1915 - Nr. 87 Zurück zur Schotte. Vwmon von Ewald Gerhard Geeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ~ Dbr Inspektor stand, als hätte ihn jemand vor den Kopf getroffen. Er ließ seine Augen von seiner Frau zu Karl Zdurotschin wandern und schüttelte langsam den brerten Schädel. I)nd doch nicht etlva dagegen?" ries Karl Zdurotschin bestürzt. „Komm?" sagte August Knorreck zu seiner Frau und verließ mit ihr das ^Zimmer. Karl Zdurotschin blieb allein. Er schaute in den Spiegel und bemerkte, daß er ein sehr verblüfftes Gesicht machte. Dann hörte er Hedwigs Schritte im Hausflur und hörte den Vater sagen: „Herr Zdurotschin ist drin. Er will mit dir sprechen!" _ /'?$' tvie schön?" rief Hedwig und eilte herein, gab Zdurotschin die Hand und hieß ihn willkommen. „Sie bleiben doch zum Mittag bei uns. Es gibt Schweinsbraten mrt Dampfkraut und polnischen Klößen, .Hugos Lieblinqs- gericht. Mögen Sie das auch!" „Deswegen bin ich nicht hergekommen," sprach Karl Zdurotschin ernst und reckte sich auf. „Ich wollte Sie nur fragen, ob Sie meine Frau werden mögen?" Hedwig wich einen Schritt zurück, noch einen, ihre Augen weiteten sich, sie mußte sich an den Tisch lehnen. Dann preßte sie plötzlich das Taschentuch vor das Gesicht, sank aufs Sofa zurück und sing an zu lachen. Und sie lachte, daß sie fast von Atem kam. Dieses Lachen aber war für Karl Zdurotschin gar nicht lustig, er verlor darüber seine anfängliche Sicherhett, knickte zusammen und hing betrübt aus dem Stuhl. -„Es ist mir Ernst mit meiner Werbung, Fräulein Hedwig!" seufzte er. „Ich habe drei Millionen!" Doch damit war Hedwigs Lachen nicht zu dämpfen. Aufs tiefste gekränkt erhob sich Karl Zdurotschin, griff zu Stock und Hut und wollte das Zimmer verlassen. Aber Hedwig vertrat ihm-den Weg. ,/S-cien Sie mir nicht böse!" bat sie ihn und wischte sich die Träne ab. „Aber ich konnte wirklich nicht dafür. Ich Hab halt plötzlich so einen Lachkrampf gekriegt, und da könnt ich mich nicht halten." Damit inahm sie ihm Hut und Stock aus den Händen und brachte ihn wieder auf den Stuhl zurück. Da saß cfc denn, und seine Hoffnung war zunichte. Doch er war so weich- mütig und so versöhnlich gestimmt, daß er ihr beim besten Willen nicht zürnen konnte. „Sehen Sie mal, Herr Zdurotschin," flüsterte sie und rückte näher, „ich bin Ihnen ja ganz gut, ich weiß, daß Sie ein herzensguter Mensch sind, aber heiraten kann ich Sie Nicht. Das müssen Sie doch einseben." Eigentlich sah er es ein, und doch wunderte er sich darüber, daß er nicht wütend wurde und alles in kleine Stücke hieb. So hundsmiserabel war ihm zumute. Jetzt nämlich, wo er den Korb in Händen hielt, ward er sich seiner großen Dunnnheit bewußt. „Aber ich Hab drei Millionen!" preßte er sich endlich heraus. „Ich kann wirklich nicht?" beschwor sie ihn. „Ich mag überhaupt nicht heiraten." „Ach so!" nickte er hoffnungslos. „Und ich dachte, Sie hätten schon einen andern!" Hedwig schüttelte den Kopf und wurde ein wenig rot. „Aber warum haben Sie mich denn eingeladen?" fragte er ratlos. „Das will ich Ihnen sagen!" flüsterte sie und rückte noch näher, was ihm außerordentlich angenehm war. „Sie haben doch drei Millionen!" Karl Zdurotschin nickte bedeutungsvoll. „Nun meine ich," fuhr sie listig fort, „es muß doch sehr schön sein, wenn man mit diesem Gelde so ein recht gutes Werk tun könnte." „Hm?" machte Karl Zdurotschin nachdenklich. „Leisten könnt ich mir's schon!" „Nämlich," sprach sie leise und legte ihre Hand schmeichelnd aus seinen Arm, „unser Herr Baron hat so viel! Schulden bei Bartenstein und Levisohn in Sulitsch. Dem sollten Sie helfen! Er ist ein lieber, guter Mensch, gar nicht so wie die andern." „So?" meinte Karl Zdurotschin argwöhnisch, denn seine Eifersucht witterte sofort einen Nebenbuhler. „Für den interessieren Sie sich ja mächtig!" „Ach, was Sie wieder denken!" rief sie errötend und ließ seinen Arm fahren. „Er ist j«a längst verheiratet!" „Na so!" beruhigte sich Karl Zdurotschin schnell. „Wenn's Ihnen eine Freude macht, will ich die beiden Sulitscher auskaufen. Mer etwas müssen Sie mir versprechen. Ich seh ein, daß ich« zu alt bin zum Heiraten. Mer Ihre Freundschaft werden Sie mir nicht abschlagen!" „Gerne!" rief Hedwig und reichte ihm die Hand.. „Ich