Mittwoch, den 5. Mai Lurück zur Scholle. Roman von Ewald Gerhard Seeliger. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Hinter dein Dorse lenkte Hedwig in den Wald ein. Es kam eine schlechte, von tiefen Gleisen zerquälte Landstraße, die den leichteil Schlitten von einem Kufen auf beit andern warf. Hedwig mußte die Tiere schärfer Kugeln, daß das schivache Gefährt nicht kurz und klein geschlagen ward. Alle Gedanken mußte sie zusammen nehmen. Und doch konnte sie es nicht verhindern, daß hin und wieder einer zum Baron flatterte. Auch an Moritz Gassel mußte sie denken, den sre immer noch nicht eingeholt hatte. Er ivar ivohl den Kirchweg über die Felder marschiert. Bei der nächsten Schneise bog dieser schmale Steg in den Fahrweg ein. Und als sie an die Stelle kam, wo sie dem Vater versprochen hatte, Thomas Haaschild zum Bleiben zu ermuntern, dachte sre auch an den. Der stand jetzt sicher bei Pelagia Dubin! Und hier scheute das Sattelpserd plötzlich vor einem jungen Tannenbaum, den die Schneelast über die Straße beugte, ging durch und riß das Handpferd mit. Zum Unglück löste sich noch die Schnalle des Zügels, daß Hedwig nur noch das Handpferd regieren konnte. Aber es gehorchte ihr nicht mehr. Ta streß sie einen lauten Schrei aus, der durchaus nicht geeignet ivar, die Tiere zu beruhigen. -In voller Karriere jagten sie die holprige Straße hinunter, daß der Schlitten aNe Augenblicke nahe am Umschlagen ivar. Hedwig ließ die Zugel fallen, wert sie sich mit beiden Händen festhalten mußte, um nicht aus dem Gefährt geschleudert zu werden. Da sah sie ivett vor srch einen Menschen, schrie noch einmal und schloß dre Augen. Der Mann, der etwa sechshundert Schritte voraus ivar, drehte sich auf den gellenden Schrei sofort herum und übersah mit einem Blick das Unheil, das da l)erangehetzt kam. Der leichte Schlitten sprang mit langen Sätzen von einem Kufen auf den andern. Nun hieß dieser Mensch, aus den die Pferde zupreschten, Moritz Gassel, und ein Held, der sem eigenes Leben so ohne iveiteres in die Schanze schlug, war er nicht. Deshalb warf er sich dein wild gewordenen Gespann nicht in den Weg. Es wäre ihm auch schlecht bekominen. Aber deii Ueberrock warf er ab, griff, als der Schlitten an rhw vorbeisauste, glücklich den Kutschbock, der hinten auf den Kufen aiigebracht war, schwang sich hinein, über die Srtze, hinaus aus die Deichsel, die schon in allen Fasern knirschte, erwischte bald die Schnalle und brachte die Tiere «um StAen. schnell schlug er de,i Züaelriemen in die Schnalle, stieg in den! Schlitten zurück und nahw die Peitsche. Hedwig hatte sich unterdessen von ihrem Schrecken er- **° U „©ie sind es, Herr Gassel?" ries sie verwundert. „Jawohl!" lachte er und wendete den Schlitten, um seinen Ueberrock zu holen. „Ich habe die Eklegenhett ivahr- licht und reichte ihm die i enommen, Ihre nähere Bekanntschaft zu machen.- Der 'ausend, die Tasche voin Herrn Baron ist heratwge- orungen! Brrr!" , „ - . Die beiden Rappen standen und stampften. Hedwr, prang heraus und hob die Tasche aus dem Schnee. Au« >en Ueberrock, der etwas weiter lag, holte sie heran. „Ich danke Ihnen!" sagte sie "~ K ' Wofür?" lachte er laut. „Jeder andere hätte dasselbe ietan. Und so schlimm, wie es aussah, war es lange nicht. Daß Sie etwas davon verstehen?" rtes sie lebhaft, als »r das feurige Gespann mit leichter Mühe auf dem holprigen Wege herumholte. „Nicht wahr?" meinte er grimmig. „Weil ich doch nur :iu Schulmeister bin. Weiß Gott, ich würde heilsroh sem, venn ich dem ganzen Krenipel die Peitsche geben konnte. Dabei fnattte er, daß es wie ein Pistolenschuß klang, and ließ die Pferde laufen. Hedwig mußte sich sesthaltem )enn es ging Hals Liber Kopf, und die Straße war noch immer uneben. Bei der Waldecke rührte sie an seinen Arm. „Halt! Hier müssen wir warten!" v . . „Brrr!" machte Moritz Gassel, und die Pferde standen mit fliegenden Flanken. „Erzähleti Sie meinem Vater nichts davon bat sie leise „Keinem Menschen!" schwur er. „Das bleibt unter uns." Da reichte sie ihm die Hand, und er druckte sie diesmal ö(Uth /!ft kommen sie schon!" ries sie plötzlich und wies an der Lärchenschonung