Jan van Werth. Roman aus dem Dreißigjährigen Kriege von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Es war eine Lust, zu sehen, wie die kaiserlichen Kanonen von drei Seiten der winzigen Festung zusetzten. Sie schossen ihr die Zinnen weg und die Dächer. Ihre Mauern stürzten wie Lehmwände und füllten die Gräben. Sie rissen gewaltige Löcher in das Gemäuer, mit keinem anderen Resultat, als das; mantuanische Musketen sich durch die Oesfnüngen schoben und erbittert feuerten. Schließlich aber war der ganze Brückenkopf nicht viel anderes mehr als ein Haufen von Geröll und Trümmern, und eines Abends schrie Jan mit einer Stimme, die allen durch Mark und Bein ging: „Mir nach! Siefliehen!" Und er warf sich mit. einer Handvoll Leute auf die Trümmer, aus denen noch immer Schüsse blitzten, und sprang von Mauerblöcken in Löcher und war wieder hoch und hatte endlick) die Brücke, auf deren letztem Ende die Verteidiger sich hindrängten der schützenden Stadt zu. Er lief hinterher, den Degen in der Faust, ihm nach ein Dutzend seiner Musketiere, hinter ihnen quollen in Massen die Regimenter aus dem zerschossenen Brückenkopf. Es gab ein wildes Gedränge auf der schmalen und langen Brücke. Jetzt waren die Mantuaner kaum fünfzig Schritt vor Jan am anderen User, sie spritzten nach allen Seiten auseinander und da sah Jan gerade in die schwarzen Mäuler zweier Kanonen hinein, die Rad neben Rad mit scheußlicher Gelassenheit dastanden, ein paar verwegene Kerls und Durante, Durante hinter sich. Erstarrt blieb Jan stehen. Er sah, wie Durante die Hand hob, zwei Luutenflämmchen senkten sich nieder und plötzlich war die Brücke mit einem ungeheuren Krachen wie gefegt. Jan aber fiel vornüber und stürzte in abgrundtiefe Finsternis. * In diese Finsternis fiel nur selten ein Strahl des Tageslichts, ein Laut der Menschenwelt. Jan sah nichts davon, daß seine toten Musketiere in Haufen tagelang auf der Giorgiobrücke lagen, da niemand es wagte, in dem Feuer der Besatzung die Leichen ans andere Ufer zu holen. Die wenigen Ueberlebenden hatte;; den leblosen Jan in jener Schreckensnacht mit sich zurückgeschleppt. Er wußte nichts davon, daß mitten in; kaiserlichen Heer den Mantuanern schreckliche Verbündete erstanden, das Fieber, das aus den Minciosümpfen stieg und die Pest, die mit den schrecklichen Regengüssen über das Land kam. Er lvußte nichts davon, daß General Collalto die Belagerung aufheben ließ und nach Süden zurückwich, nur einmal erwachte er für Augenblicke und fühlte sich auf einen; Wagen liegen, der vorwärtsrollte, auf Stroh gebettet. Mer die Stöße der Räder waren so hart, daß er über den Schmerzen von neuem das.Bewußtsein verlor. Weihnachten 1629 ging vorüber, und wenn Jan auch in jener Zeit die Augen aufschlug, so schien es für ihn von lächerlich geringem Belang zu sein, zu wissen, wo er war. Erst nach drei Wochen hörte er einmal im Halbschlaf, wie der Ort, wo er lag, mit Guastalla bezeichnet wurde, und er hörte ganz fern die Stimme Jose Marias, die sagte: „Er wird aus italienischer Erde sterben, fürchte ich." Jan glaubte innerlich zu lächeln: lieber Gott, wie grenzenlos gleichgültig war ihm die ganze Sache. Schlafen. Ha. Schlafen. Lange nachher war es ihm, als schiene helle und warme Sonne auf sein Bett. Irgendwo sang ein Vogel. Ich muß aufstehen, dachte er. Meine Kerls lümmeln sich sicher faul herum. Ausrichten. Teufel ja. Bin ich festgebunden? Endlich saß er. Blinzelte mit unklaren Augen ins Licht und sah dann einen fremden Mann am Fenster auf einem Stuhl sitzen. „Holla," sagte Jan. „Was ist mit mir?" „Je nun," sagte der. „Man hatte Euch gut zugerichtet." Ah, so. Die Kanonen. Durante. Gewiß. Und dabei iiber- kam ihn wieder die zackermentsche Schwäche. Ec legte sich nieder. „Wo sind wir hier?" „In Guastalla, wie sich das Nest heißen läßt. Ein gottverfluchtes Nest." „Wo ist Jose Maria?" „Wer—?" „Der Feldkaplan. Jose Maria." Der Mann schupfte die Schulter. „Weiß nicht. Im übrigen braucht Ihr keinen Kaplan. Es geht nicht mehr zum Sterben. Ihr habt zwei Kugeln gehabt. Eine in der Brust, die andere im Bein. Musketon- kugeln, denn die Briganten aus der Brücke hatten ihre zwei Blasrohre mit Musketenkugeln geladen." Jan schlief schon wieder. Aber im Traum hatte er