Jan von Werth. Vornan au- dem Dreißigjährigen Kriagn von Franz Herwig (Nachdruck verboten) (Fortsetzung) ,,Jan, mein Soh»» Wie dankbar mußt du Gott sein, daß er dir mich als Führer und leidlichen Schutzengel, sozusagen, gegeben hat Wenn ich nicht im Rausche bin und du weißt daß ich der enthaltsamsten Menschen einer bin, ein immerwährend und leuchtend Vorbild für dich, so sehen meine Augen dort eine recht wohlaewachsene Sprossenleiter von einiger Länge. Mer sieh selbst zu, Jan. Auch du siehst sie, nicht wahr, und nun folge mir; laß das Licht brennen. Frau Josepha schläft nicht nach dem Hofe heraus? Nein. — Also gut. Uno nimm deinen Degen, aber zerbrich ihn nicht stoischen den Beinen. — Lebewohl, trauliche Klause, du Dduschelschale, in die ich mich barg, du Zuflucht der stummen Freuden. Vals. vale. Et nunc: procedamus iu pace." Es schlug elf, als sie aus dem finsteren Höschen standen. Eo wurde nichts gesprochen Sie fetzten die Leiter an bas niedrige Stallgebäude und stiegen aus das Dach Ein Ziegel rasselte herunter und zerknallte im Hof. Sie blieben aus denr geiieigten Dach liegen, ohiie sich zu regen Endlich lvagten sie es, die Leiter nachzilziehen und auf der anderen Seite herunterzulassen Dort lies eine enge Gasse hin, iu der kein Licht schien. Borsichtig stiegen sie hinao. „Der Druche ist überlistet, o Jan," sagte Josv Maria. „Gestehe, daß es unrecht von dir war, zu verz»oeiseln!" Und sie setzten ihren Weg munter und zuversichtlich fort. Es ir-ar noch nicht ganz die verabredete Zeit, als sie das schwarze Kreuz, von dem Griet gestochen, an der Gartenmauer fanden. Sie verhielten sich sttll und lauschten auf jedes Geräusch. Endlich schlug es Mitternacht. Groß Sankt Martin sang stockend urtb miß tönt g da- Lied über die schlafende Stadt hin : Du Fürst und König. Kaiser du. Auch dem letzt Stüridlein naht herfür. Sorg, daß du sterbst in guter Ruh. Und sich dir vssn' die Hmnneltur Daß Satan nicht werf'dein Gebein Alsbald in bittere Höllenpein. Als der letzte Don verhallt war, hingen zwei starre Augeirpaare an den Übervagenden Zweigen des großen Birnbaums fest. Aber nicbtS regte sich. — Also warten wir ein wenig. Die Stacht war kalt. Gedämpft, aber seltsam deutlich, hörte inan daS dumvfe Rauschen des Rheines. Irgendwo rief ein Käuzchen Die beiden Freunde lehnten sich an die Mauer. Das Mordkreuz erhob über sie seine schn»arzen Arme. Eine Biertelsturrdc verging. Da flüsterte Jan leise und mühsam, denn seine Lippen bebten vor innerlicher Aw reguna: ».Hilf mir. Ick lnuß wissen. Ich will hinüber." Ioss Maria krümmte den Rucken, Jan stieg hinauf, den Degen zwischen den gähnen, faßte die Kante der Mauer und zog sich empor. Er starrte in undurchdringliche Finstev- nis. Eine Angst überfiel ihn. „Äarte Her," raunte er zurück und verschwand im Geäst deS Baumes Es dauerte nicht lange, so war er zurück. Mit eine« Satz war er unten „Sie sind fort!" keuchte er, ,^ie Fenster stehen offen, altes ist finster, kein Mensch ist da! Der Walfisch hat sie verschluckt!" ,Hallo!" saate der Abb6 uird wurde lebendig, „jetzt wird daS Spiel interessant. Komm. Zuerst müssen wir feststellen, ob sie wirklich fort sind. Wir klopfen an daS Haupttor, das an der anderen Seite liegen