Donnerstag, den 22. April 3 hilf Boro tut? z Uan von Werth. Roman aus dem Dreißigjährigen Kriegs von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Jan meinte später, seit den ersten Jahren seines Kriegslebens nie so glücklich gewesen zu sein wie in den Jahren nach der Pariser Gefangenschaft. Vereint mit seinem Waffenbruder von Mantua, Feldmarschall Mercy, fegte er Deutschland von den Feinden frei. Den französischen Marschall Gn4- briant, den Kardinal Mazarin nach dem Tode Richelieus nach Deutschland geschickt hatte, machte er am Leben verzweifeln. Die französischen Soldaten rissen vor dem Namen „Werth" aus wie vorm Teufel, und die Rekruten mußte mail an den Rhein treiben, wie Sklaven gefesselt, so fürchterlich schien ihnen der Krieg gegen einen General wie Jan. Aber das Glück, das über Jans Leben stand, verlor allmählich sein strahlendes Lächeln, setzte ein kühles, dann ein abweisendes Gesicht auf, und nach einer kurzen Zeit entschwand es ganz. Zuerst fiel der alte Mercy bei Alerheim. Als Jan von dem rasenden Vorstoß seines linken Flügels zurückkam, fand er den rechten Flügel vernichtet und seinen Waffenbruder tot, von Wunden entstellt, von Marodeuren bis aufs Letzte entkleidet. In den Schmerz um diesen Verlust klang Jan aber bald ein freundlicher Ton: der Letzte der alten Generale, die so oft durch ihr Zögern den vollen Erfolg hintangehaltcn hatten, war vom Kriegsschauplatz abgetreten. Jan wußte: nun bin ich frei, nun ist das ganze Heer .in, meiner Hand. Die Offiziere beglückwünschten ihn als Generalissimus, und den Soldaten war die Aussicht, Jan fortan gehorchen zu müssen, mehr wert, als es der Sieg bei Alerheim gewesen wäre. Alle wußten, wie gewaltig dieSprung- kraft eines Heeres unter dem alleinigen Befehl Jans sein würde, und so wartete man zuversichtlich der Order von Maximilian, die da kommen mußte, und die nur so lauten konnte: Das Heer gehorcht fortan dem Werth. Vorerst erregte das Zögern und Schweigen in München kein Mißtrauen. Aber eines Tages kam der französische Marschall de Gramont, den Jan bei Alerheim gefangen genommen und nach München geschickt hatte, in Jans Lager, um ihm anzuzeigen, daß er nun wieder auf der Kriegsbühne austrete. Jan war nicht wenig erstaunt, denn er wußte, daß Pie Franzosen feinen ligistischen Offizier von gleichem Range zum Auswechseln in der Hand hatten. „Vergebt," sagte er zu Gramont, „aber gegen wen seid Ihr ausgewechselt?" Gramont sab aus die Schar der Offiziere, die Jans Zelt aufilftte, und fragte: „Kann ich mit Euch ein paar Worte im geheimen sprechen?" Sie verließen das Lager und gintzen schweigend einen ausgefahrenen Hohlweg hinauf, der brs an den Rand des Tannenwaldes führte. Oben am Waldsaum legte der Franzose dem kleinen Jan die Hände aus die Schulter und sagte: ,„Wcrth, ich Hab' Euch gern, Ihr seid ein ritterlicher und kühner Mann. Ich bin Euch zudem verpflichtet, denn Ihr habt mich mit eigenem Leib gegen die Wut der Lands- huter Bürger beschützt, als ich ern wehr- und waffenloser Gefangener war. Ich will offen gegen Euch sein. Werth — Euer Kurfürst ist nicht ehrlich." Jan sah den Marschall tzroß an. „Dem Kurfürsten bin ich geschworen — ein Landes- feind soll vor meinen Ohren nicht schlecht von ihm sprechen, hört Ihr?" „Werth, schlecht sprechen? Ich will Euch Tatsack>en sagen, zu deren Geheimhaltung mich niemand verpflichtet hat. Daß es Tatsachen sind, versichere ich bei meiner Ehre." „Nun aso — welche Tatsachen?' „Geleen ist zum Generalissimus ernannt." „Ihr seid schlecht unterrichtet. — Wie? Geleen? Ein Mann ohne mehr Meriten als irgendein Feldsoldat? Geleen? Der gefangene Geleen, Generalissimus? Geht, geht!" „Ich hoffe, Ihr wollt damit keinen Zweifel an meinem Wort als Edelmann äußern?" Jan biß die Zähne zusammen, daß die Backenmuskeln wie Bündel von Schnüren hervorsprangen. Er hieb mit seinem Reitstöckchen durch die Luft, daß es pfiff. Aber er drückte seinen Zorn nieder. Nur dem Franzosen nicht zeigen, wie eS hier bei uns steht! „Nun? Und was noch?" fragte er mit gleichgültiger Stimme. „Wißt Ihr, daß der Wrangel dem Kaiser Ferdinand bös zusetzt? Nun wohl — trotzdem hat Maximilian mich beauftragt, in Paris seine Bereitwilligkeit, Frieden zu