Lurück zur Scholle. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Inspektor blieb, aber er mutzte dreimal zum Sitzen ausgesordert werden, ehe er aus dein Stuhle Platz nahm. Der Baron schrieb viele Zahlen untereinander und rechnete sie zusammen. Es ergab eine sehr hohe fünfstellige Summe. Die hielt er dem Inspektor vor die Augen. „Das ist sehr viel," sprach der, ohne mit der Wimper zu zucken. „Wieder ein Beweis," erwiderte der Baron, der den leisen Vorwurf wohl herausgehört hatte, „daß die Winkel- bergs schlechte Haushalter sind." „Der Herr Baron brauchen sich vor mir nicht zu entschuldigen!" „Und doch fühle ich mich dazu verpflichtet. Einmal, um Ihnen die Genugtuung zu verschaffen, daß ich die Verachtung, die Sie mir als Menschen entgegenbringen, vollauf verdiene. Und dann — " August Knorreck erhob sich stumm. „Bleiben Sie nur sitzen." lächelte spritz von Winkelberg. „ich bringe dem Herrn Baron, der diese Schulden gemacht hat. um standesgemäß leben zu können, genau dieselben Gefühle entgegen. Doch versetzen Sie sich einmal in seine Lage. Er wird schwerkrank in ein minderwertiges Hospital in Reupork eingeliefert. Ohne Mittel und Freunde? Briefe, die er nach Britzkawe sendet, bleiben unbeantwortet. Da wendet er sich, um einen letzten Versuch zu machen, an einen Regimentskameraden hier in der Nahe. Durch dessen gnädige Vermittelung machen Bartenstein und Levisohn ein Angebot zu zwölf Prozent, für Amerika kein ungebräuchlicher Satz. Entweder zugreifen oder vor die Hunde? Und der Herr Baron griffen zu, gingen nach London, lebten nobel und verheirateten sich standesgemäß, aber ohne das nötige Kapital. Zu dieser Heirat hatten der Herr Baron kein Recht. Und trotzdem! Das Winkelbergsche Herz! Sie verstehen? Bartenstein und Levisohn mußten stärker herangezogen werden. Noch stärker, denn der Herr Baron begann, um Geld zu machen, an der Börse zu spielen. Ader leider blieb das Glück aus. Und es kam der Tag, an dem Barten- stein und Levisohn nichts mehr hergeben konnten. An diesem Tage legten sich der Herr Baron Fritz von Winkelberg hin und starben. Seitdem gibt es nur noch einen ganz gewöhnlichen Menschen Fritz Winkelberg, der sich ein halbes Jahr lang in einem Bankbureau sein Brot verdient hat, rocht und schlecht wie jeder andere. Die ersten fünf Jahre zählen gar nicht mit. In Amerika Sturm und Drang! Da lebten der Herr Baron noch, und zwar trotz Goldgräberschaufel und Kellnerservtette. Ich habe ihn seitdem verachten gelernt." Schweigend hatte August Knorreck zugehört. Dann hob er den Finger und wieS auf die Summe. .Haben der Herr Baron das alles bei Bartenstein und Levisohn ausgenommen?" ,Zch kann's beschwören! Das ist die einzige Stelle in der ganzen Welt, wo der Herr Baron Kredit hatten." „Wir brauchen für Britzkawe ungefähr das Fünffache." „Das Fünffache!" ries der Baron bestürzt. „Wo soll das Herkommens „Wo das hergekommen ist!" versetzte der Inspektor und wies auf das Papier. „Aber das Fünffach! Knorreck. bedenken Sie doch!" „Bieh!" zählte der Inspektor aus. „Pferde, Strotz, Futter, Saatkorn. Geräte, Maschinen, Leute —" „Hören Sie auf!" rief der Baron verzweifelt. „Das ist unmöglich!" „Der Herr Baron werden sich auch einrichten wollen!" „Nein, nein! Das genügt mir hier vollkommen!" „Befehlen der Herr Baron, daß ich morgen nach Su- sitsch fahr? Ich »verde mir mal die beiden Juden auf die Seite nehmen. Auch von wegen der zwölf Prozent." ..Nein!" ries Fritz von Winkelberg energisch. „Ich bin damals auf diese Bedingung eingegangen und wäre ein Schuft, wenn ich sie jetzt nicht anerkennen würde!" „Der Herr Baron haben mich mißverstanden," sprach August Knorreck ruhig. - „Was abgemacht ist, muß gehalten werden. Aber man kann sie damit in die Enge treiben, daß sie nachgeben und das Geld zu einem besseren Zinsfuß herbeischassen. Befehlen der Herr Baron, daß ich nach Sulitsch fahre?" „Es ist unnötig!" erwiderte der Baron. „Bartenstein und Levisohn wissen, daß ich hier bin. Sie werden nicht lange auf sich warten lassen." „Befehlen der Herr Baron noch etwas?" fragte der Inspektor an der Tür. „Jawohl?" ries Fritz von Winkelberg und schüttelte ihm herzlich die Hand. „Daß