es mit Josö Maria zu tun, der verschwunden !var und den er suchte. Immer wenn er ihn von ferne sah, verschwand er wie ein Gespenst. Als er am anderen Morgen aufwachte, verlangte er zu essen. Er aß elf gebratene Eier und eine kalte Schöpsenkeule. Er rief nach Wein, aber er bekam nur ein Quart. Dann schwang er seine dürren Beine aus dem Bett und sagte: „Meine Montur! Und Jose Maria soll kommen. Seinetwegen kann ich sterben und er künnnert sich nicht um mich. Was stehst du da, dickköpfiger Esel? Ruf den Kaplan." „Hier ist kein Kaplan!" „Ha? — Frage, wo er ist." Er stand aus, wankte und schlich mit zitternden Knien und ausaestreckten Armen zun; Fenster wie ein Seiltänzer. Der Soldat trat wieder ein. „Der Kaplan, von dem Ihr spracht, war pestkrank und ist irgendwo liegen geblieben." Da stand Jan plötzlich ganz sicher. „Kerl! Hund! Und inan hat ihn liegen lassen?!" 176 ,-Order vom General. Kein Pestkranker darf im Lager bleiben." Jan alarmierte mit seinem Toben die ganze Stadt. Oberst Mercy eilte herbei, ja selbst General Aldringhen, der gerade aus Deutschland gekommen war. Es wurden Streif wachen in die Umgebung geschickt, um Jos6 Maria zu ucheu. Sie kamen wieder und ließen mit hängenden Köpfen )ie fürchterlichen Schmähreden über sich ergehen, die Jan über sie ausgoß. Am dritten Tage hielt er es nicht mehr aus. Er ritt, schwach jund bleich, auf einem hellgrauen Maul tier im Schritt davon, hinter sich einige Musketiere. Nach abermals zwei Tagen fand er Jose Maria^n einem Karthäuserkloster, aus einem Hügel, oicht am Po. Er schlief, als Jan in die winzige Zelle eintrat. Der dienende Bruder hatte ihn beruhigt. Nein, der Kranke hatte nie die Pest gehabt. Nur das Fieber. Landleute hatten ihn aufgelesen und hierher gebracht. Da saß nun Jan, sehr glücklich und ruhig. Er sah in des Freundes klares und blasses Gesicht, mit der stolzen Nase und der adligen Stirn. lieber ihm, an der kahlen Wand hing ein großes Kreuz. Zlvischen den durchstochenen Füßen des Heilands und dem Holz der Marter stak ein Büschelchen von aelben Primeln. Ach, ja, der Frühling kam. — Er wehte durch das offene Spitzbogenfenster hinein. So weit Jan sehen konnte, draußen im Land, war feilte Spur des Krieges. In dem späten Tageslicht §og der mächtige Strom spiegelglatt und goldglänzend seine königliche Bahn. Ein Schwarm weißer Tauben zog eilige Kreise um das Kloster. Er kehrte immer wieder, mit schwebenden Flügeln, die beim Wenden rosig schimmerten. Eine ganz kindliche Glocke begann zu tönen. Der Angelus, ja/ der Angelus. Und jetzt sang tief in den Mauern ein ernster Chor in einer starken einfachen Melodie, die sich kaum bewegte. Der Angelus. Gott ja, ich verrotteter Kriegskamerad, dachte Jan. Ich verkommener Hund. Und er faltete die Hände und begann zu beten: „Der Engel des Herrn_" Aber in seine Worte mischte sich eine andere Stimme. Herrgott! Jose Maria! Wahrhaftig, da lächelten ihn die Augen des Freundes an. Er wollte rufen. Aber Jos6 Maria, freilich mit einem ganz leisen Beben in der Stimme, betete halblaut weiter, die Augen fest aus Jan gerichtet, und Jan gehorchte, Jan betete mit, und erst als sie das „Amen" aus den Lippen hatten, lagen sie sich in den Armen. ,/) Jos6 Maria!" ,T) Jan!" Die Glocke klang immer noch. Im März des Jahres 1630 stießen zum kaiserlichen Heer frische Regimenter. General Collalto wurde abberufen Und an seiner Stelle erhielt General Aldrinahen den Oberbefehl. Sofort kam frischer und heiterer Geist in die Truppen. Der Generalissimus zog mit strahlenden Augen von Quartier zu Quartier. Und überall int Lager hörte man sein dröhnendes Lachen, das so aus dem Grunde des Herzens kam, so daß der Griesgrämigste bei seinem Klang lächeln mutzte. Ende April brachen die Regimenter aus. Sie zogen rasch und in guter Ordnung aus Mantua ,und umklammer- ten es zum zweitenmal, jetzt mit eisernen Armen, die nicht mehr locker ließen. Ein nicht abbrechender gewaltiger Donner schlug über Mantua zusammen, und es konnten kaum so viel Kugeln und Bomben herangeschafft werden als die großen Kanonen verschossen. Es kamen höllenbittere Tage über die Stadt Die Mantuaner behaupteten, daß die Juden das von den kaiserlichen Truppen zurückgelassene Gerät, das verpestete nach Mantua