schließen, zu versichern." „Zweifellos hat er Euch auch beauftragt, dies überall zu erzählen, mein Herr?" „Mir ist kein Schweigen auferlegt." „Trotzdem würde ein deutscher General dieses Versehen nicht also ausnutzen." Der Franzose richtete sich aus. „Ich sehe, Ihr verkennt meine Absichten. Mögt Ihr. Ich wollte Euch, als Herrn von Werth, einen Dienst erweisen. Ich habe getan, lnas ich tun zu müssen glaubte. Das übrige steht bei Euch. Lebt wohl." Und er ging langsam den Weg nach dem Lager zurück. Jan sah Blut und Feuer vor feinen Augen tanzen; er krallte sich an einer Tanne fest und stöhnte wie unter dein Schmerz einer tödlichen Wunde. War die Lage wirklich so, dann —> dann —! Sie war so. Nach drei Tagen kam Geleen beim Heer an, mit der Order des Kurfürsten. Jan verschloß sich in sein Zelt. Immerhin, Geleen konnte er verschmerzen. Aber das andere! Verrät Max den Kaiser, die katholisch Sache, dann —! Ich hau' ihn zusammen inmitten seiner Schwarz rikfe! Und sollte ich hängen darum! Vorerst gingen die Dinge ihren Gang wie sonst. Und als einige Monate verflossen waren, näherte sich Jan dem Geleen. Er fand einen bescheidenen, ehrlichen Mann, der offen gestand, das; er aus Jans Rat angerviesen sei. Sofort kehrte Jan der Lebensmut wieder. Er gab dem Loi-ckisant- Generatissimus einige Ratschläge, und sie wurden ausgeführt. „Ach was," saate er da, „gönne ihm den Titel, wenn er mir nur nickst oreinredet!" Aber dann kamen doch Gerüchte ins Lager, die von den entschlossenen Verhandlungen des Kurfürsten mit Frankreich flüsterten. Man erzählte sich, daß der junae Kaiser seinen Verwandten und Verbündeten mit rührenden Briefen gebeten hatte, von seinem Vorhaben abzustehen, und als Jan eines Morgens in das Zelt Geleens trat, fand er diesen bleich und verstört, die starren Augen auf ein Pergament geheftet. „Werth!" rief er ihm entgegen, „Werth! Sagt Hundsfott zu mir, daß ich rur Besinnung komme! — Hier ist ein Befehl — ein Befehl des Knrfürsten, die Feindseligkeiten gegen die Franzosen einzustetlen, da er zu einem Teilsrieden entschlossen sei. — Hört Ihr? Wie? Ihr fallt nicht um'?"' Der sonst so ruhige Mann bebte in allen Gliedern. Er knüllte das Pergament zusammen und warf es Jan vor die Füße. „Da habt Ihr Eures Kurfürsten Wisch! Nehmt's, nehmt's und meldet ihm — der Geleen macht nicht mit! Nein, er macht nicht mit! Da —!" Der,General riß, seinen Degen axiS der Scheide und brach Ihn in zwei Stücke. „Da, bringt ihm das! Ich quittier' den Dienst! Bin mein Lebtag ehrlich gewesen und soll ruschen, mit gekreuzten Annen, wie nun die Franzosen und Schweden über den ritterlichen Kaiser herfatlen?" „Ich dank' Euch für die Gesinnung," rief Jan und umarmte den Erregten. „Denkt Ihr wie ich, dann stellt Euch zu mir. Schicken wir ihm unsere zerbrochenen Degen. Vielleicht rötet die Scham dann sein Gesicht!" Jan trat entschlossen zurück. ,Lch denke, eine andere Aufgabe zu haben. Ich will der Schlange die Zähne ausbrechen!" „Was wollt Jh tun?" „Erlaubt, daß ich noch nicht davon rede. Vielleicht komme ich noch frei, — von dem. was ich tun will. Sonst bin ich zum Aeußerften entschlossen, zum Aeußerften, Kamerad!" „Tut, was Euch ansteht! Ich verlasse das Lager — noch heute. Hab' da oben im Westerwald noch meiner Väter Haus. Besucht mich dort, Werth. Gute Verrichtung und Glück auf den Weg!" Drei Tage später war Jan in München. Mit ihm waren sein Generalwachlmeister Sporck und Jos6 Maria. Er hieß die Getreuen in der „Güldenen Gans" auf ihn warten und E lkUt m die Residenz. Dort standen auf dem Hofe bespannte keisekutschen, einige kamen an, andere hielten vor dem gro- en Portal, und langsame und würdevolle Herren stiegen Em. Jan ging resolut geradeaus bis in das Vorzimmer des Kurfürsten: den wachthabenden Offizier durchfuhr ein gelinder Schreck, als Jan sagte: „Gehr zum Herrn Kurfürsten und sagt, der Werth müsse ihn sprechen!" Verlegen und hochrot kam der Offizier zurück. ,'Euer Exzellenz möchten einige Zeit verziehen, da die Verhandlungen mit den französischen Herren —" „Ah, sind die Franzosen da?" Ec ging auf die Flügeltür zu. „Euer Exzellenz," rief der Offizier und streckte die Hand nach Jan aus, „striktes Verbot —!" „Mein Sohn," sagte