wird. Oessnet man nicht, so tvissen wir Bescheid. Oessnet man, so bin ich ein Priester, der zu einem Kranken gerufen ist und sich in der Tür geirrt hat." Sie fanden das Tor. Sie klopften, daß es durch die Gasse schallte. Sie klopften unaufhörlich, Jan in ohnmächtiger Wut. Gegenüber in einem kleinen Hause wurde es hell. Der Abbs trat heran und pochte. Ein Fensterladen öffnete sich spaltbreit Er sei in jenes Haus gerufen, sagte Jofs Maria, und jetzt öffne ihm niemand. Eine Geisterstimme antwortete ihm, daß um acht Uhr etwa, ja, etroas vor acht Uhr, eine Reisekutsche vorgesahren sei. Eine Dame habe inan hineinheben müssen, zweifellos tvar sie krank Und dann fort und zwei Reiter hinterher. Der Abl>6 dankte und er und Jan sahen sich an Jan tobte: „Vorwärts zum Ulretor. Zu Roß Und.dann müssen »vir auS den Mauern heraus und wenn ich die gairze Torwache zusammenhauen soll" Ihre Pferde standen bereit. Sie schwangen sich util Hilfe >ei* Stallknechte in den Sattel, und da die Flüchtlinge icherlich die Straße nach Paris elngeschlagen hatten, ritten ie zum Gereontor. Der Abbs bedeckte seinen legen mit >em Mantel und ritt an die Schildwache heran >.Höre, guter Freund," sagte er, und hielt einen Gold- gulden hoch, „ist wer eine Reijekutsche durchgekommen, mit zwei Kavalieren zu Pserd dabei T* Der Soldat machte große Augen nach dem Goldstück und sagte: „Ja, so vor Stücker vier Stunde»», meiner Treu." Jos6 Maria gab ihm den Golbisulden und zog einen zweiten: 130 — ^^ör du. In der Kitsche war meine Schwester. Gin Schurre Hot sie versiihrt. Mach uns das Tor aus." „Gottvater im Himmel, ehrwiirdiger Herr, das geht nicht!" „Zwei Goldgulden, Kerl!" ^,verr, sie hängen mich aus." „Und ich ersteche dich," keuchte Jan und zog. „Zwei Goldguloen," sagte der Abb6. Der Soldat schwitzte vor Angst. Aber schließlich winkte er. Sie ritten vorsichtig nach. Da war eine Ausfallpforte, die der Soldat aufricgelte. Sie sahen den Wallgraben vor sich. „Er ist nicht ties," sagte der Wächter. „Mer hört, bei jenem Wagen waren zivei Kavaliere und zwei Knechte; sind vier. Und ihr seid nur zivei." „Gott ist mit uns," ries der Abbo. Die Pferde stiegen abwärts, patschten langsam durch daö Wasser, das ihnen nur bis zum Knie reichte, und kletterten die Wallböschung enrpor. Jan stieß einen leisen Ruf des Jubels aus. Bor ihnen lag die Landstraße nach Paris. Sie setzten ihren Gäulen die Hacken ein und in scharsenr Trabe ritten sie durch die Nacht. 3. Kapitel. Ein Galgen wird au fge rich te t. Sie trabten eine halbe Stunde schweigend voran. In dem tiefen Wege sanken die Hufe säst lautlos ein. Nur die Sattelleder knarrten und wenn einer der Gäule den Kops warf klirrte die Kinnkette. Jan. der noch nie ein Pferd zwischen den Beinen gehabt hatte, hielt sich am Sattelknopf fest. Aber er würde sich gewaltig geschämt haben, wenn das Joss Maria gesehen hätte, wozu bei der dicken Finsternis allerdings keine Möglichkeit war. Bei dem gleich- rnaßigen „Trab-Trab, auf und ab" des Gaules, fand er fand er bald heraus, lvie er sich halten nrußte. Seine ein wen,g krummen Beine sein ganz wenig krumm nur, denn er konnte sehr böse werden, wenn jemand seine Beine schlechthin krumm nannte) faßten den Pserdeleib wie eine