Lurück zur Scholle. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Vll. Mit Sturm und Hagelsck-auern zog das neue Jahr ein. Der Herr Kaplan aus Luschetau predigte in Britzkawe vor leeren Bänken. Denn das Dorf war protestantisch, und auch die Kirche war es früher gewesen. In der ReaktionszA hatte sie zurückgegeben werden müssen. Sieben Dörfer waren bei ihr eingepfarrt. Die katholische Schule wurde ebenfalls zum größten Teile aus den umliegenden Gemeinden und Kolonien beschickt. Auch Sebaldus Pohl lehrte in den ersten Tagen des Januars vor schwachbesetzten Bänken. Erst als der Frost eintrat und die grundlosen Wege fest machte, schlossen sich die Reihen. Um diese Zeit auch erschien der alte Abraham wieder in Britzkawe. Acht große Kastenwagen polterten hinter ihm drein durchs Dorf und bogen in den Gutshos ein. Bis hoch über die Rungen hinauf waren sie bepackt. August Knorreck stand wie vor einem Rätsel. Trotzdem schenkte er dem Sulitscher keinen Nagel, der fehlte. Was beanstandet wurde, brachte der alte Abraham wieder fort, ohne sich aufs Feilschen einzulassen. Er hatte unverrückbare Preise. Die nötigen Prozente und Spesen zog er von den Verkäufern. Allmählich bevölkerten sich Gut und Bortverk mit Dienstleuten. Aus den PferdestäUen wieherte es. Große Fuder Heu und Stroh wankten heran, schwerbeladene Wagen voll Futter und Saatgut knarrten durch das Tor, und der Inspektor gönnte sich kaum den Schlaf. Sofort schickte er die Dienstleute gegen das Düngergebirge vor, das mußte auf die Felder hinaus, noch ehe der Frost nachließ. In Niederbritz, kawe wirkte Thomas Hakschild, der sich sogar ein Reitpferd kaufte, um Zeit zu gewinnen. Außerdem saß er gut im Sattel. Ans Bezahlen dachte er vorderhand nicht. August Knorreck aber ging stets zu Fuß, er hielt nichts von den neu- modischen Dingen. Und trotzdem hatte er immer Zeit und war überall, wo man ihn nicht erwartete. Die polnischen Arbeiter hatten großen Respekt vor ihm, besonders Daniel Zpuppack, dem er scharf aus die Finger sah. Denn der hätte lieber auf dem Kutschbock gesessen, als neben dem Dunger- suder herlausen zu müssen. Doch daran war hier in Britz- kawe vorläufig nickt zu denken, denn Fritz von Winketberg ging wie sein Inspektor zu Fuß. Seines Herzfehlers wegen durfte er auch nicht reiten. Als der alte Abraham eines schönen Tages mit einer jungen, feurigen Schimmelstute ankam, mußte er damit zu seinem größten Leidwesen wieder abztehen. Dafür.brachte er drei Tage später eine etwas altmodische Kutsche, vor die zwei braune, muntere Wallack-e spannt maven. Auch hier wollte der Baron abwinken: brauchte man einmal eine bessere Fuhre, ^omckbman die u/u. mutt i-iiiinv** w»«*. v.||—- ' nrr t L „1, 7on Franz Wiegelt borgen. Doch der alte Abraham fand diesmal in August Knorreck einen guten Bundesgenossen. Der konnte sich einen Gutshos ohne Kutsche nicht vorstellen. Und Fritz von Winkelberg gab nach. Er ließ die beiden vor dem Pserdestall allein und ging ins Haus, um eine Anweisung aus Bartenstein und Levisohn zu schreiben. „Wo habt Ihr die Kutsche her?" fragte August Knorreck. „ t ... , „Wozu wollen Sies wissen?" r,es bem alte Abrahary verschmitzt und hob abwehreno die mageren Finger. ^.Wollen Sie mir etwa Konkurrenz machen? Oder Hab ich Sie vielleicht nicht gut bedient?" ^ „Deswegen frag ich nicht," meinte der Inspektor, weniger mürrisch als sonst. „Ich will nur wissen, wie Ihr daS alles zu diesen Preisen heranschasfen könnt?' .Zch werd's Ihnen verraten. Herr Knorreck " flüsterte der alte Abraham und setzte sein schlauestes Gesicht auf, „Sehn Sie, ich kauf immer aus erster Hand. Je mehr Hände im Geschäft sind, um so teurer wird die Ware. Sie wollen alle dran verdienen. Bestellen Sie was beim Bartenstet- und er hat's nicht auf Lager. Was tut er? Er schreibt n" Oels oder nach Krotoschin oder gar nach Breslau. W« . ? Ich lauf init meinen zwei Beineii. Ich kenne die Leute ..e persönlich, die was zu verkaufen haben. Dreißig Jckbry in ich gelaufen durch alle Dörfer von Oels bis Krotoschim ind von Trachenberg bis