Jan von Werth. Roman aus dem Dreißigjährigen Kriege von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Laßt Euch belehren, Werth. Wenn ick) Frieden gemacht habe, für mich und Bayern. )'o tat ich's aus Liebe zu Oefter- reich. Ja! Es gibt eine Liebe, Werth, die vorerst nicht so aussieht. Indern ich Frieden mache, zwinge ich den Racker, mir nachzufolgen. Versteht Ihr? Er muß Frieden machen, 'muß? Je rascher er's tut, desto besser für ihn. Hab -ch recht, ihr Herren?" „Ihr sagt sehr wahr: er muß nun Frieden wachen, will er nicht von den Schweden und Franzosen und den protestantischen Reichsfürsten erwürgt werden. Aver, kurfürstliche Gnaden, da er nachgeben muß. wird er und) Die Bedingungen annehmen müssen, die ihm 'gestellt^ werden. UUD ich mein' — die werden hart und bitter sein." Der Kurfürst lächelte hämisch: „Ist nicht meine Sache." „Ist nicht Ellre Sache. Ah. so' Nur iveil >chr vorhin von Liebe zu Oesterreich überflosset?" Maximilian stand auf. , „Ich weiß nicht, was mich bewegt, mit Euch hernm- zureden." Jan trat dielst an ihn. . , . . ^ . . „Herr Kurfürst, Ihr sagt : „Ich habe den Frieden unter- zeichnet." Ist es dieses Papier?" - Er nah", em Perga- nient auf, das vor des Kurfürsten ^e,,el lag. „Ist es oiev . °>cf) qeb's noch eiiimal in Eure Hand. Deiikt an die gemeinsame Sache Ich flehe Euch an. denkt an den Kaiser, an den Glauben — Kurfürstliche Gnaden — ich wrtl als einfacher General dienen unter jedem, den Ihr schickt — aber zerreißt das P: rgament! Reißt's mitten durch und schmeißt s aus den Tisch!" ‘ „Seid Ihr von Sinnen?" ^ Nein, nein — mir blutet das Herz — das ist alles. Denn ich fühle — das. was Euer Kurfürstliche Gnaden tun ivill, kommt einem Perrate gleich, einem Perrate an Deutschland !" „Schweigt l. Oder ich lasse Euch verhaften!" „Tut's. Laßt mich verhaften — hier ist mein Degen, mein Degen, der ein Pierteliahrhnndert Euch und der großen Sache gedient hat. Tut's, aber laßt Euch sagen, wenn zwei Reiter -einen Posten lwlten, und der eine geht zum Feinde und läßt den Kanieraden im Dreck, so gebührt ihin der Strick. Ist ein deutliches Exempel." „Ich werd' Euck das Maul stopfen! — Kuttner! Der Kurfürst schrie es, blau vor Wut. .Küttner!" Aber da traten zwei seiner Räte zu ihlti und nahmen ihn von beiden Seiten unter den Arm und redeten aus ihn ein. Und Maximilian nagte an der Unterlippe und hörte zu. Erst schüttelte er heftig den Kops, aber als die Rate ihm von Schweden sprachen, und daß der Schwein an den Grenzen stehe, und das; Gnaden der Herr Kursnrst vorläufig keinen General habe, der den Ltlstveden D.ider- pari bieten könne, keinen als den Werth — da faltete er Me Hände und blickte nach oben. ... . . „Geht ins Lager zurück, Werth, jagte er dann beherrscht, ohne ihn anzusehen. „Ick) vergebe Euch die unbedachten Worte. Geht und beiift besser von mir — Als Jan mit seinen Freunden München dmter sich hatte, sagte er entschlossen ans seinem finsteren Grübeln Würfel liegen still. Ich führ' dem Kaiser das „Jan! Jan!" ries Jose Maria. „Hast du bedacht-? „Alles! Deutschland und der Glauben stehen hoher al>.. dieser Kurfürst!" . 