Jan van Werth. Koman aus dem Dreißigjährigen Kriage von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Int Zentrum tobte für Spanien das Unheil. Schrie nicht eine Trompete zurück? Die Sturmius Dragoner hörten nichts als das Geschrei und Rasseln um sich her, sahen nichts als den geworfenen Feind. Aber plötzlich stießen sie auf gediegenen Stahl. Massen von Feinden standen ihnen entgegen und jenseits war regellose Flucht der Spanier. Um diese Zeit war's, als spanische Falkonetts krachend ihre heißen Kugeln in das andrängende Gehäus des Feindes schmetterten. Da rissen Gassen ans. Der Feind verlor die Ordnung, verfilzte sich inernander und drängte zurück. Auch der linke spanische Flügel bekam Lust. Er sammelte sich in Minuten und brach los. Jan sah hohe Herren, wie's schien, die drüben hm nnd her sprengten, um Ordnung zu schassen. Einen bekam er zu fassen. Er überstach ihn nnd hatte im Augenblick einen Hieb über den Helm, nnd stack zu und wußte: der saß. Ein anderer entwischte ihm. Plötzlich war Spinola im Getiinnnel. Eine knallrote Seidensahne (Ha! Brauirschweig!) mit weißem Löwen schwankte da vorne. Jan stieß seinern Rappen die Sporen ein, aber das ungeheure Getümmel wirbelte ihn, und Zackerbombenund flöh! da war er der Standarte zur Seite, Hochans in den Bügeln stand er, schrie wie ein Tier und hieb zu, ehe jemand parieren konnte. Die Standarte.! Die Standarte! Er packte sie, verteidigte sie gegen drei, vier, daß das Blut aus deu Weißen Löwen spritzte itnd schwenkte und schüttelte das Panier mit Lachen und Geschrei. «Wie alles kam, wußte er später nicht mehr zu sagen. Er war dann aus dem Würgen heraus, kam an Spinola vorbei und warf ihm die Standarte vors Roß. „Herr Leutnant, der Tag ist noch nicht unser!" Jan sah sich um. Ein Trompeter war nicht weit. „Blas, Kerl," schrie Jan. „Attackier! attackier! Heute kommt der Tod zu dir!" blies der. Heute noch nicht! lachte Jan, und sie ritten aufs neue drein. In Hausen floh der Feind, seine Massen platzten auseinander. Ueberall war rasendes Jagen, Fliehet», Verfölgen, Stecken, Parieren, Jubel, Wut. Das Gehetz dauerte stundenlang. Als Jan endlich mit den wenigen, die noch bei ihm waren, auf einem Erdwall hielt mtb über das Land sah, gewahrte er nichts mehr vorn Feind als am Horizont eilig verschwindende Hausen. Da ritt er nach Haus und rutschte vom Pferd todmatt und mit Blnt bedeckt, eigenem nnd fremdem. Am nächsten Morgen brachten ausgesandte Reiter die Botschaft, daß der Feind in schnell gesammelten Scharen nach Norden ziehe, aus Bergen zu! Jan wusch sich im Bache, als er das hörte. Naß wie er war, raffte er seine fünfzig Kerls zusammen und ritt inr Galopp tos, dem Feinde nach. Zwei Stunden später erst folgte das Heer. Jan ritt mit unbarmherziger Wut. 9lber er sah vom Feind nicht mehr viel. Erst gegen Mittag, als seine Pferde schon keuchten, gewahrte er in einem Waldtal vor sich so an die zweihundert, die in leidlicher Ordnung trabten. Bom Fleck weg ritt er an, und nach einer halben Stunde waren die anderen zerhauen und versprengt. Er lagerte drei Stunden, bis das Heer Spinolas heran war. Dann ritten sie zusammen weiter. Der Enmeral erwog, daß die fremden Truppen, die im Lande streiften, den Rücken seiner Bergener Stellung gefährdeten nnd nach zwei Tagen Lögerns hob er die Belagerung auf. Jan stand am Morgen vor (spinola und nahm sein Patent entgegen. Erst draußen sah er daraus. Da stand: „Rittmeister Seiner spanischen Majestät." Er strich seinen Schnurrbart unb eine gewaltige Freude stieg ihm in die Augen. Er war der letzte beim Rückzug und ließ aus hundert Musketen dem ausfallenden Feind noch einnml ins Gesicht spucken, ehe er aussitzen befahl nnd im Schritt, zuweilen halt machend und zurückjeuernd, dem Heer nachritt. .. 