entlang. „Geben Sie mir die Zügel. „Was ich habe, das halte ich!" „Aber, was wird Vater denken?" „Uebung macht den Meister!" w „ - Gleich daraus stiegen Fritz üon Winkelberg und August Knorreck in den Schlitten. Moritz Gassel ließ die Rappen laufen Voll der Waldecke ab \mx der Weg glati wie etil Spiegel. Im Galopp gings bei der Försterei vorbei Kaum hatte Karl Ruppert, der alte graubärtige Förster, Zeit, vre Mütze herunterzuziehen. „ „ , . . K . Fritz von Winkelberg ließ halten und winkte den Waldmann heran. . „ t , Guten Tag, Herr Baron!" rtes der schon von weitem und schwang ein paarmal seine Mütze. „Wiinsckse deni gnädigen Herrn Baron einen guten Tag!" , r „Schon gut, schon gut!" begütigte ihn Fritz vvn Wmkel- bevg und reichte ihm die Hand. „Alles ivohl aus die alten Tage?" „Hab nicht zu klagen, gnädiger Herr!' „Und der Wald, Ruppert? Wie steht uuu uc», W u«,, — ,.JI der Wald au«?" "Nicht meine Schuld, gnädiger Herr! Der selige Herr >tt Winkelberg hat es so besohlen. Hat nur selber ,oeh 'tan. War nichts dagegeti zu machen." „Wie ist der Wildstand?" „Wild genug, nur kein Holz! Wächst aber schon lunrg. 278 In zwanzig Jahren wird sich der Wald schon sehen lassen. Wann werden der Herr Baron ans die Jagd gehen?" „Nein!" sprach Fritz von Winkelberg. „Vorläufig muß ich mich schonen. Bleibt alles Ihnen überlassen, Ruppert. Knallen Sie drauf los, daß mir das Zeug nicht in die Felder kommt." Der Förster trat betroffen zurück. Moritz Gaffel ließ die Peitsche krachen, und der Schlitten flog ans dem Walde heraus. Da sah Fritz von Winkelberg zum ersten Male seit dreizehn Jahren sein Heimatdorf wieder. Aus dem Hügel in der Mitte ftnub noch immer die alte, wacklige Holzkirche. Nach vier verschiedenen Richtungen strebten die dünnen, von Gärten lind Höfen durchsetzten Häuserzeilen den sanften Abhang hinunter. Aus dem Nachbarhügel schwang eine hölzerne Windmühle ihre Flügel. Sehr lvenig hatte sich das Dörs- ck)en verändert, Und Moritz Gassel, der neue Lehrer, fuhr den neuen Baron von Winkelberg mit heiterem- Schellew- tzeläut ins Dorf, setzte ihn vor dem großen, kastenförmigen Herren hause ab, brachte Hedwig vor das Jnspektorhaus, lvo sie von ihrer Mutter mit Sehnsucht und Neugier erlvartet wurde, und lenkte das Gefährt endlich bis in den .Hof Franz Wiegelts, dem er die Tiere absträligen half. Dann schritt er zu seiner Schule hinunter, schloß auf, machte Feuer im Ofen, setzte sich aus das altersschwache Sofa, zündete sich eine Zigarre an, stützte den Kops in beide Fäuste uild dachte lange und regungslos über irgend etwas Wichtiges nach. Fritz von Winkelberg stieg unterdessen hinter seinem Inspektor her durch die leeren Ställe und Scheunen, durch die Keller und Böden, durch die Schuppen und Remisen und Dienstwohnungen des Gesindes und fand in dem ganzen übergroßen Gewese nichts, was des Mitnehmcns wert gewesen wäre. Nur Schutt, Gemüllc und zerbrochene Geräte lagen in den Ecken. „Nicht eine einzige Pflugschraube haben diese Schufte dagelassen!" schalt August Knorreck und wies auf den großen Düngerberg. „Aber den hier konnten sie nicht mitneh- men. Die Kälte ist doch zu etwas gut." „Ultd das ist alles?" „Nein, Herr Baron!" sagte der Inspektor, schrägte über den Hof und zog einen Schlüssel aus der Tasche. „Noch etwas' Hab ich den Räubern abgejagt!" Der Schlüssel knirschte, und das breite Tor des Herrenhauses tat sich auf. Dumpfe, mod- rige Luft schlug ihnen entgegen. Auch hier grinsten sie leere Wände an. Sogar die Ahnengalerie, die im Flur des ersten Stockwerkes ihren Platz gehabt hatte, war verschwunden. Nur die rostigen Nägel staken noch im groben Kalkputz. Da stieß August Knorreck zwei Türen auf. Diese beiden Zimmer warein nicht leer. Es waren die Räume, die Fritz von Win- kelberg in seiner Jugend bewohnt hatte. Wortlos dankte er dem treuen Diener. Dann traten sic zusammen ans Fenster. Der Inspektor zog die Vorhänge zurück. Weit nach Süden hinein schweifte der Blick über die sanftgehügelte, schneeglänzende Landschaft. . "Da haben sie noch etwas vergessen!" rief August Knorr rrLIfrür l &* '*®l e ^iden Karpfenteiche, da unten an bei Chaussee. Die sind vor vier Jahren besetzt worden. Könner letzt ungefähr dreißigtausend Pfund drin sein." „Das ist nicht viel," meinte der Baron und starrte hinaus aus die weißen Fluren, ans den dunklen Wald, der Eisfläche,7im Süden" 6eibe " worsbegrenzte" glatten Boron!" sprach August Knorreck langsam. „Das alles gehört den Herren von Winkelberg!" ~ r»"^in!" sagte der Baron und stützte aus dem hohen Fensterbrett den Kops müde in die Hand. „Der Boden ge- IrÄina- &V* 9fWtE bfm ' B0bf " bin der «riÄVÄfJfflJlS 8UrM u"d trug lautlos die „Befehlen der Herr Baron »och etivas?" fragte er. ÄÄ l ’i e ? 