Ostrovo. Das ist mein Kapitals nit dem arbeit ich!" , _ Ä . . . „Kommt mit!" forderte ihn August Knorreck aus und imä 'Mn n bec Gast sperrte sich plötzlich an der Haustür mit bänden und Füßen. t Verzeihen Sie, Herr Knorreck, aber ich bleib lieber rraußen. Ich weiß. Sie sind ein Antisemit,!" . „Quatsch!" ries der Inspektor und gab ihm einen StoA >aß er über die Schwelle stolperte. Ehe er sich's versah, saß :r in der Wohnstube aus einem Stuhl. Der Inspektor nahm hm gegenüber Platz. „Wie steht's mit dem Vieh?" fragte er. nachdem er das rmfangreiche Verzeichnis aufaeschlagen hatte. „Hier haben Sie die Adressen!" erwiderte der alte Abraham gesck)äjtig und kramte aus seiner Brusttasche ein iaar Zettel heraus. „Sie brauchen nur zu schreiben, acht Lage später ist das Vieh aus hem Bahnhof m Zdurotschin. gweiundsechzig Stilck Rindvieh und sechzehn Stück Zng- ^^.Merzehn Tage aus Probe!" sprach August Knorreck bestimmt. „Was nicht taugt, geht zuriuk!" „Wie's abgemacht ist!" bestätigte der alte Abraham. ..Ich dränge keinem meine gute Ware auf!" Dann wurden sie geschwind einig über die zu lieserrwen Schweine und Sä>öpse und das Federvieh. ^ p „Wollt Ihr was essen?" fragte der Inspektor und steckte sich eine Pfeife am 802 ,Ml!" lachte der alte Abraham. „Wenn Sie mich schon dazu, zwingen?" „Hedwig!" ries August Knorreck. „Bring mal dem alten Abraham was zunr Zubeißen!" „Wollt Ihr einen trinken?" fragte er dann und entkorkte die Kognakflasche. „Nu!" erwiderte der alte Abraham. „Ich werd mich schon nicht wehren!" August Knorreck stieß mit ihm an und sagte: „Prost!" „Prositchen, Herr Knorreck!" ries der alte Abraham und schüttelte sich, denn der Tropfen war scharf. Trotzdem trank er noch einen mit. Der Inspektor stellte die Flasche wieder hinter den Sekretär. Gleich darauf brachte Hedwig einen kalten Imbiß herein. „Guten Abend, Fräuleinchen!" begrüßte der alte Llbra- ham überaus höflich. „Weiß Gott, Äe werden alte Tage hübscher!" „So?" lachte sie fröhlich. „Finden Sie wirklich? Wollen Sie was dazu trinken?^ „9tu, wenn Sie mir schon was bringen wollen: ein Glas Wasser!" „Wasser?" lachte August Knorreck gemütlich. „Jetzt bei der Kälte? Hede, mach das Wasser heiß und gieß Rum zu!" Hedwig eilhe hinaus, um den Grog zu bereitep, und August Knorreck aß zur Gesellschaft mit. Der alte Mrahain langte tüchtig Kl. Plötzlich legte er sein Messer hin, neigte sich über den Tisch und begann etwas zu flüstern. „Sprecht laut!" knurrte der Inspektor, der ihn nicht verstellen toilnte. „Wir haben keine Geheimnisse miteinander!" „Herr Knorreck!" sprach der alte Abraham sehr leise und arifs vorsichtig in die Tasche. „Sie sind zwar ein Antisemit, aber Sie haben mir doch geholfen, daß ich konnte machen die große Sache hier. Ich werd mir jetzt ein Pferdchen und $lit Wägelchen kausen lote der Bartenstein und der Levtsohn. Sind Sie auch vielmals bedankt dafür!" „Ach was!" fuhr ihn der Inspektor unwirsch an. „Damit bleibt mir gefälligst von: Lewe!" „Nu, nn, Herr Knorreck, ich weiß. Sie nehmen kein Geld, tvenn Sie ein Geschäft vermittln. W ist ein Unrecht an Ihren Kindern, daß Sie keins mögen. Mdet' nimmt doch Provision!" „Aber ich nicht!" rief Dlgnst Knorreck grob und schlug mit dem Messer hart auf den Tisch Doch der alte Mraham z-itckte weiter die Hand in der Tasche. . verzeihen Sir, Herr Knorreck!'' verteidigte ex sich mit emer alten Hartnäckigkeit. Ich wiN Ihnen ja nichts aufdrangen, wenn Sie nichts haben lvollen. Abkr dem Fräü- leinchen hab ich was mitgebracht." Mmüt zog ex eine dünne, feingliedrige Goldkette her- aus^an der ein Diamant hing, nicht größer als ein Täu- tvöpfchen. Aber er hatte Fell ex. Me - b.« ’ftcffiÄte'»- - Mn!" rief tzedwis, schnell. „Aber das kann Bater nicht kaufen, das ist viel zu teuer!" „Willst du'S henn baden?" fragte der Bater grollend nehmenö Sie's!" drängte sie der alte Abraham. „Ich. schenk s Ihnen!" ^.