloren haben. Er zeigte sie dem Baron, der die Erregung seines Inspektors unbegreiflich fand. Auch Thomas Hauschilo sah diese Sache ruhiger an. „Die Pylacken bring ich auf den Schub!" schüvur August Kiiorreck. „Wenn erst die Ernte vorbei ist." Vierzehn Tage nach der Wählerversammlung lvar die Wahl. Franz Wiegelt saß hinter der großen .Siippenterrine, die die Walurne vorstellen sollte, und Moritz Gassel, der Gemeindeschreiber, notierte die abgegebenen Stimmen in der Liste. Am Abend wurden die Stimmen gezählt. Von einhundertelf Wahlberechtigten hatten siebennndneunzig ihre Stiinmen abgegeben. Davon waren achtunddreißig konservativ, vierzehn freisinnig, neunundzwanzig zentrum- freundlich, sechs polnisch, drei sozialdemokratisch und sieben zersplittert. Tie lauteten auf Baron Fritz v. Winkclberg. Eine Stichwahl wurde nicht nötig. Ter konservative Graf überholte seine Gegner weit unk die Hälste. Fritz von Winkelberg hatte sich der Wahl enthalten. Als' das Getreide blühte und der laue Westwind den Pollenstaub in dichten Schwaden über die Felder trieb, bekam Moritz Gassel noch zwei Nachschwärme. Sie stiegen wieder während der Schulzeit. Am Nachmittag kam August Knorreck und sprach mit ihm über den Ausfall der Wahl. Man merkte ihm an, daß er einen Menschen suchte, mit dem er offen und frei über diese Tinge reden konnte. Moritz Gassel glaubte, den Baron in Schutz nehmen zu müssen. „Was wollen Sie?" erwiderte er dem Inspektor. „Das alles unterschreib ich Wort für Wort. Was er gesagt hat, war richtig!" „Richtig wohl!" gab August Knorreck zu. „Mer er hätte es nicht sagen sollen!" XIV. Das gab dieses Jahr ein Heuwetter, daß August Knorreck das Herz im Leibe lachte. Mit Ausnahme von zwei Gewittern, die schnell kamen und schnell ausgetobt hatten, ließ sich vierzehn Tage lang kein Wölkchen am Himmel sehen. Unter den sengenden Strahlen der ^onne reifte das Getreide, und die viereckigen Felderflecken färbten sich gelb. Nur die Kartoffeln, die Rüben und der Klee verharrten bei dem dunklen, sastigen Grün. Hier mühte sich die Sonne vergeblich. In dieser Zeit starb Fürchtegott Fritschers Frau, die sieben Jahre fest auf ihrem Krankenbette gelegen hatte. Zuletzt hatte es sich ihr auf die Lunge geschlagen. Ten Winter hatte sie wohl überstanden, aber die Hitze des Sommers raffte sie hinweg. Der Atem setzte aus, und ihr Herz stand still. Jeder gönnte ihr die Erlösung. Nur Fürchtegott Fritscher griff es tiefer. Drei Tage war er nicht von der Flasche wegzubringen. Tann war das Begräbnis. Man trug sie in der Friche auf den Friedhof bei der Kirche, wo die Toten ohne Unterschied der Konfession beerdigt wurden. Der Luschelauer Pastor sprach einige Worte, und Moritz Gassel sang mit seinen Kindern ein paar Choralverse. Fürchtegott Fritscher wußte nur einen Trost. Denn kaum hatte er seine Frau zu Grabe geleitet, so legte sich seine betagte Mutter, die ihm bisher in der Wirtschaft geholfen hatte, ins Bett. Die alten Füße wollten nicht mehr. Ein Unglück kommt selten allein! Jetzt ließ Fürchtegott Frtt- scher alles lausen, wie es wollte. Zu Helsen wür ihm nicht. Und das Heu, das er noch geschnitten hatte, tväre verfault, wenn sich die Nachbarn nicht erbarmt hätten. Denn nach dem Heuwetter kam ein Landregen, der neun Tage anhielt. August Knorreck nickte befriedigt. Was jetzt herunterkam, machte keinen Schaden. Am vierten Tage brachte der alte Abraham die Erntearbeiter. Wieder waren es Polen aus Adelnau und