Lurück zur Schollt. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Nichts von Bedeutung, lieber Kollege," lächelte der andere, steckte die Karte Mischen einige Hefte und preßte die Lippen zusammen, daß der Mund scharf wurde wie eine Messerschneide. „Ich denke mir," sprach Moritz Gassel nach einer Weile, „er wird mich bald heimsuchen." Sebaldus Pohl starrte grade aus und sprach kein Wort. Aber in seinen dunklen Augen brütete der Haß. Weshalb er Moritz Gassel haßte, wußte er selbst nicht. Aber er haßte ihr: mit der ganzen Inbrunst eines Zeloten. „Bei Ihnen war er ja auch noch nicht!" fuhr Moritz Gassel fort. „Bor drei,Jahren!" antwortete Sebaldus Pohl. „Da wird's bald wieder Zeit sein." „Ich brauche ihn nicht zu fürchten." „Er soll überhaupt sehr gemütlich sein?" Sebaldus Pohl staub auf. Er freute sich heimlich, wie ein Dieb bei der Nacht, daß der evangelische Kollege so im Dunkeln tappte. Und er hielt den Mund geschlossen lind erzählte nichts von den liebenswürdigen Eigenheiten des alten Herrn Schulrat Hupfer, der jede seiner Revisionen vorher durch eine Postkarte kund zu geben pflegte und dessen unverrückbare Prüfungsaufgabe „111:3" war. Diese für einen Lehrer sehr wertvollen Wissenschaften hatte Sebaldus Pohl durch den Lehrerverein, dessen Mitglied er war, erfahren. Moritz Gassel aber, der erst seit zwei Monaten in Britzkawe lehrte, wußte nichts von diesem kleinen Verein, der in den umliegenden Dörfern abwechselnd seine Sitzungen abhielt. Auch dessen Existenz, hatte ihm.der liebe Kollege von der andern Konfession unterschlagen. „Sie gehen natürlich nach Zdurotschin!" fragte er lauernd, als Moritz Gassel auf der Haustürschwelle Abschied nahm. „Ja!" sprach der. „Aerger hat man genug, man null sich auch mal amüsieren!" Dann lies er schnell über den Platz nach Hause. Jedesmal, wenn er mit Sebaldus Pohl zujammengewesen war, hatte er ein bitteres Gefühl im Herzen. Seine Abneigung egen ihn wuchs, wenn er nur an ihn dachte. Und doch ezwang er sich und ging gegen dieses Gefühl au, weil er es für ungerechtfertigt hielt. Auch stand ihm die schöne Sitte des kollegialischen Wohlverhaltens zu hoch, als daß er sie ohne einen triftigen Grund verletzt hätte. Aber die Neugier, zu wissen, wgs auf der Hupfer karte stand, plagte ihn sehr. War's lvas Unangenehmes, dann hätte der Schulrat einen Brief geschrieben, war's lvas Angenehmes, dann hätte Se baldus Pohl es ruhig zeigen können, und war's was Gleichgültiges, erst recht! Aber er war viel zu arglos, um Uch bei dieser Karte länger aufzuhalten. Schnell machte er Toilette, schlüpfte in seinen feierlichen Rock, rüstete sich für den Marsch mit Mutze, Stock und dem weiten Pelerinenmantel aus und stiefelte zum erstenmal auf Zdurotschin zu. Der Weg war fest vom Frost, die Luft war frisch, und das Wandern durch den stillen Wald war eine Freude. Unterwegs traf er Thomas Hauschild, der hoch zu Roß daherkam. Sie grüßten sich flüchtig, ohne ein Wort zu wechseln. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte Moritz Gassel die schlesische Grenze, die hinter dem Walde über das wüste Heideland der Schinderberge lief. Hier hatte man im letzten Jahre an drei verschiedenen Stellen nach Braunkohlen gebohrt, ohne welche zu finden. Bald darauf lenkte er nach Zdurotschin ein. Er hatte ein polnisches Torf oder einen Marktflecken erwartet und fand zu seiner Überraschung eine saubere deutsche Stadt, die das kleine schlesische Luschelau schon seit Jahrhunderten überholt hatte. In der Zeit der böhmischen und schlesischen Religionsverfolgungen hatten sich die meisten protestantischen Flüchtlinge hier an der Grenze festgesetzt und diesen schmalen Landstrich zu einer schnelleren Entwicklung gebracht als die dahinter liegenden Gegenden. Und Moritz Gassel dachte an den großen Schulmeister Amos Comennrs, der damals aus seiner mährischen Heimat vertrieben, dreizehn Jahre in dem nicht allzuweit gelegenen Lissa gelehrt hatte. Er suchte nach einer genauen Jahreszahl, konnte aber keine finden und sah im Geiste seine zweite Lehrerprüfung vor sich, dieser in spätestens zwei Jahren machen wollte, und wobei man ihn sicherlich nach solchen leicht vergeßlichen Ziffern fragen würde. Da hieß es denn, sich beizeiten diese nebensächlichen Dinge einznprägen! Und er sann tapfer, nach und brachte die Nummer 1628 zustande. War das nun das Jahr der schwedischen Einladung oder das Jahr der Vertreibung? Tiefer senkte er ben Kopf, schloß die Augen, um diese schwerwiegenden Vorfälle besser rubrizieren zu können, und überließ seinen Füßen, den rechten Weg zu finden. Pardauz! rannte er an der Marktecke mit einem großen, dickeil Menschen zusammen, daß ihm der Kopf dröhnte und die ve^trakten Jahreszahlen wie Schneeflocken durcheinander wirbelten. Dem andern war bei dem ZusaminenpraU die Luft weggcblieben. Der erholte sich zuerst. „Uff!" stöhnte er und rieb sich den Magen. „Stellen Sie sich wenigstens vor, daß ich Ihnen die Doktorrechnung schicken kann." > „Ich heiße Moritz Gassel, Lehrer in Britzkaive," erwiderte Moritz Gassel und versuchte seinen zerknüllten Hut wieder instand zu setzen. „Sieh man au," lachte der aridere grob. „Also eilt Schulmeister." Moritz Gassel stutzte. Wollte ihn der Mann beleidigen? _ 310 , . 7^5^ ^ doch nicht geglaubt, daß ein Schulmeister soviel Knaste hat!" fuhr der Große gemiUlich fort. „Wollen Sie sich nicht vorstelten?" rief Moritz Gaffel vernähe empört. „Mensckenkind!" schrie der Fremde und prankte seine Bärentatze in Moritz Gassels Schulter. „Sie kennen mich • ^0(1) jedes Kind in Zdurotschin kennt. Das ist ein Wunder! Darauf geb ich einen aus!" - nahm der Goliath, der beim Gehen das linke Bein uachschleppte, den Britzrawer Schulmeister unter beit ™ rm "nd strebte mit ihm auf das Hotel „Zur Sonne!" zu, schräg über den Marktplatz. Moritz Gaffel sträubte fich nicht erst. Diesen, Koloß gegenüber hätte er doch den kürzeren ziehen müssen. Dudeck, der Wirt, der erst vor wenigen Wochen das Hotel übernommen hatte und deshalb noch wie ein Oberkellner aussah, außerdem war er der Sohn eines Krotoschiner Schusters, der durch Grundstückspekula- tionen sein Leben fristete, eilte sofort herbei. Ä ei rf ^ er r schrie ihn der Gigant an und stopfte Moritz Gassel auf einen Stuhl hinter der Fensterecke. Dudeck sauste davon. „Wissen Sie auch, warum ich mit Ihnen ein Glas Bier A"ken will?" schnaufte der Große. „Weil Sie der erste Mensch sind, der mich in den Bauch gepufft hat. Prost'" . „Dudeck!" schrie der Riese. „Denk dir mal, hier sitzt einer, der mich nicht kennt. Ist das überhaupt möglich Sag ihm wer ich bin. Ich geh so lange raus!" * •• ? Un L später kannte Moritz Gaffel die merk- ^rge Geschichte Karl Zdurotschins. Bor fünfzig Jahren ^ ac ^ ac W er als Säugllng aus der Treppe des Rathauses gefunden. Er bekam den