Zanae und bald stützte er nur die eine Hand auf den Sattel- knöpf, dann zwei Finger und wurde zuweilen sogar so kühn die Hand gänzlich loszulassen, bis er plötzlich wieder nach vorn schoß, wenn ein Loch im Wege (und daran war kein Mangel) den Gaul stolpern ließ. .Hon," sagte der AbbS und drängte sein Pferd heran ..Sie haben vier Stunde» Vorsprung. Wenn wir ihnen näher kommen wollen, so müssen wir unseren braven Nen Haltdicblesd"" ^ Zurede", damit sic Galopp K "w^hte plötzlich einen verzioeiseltcn Satz, denn Joss Maria hatte ihm mit der flachen Klinge herzhaft ein paar übergezogen. Festhalten, festhalten. klang es in ^ D>° Steigbügel freilich hatte er verloren, aber die »ei^ange hielt fest. He,. wie die Nachtluft vorbeisauste, wie ^ «aume flogen! Die Pferde stießen bei jedem Sprung einen Schnaufer aus; Sand und Erde spritzte umher. Wie als die Jagd zwischen niedrigen Hutten hin ging, klabaster, klabaster! ö Und so, zwischen zwei langen Galopps immer eine W bei «»I« mit den Nüstern om Boden schnoberten, gmg es stundenlang. Allmählich begann^an das Gefühl in den Beinen zu verlieren der alatte Sattel schien ihm ein Stachelstuhk zu sein und^osS .. •***• . b, ^ bie 8ä$ne zusammen. Galopp! ... teftolpetten; mau sah ihr Fell dampfe» iu Dämmerung, Und der Tag kam säst u». kJV ™ f nilb uni e W Welt, die die Blicke ,^/rmaßcw Irgendwo aus Pein Nebel fyrr Hang das Rauschen eines Baches. Aber plötzlich begonnen Schleier t“* u . Gattern, zu zerreiße». Mit glühenden Lanzen kl* flufgefjenbe Sonne in die regellose Flucht lind ttei. über dem. dicht am Horizo t İ^.'.bl'^ndc Sonne ltand. Fm Süden schwangest sich x.^"en Limen ichwarzblancr Berge lstn und vor ihnen fanden Türme, deren Knaufe „nd W,,e In der Sonne „Das ist Jülich, Jan," sagte der Abbs und nahm sein Pferd zurück. „Guten Morgen, Jan. Es tvar eine etwas unrumae Nacht, Jan. Danken wir Gott, daß sie vorbei ist." ... Hnb während die Gäule mit fliegenden Weichen und zitternden Knien den Kopf hängen ließen, faltete Ios6 Maria die Hände und Jan tat cs ihm nach. „Amen." sagte Jan, und seine Zähne klapperten vor Sckmerz, Müdigkeit und Kälte. „JosS Maria, ist es noch weit bis Paris?" „Nach Paris?" anttvortete der Abb6 und unterdrückte et" Gähnen, „weit ist eS nicht mehr, edler Freund. Morgen Nt Remmrscere Am Sonntag Judica könnten wir, wenn uns Gott beistehl, in Paris fern. Aber ich denke, wir haben deine schöne schon vorher und dann sind cs nur fünf, sechs Tage, bis wir in Flandern sind." „Zackerbombenundflöh!" „Denn hier sind wir noch auf Kurkölner Gebiet, Jan. Und wenn ich meine Meinung sagen soll, so schlage ich vor, dem Wagen ßu folgen, bis wir nicht mehr Gefahr laufen, ber einer raschen Tat von kurfürstlichen Truppen ertappt und gehängt zu werden." crß? n t a ^ hilflos in der Landschaft um, die in der aufstelgenden Sonne sich zu erwärmen begann. Langsam schritten die Gäule aus die Stadt zu. Bor einer ärmlichen Schenke, noch einen Steinwurs vom Tore b"l>ernt, stieg Jose Maria ab. Jan rutschte aus dem Sattel und stand taumelnd, mit gepreßten Zähnen da. Ein altes Weib trat aus der schwarzen Steinhöhle und nahm die serde beim Kopf. Drinnen brannte in einem schmutzigen amm ein Feuer. „Schass roten Wein