14. Kapitel. „Zum letzten Helle r". Marie-Anne nlnßte das Heer verlassen und nach Bils- hofen nahe der böhmischen Grenze geben. Jan war nicht mehr ihr Jan. Ein tödlicher Ernst beherrschte sein Wesen, seine Unruhe war ohne Grenzen. Sein Weib war gehorsam von ihm gegangen, besorgt, ihn nicht noch mehr zu erbittern. Sie hauste in einem schlechten Gasthos, der „Fum letzten Heller" hieß. Er lag dicht au der Donaubrucke und hing mit seinem oberen Geschoß über den grünen Strudeln des Flusses. Dieses Quartier hatte ihr Jan angewiesen „Bist mit zwei Schritten auf der Brücke - und drüben ist kaiserlich Erbland." Sie fühlte sich immer aus dem Sprunge zur Flucht, und diese Unsicherheit, dieses Rechnen mit der Flucht ließ sie keine rechte Zuversicht finden. Was geschah inl Heer? Wo war Jan? War der Plan schon ruchbar. Nichts antwortete auf ihre Fragen. - Endlich — nach Wochen kamen zwei Reiterregimenter nach Pilshofen. Es hieß, daß das ganze Heer sich hier sammeln solle Zugleich erhielt Marie-Anne einen Brie, von Jan. der ihr empfahl, sich den Truppen nicht zu zeigen. Im übrigen gehe alles gut. ,#•*», °Niitmev mehr Truppen ruckten heran: die ^olDareu wußten nicht, was dieses seltsame Lagern an der bölnnstchen Grenze, wo doch kein Feind stand, zu bedeuten hatte. Wenn Marie-Anne bei geöffnetem Fenster saß. konnte ,ie die lärmenden Gespräche der Soldaten in der Schenk,tube belauschen. Ihre Sorge wuchs. Wußten die Soldaten nicht, weshalb man sie hier zusammenzog? Und die Offiziere? Sie wäre Joss Maria, Htzer eines Abends, von langer Reise erschöpft, in ihr Zimmer trat, säst um den Hals ge * atlC !!seib Ihr es wirklich?" ries sie. „Gott sei Dank! Sprecht, sprecht! Was geht vor? Wie stehen die Dmge? Steht der Kaiser zu Jan? Ich bitte Euch — sprecht. JH. vergehe vor sorge! Könnte ich bei Jan sein, wußte ich um alles — tri) wollte mich um nichts sorgen? Sagt, wie geht es Jan? Hat er Euch Grüße aufgetragen? Botschaft?" „Beunruhigt Euch nicht," sagte Jose Maria. „In zehn Tagen ist bic ganze Armada um Bilshofen versamniett. Enr kaiserlicher Abgesandter kommt zu dieser Zeit an das tensettlge Ufer, um die Regimenter für Ferdinand neu in Pflicht zu nehmen. Jan trug mir auf. Euch viel Liebes zu sagen. Erlaubt, daß ich Eure Hand küsse — er vertraut auf Euch, daß Ihr ruhig zuwartet." Marie-Anne stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und behtelt die Hand des Abb6 einige Augenblicke in der ihren, als beruhige sie die Berührung des besten Freundes ihres Jan. ,,2lch, Herr Jose Maria," sagte sie dann, „ich habe eine Frage an Euch als Freund — und Priester, antwortet mir — ich bitte Euch sehr — wie Herz und Gewissen es Euch befehlen. Darf jemand Jan mit bösen Worten schelten, daß er — )o handelt?" ru Maria ließ den Kopf sinken. Sie sah auf seinem Gesicht, das Nichts verhehlen koimte, die Unruhe, die ihn betnegte. sie erschrak tödlich und schlug die Hände vor die Augen. i'lrief ber Abbe. „Ihr mißdeutet mein Schwei- Menschen geben wird, die Jan bittere und verletzende Borwürfe nicht ersparen; wenn sein Herz rein Handeln ehrlich - lieber Heiland, dann mag die Bosheit schmalen." „Ihr weicht mir aus! Tut es nicht, ich bitte Euch' “ 3« n /twas wirkt, wozu er nicht auS ganzen, Herzen Amen sagt ^ das werde ich nie glauben! Aber bitliat Ihr, was er tut?" ft.