Sie mich morgen möglichst lange schlafen lassen. Nur, wenn die Bude abbrennt, dürfen Sie mich wecken." Mit einer tiefen Verbeugung zog sich August Knorreck zurück, drückte die hohe .Haustür ins Schloß, ohne sie abzuschließen, und nahm den Schlüssel mit. Langsam schritt er über den Hof. Seine Frau saß noch auf. /Wie steht's?" fragte sie, als sie sein sorgenvolles Gesicht sah. . Ec schaute sie eine Weile wortlos an, wobei er jan etwas ganz anderes dachte, hing die Mütze an den Nagel und griff zur Lampe. „Schlimm!" sagte er und stellte die Lampe auf die Klappe des Sekretärs. „Geh zu Bett, ich habe noch zu arbeiten!" Frau Knorreck verschwand lautlos. Der Inspektor aber holte die Wirtschaftsbücher der letzten zehn Jahre her und begann zu rechnen. Drei Gründen saß er und schrieb Zahlen unter Zahlen, bis die Lampe zu verlöschen drohte. Aber er hatte da? Msultat 286 gefunden. mit weniger als dem Vierfachen war Britzkawe nicht zu halten. Tann erst suchte er sein Lager auf; doch lange wehrten die Sorgen seinen Schlaf. V. Die neunzig Perzent, die der dicke Friedländer in Britzkawe gemacht hatte, ließen den alten Abraham nicht schlafen. Außerdem hatte er elf lebendige Kinder, von denen das jüngste erst ein halbes Jahr alt war. Schon am nächsten Morgen fuhr er mit dem ersten Zuge nach Luschelau urnd stiefelte dreist nach Britzkawe hinüber. Früher war er mit dem alten schäbigen Schachersack seines Vaters von Dorf zu Dorf gelaufen, jetzt hatte er eine sehr geräumige, altmodische Reisetasche auf dem Rücken, Sie war mit sehr bunten Glasperlen bestickt und wies die schöne Inschrift auf: „Christus, der ist mein Leben". Als die Sonne auf- aing, war er schon in Podraschke. Alle Bauern und Häusler kannten ihn. Im Vorbeigehn besuchte er schnell ein paar Kunden und fragte ganz unauffällig nach dem großen Geschäft, das der dicke Frieoländer in Britzkawe gemacht hatte. Ta er aber nur ungenügende Antworten "erhielt, blieb er nicht lange. Als er eine Stunde später bei der Britzkawer Schmiede um die Ecke bog, überholte ihn ein leichtes Korbwägelchen, das von der Chaussee herauf- aekommen war. Darauf saßen der behäbige Bartenstein und der schlanke Levisohn. Das waren zwei reiche Leute, die sich nur mit den großen Herren abgaben. Das Bauernvolk überließen sie dem alten Abraham. Ter zog vor ihnen höflich die Mütze. Tie beiden Kaufleute nickten herablassend, fuhren bei dem Kretscham glatt vorbei und lenkten um das Gut herum nach der .Hinterseite des Inspektor- Hauses. Der alte Abraham aber ging ins Gasthaus und stellte die bunte Reisetasche aus die Bank. Tann besah er sich mit Kennermiene einen schönen saftigen Schweinsbraten, der im Ausschank stand. „Geben Sie mir von dem Kalbsbraten!" sagte er laut zu Franz Wiegelt und wies auf die braune Knusperschwarte. Franz Wiegelt, sein heimlicher Geschäftsfreund, verstand ihn schon, säbelte ein herzhaftes Stück herunter, holte em paar Flaschen Bier und setzte sich zu ihm. Ter alta Abraham nämlich kundschaftete für Franz Wiegelt die Stellen aus, wo Vieh zu verkaufen war. Dafür bekam er ein halbes Prozent und freie Zeche. Bald steckten die beiden die Köpfe zusammen und tuschelten leise, eine unnötige Vorsicht, denn die Stube war sonst leer. Zehn Minuten später wußte der alte Abraham, wie der dicke Friedländer zu den neunzig Perzent gekommen war und daß der neue Baron gestern seinen Einzug gehalten hatte. Franz Wregelt steckte sich dann eine Zigarre an, und die Gedanken des alten Abraham umkreisten lautlos die neunzig Perzent wie die Fliegeil den Honigkuchen. Der Herr Baron hatte kem Vieh und kein Inventar! Da ließ sich vielleicht ein Geschäftchen machen, bei dem nichts weiter zu riskieren war! Es brauchten ja nicht gerade neunzig Perzent zu sein! Man konnte sich auch mit etwas weniger begnügen. Doch der Bartenstein und der Levisohn waren ihm zuvorgekommen! Die saßen jetzt beim Baron und schraubten ihn. Denn, daß den beiden das Wasser schon bis an den Hals stand, auf den Leim kroch ihnen der alte Abraham nicht, wenn sie's auch hundertmal beschworen. Obgleich sie sehr reelle Leute waren, nahmen sie doch lieber zwanzig Perzent als zwölf! Und der Herr