9 r 'Ö von Winkelberg, wandte sich um Freund!" 6nbc auS ' -Knorreck. ich brauche einen svekt°'?eigeL.ig^°" fagte der In- „eie wollen mich nicht verstehen, Knorreck!" sprach Fritz von ^Winkelberg und seine Stimme zitterte. „Warum wol- len Sie mein Freund nicht sein?" „Jeder treue Diener ist der Freund seines Herrn!" sagte August Knorreck fest und schaute dem Baron in die Augen. „Ein solcher Freund will ich dem Herrn Baron sein. Das andre darf ich nicht." „Wer verbietet Ihnen das?" „Ich bin nur ein gewöhnlicher Mensch," sprach August Knorreck und senkte den Nacken. „Diese Vorurteile!" rief Fritz von Winkelberg und schlug ärgerlich die Hände zusammen. „Wie kann ein gebildeter Mensch, wie Sie, in solchen Vorurteilen stecken. Das, was Sie sagen, ist geradezu komisch. Ich bin auch nur ein gewöhnlicher Mensch. Und ich ivill nur ein Mensch sein. Der Geburtsadel ist ein verdammter Humbug!" August Knorreck senkte den Nacken noch tiefer, aber cs war kein Zeichen des Einverständnisses. Er glaubte, über diese. Dinge anders denken zu müssen. Respekt mußte sein! Baron blieb Baron, und tvenn er's auch nicht sein wollte! „Ich werde Sie Dickkops noch herumkriegen!" sagte Fritz von Winkelberg und klopfte ihni auf die Schulter. „In der Hartnäckigkeit nehm' ich's mit Ihnen auf, mein lieber Knorreck!" „Wann darf ich dem Herrn Baron das Abendbrot bringen?" „Das ist ein Gedanke! Ohne Ihre Fürsorge iväre ich hier ja verraten und verkauft. Grüßen Sie einstweilen Ihre Frau von mir." Uhr?" Befehlen der Herr Baron das Abendbrot um sechs „Ich befehle Ihnen gar nicht mehr, Knorreck!" lachte Fritz von Winkelberg. „Aus Wiedersehen um sechs. Ich komme zu Ihnen hinüber." (Fortsetzung folgt.) ver ,cyone mex. Skizze von Kurt K ü h n s. Tief verschneit lag der Wasgenivald; die Zweige der Tannen bogen sich unter ihrer weißen Last, und wie mit blanken Helmen geschmückt, ragten ihre Kronen in den düstern Himmel, an dem echncegewölk zog, das weit die BerMmme deckte und schwer wie ein Bahrtuch mit brauendem Nebel die Täler füllte. Durch den Hochwald pirschte vorsichtig, die Gewehre schuß- fertig im Arm. eine ^ägerpatrouille. Wie die Schatten, wie graue Waldgnster stiegen sie langsam zwischen den schneebehangenen Wald- riesen den steilen Saumpfad empor. Nur selten klirrte ein Stein unter dem Tritt eines eisenbeschlagenen Stieses; mit Jägerschritten, katzenartig giiig cs aufwärts. An der Spitze der kleinen Schar ging der Oberjägcr Rainer, ein stattlicher Mann Ni,l kurzgeschnittenem blondem Vollbart, gleich lstnter ihw folgte der schöne Alex, wie er in der ganzen Kompagnie Aiigen eiH hübscher, schlanker Junge mit großen, miltivikligen Langsam stieg die Patrouille höher, ohne ein Wort zu weckstelu. scharf ausspaheild Nichts rührte sich im winterlichen Hochwald. m ... £€r lichtete sich und der Kamm dehnte sich mit kahlem Rucken vor dem Wanderer. Durch das Schneegrau des trüben Lagcs sah man bereits den Kammsattel und in diesem ein ein- ^bäude, dessen Mauern so grau waren wie das sie umgebende Gestein eme lener großen Sennwirtschaften, Melkereien E '" rin Wasgenwald. wie sie sich zahlreich in den Hochvogesen ^ b ^ ??? w,rd zum Winter lstuab ins Tal getrieben, uur dne Barcnkopfhutte. Uwe jene Melkerei hieß, blieb auch iw Winter bewirtschaftet, um Bergwandcrcrn, die den Gebirgspaß überschritten, erneu Unterstand zu geben. ü .Patrouille verteilte sich, weit sich auseinauderzichcnd, und schlich mit besonderer Vorsicht über die offene Fläche. Tie Bären- kopshutte wurde ebenso oft von französisck>en Patrouileu besucht wie