™»^ a V 2Ra i ies ?L'? ,e , Ihr denkt an den Eid. Ich ^nne den Wortlaut dieses Eides. Es beißt darin, daß Jan m’ r , Äa 'f ct lrf,cn . Majestät und dem Heiligen Rö- mischen Reiche treu zu sein. Das sind die Worte. Versteht, SV1- mn-li ^ Seflen Kaiser und Reich — dann ReenmÄ^^dfl-cht gegen den Kurfürsten von Baßer,,, ^ls Ä//kÄ«b b' Fahneneid dem Maximilian f '& tä S r J ef ^ hwren wurde, ist die Schuld der verwickelten Berhältnissenach Wallensteins Tode. Im übri- J> a * ber Kaiser unfern Jan uich alle mit ihm der Pflicht zu chm zu stoßein und ihnen Befehl gegeben. „Ahnt der Kurfürst, was vorgeht? Wie stellen fidi die Ä' C? *° Bt 3 ^ C ^trauen, daß die Affäre g'lLlich stünd'?^esser^m^»E' ^'k'ziere gewonnen. Aber es um die Affäre, wenn Jan weniger jäh wäre Er überredet nicht, er sagt, entweder — oder! Und es niaa ^eben, die Schmeicheleien und Versprechungen lie« S&Ä Ar mißt, daß der Kurstrst den ^recherrn von Rauschenburg zum Feldmarschall ernannt fängnis!"^' '"eiß ^ 'ch habe gelebt wie im Ge- t"mu'fÄ&Ä 2 e .Ü e “Äer das. Fußvolk Wrn, und ^ bedurnc der ganzen Ueberredungskunst der Rate und des rchch herbe,geru,e„en Beichtvaters, um de» Kunursten zu überzeugen, daß man des Werth, den seine ür vergötterte,,^ nicht also habhaft werden könnte. Leicht va|c bie ganze soldatcska nach München, und dann Gnade Gott uns allen. „Nein, Kurfürstliche Gnaden." sagten die Räte, „schickt W«« »-"..Gebt uns Vollmachten,— den Loldaten ,md Entscheidet ^rwr«h«ng-n zu machen ^ aber Eile tut not. u-..^?äimilian. entschied sich. Eine lächelnde, sanfte und ft.™* w von Raten zog gegen Jan aus und ver- ben Oberftcn Generalswürde und einen .Helm von .versprachen den Soldaten wieder den ganze,! ^"^onaten rückständigen Sold und jedem Mann noch 30 und die Regimenter machten halt, wo sie da s?,bst^ä's UUb 3 fln Unheil erst, als hie und ?? lewft ems seiner eigenen Regimenter bocksteif ftehenblieb. schon Proklamationen wie vom Himmel yerab m die Lager, und darin stand: Werth ist ein «er* wusend und vogelfrei, und sein Kops ist zehn Mnd Taler wert, und wenn ein Muttermörder den Kopf obendrein ^ ^tausend Taler und Generalpardon I rin J?ns Äxue Spor^ war der Erste, der schreckensbleich tm ^ans Alt stürzte, die Proklamation in der Hand. „Werth! Es ist aus! Lies und rette dich!" unbftöhf 1 ^ schwätzest von Retten? Zackerbomben- s-A ,$ üexloxen? Laß mein Beibregiment auf- ^ Mit meinen Kerlen treib' ich die Armee wie eine Hammelherde nach Böhmen!" „Dein Leibregiment? Werth! Du hast keins mehr'Deine Offiziere haben sie gebunden. Hörst du?" ^ " ^ cn Degen und schrie: auch chnden!"^' ^ Crb! sollen scheu, ob sie mich °rmt?NKhi"lt bC " 9fU9en; er «"" „Sie tun's! Sie tun's!" aus« Äb ihn zur Seite und eilte ins Freie, sprang , 5 sich um: da standen seine Soldaten m »."1 einzelne Schwadronen saßen schon unb ab Kurfürstlich« Rate galoppierten vor ihnen auf fflhpr f ä? n aa u 'ei.ncm Gaul di« Sporen, Sporck folgte' vrcht der Ruf entgegen, den er zu hören der Ruf: „Werth! WLMPMMZ km iS* llv?