weiter her. Der Inspektor knirschte mit den Zähnen und behielt sie. Nach der Ernte wollte er sie schon wieder aus den Schub bringen, und die andern polnischen Dienstleute mit. Der alte Mraham war dcuntt einverstanden. Nach der Ernte konnte er deutsche Arbeiter leichter auftteiben. Am letzten Regentage ratterten zwei furchterregende Ungetüme von der Chaussee herauf, ein eisernes, schwarzes, rundes und ein vierkantiges, rotes, hölzernes: die Lokomobile und die Dreschmaschine. August Knorreck ließ sie auf dem Hofe einmal zur Probe laufen, untersuchte sie sorgfältig und nahm sie ab. Ein Maschinist war mitgekommen und blieb da. (Fortsetzung folgt.). In zlugzeng und Auto. Eine KriegS-Skizze von Hermann Dreßler, .Chemnitz. (Nachdruck verboten.) Der Brigadekommandcur trat seit einer Viertelstunde nervös von einem Bein aufs andere und braäste das Glas kaum einmal einen Moment von den Augen. Er sollte je nach der Zahl der feindlichen St«ilkräfte sofort angreifen oder Verstärnmg mvarten^ Er hatte zwei Flieger ausgesandt, welche die feindlichen Stellungen überschwärmen sollten und die Stärke der der deutschen Linie gegenüberliegenden Truppenmassen erkunden. Es war eine äußerst exponierte Stellung, die der Kommandeur hier in dem waldigen Gelände auf feindlichen Boden zu halten hatte. Tie dichten Wälder gestatteten dem Feinde zu leicht, seine wahre Truppenmacht zu.verdeckelt und Bewegungen zu verschleiern. So hatten die beiden Flieger gemessenen Befehl erhalten, möglichst tief herabzugehen und eine Täuschung durch den Feind zu vereiteln. Wo sie nur bleiben mochten! Sie muhten doch eigentlich lärrgst zurück sein. Wieder hoben der Koinmalldeur und seine Offiziere die Gläser und suchten den Horizont ab. Da erschien plötzlich im Blickfelde ein grauer Punkt, der sich unscheinbar gegen den Himmel abhob. Nach einer kurzen Spanne Zeit hatten die Herren vom Stabe festgestellt, daß sich der Punkt bewege und vergrößere. „Das ist einer von unfern zwei Piloten!" sagte der Kommandeur. „Nun, wir werden ja sehen!" Die Offiziere verfolgten den Flug des Piloten mit gespanntester Aufmerksamkeit. Das Pünktchen wuchs und kam in raschen: Fluge näher. Noch eine Viertelstunde in dem Tempo, und jer mußte herab sein! „Donnerwetter! Der führt seinen Auftrag aber schneidig aus!" meinte einer der Beobachter. „Ja, er geht riesig tief!" ein*anderer. Plötzlich wurden rings um den Flieger rveiße Wattepilze sichtbar, die wie aus dem Aether aufzuschießen schienen. „Sie beschießen ihn mit Schrapnells!" Lange, wcißgrane Flugstreifen streckten ihre gebogenen Finger von allen Seiten hinauf zun: Firmament, als :vollten s:e den kühnen Flieger mit ihren Krallen packen und zur Erde herab- zerren. „Er hält ebenen Kurs, steuert seine Maschine auch nicht einen Meter höher!" Mit vermehrter Heftigkeit bellten jetzt die Geschütze von unten gegen ihn an. Der Kommandeur tvurde nervös. „Wenn er mir durch diese Feuerhölle bindurchkoimnt!" Man erkannte jetzt schon durch das Glas die tveitklafternden Schwingen des deutschen Vogels. Der Offiziers-Pilot schien seine Maschine mit höchster Kraft arbeiten zu lassen. Er schoß pfeilschnell dahin. Da auf einmal sahen seine Kameraden, wie der Greif unsicher wurde und zu schwanken begann. Einige Augenblicke stockte ihr Herzschlag, nicht bloß des gefährdeten Lebens ihres Kameraden wegen, sondern sie waren sich auch alle dessen bewußt, lvas von der Nachricht abhing, die jener Tapfere bei sich