Mittwoch, -en 31 März Jan von Werth. Noman aus dem Dreißigjährigen Kriege von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Hunger und Seuche zwangen Gustav Adolf zum Abzug. Die protestantischen Reichsfürsten, die sich mit ihrer Begeisterung für ihn heiser geschrien hatten, brachten keinen Laut mehr aus der Kehle. Der sächsische Kurfürst verhandelte offen mit dem Friedländer. Gustav Adolf zog nach Norden. Und als der Kurfürst Maximilian von Bayern mit Aldringhen und Jan wieder an die Donau kam und aus Herzensgrund sagte: „Gott Dank, daß ich wieder bayrische Erde trete: der Friedländer hat mich nicht wenig mortifiziert", wurde in dem Novembernebel da oben auf der Lützener Heide der Friedländer geschlagen, aber auf der Walstatt lag der, welcher die Hoffnung und der Stern der Protestanten gewesen war: Gustav Adolf, blutig, halbnackt, tot. „ In das erschütterte Schweigen, das Freund und Feind gelähmt hielt, löste sich erst allmählich der Klang der Pfeifen und großen Trommeln, mit dem die Schweden entschlossen und finster, von Horn und Bernhard von Weimar geführt, wieder durch Franken und Bayern marschierten. Jan saß bei der ersten Nachricht im Sattel. „Der Narrentag ist angebrochen", lachte er. „Weshalb?" fragte Jos6 Maria, der neben ihm ritt. „Die Schweden, Junge, haben aus unserem Jammer nichts gelernt. Sie haben sich schleunigst zwei Oberbefehlshaber zugelegt, und ihr Kanzler Ochsenstern hält sie aus der Ferne am Draht. Glück zu!" Er stieß drein, wo ein schwedischer Haufen sich zeigte. War kein Quartier sicher vor ihm, er schlugs auf. Selbst in des Herzogs Bernhard Leibregiment sprang er und würgte die blonden Enakssöhne „Grad auf den Weimarer Hab ich's abgesehen." sagte er, „den wackeren Deutschen, der den Reichsseind ins Land führt!" Zuweilen glaubte ihn Bernhard zwischen den eisernen Zangen seiner Armaden zu haben. Er kniff Jan wohl einmal blutig, aber in der nächsten Nacht, wenn er meinte ihn geschreckt zu haben, so zwischen zwei, drei Uhr, schrie'^ - Jesus Ferdinandus! Und Brände flogen und Schüsse knatterten und der Werthsche Schrecken stürzte über die Erwachenden. Da ballte Bernhard seine Truppen zusammen und drängte so schnell es ging, nach Nördlingen. das die Kaiserlichen belagerten und dem er bei seinem fürstlichen Eide Hilfe rugesagt. Drängte unaufhörlich und schleppte auch den zaudernden Horn mit sich. „Voran! Voran! Herr Kamerad! Ehe Werth zu ihnen stößt, müssen wir an sie sein." Pipen und Flöten, Jan war früher aufgestanden. Und als Herzog Bernhard mit der Vorhut bei Nördlingen anlangte und aus dem Goldbachwalde hinter Ederhein und Hirnheim herausdefilierte, zogen die viertausend Mann Jans am Fuß des Tannenberges dahin, auf die kaiserliche Stel- lung zu und sangen aus vollem Halse: „Dragoner und Kroaten Dazu die Musketier Seyn allsamt gut geraten, Und auch die Kürassier. Maria voll Erbarmen * Dazu der heilige Ehrist, Schützt Alls mit euren Armen > Was gut katholisch ist!" * Die Septembersonne kämpfte wie ein Ertrinkender in dem feuchten Qualm der Nebel, die aus den finsteren, endlosen Wäldern um Nördlingen stiegen. Auf der freien Neigung des Albuchs, auf dem der rechte Flügel der kaiserlichen, ligistischen und span: chen Völker stand, aing Jan mit dem Herzog Karl von Lothringen auf und ab. Das lange feuchte Gras schlug ihnen um die Stiesel. „Wahrt nur den rechten Flügel gut, Werth," sagte der Herzog, „seid nicht so hitzig?" Er klopfte ihin mahnend und freundlich auf die Schulter. „Muß heute Viktoria geben. Ich hab's der erlauchten Königinmutter von Frankreich versprochen." „Der Königinmutter Maria, die der Kardinal haßt?" „Und die der milchbärtige Louis auf sein Geheiß verbannt hat!" Jan blieb stehen und bohrte den Absatz in den feuchten Grund. „Fahrt wohl, Gnaden Herr Herzog, und gute Verrichtung! Will sehen, ob meine Kerls aus dem Polten sind. Ich habe Gründe, vor der Königin gut zu bestehen." „Glück und Sieg. Werth " Vom linken Flügel her donnerte es bereits dumpf. Da war Horn schon an der Arbeit. Zwei Pagen hielten schweißtriefend Jans hellbraunen Ungarn an den Zügeln. „Der wittert den Pulverdampf," sagte Jan, sprang in den Sattel und war im Nu vor seinen Regimentern. Der Gau! bebte in allen Muskeln und riß seinen Reiter fast über den Hals. Da hielt Jose Maria. Sie hatten sich lange nicht gesehen. Jan wollte ihn umarmen, aber er brachte den Ungarn nicht heran. So ließ er ihn um Jose Maria im Linksgalopp Kreise beschreiben. Die Nebel stiegen. Der weite, grüne Wiesengaua bis an die gegenüberliegende Höhe wurde frei. Bernhard stak noch jenseits im Wald, indessen Horns Musketen verworren und übereifrig schon in den dnmpsen Donner der Geschütze knatterten. „Kommst du von Nördlingen?" fragte Jan. „Hat man näheren Bericht, wie Aldringhen starb?" „Es scheint, aber es scheint nur so, daß er fiel — wie jener Bolini fiel, Jan. als wir von Mantua abzogen." 202 — 8 „Aldringhen war ein guter Kamerad, aber sein Gewis- war schlecht. Allen Herren dienen — ja! Er wagte nicht S herzhafte Wort: so und nicht anders bin ich aesonnen. Schließlich wußte er selbst nicht mehr, wo aus und ein/" „Horn bricht durch," ries der Abbö und deutete nach links. „Sieh dort!" „Sie sind über die Schanden, Zackerbombenundslöh! Denen steckt der (Geruch des Lutzener Siegs noch in beit Nasen. — Da kommt Bernhard!" Die geschlosseneil Reiterglicder hinter Jan wurden unruhig. „Stillhalten da?" schrie er ihnen zu. Lächelnd sagte er u Jvss Maria: „Wir haben noch Zeit. Der Stoß gilt dem othringer." Dick und stinkend ballte sich der gelbe Pulverdamps über dem Tal. Zutoeilen klatschte vor ihnen eine schwedische Kanonenkugel in den feuchten Grund „Reit' zurück, Jose Maria, es wird ernst!" „Mir ist sehr wohl da, wo ich bin." Jan ließ seinem Gaul die Hügel und schoß ein paar hundert Meter vor. Er stand in den Bügeln hoch und schaute um sich. Horn schien zurückzngehen, Bernhard und Karl von Lothringen waren ineinander verbissen. Jan klopfte seinem Tier aus den blanken Hals. „Möcht' auch drein wie du,"" sagte er und ritt langsam zurück. Er ließ zwei Reiter loS, die sehen sollten, wie's im Zentrum stand, wo des Kaisers Soyn, Ferdinand, der junge König voll Ungarn, komnlandierte. Sie kamen erregt und ein tvenig bleich zurück. Drüben lagen ganze Regimenter im Blut. Horn stieß unaufhörlich zu, blind, wütend, denn die Spanier standen. Aber die große schwedische Batterie drüben — ! » Jetzt schlugen ihre heulenden Kugeln schon in Jans U^eiter. Er ließ lvenden und in, Schritt — „Schritt, Kerls!"" l^Leiii wenig zuriickreiten. Da hielt man nun fröstelnd, großen, starren Augen, llnd in den Ohren war das ^p'yeuerlick)? dumpfe Okbrüll der entfesselten Schlacht. Me lange Zeit so verging, wußte keiner zu sagen Der wrt schien ohne Ende hin und wieder kam in langem Galopp ein Offizier zurück und stieß drei, vier Worte heraus, immer gleichlautende Worte: „Die Schlacht steht." Jan ritt allein an den Rand des Waldes. Da blitzte drüben zwischen Büschen, hier und dort, die blasse Sonne auf blanken Stahl: ein schwedisches Kürassierregiment ritt ln die Wiesen hinaus Das gilt mir, dachte Jan Sein Degen Pfiff blank in der hellblauen Luft. Die Kürassiere in ihren schwarzen Panzern schoben sich in vier Treffen lind trabten an Ach, sind alte Bekannte, dachte Jan imb lachte Hatte erst neulich ihr Quartier aufgeschlagen, und wenn nicht die Musketiere dazugekonnnen »vären, würden sie jetzt schwerlich aufs Albuch zu reiten. JanS Regiment erschien langsan, im Freien. Die zwei Regimenter Ungarn und Kroaten folgten, Jan rvinkte sie zurück. „Wir wollen's allein zwingen, Dragoner!" schrie er. Joss Maria reckte in der rechte,: Faust sein funkelndes Brilstkreuz empor und rief: „Für Maria und Bayern!" Wer ihn ilberdonnerte der wilde Lärm der Soldatenfehlen : „Bivat, Jan von Werth!" Die armlangen Trompeten bliesen. „Formiert? — Los7" brüllte