^dwig, die schon die Hand ausaestreckt hatte, sah des Baters zorniges Gesicht und wich zurück. „Was kostet das Ding?" fragte er, indem er sich zur Muhe zwang. ^dcichts!'' sagte der alte Abraham eigensinnig. „Es ist nicht zu verkaufen." ' ö 1 J)ann steckt's wieder ein!" befahl der Inspektor rauh. ^"'uck ml. tiefem und Äang'au^'" ' August Knorreck wütend ^,„^och dem alten Abraham erstand ein neuer Bundes- 8Ä! rKnorreck, dre von den: lauten Gespräch berbergelockt wurde. Sie verstiog sich sofort zu der Behauptung, daß eS beleidigend sei, ein solches Geschenk &n^ IfI ß l » eien ' < be L • nlte ^o^bam steckte darcu^hin etne sckpoer gekrankte Miene aus. Doch den Diamanten Föns^r stel^^' brt * Clt tn b€C ^Endsonne, die schräg durchs Eben wollte August Knorreck mit seinem gesamten. Grimm lospottern, als de.r Baron ins Zjnuner txat. In der Hand trug er die Anweisung aus BaMnstein jiino Levisohn. „Noch immer beim Geschäft?" scherzte er und zog das goldne Kettlein näher. „Was soll's denn kosten?" „Nichts!" erwiderte der alte Abraham. „Ich will's dem Fräuleinchen schenken, und der Herr Knorreck will's nicht erlauben." „Knorreck!" bat der Baron. „So machen Sie ihr doch die Freude!" „Nein!" rief Hedwig fest. „Wenn's Vater nicht erlaubt, so mag ich's nicht!" „Nu, Herr Baron!" sprach verschmitzt der alte Abraham. „Dann werd ich Ihnen eben das Ding schenken, und Sie geben es dem Fräuleinchen!" „Das ist ein Ausweg!" lachte Fritz von Winkelbergj, nahm den Schmuck und legte ihn ohne weiteres Hedwig um den schlanken Hals. Sie wurde glühend rot, wagte aber nicht, sich zu wehren. „Haben Sie jetzt noch was dagegen?" fragte der Baron. Und August Knorreck schüttelte langsam und schweigend den Kopf. Der alte Abraham zog mit seiner Anweisung davon. Doch der Inspektor folgte ihm auf dem Fuße und schalt. „Was schimpfen Sie üuf mich?" verteidigte sich der alte Abraham, der nicht so leicht nervös wurde. „Schimpfen Sie doch lieber ans den Herrn Baron. Der hat's ihr doch geschenkt!" „Das war eine ganz infame Hinterlist!" „Nu, .Herr Knorreck!" lachte der alte Abrahani. „Kann ich dafür, baß Sie sind ein Antisemit?" Daraus konnte der Inspektor nichts erwidern. Zornig stach er mit seinem Stock in den Boden hinein. „Nu?" fragte der alte Abraham unverfroren. „Wie ist das mit den Karpfenteichen? Im Somm!er ißt kein Mensch Fische. Lange genug wart ich schon!" „Jetzt könnt Ihr sie doch nicht ausnehmen!" wieS ihn der Inspektor ab. „Sie sind zugesroren!" „Upd morgen können sie aufgetaut sein!" rief der alte Abraham. „Bei so einem Dreckwetter wie dieses Jahr ist alles möglich!" „Schön!" knurrte der Inspektor grimmig. „Dann warten wir bis zum Tauwetter." Damit drehte er sich weg und ging in den Pfxrdestall, wo er Thomas Hauschild bei den neuen Wallachen fand. Es waren zwei auserlesene Tiere. Und hier verrauchte allmählich sein Zorn. Der alte Abrgham aber lief schnurstracks auf Luschelau zu, um noch den 9lbendzüg zu bekommen. * (Fortsetzung folgt.) welcher war es? Skizze von N. C o l l i n (Berlin). Von der Aufregung noch ganz verwirrt, ohne zu überlegen oder jemand um Rat zu fragen, hatte sie plötzlich einen Entscliluß gefaßt, urch sie mußte wohl, daß, wenn sie zögerte, sie den ichttgten Besuch überhaupt nicht machen würde. In zehn Minuten Har sie fertig angezog^n, und zivar hatte ce die einfachste Torlette gewählt, die sie besaß. Aber trotzdÄj Wh ste ui dem schwarzen Kleide und in dem kleinen Hut elegimv Als sie bis zur nächsten Straßenecke gegangen war, kam ein Auto vom „Großen Stsrn" her. Sie wartete, es mar ker, uhß fte winkte dem Chauffeur zu. Der Wagen hielt, und als sie bU W>rcjje nannte, fuhr der Wann von seinem Sitz empor: es nxrtj fine Straße rm äußersten Norden. Er schien nach einer Beziehung sucheii zu »vollen, die zwischen der eleganten Frau aus der vor^ nehmen Straße im Tiekgariep und jenN Armcleutegegend bestand, und brummte: „Np, rtjgitn Sxe nicht Bescheid wissen sollten, Kachett Äile stch wan auf 'ne Wecke gefaßt." -r. Weg von der Stülerstraße nach der Bernauer Str< ist weit. Allmählich begann die Energie bei jungen Frau zu sc schien i-r jetzt so fürchterlich, *4 sie * Batte, ba« Auto halleu zu las,m, und auszustcigen. T« zog ,tze a c n Handtasche, las