trug. Durch das Glas erkannten sie, daß das Schwanzsteuer sich fast senkrecht zur Erde stellte und die Maschine steil aufrecht stieg. Ein Aufatmen ging durch ihre Reihen. „Er sucht Höhe zu gewinnen, um tm Gleitflug bis an unsre Vorposten gelangen." Die Ossi ziere hatten recht. Der Flieger hatte heftiges Schrapnell- und Maschinengewehrfeuer erhalten. Eine Kugel mußte ihm quer in den Benzinbehälter eingeschlagen sein, den in dem kupfernen Bassin klaffte ein schräger, länglicher Riß, aus dessen Oeffnung das Benzin in dünnem Strahl heraus zur Tiefe schoß. Mit Geistesgegenwart hatte er erkannt, daß er den Rest des Betriebsstoffes verwenden mußte, um höher zu steigen, um sich dann möglichst lange im Gleitflug halten zu können. Sein Brennstoff war dagegen schneller ausgeflossen als er befürchtet hatte. Der Motor lief plötzlich leer, setzte schließlich ganz aus und die Maschine ließ den Führer ihre Schwere spüren. Ehe die er- fordnliche Höhe erreicht war, sank der Riesenvogel im Gleitflug mit Kurs auf die deutschen Linien. „Er schaffts nicht mehr!" rief der Komnmndant, und biß sich nervös auf die Lippen. „Wir müssen die Meldung haben, meine Herren. Wer von Ihnen will versuchen,- im Auto den Landungsort zu erreichen? Es hat größte Eile!" Hauptmann Leutmetzer trat vor. „Wenn ich bitten darf, Herr Kommandant. Ich bin Herrenfahrer!" ^Glück auf. Kamerad!" Wenige Minute:: später fauchte ein hundertpferdiger Adlev- wagen die Landstraße hinaus, der feindlichen Linie entgegen. Hauptmann Leutn:etzer fftzt wie aus Erz gegossen über das Steuerrad gebeugt und starrt vor sich auf die Landstraße, die wie ein graues Bänd unter dem Wagen hahinschtvindet. Bon Zeit zu Zeit blickt er flüchtig auf, wo das Flugzeug in der blauen Kuppel des Firmaments hängt, aber sckion bedeutend tiefer. In: Fond des Wagens fnlctt drei Infanteristen, das Geivehr entsichert und schußbereit. Ueber den Rand des Wagens schauen nur die^grauüberzogenen Helmspitzen. Die Lederleiste, die ringsherum die Karosserie polstert, dient als Auflage für den Lauf der Gewehre. Zlvisciien deren schlanken Hälsen streckt ein Maschinengewehr seinen geschwollenen Kropf hervor, bereit, seinen Kugelhagel zu speien. So geht's in rasendem Tempo dahin. Es ist höchste Zeit. Ter Kamerad da oben auf seinem lahin- aeschossenen Vogel sinkt jetzt schneller und droht hinter jenem Gehölz niederzugehen. Aber er hat jedenfalls das rettende Fahrzeug, das unter ihm die Straße dahinkriecht, erspäht. Er ändert seinen Kurs ein wenig ab und hält sich direkt über der Chausier Ter Feind hat ihn gleichfalls nicht aus den Augen gelassen. Eine Kavalkade Lanzenreiter sprengt daher, um die vermutliche Landungsstelle :wch eher zu erreichen und den Piloten sofort gefangen zu nehmen. An der Straßenbiegung werden sie des daherbvausenden Fahrzeuges gewahr. Hauptmann Leutmetzer hat sie schon erspäh:. Er wendet si> während der Fahrt halb nach hinten und schreit seinen Leuten duv das Tosen des Motores zu: „Salve geben, wenn wir ran sind!" Sofort nehmen die Soldaten ihre Positionen ein. Kurz vor der Begegnung läßt Hauptmann Leutmetzer seine Masclüne langsamer laufen. Wie es scheint, »vollen ihn: die Feinde den Weg versperren. Jetzt sind sie 'ran. „Feuer!" schreit er. Ein paar Schüsse kracl-en. Er sicht, wie einer Vorn Pferde stürzt und das Tier auer vor ihm die Straße überschneidet. Er stellt de:: Motor auf Höchstgeschwindigkeit. Ter Wagen schjeßt aufs neue dahin. Tie Rester