Baron mußte zugreisen, wenn nicht ein anderer kam, der sie unterbot. Aber so leicht fand sich keiner. Bei dem Geschäft gab es verdammt wenig Sicherheiten, denn der Boden war Majorat und konnte nicht mehr belastet werden. Ter alte Abraham hätte sich schwer gehütet, in diese Sache auch nur einen Pfennig zu stecken. Und er hatte in seinem Schreibtisch mehr gute Papierchen liegen als man ihm auf den ersten Blick ansah. Aber bar gegen bar! Warum nicht? Inventar mußte sein! Ohne das konnte iiichts aus dem Gute herausgewirtschaftet werden. Aber der Bartenstein und der Levisohn saßen jetzt beim Herrn Baron und würden dem alten Abraham auch nicht das aller- klemste Perzentchen übrig lassen! VTli rollte draußen das Korbwägelchen vor, und die beiden Kaujleute aus Sulitsch traten ein und verlangten Kaffee. ®te setzten sich an den Nebentisch und sprachen leise über den Inspektor, der ein grober Mensch sei und ein schrecklicher Antisemit dazu. Er hakte sie nicht zum Baron gelassen. Denn, daß er jetzt am Helten lichten Tage noch schlief, war nur eine faule Ausrede. Sofort erhob sich der alte Abraham, grüßte höflich und verschwand mit seiner Tasche auf dem Rücken im Hausflur. Die beiden andern sahen ihm kaum nach, sie waren von dem Geschäft, das sie vorhatten, zu sehr in Anspruch genommen. Eifrig schrieben sie Zahlen in ihre Notizbücher. Auch brachte Franz Wiegelt schon den Kaffee. Ter alte Abraham aber machte einen Umweg, um nicht gesehen zu werden. Durch die Seitenpforte des Parks schlich er sich bis an das Herrenhaus. Das hohe, breite Tor lvar unverschlossen. Er drückte sich hinein, pochte leise und lauter an alle zehn Türen des Erdgeschosses, lvv die Wirtschajts- räumlichkeiten lagen, und drückte zaghaft auf die Klinken. Alles war leer. Da stieg er lautlos die Treppe hinaus, lauschte und klopfte, erst zarter, dann vernehmlicher. Die Reisetasche stellte er ans Treppengeländer. Plötzlich horchte er auf. Da wurde mit Wasser gepantscht. Er legte das Ohr an die Tür, durch die das -Geräusch kam, und krümmte den Finger. „Nu!" dachte er im stillen, „man wird mir nicht gleich den Kops abreißen!" Und er pochte herzhaft an. „Herein!" rief drinnen eine tiefe, klangvolle Stimme, und das Wasserpantschen hörte auf. „Nu!" sprach der alte Abraham zu sich selbst. „Mehr als rausschmeißen kann er mich nicht!" Dann drückte er gegen die Tür und trat vorsichtig ein. Die Ueberraschung war aus beiden Seiten gleich groß. Der alte Abraham tat den Mund weit auf und blieb stumm wie ein Feiertagskarpfen. Fritz von Winkelberg, der vordem Spiegel stand, unterbrach seine Toilette und schaute den Eindringling lächelnd an. „Guten Morgen, Abraham!" sagte er und wandte sich wieder zum Spiegel. „Sie bringen mir wohl die zwei Mark nueder?" Jetzt machte der Sulitscher eine linkische Verbeugung und begann etwas zu stottern, was ihm selbst unverständlich blieb. „Schon gut, schon gut," besänftigte ihn der Baron und zog sich die Weste an. „Sie stören mich durchaus nicht! Was bringen Sie mir?" (Fortsetzung folgt.) Das weitze Tuch. (Schluß.) Währenddem standen die Offiziere mit vorgcstrecktcn Köpfen, die Gäste fuhren wie gejagt zur Tür hinaus, die Wirtin kreisäste wie am Spieße. „Nun gilts," dachte der Fähnrich und drängte sich an den Rittmeister. Auf den: Markte lvar alles Lärmen erstorben, die Weiber waren verschwunden, und die Reuter drängten sich vor der Krugtür. „Heiliger Sankt Peter, es setzt einen Tanz, aber nicht mit welschen Dirnen! Sollt sehn!" — „Mordblei! Meine Faust zucken wie ein gestochen Kalb. Wollen Arbeit haben!" Tie Reuter murmelten fluchend und aufgeregt durcheinander, aber m den Krug wagte sich keiner, sondern man wartete draußen arme- wersend und atemlos, bis von drinnen Bescheid wurde. ... „Wachenrott," hörte mau den Rittmeister brüllen, „nimm fünfzehn Kerls und diese zwei hier und dann hinter her hinter- dem Ottergezücht, was die Rösser Dampf geben wollen. Schlagt sie tn ötücfer, die Hunde! Fuhhollen, schlagt dem säubern Rat die Türen em! Wollen meine Leut besoffen machen, derweil die Teufel oben im Wald ihr verflucht Geschäft treiben. Her mit dem Bürgermeister! Soll den Brenckenfeld kennen