her. alte Hexe." knurrte Jan. ,^a, schöner Herr," sagte das Weib und knickste. Als der Wem in der Pfanne über der prasselnden Flamme zu dampfen begann, fragte Joss Maria nach dem Reisewagen, der hier vorbeigekommen sein müßte. Ja, ein Reisewagen sei vorbeigekommen: sie hatte die Läden aufgestoßen, als er vorbeirollte. Eine Stunde mög^ es her sein. x lrl l e , 1T1 r! r K*w"lier, der am Schlage ritt, hätte sie nach dem Kloster gefragt. „Wenn Ihr unser Klosterhoven meint, nnadrger Herr/ habe sie erwidert, „so müßt Ihr durch ie Stadt. Zur Linken seht Ihr es liegen." ; '.'Hach!" ““ Jan wollte hochsahren, aber seine Zähne zerbissen ein wildes Stöhnen, das ihm die wütenden Schmerzen m den Beinen, entpressen wollten Der Abbs klopfte ihn auf die Schulter. „Reib dich mit Branntwein ein, Jan. Es wird ein wenig brennen aber du kannst das alles dem Monsu Durante fcfjrciben. Und ruhe dann. Ich geh- nach Wenig später hatte Joss Maria ein langes Gespräch nnt der Pförtner,n des Klo/ters. mit de», er vorsichtig auf ^ Frage lossteuerte, ob jener Herr Durante „och im Kloster sei, — Sie wußte von keinem Durante etwas Herr Durante hatte ihn,. Josö Maria, bei der Abreise iii Köln gesagt, daß er mit den Damen iu Klosterhoven > ® r j° , e ^° M> ,,eK möglich Nachkommen, um die weitere Begleitung zu übernehmen, — „Ah die Lr°u^>'sn,e,ut Ihr? Und der Kavalier mil dem schwärzen Spitzbart war , Herr Durante'?" Hatte sie gleich gedacht, daß der Herr ein Spanier oder so etwas sein müsse. — Nest, Herr Durante ,st nicht mehr im Kloster, Die jungen Frä^ L!"»,» »-"»>»-» r,»d, f raß ''®? ttct nn wenig, ich itrerbe die ehr'vürdige Mutter „Par le sang du Seigneur," zischte Josö Maria Aut. wartet endlich, wann er fort ist und wohin," „Heilige Anna, wer seid Ihr doch! Auf Grmü-id »u Aebtisflu^^ ift ’ s ^ W m mt fö jurüd aUf b “ nUt ' bet Wbb4 u"d eilt- iu die Schenke „ °us einer Strohschütte und sämarüite mH offenem Munde und tiefer Inbrunst, ' , ,C (Fortsetzung folgt.) « 181 Der alte hasste. Novelle aus Ostpreußen von Fritz Mack (Erfurt). * Y° Bernhard Haffke: auf einem kurzen, massigen Körper lavKopf Der harte Schnitt des Gesichts wurde durch ?9~ \!Sl ? u ? om seltsam blanken Augen gemildert und um den lchvn etwas erngefallenni Mund zuckte es häufig »nie Wetterleuchten üder^einem stillen See. Die qanze eckige Erscheinung wirkte wie ein fnorrtaer, wetterharter Wewenstrunk. m 9* stebzig Jahre alt; man nannte ihn den alten Haffke zur Unter,chndung von seinem etwa dreißig Jahre cl n - ^ber wer ihn. den Pflug in der Faust, stundenlang VÄA. T , L$ mC r r i n Ackergaul traben sah, mochte ihm sein patriae - Alter schwer glauben. Im übrigen ivar der alte Hasfke Su«ui 0 r' ^er über vielerlei nachgedacht, manches gelesen und über alles seine eigenen Gedanken hatte. Es, daß man ihm seine ungebeugte Rüstigkeit neidete. $artn straffte sich fÄne Gestalt noch mehr als sonst, und Mit einer Stimme. m der aufmerksame Zuhörer die leisen Untertöne 5^'«v "wen Stolzes vernahmen, antwortete er dann: ..Auf eige- Brot nährt besser gesünder als anderswo, und selbstgebautes ihm ?SI, EM Grund und Boden leben und schassen, das war ® tnn Daseins Er hatte noch die ursprüngliche ^ßhaftem Besi^s^^ Gn Stolle und den