stieben verblüfft zur Seite, und mit einen: höhnischen Auflachen jagt Haupt- mann Leutmetzer mit seinen Tapferen hindurch. Ein wahres Pelotonfeuer fnattert hinter ihnen her. Hwisckien das Rascheln und Fauchen des Motores pfeifen Kugeln dicht an seinen Ohren vorbei ihr hämisches: „Ssst! Ssst!" Das Maschinengewehr meckert als Antwort seinen Spitzkugethagel in die feindliche Patrouille hinein. Gr kann den Erfolg zwar nicht beobachten, aber das „Hurra!" seiner Leute genügt ihm. Fast im selben Augenblicke sieht er auch de:: Piloten mit seiner Maschine schwer zur Erde sinken. Nicht weit von ihm, in: Sturzacker rechts der Landstraße ist er niedergegangen, aus dem Sitze gesprungen und eilt schon auf den Wagen zu, der ihm im letzten Augenblicke Rettung aus der Gefange.nscl)aft bringt und mit ihm sein Flugergebnis ins deutsche Quartier zurücktrage:: wird. „Glückwunsch, Kamerad!" Ein.Händedruck. Ter Pilot ist unverletzt. Er spring: in de:: Wagen. Es ist nicht viel Zeit zu verlieren, denn schon stürmt die feindliche Patrouille tu vollen: Galopv heran, u:ü> eine Infanteriekolonne, die an der Lisiere in Deckung bvrgina, gibt lustig Salvenseuer gegen die Tollkühnen, die es wagen, die Beute so offen und dreist aus ihrer Mitte zu rauben. Mit geschickten: Kurvenmanöver lenkt Hauptmann Leutmetzer trotz der schmalen Straße. Nun geht die TodeSfahrt die Straße zurück. Mit höchster Kraft arbeitet der Motor, mit wahnsinniger Hast speit auch das Maschinengewehr die peifenden Projektile streuend nach rechts und nach links. Die Pferde der Patrouille gehorchen angesichts des heranstürmenden Ungeheuers, dessen brüllende Hupe aufbegehrend Platz fordert, den. Reitern nicht mehr. Jnstinktmäßig sprengen sie tm letzten Auge:cklick zur Seite, und durch die Lücke saust das Gefährt, dem sicheren Port zueilend, wo die Retter und der Gerettete mit großer Freude und herzlichen Glückwünschen begrüßt werden. pariser yausfrauenöte. Wie sehr gerade das tägliche Leben ln der französischen Hauptstadt unter de:: Folge:: des Krieges leidet, läßt eine Schilderung erkennen, die eine in Pariis lebende Danüe in den „Daily News veröffentlicht: „Es ist natürlich, daß die Engländer nicht in denselben Maße unter den veränderten Umständen leiden wie die Franzosen. In London sah ich Männer in jedem Mter, :vie gewöhnlich, schlendernd oder eilig durch die Stadt gehen, und das Fehlen von ein oder zwei Millionen Männern machte sich in dem Londoner Strahengetriebe kcu:m benierkbar. In Paris dagegen habe ich in den letzten neun Monaten keff:en kräftigen Mann in den verhältnismäßig leeren Straßen entdecken können. Ebenso habe ich :n den französischen Provinz stabten nur sehr alte Mäm:cr oder ganz junge Dürschen erblickt. In aanz Frankreich sind die Preise für die Nahrungsmittel bedeuteich gestiegen, Fleisch kostet in Pari- das Doppelte. Das liegt nicht daran, daß kein Vieh vorhanden ist, sonder:: daran, daß die Schl L chter im Kriege sind. Die französischen Frauen habe:: die Männer in allen Enverbszsveigen zu ersetzen gesucht. Gleich zu. Beginn des Krieges haben sie sich den landlvirtschaftlichen Arbeiten gewidmet. aber den Beruf eines SchlächterS könne:: ffe nicht cu^üben. :mil sie kein Vieh töte:: könne::. Ebenso scl)L:^m steht es mit Umzüge n. Bo: einigen 360 Inu&te ich einen Umzug machen, ich wollte euren Teil meiner Möbel nach meinem kleinen Landsitz bei Paris bringen. Ich mutzte aber zu zehn Spediteuren gehen, bevor ich einen