Namen der Stadt und wurde auf Gemeindeunkosten aufgezogen. Die biederen Burger und die Vater der Stadt zeigten ihm vierzehn Jahre lang offen ihre Verachtung. Da lief er fort, in die Welt hlnau , kam "ach Odessa, wo er einen Getreidehandel an- ÄrÄrrr"' 618 S^ren ein schwerreicher Mann Millionen er besaß, verriet er nicht, aber fie. Daran zweifelte kein Zdurotschiner. Denn seit vtahrc» lebte er als fröhlicher Junggeselle in seiner d^°terstadt' und die größte Freude semcs Lebens war, e " Stadtvater, die ihn früher am liebsten ans a if hi?Ä" 05ttftel ^ QL> f trt<1E,en hatten, vor ihm den 5put bis $ cml cö «u'g ein Gerücht herum, daß Karl Zdurotschin die Stadt zum Erben eingesetzt hatte Aber hvffte a i f0fen ' -s ^unbemannt war ijotjte auf Karl Zdurotschin, der trotz seiner sechzig c>abre wch lmmer eine ansehnliche Respektsperson war. Und grade von den Weibern wollte er nichts wissen. Daran war'seine Mutter schuld, die ihn an der Zdurotschiner Rathaustreppe so unbarmherzig verlassen hatte. "-uusireppe „Nanu?" rief Karl Zdurotschin, der wieder verein- getreten war, und stellte sich breitbeinig, die Hände n den Hosentaschen, vor Moritz Gassel hin. v /,Was sagen Sie nun'" einfief 10 ^' ^^itz Gassel. dem nichts Gescheiteres viit' ihm an und setzte sich Der Wirt verschwand die Treppe hinauf wo der w. Äf«-"»“*■ >*ak Moritz Gassel lachte laut auf lack,,"?»"/^ C 0ä "kk Mal, daß ich diese Antwort krieg," S ' »nd ließ eine Flasche Rotspon auffahren. „ wurde noch schwüler. Er wollte sich drücken. ö k er Sotschin ließ ihn nicht aus der Ecke. , enn . l< 9 3huen aber eine Million schenke!" schrie M^al.,und Patschte jetzt Moritz Gassel auf den Schenkel, lvurden Sie damit machen." Moritz Gassel brauchte nicht lange nachzndenken. gen „"Zuerst wurde ich den Schulmeister an den Nagel hän- / und goß ein Glas hinunter. ti°„ell1>°wir!schaf'tem" ' ®”‘ taufen Unb ^ rfl= füllte" bfe r ©fäfef anä ÖCrrättt! " Iad ’ te Knrl Zdurotschin und stand''^Nw/»"'*ht!" wehrte sich Moritz Gassel. „Lehr- .!,?"? urch Wehrftand müssen auch fein. Aber der Nährstand N.Träger^er Kultur. Der Boden ist das Feste, was k!w?kk^esg"ragen werden kann.-Da werden die Werte ge- Ü der d'f keme Industrie Hervorbringen kann. Der Bauer bleiben aKönn tm Sanbe unb wird es immer seinen^Ror/^M^" ^t ar J Zdurotschin und lachte in aemarht^hnL 'J 2 ' 6 f ^ abe ' f ba & «*> mein Testament schon d-n ^-.'e waren son,t me», Universalerbe gewor- den, wenn überhaupt was übrig bleibt. Zuerst wollte ich meinen alten Schulmeistern das Vermögen vermachen Aber stLZiud^chon tot. Und die neumodischen kann ich nicht aus- f' € rc örL cn Q eg be ^ er und haben von Tuten und keine Ahnung, Aber jetzt ist mir was besseres ein- vaterstad?mi/^ ^ ne & b ^.Fvößte Spaß für meine Slief- L"'"» ss " d-i 1» Ä «“« ”®“ ->»d d.» npdj Flai'ckc^en ^ Große und ließ eine neue zwaFig Jahre ,u Fa?rn "^u'°"'ck".'er noch I Gasse'l^arglos^'° Beschäftigung?" fragte Moritz „O doch!" rief Karl Zdurotschin. „Ich seh zu wie die Beschäftigung ?" te ^uwmhe.ten machen. Gibt's eine schönere „Gewiß!" erwiderte Moritz Gassel. Sie von den Dummheiten zurückzuhalten." ° " „Da haben wir wieder den Schulmeister'" lackte der R,ese. „Haben Sie schon einen Menschen gesehen der fick n^ck/'©?!,^.'""'^ abhalten ließ? Ich nicht! Das gibt’ö sie^Äch und Weh."'