6. Kapitel. „I a n! I a n— r i e f I o s 6 Ma r i a. Wenn Jan später an die Jahre zurüdichte, in denen er nach dem Abrücken der spanischen Völker aus Holland sich in Niedersachsen herumgetrieben batte, sagte er oft, daß oiese Jahre ihm das Kriegshandwerk fast verleidet litten. Zwar betete er noch jeden Morgen, wenn er wieder im Sattel saß, sein: Hels uns Gott, junger Morgen, zu einem guten Tag, aber jene Jahre hatten nur wenig Platz für frische nnd dreiste Reitertaten. Man balgte sich herum mit dem tollen Braunschweiger Christian mtb später mit dem aus geblasenen dänischen Christian, aber als der Marchese von Spinola, der Jan ins Herz geschlossen batte, nach der ttnterpfalz abrückte, und Jans Regiment unter die Truppen des ligisti- scheu Generals Tilly gesteckt wurde, nmt* es mit Jans spiele rischer Freiheit vorbei. Tillys erstes Gebot hieß: Parier Ordre, Kerl, und jedes Fingerbreit abweichen von der Ordre ahndete er wie Verrat. Er ließ einmal zwei von Jans Leuten hängen, weil sie, als Sammeln geblasen war, noch in ein Bauernhaus einfielen und erst nach einer halben Stunde, jeder zwei Gänse am Sattel, zurückkamen. Damals hatte Jan im ersten Zorn erwogen, ob er nicht den Abschied nehmen solle. 2tber Jose Maria hielt ihn zurück, weniger durch seine Bernuustaründe, als durch eine gewichtige Nachricht. Denn da der Abbö zuweiten mit bcu Obersten des Llllyschen Heeres jufommeit »var, die ifju wegen seiner jkrunksestiakett schätzten, so hörte er viel, von dem andere nichts wußten. und er lvar cs auch, der zu Jan Ende des Jahres 1634 von jenen Verhandlungen sprach, die im ncich^ sten Jahre zum Vertrage von Haag ftlhren sollten, und in deren Verlaus sich England, Holland und Frankreich (ja. Jan. Frankreich! und Jan knurrte!) mit Dänemark gegen die Liga verbündeten. Da also tauchte wieder Frankreich auf, Frankreich, das ihn so lange genarrt, und das Jan nun hoffte, endlich betreten zu können. Ganz fern, als ein schönes und lockendes Zauberbild gleichsam, schwebte die Möglichkeit, die beiden Mädchen, an denen noch immer sein Herz hing, zu befreien. Denn von jenem holländischen Offizier, der aus dem spani scheu Lager vor Bergen nach Paris gereist war. hatte Jan erfahren müssen, das; inan den beiden Mädchen den Prozeß gemacht hatte, weil sie fremde La,idstreicher gedungen hätten, um zwei Offiziere Seiner allerchristlichen Majestät von Frankreich zu ermorden In der Tat hatte Herr Dnrante tn jenem Prozeß von Landstreichern gesprochen. Und während Jos6 Maria über diese Nachricht verächtlich gekachelt hatte, war Jan in eine solche Mut ausgebrochen, daß er wie ein Wahnsinniger die wildesten Schmähungen über Dnrante ge- schrien hatte. Damals war das Urteil ergangen und Seine Eminenz, der Walfisch, hatte es bestätigt, das; die beiden Mädckien in ein Pariser Kloster eingesperrt werden sollten. Ein Brief, den Jan in dieses Kloster mit Hilfe des Hollän ders hatte schmuggeln wollen, war aufgegriffen und die Folge war, daß an den General Tillh das Ersuchen des Kardinals ging. Jan. genannt von Werth, des