“ f* "SÄ™ Ä“Ä Ai SÄ b?i f ^ u -" CbC " k, r L ‘r)'>unärf,Ug Vn b/c^lone TcYi^cr WHWBLWZ fej* Jahren gewohnt'"war Werth!" Sondern das Geschrei- 'chVlvat der Kurfürst von Bayern!" ^ wußte Jan, daß diejenigen, auf deren Liebe ru ibn, n«n 'dk°7/^ b 'u,Block gelegt hätte, daß seine VeteL' f dutzendfach zum Siege geführt hätte, einiger Daler wegen von ihm abgefallen waren Und daß Lust netnT'bX b h?, e V r f eMv »"d Not. Beschwer uud ^.un gereur hatte, die ihn kennen mußten, wie er sie r„ hielten 0Äesediese Menschen ihn für einen Verräter SimeSiSSSV "" b-- Unb ohne ein Wort mehr wendete er sein Pferd, der ° lm l s^ch^gellose Scharen aus deni Getümmel f T c i -Fangt ihn! Vivat der L. surji. Fangt den Verräter! /lehnkansend Talers" _ »°lne schlugen die Muskete/an, Lr sZen »st ^ornd ui Trab, dann entschlossen in Galopp. Jan drehte s? 'm Sattel um, und die Wut verzerrte sein Gefickt Er glich einem alten Wols, der die heulende Meute dir ®a+ erwartet Sporck wußte, daß bier Ln nicht meür 5L Die^Lk/jt°?e7d°°!m b ^ 3Ü3d u"d spornte feint "r-^r Jan und hob den Deaen «äfTSÄ-S ÄÄUTa müJttÄ eU + rC cl ^aimentern wurden die Gesandten M^i! 'v"ia"s mit Freuden ausgenommen, nur das ^.na-Ko. ^ ium ^?ger hinaus. Als Josö Maria, der von n Vorgängen um Jan Nichts »mißte, den Abfall der drei 266 ßftm«*« vernahm eilte er in das Jung-Kolbische Lager. Er beschwor die Offiziere, treu zu Jan *u stehen und es L"' ^uen Kanrps ankommeu zu lassen. Außerdem Übrigen Regimentern bald heran sein. Die Soldaten lachten ihre Kameraden aus, die sie zum Heruberkommen aussorderten. Daraus umzingelten die drei §f6imenter das Lager und schickten sich zum Sturme gn. Einzelne Musketensalven knatterten bereits. Da machte sich Angreifern eine laute Bewegung bemerkbar, sie steNten das Schießen ein und schickten unter dem Schube der weißen Fahne einen bestaubten Boten vor, der dem ^?g-Kotbischen Regiment anzeigte, daß sich bereits alle ?vveren Regimenter für Bayern entschieden hätten. Da sahen diejenigen, die zu Werth halten wollten, daß nichts Abhr zu retten war, und als die Offiziere trotzdem auf' ^mÄ^standen, uberwältwteii sie diese und hielten sie in !^^rsani. Der Oberst erschoß sich, da er Maximilian nicht in hlÄr/f fallen wollte. Josß Maria eilte auf Umwegen Vserde Zatteln "^um-letzten Heller" zurück. Er ließ die (Schluß folgt.) Sreund oder Zeind? Nach einer wahren Begebenheit erzählt von Else von Steinkeller. v^^klich nicht leiden, unsere Feinde. Im Gegenteil, jch Hab so e neu recht gesunden, förmlich wohltuendm Haß gegen ^ V/llichaft, und nichts ist mir lieber, als wenn es ihnen ko recht, r.Echtschlecht geht, aber von einem „netten Feind" Hab' ^ b c£?