Hab nämlich keinen Menschen auf der ganzen Welt, der's aut mit mir meint," bekannte Karl Zdurotschin, und es sieb ihm unter dem Schutz von Hedwigs klaren Augen gar nicht schwer. „Me meinen sie mein Geld." „Ich doch auch!" sagte sie schnell. „Nein!" wies er sie freundlich zurück. „Das ist lvas anderes. Ihnen bin ich nun einmal gut! Dagegen läßt sich nichts machen. Und ich werde jetzt alle Wochen ein oder zwei Mal nach Britzkawe kommen. Und dann setzen Sie sich immer neben mich, danrih ich wenigstens etwas von Ihnen habe. Und dann müssen Sie mir versprechen, sich nicht eher zu verheiraten, bis ich tot bin." „Das kann ich Ihnen versprechen!" sagte sie fest und nahm seine Hand. 346 — „Abgemacht!" rief Karl Zdurotschin, dem wieder leicht ums Herz war. „Und wenn ich heute nach Hause komme, werde ich sofort mein Testament ändern." „Weshalb denn?" fragte Hedwig überrascht. „Weil eine Dummheit drin steht!" erwiderte er und nahm Hut und Stock. Hedwig geleitete ihn bis zur Tür. „Jetzt sagen Sie mir nur noch das eine!" sprach er und blieb stehen. „Warum Sie sich für den Baron so ins Zeiig legen. Sie müssen doch einen Grund haben." „Gewiß!" flüsterte sie, und ihre Wangen röteten sich wieder. „Denken Sie doch, wenn sich der Herr Baron hier auf Britzkawe nicht halten kann, dann verliert Vater getviß seine Stellung." Karl Zdurotschin nickte, das leuchtete ihm ein. „Gehen Sie nur gleich hinüber!" mahnte sie dringend. „Jetzt treffen Sie ihn noch zu Hause. Sagen Sie aber nicht, daß ich Sie geschickt habe. Und um halb eins kommen Sie zum Essen!" Wie zwei alte, gute Freunde schüttelten sie sich zum Abschied die Hände, Hedwig sah ihm nach,-wie er über den Hof schritt und den rechten Fuß ein wenig nachschleppte. Waldmann begleitete ihn höflich und schaute ihn hin und wieder vorwurfsvoll an. „Hedwig!«" ries die Mutter frohlock^rd und stürzte herein. „Ich Hab ihn sortgeschickt!" lächelte die und wies auf den Hof hinaus. Frau Knorreck stieß einen Schrei aus, als müßte sie ersticken, und fiel auf den Stuhl. Es war ihr unfaßbar, wie man das Glück so mit Füßen treten konnte! „Hab's nicht anders von dir erwartet!" sprach der Vater ruhig, setzte sich in die Sofaecke und studierte das Sulitscher KretSolatt, in dem die neue Reichstagswahl angezeigt war. Sie fiel auf den dritten Juli. August Knorreck knurrte unwillig. Der Termin hätte auch ein paar Wochen zeitiger sein können! In diesem Augenblicke stapfte Karl Zdurotschin zu Fritz von Winkelberg herein. „Ich bin Karl Zdurotschin!" stellte er sich vor. „Sie kennen mich doch!" „Dem Namen nach!" lächelte der Baron und wies auf einen Stuhl. „Ich habe gehört," begann Karl Zdurotschin und setzte sich schwerfällig, „daß Sie mit Bartenstein und Levisohn in geschäftlicher Verbindung stehen. Hohe Prozente natür- lich. Ich kenne das. Ich biete Ihnen das Geld zu vier Prozent." Fritz von Winkelberg stutzte und fragte nach Karl Zdu- rotschins Absichten. Der verwickelte sich bald in Widersprüche, weil er Hedwig nicht verraten wollte. „Mir ist ganz gleich, wo mein Geld arbeitet!" meinte er leichthin. „Ihr Anerbieten ist sonderbar," erwiderte Fritz von Wrnkelberg und erhob sich. „Zunächst ist Britzkawe sozusagen eine faule Sache." "Das ist mir ganz schnuppe!" sagte Karl Zdurotschir „Ich will gar kein Geschäft machen." „Sodann," fuhr der Baron fort, dessen Argwohn steti wuchs, „kann ich Ihnen nicht die geringsten Sicherheiten bieten, denn Britzkawe ist Majorat. Äe gehen überhaupt vo aanz falschen Voraussetzungen aus. Ich bin nur Verwalte dieses Gutes für Bartenstein und Levisohn. Liegt Ihne aus irgend einem Grunde etwas an diesen Schiebungen, s wenden Sie sich an diese Herren. Mir kann es ganz gleich gültig sein, in welchen Kanal die Zinsen fließen " „Mir nicht!" ries Karl Zdurotschin und stand auch aul „Das kann ich mir denken!" bestätigte der Baron un trat näher. „Sie haben nämlich Absichten, mein werte Herr Zdurotschin. Sie stehen in Verbindung mit der Neben lmie, an die das Gut fällt, wenn ich mich nicht mehr halte kann. Und dafür werden Sie schon sorgen, wenn Sie erj das Lest in den Händen haben." Karl Zdurotschin machte den Mund auf. , eg ""cd Ihnen nicht gelingen!" fuhr der Baro lebhaft fort: ,Letzt bin ich hier, und ich werde diese: Boden verteidigen, bis man mir das letzte Hemd pfände! Und solange ich meinen Inspektor habe, fürchte ich mic nicht. Leben Sie wohl!" Damit bekam Karl Zdurotschin einen breiten Rücken z sehen und machte den Mund wieder zu. Zwei Minuten späte stand er vor dem Hause. Komische Menschen! dachte er still bei sich und lächelte. Mer er wollte seinen dicken Kopf schon durchsetzen. War Britzkawe wirklich eine faule Sache, dann hatte es keine Schwierigkeit, die beiden Sulitscher Juden auszukaufen! Die Uhr schlug zwölf. Er schritt über den Platz und fragte nach der »Schule, klopfte zuerst bei Sebaldus Pohl an und ließ sich dann nach der evangelischen Schule weisen. Hugo aber, der ihn über den Platz gehen sah, drückte sich aus dem Gasthaus nach .Hause und traf Hedwig im Garten, wto sie aus den Frühbeeten etwas Suppenkraut holte. Er wagte gar nicht zu fragen. „Karl Zdurotschin war da?" rief sie ihm entgegen. „Na und?" fragte er beklommen. „Er hat mir einen Heiratsantrag gemacht!" lachte sie. „Wie komisch!" „Also hast du mich doch im Stich gelassen!" sprach er und ließ den Kops hängen. „Du bist wohl nicht recht bei Tröste!" lachte sie hell auf und sprang in die Küche. Moritz Gaffel aber stand vor seinen Bienenkörben und schaute glücklich auf die fleißigen Jmmenjungfrauen, die aus- und einslogen. Jede, die von per Weide zurückkam, trug an den Körbchen der Hinterbeine ein braunes oder gelbes Höschen aus Pollenstaub, denn die Haselnuß hatte schon ihre zarten Kätzchen herausgehängt. Da hörte er Schritte hinter sich und sah «Karl Zdurotschin in den Garten treten. „Wie geht's, Schulmeisterlein!" schrie Karl Zdurotschin schon von weitem. „Denk mal an, ich kann mein Geld nicht loswerden." „Das kann doch nicht so schwer sein," lachte Moritz Gajsel und drückte ihm die Hand. „Schau mal da drüben die Wirtschaft! Der heißt Fürchtegott Fritscher. Der könnte ein paar Stangen Gold brauchen, daß er wieder in die Höhe kommt." „Menschenskind!" schrie Karl Zdurotschin und schlug ihm hart aus die Schulter. „Seid ihr denn in Britzkawe alle verrückt geworden! Willst du mich denn nicht endlich anpumpen!" „Nein!" sprach Moritz Gassel ruhig. ,Hch brauche nichts. Ich bin jetzt provisorisch angestellt und kriege monatlich sechzehnzweidrittel Mark mehr." Karl Zdurotschin schüttelte nur den Kopf und ließ sich von ihm durch den Garten und das Haus führen. Sie machten auch einen Gang vor das Niederdorf. Als Karl Zdurotschin nach der Uhr sah, war es schon über eins. Da gingen sie zu Franz Wiegelt, und Karl Zdurotschin bestellte ein Mittagessen. Tann saßen sie bei einer Flasche Mosel wohl eine Stunde im Herrenzimmer. Moritz Gassel erzählte, und Karl Zdurotschin hörte zu und verdaute inzwischen. Um die Mffeezeit erschien Hugo vor dem Gasthaus. Scheu scch er sich um. , „Hugo!" schrie Karl Zdurotschin und stieß das Fenster auf. „Nur hier herein!" Und Hugo erschien, ziemlich gedrückter Stimmung, um zu retten, was noch zu retten war. „Ich Hab mein Möglichstes getan!" entschuldigte er sich kleinlaut. (Fortsetzung folgt.) Minenkampf. Einer tatsächlichen Begebenheit nacherzählt von L. Wende. In den ersten Kricgsmonaten schlugen wir die großen Schlachten mit in Lothringen und um Metz. Dann begann der Zug gegen Verdun. Unsere Division drang immer weiter vor in der CoteS Lorraine, und schließlich besetzten wir die Maashöhen bei Combres. Von dort zog sich unsere Stellung nach Nordosten in die Woövre-Ebene hinein über Marckieville nach Etain. Tie Bedeutung der Combres höhen als fester Flankenschutz wurde uns klar. Wir schanzten ol>ne Rast und stellten ein festes Bolliverk her gegen den Feind. Ter Tag, an dem die Höhen der Sclxrw- platz blutigen Ringens werden sollten, mußte kommen. Ter Brigadebefehl befahl ein festungskrieaartigef Vorarbeiten, und unsere Pioniere schoben neben den Sappen unterirdische Minengänge gegen die stark ausgebauten Feldbefestigungen der Franzosen vor. Die Ruhezeit war sehr kurz bemessen: bei Tage Arbeitsdienst, bei Nacht angestrengtester Wachtdienft, die Mit war also außerordentlich schwer. Dazu hatte man die Gewißheit, daß unsere Gegner sich mit demselbeii Plane trugen und untz durch Minengänge betkomrneu wollten Wir waren also auch nicht sicher davor, eines Nachts ahnungslos in bte Luft zu fliegest. Schon hatten wir, 10 Meter unter der Erde, unseren Minenstollen 120 Meter weit vorgetrieben. 