fand, der dar Umzug übernehmen wollte. Alle erzählten fie mir, datz sie zu wenig Leute Hütten und nicht imstande wären, die leichtesten Möbel fvegschassen zu lassen, der Transport eines Klaviers gehört überhaupt zu den Unmöglichkeiten. Und diese Qvrmen waren nur noch tätig, weil sich die Frauen der Leitung des Geschäfts angenommen hotten; sie versuchten, einige Hilfskräfte unter den Leuten auszubringen, die an Feiertagen auf Urlaub nach Hause kommen oder in ihre Familien zurückgeschickt worden waren, um sich zu erholen. Zimmerleute und Maler konnte ich nur von Zeit zu Zeit erlangen Ter Elektriker und der Tischler kamen einmal einen Tag oder zwei und gingen dann in ihre Schützengräben zurück. Einen Monteur konnte ich überhaupt nicht ausftnden, bis ich endlich einen Italiener entdeckte, der meinen Brunnen auszubessern und meine Gasröhren gründlich nachzusehen imstande war. Auch trieb ick einen Dachdecker aus und zwar einen Spanier, der gerade mlbeschäftiat in Paris umherlies . . . Tapeten oder Leinwand« mit denen Frankreich so reichlich versehen ist, waren nicht zu haben. Zwei Fenster, die während des Umzuges in dem Landhäuschen zerbrochen wurden, konnten nicht ausgebeftert werden, weil Glas in Nordfrankreich oder Belgien fabriziert wird und die Deutschen in unfern Fabriken jetzt für sich arbeiten. Ms der Glaser die Scheiben, die wahrscheinlich aus Amerika über England zu uns gelangen, endlich einsetzte, erzählte er mir, datz die Gärtner dieses Jahr auch ruiniert waren, weil sie für ihre Treibhäuser — es sei denn, für einen unerschwinglichen Preis — kein Glas erhielten, um die Erdbeeren und Melonen zu schützen. Nebenher will ich erwähnen, datz ick für jede kleine Fensterscheibe 6 Franks bezahlen mutzte. Natürlich kommen jetzt auch alles Porzellan, die Spiegel oder Haus- haltungsgogenstände aus England. Da die Provinzen, in denen Zucker gewonnen wird, besetzt sind, so bezahlen wir l 1 /* Franks für das Kilo, und die französischen Hausfrauen werden trotz der reichlichen Obsternte nicht imstande sein, sich für den Winter mit eingelegten Fruchten zu versehen. Ebenso ist es mit den Fischen. Der Preis ist gleichfalls durch die veränderten Lebensbedingungen sehr beeinftußt. Wenn auch die Frauen die Männer in den leichten Formen des Fischfangs vertreten können, so ist es doch nicht möglich. schwerere Fische zu fangen. Ueberdies werden durch die Eisenbahnen, die für Kriegsmaterial in Anspruch genommen sind, nur die Notwendigsten Levensmittel transportiert, so datz Fische, wenn man sie überhaupt bekommen kann, nicht in gutem Zustand nach Paris gelangen und ihr Preis außerordentlich hoch ist. Äne Steinbutte, die in London zwei oder drei Schilling kostet, wird in Paris heute mit ebensoviel Pfund bezahlt. Ein durch die neuen Verhältnisse in Paris entstandener Be- ruiszweig ist die Trockenreinigung. Die Frauen nehmen diese Reinigungsanstalten viel in Anspruch. Sie schick« ihre Kleider und Blusen immer wieder dorthin und bekommen sie sauber und frisch zurück. Die Preise für diese Reinigung sind jedoch fast unerschwinglich. Kohlen sind auch kaum zu bezahlen. Für den Sack bester Kohlen zahlt rnan 5 Franks und 5,5 Franks. 