° "" be " 6aß brin Wreten Damit ließ er die dritte Flasche öffnen. soll ich mich dafür revanchieren!" ries Moritz *“*™ '----ÄS ^ w lc ein Dorfschulmeister haust Mer Um- staude werden nicht gemacht. Ich erscheine unangemeldet" (Fortsetzung folgt.) Sin hindenburgbuch. CÄtt“ 1 " ««ä*? L SS S*s BBC « - d-- &SÄI-S „b •“ IMitiig Pfennig, Pfennige übrig ^ und behzelt sünfunddreißig Etwas schwül wurde ihm zumute. L-"" 7L-S. q S'S VL'ÄL „Mil ich nicht weiß, ob ich's wiedergeben kann." Wie Hlndenburg^b^ein^he von den Bayern gc. - Öfl - jnaass. «s |W , Ä!a , «M tns fc.^!r ral ' f L ? sagte lächelnd: ..Na lieber tz 3 U-H 3 S«*** entledigt sich seiner Ar ähnliches schreibt. Da , ein. VÜ»er er bedenkt sich HWH 1U ,™- h>ie ff f ^ rtlidtc rÄr rt r?R'' erste, der davon sprach, war kein Ge- SJE x ^n. der trn Beginn des Krieges zu einem kurzen Besuch m der englr,ck)en Hauptstadt weilte. Man begann gerade damals, die kratzen zu verdunkeln, weil die ersten Borboten der 312 Zeppeline bemerkbar würben, und ein Freund sagte betrübt zu Rodin. wie traurig ihm London jetzt erscheine. Gegenteü. erwiderte ihm Rodin. ,London ist gerade jetzt sehr ,clwn, das Dunkel gibt London eine neue Ääwnheit." Das wärt,che L,cht laut ein eigenartiges, scharses Sclxtttenland Wiedererstehen und enthüllt das Münder dc>^ nächtlichen Fimmels, der fliegenden Wolken am tiefblauen Simurelsgewölbe und der friedlich schimmernden Sterne. So versickert ein Schwärmer, und er preist noch verzückt die besondere Schönheit des Schein,verfers. der in seinem jähen Aufleuchten immer neue überwältigende Wunder hervorlockt Das Programm. das Rodin andeutete, hat sich mm ein cngwcher Künstler, I o s e pH P e n n el l. zu eigen gemacht, der soeben rn einer Ausstellung das Ergebnis seiner künstlerisckien Erforschung des nacht- dunklen London in Kohlezeichnungen und Lithographien vorfuhrt. Lock» oben in seinen, Atelier, dem vimmel am nächstem beobachtete er Nacht für Nacht die immer spärlicher iverdende Beleuch- tilng, die in Schatten versinkenden Linien der massigen Gebäude, und dann das Spiel der aufzuckenden Scheinlverfer, d,e erst zu zweien, dann immer mehr bis zwölf oder dreizehn, nnt ragenden Lichtern den Himmel nach dem gefürchteten Feurd ab,uchten. ES sind merkwürdige Dokumente des Krieges, die der '.Naler hier geschaffen hat und die geeignet sein konnten, den ^ondonern auch noch in späten Zeiten vor Augen zu führen, ^ ^re Tagv für immer vorüber sind, in denen sie in gemack-licher Ruhe Kriegsbrände cu T dem Festland als unbeteiligte Zuschauer von ihrer ncheren Insel aus beobachten konnten. * Die dock, zeit im Schützengraben. WaS er alles im Schützengraben gibt und da geschieht, davon ist schon v,cl UeberraschendeS erzählt worden. Bon den Deremem Zeitungen, Spielen, Festen, von Jagden und Landpartien im Schützengraben haben wir gehört, aber «me Hochzeit im Schützengraben bleibt doch noch immer etwas Ungewöhnliches. Sie ist auch anders als andere Hochzeiten. Andreas Winding, ein Mitarbeiter der ,bou- tiken" in Kopenhagen, der die sranzöüschen Schützengraben besucht hat, weih von einer solchen Hochzeit i,n Schützengraben zu erzählen. Das Brautpaar stammte anS der Provence. Ter Bräutigam war der Ochsenhirt Jan Christol aus Saintes Maries und die Braut die Blumenhändlerin Janetoun Azalcns. Obgleich Hunderte von Meilen voneinander entfernt, beschlossen Jan und Janetoun die Ehe miteinander einzugehen. Es geschah dies in der Weise, daß sie.aul vorherige