>i ln ^eschrchchen gekört, das will ich hier erzählen. ^^».osWreußlschen Stadt I. war's, damals, als die Russen sie besetzt hatten, und als der berüchtigte General Rennen- ^Äs?Emelns -*"» 5 »"ÄS »ela, ^en^b-r grobe Sieoe der Russen wurden verbreitet und föinn?iS^n $ au * wä . so dah der arme verwundet« f .i 1 f £ wem Elend wohl verzweifelt wäre, wenn der Arzt «WZK«L ft eri&se lTni. Ü ww anderesmeinte er. Und. „Ist -"edrzin! , damit entschuldigte er sich Niobl /Iiikti ^wlotlsck)en Gewissen, »penn er in seltsamster russisch- Kutscher Orthographle berulngnrde Briefe an des Leutnants iunac Fr u und an seine Eltern schrieb, weil er gemerkt hatte da^r der KÄS * u "ebern anfing Leim G«n an all KsSL leit s. ihu verwundet i!! ?? draußen donnerten die Kanonen weiter, aber seltsamcr- ^ ^vec Uebermut der ruMschen Truppen ganz allmählich ;?? n ^!N?verichte wurden inttner bescheidener^ ..— & ■<£Sii ! *** “■«-«»»«.»»«* Rs.S.iSi'ÄWtJ'* S&r'fcKSAWÄ?? «»ttSissK; äaä r ! )oußte nicht, was dieser plötzliche Ausbruch zu bedeuten batte wußte ntchttwaS aus ihm werden würde, ww sah voller Unruhe »0" dem er Auskttrnmg erhos'te. u ^ kam dieser auch — aber nur, um ihm stumm und ^te $2* öu drücken und sich dann schleunigst ms Nebenzimmer zu begeberi, wo er alsbald eine lautt Unter dal- Oberen Offizier hatte. Und nun war'S dock» schreck- «p»£ 4 Ä »Ä V‘ 5 »'* Ä SfiftEf ,t ShtSS' l " “ . der Äim V s> W ' 9 ™ Sch-°d. und ' gSiSSSg LMMMSWL' Sfbfrt, er dachte daß es doch eine Ehre wäre für das Vaterlos 7 di- schwere Stund? dnrchLlt^ "ber dann fielen rhm ferne junge Frau und fern*» (fitem eht imb dre Tränen kamen ihm in die ^ San&n« Ciebcn nun me mehr Wiedersehen sollte! — Ach es ist nl K;"ä"",.s’' s * -»»-» out b\ n n?S Ia 9 mit geschlossenen Augen und ,vor,et« ?od. Mrd Über allem Warten achtete er gar nicht darauf ?*£ 0"^ der Straße in gleichem Marschternpo Trrrppen ein zogen' und daß rn den verödeten Lazaretträumen allmählich wied^- legt^me'S« i ]V' l b m Md>t sÄ,« regle, merrre er. daß er nicht mehr allein war. stimmt fet ^ nf ' ^bt Herr Dvktor!" sagte eine Frauen- k äNnete die Augen. Ta stand eine junge, blonde Hilfsschwester und neben ihr ein Herr in preußischem Feldarau ^^Ovtt im Himmel, wirklich ein preußischer Mintärarrt! 7.?/b Dusel gehabt, lieber Freund! Als die Russen hier 5lrf& r umT7 fie Amtlich« S?ornunMc mugn^ieppt, um die Zahl ihrer GefMiaenen »u erböte frit> Kit man Glü^"^!?ÄK§ Wirklich, riesiges Glück!" *• _'' ® J dabeii mich liegen lassen, weil eS nicht lohnte 15,™*"' bfr ra,t lt ’ fni9e Stunden noch >u leben hat. mit- nichts' Unfinn! So bumm srich meine russischen Kollegen doch de« ^ZZVAT^ nn ' Mnmm Unt«inchung BeefÄ iL.7?!ufWn°maL^ ^ "" mat b< " nften merkte der Leutnmit v. H., daß der alte russische Writ bod) mehr sem Freund gewesen war, als er geahnt hatte/ vermischte-. L« WIÄ ^^dmt geioorden ist, befi&t btc schöne EigenschÜ!user au-ge- mx würben. Damit diese Spuren nicht zu schnell vnwlscht werden bat man in schönen Buchstaben angeschrieben. welch denkwürdige- Schicksal die alten Mauern erlebten. Tre ^tadt ist außerdem ^Trovbäen" in Form non Granaten und Granatstücken, KL»rTÄoUigen und eNzöllig^r von denen dre me gesuchtesten und am meisten bewlmdertsten sind. Al- Kostbarer Schon »verden in dem sichersten Verlies des Rathauses sechs vock^ ständige Granate:! ausbewahrt. zwei seckfszöllige unbüier taeiäollifle, hie eines Tag^ gegen hohen Eintrittspreis einem sA"lustig.en aez^iat werden sollen. Mit Euer vertiefen sich bereits Gelehrte und^ Bürger in dies denkwürdigste