von deutschen. Wenn man trotzdem noch nicht mit dem Feinde zusammengestoßen ivar, hatte man das nur dem Zufall zu danken ^ivar aus den Wrrt, den gemütlichen, lustigen Zwirner und seine tochter, die Rest, mit ihren dunklen Augen und den reizenden Grubckien im Kann, konnte man sich verlassen, aber, dachte der Oberiager Rainer, er hatte als Förster seine Erfahrungen ge- ammelt, Vorsicht rst die Mutter der Weisheit, — obwohl es ihm gerade der Rest gegenüber schlver lvurde. so zu denken. Er hätte für ste die Hawd ins Feuer gelegt. SMrorfojWitt« »wir auch heute vom Feinde frei. Die ickager stampften den echnee von den Füßen und ttaten tn den dunklen Flur: geradeaus ging es in dt« große MelMube. in dev — 270 etn Kessel mit Milch über dein offenen Feuer hing, dahinter lagen, fßch im Halbdunkel verlierend, die Ställe, zur Rechten öffnete sich die WirtSstube, in der der grüne Kachelofen behaglich knackerts Und die roten Geranten am Fenster ein Stückchen Frühling in dm trübm Wintertag trug«:. „Grüß Gott!" sagte der Wirt, der dicke Zlvirner, und reichte dm Emtretenden die Hand. „Na, laßt ihr euch »nieder mal sehm? Man hat diesm Winter hier oben ordentlich seine Unterhaltung." „Waren die Franzosm hier?" fragte Rainer. „Ja, gestern aderst)," antwortete der Wirt. „Neue Truppen, Alpenjäger. Sie haben ein Viertelfaß Wein mitgehen heißen, die Gaudiebe." „Wir wollm einen Posten ausstellen," sagte Rainer, „während wir uns einen Augenblick auswärmen. Alex, du bist dran." Der richtete sich zusammen und perließ das Zimmer. In seinem hübschen, leichtsinnigen Gesicht lag eine dmtlrche Unmutsfalte. So! die anderen trankm jetzt ein Glas Rotwein, und die reizmde Rest kredenzte es ihnen, und er konnte derweilen im Schnee stehen und sich nasse Füße holen. Er ging um das Gebäude herum und spähte über den Kamm in das unsichtige Schncegrau: nichts regte sich. Er ging zurück und sah ins Wirtszimmer. Tatsächlich schenkte Resl den Kameraden ein Glas Roten ein. Wie sie dabei mit dem Oberjäger Rainer schön tat! Und er konnte hier Schnee treten. Wieder ging er ums .Haus und spähte über die einsame Kammhöhe. Tic Rest hatte es ihnc nun einmal angetan. Umsomehr ärgerte es ihn, daß sie nichts von ihm wissen »vollte und immer Rainer vorzog. Was sie an dem nur fand? So ein langweiliger Kerl, durch und durch Kommiß! Gegen ihn kam der doch gar nicht auf, — und schließlich war's am Ende Absicht, daß er ihn hier als Posten kalt stellte. Er hörte die Haustür knarren — Resl! Sie ging mit einer Karaffe zum Brunnen. So ein lyübsches, feines Mädel! Er verfolgte ihre sch'.anke Gestalt mit.den Blicken. „Fräulein Resl!" Mit einigen langen Schritten war er bet ihr, „h.ut müssen Sie ohne mich zurecht kommen. Wird Ihnen sauer, wie?" Resl zuckte schnippisch lachend die Achseln, während sie die Karaffe unter den aus kleiner Röhre fließenden Quell hielt. „Nicht so arg, wie Sie sich das denken," gab sie schlagfertig zur Antwort. „Im Gegenteil, wir unterhalten uns sehr gut." „Ach. wirklich?" fragte er spöttisch. „Kann denn einer von denen etwas anderes erzählen als von seinem Schießprügel oder von seinem Hund wie Rainer? Ten können Sie auf eine Spur setzen, welche Sie wollen, er kommt immer auf seinen Hund." „Und manchen andern können Sie auf eine Spur setzen, welche Sie wollen, er konrmt immer auf seine eigene Person," versetzte Rest. „Lassen Sie mich aus! Stecken Sie die Nase lieber in den Wind und gucken Sie nach dem Feind hinüber." Sie lachte und verschwand mit muntern Schritten in der Tür. Ter schöne Alex machte ärgerlich wieder kehrt und stapfte zur t ausecke, wo ein großer Stapel Brennholz lag. Donnerwetter! ah er richtig? Trüben »vurde es im Paßsattel lebendig. In aufgelöster Ordnung zog eine ganze Kompagnie Franzosen über den Kamm, Alpenjäger, kenntlich an ihren großen, runden Mützen. Ein Teil kam drüben von der andern Sötte des Bärenkopfes, der als runde Kuppe sich über dem Kamm erhob. Die Spitze dieser Abteilung hatte bereits den Wald erreicht. Der Rückzug war ihnen damit abgeschnitteu ! Atemlos sprang der schöne Alex um das Haus und stürzte ins Zimmer. „Franzosen! Eine Kompagnie!" schrie