20 Zentner wür- t*en demnach etwa 80 Mf kosten Ebenso hat der Krieg sehr auf die Mode gewirkt. Eine englische Dame in London fragte mich, ob es wahr wäre, datz in Paris kurze, sieben Ellen weite Röcke getragen würden. Ich antwortete ihr, datz diese, falls die Schneiderinnen sie arbeiteten, kaum von französischen Frauen getragen! werden würden. Tatsächlich sind die neuen Moden nicht aus das Auffallende gestellt, sondern passen sich mehr dem Ernst der Zeit an. Tie tonangebende elegante Frauenwelt hat ihre Autos ft'ir Kriegszwecke heraegeden und aus ökonomischen und Wohltätiqkdits- gründen ist der Omnibus — das einzige Verkehrsmittel für Paris. So ergab es sich, datz die Humorlrücke unpraktisch sind, und die Damen tragen jetzt weite, kurze Kleider Die Einsachh it des Besatzes Hot denselben Grund wie der Schnitt selbst. Vielleicht übt der Geldmangel, der sich gleich zu Beginn des Krieges fühlbar machte, Emnutz aus. Ms die Arbeit aufhürle, mutzte auch der Lohn auf- hüren. Aber heute gibt es Hunderte von reichen Leuten, di? große vermögen aus der Bank haben, und die doch Hungers sterben münen, wenn der Krieg länger dauert: denn es werden keinerlei -rwidenden in Handels- oder Jndustrieunternehmungen gezahlt, und ite können vor dem Ende des Krieges nicht gezahlt werden; man kann aber auch keine Darlehen darauf bekommen und sie mrgends verkaufen." Die große Zpltzenmode. Die Wiederkehr einer großen Spitzenmode wird aus Wien ge- Die unaufdringliche Vornebmheit der Spitze, die in dieser Hinucht als Schmuck des Frauen Neides allen anderen Stoffen und Futaten überlegen ist. patzt zum Ernste der Zeit, in der wir leben: dazu kommt, datz die Begünstigung der Spitze zugleich die Förde- runq emer Hausindustrie bedeutet, die natürlich gerade jetzt mit garroiengfeiten ru kämpfen hat Wie ein Bericht in dem Fach- viat:e der „Konfektionär" hervorbebt, feiert das < 2 pitzenkleid einen völligen Triumph. Man bringt zahlreiche SvitzenNeider mit Stufenrocken und reich gebauschten Volants, die überaus anmutig wirken. Sine besondere Neuheit bildet das mit weißer Seide und Kchristleitung: Aug Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Brü fernem Silberfaden überstickte Spitzenkleid: die glänzende Stickerei hebt sich wirkungsvoll von dem stumpfen Weitz des Grundes ab. Für WaschNeider ist ja die Spitze schon seit Jahren als unver-t gleichlich schönster Schmuck anerkannt: diese Art von Kleidern sind heuer weniger reich und geputzt als in den Vorjahren, wirken aber um so jugendlicher und sommerlicher. Für Wäsche- („Lingerie",-) Kleider bildet Flletspitze den bevorzugten Aufputz, die übrigens auch sehr viel zu drmklen Seidenkleidern getragen, sowie zu Blusen verarbeitet wird. Die Spitzenbluse patzt besonders gut für jene bunten Knüpfe, Halsbänder und Ketten aus Halbedelsteinen, die fetzt so beliebt sind. Schnüre aus Rosenguarz, gemaltem Porzellan oder Kristall, die wie helle Kerlchen in der Sonne leudjk len, bilden gewöhnlich den einzigen Aufputz dieser in sehr einfachem Schnitt gearbeiteten Modelle, die manchmal noch mit einem ärmellosen Jäckchen oder einem Bolero aus dem Rockstoffe zu einem ßanzeii Kleide (einer „Toilette") vervollständigt werden. Für ferne Wäsche ist ja die Spitze schon von jeher der bevorzugte Schmuck gewesen. Tie Mode der durchsichtigen Bluse und der merten^ abstehenden Kleiderröcke hat nun zwei neue Wäschestücke gebracht, die nach der Spitze sozusagen geradezu rufen: das ist das von der Bluse gleichsam ^nur verschleierte Mederleibchen, das ganz aus spinnwebfeiner Spitze gearbeitet wird, und dann der Unterrock mit duftigem Spitzengeriesel, der ja aus älteren Moden noch sehr wohl bekannt ist, oder sicht Jahren, in der Zait der Herrschaft