347 da meldete mir der Gefretc der Pioniergruppe, die am Stollenkops arbeitete, daß dort Spaten- und Hackarbett, sowie Sprechen gehört werde, die Franzosen sich also anscheinend senkrecht zu unserem Gange heranarbeiteten. Ich ließ die in dem Stollen arbeitenden Pioniere ausrücken und blieb Mit den: Unteroffizier Nagel, dem Gefreiten Dürrbek und dem Landwehr-Pionier Amann allein im Stollen. Trübe flackerte das Licht in den Grubenlaternen hin und her, als lecke cs gierig nach den Resten Sauerstoff, die sich noch in der stickigen Grubenluft befanden. Wir verhielten uns ganz leise. Ich legte mich lang hin und horchte mit dem Ohr am Boden und an den Stollenwänden die Umgebung ab. Lange war nichts zu hören. Wenn »virklich Franzosen in der Nähe an der Arbeit waren, so schienen sie in diesen Augenblicken entweder auszuruhen oder aber ebenfalls auf der Lauer zu liegen. Wir vermieden auch das leiseste Geräusch. Endlich hörte ich das 2lufklirren eines Spatens auf einen der vielen fest im weichen Lehmboden kleinen und großen Steine. Es war richtig. Tie Franzosen näherten sich unserem Minengange in fast senkrechter Richtung und es konnte sich nur noch um ein paar Meter handeln, dann mußten sie unseren Gang erreicht haben. Ob die da drüben ahnten, wie nahe sie den verhaßten Deutschen waren? Für uns aber, die wir die Gewißheit hatten, hieß es, sich jetzt schnell und lautlos an die Gegner heranzuarbeiten, um ihnen da§ geplante Ppiel aus der Hand zu nehmen. Beim Lichte einer elektrischen Taschenlampe schrieb ich eine Meldung und zugleich, daß man mir einen Sprengladungs- tresor mit der nötigen Sprengladung und dem Zündmaterial her- schicken solle. Eine gute halbe Stunde, die wir mit pochendem Herzen abwarteten, war vergangen, ehe alles herbeigescyafft war, und dann stellte ich die Frage an die Gruppe, wer freiwillig bei mir bleiben wolle, um den Kampf mit den zu ertvartmdm Franzosen aufzunehmen. Ta war nicht einer von den starkherzigen Männern, der auch nur eine Sekunde überlegt hätte, alle meldeten sich. Ich wählte mir die drei schon oben genannten auS und hieß die anderen wieder abrücken. Wir Zurückbleibenden entfernten nun leise die Holzverschalung. In die rechte Seitenwand deS Stollens aruben wir mit Hilfe der Seitengewehre, Taschenmesser und Hände ein genügend großes und tiefes Lock) — Spaten und Hacke konnten wir nicht verwenden, da wir ganz leise zu Werke gehen mußten, — und betteten darin die Sprengladung. Dann erweiterten wir den Stollenkopf nach Möglichkeit, daß wir vier bequemer nebeneinander Platz hatten und unsere Waffen gebrauchen konnten. Mit dieser Arbeit war wieder fast eine Stunde vergangen und jetzt hieß eS, abwarten, wie sich die Sache entwickeln würde. Das Geräusch des Arbeitens, in das auch deutlich die Stimmen der sich unterhaltenden Franzosen hineinklang, wurde drnnpf, wie aus weiter Ferne kommend, immer hörbarer. Es konnte sich nur noch um ehre Zwischenwand von einem bis anderthalb Meter handeln, die uns von den sranzöft- schen Mineuren trennte. Fieberhaft waren unsere Sinne und Muskeln angespannt, da wir jeden Augenblick das Durchbrechen der Feinde erwarteten. Ich stand in der Mitte, den Brownina schußbereit, rechts und links von mir kauerten Nagel und Amann, ebenfalls angriffsbereit, und hinter uns stand der Gefreite Dürrbeck, unser sicherster und zuverlässigster Handgranatenwerfer, der den Auftrag hatte. Handbomben in den französischen Grabenteil zu werfen, wenn sch die GeLegmboit böte und wenn wir mit dm Fran- zofm nicht fertig wüdern. ES war ein aufregendes, peinvolleS Mwartm im Finstern, da ich die Lichter hatte löschen lassm, um den Franzosen kein Ziel zu bieten. Jetzt verstummte daS.Arbeitsgeräufch wicher, aber die Unterhaltung nmrbe lauter geführt. Ich blickte auf meine Radiumuhr am Handgelmk, eS war kurz vor neun Uhr abends. „Wahrscheinlch Ablösung oder ArbeitSruhe!" flüsterte ich meinm Kameradm zu. Unteroffizier Nagel neben mir ließ seine Taschenlampe ausblitzen, leuchtete rückwärts und griff nach einem Brunnenbohrer, mit dem er jetzt geräuschlos und vorsichtig in den Lehmboden bohrte. Nach nicht allzu