er. „Wir haben keinen .Ausweg mehr?" „Verflucht!" stieß Rainer hervor und war mit einem Satz am Fenster. Es war »oahr! Sie saßen wie im Fuchsbau. Sein Gewehr niederlegen, die Waffen strecken! Er wurde fahl bei dem Gedanken. Mer hinausstürzcn, sich durchschlagen? Ein Blick auf die vorgehenden Feinde lehrte ihn. daß das Wahnsinn sei. „Schnell, schnell ! In ein Versteck!" rief Zwirner, „daß sie euch nicht fassen. Vielleicht bleiben die Franzosen bloß ein paar Stunden, luie schon so oft." Me eilten in den Stall, und Zwirner stellte die Leiter zuM Heuboden an. Ms letzte stiegen Rainer und Mex hinauf. An diesen trat Resl heran, mit stammenden Augen. „Sie haben 's verfahren, mit Ihrer Schmachtlapperei!" fuhr sie ihn au. „Jetzt scheu Sie, »me Sie's wieder herauSbringen." Zlvirner folgte den Soldaten und führte sie in einen Verschlag, dessen Tür er von außen durch dicke Heubündel verbarg. Tie Eingeschlossenen mußten sich mäuscl)enstill halten. Sie m)rten letzt die Stimmen der Franzosen im Hause, ihr Lachen und Rodomvntteren. Jetzt taten sie mit Resl sckiön! Teren letzte Worte batten den schönen Mex aufs tiefste getroffen. Ja, er war schuld, weil er von einem schönen Mädchen nun einmal nicht die Augen lassen sonnte, wenn sie gefangen wurden und den Rest des Feldzuges m Algier oder sonst ivo saßen. Er war ein leichtherziger Vursck>e, aber ein deutscher Soldat. Er mußte sehen, »vie er's wieder ms Gleiche brachte, Rest hatte recht! Rainer hatte an der kleinen Dachluke einen Beobachtungs- ftF bezogen. „Verdammt!" stieß er nach einiger Zeit durch die »ahne, „die Kerls graben sich ein. Sie denken nickst daran, »vie- v& ÄMrückeo." f !m Hause war'S wieder Ml geworden. Mle Mann w-aren en bei der Arbeit, in dem steinigen Boden Schützengräben anzulegen. „Einer muß versuchen, sich dnvchzuschleichen," sagte Rainer, „um Hilfe zu holen. Freiwillige vor!" „Hier!" sagte der schöne Alex. Einen Augenblick musterte ihn Rainer aus finstern Augen. „Gut!" sagte er dann kurz. Mit Dunkeltverden tönten ganz leise Schritte auf dem Boden, mau hörte, wie die Heubündet beiseite geräumt wurden. Resl trat ein. „Etwas Mendbrot," sagte sie, und reichte den Eingeschlossenen ein Larb Brot und einen ganzen Käse. !" Rainer nahm sie bei der Hand, „einer von uns muß bei Nacht hinaus. Sie müssen ihm forthelsen." „Gewiß!" entgegnete Rest. Einen Augenblick sann sie nach. „Ich bringe einen alten Anzug vom Vater. In ZivU geht's vielleicht." Wie ein Wiesel huschte sie fort. Nach wenig Minuten war sie »oieder da und händigte dem schönen Alex Joppe, grobe Beinkleider und einen breitkrempigen Hut ein. „Du mußt gleich gehn/' sagte Rainer, „jetzt im Menddäuimcrn, in der Richtung aus die Kammhöhe, als ob dort etwas zu tun für dich »väre. In einem »veiten Bogen schivenkst du dann herum. Morgen früh muß der Entsatz hier sein." Schnell war Alex- umgezogen und zog als regelrechter Bauernknecht die Bodenleiter hinab. Resl erwartete ihn unten im Metk- zrmmer und händigte ihm, ohne ein Wort, ein Beil ein. Zugleich öffnete sie ihm die hintere Stalltür, um Ihn ins Freie zu lassen. Dicht neben dieser Tür standen, in ihre dlinkeln Radmäntel gehüllt, ein paar-Alpenjäger, frierend, die Hände in den Taschen, die glimmenden Pfeifen im Mund. Alex- sah ihre dunkeln Augen aus nächster Nähe blitzen. Es versetzte ihm doch ettvas den Atem. „Wohin?" rief der eine Franzose. Alex verstand zwar kein Französisch, aber er entnahm den Sinn auS der entsprechenden Bewegung des Franzosen. Er zeigte sein Beil und deutete aus den Paßsattel, dort »volle er hin. Der Franzose nickte gleichgültig und ließ ihn passieren. Der schöne Alex beeilte jetzt seine Schritte und war schnell in derst niederstäubenden Schneegerinsel verschwunden. „Er ist durch!" raunte Rainer seinen Leuten zu. „Vielleicht kommen »vir doch »wch aus der Klemme." Jndeß wurde es im Hause »nieder lebendig. Tie Franzosen hatten ihre Schanzarbeit getan, nur die nötigsten Posten bttebün in den Gräben. Das Haus »oar erfüllt von Lachen und echt gallischem Schwadronieren. „Stopft die Oeffnungen zwischen den Latten gut zu!" mahnte Rainer, „und hallet euch ruhig." Er hatte einst