Jan und stob voran, die Standarte knatterte an seiner Seite Er hörte das gewaltige Trommeln der oielhnndert Pserdelwse — sünfhundertSchritt vor ihm schoß die schwarze Eisenmasse der Schweden heran; er stieß einen gellenden, unartikulierten Schrei aus, und in das unschädliche Plappern der Kürassierpistolen riesen seine Dragoner ihren Schlachtruf: „Werth — Werth!"" Dann war- ein ungeheuerliches Krachen, ein Kreischen, — und aus diesem Getöse auoll in jedes rechten Reiters Kopf der hellseherische Wahnsinn, der den .Hieb des Gegners. seine Parade ahnt und ihn fähig macht, wie ein Gott -u parieren und zu hauen. Solche Reiter hatten die Schiveden noch nicht vor der Klinge gehabt. Ihr Regimeiit war zerschmettert, ehe es se,n Gott mit uns!" ein paarmal gebrüllt hatte. Wer r.uft hatte, hieb seinem langbeinigen Gaul die Sporen faust- ttel m die Weicl>en, uiid der preschte bockend davon. Wer Ehre im Leibe Hatto oder culs de,n Geivürge sich nicht freimachen konnte, fiel, denn Pardon — ? „Da hast Pardon, Keheraas!" schrien die Dragoner und hieben quer in die Visiere. Jan hielt, nahm den Degen in die Linke und schlenkerte mechanisch die tm Krampf des Griffes erstarrte Rechte. Dabei sah er sich um. Aus den» Zentrum stieß Karl von Lothringen vor mit den spanischen Terzios. Vor ihnen verebbten die Brandungswellen von Bernhards berühmter weißer Brigade. Die gelbe schwedische rückte an. Da leuchtete Jans Gesicht, und über seinen, keuchenden, halb geöffneten Mund bebte der Schnurrbart. „Fornneren!" Und seine Trornpeten riefen die ungarischen und kroatischen Reiter herbei. Sie fegten heran. Den Ungarn standen die Rabenfedern keck aus der Mütze. Die langen Schläfenzöpfe der Kroaten flogen im Sturm des Ritts. Und die vereinigte Masse der drei Regimenter schwenkte im Galopp halb links und brach in die weichenden schwedischen Musketiere: da gab's kein Halten Dann auf die kompakten Regimenter hin, vor deren Front die Pikeniere sprangen, die zwölf Fuß langen Spieße gegen den rechten Fuß gestemmt, indessen die Musketiere über die Geduckten feuerten mit der ganzen gefürchteten Ruhe und Sicherheit schwedischer Veteranen. Da überschlugen sich Werthsck)e Gäule, viele bäumten sich auf, aus Instinkt vielleicht, oder lveil ihre Reiter in die Zügel griffen. Der Abb6 stand in seiner ganzen schlanken Länge in den Bügeln: dann ließ er das Kreuz fallen, und aus der schwarzen Soutane schoß der blanke Blitz eines gezogenen Säbels. „Für Maria und Bayern!" „Werth — Werth!" Und dann waren sie heran: die Hufe der wilden Gäule schlugen auf schwedisckie Helme, und die mit ihren langen Piken und stummen Musketen wehrlosen Gelben fielen und floben, hingen Werthschen Pferden in den Zügeln und wehrten sich mit Fäusten und Kolben und Dolchen, nick)t mehr um Sieg, nur »roch ums Leben. (Fortsetzung folgt.) Kricgsglßd. Skizze von Käthe Langenmayr. Sein Vater saß unten im Psörtncrstübchen und flickte Stiefel, und ihr Vater, der Herr Graf, wohnte oben in einer lwchkerr« schwülichen Wohnung, ging alle Tage auts Amt, und würde — wie jeder im Hanse wußte — »vahrscheinlich sehr bald Minister Iverden Da mußte man wohl ein,ehen, daß die beiden nicht zusammen paßten. Doch Kinder wissen so etwas zuw Glück noch) nicht — und so konnte es an einem sonnenhellen Märztage geschehen, daß die kleine Gräfin Sofie Luise mit ihrem Puppenwagen auf dem breiten Mitteltveg der Straße stand und mit sichtlicher Bewunderung dem großen Jungen zusah, der seinen Kreisel besonders kunstfertig tanzen ließ. Er selbst staud mit gespannter Ausmerksamkeit daneben und ivußte mit einigen gescheckten Hieben die Tanzkraft seines Spielzeugs zu verlängern. „Laß mich auch mal/" sagte plötzlich neben ihm ein helle« Stimmchen und er bemerkte erst jetzt das kleine Mädckien mit dem Puppeinvagen neben sich. Sie hatte scken die Peitsche aus seiner Hand genommen, was er, der ein paar Jahr älter und sicherlich viel stärker war. ihr