gesunden Stolz des Obwohl der alte Haffke die Wirtschaft längst denr Sohn über- gebm hatte, arbeitete er noch wie dieser, von früh bis spät Er stand mit den anderen um vier Uhr morgens auf und am Abend ,*4 • ... ; Y -, " —r . «ui um jriumu 'Nit ihnen hnm. Der lunge Haffke Mid die Frau stellten . C k i ü §2* r ,mmer ?neder einmal vor. daß er doch gar nicht nötig habe, sich so zu plagen. Der Alte sagte daraus nur: - ich> nicht mehr arbeite, lebe ich nicht mehr." Er ivar von, er Anschauung so ttef durchdrungen, daß er sich auch bei An- en körperlichen Unbehagens keine Ruhe gönnte: „Man darf feiner Natur nicht nachgeben. Sie tut immer das, was man von ihr S?*eÄff*'" m “ Wür bic .^„Eine Schwäche, die im Grunde schlecht zu ihm passen wollte. energftche alte Mann freilich auch,' er war wan- schwer und nur bei ganz wichtigen Anlässen ve»nock„i- inan ,hn dazu zü bewege», bis in eines der uächstgeleqenen kaum Dörfer mitzugehen Gegen das Reisen mit der Msenbahn aber hatte er eine beinahe krank,mite Abneigung An Vl n a 5 anb fonn t c er Herzählen, wie oft er drüben in .her^kleuien Bahnstation war. Es schien, als fei er mit der Heimat- kriech geheime zauberhafte Fäden verbunden. In einer er sein sonst nur schwer zu erschütterndes 2m & r t tar auf den Bäumen Sie ^rbenS me anders machen " Zn anderen Malen pflegte er auch Wohl das zu sagen: „Die Luft der Heimat ist für uns. was der Blume die Sonne ist In der Fremde lebt der Mensch wie im I J? b Wärme fohlt, da gibt's knne rechtc zcln »ich?,ies" Farben, Im ungewohnten Boden gehen die Wur- ^/tor mlnntc ihn einmal einen „Fanattker der Scholle" und der alte Hasfke hatte es gar nicht ungern gehört. — -- Es war gegen Ende Juli Der Sommer war heiß und trocken ä" 1 ',“ 6 die Frucht bog sich segcuschwcr aus den Halmen Di' daMcs begannen „,,l der Einbringung der Ernte. Der junge HaMe sah mit gerunzelter Stirn, wie sich der Rater abrackerte Schlftß ich tan, ihm der Unwille aus die Zunge. Der Alte fuhr hart dagegen . "Bosiauftg mußt Mich schon noch für voll nehnien Fcb mack NW»! Teil, sorg' du für deins " lind die Arbeit ging mütr aa J®“ Ti!”’ sch»» wochenlang gper Europa kwänenden Wetterwolken der Blitzstrahl nieder: der Krieg war erNärt Dagm^ins Fel^^ Landfturmmanii schon in den, ersten »»_.-Dorg'^ich nickt, wir rwingcn's auch ohne dich." Mil dielen Wvkten nahm der alle Hasse Wschied von denn Sohn ' Dann chna « wieder an die Arbeit. Er schaffte für »,vei fo tw»s T!! 0 um «neu Tag später fertig wurde, als man gehofft Man hatte eben die Last des letzten Wagens in der Sck-„„- untergebiachl. und Hasfke zündete sich zichjedei', bir ißfrife «i. Da stellte ft* b*r Mmt-Mnencr mitten in die Straße, fSnn bic Ortssckplle und verkündete, die Kvsaken seien im Anzug Den Wt'^u rVrllche^Soldaten ,m Dorfe snen und befahl ihm dann, sic in »ich in, Dorse"fti^^bU' Unterwegs erkundete er sich noch, ob Hasfke erschrak. wittdeii pezahltn alles mit gme russische Rubel," schrie einer von den Kosaken Unterdessen warm sie am Eingang M Dorfes angekonkmen. -.Dem Haus," schne der Führer der Vatronille. Vaffke nnes nnt zitternder Hand ans rnn Besitzttrm. ^Wo jfin Stall?" ob und ließen sich in den Stall füh- dann eine .Kith und zlver Ziegen