Jan, „du wolltest doch den Werth Nicht anfaisen, nicht wahr?" Und er ging mit lauten Schritten zur Tür, öffnete sie weit und trat sporenklirrend in den Saal. An einer langen, blanken Cichentasel saßen so sieben, acht Herren mit Pa- pieren vor sich. Am Kopfende hob Maximilian seinen krummen Leib aus der Tiefe des Sessels. Jan marschierte geradenwegs auf ibn \u und sagte: ,Lurfürstliche Gnaden wußte ohne Zweifel nicht, daß ich es war, der mich melden ließ. Sonst hätte Sie mich sicher nicht antichambrieren lassen." „Werth," sagte der Kurfürst, „Ihr seid noch immer der Alte. Aber Ihr müßt Euch schon herbeilassen, draußen ein wenig zu warten, bis ich mit diesen Herren hier fertig bin." „Kurfürstliche Gnaden, meine Sache ist die Eure. Sie ist wichtiger als alles, was diese Herren hier aushecken können." „Mein Gott, so redet immerhin," rief Maximilian und klopfte mit seiner knöchernen Faust aus die Tischplatte. „Also was wollt Ihr? Oder dürft Ihr vor diesen Herren nicht sprechen?" „Sind Franzosen, wie ich höre?" „Meine Verbündeten. Der Frieden ist unterzeichnet." Jan trat, ohne zu wollen, einen Schritt zurück. „Ist unterzeichnet? So." „Sprecht nun endlich. Was wollt Ihr?" „Vorerst eines Auftrags mich entledigen," sagte Jan. Er zog aus seinem Kollett die Stücke eines zerbrochenen Degens und legte sie dicht vor dem Kurfürsten klirrend auf den Tisch. Maximilian fuhr hoch. „Was soll das: was ist das?" „Geleens Degen." Maximilian wurde noch um einen Schatten grauer. „So. so," sagte er langsam. „Geleens Degen." „Der den Dienst Euer Kurfürstlicher Durchlaucht quittiert. Bedankt Euch dafür bei den Herren, die da herum- sitzen." „Geleen. Nun wohl. Er ist zu ersetzen." „Ein ehrlicher Mann ist nie zu ersetzen." „Was heißt das?" ,Lst nur eine Meinung, Kurfürstliche Gnaden." „Ist Geleen noch beim Heere?" „Vor drei Tagen abgereist." „Kommandiert die Truppen inzwischen, bis ich — " „Bis Ihr einen andern zum Kommandanten ernannt habt, ja." „Mich dünkt, Ihr wäret der nächste am Oberbefehl?" „So, dünkt Euch das, Kurfürstliche Gnaden? Mein' — Ihr hättet schon seit zwölf Jahren so denken können!" Der Kurfürst wurde ärgerlich. „Werth," sagte er, „Ihr bezeigt mir wenig Respekt, muß ich sagen! —- Aber ich bin's von Euch gewohnt. — Gin Manli von glänzenden Gaben," sagte er zu seiner Umgebung, „der Werth, nur mit der Zunge und dem Degen oft zu keck. Aber ich seh's ihm nach. — Sagt mir doch, Werth, was kommt den Geleen an, so davonzugehen? Ist nie gehört, solange ich denken kann." „Er meinte, er könne nicht, Gewehr bei Fuß, zuschauen, wie Schweden und Franzosen nun über den ritterlichen Kaiser herfallen. Ein verhenkert gutes Wort, Kurfürstliche Gnaden!" „Meint Ihr? Ich bin erstaunt. Euch so reden zu hören. Hält mehr Einsicht von meinen Generals erwartet. Euch Kriegsleuten allerdings kann der unglückselige Krieg nicht lange genug dauern." „Vergebt," sagte Jan und trat näher, „aber solltet Ihr nicht wissen, wer den Krieg begonnen? — Nun also, wir Kriegsleute waren's sicher nicht. Im übrigen wollen wir lieber heute als morgen den Degen einstecken. Aber, Kurfürstliche Gnaden" — er erhob seine Stimme — „nur wenn ein einziges Rasseln von Degen, die in die Scheide fahren, durch ganz Deutschland gehr!" (Fortsetzung folgt.) Micks Timoreits Schwein. Eine wahre Geschichte aus Ostpreußen. Bon Lothar Wende. Im ostpreußischen Kolonistendörfchen Wannaguppchen raste Angst durch die kleinen Hauserchen. „De Rufs' koanrt all!" flog es schreckend von Mund zu Mund. Grita Timoreit. das Stubenmädchen von dem eine halbe Wegstunde entfernteri Restrittergute Wannaguppchen war in aller Frühe durch das Dorf mit dieser unangenehmen Nachricht getrabt und hatte sie auf dem Wege ins elterliche Heim, das als Abbau weit ab vom ergentlick-cn Torf lag, in alle Häuser gcschrien. Gestern abend spät hatte der Herr Landrat die gnädige Frau telcphoniich angerufen — der gnädige Herr ivar mit den Litauischen Dragonern im Fel>e — und ihr eine amtliche Bekanntmachung vor«elesen, man möge alles Vieh und alles gedroschene (»- 251 treibe so schnell tote MiöaÜch vor den in aroßer Zahl an rückenden Russen in Sicherheit dringen. Und seit TageSgvauen nrühte sich alt und jung, daS