sie. und cntsUossm lehnte sie sich in die Wagenecke zurück. & Erlöser Jabrl hielt daS Auto yg der Ecke der Ackere f^atze, der ^auffeur drhtete den Schlag und sagte: „ES ist eine der Querstraßen, ich muß nrich erkundigen, wo sie ist." *. jr me vorübergehende Fwu gab umständlich Äiskunft, und dre Dame sagte Hern Chauffeur: „Warten Sic hier, ich gehe das kleine Stückchen zu Fuß." - 808 gnädige Frau, denn Der Chauffeur erwiderter „Es ist doch besser, daß ich Sie begleite, #0 treibt sich hier allerhand Volk herum." Doch jetzt toollte die junge Frau ihre Tapferkeit beweisen. „Nein, nein, warten Sie nur," und nachdem sie die Ackev- Loahe ein Stückchen heruntergegangen war, bog sie in eilte enge Gasse ein. Nie hatte sie etwas Aehnliches erblickt. Trotz der beginnenden nrelhert sah sie noch genug, um das Elend, das hier herrschte, erkennen. Blasse, schmutzige Kinder spielten vor den Häusern .her, und nach der Merrge zu urteilen, mutzte jede Familie anzig Nachkommen haben. Ein ettva fünfzehnjähriger Bursche and vor einem solchen Kinderknäuel und, die Hände in den Taschen, einen Zigarrenstummel zwischen den gelben Zähnen, betrachtete er die Dame mit frechen Blicken. iAber sie ging ruhia auf chin zu. -„Wissen Sie, wo Frau Manzke wvhnt?" Sie hatte in so bestimmtem Ton gefragt, daß er verblüfft war und^ schweigend auf die geöffnete Haustür des naben Hauses zeigte. Sie trat ein, es war dunkel; tastend ging sie eine Treppe herauf, und als sie hinter den Türen, die sich in dem ersten Stockwerk befanden, Stimmen hörte, rief sie so laut sie konnte: „Frau Manzke, wohnt hier vielleicht Frau Manzke?" — Eine der Türen öffnete sich. „Hier wohnt sie, kommen Sie 'rein, na los doch, wenn ich eS Ihnen sage." i Tie TaMe trat ein und blieb entsetzt am Eingang stehen. Die Hängelampe, die geblakt hatte, verbreitete einen fÜrcKerlichen Gesuch, in den sich Zwiebeldunst mischte, der von dem Herd in der Ecke herkam. Auf dem Fußboden wälzten sich etwa ein Dutzend Kinder balgend umher. In einem Winkel satz ein alter Mann an einem Tisch und drehte sich nach der Eintretenden um. Mitten tm Zimmer thronte auf einem Strohsessel eine große, dicke Frau mit weißen Haaren. D4e Augen hinter der großen Brille waren so beweglich wie ihre Hände, die eifrig an einem Strickftrunrpf hantierten. ' „Frau Manzke?" wiederholte mit schwacher Stimme die junge Frau, deren Mut mit jeder Sekunde mehr wich „T-as bin ich, und wer sind Sie?" DaS Riesenweib fixierte die Besucherin durch die dicken Brillengläser. „Weshalb kommen Sie? Drei sind schon hier gewesen. Ich will nichts haben, sage ich Ihnen. Tas ist doch wirklich toll, daß man srch um die Leute kümmert, wenn sie es gar nicht wünschen. Frau Manzke braucht niemand. Tas ist in der ganzen Gegend bekannt." „Tu weißt doch noch nicht, was sie will. Warte, bis sie eS sagt," brummte der Alte aus seinem Winkel heraus. .. >,Stecke deine Nase nicht in alles . . . Mso junge Frau, waS ist Lös " begann die Ute und setzte eine würdige Miene aus. >.Jch komme aus folgendenl Grund:" Tie junge Frau sprach in entschiedenem Tone, ste war wieder ganz tapfer geworden. . ,^)ch besuche Sie, um Ihnen zu danken. Ihr Sohn hat vor Argen Tagen meinem Manne in einem Gefecht das Leben gerettet." Einige Sekunden herrschte Schweigen,- das Gesicht der Alten hatte einen anderen Ausdruck angenommen. ,Hch bin doch wirklich 'ne Giftnudel. Ta fall' ich über Sie Wi obne daß ich weiß- was Sie wollen. Mer so bin ich durch Min Geschäft aeroorden, ich hatte nänüich früher 'nen Stand in der Markthalle. Mso waö sagen Sie von Ihrem Mann^' „Er ist Hauptmann, Hanptmann von Carlsen. Wir sind zwei Jahre verheiratet Soeben habe ich eine Karte von ihm bekonv- wen. Ern paar Worte mit dem Bleistift geschrieben. Er hat ge- fürchtet, daß ich von anderer Seite erfahren könnte, was gescheKn "lchts Näheres, nur daß er in Gefahr war. Und da wollte ich Ihnen danken, weil Ihr Sohst ihnr da- Leben gerettet hat. Lieber Gott, ohne Ihren Sohn ..." Bet dem entsetzlichen Gedanken brach sie in Schluchzen aus. Ein erregtes Geheul, das der Alte ausstteß, antwortete ihr. „Deshalb also, deshalb sind Sie gekommen . . ... 