lernen! Meinen Krug! Ah, daß Euch der Satan! Wär nicht so hart, aber das Blut von einem Egestorffer gilt mir mehr als Euer ganzer Feuerloch voll von dem Euern! Meinen Krug, sag' ich!" — und der Rittmeister zerknirschte einen grausamen Fluch über dem Wein, den er bebend vor Wut an die Lippgn führte. Wachenrotts schnell zusammengeraffte Fünfzehn hatten die Roste aus den Ställen gerissen, den sich Bäumenden Sättel und Zaumzeug übergeworfen, die Eisenhelmc auf die struppigen Köpfe gehauen und stoben nun rasselnd und tobend zum Katharinentor hinaus. Schreien und Heulen drang aus den Häusern. Den Küster, der Sturm läuten wollte, warf man kurzerhand vom Turin hinunter. Ter Krieg zeigte sein wahres Gesicht. In der „RosV" trieb man die unglücklichen Ratsherren mit den Pallaschen zusammen. Brenckenfeld hatte seine Ruhe wiedergcfunden, aber sein Lächeln war das eines Teufels. ,,, i atte hinein Schimmel die Hacken in die Weichen geschlagen. Ein wilder Zorn über alles Lebende war in ihm. Er wollte an die Pascher allein heran und seinen Grimm über Traute und sich.selbst in Blut ersticken, Was verschlugs, wenn man ihm 287 selbst den Garaus machte? Lag ihm ohnedies nichts am Leben. Ter Schimmel schoß vorwärts und ließ die nachfolgenden Reuter weit hinter sich. Es kam alles daraus an, den Fliehenden den Weg abzuschneiden, denn ivenn sie vor den Verfolgern an den Kreuzweg kamen, mußte es ihnen gelingen, den Weg an die Grenze zu erreichen. Wie toll rasten die Kürassiere hinter dem immer weiter sich entfernenden Führer her. Mit einmal sah Max vor sich int Mondenschein einen andern Reiter, dessen Gaul spielend den Boden schlug. Ter Fähnrich rückte sich im Sattel zurecht uns schlug ein Jagen an. daß die Funken ans dem steinigen Wege stoben und daß die Kürassiere, saßen sie auch als Teufelskerle auf ausgesuchten Rossen, den Führer aus den Augen verloren. Emen Augenblick glaubte Max, Brencken- selds Schecken in dem Gaul des Verfolgten zu erkennen. Ta bog dieser scharf vom Wege zur Seite^ab, Büsche schlugen hinter ihm zusammen, und als Max an der Stelle vorüberschoß, ohne seinen Hengst gleich halten zu können, fuhr ein Feuerstrahl aus dem Tunket, der Schimmel schien getroffen und stürmte ohne .Halten weiter in die Mondnacht, so daß Max beide Hände brauchte, den Rasenden wieder in seine Gewalt zu bekommen. Dann wollte er nicht wieder des Einzelnen wegen umkehren, sondern machte erst halt, als er den ausgepumpten Gaul, dem das Blut den Hals hlnunterlief, ani Kreuz verschnaufen lassen konnte. Schien noch zeitig zu sein. Unten im Tal hörte man den Huf schlag der ansprengenden Kürassiere. Max wollte nach seinem Schimmel sehen, da er nichts Verdächtiges getvahren konnte. Ta wurde der Hengst unruhig. Rings in den Büschen raschelte es. Ehe der Fähnrich recht zur Besinnung kam, sah er sich von )n, zwanzig andrängenDen Schatten umgeben, deren Piken und Morgensterne im Mondlicht glänzten. Das waren sie. Sollten sie doch noch entkommen? Trans! Krach — dem ersten die Pistole mitten ins Gesicht! Krach — dem zweiten die Abgeschossene ins aufgerissene Maul! — flog der Pallasch aus der Scheide — und ob auch die Mente von allen Seiten aus ihn eindrang, aus den bäumenden, kreisenden Schimmel fuhr der Junge wie der Blitz unter den Angreifern herum, und mit zusammengebissenen Zähnen ließ er dte Waste auf den Schädeln tanzen, daß im Handumdrehen drei der Angreifer am Boden lagen, und zweien das Blut in die Augen lief. Glerchwohl mußte dem Fähnrich der nächste Augenblick vbn Tod bringen. Ter Schimmel blutete aus Schulter und Brust, schnob dicke Blutwolken, brach erst hinten und dann vorne zusammen, sprang noch einmal ans und krachte dann mit dein eisernen Retter nieder mitten in die wie rasend sich geberdenden Feinde Mein. Eine Pike fuhr Maxen gegen die Brust, ein Morgenstern schmetterte wieder den Helm, niid er sank rücklings wieder die wudsch tagenden Hufe. Tann brachen zwar wie ein Orkan die fünfzehn Egestorffer herein und räuntten iin Handumdrehen den Platz, aber der Fähnrich hatte sein Teil ab und sah nichts mehr von der Wut ferner Reuter. Ta trabte mit hängendem Zügel ein lediger Gaul auf den