langer Zeit gewährte imS ein knapp kirschkerngroßes Loch einen Einblick in dm feindlichen Grabenteil und ließ unS die geführte Unterhaltung erhorchen. In dem von einigen Grubenlichtern trübselig erleuchteten Raum sahen Ivir sieben oder atfjt Gestalten, sowie allerhand Arbeite gerät. Vier oder fünf schienen gewöhnliche Pioniere zu fein; sie batten Spaten oder Hacken in dm Händen und gabm aut die Fragen eines Gmie-Dfftziers Bescheid. Tie anderm Soldaten waren anscheinend UMerofsiziere und Begleiter des Offiziers. Ter Offizier, der an der Brust eine helleuchtende Laterne stocken hatte, hockte auf einer am Boden st-l-enden Kiste und feuerte die Leute an: „Bravo! Kinder!" hörte ick) ihn sagen, „wmn ihr so weiter schasst, dann sind wir in dreißig Stundm drüben, und uwrgm Nacht könnm die verd.Prussims die Reise in die Aust antreten." . Die Pioniere lachten zustimmend, spuckten in die Hände und schickten sich an, die Arbeit fortzusetzcn. „Jetzt!" flüsterte ich meinen Leuten zu. Wir lvaren bereit. Vier- oder fünfiual hörteir wir die Hacken gegen die Lehmlvaird klatschen, dann fuhr ein' lvuchtig geführter Spatenstich durch die Wand ins Leere und riß tvn letzten Rest der trennenden Schranke nieder. Ich hatte mein Ziel: dreimal hintereinander drückte ich ab, mitten tn das Knäuel der verblüfften Franzosen. Zugleich knallte es rechts und links neben mir und mit katzmartigem Sprunge setzten meine Ncben-^ Männer durch den schmalm Spalt. Ich sah dm französischen Offizier, von meiner Kugel getroffen, seitwärts fallen und einen der an der Wand lehnenden Unteroffiziere zusammenbrechm. Dev zweite rvollte fliehen, stolperte aber mrd schug lang hin. Schon waren wir drübm. Es war ein Schlagen, Zerren, Stoßen, Drängen und Hin- und Herschiebm von nur wmigm Minuten, aber auf beiden Seiteil mit wahnsinniger Erbitterung durchgeführt. Wir blieben Sieger und bei dem winzigm Licht der einzigm franzö, stschen Laterne, die in dem Tumult ganz gebliebm war, sah ich, daß fünf Franzosm tot oder verwundet hilflos am Bodm lagm, während die drei anderm von meinm Leutm geknebelt mürben, Leider aber hatte auch mein braver Gefreiter eine schwere Der* wundung durch einen Svatenhieb erhalten. Ich löschte jetzt die Lampe, und nur bei dem Scheine meiner Taschmlampe, die ich hin und wioder aufblitzm ließ, wurdm die unverwundeten Franzosen in unserm Grabmteil geschleppt, wä^ rmd ich mit schußbereitem Revolver in der Faust angespannt lauschte, ob das Geknalle die Franzosm angelockt hatte. Nichts rührte sich) nur das Stöhnm der Verwundeten durchdrang die Stille und Finsternis. Da blitzte in unserem Rücken der Schein von Lampen auf: Verstärkung von unserm Lmtm nahte, die von unserem Hauptmann gesandt waren, nachzusehen, wie es mit uns stehe. Einer sauste mit der schnell zugeflüsterten Meldung zurück. Und die anderm halfm schnell und geräuschos die Verwundetes und Gefangmm fortschaffen. Auf französischer Seite regte sich nichts. Nun gingm wir an die Fortsetzung unseres Werkes. Mit nmer Mannschastsverstärkung war unser Hauptmann mitgekom- mm, und mit schußbereitm Waffen lappten fair dm dun klm französischen Grabmteil mttang, dem französischen Ausgangspunkt zu, mit zählendm Schrittm ausmeffmd, welchen Weg »vir zurück- gelogt. Nach ungefähr siebzig Metern machten wir Halt. Wir mußten nach unserer Rechnung in der Nähe des feindlichen Aus- aangs sein. Eilfertig wurde der Stollm verbaut, unsere mit §00 Kilogramm Sprengstoff geladene Mine zündfertig gemacht und die Zündleitung gelegt. Dann ging's in aller- Hast zurück, und zwanzig Minutm vor Mittemacht flog die feindliche Stellung in die Lust. ___ Die Erdbeere. Von L. Malten. Es ist merkwürdig genug, daß diese aromatischste der Beeren- früchte und zugleich ein so nahrhaftes Obst, das alles, was wir zur Erhaltung unseres Körpers brauchen, enthält, verhältnismäßig kleine Kickturm erzielte — oder besser gesagt, diese Kulturen erst seit zwei Jahrzehnten in Aufnahme kämm. Die Erstm, welche Feldkulturm einführtm, waren die Amerikaner und die Schottländer. Dann fing man an, sich im Badischen, am Rhein bei Niederwalluf insbesondere und vor allem im Sächsischm für diese nutzbringende Kulttir zu interessieren. In den Äissebaudmer Weinbergen, in dm Dörfern entlang