72! ^"nne der alten Frau versagte, ihr Mund öffnete nch, ihr Gesicht zog sich zusammen, als ob sie in Tränen aus- brocheil wol te, sie schnitt aber nur eine entsetzliche Grimasse und fuhr trt ruhigem Tone fort: „Na, wenn unser Junge den Mann von einer so netten Person, wie Sre es smd, rettete, hat er lvas Gutes getan. Mer welcher Von ihnen hat es denn getan?" Die Besucherin machte große-Augen. „Wie denn ... welck>er?" , . „^ sieben habe ich dabei." Alle sind sie im Osten. Bier davon sind verheiratet, denen gehören die Kinder da. Wir haben sie alle zu uns genomnrew Ter Alte kann nichts mehr tun, der «utz aus sie auspassen. Ick) besorge die Wirtsckmft, die Mütter sehen aus Arbeit, imt bekommen für die Frauen iind Kinder von der Dtadt ettvas, wir langen sehr gut, es braucht sich me- jmmb um uns zu kümmern. Na, Ihr Mann loird schon wisse::, welcher von den Jungen ihm das Leben gerettet hat." ,Nern, nach den: Vornamen hat er nicht gefragt. Er hat nur Manzke. Bernauer St baS Leven mit eigener Lebensgefahr gerettet hat. ES war mitten m der voarht, mein Mann und er sind dann an verfchiedernck Posten gekommen, ohne sich wiederKusehen. Mso sieben haben Sie im Felde und ich weiß nicht, welcher es ist. . . 'Sfata wird es fein," rief ein dünnes Stimnrchen. „Ruhig, Luise," befahl die Alte dem vierjährigen Mädchen, daS auf dem Goden herumrutschte. „Die will immer alleS für sich ?abeir. Meso soll es denn immer dein Vater sein. Ich glaubit eher, daß es August ist." ' „Weil er dein Liebling ist," brummte der Alte. „Rede keiner Quatsch. Alle sind sie mir egal. Wenn ich es nnr überlege, ist es vielleicht Julius, das ist so ein Draufgänger." . " an P £f. auch sein, das ist ern Schlauberger," sagte Richard ist auch nicht von Pappe, der macht alles mtt die Ruhe." „Schade daß ich cS nicht weiß," wiederholte die junge Frau. „Nein, da :,t nrchtS zu machen." Tie Alte schüttelte den Kopf. „WaS tut das? Es ist einer von den sieben und damit abgeniacht. Fragen kann man sie nicht danach. Da würden die andern, die nicht dabei waren, eifersüchtig werden. Und sie sind schon waghalsig genug. Man mutz sich nur wundern, daß sie noch nicht alle in Stücke gesessen sind." „Aber vielleicht schreibt Ihnen der, der meinem Mann das Leben gerettet hat?" „ . „Darauf muß man nicht warten. Viel lassen die nicht von süh hören Sie schreiben, daß sie nachher erzählen werden. Alle vierzehn Tage mal drei Worte, das ist alles. Und der Mte antwortet ihnen." Ter Alte war aus seinem Winkel hervor gekommen. Unter der Larnpe konnte inan ihn besser erkennen. Die Hände, das Gesicht bis hinauf zu den weißen Haaren, waren mit Tinte beschmiert. f?#® S# „ich war gerade dabei, aber das ist 'ne fd^reeßf liche Geschichte. Jedem schreibe ich denselben Brief .... Drei Linien, das ist genug, wir . . ." Er schüttelte traurig den Kopf und fügte binziur „Es dauert aber lanae, ich habe so steife Finger und dann ist Schreiben auch nicht meme Sache , ? * K " „Darf ich nicht für Sie schreiben," rief die junge Frau, „so kann ich doch etwas für Sie tun." „Das ist >ne feine Idee," sagte der Alt« entzückt. Sie setzte sich in dem Winkel an den Tisch, nahm die alte Feder, das Heft mit dem linierten Papier, von dem die Hälfte der Seiten zerrissen waren und der Alte diktierte feierlich: „ r,Jch will dir sagen, mein Junge, daß es hier allein gnt geht . . ." Sie gab sich große Mühe, damit es sehr leserlich werde und bei xedem Brief saate sie sich, daß er wohl für den wäre, dev ihrem Mann daS Leben gerettet hatte und sie legte ihre ganze Dankbarkeit mit hinein . 