Kampfplatz und grüßte schnaubend die Gefährten. Hinter ihm her kam eine werbliche Gestalt geflogen, stand einen Augenblick suchend unter den Lerchen und stürzte dann mit einem Aufschrei unter vre Gruppe, die sich um den jungen Führer mühte. „Hol mich der Satan, das ist des Rittmeisters sein Schecken!" — „Und das Mädel die Wirtstochter aus der Rose!" — „Schau wre fte um den Fähnrich ist!" , Im plumpem Staunen standen die Reuter im Kreis und sahen, wre Traute dem bewußtlosen Knaben die Helmbänder löste, das Koller ansernanderrrß, auf seinen Herzsckstag horchte und endlich m sassunasloses Wernen ausbrach, den Fähnrich umschlang und herlze Kusse auf dre bleichen Lippen drückte. Und verlegen‘ folkn nch dre rauhen Geulten an, als von dm Mädchenlippen heiße Lrebesworte kamen, untermischt mit zärtlichen Klagen und verzweifelten Selbstvorwürfen. „Mit Verlaub, Jungfer," schob sich endlich der Wachtmeister feran, „wollet uns sagen, wie Ihr mit des Rittmeisters Schecken herauf kommen seid. Mag mich nicht in die Sach mischen, schernt mrr aber Order —" Mit einem wehen Blick, der dem alten Wachtmeister tief rns Herz schnitt, richtete sich das Mädchen auf. „Nehmt mich nur mit! Ist schon altes eins! Stirbt er, mag rck mmmer leben!" Und schreiend im Schmerze „Stirbt er, Wachtmeister? . nit hoffen, Jungfer. Aber in Pfleg kommen muß er am der stell, sonst steh ich für nichts ein. — Hebt ihn auf den Sckiecken, Leut, reit einer rechts und einür linlks und führ einev das Ron und dann Umsichtig zutal. — Muß Euch schon ersuchen, uns zu folgen, Jungfer. Hab einen Verdacht, und ist Order —" ockinf Reiter blieben am Kreuz zurück. Ohne Widerstand ließ stch das Mädchen am ein Roß heben. Langsam ritt der Zug die Straße hinab. Ter Mond schien silbern ans die blinkenden Waffen Rechts von der Straße schoß der Bergbach mit eiligem Rauschen nieder. „War' ich im Wasser," dachte das Mädchen. „Wie wollten wir singen, war^ unser Fähnrich gesund." murmelten die Reuter In der „Roie' warteten Brenckenfeld und die andern Offiziere, denen cm Bote schon den Hergang berichtet hatte, auf die Air-' komm eirden. „Mo hat's ihn troffen, Wacht,neHer? Brenckenfeld mühte sich um den bewußtlosen Fähnrich als ein Bater. „Schasst ihn in seine^Stub. Ter Bader wart't schon aus ihn. — Habts es den Lumpen gezeigt? Brav. Leute! In die Quartiers! Morgen sprechen wir weiter. Wachtmeister, kommt mit. Tie Jungfer mag sich zu einer Rücksprach bereit halten. Sorgt, daß ihr die Zeit nit lang werde! Sollt' meinen, Jungfer, daß Euch das soldatenhandwcrk ein wenig zu wohl gefallen fjat!*' Droben in der stillen Stube lag der Fähnrich bleich in den Kissen. „Gefahr ist einstweilen keine. Zwei Rippen sind zerbrochen. Kops ist heil. Freilich, ohne den festen Helm war' er hin gewesen, der Herr Fähnrich." Der Rittmeister verweilte nicht lange. Mit einem Blick voll Anerkennung und nicht ganz zu unterdrückeirdem Neid streifte er den Fähnrich und stampfte dann klirrend zur Tür hinaus. In der Wirtsstube warteten der Wachtmeister und die Offiziere mit Traute „Macht ergötzliche Sachen. Jungfer!" Brenckenfeld krachte die Tür ins Schloß, warf sich in den Sessel und trank. „Hör', daß Ihr meinen Schecken zu einem Ausflug genutzt habt? Wie geU denn der Satan? Hätt's nimmer gedacht, daß er noch zum Tameuzelter avancieren würde!" Traute starrte zu Boden. „Macht wetten, Ihr seid eine falsche Freundin gewesen, Jungfer!" Der Rittmeister lächelte höhnisch. „Seid Jhrs nicht, so erzählt mir, was Euch zu nächtlicher Wckl auf einem fremden Gaul in solche Abenteuer treibt!" Das Mädchen rührte sich nicht. „Wachtmeister, rapportiert!" Der alte Haudegen berichtete, was er wußte. Brenckenfelds» Mienen wurden finster und finsterer. Als der Wachtmeister erzählte, wie Traute den Bewußtlosen geherzt und geküßt habe, wurde der schwarze Rittmeister trotz seinem braunen Gesicht um einen Schein bleicher und, pfiff durch die Zähne. ^. "Nim möcht ich Euch ersuchen, Jungfer, Euch zu erklären. Mußt mir zugeben, daß an der Geschichte manches dunkel ist. Zum letzten Mal also: Was wolltet Ihr droben am Kreuz? Weigert Ihr fortgesetzt Eure Red', muß ich Erich wider meinen Willen