lercht hätte wehren können. Mer er tat es nicht, sondern sah guttnütig zu. nie sie den Kreisel mit ungeschickten Schlügen zum Umfinken brachte. ,Du kannst ja gar nicht trieseln," sagte er dann, nahm den Kreiiel aus und wickelte vorsichtig und sachkundig die Schwur darum. i Sie sah ihm aufmerksam zu. „Wie lstnßt du denn?" fragte sie. „Ich ld'iße Friedrich Schuster. Kennst tm mich denn nicht? Ich mache euch doch oft die Tür auf. wenn Vater nicht da ist." „Ach — der bist du Rein, ich habe dich nicket erkannt." sagte sie „Ich heiße Sofie Luise und meine Puppe heißt Kunigunde." Er lachte. „Ein spaßiger Name — den habe ich noch nie gehört." „O/" sagte sie ernsthaft, „das ist ein sehr seiner Name. Meine Urgroßmutter hieß so. Sie n»ar eine Prinzessin und ging nachher in ein Kloster." „Urgroßmütter gehen dock) nicht in ein Kloster," sagte er altklug. „Die Klosterleute dürfen nicht verl-eiratet sein." Sofie Luiie dachte nach. ,Lch WH6 nicht, wie eS war, aber richtig ist es. Die Urgroßmutter war so vornehm; und eS ist vornehm, ins Kloster zu gehen. ES ist jetzt nicht mehr Mode, sonst täte ich es auch. Ich werdet Krankenschwester, das ist auch sehr vornehm." „Du kannst doch lieber heiraten," riet Fritz, „ich nehme dich, wenn du grob bist." „Du —" sagte das kleine Mädchen — J>u bist doch ein Schuster. Einen Scliuster, der schmutzige Stiefel stickt, kann ich doch nicht heiraten. Ich bin eine Gräfin, und mein Haler wird bald Minister." Sie reckte sich hoch auf und er sah mit grober Deutlichkeit, wie schlank und zart sie lvar, wie golden ihr Haar glanzte und wie blau ihre Augen schimmerten. „Sofie Luise'' rief in diesem Augenblick eine scharfe Stimnre vom Erkerfenster her. Da stand die Gräfin Mutter mit ihrem Söhnchen aus dem Arm und beaufsichtigte von oben her das Töchterchen. Freilich hätte sie es für richtiger gehalten, wenn die kleine Sofie Luise au der Straße von einer Dienerin begleitet worden wäre. Mer das lieh sich nicht machen. Jetzt gerade um die Mittagszeit, wo die Sonne so schön schien, muhte das Mädchen für alles in der Küche sein und kochen. Sofie Luise hatte sich auch sonst aus der Strahe durchaus vornehm gehalten lmd nie mit gewöhnlichen Leuten gesprochen. Deute freilicki — heute zum erstenmal! Die Gräfin seufzte. ES war schwer, standesgemäß zu leben, wenn man sich so sehr einschränken muhte. 9N>er das würde nicht mehr lange nötia sein, ein so begabter, hochgeborener Mann, wie ihr Gemahl, muhte bald Minister werden Das sagte doch jeder. — Friedrich Schuster war ein guter, fleihiger Junge, niemals in der ganzen Scimlzeit hatten seine Ellern etwas über ihn zu klagen gehabt. Um so verwunderlicl)er war es, dab es ihm plötzlich einftel zu ividersprochen, als die Eltern jetzt, da er eingesegnet werden sollte, seine Zukunft bestinrmten Nichts ist doch natürlicher und einfacher, als dah ein Schusterssohn wieder Schuster wird, es hatte auch bisher niemand in bezug auf Friedrich etwas anderes gedacht. Und jetzt sagte er plötzlich, er wollte nicht Schuster werden. Aus keinen Fall, da könnte man reden, was man wollte. Das war verwunderlich und ganz unerklärlich für die Eltern: doch schließlich, da der Klügste nacl)gibt, und die Eltern aus alle Fälle doch die Klügsten sein müssen, gaben sie nach und Friedrich kam zu einem Sck)losser in die Lehre. Da er fleihig und süchtig war, von seinen Eltern auch nie 'gesehen hatte, dah man es anders machen konnte, ging es rasch mit ihm vorwärts, sein Meister'hielt große Stücke aus ihn und er war bald der beste Geselle in der Werkstatt. Ta geickrah es einmal, daß er am Schloß der Tür, die sein Baker nun schon ein halbes Menschenleben lang jedem Eintretenden geöffnet hatte, eine Aenderung zu machen hatte. Er stand gerade und hämmerte und feilte nach Herzenslust, «US zwei Damen die Treppe hinab kamen. Er hörte ihre Tritte scl>on lange, bevor er sie sehen konnte, und wartete gespannt, ob es wohl die Gräfin Trachenhöh