5 . * . geschrieben, daß der Soldat nmauer Straße 5, ihm Lin vergessenes Gemüse bringt das „Daheim" in seiner neuesten Nummer wieder -u Ebren. Es handelt sich um den Kürbis, der als Schmuck- und Zierstück allgemein beliebt ist, den man aber als Nähr- und Gemüsepflanze kaum noch kennt. Ein Vergessener also, der aber jetzt wieder nötig gebraucht wird. Zu Großvaters Zeiten fehlte kein Jahr in der kleinsten und der größten Landwirtschaft -wischen Kartoffel und Kraut die Kürbiszeile, die bei guter Tstngung groß^ artigen Ertraa lieferte. Kürbisse über einen Zentner waren keine Seltenheit urrd prangten dann, neben anderen Feldftüchten, zum Erntedankfest auf dem Mtar der Kirche. Oder sie tvaren die Hauptschaustücke auf landwirtschaftlichen Ausstellungen. Nicht nur, daß das Fleisch zu Suppen, Gemüse, zum Kuchenbelag, sogar im Christstollen viel verwendet wurde, gaben auch die Kerne ein vorzügliches wohlschmeckendes Oel, von zart grünlicher Farbe, von jung und alt gern genommen, statt Butter zu Kartoffel und Quark, zum Backen der Pfannkuchen usw. Leinöl schmeckt bei weitem nicht so gut. Nierenlerdende sollen viel Kürbis essen, heißt es. Ueber- haupl gut bei Unterleibsbeschwerden. Jedes sonniggelegene Erdenfleckchen, jeder Komposthaufen, jeder bisher unbenützt« Gartenhang sollte, wenn möglich, Heuer zum Anbau der Kürbisse ausgenutzt werden. Ter Ertrag von nur zwei gutbestandenen Kürbispftanzen genügt für eine Familie auf ein Jahr als Zukost. Der eingelegte Kürbis hält sich sehr gut. Früher sah man auf jeden: Kartoffel- und Krautfelde Kürbiszeilen, in allen Farbentönen lagen im Herbst die mächtiger: Früchte da. Wenn der Landwirt jetzt Zkürbis füttern könnte, so ersparte er den Ankauf der zurzeit fast nicht zu bezahlenden Kleie odär anderer teurer Kraftfutter. Man merkt sofort den Mehrertrag und die Güte der Milch und Butter be: Kürbissütterung. Ganz besonders trägt diese auch zur Gesundung unserer Viehbestände bei. Ter Anbau der Kürb:sse ist einfach. In sonniger Lage füllt man eine Grube 40 qom und gleicher Tiefe mit Komposterde, darauf setzt man drei Pflanzen im Dreieck mit 20 cm Abstand, die man sich in einein Schüssclchen in Torfmull oder Kaffeesatz oder :n loeichen Sägespänen aus Kernen herangezogen hat oder jetzt vom Gärtner kommen läßt. Vor dem 20. Ma: kann wegen Spät- 304 fwst «M)t ins Fr"- gepslan»t werden Um Me JW™?" JfJJff* rat man ftrinr ffirbfeftrl an, um tn trockener Zeit rerchltw «as er XTu kdnnem Tenn Wasser, viel Wasser will der «rb,s. Wachsen in fciichten Jahren die Ranken -u üppig, so schneidet man ftenach dmr vierten bis sechsten Fruchtansatz ab^ Die von de^ Lxluvtranken antreibenden sogenannten Berrcm5en ,md öfters tu entfernen. Wracker Tüngegub Gülle mit Wasser ch gut. Die mächtigen Blätter sind Wasser)ammler^s rst eine Freud«, wdchentttch die Entwicklung zu sehen. Um die Fruchte vor Faulnis- slecken zu beivahrcn, legt man ihnen dünne Brettchen rrnter iuiD kehrt die untere Seite After der Lonne zu. damit d,e Früchte rasisier und schöner reifen. Die Kerne iverden bei Veru^ndung des Kürbis von dem schrvammigen Inhalt gelöst und auf Zntungspapier mzf dem Ösen Ieid>t getrocknet; dann löst sich die schwache Dmtt von den Kernen, die m mit der Haut leicht abrerbt. oic sind nun zum Oelvrcssen fertig. Es sind oft von einem Gute 3 Zentner >terne »nr Mühle gelwtvbt worden. ein bedeutender Wert, wenn ntan bedenkt. datzlMund mit 40 und 60 Pfg. verkautt wird Tie ausgepreßten Kuchen sind ein vorzügliches Futtenntttel. Zu beachten ist. daß die Kürbisse im Herbst kern^i ^rost brkominen dürfen, sonst halten sie sich nickst so lange. Tre Ranken lverdui zerkleinert auch als Biehfutter venoendet- .^ommers'uw tue Blätter ein sehr gutes Bremsenmurel: man 'bertre^t das.Bieh nnt dem ans den Kürbisblänern gepreyten Saft und schützt es dadurch vor Bremsen und sonstigen: Ungeziefer. Roh fann man die züchte den Tieren geben, namentlich Schwemen. Kühen und Mschen. Zur menschlichen Nahrung nstrd der Kürbis mit Milch und Eiern gekocht: er gibt auch einen guten Bre,, Pwnnkuchest. Kartonel- vuffer, Suppen usw. Junge kleine Kürbisse, die nach dem Mnvelken der Blüte gebrochen werden, macht man wie Gurken mit ein. Der aus gekochten Kürbissen gepreßte Saft gibt durch allmähliches Abdachpfen einei: angenehmen Sirup, der noch zu Zucker abaedampft werden kann. Die .Samenkörner geben ern kräftiges Mehl zu Backwaren, Mit Wasser :m Mörser zerstoßen, erhält nian aus