geschleppt hätten. Jedenfalls war plötzlich die Seuche in der Stadt, und so viel herzogliche Krieger auch von den Kugeln der Kaiserlichen getötet wurden: die Pest würgte schneller. Es kam vor, daß die Menschen auf der Straße umfielen und in wüsten Krämpfen endeten. In so aroßen Massen starben die Menschen, daß man nicht mehr daran dachte, sie zu begraben. Die Soldaten des Kaisers sahen in hellen Nächten unübersehbare Züge von Karren am mantuanischen Ufer erscheinen und ihre Last von Pest- letchen in den Mincio schütten. Die Toten trieben in der schleichenden Strömung langsam davon und blieben in den Sümpfen im Ritcken des Heeres hängen. Wer sich in jene Geaend wagte, sah die weiten und toten Wasserflächen nicht n \ ßa ? b ^wachsen zu sein. Aber dieses Land waren zusamniengedrängte Massen ungeheuer aufgetriebener Bäuche und schwarzblauer Gesichter, die mit offenen Augen den Himmel angrinsten. Von den Beobachtungstürmen, die man auf den Be- lagerungswätlen errichtet hatte, sahen die Kaiserlichen in die Straßen der Stadt. An jedem Tag durchzog die Prozession mit dem Sakrament die verödeten Quartiere, und zuweilen trug der Wind abgerissene Stücke aus wilden und düsteren Klage- und Bittgesängen herüber. Oder es entstand ein Tumult. Man sah regellose, Haufen von Männern und Weibern, die mit rasender Schnelligkeit durch die Straßen eilten, Menschen aus düsteren Gebäuden schleppten und sie mit dem Kopf nach unten an die großen Haustore nagelten. Das waren Juden, an denen man sich rächte. Zutoeilen auch brachen brüllende Scharen von Soldaten aus den Aussalltoren und warfen sich auf die Kaiserlichen. Eines Nachts drangen sie bis vor das Quartier des Generalissimus,-der mit seinen Offizieren beim Becher saß, und in jener Nacht war es, daß Jose Maria wieder einmal einen Degen in die Faust nahm und in seiner kühlen Art, ohne einen Tropfen Schweiß zu verlieren, ein Dutzend Soldaten abtat. Er bildete den Kern des Widerstandes, der die allmählich herbeieilenden Soldaten anzyg, daß sie sich um ihn scharten und den Ausfall zurückschlugen. Jan, der au jenem Abend bei Mdringhen war, suchte bei solchen Kämpfen immer nur den einen: Durante, wenn er auch sonst nicht gerade wählerisch war und nebenbei jeden ab tat, der ihm in den Weg kam. „Ich bin nicht hochmütig," lachte er, „jeder Soldat will sein gutes Recht." Jan lag mit seinein Kornett noch immer in und um den zerbrochenen Brückenkopf von San Giorgio. Er sah hundertmal des Tages nach der Stadt hinüber, ob die kaiserlichen Kanonen noch immer nicht Bresche geschossen hätten. Ihm bangte nur davor, daß die Mantuaner den Platz übergeben würden, ehe es zu einem regelrechten Sturm kam; dann entging ihm der Franzose wieder. Da die mantuanischen Truppen sich die mondlosen Nächte für ihre Ausfälle aussuchten, machte sich Jan an einem Juniabend, der finster und regnerisch war, auf. um seine Posten entlang des Flusses zu revidieren. Der Feind pflegte lautlos auf großen Kähnen in einer breiten Reihe, aus dem Dunkel heraus, dicht am kaiserlichen Lager zu erscheinen und Jan hatte deshalb angeordnet, daß kleine Kähne mit wenig Soldaten die Nächte hindurch in der Mitte des stillen Flusses kreuzen sollten. An diesem Abend sprang er selbst in einen der Kähne und ließ sich in die Finsternis hi'nausrudern. Die zwei Soldaten tauchten nur zuweilen leise die Ruder ein, um in der matten Strömung in gleicher Höhe mit dem kaiserlichen Lager zu bleiben, und Jan stand an der Spitze des Kahnes und starrte dorthin, wo die Stadt lag. Es war sehr still. Nur der Regen machte mit gleichmäßig fallenden Tropfen ein eintöniges Geräusch. Zuweilen krachte auf einem der Ufer ein Schuß und eine funken- sprühende, heulende Bombe zog einen feurigen Bogen über dem Strom. Für Augenblicke blitzte dann das Wasser im Widerschein auf. Einmal war es Jan, als sähe er nach der Stadt zu einen langen schwarzen Körper auf dem Wasser schwimmen. Er gab seinen Soldaten die Richtung an und fuhr vorsichtig los. Da tauchte plötzlich dicht vor dem seinen ein Boot auf, eine gedämpfte Simme ries: „Nicht schießen", und dann lagen die Boote ilebeneinander. (Fortsetzung folgt.) Deutsche Kulturarbeit in Galizien. Aus der Geschichte des Deutschtums in den Karpathenländern. Von