Vieh von der Weide einzutreiben und alle Wagen zu beladen. Ties alles hörte sich nun die Mutter Meike Timoreit mit einem „dlck Göttchen, aä.) Göttchen, wat soll dat bloß wäre!" an, und ihre zitternden Knie konnten die Schüssel mit den zu schälenden Kartoffeln kaum noch aus dem Sck>otze halten. Ta klangen draußen auf dem mtt roten Ziegeln gepflasterten Hlur stampfende Männerschritte, die Tür wurde ausgerissen, und eme Männerstimme schrie in die Stube: „Tat Schwien mutt wej." Meike Tiinoreit sprang aus, die Kartoffeln kollerten auf dem mtt weißem Sand bestreuten Fußboden herum, und Grita wandte sich jäh um und rief erschrocken, „Aber Batchen, ivat fall dat hete?" Micks Timvrett, der Ehemann der Meike und der Vater der Grita, stand in der Stube. ,Loa, Watt füll dat hete?" höhnte er nach. „Ick segg, dat Schwien mutt wej!" Als sich dann die Familie Timor eit von dem ersten Schrecken erholt hatte, ging sie sinnierend und überlegend herum. „Wo sull dat Schwien bliewe?!" Doch was kein Verstand der Verständigen sieht, das fand der jüngste Tinwrett, der zwölfjährige Wilhelm beim Abendbrot. „Mi schaffe es bove ov dem Bodden", meinte er und schob den Svirkeln ein Stück Schwarzbrot nach in den Mund, den immer hungrigen. „Donnaschlack!" sagte der LZater erleuchtet, „kiek de Jung!" * Es war eine wider haarige Arbett, daS ungebärdige Schwein über die steile Leiter, die mtt aufgenagelten Brettern für das Tier gangbar gemacht war. in den Bodenraum zu bringen. Aber eS ging. Wie das vierbeinige Berntogen der Familie Timoreit in dem dunklen Giebelraum fürsorglich in einem Verschlag untergebracht war. da griente Micks in sich hinein: „Nu kenne fo koame, de Deesbartels." Tie Russen kamen auch, zwar nicht gleich, eS ging noch über eine Woche ins Land, und die Wannaguppchener, die nicht geflohen waren, hofften schon, sie kämen überhauvt nicht mehr. Aber an einem späten Nachmittag meldete sich das Verhängnis in Gestalt zweier Reiter, die wie verrückt durchs das Dorf galoppierten. Bier andere folgten langsam und vorsichtig nach. Dann kam eine größere Abteilung Infanterie, die sichs im Dorfe bequem machte und dort Quartier bezog. Timoreits versteckt liegendes Häuschen hatten sie anscheinend zuerst gar nicht bemerkt, urch die Bier saßen den ganzen Abend in banger, spannender Erwartung im dunklen Zimmer Wilhelm lauerte vor dem Guckloch an der Türe, die beiden Frauen beteten leise murmelnd, angstvoll auf jedes Geräusch horchend, und der Vater lehnte nachdenklich an der Kachelofen ecke, die Hände in den Hosentaschen und den Priem aufgeregt im Munde hin und her schiebend. Da grunzte mrd guiekte oben das Schwein auf, stieß polternd an seinen Verschlag und warf irgend etwas um. Den TimoreitS fuhr ein gewaltiger Schrecken durch die Glieder. Wenn das Schwein sich so unvorsichtig aussübrte, sobald Russen im Hause waren, dann war's aus mit der Sckiweineherrlichkeit. „Wat satte wie bloß dohn?" jamnterte die Mutter. Ta hatte lviedn Wilhelm den erlösenden Gedanken: „De Grita jeiht rop tour Schwien, op di hört'S dat meiste." Da fiel der Mittler ein Stein vom Herzen, denn Um die Grita hatte sie im geheimen mehr Angst als um das Familienvermögen, das Schwein. Schnell wurden die Belten der Grita inrd diese selbst raufgeschafft. Jetzt wareit beide in Sicherhett. Denn unter dem kleinen Dach, »u dem kern Aufgang führte, wenn stmn die Leiter wegnahm. würde niemand lebende Wesen vermutett. An diesem Abend blieben Timoreits von den Russen unbehelligt. Am andern Tag in aller Frühe wurde eine riesige Portion Schweinefutter eingerührt, auch Grita reichlich mit Essen und Trinken versorgt, uud kaum war alles raufgeschafft, da meldete Wilhelm vom Guckloch: „De Rufs' koame!" Richttg. Unten auf dem Landweg, der von Wannaguvvchen nach Almedien führte, zog eine Jnsanterioabteilung mit Furagewage» dahin. Als die Sicherungsspitze auf linker Seite das versteckte Häuschen sah, blieb sie stehen, schien zu überlegen, und als die Kolonne herankam, lösten sich fünf Mann ab und ntarschierten auf die Kate zu. „Grita, sei still! de Rufs' koame!" Grita klappte oben die Falltür zu, der Vater stellte die Leiter in eine andere Ecke und setzte die dümmste Miene auf. über