bei einer großen Überschwemmung einen Fuchs beobachtet, der im Geäst einer alten Korbweide saß und das Weitere abivartete. Sie waren jetzt in einer ähnlichen Lage. Es war inzwischen ganz finster geworden. Ihre Gewehre z»vi- sKen den Knien, saßen und lagen die Jäger ganz still, ohne ein Glied zu rühren. Rainer ertvog, was zu tun sei, wenn ihr Versteck doch entdeckt würde? Es blieb fast keine andere Wahl, als das Gewehr zu strecken. Unten erhob sich ein lautes Fluchen. Die Franzosen »vollten auf. dem Boden übernachten, Zwirner sie aber lieber unten in den Ställen behalten. ,Ln dem verfluchten Mist kannst du selbst schlafen, du Ferkel!" schrie ein Sergeant. „Meine Herren!" rief Zlvirner, der, wie die meisten Elsässer gut französisch sprach, „wir haben hier ein Kraut in unferm Heu, dessen Tust gefährlich ist, auch »venu das Heu schon ganz trocken ist. Gehen Sie hinauf, bitte sehr! Aber »venu morgen ein paar Mann betäubt oder gar tot sind, — ich habe keine Schuld!" Mit einigem Hin- und Herreden, Brummen und Schelten fügten sich die Franzosen. „Gott sei Tank!" sagte Rainer oben zu seinen Jägern, „daß wir unter dem Dach von so guten, rechtschaffenen Leuten sind." Und er bat Zlvirner und Resl im stülen sein Mißtrauen ab. Endlos schlick die Nacht hin. Trübe brach der späte Wintertag an; im Hause rührte sich nichts. Die Franzosen, müde von dem Marsch und der Sckianzarbeit gestern, schienen ui dem „verfluchten Mist" ganz gut zu schlafen. Es ging auf zehn Uhr vormittags, und noch immer regte sich nichts. Ta knallten plötzlich Warnungsschüsse durch den Nebel, gleich darauf setzte das scharfe Knattern eines Maschinengewehrs ein. Hurra! klangs kurz und bündig vom Waldesrand her. Das »var ihre Kompagnie! Im Sturm kam sie durch die kaum verteidigten Laufgräben. Mit wildem Hallo waren die Franzosen aufgesprungen, ihr Hauptmann suchte seine Leute in Eile aufzustellen. Er stand vor dem Hause, gerade recht für Rainer. Ter schob sein Geivehr durch die Luke, ein Knall, und der französische Hauptmann stürzte, in den Rücken getroffen, zusammen. Zugleich feuerten seine Jäger: 4, 5 Mann fielen auf einmal. Ta war bei den Franzosen kein Halten mehr. „Verrat!" schrien sie, „Verrat!" und liefen, was sie konnten, bergaufwärts vor den deutschen Bajonetten. Der Kampf »oar vorbei. „Alex!" sagte Rainer, „ich »vollte * i — 2S0 --- m für drei W Haften melden. Jetzt werde ich dich »»Mi Eisernen Kreu»dvotfch^g« ^berjäger!" eutaegnett Alq;, .-das war bloß verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, ^nd dre Reil, das »st nach nutzt» für mich Die ist fürSie. Habs schon lange bemerkt, daß beide kick gern mögen, und habe mich geärgert. Jetzt nicht mehr. ** rtüÄÄW bi* Hand. „Du bist doch ein ganzer Kerl!' sagte er._ von 6er Nnojpe zum Blatt. Ter Mai ist die bolde Zeit, »wenn alle Knospen lvringe«*, wenn d»e Blatter ihre Knospenhüllen verlassen. In diesem Vor- gange. so einfach er scheint, wird doch d,e weise Oekonomie der ffiatur in wuuderlmner NIarhett -»kennbar, und ->n Un niu-n H- ti d-r im Berqsladl-Derlag WUH. S°Ul,.b »«., in Bre,l°u er- , ».inenden Monatsichriit .Tie «»Md ' u»°ft.nl,ch-rAn°tz .Wenn die Blatter ipriebe»' von G. S. u r n eröffnet tiele Blick in di- W-rkslait d» Natur. So wie von den vielen Milliarden Blattern,' d»e «inen Wald erden. kaum «in ckn^e, mit einem anderen vollkommen nlerrinsunnnt, so sind auch alle Knolpen ver schiede», .v-nnal-i» st« g-wiff- Merkmale ,eigen die sie ,» de- summten Brnvpe» jnlamnieniaffe» lasten. Alle Knospen sind de- reu» im vorjährtaen gerbst iertrg nu»geb,ldet aeweleir, und »m den Winter im sireien ,u überdouerm «ubie» sie Ntt» de stimmten Schutzvorrichluiigei, verseden sein. So sind die Laubknv ven von Schupper, umgeben. deren Ränder ganz fest aneinander schlieben, oit auch noch m,t klebrigem Harz. dichten Wimpern und dergleichen versehen find, die da« Eindringen der Feuchtigkeit und da» dadurch bedingte Erfrieren der Knospen so gut wie unmöglich machen. Manche Knospen sind so fest verschlossen, auch vielleicht noch, wie die Roßkastanie. mit dichter Wolle auSgepolstert. daß man wohl glauben möchte, die Hütte wäre überhaupt