der Elbe bei Dresden, in LosckHvitz, Blasmntz, in der herrlichen Lößnitz finden wir ganze Landstriche, die Riesenerträge liefem und ihrm Pflegern reiche Mittel einb ringen. Freilich haben besonders dir sächsischen Kulturm geradezu Weltruf erreicht. , > Erdbeeren warm schon im Mtertum bekannt, aber erst im 16. Jahrhundert faudm sie in Europa Eingang und die nach immer nmm Sensationen für den Gaumm lüstemm Franzosen schenkten der schönm Frucht nähere Beachtung. Erdbeerm gedeihen am besten in lnüßig fmchtem humosen Lehmboden. dem rerckstich Sand zugenvessm wird. Darum mag die Mark nickst zuletzt als ein ertragfähiges Land für Erdbeerkulturen gelten. Und wir finden aus den Küchengärten von Werder reiche lickst: Zufuhr für treu Ddillionmmagm von Berlin mrd darüber hinaus. Ihre Anpflanzung lohnt für das kleinste Stückchm Land, das man zur Verfügring hat, trenn sie ist eine der dankbarstm und gar nicht sehr mühevoll. Unter den Erdbeersvrten für die Tafel sind am reichsten im Ertrage, am aromattschstm im Geschnrack u. a. „König Albert", sehr großfrüchtig „Deutsche Kronprinzessin", ,^xh", urrd „Jüblke", „Helvetica" und unter dm kleineren aber sehr feinm Sorten „Schöne Wimerin" und „Schöne Anhaltinerin". Am schörrstm ist die frische Erdbeere als Gmuß- und Nähr* mittel, trenn jedes Konservieren raubt ihr von ihrem Aroiwa und von ihrer Farbe. Gekockst verliert sie alles Ansehen und wird zum Verkauf immer gefärbt. Im Haushalt svUte nran ein sehr altes gutes Verfahren anwenden, ivomit man sich aus eine Zeit hinaus noch einen Vorrat sichern kann. Man fülle die möglichst ungo- wasckrenen oder mhckrestms sehr sorgfältig wieder getrockneten Früchte in weite Gläser und gebe sehr feinm aber erstklassigen gepuderten Zucker darunter. Die Früchte ziehen Sirup mrd lverdm leicht Angebunden sortgestellt. Sie behalten auf diese Werse Farbe und Aroma — müssen aber sehr kühl mrd dunkel stehen. Marmelade von Erdbeeren ist nickst so ausgiebig ivie von anderen Früchten, ihres hohen Nährwertes halber aber znm Ein- kochm sehr zu empfehlen. Saft mrd Konrpott nicht minder. Der Eisengehalt dieser Friickste wirkt nngelreuer blutbildeicd. Kein Gevtngerer als Linn6 empftehlt sie besonders gegen Fluß und Gickstleiden. Jedenfalls ist sie medizinisch nicht nreniger bc- ackstensnrert als die .Weintraube und Frühjahrskurm mit Chrbi — 348 beeren dürften sich mit der Zeit ebenso großer Beliebtheit — und durch veilungs Prozesse ebensolcher Notwendigkeit erfreuen- )me die Traubenkultur. Jedenfalls ist sie gegen Rheumatismus der schrvierigen Zitrvnenkur vorzuziehen, da sie die Berdauungs-; organe nicht angreift. Einen breiten Platz nimmt die Erdbeere in vieler Beziehung aus Medizinischen Grundlagen ein, denn die Landbevölkerung, die ihre Veilkräfte vielfach selbst aus der Natur gewinnt, die durch Uebcrlieferung so manches Veilkräutchen nutzbar gemacht hat. iveist der Erdbeere reiche Heilkräfte zu. Die zarten grünen Blättchen der Walderdbeere geben einen heilkräftigen Doch der in keinem'Landhaushalt fehlt, der von alten -väuslern lagsaus, tagein getrunken wird und nebenher gesagt, ausgezeichnet schmeckt. Vielfach mischt man ihn mit zarten Brombeerblättern und erzielt dadurch ein Getränk, das an den chinesischen Tee erinnert. Selbstverständlich iver- den die Blättchen getrocknet Auch in der Kosmetik hat die Erdbeere, besonders die Waldfrucht, sich heimisch gemacht. In alten französischen kosmetischen Werken plaudern die Toilettenkünstlerinnen aller galantem Zeiten von der Erdbeere als Verdrängerin aller Teintfehler und als Zeiti gerin zarter, schmelzreicher Haut. Man war vom Waschen in jenen Tagen viel weniger überzeugt als von einer dirstenden Sasbe oder einem weichen Puder. Da entdeckte ein ftndiger Kopf, daß der Saft der Erdbeere den Sonnenbrand heilte — und die Sommersprossen vertrieben . . . Man hat ihn nicht über die Achsel angesehen und Kritik geübt, als er diese Erfahrung der Welt kuirdtat. Tenn mit den Sommersprossen, die so unheimlich »veit von der OSbrhaut entfernt liegen — ich glaube, ihre Existenz beginnt erst in der dritten Schicht der Epidermis, und man kann ihnen infolgedessen schwer beikommen — ist das solche Sache mit den Heilmitteln. Ich schwöre nicht daraus und werde mich