die er verfügte. Inzwischen warm die Fünf heran ge kommen. Zwei postierten sich vor die Türe, drei ttaten ein. Der Unteroffizier redete den Micks auf russisch an: „Gdjä vrußia wüßtawil tschißawusch?" Die Timoreits machten dumme Gesichter, und da übersetzte einer der anderen Russen die Fragen des Unteroffiziers in stolverndes Deutsch. Micks konnte von preußischen Soldaten nichts erzählen. Tann durchsuchten sie das Haus, fede Kammer, guckten in jeden Winkel. Timoreit mußte in den Keller voranssmchten Und dann ginq's in den Stall — der Stall war leer. „Gdjä ßwinia?" schrie der Russe den Timoreit an. und der Meike. die hinterher gekommen war. zitterten die Ktrie. Sie glaubte vom Tack>e her das Schwein ausguieken zu hören. Aber die .Russen hörten nichts, und Micks log etxrxiS von „Schweineseuche" und „krepiert", und dann fluchten die Russen fürchterlich und zogen mißttauisch und langsam ab. Denn hier kein Schwein im HauS, wv jeder mindeste ts eine- hatte, das war seltsam. Während nun die Russen im Hause herumrumorten, kauerte oben zitternd die Grtta neben dem Schwein und kratzte es mit einem Stück Holz im Genick, daß es behaglich schnaufte. Dem Schwein wurde es unter der liebevollen Behandlung rmmer wohl er, und Grita mußte alle möglichen Künste amvenden, unt ihren Pflegling von lautem Freuden quieken abzuhvlten. Dabei lauschte sie aimstvolttitternd nach unten, auf das Stimmengewirr. Aber endlich wurde eS still, und nach geraunter Zeit klopfte der Vater, und Grita konnte aus ihrer Schweinewarte herabklettern. Doch nicht für lange. Wilhelm saß hinterm Haus auf dem Sandhügcl, von dem aus er das ganze Dorf überschauen konnte, auf dem Auslug. Zur Besperzeit rückten von unten her wieder einige Russen an. Mit ein paar gewaltigen Sätzen war Wilhelm zur Hintertüre herein: ,,De Rufs'! Grita! Dat Schwien!" Wie der Blitz huschte Grita die Leiter hinauf und schloß die Klappe. Während der Junge die Leiter hinten hinaus schleppte, donnerten vorn schon die Kolben an die Türe: „Atwarjati paßtoj! kwartiera!" Diesmal war's schlimmer. Vier Mann kamen inS Quartier. Micks Timoreit wurde eS recht flau um den Magen, als er sah, wie die Russen es sich in seiner Stttbe bequem macksten, nachdem sie wieder das ganze Haus durchsttcht hatten. Wer er^ätte kein Litauer sein müssen, wenn es ihm nicht gelänge, die Russen Über den Löffel zu barbieren. Wenn nur Grita mit dem Schwein serttg würde: für da- übrige würde er schon sorgen. Nachdem er die ungebetene Gesellschaft ordentlich abgefüttert hatte, holte er d^e Kruke mit dem Wacholderschnaps aus dent Keller, und nachdem er selbst einen Ordentlichen hinter die Binde gegossen hatte, bot er den Russen an. Dann holte er die Ziehharmonika aus dem Schass und spielte alles, was ihm bekannt war. Es dauerte gar nicht lange, da waren die vier Russen sehr vergnügt; sie sangen, zwar nicht dasselbe, was Micks spielte, aber dafür laut, tranken und tanzten und nannten Micks „Brrudderberz" und „daitsches Fraind". So gemütlich war's schon lange nicht bei Timoreits. Weniger gemütlich freilich fand es die Grita bei ihrem vierbeinigen Schutzbefohlenen. Das Schwein war sicher musikalisch, und wenn Micks unten immer wieder in sein Lteblingslied „Lott is tot, Lott is tot" einfiel, da guiekte es fröhlich mit, und Grita stand eine Todesangst atcs, das man das unten höre. Sie streichelte, fütterte und kraute das Schwein abwechselnd. Redete ihm) zu, wie man sonst nur einem kranken Schwein zuredet, — und schließlich schien es beariffen zu haben, daß eS sein Leben für die Familie Timoreit und das deutsche Reich erhalten müsse, denn — so erzählte Grita — sie brauchte ihm schließlich nur ms Ohr zu flüstern: „Still, sonst holt dich de Rufs'!" da lag es ganz ruhig und muckste nickst. yweiundeinenhalben Tag blieben die Russen in Wannagupp- chen. Dann schien es ihnen nickst mehr geheuer in der Gegend. Sie zogen ab, rückwärts und so schnell, daß sie sogar vergaßen, Micks Timoreits Kate anzuzünden. Tenn preußische Gardereserve pfefferte blaue Bohnen hinter ihnen her, und Hindenburg besorgte» ihnen etwas später bei Ortelsburg und Tannenberg den Rest. MickS Timoreit aber opferte sein vor den Russen gerettetes Schwein, das