Dr. Georg Kuhn. m Galizien, in den Karpathen und in der Bukowina siegreich die «moskowitische Flut zurückdrängen und vertreiben, kämpfen'in diesen polnischen und slavischen Gegenden nicht nur in einem höheren Sinn für deutsche Krütur und deutsches Wesen, sondern auch im eigentlichen Verstände denn in all diesen Ländern sind deutsche Ansiedlungen zu verschiedenen Zeiten entstanden, haben deut che Gesittung und deutsches Recht ihre segensreiche Wirkung entfaltet und deutsche unverwischbare Spuren bis auf den heutigen Tag hinterlassen Dies wenig bekannte und doch so ruhmvolle Kapitel aus der Geschichte des Deutschtums im Auslaiide hat der Czerno- witzer Professor Raimund Friedrich Küindl in einem großen grundlegenden Werke behandelt, und es ich gerade jetzt interessant — 179 die Arbeit der germanischen Pioniere in diesem Teil des Ostens zu verfolgen. In drei verschiedenen Strömungen hat die deutsche Kultur im Laufe der Geschichte die Karpathenländer befruchtet und dabei im engsten Zusammenhänge sich über alle Teile des weiten Gebietes erstreckt. Das erstemal waren es die Scharen der Völkerwanderung, Goten und Vandalen, Heruler und Langobarden, die die Gebiete des römischen Pannonien in den ersten christlicken Jahrhunderten Überfluteten. Der Ansturm.dieser jungen Völker verrauschte so rasch, wie er ungestüm herangebraust war. Nur einzelne Ortsnamen und archäologische Funde von bedeutendem Kunstwert legen noch Zeugnis ab von diesem germanischen Vorstoß. Doch schon zur Zeit Karls des Großen kämpften hier wieder deutsche Krieger, und deutsche Kolonisten hatten dann gewichtigen Anteil an der Aufrichtung des ungarischen Reiches, das Stefan der Heilige schuf. Um die gleiche Zeit bahnten sich die ersten Beziehungen zwischen Deutschland und Polen an, als Kaiser Otto III. zum Grabe des hl. Adalbert nach Gnesen pilgerte. Um 1200 waren die Deutschen bereits bis nach Siebenbürgen vorgedrungen und hatten Schlesien zu einem germanischen Land gemacht, von wo sie m polnische Gebiete und bis nach Galizien kamen. Nach dem vernichtenden Einsal der Mongolen blühte die deuksche Besiedlung erst recht empor aus den Trümmern und schuf ein früher nicht gekanntes Kulturlebeni in den Städten und auf dem Lande. Tiefe Entwicklung, die im 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, dehnte sich aus bis zum Sercth und Pruth, bis in die Walachei und Bukowina und schu 1 die Grundlage für das Aufblühen dieser Länder, obwohl feindliche Gegenströmungen dem deutschen Einfluß entgegentraten und ihn zeitweise ganz unterdrückten. Im 18. Jahrhundert ist dann noch eine dritte bedeutende- Einwanderung von Deutschen in die Karpathenländer erfolgt, die neuen Aufschwung des gesamter: Lebens hervorrief. Die wichtigste Kulturarbeit aber hat die viele Jahrhunderte währende Kolonisation des Mittelalters geleistet und besonders aus Galizien ein Bollwerk germanischer Kultur gegen die östliche Barbarei geschaffen. Ueberall, wo die Deutschen hinkamen, brachten sie auch ihr Recht mit, und dieses „deutsche Recht", mochte es nun das am meisten verbreitete Magdeburger Stadtrecht sein oder Breslauer 'oder Neumarktcr, entband die Ansiedler von jedem landesüblichen Gesetz und erkannte ihnen bedeutsame Freiheiten zu. Weit über Polen und Ungarn bis ins heutige Rumänien war dies deutsche Recht verbreitet, es wurde von den polnischen Landesfürsten, aber auch von anderen weltlichen und geistlichen Herren verliehen. Nicht nur Städte und Gemeinde::, sondern auch einzelne verdiente Männer und ihre Angehörigen konnten durch Zusicherung des deutschen. Rechtes ausgezeichnet werden. Die höchste Instanz dafür war der königliche Obergerichtshof zu Krakau, dein die Urteile der einzelnen Lehnsgerichte, der Vögte und Schulzen in strittigen Fällen unterbreitet wurde::. Uebrigens begnügten sich die deutschen Ansiedler aber manchmal auch mit diesen königlichen Verfügungen nicht, sondern wandten sich nach der Heimat, um genaue Auskunft in Rechtssachen zu erhalten. So finden sich in verschiedenen Krakauer Sammlungen von Schöffensprüchen Magdeburger Urteile, die vor 1356 und später eingeholt wurden. In einem findet sich die Bemerkung: „Dies war der erste Brief, der zu Magdeburg von dem Krakauischen