hüten, Gläubige zu suchen, Hingegen kann ich versickern, dcch frisch zerriebene Walderdbeeren stark verbrannte Vaut tatsäc^ich bleichen —- mehr als das, die Haut brauner Hälse, dre durch zu steife Stehkragen gelitten haben, gewinnen Zartheit und Werche imebcr, wenn man ihnen während der Erdbeerzeit täglich einen inehrstündigen Valsumschlag von gequetschten Erdbeeren macht. Auch ftir verbrannte vände nutzt diese Prozedur. Anderer- snts haben wir heute mehr Ursache, die nützliche Frucht als Nahrungsmittel zu benutzen, als sie tausendpfundtveise in die Kessel der kosmetischen Fabriken wandern zu sehen, »vo man die Erdbeercreme fabriziert, der als ein lvahres Berjüngungsmittel gepriesen wird. Mian^ wird ist diesem Jahre Marmelade kochen und sie un- lLpfereN- Feldgrauen hinaussenden, damit sie sich daran erfrischen, und -safte, die kühlende Getränke geben, werden auch nicht unerwünscht sein. _ vermischtes. * Der Tambourftock des l. G a r d e - R e g i m t n t S. iln den Stock des Tambourmajors vorn l. Garde-Regiment knüpft nch eine geschichtlich denkwürdige Erinnerung. Der Stock ist ein anderthalb Meter langes, schlichtes Ban,busrohr mit silbernem Knauf und silbernen Troddeln. Zur Zeit Friedrichs des Großen war es bet den Offizieren bekanntlich Sitte, einen Stock zu tragen. Er galt als Zeichen ihrer Würde und wurde nicht allein als Kon,- mandostab, sondern nötigenfalls auch wohl „zur Aufrechterhaltung oer militärischen Ordnung" gebraucht. Nun diente damals in dein Garde-Greuadier-Bataillon, auS welchem später das Erste Garde- Regiment zu Fuß bervorgegangen ist, ein Kapitän von Rohdick, welcher mit Hilfe dieses Stockes in der Schlacht bei Prag wichtige Erfolge erzielte. Er hatte mit seiner Abteilung von 100 Mann euren vorgeschobenen Posten zu verteidigen und entledigte sich die,er schwierigen Ausgabe mit ebensoviel Tavierkeit ,vie List. Um deri Femd b,S zum Herannahen von Verstärkungen hinznhalten, gab er fortwährend mit seinem Stocke die verschiedensten Kon,. mandoS, indem er bald nach dieser, bald nach jener Richtung bin- ztttgte, um den Schein einer größeren Trnovenschar zu e,«ecken. Es gelang ihn, in der Tat. den Feind zu täuschen, um. ihn dann nach Eintreffen der erwarteten Verstärkungen zu schlagen. Zur Erinnerung an diesen Vorfall schenkte Kapitän v. Rohdick, welcher spater zun, Geneneral anirückte. seinen, Bataillon den Kommando- stab, der noch heute beim 1. Garde-Regiment hoch in Ehren ae- halten wird. " L* c * So nennt man nach dem wohlschmeckende Erer legenden Vogel nicht nur die Zuschauer dein, Kartenspiel — die Bezeichnung für diese ungern gesehenen Drei,weder kommt bereits nu 16. Jahrhundert vor — sondern auch in der österreichischen kommt dieser Name vor. Der beruh,,,te Feld,,,arschall Radetzky hatte ihn aufgebracht: er nannte seine Ordonnanzo'siziere so. und sie selbst nannten sich dann auch so .nach dem Vogel der unermüdlich hin und her fliegt, seinen Weg durch Röhricht'und u.toor, durch Sumpf und Gestrüpp sucht und dabei immer heiter und wohlgemut ist, wie auch ein richtiger Ordonnanzoffizier sein o r ' .Holländer, der 18-19 im Hauptquartier Radetzkys, als erster Kiiegsbertchterftatter, den österrcichifch-sardinischen Feldzug mir- ^..d'? 5 t"e in einem Bericht für die „Augsburger Allgemeine ^»eUung d,ese scherzhafte Bezetchnung erwähnt, und die Herren Ordonnanzoffiziere waren deshalb dem Schriftsteller sehr böse. Als dies dem Feldmarfchall zu Ohren kam, bemerkte er eines TageS sehr taut und deutlich, daß er nichts Verletzendes in HackländerS Bericht gefunden: „es sei denn, daß welche von ihnen sich schämen, auch öffentlich als die braven Kiebitze des alten Radetzky genannt zu werden, und die mögen sich nicht genieren, die» zu sagen." Vüchertlsch. — Gute Bücher für unsere Feldgrauen! Dieser Grundsatz ist in allererster Linie bestimmend für den Herausgeber Jf n . " rschners B »', cherscha tj", der bekannten Sammlung Hlujtnerter Romane und Novellen. Daß dieses rühn,licke Be- streben auch anerkannt wird, geht hinlänglich aus der Tatfache bervor, daß sich seit dem Beginn des jetzigen Weltkrieges der Absatz der jedem bekannten hübschen und handlichen rotbraunen Bände ganz bedeutend erhöht hat. Der neueste Band der San,ml,mg — ^-mann