mit ihrer Tochter sei. -Und wirklich. sie waren es. Nun hatte der Schlosser Friedrich Schuster zwar manchmal schon an die blonde Soiie Luise gedacht, sich wohl auch ein Wiedersehen mit ihr recht deutlich vorgestellt, wobei er ihr dann von seinen erfreulichem Erfolgen in der Schlosserei hätte berichten können, aber er hatte bei diesen erträumten Gelegenheiten immer seinen besten Ausgehanzug und seine Wäscl>e angehabt. Das war nun im Augenblick durck)aus nicht der Fall: sein blauer Arbeitskittel war weder ganz neu, noch glänzend vor Sauberkeit. Im Gegenteil, auch bei genauer Betrachtung hätte wohl niemand einen Unterschied zwilchen einem schmutzigen Sckmster und diesem seinen Schlosser gesunden. Doch er vergaß diesen Mangel vollständig und sah, obwohl er sich den Anscl>ein gab. als ob er nur auf seine Arbeit «ack)>te. doch ganz genau, wie zart und schlank Sofie Luise war. wie golden ihr Haar schimmerte und wie blau ihre Augen leuchteten. Vielleicht würde sie ihn anreden — vielleicht würde sie ihm guten Tag sagen? Ob sie wohl nock) wußte, nne er hieß? Leise rauschten jetzt neben ihm Frauen Neider. Die Gräfin Drachenhöh wandte sich ein wenig zur Seite und sagte $u der ihr folgenden Tochter: „Nimm dich mit deinem weißen Kleide in acht. Sofie Luise. Wie unangenehm, daß wieder Arbeiten im Hause sind." Und eine helle Stimme antwortete: .Ja. Mama, sehr unangenehm. Aber wenn wir wiederkommen, ist die Tür hoffentlich fertig." Friedrich Schuster sah eine schmale, kleine Hand in die Falten eines unendlich sauberen weißen Kleides fassen, es ein klein wenig heben, damit eS durckiaus nicht mit dem blauen Arbeitskittel in Be- rühimng käme, und dann war er wieder allein und konnte hämmern und feiern nach Herzenslust, wie vorher. Und er hämmerte tüchtig, als wollte er das ganze HauS, sogar die ganze Welt mit all ihren dummen Einrichtungen und Vorurteilen zerschlagen. Was gab eS doch für schlechte Menschen. Wie böse und eingebildet waren sie. t O — er wollte es ihnen schon zeigen — o — fie sollten eS schon sehen — sie sollten sich wundern- Sofie Luise wandelte kühl und vornehm neben ihrer Mutter einher. Ob sie wußte, daß sie eben ein strahlendes Lustschloß zertrümmert hatte? Man sah es ihr nicht an. Sie wandelte weiter kühl mrd vornehm' durch die Jahre, niemand sah ihr an, wie sie heimlich arbeitete und entbehrte. Das brauchte auch niemand zu sehen. Es war nämlich nicht alles so geworden, wie man gehofft hatte. Der Graf Drachenhöh war nicht Minister geworden, wie man es in Anbetracht der damit verbundenen Einnahme so dringend gewünscht hatte. Er war sogar auf der bescheidensten Gehaltsstufe bis zu seinem Tode stehen geblieben. Die venvitwete Gräfin bezog danach eine sehr kleine Wohnung, die eigentlich nur aus einern Zimmer und etwas Nebenraum bestand. Softe Luise holte sich nachts eine Decke und ein Kopfpolster auf das in diesem Zimmer stehende Sofa, und Klaus Heinrich, ihr Bruder, der im Kadettenhause erzogen wurde und nur in den Ferien nach Hause kam, schlief dann in einem Möbel, das er Mutter- Nähkasten nannte und das seinen dünnen Gliedern gerade noch Raum bot. Doch lange ging es nicht mehr mit dem Nähkasten, denn KlauS Heinrich wurde groß und stark urrd man hätte nicht gewußt, wie man sich nun in der engen Wohnung hätte einrichlen sollen, wenn nickst Softe Luise gerade in dieser Zeit erklärt hätte, sie wolle jetzt Krankerftchwester werden. Das wäre schon immer ihr Wunsch gewesen. Mama lvisse doch — Tie Mutter nickte, sprach mit Befriedigung von der Großmutter Prinzessin, die auch ihr Leben der barmherzigen Menschenliebe gewidmet habe, wie das in vornehmen Familien oft der Fall wäre: meinte jedoch, mit Softe Luise hätte es immerhin noch ein paar Jahre Zeit. Vielleicht — man könne nicht wissen — Aber Softe Luise wollte nichts von einem Vielleicht wispen. Sie wurde sogar reckst ungeduldig, als die Mutter anfing, einig« ganz unsichere Zuknnstshoftnungen