als hockwerdächtig zum Regiment schaffen lassen. Möcht in Zweiiel zrehn, ob Euch auch der Profoß so kavaliermäßig behandelt, wie ichs noch von den letzten Abenden her gewohnt bin." Traute rang die Hände. ,Jlch kann nicht, Herr Rittmeister!" „Nun wohl, so muß ich Euch auf die Gedankeii Helsen. Was ist s mrt dem Fähnrich? Ist Euer Gefühl für den Jungen so mach- ttg, daß Ihr rhtm mit Eurer zarten Hand helfen wolltet? Gegen Eure eignen Leut'? Sagt ja, und Ihr seid frei und mögt Euch droben mit bart Fähnrich weiter über die Sach' benehmen. Oder^ — Brenckenfeld senkte die Stimme — „sollts Gegenteil der Fall sein, daß Ihr droben am Kreuz andere Geschäfte hattet, etwa den Warner vor meinen Reutern spielen? He, Jungfer?" - Traute war totenbleich. Ihr Mädchenstolz kämpfte einen schweren Kamps mit der Furcht vor dem unbarmherzigen Geschick, daS sie treffen mußte, wenn sie des Rittmeisters letzte Frage mit ja beantwortete. „Mit Verlaub, Herr Rittmeister" ließ sich noch einmal der Wachtmeister vernehmen, „eins hält' ich fast übersehn. Möcht aber wichtig sein können. Tie Jungfer mag uns noch sagen, ob sie vor oder hinter unfern Leuten hergeritten ist?" Traute schwieg immer noch. Tann schleppte der Wachtmeister die Knechte des Wirts heran, die zitternd und bebend aussagten, daß Traute, kaum habe die Patrouille ihren Bericht beendet gehabt, des Rittmeisters Schecken aus dem Stall gerissen habe und davon gejagt sei. Mehr wüßten sie auch nicht. „Genügt uns auch und dürft die Sach klar machen, Gnaden Herr Rittmeister. Tie Jungfer hat Feindlich gegen uns im Schild geführt. Wollt vor unfern Leuten am Kreuz sein, um die Pascher zu unterrichten. Vielleicht sagt uns die Jungfer aber nun, wer den Schuß getan hat, ehe unser Fähnrich ans Kreuz kam? Hörten von unten deutlich, ,vie es ober uns krachte, lange bevor am Kreuzweg der Tanz losging." „Nun, so hört, Ihr Herren! Ja! Ich wollt meine Leut ein andern Weg weisen vor Euren Reutern! Ja, ich wollt den Fähnrich erschießen, weil er zu früh an Kreuz kommen mußt! Ja, ja, tausendmal ja. ich wollt meinen leiblichen Bruder, dev auch bei den Verfolgten war, vor Eurem wilden Volk erretten. Und ich Hab auf den Fähnrich geschossen, »venu er mir auch daS Liebste ist aus der Welt, und ich hält ihn müssen küssen, und wenn das allein hundertmal mein Tod geivesen wäre! Nun zu, greift mich, ich leids!" Tas Mädchen wurde in den Turm geführt. Brenckenfeld zechte weiter bis zum Hellen Morgen. Wie ein Rasender. Nach dem Bader, der ihm sagen kam. daß der Fähnrich noch immer ohne Besinnen sei, warf er den blanken Pallasch. Tie Kumpane ließen ihn allein. III. Ter Fähnrich lag in schwerem Fieber. Starrte mit glänzenden Augen zur Balkeirdecke und bewegte nmrinelnd die Lippen. Fm Flieder drrrnten vom Fenster schlug eine Nachtigall. Der Fähn« rich hörte es nicht. Der Fähnrich ist nicht bei sich, er kann auch 288 nickt hören, wa- her Bader und der Reiter zu besprechen haben, die ihn pflegen sollen. Sprecht mir, Ihr zwei, Mar Wachcnrott hört Euch nicht. .La. das Wirtsmädel, so eine Teufelsdirn!" — Wer ist txis? Max. sprechen Sie von Traute? Ach nein! Teufelsdirn! Traute ist ein Engel, die den Wunden geküßt hat. — ..Soll wohl den letzten Sommer gesehen haben! Ein Jammer mn das Bild von einem Madel!" — Ter Fähnrich wird ganz still. Die Augen schließen sich. Tie Lippen bewegen sich nimmer. Er horcht. — ..Wann gebt'S denn zum Regiment? Morgen schon! Und »vas wird die Straf fein? Tie Straf? Run, wenn S gnädig kommt, der Scheiterhaufen. Hat kaiserlich Volk verraten wollen und auf einen Offizier geschossen. Machen kurz Gericht m einem solchen Fall. Der Rittmeister soll's nit mitansehn wollen. Öeifet ja, er ist auch in die Tirn versclwssen gewesen! Soll gesagt haben, wofür denn das Regiment seinen Prownen hall! Max Wachenrott, beiß die Zähne ein! Warst Du der auf den man geschossen hat? War Traute der unbekamlle Retter? Gehts um Dich, um Dein Mädchen? Gehtsum Dem Glück? Ach nein. Fähnrich, Du träumst! Schlafe! Morgen scheint die Sonne, nnd Traute lvird Dem sein . . . und alles ist gut . . . ^^Das Frührot sandte feurige Strahlen aus. Vom Hahnenschrei erwachte der Fähnrich