Stadtschreiber geholt ward 1376." Doch ist damit nur die erste Reise eines bestimmten Schreibers gemeint: die Urteile wurden schon viel früher direkt aus Deutschland an den Krakauer Gerichtshof gebracht. Sehr bald entstanden auch deutsche Rechtsbücher für Polen und Galizien. Bereits aus dem Jahre 1346 ist eine Krakacker Handschrift erhalten, die in deutscher Sprache 308 Artikel nach dein Sachsenspiegel und 112 Artikel des deutschen Stadtrechts aufzählt. Kasimir der Große ließ dann auf der Grundlage des Magdeburger Rechtes das 502 Artikel umfassende deutsche Rechtsbuck Herstellen, das für die Urteilssprechuna seines' Oberhofes auf der Krakauer Burg maßgebend war. Dies deutsche Recht hat sich in.Galizien bis weit ins 18. Jahrhundert geltend erhalten- :n den angrenzenden russischen Gebiete:: hielt es sich noch länger und ist *. B. in Kiew erst durch den Ukas vom 23. Dezeniber 1835 ganz beseitigt worden. Die deutschen Einwanderer kamen zum großen Teil aus Schlesien > zwischen Breslau einerseits, Krakau und Lemberg andererseits, haben lange Zeit die engsten Beziehungen bestanden, und viele deutsche Ansiedlungen tragen die Namen schlesisäier Orte. Doch stammten die schlesischen Siedler wieder größtenteils aus den niederländischen und mittelfränkischen Rheingegenden, aus denen s:ch fett etwa 1150 ein starker Kolonistenstrom nach dem Osten ergoß. Auch Süddeutschland und die Schweiz boten reiche:: Zuzug. Besonders wichtig war die Verbindung mit dem gewerbe- fteißigen und kunstsinnigen Nürnberg, die für das Aufblühen der Kultur in Galizien bedeutsam wurde. Wie (groß diese deutsche Einwanderung war, läßt sich nur schwer abschätzen, doch ist für Krakau berechnet worden, daß in der Zeit von 1392—1400 1097 Aufnahmen in die Bürgerliste stattkanden, wovon 833 ans Deutsche entfielen. Es wanderten also jährlich etwa 100 deutsche Bürger m diese eine Stadt ein. Manche Familien waren weithin über das Land zerstreut: so die Nürnberger Stoß, von denen der große Bildhauer stammt: sie sind in Krakau und zugleich in Sieben- bürgen nachzuweisen. Viele Orte lassen sich schon durch die deut- Ww Namen als deutsche Orte erkennen, so Kaiserwald, Bartvald. Sonnenschein usw. Auf sckstesische Einwanderer weisen Namen hin, wie Landshut (Lancut), Landskorn (Lanckorona), Rosenbera, Freistadt, Görlitz (Gorlice). Mit ihrem deutschen Recht erhielten die Städte auch ein bedeutendes Maß von Selbstverwaltung zugestanden und konnten so hier im slawische:: Osten eine schöne Blüte deutscher Städte- kultilr :ns Leben rufen. Die polnische Sprache bewahrt noch heute d:e Erinnerung daran, daß städtisches Leben und seine Einrich- tungbn erst durch die Deutschen in Polen eingeführt wurden. ^Rynck (Ring) heißt der Marktplatz, den die Deutschen als Mittelpunkt anlegten: auf ihm steht das „Ratuez" (Rathaus), in de::: „Burmistrz" (Bürgermeister) und „Radca" (Ratsherr die Geschicke des Gemeinwesens lenken. Die Stadt war durch „Krewtcze" (Kreuze) in Bezirke geteilt: Mauern mit Türmen und Gräben, über die Zugbrücken führten, schützten gegen feindliche Anstürme. D:e Straßen waren gepflastert, woran sich die Polen nur langsam gewöhnten. Auch das „Szlachtnz" (Schlachthaus), ^Browar (Brauhaus) und die „Szynk" (Schenke) waren deutsche ^"luhningen, die ihre Herkunft iwch heute in den polnischen Ausdrücken bewahrt haben. In allen Dingen der Verwaltung und Organisatwn wurden die deutschen Ansiedler vorbildlich, im Brücken- und Wegebau, wie in den Flußregulierungen, im Errichten von Kirchen und Krankenhäusern, in der Einführung von Feuerordnungen, Don Sicherheit- und Marktpolizei. Sic grüw- deten die ersten Schulen, in denen in deutscher Sprache gelehrt wurde D:e Finanzverwaltung und Wirtschaft der deutschen Städte war so vortrefflich, daß ihnen auch die polnischen Fürsten besonderes Vertrauen schenkten und z. B. die Kroninsignien dem Lemberger Rute zur Aufbewahrung übergeben wurden. Ein Sinnbild des Geistes der Ordnung, der mit de:: Deutschen ms Land zog, ist der Umstand, daß unter ihnen die ersten! Uhrmacher tvaren und nun Turmuhren der deutschen Orte mit ihrem Hellen Schlage die Slawen z:rr Pünktlichkeit erzogen. Das Postwesen m Polen wurde zum guten Teil von Deutschen ein- genchtet: Generatpostmeister des Reick>es tvaren meist Deutsche, und für das Ueberwiegen der Deutschen in: altpolnischei: Postwesen p.