historische Ereignis aus der Gn'chichte Scarboroughs, und der Ltadt-Jngenrenr hat eine sebr interessante Karte entworfen, auf der genau ,ede einzelne Stelle angegeben ist. die durch eine Granate ausgez^chnetwurd^ Ta gegen 6Ö0 Schüsse abgegeben wurden und die BefÄneßung nur 20 Minuten dauerte, so kommen 30 Granaten aus die Minute, und her Verlauf des Bombardements läßt sich aus der Karte, drc ebenfalls eine Sehenswürdigkeit darstellt, genau veriolge:n. ^o sorgt Scarborough schon jetzt für die Zukunft. * B e t r ü g e r i n K b a k i. In Kitcheners neuer 2lrmee best,ide.l sich auch nianche recht zweifelhaften fernen ite, u iib c« ij daher nicht verwunderlich, dav diese ,bre Ul'lsonn zu Bet , qereien mißbrauchen. Gegen die Schwindeleien von eoidateu seheni s ch englische Blätter sogar schon geuot gt. Warnun^u zu erlasieu. Sehr bezeichnend ist ein Fall, der dieser Tage das Londoner Poliz«. geeicht beschäftigte: Josevh Henry Orchard war bei emer Neserve Batterie der Feldart,llerie eingestellt und verschwand nach der sväteren Aussage seines Leutnants, an, 5. Marz vlotzlich ohne Urlaub von feigem Regiment. Bon da an trieb er sein ^"'"sen am Victoria-Bahnhof, wo er in voller Uni'orm btt Arnberg ehe, den anbettelte. Eine« Tage« wurde er vo» emem al eren Herrn er blickt, als er ,nühfam an eine,n Stock dahergehinkt tanr. Lx lebten grobe Schmerzen zu haben und stch kann, mehr aufrecht halten zu können. Der Herr, der natürlich glaubte, enien verwundeten Soldaten vor sich zu haben, hatte grobe, Mitleid und riet chm an Krücken zu gebrauchen. Ter arme Soldat aber sagte daß , ti mcht genug Geld hätte, um sich solche zu kaufen. Ter Wohltäter ging mit ihm in ein Geschäft und schenkte ihn! Krücken. An d e en humvelte Orchard von da an umher, o't von einem kleinen Pu nve begleitet, den er feinen Kameraden ans dem Schützengraben nannte. So traf ihn eine Tarne, die sich des armer, Vater landsverteidigers erbarmte und für ihn einen Krankenwagen 'nietete. u, den, er al» bil'loser Invalid-, da, linke Bein mit einem akrtrrmö um hüllt, Zoologischen Garten herumgefahren wurde. Eme andere Lame Hüne durch ihre Tienslboten von dem armen verwundeten ^otvaten usid lieb ihn zu sich kommen. In einem Lehnst uh. bequem in Kissen gebettet, erzählte er ibr und ihrem Manne seine traurige Geschichte, wie er bei La Bassse seine schlvere Verwundung davon- getraqen habe, dab er drüben aus dem Lazarett eut affen worden sei und nur noch im Et. Georgs Ho''p tal täglich se,ne B unden Nachsehen ließe. Er habe auch sehr viel abgenommen, und um das zu beiveisen, zeigte er, dab seine Kleidung ihm viel zu weit sei. Eine ganze Woche hindurch bezahlten die beiden mitleidigen Zuhörer sein Unterkommen in einen, Soidatenbeim und gaben ihm anber- dem alle Mahlzeiten und allerlei SkärkungSinittel. Orchard erhielt neue Unterwäsche und noch eine schöne Portion Labak. So gut ging es th.n, bis der Verdacht der Dienstboten erwachte, ^eme Schwindeleien wurden entdeckt,, man bolle die Polizei und er wurde verhastet. Seine vielen Wohltäter mögen recht erstaunt gewesen sein, al, sie hörten, daß ihr »Schützling in Khaki,nc