Meuchelmordes im ordentlichen Prozeß überführt, nach Frankreich ausznlieferu. Jlvar hatte Tillh dieses Ersuchen abgelehnt. Aber mit einer Miene, die Jan alles Blut ans dem Gesicht getrieben, hatte der General ihm kühl gesagt, daß er zwar die französische Anschuldigung nicht glaiiben ,volle, daß aber auch er mannig sach Gelegenheit gehabt hätte, an Jan eine gewisse üble draufgängerische Unruhe wahrzunehmen. Er solle in Zukunft nichts tun, als seines Generals oder Obersten Befehleil sich trikt z,t akfomnivdicreii. Fortan stak Jan iit der eisernen Ma- chinerie des Heeres als ein winziges Rad. Es gab kein selb- tändiges Handeln mehr, keine frische Eigenmächtigkeit. Und wenn er abends beim Trunk saß, mußte JosS Maria ihm nicht selten scharf Einhalt gebieten, so vieler Becher glaubte Jan zu bedürfen, um des Grolles über seine „Verurteilung", wie er sagte, Herr zu werden. Da also begann er wieder auf- ittileben, als es nun wirklich schien, als würden französische Soldaten auf denr Kampfplatz erscheinen, als würde (Gebe ein Regiment erscheinen vo,t einem gewissen Dnrante befehligt' Zackerbombenundslöh. Damals verfolgte er die Nachrichten über die politischen fknchrlchten mit wahrer Wut. Er verlangte von Jos6 Maria wden Tag neues zu hören, und was er auch hörte, nichts war, das nicht Oel m das Feuer seines Hasses aus Richelieu ge gossen hatte Der war Frankreich, der war Dnrante. uub alles Uhu Falschheit und Schlange,iringeln. und Gift und Verrat. Der knechtete nn eigenen Lande die Hugenotten (mag er, denn r* . & ut katholisch, sagte Jan), aber draußen spielte er stch als Freund der bedrängten Protestanten im Reich auf. « n um . em . e ^ ^rund zu haben, vielleicht einen Fetzeck Landen.' von deutschem oder spanischem Besitz zu packen. Deshalb betrieb er den Haager Vertrag, deshalb stellte ec ein Heer auf, als der ,panische Statthalter in Mailand sich des Valtellms bemächtigte, um mit dem Reiche eine sichere Ver- b»,butt«j au &e Diincn schlug, war er nicht au-) der Nachhut herau«-- gekommen. lind so trat er einc-Z Morgens, nach sü»s zwccllos vertanen Jahre» vor Tilli, hin: ..Herr General, nun ist'« genugund mit ihm verlieb Jos6 Maria das Heer. ' 1 « «hä Ürnger Morgen, zu einern guten Tag!" £ er f 3< l n nn einem klaren Herbfttnorgen dem Quartier in Rinteln an der »u Pferde stieg und den AbbS mit heller Freude. trtei Packpferden. und wie auch der Hei-bstwald bitter nach Tod roch. Jan dünkte es der Tust deS Lebens zu sein, der frisch und göttlich in sein Inneres drang. die Franzosen diesmal stand halten'?" Das fragte er init sorgenvoller Hartnäckigkeit unaufhörlich. Mer als sie nach Kloster Corvey kamen, war schon der Brief Ferdinands au den soi-äisrtnt-Herzog von Mantua bekannt, in dem der Kaiser darauf bestand, daß Carlo das Herzogtum als kaiserlich Lehen und nur so empfangen sollte, andernfalls der Krieg unvermeidlich sei. Und in Münden hörten sie, daß Ludwig XIII. es unternommen hatte, den mantuaischen Herzog zu schützen, und in Würzburg war's, wo Jan unter fürchterlichen Drohreden eine ganze Nacht durchzechke, weil 40000 Franzosen sich auf Oberitalien zu in Bewegung gesetzt hatten. „Ich möchte den Herzog Carlo küssen," schrie er, „weil er die Franzosen in Schwung gebracht hat. Aber da er ein Rebell ist, lverde ich ihm den Hals abschneiden!" Sie ritten nun in möglichster Eile, mitten im Winter, das wilde Tal der Tauber hinauf, trabten den Windungen der schnellen Altmühl nach, und als sie über die alte Brücke von Regensburg ritten, gerieten sie in ziehende kaiserliche Völker, die ans vollem Halse sangen: „Schön tanzt das Mädchen in Jlalija. Schön tanzt der Floh, juchhe und hopsassa, Und wenn Ostern kommt, uitb wenn Ostern kommt, Dann schlachten wir eine.