letzte von Wannaauppchen, als Siegesmahl für die preußisck^n Soldaten — gegen blanke Taler ans der Kompagniekasse natüi> lich. Das war oas fröhlichste Schlachtfest bei Timoreits. Permi * Ein neues Verfahren der Daktyloskopie. Eine der schwierigsten Ausgaben der Polizeitechnik aus dem (Gebiete der Identifizierung der Verbrecher ist die, ein einheitliches Jden- tisizierungsverfahren zu schaffen, das gleichzeitig ein einheitliches Registrierversahren gestattet. Wie Oberpolizeiinspektor Weiß in einem Aussatz der Deutschen Strafrechts-Zeitung aussührt. scheint die Lösung dieses Problems nunmehr gelungen zu sein. Gleichzeitig haben zwei erfahrene Kriminalisten, der Direktor des argentinischen Erkennungsdienstes Juan Bucetich und der Kopenhagener Polizeikommissar Dr. Hakon Jürgensen, ein Verfahren ausgearbettet, das auf denselben Prinzipien beruht und allen Altforderungen endspricht. Während Bucetich seine Methode noch nicht genauer mit- geteilt hat, machte Dr. Jürgensen die seine aus dem Internationalen Polizeikongreß der Oeffentlichk.it bekannt. Seine Methode weist neben anderen Vorteilen besonders den auf, daß jeder e i n z e l it c Abdruck der zehn Finger besonders registriert tvird, während früher alle zehn Finger gemeinsam auf ein und derselben Abdruckkarte registriert tvurdett. Dies neue monodaktylo- skopische Registrierversahren ermöglicht also, jeden einzelnen Finger besonders zu registtieren und ihm eine besondere Formel zu geben. Dadurch werden zehnmal soviel Karten und Formeln erhalten, als dies bei dent bisherigen Zehnsingerregistrierverfabren der Fall war. Den bisherigen Fingerabdruck-Methoden ha^ete sodann der Mangel an, daß die obersten Fingerglieder der Verbrecher nicht abciedrückt. sondern gerollt wurden. Da aber der Verbrecher am Tatort keine gerollten, sondern stur abgedrückte Fingerspitzen hinterläßt, so gingen für den Erkennungsdienst die wertvollstett Bestandteile verloren, dettn die äußersten Fingerspitzen kamen mit ihren Mustern nicht mehr so genau auf den Kopier* m bogen herauf, tute dies beim Abdrücken der yall \)t. Dre neue Methode labt die Fingerszntzen der Verbrecher nicht rollen. ,ondern mittels eines besonderen Apparates abdrücken. Dr. JSrgensen vermag auch mit Hilfe eines sinnreich konstruierten Apparate- die Schlingen-, Wirbel- und Bogenmuster der Fingerabdrücke in viel reicherer Weise als bisher §u klassifizieren, nämlich in zirka UX) Hauptklassen. Bei der analytischen Untersuchung letzt er daA>Genncht auf gewisse typische Eigentümlichkeiten, welct-e häufig in den Fingerabdrücken Vorkommen und immer eine entscheidende Rolle für die Identisizierrmg gespielt haben. Mit Hilfe eines Millimetergrad- messerS werden diese dann noch des Näheren untersucht. Die Kombiuationsmöglichkeiten für dies neue System sind mit zirka 10 000 Millionen berechnet worden, d. h. mit einer bisher noch nie erreichten Zahl. Vergegenwärtigt man sich nun. daß es auf Erden nur rund 1500 Millionen Menschen gibt, so nnrd man daraus die absolute Sicherheit dieses Identifizierungssystems erkennen. Das neue Verfahre,! ist leicht faßlich und kann daher von jedem Beamten schnell in die Praxis übertragen tverden. Da hilft auch eine wesentliche Verbesserung der Fingerdruckabnahme. Das zu den Abdrücken verwandte Papier wird einem besonderen Gelatineversahren unterworfen, damit die vorher mit Eisendoppelchloridlösung bestrichenen Papillarlinien beim Berühren der Gelatine in schöner grüner Farbe hervortreten. Die Fingerabdrücke werden weit schärfer als bei dem alten Verfahren, und die (Ausrüstung für diese monodaktylo- skopische Registratur wird vereinfacht. Das neue Verfahren, das eine große Zukunft hat, eignet sich auch zu einem internationalen Mitteilungsmittel. das eine Identifizierung durch Fernsprecher und Telegraph und.die Uebertragung des wichtigeren Inhaltes der Registraturen, namentlich bei internationalen Verbrechern, in sogenannte Verbrecher! exika gestattet. Dadurch ist die Möglichkeit für eine zuverlässige, umgehende und handliche Identifizierung geschaffen. • Kokainsucht in Paris. Dian hat in Paris den Teufel mit Beelzebub au-getrieben, als man den Absinth aus allen Kaffee- häusern und Schanklokalen