den Kernen eine gesund wirkende Mrlch. Kompott- und Einmackstfrucht dürfte immerhin die HLuptbe)Nmmu:ig des Kürbis sein, und unsere Hausfrauen werden dafür mehr als ein Rezept kennen oder — zu finden wissen. vermischter. * Englische Rekrutierungss cherze. Die große Aufgabe, für Kitcheners Millionenheer die noch fehlenden Rekruten anzuwerben, steht in den englischen Blätlern noch immer im Mittelpunkt der Erörterungen. Jetzt ist auch schon ein Buch eines Werbeoffiziers erschienen, der seine Erfahrungen zn Nutz und Fronnnen seiner Kollegen und aller freiwilligen Werber nntteilt. Man erhält dadurch einen Einblick in die abwechslungsreiche Tätigkeit eines solchen Werbers, der von seinen Vorgesetzten auf eine Karawanemeise geschickt wurde, aus der er Bergwerke Arbeits- Häuser und BeMerherbergen besuchte und einmal auch aus dem Platz des Heizers auf einer Lokomotive fuhr, um an einen Platz zu gelangen. an dem er eine Anzahl möglicher Rekruten vermutete. Vor allem betont der Mann die Wichtigkeit der Musik für das Werbe- aeschäst: früher, als die Rekruten in düsterem Schweigen einher- marschierten, wollte die Sache garnicht vonstatten gehen, aber seitdem die Musikkapellen bei den Rekruten kingeiührt sind, kommt alles in Schwung. Neben diesen beaniteten Werbern gibt eS aber auch eine grobe Zahl von freiwilligen, und unter diesen scheinen die englischen Misses, insbesondere natürlich die hübschen, zu einer bevorzugten Rolle berufen zu sein. Ter „Patriotismus des Flirts" ist die neueste Entdeckung, die wir in einem Londoner Blatt finden. In einer Versammlung deS Londoner Werbefeld- zugeS, so wird da berichtet, gab die Anwesenheit einer Anzahl junger Damen einem Redner den Anlaß zu einer bejonderS kräitigen Aufmunterung Er ermahnte die jungen Leute, nicht um ihrer .Flammen* ,villen zn Haufe zu bleiben, und die jungen Mädchen, ihre Bewitnderer nicht zurückzuhalten^ um schneller lstiralen zu können. Der beste Anfang für ein späteres glückliches Eheleben wäre es, wenn die Damen ihre Liebsten nach Frankreich schickten und bis zum Schluß des Krieges auf sie warteten. AlS leuchtendes Vorbild erzählte der Redner die Geschichte von einem jungen Mädchen, das — schon fünf junge Männer zur Front entsandt hätte; als er aber geendet hatte, trat die Gepriesene aus und zeigte auf einen Begleiter: .Hier ist der sechste.* „Flirt von dieser Art ist der rechte Patriotismus," sagte der Redner feierlich . . . Manchmal machen die Rekruten aber auch recht merkwürdige Er- fa!nungen. So hatte sich ein Maurer überzeugen lassen, daß..das Land ihn brauche" und sich in Londonderxy zu den Pionieren ge- stellt. Ta eS in dieser Stadt aber keine solchen gibt, sandte man ihn nach Belfast, dann weiter nach Antrim, und von hier schickte man ihn wieder nach Befiast zurück. Im Hauptquartier dieser Stadt wird er einem langen Verhör unterworfen. Nach vielem andern kragt man ihn: ,Religion?* „Katholisch". Da strich der Offizier seine Eintragungen wieder aus. „Dann müssen Sie wieder zurück, hier ist sein Platz frei. In Belfast könnte er nur bleiben, wenn er seine Religion wechselte. ^Glauben Sie nicht, daß ich, wenn ich meine Religion verriete, auch mein Vaterland verraten könnte k* erwiderte der Mann, aber es hals ihn: alles nicht». vücherttsch. -Kunstwart. Zweites M a i h e f t. (Kriegs auSgabe zum halben Preis. PtetteljShrttch 2,Sä Mark, Verlag von Georg D. W. Callwey, München.) An der Spitze des HesteS steht ein Gedicht von Ferdinand AvenariuS „Ein deutsches Gebet . ES folgen au gröberen Aufsätzen zwel von Emil JuchS und Artur Bonus über „Die deutschen Kirchen*. Ferner die ausführliche Be« sprechung von EhamberlainS „KriegSaufsätzeu* und Peetz' »Eug* land und der Kontinent" untcv dem Titel »Bücher der Zeit S durch Wolfgang Schmnann, sowie Leopold Schmidt- „Betrachtungen e»neS Opernbesuchers*. Tie Losen Blätter geben Proben auß Johannes Müllers „KriegShelten". Die Rundschau enthält u. Züricher, Vom Kriege, dem Verwandler. Ochsemu«, Blumen. Avenarms, Eine Berichtigung SpUtelers. Teutenberg. Ein