« Bock Und dann tcs$t das Mädchen und dann tanzt der Floh Und dann wackelt ihr roter Rock." Jos6 Maria sagte ßu Jan, er solle nicht hinhören, denn es sei ein unsittliches Lied und geeignet, sein Jüng- luigsherz *u verderben. Aber Jan schlug sich lachend auf den Schenkel, daß es knallte und sein Rappe zu tänzeln begann und rief: „Nun ist'mir's wieder wohl!" * dlbbs Jos6 Maria erlitt in Negensburg einen bedenklichen Anfall von Frömmigkeit. Er war manche Tage in, Jesuitenkloster zu Gast und Jan sah ihn von den Fenstern seines Quartiers zuweilen mit Herren in schwarzen Kutten und kühlen lächelnden Gesichtern vordem Dom ans und ab gehen und ihren Reden lauschen, oder mit weiten eleganten Handbewegungen selbst reden. Wenn Jan an ihm vorbeiging: Guten Tag, Jws6 Maria so sah er ihn flüchtig an uno grüßte mit einem zerstreuten Ne,gen des Kopfes, als lvenn er sagen wollte: Ah schönen guten Tag, Herr Irgendwer. Mau dars sagen, daß dies Jan verdroß. Er sagte dann bei einer der kurzen Znsam- menkünste mit verteufelter Betonung eine Anzahl guter Sprichwörter her, ungefähr so: „Ich hatte eine Base, die sagte immer: Tie Katze läßt das Mausen nicht. Oder er behauptete einmal, eine Liebste gehabt zu haben, die zu sagen Pflegte: Flöhe und Wanzen und Jesuiten, die brauchst du vom Herrgott nicht zu erbitten. — Sie wollte damit sagen, daß cm Jesuit plötzlich da ist, man weiß nicht woher. ^ Darüber lächelte Jos6 Maria lveltscrn, und wenn er sich herbeilteß. etwas zu sagen, so geschah dies etwa so: „Guter Jan, du verstehst das nicht." Oder „Gott dienen hat noch immer den Weltleutcn mißfallen." Einmal sprach er davon, daß es keine entzückenderen Menschen gebe als die Jesuiten, und es sei eine große Ehre ihres Umgangs gewürdigt zu werden, denn sie hätten Fürstinnen und Königinnen zu Beichtkindern und Kurfürst Maxi- Milian pflege zu sagen, wenn ein Jesuit und ein Engel \n öleicfjcr Zeit zu ihm kämen, so grüße er erst den Pater und barm den Engel. Nur der Pöbel hasse die Jesuiten, weil sie sich mit ihm nicht gemeiti machten. (Fortsetzung folgt.) §relwiüiger vor! Skizze von F r ei h e r r v o n S chl i cht. , Zuständig zusanrmengeschossenen kleinen französiscl^n Nest, bn»»»e»»gezogen und er Stamm irn innersten Afrika oder etn entlegenes Asiaten- dois in Tibet oder in» Hnualaja livch keine Ku,»de oavon erlitten hat, dab In Europa nun schon so lange em blutiger Krieg »«net Es haiidelt sich bei diese»', um »vilde Böikerscha'ten, die jeder Ber« brndilng mit der 5f»»U»tc entbehren. Dab eS aber auch in der kulnoi^rten Welt v«ute gibt, die vom Weltkrieg i'.och nichts »vmen oder erst ga>»z kur.sttch von ihn» gehört haben, »vird in einem Artikel der .Tailn Alail" behauptet Bor t»,rzem »vurde der»nerk- würdtge Fall berichtet, datz ein cngli cder Legier »»» einen Aasen von Südafrika e»nl»es »nrd daß iei»»e Biantlschaft im höch)le>» Matze überrascht ,var, als sie hörte, datz En stand feit sechs Atonalen in eitlen Weltkrieg verw»ckelt wäre. Zn den Lä»»dern, zu denen die Kunde vom Kriege noch nicht gedrungen »st, gehört allen» Achcbein a»»ch die