aus einem schweren, traumzerquälten Scklaf. Da stand mit grauenerregender Deutlichkeit vor chm, was gestern das arme Hirn nicht hatte fassen können. Heute srüh sichren sie Traute zum Regiment! . ^ f . Herunter vom Lager. In die Klerder, m Koller und Ättneln! Ten Pallasch her! Wo ist er? Gilt gleich! Geht muh ohne Pallasch, muß ohne gehn! Der Helm! Wo ist der Helm? Der Fähnrich wird ohne Helm reiten? Run leise hinunter tn Den Stall zum Schimmel Der Platz ist leer. Jsts dem Fahnrrch nicht, als ob der Schimmel geblutet habe? Gleichviel, nimmt er Fußhollens Rappen. Sattel auf. Eisen in» Maul! DmauS ! Leise, mein Roß, sie schlafen noch? Run auf den Gmtt. DrA sich das Roß, oder bist du trunken, Max Wachenrott? Ruhe! Festfitzen! Run zum Tor! Der Soldat öffnet. Was. der Fähnrich ist wieder aus den Beinen? Und hieß doch, mttn wisse nicht, ob er davvnkommen wird? Ein Teufelsjunge, der Fähnrich! Und der Rappe trabt gegen die Heerstraße. Der Kuckuck ruft wieder im Buchenschlaa. Drei Reiter traben in den jungen Morgen, zwischen sich ein mnaes Weib .Wovon sprechen sie? Wovon anders als vom Fähnrich, der mit FuA hollen- Rappen heut in der Früh zum Tor hmauS ist. Weiß keiner wohin! Muß noch im Fieber gewesen sein. Der Rittmeister hat den Wachtposten am Tor in den Turm werfen lassen. Tie drei sollen schn, ob der Fähnrich weiter die Heerstraße entlang geritten ist und gleich einen Boten senden. Der Rittmeister kamt nicht viel Leut entbehren, denn in der Rächt hat mün versucht, den gefangenen Rat zu befreien. Ein reiterloS Pferd kommt den kleinen Zug entgegen Fuß- hollen- Rappe wiehert laut den Morgengruß. Ter Wachtmeister ist erblaßt, er ahnt nichts Gutes. Vorwärts! Es braucht nicht weit. Da liegt an der Wegkehre mitten auf der Straße der Fähnrich Wachenrott. Grün und golden huschen die Dichter um ihn her. Äon der Halde ruft lockend der Kuckuck. Der Fähnrich hat ein weiße- Tuchlern in der Rechten und regt sich nicht. Mordblei! Der Wachtmeister ist ein rauher Gesell. Wer hat ihn je weinen sehn? Run aber rollen über sem verwittert Wolfs- aesicht die heißen Tränen. Zum zweiten Mal wirft sich ein junge- Weib neben dem Fähnrich nieder, aber diesmal ist's ein Toter, den sie im Arme hält. Ach Traute, hättest du an jenem Maienabend auS der ungeschickten Knabenband daS weiße Tuch genommen! Warum spottetest du deines Herzen- und eines Jungen, der es mit reiner Hand erobern wollte? Arme Traute .... Dito Stoun. vermischtes. • Der durchsichtige Sonnenschirm. Unsere Großmütter haben Sonnenschirmchen gekannt, kleine, kokette Gebilde au- Seide, mit Spitzen und Rosetten verziert, mir einem zierlichen, ellenbeinernen Stiel, die bei alldem nicht größer waren, als ein rechtschaffener Suppenteller. Wir haben Sonnenschirme gesehen, die sich wie da» Dach einer chinesischen Pagode in allerlei bizarr geschweiften Linien auftürmten. DaS neueste ist jetzt der durchsichtige Sonnenschirm, der berufen scheint, den eleganten Damen von New Pork für diesen Sommer al- Spielzeug zu dienen. Der alte Sonnenschirm, den man in allen möglich»», Farben trug, hatte ja so mannigfache Nachteile. Er mußte, wenn der Anzug geschmackvoll sein sollte, mit dem Kleid irgendwie übereinstimmen. Aber nicht immer war da» magische Licht, da- da» Gesicht der Trägerin dann färbte, ihrer Erscheinung günstig, und noch viel seltener mar eS gesund. Denn e» ist eine bereit- sestgestellte Tatsache. daß unter Umständen die Färbung eine- SonnensthIrmeS aus dein au sich in seiner Zusammensetzung harmlosen Sonnenlicht den schädlichen Strahlen allein Durchgang zu gewähren und die andern gerade abzuhalten fähig ist. Der neue durchsichtige Sonnenschirm hat dagegen den Vorteil, da» Licht, so wie e» ist, durchsallen zu lassen, aber schön zart, avgedämpst, ein voetische- „Mondscheinlicht" erzeugend. Er ist ganz au» einem besonder- dazu geeigneten, dichten und doch durchsichtigen Gazetüll gemacht, und nur am Rande entlang mit einer koketten Garnierung von Seide und künstlichen Blumen geschmückt; eine andere Form ist die eine- hochgewölbten, achteckigen Setdenschirm», in dem oben eine Kuppel, eine Art „Oberlicht" au- dem neuen Schirmstoff