lüünerkten, wichcr- i* tef? l0er Ueberraschuna. Einer band sofort die Kuh los, und der Fiihrer trat vor den Besitzer hin. 7 „Ötcr ist zrveiknmderl Rubel für Kuh." Ho'tte drohte nmzusinken. Mlhsam machte er den Kolaken verständlich, er das Trer für tue Wirtschaft benötige und bat, ihm die Kuh zu lassen. Der Kosakensührer schüttelte energisch den Kops. ,,Nir. Branchen Kuh iwttvendig." DaNke deutete verschüchtert auf die Ziegen. t"i 1 lT ” r dock. Hier ist zweihundert Rubel! Da fuhren uns zurück tu Ort. Vorwärts!" Dasfke sah ein, daß er gehorchm nmßte. Wie gebrochen schleppte er sich neben der guten alten Lisel l^r. Tie Kosaken rittend abwechselnd vormis odor hinterher. 9lls sie endlich am waren, bemerkte er, daß der ganze Ort von den stiussm besetzt war. ' Nachdem er von dem Führer entlassen worden, machte er sich, noch immer betäubt von dem Erlebten, aus den Heimweg. Er Klug euren kurzerm. quer über die Felder führenden schnialen Fußpfad cm. an l ? ar n I’° ber Krieg! Und die Kosaken waren der Feind! chs^Land'^ ^ ,ucri)e,t ' mentl bic Runen iveiter hereinkamm ..Halt!" Glimmer, das geheimnisvoll uild undurchdringlich über den Aeckern schwebte, lösten sich zlvei Gestalten. „Wer fern du? Wo konwien her?" ^Nann zitterte vor <&f>recf am ganzen Leibe: er ver- mochte kern zusammenhängendes Wort hervorzubringen „Schon verruchtes!" Die Angen des Russen rolllen vor Wut. Dem» packte er den Gefangenen mit derbem Grits am Arm, der andere faßte Hasfke m a0CU ' schleppten sie den vor Ausregung schlotternden Mann nnc Stunde lang über die Stoppelselder. bis sie end- Uflj m nn Dorf kamen, das ebenfalls von russischen Soldaten wimmelte. ^Arr^ a ^ fe # *° nntc nicht erkennen, ivo er ivar. da es inzwischeil vöN'g dunkel geworden war. Man führte ihn vor einen Offizier^ I ^tsch sprach. Er wurde^ durchsucht und die zweihundert Rubel wurden thm abgenommen, meiner Erklärung, wie er zu dem Gelde gekouune,!. glaubte man nicht. Ein Soldat band ihm die Hände fahren woltt-^ kchob ihn ans einen Wageri, der gerade los- ^ Fahrt dauerte ettva Lwei Stunden. Ueber Hasste war eine stumpfe Ergebung in sein Schicksal gekonunen. Als man ihn aus- §?& btC ”' nur slücknig. daß er jetzt in einem größeren Städtchen war. Wieder kmn ein Ofsrzter. verhörte ihn und sagte dann unfreundlich: „Wrr werden untersuchen!" Dann wurde.Haffke ins Gefängnis geführt. Es war eine sehr Münale, niedere <,elle,rn der ein inuffiaer, übt er Geruch herrschte. Das ft''-'«-' w«»ttge Fcnftcrckten. init Etsenstäben vergittert, war verschloiie» In der Ecke lag ern mi, Stroi, gestillter Sack, denr NN Nnderlicher Gestank entströmte. x-e- ^bllig erschöpft. Er ließ sich aus den Steinplatten des Fußbodens weder. Aber bald stand er toieder auf Die un- aewobntc Eime des Ramnes bedrückte ihn. Die Luft ,var hier so dick, daß er kamn atmen konnte. Kalter Schlveiß perlte auf seinn- Stirn. Er fürchtete, zu n-sticken. Ais der Wärter, ein Soldat, am Mvrgert kam, um ihm eine bunuf Siiw* zu bringen, hatte Hasste noch kein Mge zugetan. Das Essen, das rn einer vor SckMntz starrenden Schilssel schwamm, berührte er Nickt. ,, Der T-nick mif der Brust ivollte »licht weichen. Er ging in der schmalen Zelle hin und her und attnete in tiefen, schweren