^t auch das polnische Poczmistrz" (Postmtelster). „Mvnomslrz" heißt Munzineister, ein Beweis dafür, daß auch Deutsche in erster Urne be: der Münzprägung und -Verwaltung tättg tvaren. Deutsche Ritter und Drenstmannen standen den polnischer: Fürsten zur Seite: un Heer sind bis ins achtzehnte Jahrhundert Deutsche in hohen Stellungen, besonders bei der Artillerie, dem Jngenieurwesen und dem Sanitätsdienst. Wiederholt wurde deutsches Fußvolk zum Schutz des Landes angeworben. In der Venvaltung des Landes stoßen wir immer wieder auf Deutsche als Vögte, Schulze:: und andere Beamte. Trrrch ihre Tättgkeit wurden die reichen Bodenschätze Polens und Galiziens erst nutzbar gemacht. So ist die Entwicklung des Bergbaus durch sie hauptsächlich gefördert worden. Die Bergwerksorte Bochnia und Wielicka gehöre:! zu den ersten Städten, die — 1253 und 1269 — deutsches Recht erhaltene unter den Beamten :rnd Arbeitern ist von Anfang an eine große Zahl Deutscher: das polnische Bergrecht hängt eng mit dem deutschen zusammen, und auch die Sprache, dieser klare Spiegel des Kultureinflusses, weist fast für alle Bezeickmungen des Berg- und Hüttenwesens Worte deutschen Ursprungs auf. Die Ausnutzung der großen Wälder, die Einrichtung eines regen.Floßverkehrs erfolgte durch die Deutschen: deutsche Müller bilden einen eigenen Stand, der eine bevorzugte Stellung genießt und ein besonderes „Müllerrecht" besitzt. Ja, selbst den Weinbau bringen die Deutschen nach Galizien und bepflanzen in Lemberg den sonnigen Berghang unter der Burg mit Reben, die einen reichen Ertrag brachten. Es ivar ganz natürlich, daß sich so der Handel hauptsächlich unter deutschem Einfluß in den galizischen Städten entwickelte. Die Worte „Handl' und „Jarmarck" sind noch heute die allgemein üblichen Bezeickmungen für alle Geschäfte und Märkte, und ebenso Mid die meisten polnischen Worte für Gewichte, Waren und Ausdrücke des Handelsrechts deutschen Ursprungs. Handel und Kauf- mannsstand entwickelten sich so glänzend, daß Handiveick und Gewerbe gegen sie zurücktreten mußten. Krakau vermittelte den Handel mit Ungarn und den deutschen Städten, Lemberg vor allem den Verkehr nrit dem Ostern daneben bestand ein lebhafter Handel zwisck/en den deutschen Städten Galiziens untereinander. Die Formell des Handels und die Organisatton des Marktes vollzogen sich ganz nach dem Muster Deutschlands bis in alle Einzelheiten. Es gab auch Kaufmannsgilden: aber den .Hauptbestandteil der Bürgergemeinde bildeten tvie in den deutsck>en Städten >:e Handwerkszünfte: sie hatten ihre Gesetze und Ordnungen, ührten erbitterten Kanrpf gegen alle Pfuscher, die „Bönhasen" und stellten beivasfnete Kompagnien zuu: Schutze der Stadt. Die außerordentlich große Anzahl von Zünften in den bedeutenderen Städten läßt darauf schließen, wie hoch entwickelt dainals die von den Deutschen eingeführten Handwerke und Gewerbe in Galizien tvaren: sie hatten den größten Einfluß auf die Kultur, und manckie von ihnen, wie die Goldschmiede, pflegten den Kunstsinn, der sich in reichem Maße regte. Die Kunst und Wissenschaft der Karpathenländer im Mittel- alter ist vorivieyend deutsch oder doch deiltsch beeinflußt. Beit Stoß, Peter Bischer und sein Sohn Hermann, Hans Behauch alles Nürnberger, sckmfen in Ibrakan herrliche Bildwerke: auch :n Lemberg ttaten deutsche Bildhauer und Bildgießer aus. Ihre 180 Kunst war natürlich rein deutsch: auch die Züge und Trachten ihrer Gestalten, und ebenso ist es die Malerei. Scheint dach selbst Mbrecht Dürer dem Zauber gefolgt zu sein, den Krakau danialS auf die Kunstwelt ausübte, und während seiner Wanderjabre dahin gekonmven zu sein! Er l-at später mehrere Aufträge für Krakauer Bürger auSgesührt, und zwei seiner Brüder haben sich dort niedergelassen. Andere deutsch Maler arbeiteten ebenfalls für Galizien und ihre Werke wirkten auf die Kunst aller Karpathen- länder. Selbstverständlich lvaren auch die polnischer! Hof- und Stadtmusikanten Deutsche. Tie Buchdruck er kunst braä-te ein Verwandter DürerS, Johann Haller, der wohl mit ihm zusammen nach Krakau kam. in die galizischen Lande. Deutsche Studierende strömten