der engen Röcke aus der Mode verbannt war. Schlietz- ttch hat sich die Spitze auch der H ü t e und der Sonnenschirme bemächtigt. Eine typische Erscheinung dieses Sommers ftnd die lose gebundenen, wallenden Spitzenschleier, und die leichten Sonnenschirme werden entweder ganz gM Spitzen hergestellt oder mit einer verschwenderischen Fülle von Spitzen verziert. Und die jetzt so beliebten Kragen sind ja dock) nie so kleidsam und zierlich, alS wenn sie aus duftiger Spitze hergestelll sind». vüchettisch. — Die Nationalen Frauenblätter, deren reichhaltiges 6. Heft soeben im Verlag von Knorr L Hirth in München erschienen ist. enthalten nurBeiträgeDeutscherFrauen und erscheinen jeweils am Anfang eines jeden Monats. Der Reinertrag wird dem Wohlfahrts-Ausschuß der Stadt München überwiesen und beruflich tätige» Frauen zugeführt, welche durch den Krieg in Not gerate» sind. Das vorliegende Heft wird eingeleitet durch ein herzlich empfundenes und geistvolles Gedicht von Isolde Kurz: „Vertrauen". — Hpfinu»gen ii n ö Aussichten für die deutsche ST u n ft n a ch b e m Kriege. Zu diesem Thema, welches unü allen am Herzen liegen »nutz, nimmt nun auch der Generaldirektor der K. Museen in Berlin, Geheunrat Wilhelm von Bode, in den Münchener Mo.wtslieste., .Die Kunst" (Verlag Bruckmann) Stellung, uachden» die Frag« in dieser Zeitschrift schon von verschiedenen anderen Seiten beleuchtet worden ist. Eine Stimme, wie die Wilhelm v. Bode's, mutz unter allen Umständen gehörst werden, und seine Aeußeruugeit werde«» daber in breiten Kreisen größtem Interesse begegnen. — Aus dem Inhalt desselben Heikes möchte,^ wir noch ennge der überaus schon illustrierten Aufsatz« erivähnen, jo über den verstorbenen Dresdener Maler Gotthardt Knehl. von den, banplsächlich Arbeiten ans den letzten Schasse,,«- verwden gezeigt werden; dann den Austatz über die diesjährige Ausstellung der Zt. Akademie der Künste in Berlin, ans der die hervorragendsten Werke in mustergnltlgen Abbildungen gezeigt werden. Und schließlich einen Aussatz über künstlerische Medaillen und Plaketten, die anläßlich deS Krieges entstanden sind: es ist dies der zweite Aussatz über diese« Thema, den die .Kunst" bringt, und dies beweist. wie gut es unsere deutschen Künstler veruanden haben, auf den, Geblete der Medaille den Zenläi,sten Rechnung zu tragen. Was hier geschaffen .norden ist. smd m der Tat Erinnernngszelchen von höchst künstlerischem Wert, denen man eine recht große Verbreitung wünschen möchte, AlS Schlnßanssatz finden wir tu dem Hefte eine sehr uuüangreiche illustrierte Veröffentlichung über daS von Architekt Paul Mebe« erbaute neue Verwaltungsgebäude der Versichern«, >.s.esellfchast Nordstern in Berlin-Schöneberg. Wir lernen da einen Bau kennen, bei welchein sich künstlerische Gediegenheit und Gründlichkeit biS i„S klemste mit einer glänzenden Lösung der praktlschen Bednrs- Nisse verbindet, deren Berücksichtigung bei einem derartigen Ge- schäftSban ausschlaggebend sein muß. Der Bau dars nach dieser Richtung hin in der Tat als ein Musterbeispiel deutscher Baukunst bezeichnet werden. Logügriph. »Ei, wie prächtig das jebmeeft!* so sprichst du. mehr noch verlangend. Aendert sich M dann in D, mußt du dich stärken alsbald. Auslösung in nächster Nummer. Auslösuttg des Silbenrätsels in voriger Nummer: »ebriden — ^.ntigonv — Marsen - -silber — Anielfe — NadMemd; Hans Andersen. 'scheu Universitäts-Buch, und Cteindruckerei. R. Longe, Gießen.