Hillger Verlag, Berlin-Leipzig — Ist als Doppelband i^tr. 1008/V) — erschlenen und bringt einen ausgezeichneten Roman von Edela Rüst „Die Goldsucher". Die Verfasserin, die sich on^ch manche andere Werke ihrer Feder einen ausgezeichneten Ruf als Erzählerin erworben hot, bringt auch in diesem Ron,an, der ^ n Ostpreußen, zun, Teil in Berlin spielt, alle Vorzüge ihre Schreibweise anSzeichnei,: vor allem emen fröhlichen Hninor, eine prächtige Eharaktertsiernng der Figuren und eme ganz vortreffliche Darstellung einer reichbewegten, packenden Handlung. Der wirklich gute Ron,an, der zun, Preise von 40 Pfg. überall erhältlich ist, wird sich sicherlich auch über die Kreise unserer braven feldgrauen hinaus viele Freunde erwerben. r Ar ehms Tierleben. Kleine Ausgabe für Volk und Sckmle. Mit über 500 Abbildungen im Text und etwa 150 Tafeln m Farbendruck, Kupferätzung und Holzschnitt. Dritte Auflage, nach der von Professor Dr. Otto zur Straffen herausgegebenen vierten Auflage des HauptiverkeS vollständig „eubearbeitet von Tr. W. 4 ^nbe in Leinen gebunden zu je 12 Mk. Band II: Die Fische, Lurche und Kriechtiere. Verlag des Btblto- graphychen Institut» in Leipzig und Wien. — Mit den, soeben in dritter Auflage erschienenen zweiten Bande der kleinen AuS- gabe von „Brehn,» Tierleden" ist ein Buch in die Hände des Publikums gelegt worden, da- weiteste Kreise nicht weniger feffeln wird als der vorangegangene, bic Vögel behandelnde dritte Band des melsettig anregenden und gehaltvollen Werkes. Hier werden unS die Fische, die Lurche und die Kriechtiere vorgeiührt — Geschöpfe, die vom Laien meist als wenig begabt ,md langweilig an- 'werden, tatsächlich aber in ihren LebenSgewohnhetten, Eigen- lumlichkeiten und Instinkten durchaus nicht geringere« Interesse verdienen als die Säugetiere oder Vögel. Gerade dafür ist die lebensvolle Darstellung diese» Bandes ein schlagender Beweis, und gerade darum wird er Tierfreunden, insbesondere Aquarien, und ^-Errariendesihern. hoch willkommen sein. Seme Bearbeitung hat sich natürlich streng nach dem bewährten Plane gerichtet, der für den ganzen „VotkSbrehm* gilt. Zugrunde gelegt sind die ent- prechenden Bände der unter Profeffor Dr. Otto Straffen» Oberleitung von hervorragenden Gelehrten geschriebenen vierten Auflage der großen Ausgabe von Brehms klassischem..Tierleben", aber unter besonderer Berücksichtigung der einheimischen Formen selvstandlg gekürzt und geschickt bearbeitet für die Bedürfnifle aller derer, die von der Anschaffung des Hauptwerkes aus äußeren Gründen absehei, müssen, sowie für die Benutzung durch die Fugend und »n der Schule. Darum ist das Schwergewicht auf Lebens- schuderungen und Beobachtungen der neueren Tierpsychologie, daneben auch auf die Darstellung des anatomischen Baues der Tstere gelegt, auSgeschieden dagegen alles, was die Unbefangenheit junger Seelen gefährden könnte oder nur für Fachleute Interesse bietet. Alcht genug gerühmt werden kann die bildliche Ausstattung deS auch mit einen, ausgezeichneten Register versehenen Werkes. Sie i!t ganz außergewöhnlich reich, und neben den vielen Bildern im Teil fallen als herrliche Beigabe die von den angesehensten Tier- malem geschaffenen Farbentaseln, etiva der Forelle, des Herings de» Ha,es. der Zanneidechse. der Kreuzotter in die Augen. Unmittelbare Blicke aber in da» Leben und Treiben der Tiere gewahren die oft mit unendlicher Mühe und Geduld gewonnenen Naturphotographien, die wohl das Schönste und Lehrreichste sind ,va» auf diesen, Gebiete vorgelegt werden kann. So sind Tert und Illustration des höchsten Lobes würdig und ganz danach an- getan, auch diese», Bernde rascheste und weiteste Berbreituna in Hau» und Schule zu sichern. b Versteckratsel. . Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in solgendeu Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer*. Jena — Biedermann — Angstschweiß — Staminbaum — Zuckerrüben — Fastenzeit — Hauptwort — Jhua — Duderstadt — Tanzschnhe — unterdrückt. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Königszugs in voriger Nummer: Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen. Kchrlsllellu»!,: SI„,. öioctz, - 3iolnlioi.8bn.cr und Verlag ber Bnchl'jchkn Nniv«>s»m».Buch- imb glcinbiurtcrei, R. Lgnnk. ®I