eingelassen ist. Wer etwa- auf sich hält, tragt natürlich zu diesem »Kokettier-Sonnenschirm", wie man ihn nennt, und nicht mit Unrecht, denn er scheint die Rolle übernehme», zu wollen, die der Fächer sonst spielte, einen „Kokettierhut*. Das ist eine Art Turban, zu dem ein Schleier aus demselben durchsichtigen Tüll gehört, der nur bis zur Rase oder bis zum Mund lose und glatt herabsällt. Alan scheint also ein wenig Fatime und SobSide au» Tausend und einer Nacht kopieren zu wollen. * Die schönste Amerikanerin. In New Port hat kürzlich ein Ausschuß von Künstlern getagt, der eine ähnliche Auf- gäbe zu lösen hatte, wie weiland Prinz Pari- auf dem Berge Iba. ES galt, unter den zahlreichen Wettbewerberinnen diejenige zu ermitteln, die den Anspruch aus den Ruhmestitel der schonsteil Amerikanerin besitze. Die Künstler entschiederl sich schließlich für Miß Justine Johnson, ein Küllsttermodett von Bern*, deren Photographie ben auSgesetzten Preis von 20 000 Mark erhielt. Fraglich bleibt nur, ob diele Entscheidung die Zustimmung de- amerikanischen PublikurnS und ganz besonder- — der amerikanischen Frauenwelt erhalten wirb. Miß Justine ist, nach ihrer Photographie zu urteilen, llichts weniger al» eine sogenannte klassische Schönheit, wohl aber eine hübsche junge Dame vo>» pikante», Reizen. Ob diese sie zu den, Anspruch berechtige»,, als die schönste der Ame»ika„ertnne», ausgezeichnet zu werden, das muß dahin- gestellt bleiben. • Eine Höchstleistung im Tauchen. Seitdem die für das Tallchwesen so bedelltsame Erfindung der Tauchglocke durch zahlreiche Apparate verbessert ist, haben die Bemühungen um einen Lauchrekord nicht geruht. Bisher schien es, als ob die von einen, englischen Taucher vor 7 Jahren erreichte Tiefe von 62 Dieter die äuverste Leistung bleiben sollte Jetzt aber »st, wie das .Technical World Magazine" milteilt, diese Leistung um volle 82 Meter übertroffen worden. Ter Matrose der amerikanischen Kriegsmarine, Drellishak» ist an, 8. November vor. Js. von Bord dcS Kriegsschiffe- .Walke" bi- auf 81 Meter Tiefe getaucht und hat in dieser beträchtliche», Tiefe 12 Minute», verweilt, eine Leistung, dt« um so beachtenSmetter ist, wenn man die Jahreszeit, in der sie auS- geiübrt wurde, in Betracht zieht. Mit Zuhille»ahn,e der besten, erst jüngst erfundenen Apparate und unter ärztlicher Aussicht ging der Taucher in die Tiefe. Durch eine automatlfche Vorrichtung wurde ihm Sauerstoff zugelührt; ein besonderer Apparat war nötig, um de», Sauerstoff durch einen gewaltigen Dr»»ck den, unter Waffer befindlichen Taucher zuz»,führen. In einer Tiefe von 10 Metern mußte er eine Viertelstunde ver»veilen, 'um sich an de», verstärkten Druck des Wasser- zu gewöhnen, und von 10 zu 10 Meter», wiederholte sich diele Pause. Besondere Vorkehrungen waren zur Verstärkung der Tauchglocke getroffen, die in der Tiefe von 81 Metern einen Druck von 114 Kg. auf de»» Ouadratzentirneter auSzuhalten hatte. Tie Schwierigkeit, den Tancber bet feinem Aufstieg wieder an den veränderten Truck zu gewöhnen, wurde mit Hilfe eine- »lnter Waffer geteuften gepanzerten Zylinder- gelüst, in den sich der Taucher nach geta»,er Arbeit begab, und der selbst für einen längeren Aufenthalt a»»fs beqnemfte eingerichtet ist. Natürlich führte der Taucher einen eigenen Fernsprecher »nit unter Wasser, durch de»» er seine Wünsche de», Beobachten, »nitteilen konnte. Albte 18 Minuten, die er unter Waffer verweile», sollte, abgelaufen waren, telephonierte er, daß er noch weitere 10 Minute», unten zu bleiben imstande fei. _ rlrithmogriph. 1 8 3 6 4 französische Stadt. 2 7 2 Stadt in Tirol. 8 2 14 eine Kulturpflanze. 4 2 7 6 2 4 russischer Schriftsteller der Gegenrvart. 6 7 6 2 4 ein Heldengedicht. 6 2 3 4 persische Provi»,z. 8 4 Figur au- dem Kartenspiel. 7 2 8 8 holländischer Maler. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Titel einer Magner- schen Oper. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung de- magif cben Quadrats in voriger Nummer» I 8 | A R 8 | 0 | D A A 1 D ! A M R | A I M ' - A Schriftleltung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Untversitätö-Bnch- und Steindrnckerti. R. Longe, Giehei^