an der Front gewesen ist und dab beim Abnehmen des Verbände- ein ganz gesundes Bein zum Vorschein kam. * Bei der Pariser Wahrsagerin. Niemals haben die Pythia- von Paris so viel zu tun gehabt wie jetzt: m den üppig au-gestatteten Salon, der Modevrophetinneü und n, den engen dunklen Zimmern der Wahrsagerinnen s»,r die armen Leute dränge., sich die Kunden in Scharen. Früher kamen d,e Frauen mit der einen einzigen Frage: Liebt er mich oder liebt er nnch nicht? Heute wollen sie wissen. ob der Bräutigam oder Mann, der Vater oder Bruder im Felde, von denen sie seit langem nicht, mehr gehört haben, noch leben oder tot sind. Im .,T e m p," wird der Besuch bei einer Wahrsagerin des Armenviertels und bei einer vornehmen Pythia geschildert °. »In der Rne de Montmartre wohnt eine dieser Priekterinnen der Zukunft zwischen einer Wäscherin und einem Flickschuster. Durch den langen dunkeln Korridor drängen sich die Frauen nach diesem unansehnlichen schmutzigen Tempel. Köchinnen und Arbeiterinnen, kleine Ver- läuserinuen, deren billige Kleidung viel Anmut verrat. Fererlich ,vie in eine Kirche treten sie ein, und alle scheinen sie sich Hoffnung zu holen, denn ihre Blicke sind heller und heiterer, wem, sie sich durch die enge Türe wieder herausdrücken. TaS Geheimnis dieser Prophetinnen ist, dab sie stets das Schicksal der künsligen Tage elivas rosig iärbeiy den« dadurch iesseln sie ihre Km,du,neu an sich, und wenn dann der Zweifel kommt und die Ungewißheit sie zermartert, dann kaufen sich diese armen Frauen wieder für 40 Sous ein wenig Hoffnung und guten Mnt. Die Geschäft-- tüchtigkett dieser Trostverkäuserinuen ist grob, und sie preisen ihre Gaben i,. den Zeitungen an. Qriiv« von ihnen zeigte z. B. dieser Tage an, ,daß sie nicht au§ den Karten lieft, sondern hellsichtig ist aus den ersten Blick/ Im besseren Französisch, mit geflegteren Planieren, in einem eleganteren Hause und hübsch au-gestatteten Zimmern liegen andere dem gleichen Geschäft ob. Sehr anständige Leute, die mit einem Hohnlächeln auf die Ausbeutung der Leichtgläubigkeit der Armen blicken und die schlauen »Wundertäterinnen" von Belleville und St. Denis sür gemeine Schwindlerinnen erklären. opfern mit unerschütterlicher Ueberzeugung Goldstücke diesen prächtig gekleideten Prophetinnen, die sich vor allem auf die Ausmachung verstehen. Ter Wert einer Prophezeiung wird hier nach der Höhe des Preises gemeffen. lind doch sind alle diese Orakel der Reichen und der Armen gleich viel wert. Aber wir wollen nun einmal unter bestimmten Formen betrogen werden, und die Lüge mutz „ach unserem Geschmack gekleidet sein. Seien wir also nicht zu unduldsam gegen diese modernen Besragerinnen der Sphinx, selbst wenn die Sphinxen die Züge und die Sprache eine- häßlichen alten Weibes haben'/ . • Gladstou es Enkel gefallen. Das englische Unterhaus hat einen schweren Verlust erfahren, der aus seine Mitglieder einen groben Eindruck machte. Nach ''Arthur O'Neitl ist nunmehr das zweite Mitglied des Hauses gesalleu, ein Mann, der ,lm seiner selbst von großer Bedeutung ,var und zudem einen der ruhmreichsten Namen des Landes trug: als