Verabredung zu einem bestimmten ZeUpunrte aneinander dachten, den Trauring am Finger befestigten, und sich, tedeS sür sich, gelobten, miteinander hiniort Freud und Lew zu teilen. So vermählten sich der Ochsenhirt und die Blumenhändlern, aus der Proveuce, und so werden nach Windings Berichte m den sranzosischen Schützengräben zahlreiche Soldateneben vollzogen. Ter Staat hat nämlich diese eigentümliche Form der KriegStrauung für den Fall anerkannt, daß es für ein junges Mädchen auS Gründen familiärer Natur erwünscht sein könnte, möglichst bald den Namen ihre« bisherigen Bräntigan,S anzunehinen. 'Amazonen in Khaki. In Paris wird ein Regiment von französischen Frauen gebildet, unter der Oberaufsicht emer OfsizierSwitwe Mme. Arnaud. An die Königin von Belgien will man bie Bitte richten, den Ehrenvorsih des Regiments zu übernehmen. Einer der weiblichen Leutnants teilte mit, daß die frei- willigen Frauen so lange von Oisizieren der Armee auSgebildet werden sollen, bis sie unter sich selbst Offiziere finden können. Sie werden khakifarbene Uniformen tragen und ein Gewehr handhaben lernen. Das Regiment soll aus militärlscher Grundlage ansaebaut werden: daher muß jede Frau, die eintreten will, sich erst ärztlich untersuchen lassen. Ein paar Kompagnien sind bereits gebildet worden. Tas Regiment soll auS mehreren Abteilungen bestehen. Die eine wird an die Stelle der Soldaten treten, die jetzt in den Bureaus des Heeres Verwendung finden und auf diese Weise die Männer für den Felddienst frei machen; eine andere wird ein militärische- Radsahr- und Automobtlkorps bilden. Eine dritle bereitet sich daraus vor, NahrnngSmittelwagen „nach den eroberten oder wieder eroberten Städten" zu führen und auch andere Pflichten zu übernehmen, so daß das Heer entlastet wird und viele Soldaten an die Front gehen können. viichertisch. 0 1914« Ein Tagebuch. DaS neueste Heft von Professor Eduard Engels im Erscheinen begriffenen schnell allgemein bekannt gewordenem kriegsgeschichtlichem Werk .1914. Ein Tagebuch' (George Westermann, Braunschweig, Berlin, Hamburg) enthält folgende bemerkenswerte Ausführung: Wie wenig man selbst in den höheren geistigen Schichten Frankreichs von Deutschland wirklich weiß, wie tief noch immer die ruppige Un- wiffenheit in allem geblieben ist, was deutsche Bildung, deiitsche Lebensform betrifft, daS zeigt wis so recht ein Aussatz der französischen Leuchte Pierre Duhem in der Revue deS Teux-Mondes über die derltscheii Gelehrten. Zum Beweis« malt er eilt Bild des großen deutschen Gelehrten, der zwar in seinem Fache Meister sei, aber im Leben tief in der .Brutalität' stecke. Warum? „In den Bierkneipen findet er eine vollkommene Befriedigung an jenen groben Wirklichkeiten, wie sie sein Sauerkraut, sein Bier unb seine Tabakspfeife sind.' Seil bald 100 Jahren kämpfen die geistreichslen Franzosen gegen Deutschland mit deck, Sauerkraut, dein Bier und der Tabakspfeife und ahnen gar nicht, ivie geistlos, ja wie albern sie uns erscheinen. Man stelle sich Aloin,nsen, Helmholtz, Drrchow, Gucken in einer Kneipe bei Sauerkraut und Bier mit der Tabakpfeife vor! „ _ , , . . •• Hochland. Verlag Joses Kösel, Kempten. Inhalt c-e* Maiheites: Tie Amerikaner und wir. Von Ministerialkommissar N. Kanmanns. Ter Panamakanal und die Weltn,acht Amerikas. Don Msgr. Graf Vay v. Baya und zu Lnskod. HauS Elderfing. Roinan von Ilse v. Stach. Krieg und