Insel Tristan de Euuha, die mitien tm Atia»»tischen Ozea»» liegt. Diese Inseh d,e sich im englischen Besitz benndet, »vird vo»» 80 oder 90 Personen bervohnt, die von schistbrnchigen Matrosen abstaniw.en. Die Bewohner vor» Tristan de Euuha erhalten »me einmal in» Jahre die Pon, die tfjnen Dainpser vorn Kap der gute,» Hoffnung bringt. Noch haben sie durch diese regelmätzige Verbindung mit der übrigen Welt die Nachricht vom Kriege nicht erhalten und die Insel genießt, während sonst die gai»ze Weit im tiefsten erschüttert ist, ihre Ruhe und »mgeuörten Friede»». 'Tie Khaki mode und ihre Fei »»de. Khaki ist in Parts jetzt „große Mode", und alle Parüermnen wollen ntchl nur Toiletten, m der Uniformfarbe, sondern auch im militärischen Stil habe,», so dab die beUebtesten Jacken jetzt mit so langen Schützen zuqeschniiie»» »verden. wie sie der „Pioupiou" zu seinem Diltz- vergnügen mit seinem Unilormrock schleppen muß. Natürlich dar man auch den /»eben Verbündeten" über dem Kanal. die ja in Modesachei» nur ein Ableger vrM Baris sind, die neue .kriegerische Tracht" emgeiührt und »nan erwartet von ih»»en, denen d»e Franzosen sich mit Haut und vaar verswrieben habet», daß sie sich für all die groben Dienste wenig >e»»S damit revanchieren, indem sie die Pariser Modelle gehörig kaufe»». Tie E.-gianderinnen aber wollen die „Khakunode" nicht mitmachen ; sie rümpfen die Nase über den „frivolen Geschmack", der so ernste Di»»ge wie den Krieg z»i einer Idee für die Toilette verwendet. Die Inhaber einiger großer londoner Modesirmen lehnen diese Neuigkeiien entschieden ad. .Keine Engländern»", so sagte einer, .»vird ein Kostüm auS Khaki tragen »vollen oder emen Kranen, der ihr Kleid der Urrtiorm ihres ManneS gle»chmacht. Wir haben keine Ansträge INr Khaki- kleider oder Rocke tm Mililärfchnitt. Die Damen beg,»üge>» sich da,n»t. ihre Liebe zum Heer durch Broschen mit dem Abzeichen der ei,»zelnen Regimenter auSzndrückeiEin ariderer »nettue: „Ich habe so viele Aufträge für T auerkleidec, das; ich für solche unwürdige Scherze keine Zeit habe. Ich glaube r»»cht, datz grauen, die Angehörige an der Front Haber», durch das Khakr ihres Kleides oder deu Schnitt ihres Rockes au die Trauer ihres Herzens neiä gemahrrt werden wollen. Wenn d,e Pariserin at» solcher» Dingen Gefallen sindet, so berveist sie eine Le»chtfe»tigkeit, die der Eng- länoertn sernltegt." • BlSmarckS Legitimation. Datz jetzt an ur»seren Grenzen eine scharke Baßkontroll a»»sgeübt wird, ist selbstverstäiid» lich, »ind wer in« ne»itrale Auslaiid oter leibst nach Oeiterreich re»'', darf nicht veraesie»», feinen Patz mlrzunehmen, wie e-S übe»'» hanpt rat'am erscheint, jetzt stets seine» Paß bet sich zu haben. In früheren Zeiten rvar das anl Resten anef) innerhalb deS Vau e* überhaupt selbstverständlich. Fürst Btsniarck erzählte ernmal, daß er in Miriden d»wch die strenge Grenzkontrolle sehr »l'iangenehn» überrascht worden sei, da er gar keine Legitimation bei sich batte. Um so n»ehr »var er dar»»» erstaunt, das; der bet der latzrevtston aintiereude Beamte ihn, oiu»e daß er noch Anstalten gemacht, sich z»i legitimieren, mit einer sehr höflichen Ver- keuaulrg passieren ließ. Als er bei» Bea»,»ten daraus fragte, ob er il»n denn kenue, antwortete der Mann zuerst in seiner Ber- legenheit ,'ichtS. dann aber stammelte er das eine Wort: — „Kladderadatsch!" Die Küche im Kriege. (Nachdritck dringend envünscht.) Salzhering in weißer Sauce mit Pellkartoffeln. 