anzudeuten. Nein, sie ließ sich nicht halten. Noch bevor die nächsten Ferien begannen, war ihre Schlafstelle für Klaus Heinrich frei, und Sofie Luise hatte ihre Lehrzeit begonnen. Wieder vergingen ein paar Jahre. Klaus Heinrich stand gerade vor dem Eintritt inS Heer, da brach der Krieg aus. , Da wurde natürlich alles, was noch fehlte, schnell erledigt, und dann ging es froh und voll Begeisterung inS Feld. Fröhliche Karten kamen, es ging ihm gut, eS war alles schön und herrlich, ging gut vorwärts, machte Spaß — Tann hörten plötzlich die Karten auf. Man wartete angstvoll, machte sich trübe Gedanken, grämte sich. War der fröhliche Junge verwundet — gefangen — gefallen? Aus Belgien waren die letzten Karten gewesen und man hatte seitdem furchtbare Tinge von dort gehört. Traurige Wochen waren es, die jetzt langsam vergingen. Tie Gräftn Drachen höh wurde in diesen Wochen eine alte müde Frau mit weißem Haar. Sie wagte es kaum, in die Zeitung zu sehen oder dem Briefträger entgegenrugehen. Ta kam endlich ein Brief von Softe Luise mit der Freudenbotschaft: er lebt. Venvnndet war er zwar, sogar schwer verwundet, aber da er wußte, daß sie in einem Lazarett am Rhein pflegte, war es möglich gewesen, daß er in dasselbe Lazarett gebracht lverden konnte, und das hatte ihm wohlgetan. Nun ginge es langsam mit ihm bergan, und in einiger Zeit würde sie ihn der Mutter bringen dürfen. Fürs erste mußte er aber noch still liegen und gepflegt werden. Jeden steien Augenblick saß Marie Luise an seinem Bett. Wie frisch der liebe Junge war. tote begeistert für die gute Sache. Und wie er sich sehnte, wieder zu seinem Regiment zu kommen. Gerade als ginge es nicht ohne ihn. ' Und er hatte dort einen Freund, einen älteren Kameraden^ einen herrlichen Menschen, den müßte Sofie Luise kennen lernen! Dem verdankte er überhaupt, daß er noch lebe. Tenn er — Klaus Heinrich — sei doch bei dem letzten Sttirm- angrisf ins Bein getroffen — gerade auf freiem Felde umgesallen. Nicht möglich weiterzukommen, nicht mal mit Kriechen. Und die Geschosse immer um ihn. Schön wäre das gewiß nicht gewesen und lange hätte man da auch nicht lebend gelegen — aber sein »Freund Friedrich Schuster, ein Kerl mit Bärenkräften und treu wie Gold — der yätte ihn einfach aufgehoben und aus dem Hexenkessel voll Tod und Verderben getragen. An einer Maiier, wo etwas Deckung gegen die umherfliegenden Geschosse gewesen sei, hätte er ihn niedergelegt und da hätte man dann geduldig warten können, bis die Krankenträger kamen. Ja, der Friedrich Schuster, dos wäre einer, ein ganz pracht- voUer Mensch Ganz auS eigener Kraft hätte er sich aus einfachen Verhältnissen aufgearbeitet. Still für sich gelernt, out der Hochschule studiert, alle Prü ckmgen glänzend bestanden und sich einen guten Namen unter den Fachgenossen ermorden. Jetzt — dei Ausbruch des Krieges — hätte er eine grobartige Stellung nn Auslande gehabt — weißt du, Sofie Luise, eine Stellung mit einem Ministergehalt, wie mir sie immer für den armen Vater erhofften — Solch ein Mann sei sein Freund. Er sei sehr schnell nrit List und Glück nach Deutschland zu- rückgekehrt und ins Heer eingetr^eten. „Nun, du wirst ihn bald kennen lernen", schloß Klaus Heinrich seinen begeisterten Bericht. „Er besucht mich; das hat er mir versprochen." Sojie Luise hörte still zu. Ob das wirklich derselbe Friedrich Schuster ivar, an den sie sich noch sehr deutlich aus der Kmderzeit erinnerta? Der Name war gewiß nicht selten, eS konnte ein anderes sein, so versuchte sie zu deuken. Aber cS gelang ihr nicht. Tie Kinderzeit stieg vor ihr ans und es ivar ein sehr unbehagliches Gefühl zu denken, daß sie damals ihr weißeS Kleid au?gerafft hätte, um es im Vorbeigehen nicht an ihn streifen zu lassen. Wie töriclst, sich noch jetzt nach so langer Zeit an solche dumme Kinderei zu erinnern. Es stand durchaus noch nicht fest, daß es wirklich derselbe! Friedrich Sckmster sei. Und wenn er