Sozialismus. Von Th. Brauer. Worte von Görres. Ti* Freuden Mariens. Gedicht von Miriam Eck. Arbeckerversicherung und Krieg Bon Geh. Reg- Rat Dr. Witowski. Maria. Gedicht von A. v. Gleichen-Ruß- wurm. Kleine Bausteine: Ein Bestich in Ezenstocbau. Von Johann Georg, Herzog zu Sachsen. Die Erziehung eines Volkes. Bon Tr. Alaria Maresch. Ungeziefer in russischen Feldzügen. Don Prof. Tr. P. Holzhausen. Kritik: Syrien und Aegypten. Von ±x. Baumstark..Hochland-Echo : Positionskrieg und Sittlichkeit. Händler und Helden. Rundschau: Kriegsbelrachtung. lieber den Nationalcharakter der Franzosen. Tie Orientpolitik Oesterreichs, Alba- „lscheS und EttgllschcS. Die höheren Schulen und der Krieg. Ter Wasserhaushalt des' Mittelmeers. Miriam Eck ck- Daeon oder Shakespeare? Tas Triurnphlied von BrahmS. — Die Kriegs n um n, er n der „Illustrierten Zeitung" tVerlag I. I. Weber, Leipzig) zeichnen sich besonders durch ihre ebenso vornehme wie reichhaltige Berichterstattung über den Weltkrieg ans. Die soeben erschienene Nummer 37',0 (41. Kriegs- nun,n,er) bestärkt diesen Ruf aufs neue; sie enthält wieder eme Fülle von Bildern aus allen Teilen der Front, darunter große Reproduktionen nach Zeichnungen von Professor HanS v. Hayek, Georg Lebrecht, Professor Hans Bohrdt, Marlin Frost, Kurt Liebtch, Fritz Grotemeyer. O. I. Olbertz, W. Starke, Viktor Schram,,, und Berthold Hoefer. Tiefe starke Betonung des zeichnerischen Elementes, die Mitarbeit so ausgezeichneter Künstler bedeutet das Charakteristikum der unübertroffenen Kriegshefte der beliebten Leipziger Wochenschrift. Unter den textlichen Beiträgen fesselt in der vorliegenden Nummer ein Artikel von Hosrat Professor Tr. Loeiveufeld, München, ,Die Suggestiverscheinungen in, gegenwärtigen Kriege*. A. de Nora plaudert über den Soldatenhumor, während Tr. Karl Storck eine Studie über die Geschichte der deutschen BolkShymne beigesteuert hat. — Preis der Nummer 1 Mk., VierteljahrSabounement 9 Mark. Der Kriegsmai ISIS. Das ist ein Mai wie keiner war, Soweit zurück die Sinne reichen, Co blütenschwer, so licht, so klar, So tausendsältig wunderbar, So glückverheißend ohnegleichen. Das ist ein Mai, wie keiner je, Seit Gott der Welt daS Licht gegeben, So voller Wunden, Tod und Weh — Daß wie im Traum ich um mich seh', Ob nicht ein Trug dies Wonneweben. (Stumm klagt in heißer HerzenSnot Germania un, ihre Toten, Die von des Zornmuts Glut durchloht Getreu bis in den bittren Tod Den, Feind die Heldenstirn geboten. Doch sieh', anS dunklen Tage», quillt DeS deutschen Frühlings heil'ger Segen Und wird zun, starken gold'nen Schild Ter Hoffnung, die durchs Blutgefild' Uns führt dem hehren Ziel entgegen. Ans deutschen Frühlings Blütenglanz Laß, Gott, unS neues Leben tagen, T,e Opfersaat des Vaterlands Um seiner Freiheit gold'nen Kranz, O laß sie ew'ge Früchte tragen. Romheld. Logogriph. Ich schütze dich zur heißen Sommerszeit, Wenn drückend scheint die Sonne weit lind breit. Willst du jedoch »nein L* mit „t' vertauschen, So kannst du nimmer frohem Sange lauschen. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wer mutterlos die Kindheit hat verbracht, Zur Jugendzeit gefühlt der Armut Macht, Und wen, in seinem Alter fehlt der Sohn, Dem ist das Leben, ach, umsonst eutflohn. Schrlstleituug: Aua. Goet,. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn UniversitälS-Buch- und Steindrucke,ei, R. Lange, Gießen.