2—9 Heringe £24 Stunden gewässert). Ve Liter Essig, etwas Senf, 1 große Zwiebel, Pfeffer, etwas Salz. Die Heringe werden gehäutet, aetvaschen und in Stücke -geschnitten. Die in Scheiben geschnittene Zwiebel svird mit dem Gewürz ln den: Essig gargekocht und abgekühlt. Die Heringsmilch wird mit Sens und Gewürz» fein verrührt, mit dem Essig gemischt und über die Heringsstücke gegossen. G e b a ck e u c iK l ö ß e a n S K a r t o f f e l n n n d M o h r- rübe n. 2 Pfd. Kartoffeln, 2 Pfd. Mohrrüben, 2 Eßlöffel Milch, Salz, Pfeffer, 60 Gramm Fett, zur Sauce 1 Etzlöfset Fett. 2 Eßlöffel Mehl, 3 /« Liter Momrübenwasser, Satz, 1 Eßlöffel Petersilie, etwas Zucker. Die Kartoffeln werden gargekocht und durch ein Siel» gestrichen und mit den gargekochten und durchgestrichenen Mohrrüben mit Salz und Pfeffer gemischt, aus der Masse werden Klöße geformt, etwas platt,gedrückt und in der Stielpfanne in dem Fett braun gebraten. Die Sauce stellt man sich her, indem man Fett und Mehl gell' röstet, mit dem Mohrrüdenwasser anfgießi, gut durchkocht, mit Salz, Zucker und Petersilie abschmeckt. vüchettlsch. — „D e r Schatzgräbe r". Bon den bekam» len roten Bändchen „Der Schatzg»'äber" berauögeaeben vom Tnrerbund (Kunst- waickverlag Georg D. N. Callwey in München) sind »nieder vier ne»u» Bändchen, und zivar die N»im»i»ern 89—94 erschienen. Nummer 89 „Ter le tzte C enta u r" bringt eine köstliche Sckn»»»rrc von Paul Hehse. Ein Centaur, aus jahrtause»»dlester- chenS ausis schmerzlichste bewußt wird, zum ersten Erleben der Mtenschengemeinsamkeit gelangt. Nummer 93, „A°l l e r l e i" von Paul Kouewka, Nummer 94, „Schattenrisse" von Karl rohlich. Alletlei Schattenbilder zun» ergötzlichen Sä'auen für ung und Alt füllen das erstrre, das durch eine die Sckjatte»»- ritzknnst charakterisiere»»de Einleitung von ?lveuari»rs »»och besonderen Wert enthält. In letzterem »oird dem Leser neben einer AuSwabl entzücke»»der Schattenschnittbildchen ein ausführlicher er- läMernder Slvriß der Geschichte der deutschen Schattenristkunst geboten und seine künstlerischen Möglichkeiten, Gre»»zen »ntb Wirkungen erörtert. Ter Tnrerbund gab ferner im Vertag von Georg D. W. Call- wey. München, als Hilfsinittet zu seiner Kriegsarbeit sotgeirdes heraus : Ein Singbüchlein fürSoldaten (Heer und Flotte gewidmet). Preis 10 Pfg., 100 Stück 6 Mark. Das seitens der militärischen Behörde»» sehr beifällig ausgenommene und heute schon in vielen Tausende»» verbreitete Singbltchlein enthält die schö»t- sten Soldatenlieder und bringt zu den »veniger bekannten auch die Melodien. — Heimatgrütze für Heer u»»d Flotte. Je vier Seiten in Vers und Prosa in einer Folge von 10 Grützen. Preis 20 Pfg. Tiefe Heinratgrütze gab der Dürerbund auf dringendett W»»usm vo»t Offizieren, Aerzten, Geistliche»» u. a. heraus. Sie sollen dazu dienen, die Verbi»»dung zwischen Volk und Heer aus- reciit zu erhalten. _ Loqogrlph. Hurtig durchlauf ich die Felder, bin nützlich, aber auch schädlich; Aenderst du meinen Kopf, »verd' ich eln Teil von dir selbst. Auslösiing in nächster Nummer. Auslösung des Silbenrätsels in voriger Ninnmerr Voh'» — ^ltöttine ~ Silber — Kffli Ischttd — Bidje — Scheren berzx — Krbfen; Das Niese ngebirge. Kchristleitung: A»»g Goetz - Rotationsdruck »,nd Verlag de» Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Cteindrilckerei, R. Longe, Dieben.