es lvar, dann hatte er natür- vtd> diese Sache längst vergessen. Aber er >oar es mirNich. Sie fand ihn eines Tages am Bett ihres Bruders. Sie erkannte ihn gleich und sie fühlte, daß auch er sie erkannte. Verstohlen betrachtete sie ihn, während sie mit leichter Hand im Zimmer ausäumrte. Wie wunderbar, daß dieser Mann Friedrich Schuster mar! Sein grauer Nock mar auch brmte nicket übermäßig sauber, aber Sofie Luise wußte eS — alle Menschen, die ihn sahen, mußten eS — das waren keine Flecke, das waren Ehrenzeichen. Im Kamps für Kaiser und Baterlaiid, im Kamps auch für sie, als er ihren Brilder aus dem Kugelregen trug, da waren diese Zeichen entstanden. Und er selbst — ein fester, starker Mann, der mit Klans Heinrich verkehrte wie ein älterer, gütiger Freund mit einem jüngeren. Ein Mann, der den Kops hoch trug und sich seinen Platz erobert hatte. Und dann fiel ihr plötzlich ein, daß sie damals, gleich bei der ersten Begegnung von der Großmutter Prinzessin gesprochen hatte — ob er wohl auch noch daran dachte, ob er noch manchmal über das eini äl tige dumme Ding lachte? Leise ging sie wieder auS dem Zimmer und ließ die Freunde «Nein. Sic hatte ibre Arbeit. Das mar gut. Als sie nach einer Weile durch den hellen, hohen Gang deS Krankenhauses ging, stand er plötzlich vor ihr. „Ich wollte mich noch von Ihnen verabschieden, Gräfin," sagte er. „Schwester Sofie Luise," verbesserte sie schnell. „Schwester — das ist kein richtiger Begoss für mich/' sagte er lächelnd. „Eine Schwester habe ich nie gehabt, aber eine Fugendbekannte —" „O," sagte sie abivehrend, „ein sehr törichtes Ding —" „Ein vornehmes Kind mit einer Urgroßmutter, die —" „Ach bitte, beschämen Sie mich nicht so sehr —" „Nein, das ivill ich durchaus nicht. Ich wollte nur andeuten, daß ich oft daran gedacht habe." „Wirklich — wenn man sich doch nur einmal gesehen hat — in ganz früher Kinderzeit?" sagte sie zweifelnd. „Nicht nur einmal, Gräfin. Sie vergessen, daß ich sie damals täglich sah. Wenn Sie es auch nicht merkten. Und nachher — eine Reihe von Jahren nachher, habe ich Sie dann nochinal gesehen und — beinahe wieder mit Ihnen gesprochen." Sie senkte den Kops und wurde sehr rot. „Das wissen Sie auch noch? Ich habe mich damals sehr töricht benommen. Ich schäme mich noch heute —" Er sah fie an, lvie sie vor ihm ständ. so zart und schlank in der einfachen Arbeitstracht, mit dem Not der Scham aus dem Gesicht. mit den leuchtenden blauen Augen und dem schimmernden goldenen Haar. Sie, an die er immer gedacht hatte, seitdem er hatte denken können. Sie die ihn so tief gekränkt hatte, als sie damals stolz vor rhm vorbei ginH und ihr weißes Kleid vor seiner schmutzigen Nähe wahrte Sie, die er dainals bitter gehaßt hatte und der er es doch — er empfand es deutlich — allein zu danken hatte, daß er seine Krack gebrauäst und über sich hinaus gewachsen war, daß er jetzt vor im lün Mann, der sie begehren durfte. „Klaus Heinrich hat mir gesagt. Sie würden ihn nach Berlin begleiten," sagte er. „Ich komme in den nächsten Tagen Mich nach Derlm —" ..Meine Mutter wird sich sehr freuen, Sie begrüßen zu können/' unterbrach ihn Socke Luise schnell und sie wußte, daß e- ihr oblag, die Gräfin Trachenhöh auf den Besuch dieses ManneS vorzubereiten, so vorzubereiten, daß er als der Lebensretter KtauS Heinrichs empfangeil ivurde und daß der Mutter nichts unmöglich schien, was — doch eigentlich wirklich unmöglich war. 0 — Socke Luise fühlte, sie würde das scholl machen. Auch von dem Ministergehalt würde sie erzählen. DaS würde der armen Mama wohltun, ihr, die lebenslang vergeblich darauf gewartet hatte. Ein leises Lächeln erhellte Sofie Luises Gesicht. „Ihre Mutter tvird sich freuen," sagte jetzt Friedrich Schuster, „es ist sehr gütig von Ihnen, dies vorauszusetzen. Und trotzdem bin ich noch nicht daurit zufrieden. Ich muh erst nocb wissen, ob auch Sie mich wlllkomnlen heißen werden, wenn ich komme?" Ta reichte sie ihm