nach der Krakauer Universität, an der ebenso wre in Lemberg deutsche Wissenschaft ihren Sitz lyattt. Die Aufführung deutscher Mysterien und Schauspiele vervollständigte das reiche Bild deutschen Kulturlebens, das sich im Mittelalter und der Renaissance in Galizien entfaltete. vermischte». • Nachtwache au! dem Torpedoboot. Den schweren, die höchsten Ansprüche an die Nervenkrast stellenden Dienst auf einen, Torpedobootzerstörer schildert ein englischer Seeoffizier, dessen Schiff zu dem im östlichen Mittelländischen Meer gegen die Türken operierenden Geschwader gehört, in einen, Briefe: ..Ich will Euch erzählen, was aus so einen, Zerstörer in, Kriege Leben heitzt. Wir haken hier keine Landbasts irgend ivelcher Art uub gehen deshalb niemals an Land; dann und wann ankern wir für einen Tag oder eine Nacht unter dem Schutze iiner Insel, die wir blockiereii, und jede Nacht, wenn wir auf Patrouille sind, ja sogar auch vor Anker an unserer sogen. Ruhestätte, sind ivir in Sicht der feindlichen Batterien und Scheinwer er. Wir müssen uns sehr vor Treib,„inen m Acht nehrnen, denn die Türken haben solche Dinger anSgclegt, wo sie nur konnten. Drei haben wir bereits an unserer Anke» stelle aulgesischt. Die gan^e Nacht sind Leute mit Gewehren ausgestellt, um deswegen auszupassen. Jetzt bläst ein scharfer Südivest mit Hagelschauern rede Stunde. Es ist pechschwarz, so dunkel, daß ,nan nicht einen Zoll wett sehen kann. Weit fort an, dusteren Horizont ist ein unruhiges Flimmern, das Licht der seindlichen Scheu,,verirr, die durch den von, Winde gepeitschten Hagel und Regen hrndirrchstechen. Schwer kämpsl unsere Masch „e gegen den Seegang- wir ton,inen nur langsam vorwärts; das Schiff schwankt und schaukelt wie eiue Nußschale, und stets, ivenn es ntedersaust, stürzt der Gipfel einer Welle direkt über die Brücke, das Vo,der- deck und meist auch über den Zwölspsünder, der da steht. Diese schwarze eisige Flut, die mit einen, geivaltiqen Rollen über daS Echtst hinwäscht, ,st eine fürchterl,che Tusche für die Wachthabenden. An jeder Kanone und jedem Torpedorohr hat ein Mann Wache und versucht, durch die Finsternis und den Hagel zu sehen, indein er sich mit aller Kraft in dieser Hölle von Kälte und Nässe aufrecht hält. Ai, jeder Kanone und jeden, Torpedorohr liegt ein undeutlicher Hauten von Wachstuch oder ,nanchmal auch zwei oder drei je nach der Lage der Kanonen oder des Torpedos — daS ist e>n Offizier oder Matrose, der schläft oder zu schlafen versucht in dieser Stellung, bereit, ganz wach zu werden, wein, die Reihe an ihn kommt. Die Wache vollzieht sich folgendermaßen; Ein Mann geht z. B. um 6 Uhr nachmittags auf Wache bis um 8 Uhr. Dann hat er eine halbe Stunde fürs Abendbrot, aber meistens hat eine böte Welle das Herdfeuer ansgelöfcht und es gibt nur Fleischkonserven und SchiffSzwieback. Ilm 8 Uhr 30 Minuten geht er wieder an seine Kanons nnd versucht hier bis Mitternacht zu schlafen, dann beginnt seine vierstündige Wache. Um 4 Uhr morgenS kai,n er sich wieder im Windgebraus, von Slurzivellen überflutet, hinlegei» bis 7 Uhr. Tann koinntt das Tageslicht und die Nachtwache hat ein Ende. ES ist keine Kleinigkeit, diese dreizehn Stunden im eivigen Hagelschauer und Windgeheul zu verbringe»,. und es geht manchmal über die Kräste der Mannschaft. Ich habe den, Schiffskoch besohlen, jede Nacht für die Männer auf Wache Kakao zu kochen, heißen, dicken, öligen Schiffskakao. Und einmal jede Stunde schwankt eine dunkle Gestalt an Deck, mit der einen Hand sich mühsan, festhaltend, mit der andern einen Einier mit Kakao balancierend, und man kann von Glück sagen, wenn er die Hüllte des Inhalts zu den Leuten bringt. Nicht selten aber.spült eine Welle den Eliner über Bord, und dann gibt eS keinen Kakao, und man fühlt sich wie tot von 4—6 Uhr nwrgenS. Kommt dann das Tageslicht, so schaut es auf blasse, zitternde, übermüdete. dninpf blickende Männer, die sich »nühselig nach dem Mestedeck schleichen, um hier zu trocknen, z,l estei,, und dann in den, muffigen, niedrigen, überfüllten Na,une zu schlafen, wo sie sich auch noch fest aittlainmeru n,listen, um nicht fortgerollt zu werte»,^ 2luf der^ Brücke sind die beiden Scheinwerfer- u>,d die beiden Signal-Männer. Cie inüsten auch