verbannte, denn nun tun Morphium und Kokain in noch ausgedehnterem Matze al- früher ihr düstere» Werk, um den Parisern über die traurige Kriegszeit wegzuhelfen. DaS Laster der Betäubung durch Kokain hatte ja in Frankreich bereits vor dem Kriege erschreckende Formen angenommen; nicht nur die Bohömekreise de» Montmatre suchten darin neue Sensationen, sondern die Kokainsvritze war selbst schon die Geiährtm etniacher Arbeiterinnen geworden. Am Kokain hängt, zum Kokain drängt nun alles, und wenn auch verhältnismäßig wenig davon an die Oeffentlichkeit kommt, so ist eS doch genug, um einem der fchönfärbenden Londoner Berichterstatter in Paris zu einem bedenklichen Stirmrunzeln Veranlassung zu geben. Ter Pariser Mitarbeiter de» „Daily Telegraph* weist aui eine Gerichtsverhandlung hin, in der sich ein bereit« viel bestrafter Kokainsüchtiger Henry Iarzuel, der sich geradezu zu einem Propheten des Kokain auf- geschwungen hat, wegen deS Verkaufes dieses Betäubungsmittels im Groben zu verantworten hatte. Unter denen, die er mit diesem Gtil versorgte, befand sich auch ein Soldat, der unter dem Einfluß des Kokain desertiert war und nicht zu seinem Regiment zurückkehrte. Ter Gerichtshof verurteilte Iarzuel zu einer hohen Geldstrafe und zwei Monaten Gefängnis, vorher aber mutzte er sich noch eine Lobrede de« Kokainfanatiker» aus da» betäubende Gilt anhören; der Angeklagte erklärte, daß Kokain heutzutage vielen Parisern zur Leben-notwendiqkeit geworden fei und daß man seinen „Siegeszng" trotz- aller Bestrafungen nicht aufhalten werde. Er sprach von den Anhängern de4 Kokain, die sich auch in den höchsten Kreisen befänden, und von seiner „segensreichen Wirkung". „In kleitren Dosen genossen*, so predigte er, „ist das Kokain ein heil- sanreS Mittel, da« einen großen Einfluß aus die Phantasie auSübt und di« geistige Entwicklung befördert. ES hat auch einen bewunderungswürdigen Einfluß auf den Charakter und macht die, die er ständig nehmen, freundlich, höflich und liebenswürdig. Vor zwei Jahren war ich verrückt, jetzt bin ich gesund und geheilt dank den, Kokain. Kokain macht stmg, frisch und kraftvoll. Ich selbst diu der beste Beweis für das, wa» ich sage/ Der Richter unterdrückte beim Anblick der vorzeitig gealterten, eingefallenen und schrvächlichen Jammergestalt, die diese Worte anSsprach, das Lächeln, da« ihm schon auf den Lippen schwebte. Daß die Sucht aberwirk- lrch in weite Kreise gedrungen ist, das zeigte sich bei der Entdeckung eines „Kokain-Hotel-*, die kurz darauf glückte. Eine junge Dame, ein Mädchen aus reichem und angeseheirem Hause, fiel eine» TageS plötzlich auf der Rue Berthoulet in Ohnmacht. Sie wurde in einen benachbarten Laden gebracht und hier stellte ein kundiger Polizist ,eft, daß sie unter dem Einfluß de« KokatngenuffeS bewußtlos geworden war. V an forschte nun den Gängen diese» Fräulein« an« guter Familie nach und fand, daß e» häufig ein Hotel t»n Montmartreviertel besuchte und daß es auch am Tage vor dem Unfall bis 0 Uhr nachmittags dort gewesen war. Die Eltern ahnten natürlich von diesen Ausflügen nichts. AlS aber nun die Polizei unvermutet des Nachmittags in den, Hotel erschien, sa»,d sie dafelbst eine große Anzahl junger Männer und Mädchen, die sich alle de»n Kokainqenuß Hingaben. Man vereinigte sich hier zum „Fünf-Uhr-Tee", aber statt des TeeS wurde Kokam gereicht, das ein Drogist au» der Nachbarschaft in jeder verlangten Menge lieferte. Vüchertllch. •• tin neue» Kaiserbtld. Ter Schöpfer des im Der läge von D. A. Sceinann in Leipzig erschienenen kraftvollen neuen Katserbildnisie» ist trotz feiner jugendlichen Jahre kein Unbekannter und Unbewährter mehr. Erich Grüner ist zuerst mit graphischen Arbeiten hervorgetreten; seine Radierungen zum The,na deS „Judas* zeigen ihn mit Erfolg auf jenen Bahnen vorwärtsstrebend, die durch Klingerd gedankenvolle Zyklen der deutschen graphischen Kunst erschlossen waren. Objektiv und frei von stilisierenden Neigungen gibt sich Grüner im Porträt, rvosür der überaus ähnliche Kaiserkopf ein glänzendes Beispiel bildet. Die kräftige ent- fchteoene Pinselführung ist den» Charakter des Dargestellten angepaßt, tu dessen Zügen Entschlossenheit und Willensstärke