Stellen- verniittlungsamt für Schrl'tsteller. Künstler uiw. Hed.vla Bleu er- Waser, Soldatenniuelterli. Bilderbeilagen: Fritz Boehle, Ter heilige Georg. Otto Speckter, Pfingsllicher Kirchgang. •• D t e Erfolge der Türken an den Dardanellen haben das Interesse des Publikums in erhöhtem Maße unserem Bundesgenossen ani Goldenen Horn zilgewandt. Das vom Dreiverband mit so grobem Tamtam in Szene gesetzte llnternehnien, die türkische Hauptstadt zu erobern, dürste menschlicher Voraussicht nach kläglich scheitern, denn wie der bekannte ehemalige türkische Militärinstrnkteur, Ge>ieraUeutnant z. D. Jmhoff Pascha, tn der neuesten Nmnmer (3749) der „L e i z i g e r I . l u st r i e r t e n Zeitung* (Verlag I. I. Weber) tn eurem Artikel -Die Ber- teidiguna ^Konstantmopels* auseü.andersetzt, sind die Schwierig- keilen für die Angreifer foivohl bei den Dardanellen und auf der Halbinsel Gallipoli wie atlch am Bosporus fo ungeheuer, daß ein Geiingeir des Uniernehnrens fo gut wie ausgeschlossen erscheint. Die entfcheidungsschweren Kämpfe um Ypern sind in der Nummer ebenfalls gebührend berücksichtigt. Die Geländeschwrerigkeiten. die bei unserem sicareichen Vordringen zu überwurden sind, zeigt eine Reiieskarte des Gebietes um Ypern. Von dem werteren Bild- schmuck sind hervorzuheben : Tie Erstürmung des Hartmamisweiler- kopseS, ein Gottesdienst in der Kirche zu Grajervo. Zeichnungen von den Kämpfen in Westgalizien und in den Karpathen, vom Untergang des französischen Panzerkreuzers „Löon Gambetta , ein nach dem Leben gezeichireteS Porträt des hervorragenden öfter- retchifch-ungarifcheu Heerführers Dank! u. a. m. Sine erstklassige Zierde der Nummer bilden die farbigen Reproduktionen einer brillanten Skizze „Rast vor der Schenke* von Ludwig Koch unh eine- stimmungsvollen Gemäldes „Seirr letzter Gruß vonlAdolr G. Döring. WaS die Typhus- und Cholera-Impfung al» Waffen im Kampfe gegen KriegSjeuchen zu bedeuten haben, legt Privatdozent Tr. Rothermundt ln einem reich illustrierten Beitrag dar, über die Chemie im Kriege plaudert Dr. Heinz Welten, wie England daS Seekriegsrecht mit Füßen trit, fetzt Geh« Justizrat Prof. Dr. Triepel auseinander, und die Rolle, die Sprachgememfchaft und StaatSgemeinschast im Weltkriege spielen, behandelt von neuen Gesichtspunkten aus Geh. Rat Prof. Dr. Rudolf Leonhard. — „Arena." Das letzte (10.) Heft der Lktav-AuSgabe von „lieber Land und Meer* (Deutsche VerlagS-Anstalt, Stuttgart) wird in feinem illustrativen Teil von einem Titelbilde des General- Feldmarschalls Gras H a e s e l e r im Felde eingeleitet. Daraus kann schon geschlossen iverden, daß auch diese Nummer in der Hauptsache aus den Krieg zugeschuitten ist. TaS zeigt sich von Seite zu Seite. Eine besondere Ueberraschung wird unS vom Deutschen Kronprinzen: wir sehen eine Pastellskizze von ibm, darstellend einen Mann seiner Wachkompagnie, und finden einen Be- gleit'vruch, der also lautet: 0 Wir sieben still auf Posten, im Arme das Geivehr, im Westeii und im Osten viel Feinde imb viel Ehr. Ter sonstige Inhalt zeigt die Vorzüge der „Arena* wieder in hellstem Lichte: Ein Professor schildert uns. ivie die verwundeten Krieger geheilt werden; vom baltischen Deutschtum. daS wir zwischen dem Memelflutz und Narowa zu suchen haben, weiß un» ein feiner Kenner der Balten zu berichten, und zur Schweizer Grenzwache führt unS ein mit den Schweizer Militärverhältnissen Vertrauter. Berichte von den Kriegsschauplätzen, Aufsätze über zeitgemäße Fragen, kurze hübsche Geschichten, Gedichte und reizvolle Bilder lassen auch dieses Heft als willkommene Lektüre in dieser bewegten Zeit erscheinen. _ Ergänjungsrälsel. I. g.. d, . a. sch u.. . ie. e . in . G. e.ch .re. sch . n . n .. üh. i. g . . ag. . t. t. u. . hr. F.. cht . u k.. g. n, H. .z, g..i.ß. .t. g.sch.in.! Auslösung in nächstrv Nummer. Auflösung des Kapselrätsels tn voriger Nummert Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit Schrjstleiigug: ^ug. Hoetz. - BotationSdnut und Vertag der Brühl'lchen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gieße»'