die Hand und sagte ja. Und als nun Friedrich Schuster das Krankenhaus verließ und in eine helle frohe Zukunft schritt, daclrte er: ^Nie hätte ich den Mut gehabt, um sie zu werben, wenn nicht der Krieg uns zusaminen.geführt hätte. Dem Krieg danke ich es, mein Kriegsglück." _ vüchertlsch. — Der tausendste Band von Kürschner- Büch e r s ch a h. Bon ..Kürschners Bücherschatz" der vom Geh Hofrat Professor Kürschner begründeten und von Hermann Hillger sortgesührtcn Sammlung illustrierter Romane und Novellen ist jetzt der 1000. Band erfchienen. Dieser Jubiläumsband vereinigt unter dem Titel „Aus dein Iugendlano" Jugenderinnerungen einer Reihe unserer hervorragendsten Dichter und Dichterinnen: Ludwig Fulda, Karl Rosner. Adolf Wilbrandt. Jda Boy-Ed. H^- wig Dohm und Elora Viebig. Seit dem Erscheinen des ersttn Bandes von Kürschners Büclrersckxrtz im Jahre 1896 sind bis zum l>eutigeii Tage nahezu 100 Millionen Bände der allgemein bekannten braunen und zum Preise von je 20 Pfg. überall erhältlichen Bände dieser Sammlung verkauft worden. Dieser buchhändlerilche Erfolg steht in Deutschland geradezu einzig und unerreicht da. — A u s d e n K ä m v V e u der Tiroler Katserjäger und Landeoschütze n. Ein bekannter Meisterschütze bei den Tiroler Kaiserjäger,» war zu seine,n bei einer Feldküche eingestellt. Aw dem Marst-be ersehet"«,, plätzlich sieben Kosa.'en; der Schütz« und seine drei Genossen sprtnaen rasch herunter; und während sie sich ,iied,-r>verien, schreit er: „Drei ich lenk, d ch mir ckülier keiner schient, sunst lrtegks nix zu essen." Seine v»er Kosaken schoß er tm Handumdrehen herunter, dann sagte er: „So, jetzt schient- ös." Wir finden diesen Bericht unter vielen anderen in Bongs bttderaeschini'ickter Kriegsgeschichte „De » Krteg l 9 I 4 1 ft t n Wort u u d B t l d" (leustes Verla .-haus Bong & Eo., Berlin W 67, Pr ei« des Achktagcheckes 30 Pi >, von der soeben Heft IN und 19 erschienen sind. Im ersten Teil, der e,gentl,u «n Kriegs ^schichte, endtgt Vizeadmiral z. D. K,rch oss da- Hatte! # Tei Krieg der Ho tzseestotten 19 4 in den heuntichen Gew ffern'. Ta,an schließt sich Wltheun v. Mcho»v- zugleich sachinannis h« wie seiielnd belebte Darstellung des Kriege- Deutschland- und Oellerrei i>-1lngarns aus den Hr>eg- chauvlägen de» Osten- und Süden- gegen Rußland und Serbien bis znm ersten Vor'ioß gegen Warschau und Fwangorod. Amr dem zweiten, gletchsall- n»it erlesenem Bilderschnruck »eich versehenen Teil des Werke- »Der Krig in Einzeldarstellungen' heben wir «olgende ^iutsätz« hervor: ,D»« Winters r lacht in viasuren', „Zum Winterleldzug im Kaukasus", „T>e indischen Hil stimpuen England-", »Wie sich unsere Feldgrauen aus Vorposten etngraden', Seiner Majestät Schlachtschiff Ayesha- uiw. Ferner j. ien die Feldpostbriefe „Krieg-- glück', „Ter B.tuenwerler' usw. he> vorgehoben Beide rieste enthalten auch diesmal je eine farbige doppelseitige Extra Kunst« beiiage, die an- der Hand hervorragender Schlachten- und Marin«- inaler stammOn. — Den Feldpostbriefen können die Kriegsflugblätter „Aus deutsckrem Süden" (Preis 25 Pfg, Reuß L Jtta, Konstanz) beigelegt werden. Das dritte Heft dieser Flugblattfolge ist soeben als ein „B i s m a r ck h e f t" erschienen und vereinigt von einer Anzahl der bekanntesten und besten süddeutschen Schriftsteller muer* haltende und zeitgemäße Erzählungen und Gedichte. Lrganjungsrälsel. D.. Mn... an n.ch.S .3H.«. «. st.«.. n I. . a. p*. m.. . or. e u .. . o t. A.S i. g.te. G. tff.. .m . eb.. . n. e.. en . ut.. . a,n .. i. . o. l Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Königspromenade in voriger Nummer: Wer s ine Wünsche nicht beh« ,rs l't. der gleicht dem Schiff«, Ta- ohne Sleuer treibet aus den Wellen, Ilm an dem ersten besten Felsenriffe Hil,los und unerivartet zu zerschell«n. Pavverttz. Schrlstlettung: Aug Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ«rsität»-Buch- und Stemdruckerei. R. Lange. Gießen