vorherrschen. Mit wenig ftdjeveu Strichen ist die Uniform behandelt, farbig diskret, um nicht ungebührlich das Interesse von dem Kopf abzuleuken. DaS Gaiize ist in seinem wuchtigen, knappen Ernst sicherlich ein« der besten Verkörperungen deS Kaisers, dte wir au» Künstlerhand erhalten haben. — Und ebenso ragt auS der Ueber- maffe der btSherigen Kriegsbilder GrnnerS Gedenkblatt „Ich hatt'einen Kameraden* heran«, das, auf eigenem Schlachterlebnis beruhend, eine Kampfepisode ohne jedeAufdringtichkeil ins Heroische steigert und somit als wirtlich künstlerischerKriegswandschmuck empfohlen werden kann. — Um Vaterland und Freiheit. Im Verlage von Hermanii M o n t a n u s in Siegen uiid Leipzig erschien in der Sammlung M o n t a n u s - B ü ch e r vor kurzem unter deni Titel „Um Vaterland unb Freiheit* ein Kriegs werk von besonderer Bedeiltung. Der erste Band diese» Kriegswerkes »vurde in einer Ailllage von 30 000 Exemplaren gedruckt, welche binnen kürzester Zeit verkauft wäre»». Ein zweiter 30 000 Druck diese» ersteii Bande» befindet sich «rugenbltckttch in Vorbereitung. Vor »mS liegt nunmehr auch der zweite Band dieses Kriegswerkes und dieser zweite Band »st wiederum ganz besonders wertvoll. Er enthält über 200 Wtrklichkcitsausnahuien anS dem großen Kriege, die uns mitten hinein in die Kämpfe im Osten und Westen führen. Wir sehen unsere großen Feldherren und Staatsmänner bet Erfüllung der Forderung des Tages. Wir lernen aus deutlichster Anschauuntz die fortgeschrittenen Kriegsmittel von Freund und Feind, sowie die Einrichtungen zur Linderung der KriegSnot kennen und wir folgen »mferen tapferen Truppen in Schützengraben, Unterstand i,nd in die Schlacht hinein. Der äußere 11n schlag bringt in trefflicher Ausführung da» Bild des Kronprinzen ju Pferde. Eine Duplex-Autotypie deS Generalfeld,narfchalls v. Hindenburg in packender Wirkung befindet sich am Anfänge des wertvollen Buche». Der Herausgeber Walther Stein berichtet in der Einleitung kurz, übersichtlich und fesselnd über die Kriegslage, soweit sie in den Mitteilungen der Generalstäbe geschichtlich sesigelegt ist. Da» Werk wird lisch einige wenige Bände gleicher Art in sich vereinen und abgeschloffen wohl das rvertvollste Bildwerk über den Krieg sein. Jeder Band kostet 2 Mark. — Mit bei» Feldgrauen nach Belgien hinein. Kriegserlebniffe und Schilderiiugen. Herallsgegebeu von Wilhelm v. Trotha, Oberleutnaiit a. D. M,t zahlreichen Bildern. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. 240 Seiten. 1,50 Mt. — Oberleutnant Wilhelm v. Trotha, bekannt durch mehrere BolkSerzäh- lungen und Romane, gibt in dem trefflich aiisgestatteten Buche eine zusammenhärigeude Darstellung der Eroberung Belgien», da», wie man weiß, sich von England und Frankreich hatte verleiten lassen, die Neutralität zu brechen. Der Verfasser, der selbst al» Feldgrauer Belgien durchwgen hat, stützt sich vornehmlich aus Feldpostbriefe und andere Berichte von Augenzengen, steuert abet auch manche- au» eigener Anschauung bei und vermittelt dem Leser auf' diese Weise ein packendes Bild der kriegerischen Er- eigniffe und der scheußlichen Frcmktireurkämpfe. DaS Buch, daS mit Bildern, u. a. dem des Kaiser», geschniückt ist, darf ohne Bedenken ailch als Lektüre für dte Heranwachsende Jugend empfohlen werden. - Silbenrätsel. a, bi, binSk, bur, chart, dü, er, fa, fa, fan, gaS, o, kalt, li, i,a. ne, ni. in, re, ri, ry, ter, the, u, um. AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen zehn Wörter gebildet i»nd derart untereiiiander gesetzt werden, daß dte Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines bekannten Gelehrten und deffen Heimatland bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Stadt an der Wolga. 2. Gerinanifchen Volksstamm. 3. Fluß in Rnßland. 4. Ein Betäubungsmittel. 5. FlüfsigkeitSinaß. 6. Ein Signal. 7. Italienischen Staatsmann. 8. Griechische Göttin. 9. Nebenfluß der Donau. 10. Stadt in Bulgarien. (Aust. in nächster Nr.) Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer r Weiß. 1. 8 f 1 — h 2. Schwarz. Beliebig. 2. v. T, S gibt Matt. Sebrlftleltnngr Aua Goetz. - Rotationsdruck und Derlaa der Brübl'schen UniversitälS-Buch- und Stetndrnckerei. R. Lanae. Gießen