Leutnant der Noyal Welsh Füsiliers ist W. G. C. Gladslone, der Enkel des berühmten Staatsmannes, in Flandern in der Schlacht getötet worden. Ter Treibig« jährige, deffen Mutter eine Tochter des zwölften Lord Blantyre ,var, hatte die diplomatische Laufbahn ergriffen und ,var eine Zeitlang EhrenattachS der britischen Gesandtschaft in Washington. Dann ivurde er Gonvernenr von Fltntsbire. und damals mutzte Asgnith auf eine Anfrage im Unterhaus erklären, dab Gladstone nie Militärdienste getan habe. Als aber der Krieg ansbrach. eilte der junge Diplomat zu den Fahnen und trat al- Sekondleutnant bet den Füsilieren ein. Das englische Unterhaus weist ander diesen beiden gefallenen Mitgliedern vier Mitglieder auf, die verivundet wurden, und zwei, die in deutscher Gefangenschaft sind. Die letzteren sind Major Morrison-Bell und der jetzige Lord Stair, der bet seiner Gefangeunahme „och Mitglied des Unterhauses ivar und als deutscher Gefangener durch den Tod seine- VaterS zum Lord ivurde. vücherllsch. — Deutsche KriegSklänge 191415. AnSgewahlt von Johann Albrecht Herzog zu Mecklenburg. I. Helt. Verlag K. F. Koehler. Leipzig. Preis 40 Pfg. — Las Unternehmen, von dem das l. He t vorliegt, ist ctn Zeichen der Zeit: es zeigt, wie Fürst und Volk, hoch und niedrig, zusammengeschmiedet morden ist in dem Willen, alle Kräfte für den einen Gedanken cinzusetzen, der unS alle beherrscht. Ein deutscher Fürst, dem lauge Jahre die Negeulschast von Brannschiveig anvertraut war. hat die Dichtungen auS grober Zeit gesammelt, die in ernster und heiterer Abwechslung die Taten und Stimmungen ividerspiegelu, die in dem jetzigen Riesenkamvie um unsere Freiheit die Seele unseres Volkes ergreifen und durchbeben. Dem ersten Heit, das hauptsächlich Dichtungen aus den ersten Wochen des groben Krieges eirthält, sollen in Kürze weitere Bändchen folgen. — Vor der Ehe. Roman von Ida Boy- Ed. De, lag Ullstein & Co., Berlin-Wien. Ter neue Roman von Ida Boy-Cd hat zum Thema die zärtliche Anteilnahme einer Mutter am Gefühlsleben ihrer erwachsenen Söhne. Vornehmes Frauentum spricht sich in diesem Werke auS. das durch die gedämpfte Schwermut leidensvollen Entsagens einen besoiiderS innerlichen Ton erhält. Vorurteilslos und abgeklärt ist alles, waS die Dichterin über die heutige Stellung des jungen Mädchens in der Gesellschaft sagt, über die Tendenz der Frauen, vor die Oeffentlichkeit zu treten, über per- önltche Freiheit in Liebe und Ehe. ! - Logognph. ES ist mit „e* au« Fleisch und Haut Gar zart und künstlich aufgebaut. Glückselig, iveun Metall d'rm wohnt, v, AlS Münze, die das Prägen lohnt! Doch hüte dich, trifft dich'« mit „ü\ So ist umsonst des Lernens Müh'; Meist kommt er her vom rauhen Norden Und krank Ist mancher d'rau geworden. Schnell mußt du's daun mit „o* entzünden, Das wärmt, du wirst Genesung finden. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummert «ybinstr - Ubier — Düna — Opium — Liter — Fönfata — Farin» — Athen© — Uauchart - »urga,; RudoisFalb, Steiermark. Stfriftleltunn: 91..#. G°ktz, - SRotationSbn.cf und «erlag der SBriW,rfjen Unw.rs'tSlS-Bttch. und S,ki»dr»-k-r-l. m. Lang., #