nicht »um Oessnen zu tringen. Aber daS Leben, daS der FrühliugShauch unter den Knosvenhüllen entiacht. labt sich durch nicht- aufhalten: schon lm April säugt es sich bei vielen Bäumen an leise oder kräftiger m der Knospe zu regen, und eS kommt der Tag, wo die lungen Laub- blauer zum ersten Male in die Welt blicken und die liebe Sonne sch men. So uotweudig aber auch da» Sounenltcht sür die Ent- wickeluna alle- pflanzlichen Leben- ist. so müssen die jungen Blatter doch vor ihm aus der Hut sein, sonst könnte e- ihnen ergehen wie den Kindern im Märchen: sie würden von der Sonne geiressen werden. So. wie die Blättchen die Knosvenhüllen verlassen, sind sie längst nicht fertig; namentlich der zwischen den Blattnerven liegende grüne Teil ist noch nicht ausgewachsen und besitzt noch keine schützende Oberhaut; und wenn das Blatt jetzt gleich in seinem ganzen Umfange der vollen Einwirkung der Sonnenstrahlen und der Luit auSgesetzt wäre, so würden die grünen Triebe verdorren und vernichtet werden. Ta- verhütet die Natur durch eine ll^the der sinnreichsten Schutzmittel. Eine eben sich entfaltende Buchen- knospe zum Beispiel gleicht einem zierlichen Trichter, und da alle Blatter senkrecht nach oben gerichtet sind, bieten sie der Lonne nur ihre obere Kante zur Bestrahlung dar. Da können die Strahlen nicht» schaden. Außerdem sind die Blattränder durch un»äbUge kleine Seidenhaare bewimpert, unter deren Schutze sich die Ober- baut ganz allmählich »veiter ausbilden kann. Je werter die Ent» ivickeluug fortschreitet, desto mehr faltet sich die Blattflache auseinander und richtet sich mit der Spitze abwärts. bi» da« fertige Blatt schließlich nahezu horizontal steht, so dab » die Sonnen- strahlen voll ausnehmen kann. Zu vieler Zeit ist dann auch die Behaarung als zwecklos last völllg verschwunden. Bei anderen Blättern verfährt die Natur wieder anders. Da» Lindendlatt ist wie ein Blatt Papier in der Mitte so zusammen- gefaltet, daß kein Sonnenstrahl aus die Innenfläche der Blatter dringen kann, und die Ailbensiäche ivird durch sonnenschirmartige Nebenblätter geschützt, die später, wenn der Zweck erfüllt ist, ab« lallen. Ten jungen Nadeln gibt die Natur, »venn sie all» ben Winterschuppeu hervordrängen, ziemlich umfangreiche häutige Kavpen zum Schutze aus den Lebensweg mit. Bei der Maiblume, Schlüsselblume und last allen Zwiebelgewächsen finden wir die jungen Blätter bald nach innen, bald nach außen gerollt. Tie Richtung hängt davon ab, wo sich bie Spaltöffnungen befinden, durch die das Blatt atmet. Line ähnliche Vorrichtung wie in der Rollung der Blätter ist in ihrer Runzelung zu erkenneli. wofür der Rhabarber ein gutes Beispiel gibt. Bei ihm ist zu beobachten, daß die zwischen den netzartigen Blattnerven befindliche grüne Substanz der Blätter nach oben gewölbt ist. während bei ähnlich.'« Blättern anderer Psianzen die Runzelungen vertieft sind. Bet mancher Pflanze zeigen die jungen Blätter einen »vechsiizigen Belag, der ebenfalls ein Schutzmittel gegen Verdunstung ist. So ist es der Fall beim Weinstock, und auch hier verschwindet der Belag, sobald er überflüssig geworden, d. h. sobald die Oberhaut krältig genug ist, um den Einwirkungen von Licht und Sonne zu widerstehen. Und so ivird an der Art, wie die Natur die jungen Blätter schützt, erkennbar, dab sie zur Erreichung eines bestimmten Teiles in ihren Mitteln unerschöpflich ist. vermischte». « .Herr Leutnant, treten Etel* Bon der Trsue des Osflztersburschen ist schon tn diesem Kriege manch schöne» Lied ge- ungen ivorden. Friedrich v. Bodelschwingh, der De.aruader der Arbetterkolonien, erzählte einmal au» dem Leben seine» Vater», de» preußischen Staatsminisler» Ernst v. Bodelschwingh. ein Stückchen au» den BesretungSkriegen. da» diese Treue in schöner Wetse kennzeichnet. Der Vater hatte al» blutjunger Leutnant ay den Befreiungskriegen leilgenommen, hatte sich bei Leipzig da» Eiserne Kreuz erster Klasse erworben und war ivenige Tage water, am 23. Oktober 1818, bei Lauchstädt, als er wieder an der Spitze einer Truppen kühn gegen den Feind vorangestürmt war. durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt worden. Sein Bursche — Schueeberg ivar der Name dieses Treuen — trug den Schwerverletzten aus seinem Rücken aus dem Kugelregen und brachte ihn in einem kleinen Torwärterstübchen unter. Da der Verwundete ehr groß, daS vorhandene Bett aber zu klein für ihn war, so machte er ihm ein bequeme» Lager auf ebener Erde zurecht. Ter verwundete aber war zu schwach, um ein Wort sprechen odn ruien zu können, wenn er Htsie brauchte. So legte sich der Bursche dicht an die Füße seines Herrn und sagte: .Herr Leutnant, treten Sie, wenn Sie mich brauchen!" Friedrich v. Bodelschwuigh erzählt, .Von Kindheit an war e» mir immer eine Freude, wenn der Vater erzählte, daß Schueeberg ihm, da er ja nicht mehr sprechen konnte, nur immer die eine Bitte vorgetragen hätte: »Herr Leutnant, treten Cie!" So hat denn der treue Mann in der Tat wochenlang zu den Füßen seines Herrn gelegen und ihn Tag und -stacht gepflegt; u>id unvergeßlich ist in alle Zeit sein Wort geblsteben, das ich oft unseren pflegenden Ttakonen und Dtakoniffen als Muster der Treue vorgehalten habe: »Herr Leutnant, treten Siel* * Ein alter Brauch in neuer Form. Der grnnme Humor unserer Kanoniere, die oft Witzworte, spöttische Gruße oder besondere Wünsche für den Feind, etwa „Gruß von der dicken Berta. Wohl bekomm's, Fortsetzung folgt" u. a. m. auf ihre Q>* schosse kreiden, hat schon auf den Schleuderbleien der Griechen und Römer seine Vorläufer. Dem knappen Raum entsprechend, tft» hier meist ein kurzes, doch inhaltsschweres Wort, das den >DoI- datenwitz der früheren Zett kennzeichnet So stand aus den Geschossen: Triff ihn hinten! (nämlich auf der Flucht), Schluck eS! Warte! Behalt'S! u. a. m. Auch das Wort Senia --- Gastfreundschaft kehrt häufig wieder, das unserem Wunsch entspricht: „Um freundliche Aufnahme wird gebeten!" vüchertijch. - I m Kaiserlichen Hauptquartier. Deutsche KriegSbrsi.se von Paul Sch weder. Reich illustriert. Leipzig, Hesse L Becker Verlag. Kart. M. 2.50. in Ortg.-Leinenband M. S.-. Das erste offizielle KriegSberichterft itterbuch au» dein Großen Hauptquartier und zugleich da» einzige. daS die Geschichte des Weltkriege» vom ersten Kanonenschuß aus Belgrad ab enthält, erscheint soeben bei Heffe & Becker Verlag Leipzig Der Verfasser, der Kriegsbericht- erstatter Paul Schweder, weilte zunächst aus dem österreichisch-fer- bischen Kriegsschauplatz und wurde dann in daü Kaiserliche Hauptquartier berufen, dem ec noch beute zugehört. Wir reisen mit dem Verfasser von der Reichshauptstadt bis vor die Tore Belgrad», erleben noch einmal im Geiste die Mobilmachungstage in Wien und Budapest, sowie da» Boiiibardement vor, Belgrad, i«m darin im gewaltigen Sprunge von der Donau zunächst an die Westgrenze des Deutschen Reiches versetzt zu werden, wo in den ersten Kriegs» wochen der Kaiser in Koblenz und später in Luxemburg sein Hauptquartier aufgeschlageu hatte. An der Hand zahlreicher, prächtig gelungener photographischer Aufnahmen, die meift zum erstenmal tn einem Buch erscheinen und zum Teil vom Großen Generalstab der Armee für biefen Zweck zur Verfügung gestellt wurden, während andere von dem Kriegspholographen im Großen Hauptquartier herrühren, seheii ,vir die Starten, wo die 42 ew-Mörser gründliche Arbeit taten. Ein vorzüglich gelirngenes Vollbild , unser Kaiser, vo>i derii rühmlichst befaunten Maler Earl Alexander Brendel. Weimar, steht dem iuhaltreicheu Buch voran; derselbe Künstler hat arrch noch zahlreiche sein empfilndene Kops- »md Schlußstücke beiaesleuert. — Alle» in allem ein Bnch^ da« jeder Deutsche mit Vergnügen tn die Hand nehmen ivird. _ Logogriph. Mit „a" ein Vogel, der an» Wasser lebt, Mit „e* ein Bariwerk, daS sich mählich hebt, Mit »n" Artisten. Künstler, Komödianten, Tie „Mehrzahl" schützt die Ruh' in unfern Landen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Lass' ab. inein Herz, von Klagen und Sehnen, Es scheint die Sonne durch Regen und Tranen; Es ist kein Leben davoii befreit» Ein jedes hat seine Regenzeit, Und Tage, trüb' und traurig. Kchrl'Ilelt.ma: ?!>,« «oeff - Rottttio»,druck »ud Vcxlaa der «riikillckien N»iv«rsttS,S-P»ch- u»d Slelndruckere,. 91. Panne, »icüliv