ans dein Teck der Brücke schlafen. Hier hat der Kapitän seinen Posten »ind bleibt hier dle ganze Nacht, mu Ausnahme vo», 10 Minuten dann unb wann, ivenn er nach der Karte sehen geht oder etivaS Kakao im Kaneu- hans unter der Brücke nimmt. Wenn ivir drei Offiziere Wache haben, dann schlafen wir bei unserei, Kanonei, mit den Mann- schatten so gut eS geht. Am Steuer iestgeleimt, steht der Stellermai,n 6% von diesen 13 schweren schwarzen Stunden; die anderen 6>* schläft er am Fntz der Brücke, weil», er abgelöst ist. Ist die Nachtwache vorüber, dann müsteiH wir Ossiziere beim Tageslicht erst das Schiff geiiau untersuchen, und dani, beginnt von 9 btö 12 Uhr eine neue harte Arbett, um den Schaden auszubessern, de», die See deS Nachts ai,gerichtet, und die Kanonen und Torpedos 8» reinigen. Jeden Tag um 5 Uhr nachmittags wird das Schiff inspiziert, auf seinen Gefechtsweit untersucht und muß für die Nacht bereit feilt. - • 1 0 0 0 englische Zensoren. In, englischen Oberhaus fand eins erregte Debatte über die Handhabung der Zensur durch die Negierung statt, und dabei kan, auch die überraschende Tatsache zur Kenntnis, daß die englische Regte,iing bei der Aus- Übung dieses schwierige», Anttes gegen 1000 Personen beschäftigt. Lord Bryce wünschte die Rainen sämtlicher Zensoren zu wissen und geiiaiie Angaben z», erhalten über die Vorschriften, die ihnen erteilt iverden. Es rdmeit nämlich die ungeheuerlichsten Ding« vor; Privatkorrespondenzen, deren Inhalt nicht das geringste mit «nilitärtsche», und poltliichen Dingen zu tun hätten, würden erbrochen und ziirückgehaltei, und ii, vielen Nachrichten, die vo», der Behörde verbreitet würden, spräche sich ein „närrischer OptinnS- muS- ans, der nur schwere Enttäuschungen her, o,Ulfen könne, wenn man dam, die Wahrheit eriahre. Lord Ereive, der für die Regierung antwortete, sagte, es sei ihn, leider uiiinöglich, eine Liste der Namen aller Zensoren voizulegen, beim es seien gegen 1000 Personen, und es sei and) nicht angebracht, daß das Land Genaues über die einzeluei, Persönlichkeiten erfahre. Auch andere LordS be tagten sich lebhaft über die Mißgriffe der Zensur, die mehr Unheil anflifte als nütze; es gäbe eine Menge Tatsachen, die n,an den, deutschen Generalstab unmöglich verhetnilichcn könne, da er sie sehr genau kenne, und von dene>, doch daS englische Publi» fum nichts erfahre. _ Die Küche im Kriege. (Nachdruck dringeich erwünscht.) Fischauflaus mit Blumenkohl. (Jede Fisch- art.) I 1 /* Pfd. Fisch, 10 Gramm Parmesankäse, 50 Gramm Fett, 80 Gramm Mehl, 1 Eigelb, Salz, V* Zitrone (Säst), 1 Blumenkohl. Der vorbereitete Fisch wird in Salzwasser gargekocht, der Blumenkohl ebenfalls. Wenn der Fisch Har ist, wird er enthäutet und entgrätet, der Blumenkohl in Röschen «gebrochen und mit dem Fisch in eine gut ausgestrichene Auslaufform geschichtet, die fertige Sauce darüber gegeben, mit dem Parmesankäse und etwas geriebener Semmel bestreut und mit Butter beträufelt. Der Auslauf wird in ö0 Minuten schön braun gebacken. Nönigspromenade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Welle miteinander verbinden, daß man — wie der König auf de»,, Schach- breit — slelS von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht. und ro tes glück gen lau der», sen seln UN stör ver heißt de« for von ein fes ge gen licht mon nes den ten strahl den fan mit net seln mit ket nen so,, len Auslösung in nächster Nummer. Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr ---- Treff, p — Pique, e — Coeur, car = Carrean trB = Treff-Bube, pA — Pique-Atz, cD — Eoeur-Tame usw. Der Spieler satz in Vorhand nnd spielte, da alles gepatzt hat, Pigue-Solo bei folgender Kartcnve,tetlung: Vorhand: trA, trZ, pK. pD, p9, p8, p7, carA, carZ, carK; Mittelhand: trK, cB, carB, pZ, cA, cD, c7, car9, car8, car7; Hinterhand: trB, pB, pA, trD, tr9, tr8, tr7, rZ, c9, carD. Skat: cK, c8. Die Gegner erhielten in den ersten vier Stich«,, = 25 Augen, im fünften Stich: V. p7, M. cB, H. trB —4 . mithin insgesamt: 29^lugen^ da der Rest de,n Spieler znsällt; dieser bat somit sein Pique-Solo ohne sechs Matadore mit Schneider geivonnen. Schrlftleitung: Ai,g. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitälS-Buch- und Steindruckerei. N. Longe, Gießen.