Zügen. Als er endlich gegen Abend vor Müdigkeit einaeschlmnmert war, träuntte ihm' die Wände der Zelle känrcn auf ihn zu und drohten ihn zu erdriicken. In ^>ckitveiß gebadet, erivachte er. So oft er aui kurze Zeit dre Angen schloß, im'mer ließ ein quälender Traum — xBB — ibu idb aufia&rcn. Am -äufi-steu fühlte er im Schlaf, w»e jemand Lttf seiner Brust kniete und ihm die Mehle zuschnürtc. _ DaS ging so Nacht für Nacht. Gegessen batte er noch immer so aut wie nicht-, da rhn vor den Spesen ekelte. Am vierten Tage wollte ihn der Wärter zur Sitzung vor das Knegsgeuckt führe,», Hoffte war jedoch zu schwach, er konnte nicht mehr gehen — Stumps und teilnahmslos laa er auf dem Stroit sack Den üblen Geruch enrpfand er nicht mehr Nach einer Weile kam ein Kvsick tn tue Zelle, betrachtete den Gefangenen, nickte und verschlvand wieder. - . < „ Äne Stunde später kam der Befehl, den Deutschen freizulassen. Das Kriegsgericht hatte ihn für nichtschuldig befunden. Der GisäugniSfoldat trat in die Zelle und rief dem auf dem Boden liegenden alten Manne die Botschaft in- Ohr Der alte Haffte hörte sie nicht mehr Er war tot Dermi|4(e«. * Ein General-Original. Bon e»ncm österreichischen General v. W . der Sonderling von Natur war und der täglich seine Bensionieruna erwartete. u?trb folgende drollige Geschichte aus der guten alten Zeit erzählt: In seinem Bestreben, die ihm drobende Zuerkennung des Zplinderhubes möglichst lange hinauszuschieben, hielt er in seiner Wobnuua grobe taktische Manöver ab, wobc» der Bediente, der Reitknecht und die Köchin je ei« Regiment „markierten". Die Tische waren Stellungen, die Stühle Ortschaften, die Lanfteppikbe Flußlinien. Er überschritt die einen ,mtcr dem feindlichen Feuer, verteidigte die anderen heldenmütig, nahm die dritten im Stnrn». sprengte im Galopp hin und her und schwitzte Blut An der Wand hing ein Bild des alten Radetzky, dem sein armer perrückter Aopf Leben lieh- er bildete sich ein, der Feldmarscholl sehe als oberster Manöverleiter zu. und für ibn bange alle- davon ab. dessen Zufriedenheit zu erringen Er stellte sich unter das Bild und sprach sich selbst im Namen des alte» Herrn an: änderte dann seine Stellung und anvoortcte im eigenen. Hatte ihn der Feldnu»rschall gelobt: „Bravo, W ! DaS haben Eie grit gemacht l", ft» war er für den Tag der glückseligste Mensch. An bösen Manövertagen aber verriß er sich unerbittl»cb. diktierte sich selbst strenge Strafen. ,L>err General/' ließ er den Alten donnern, .iw kommen Die her! Sagen Sie »nir. was treiben Sie beute? Schämen Sie sich! Und Sie wollen ein Brigadier sei»? Jeder Leutnant würde seine Sache besser machen!" — „Entschuldigen Exzellenz —" „Nächts entschuldige ich! ES ist ein Skandal, wie Ihre Brigade heute uurnövrrert! Sic werden vierzehn Tage Hausarrest erhalten, danüt Sie Zeit haben, ein bissel Taktik zu W 's Niedergeschlagenheit nach solch selbst« au ( 1 . «.» uvg keinen Menschen vor. sperrte sich ein und saß seinen Zimmevarrest gewissenhaft ab. Freilich hals all dies nicht: der originelle Selbstyuüler vttam doch seinen blauen Brief. studieren." Nichts erteilter Nase. Er lv 'Zur Dsvcholoqie der gelben Rasse. Dte Entwicklung der politischen Berdältnrfie im lernen Oste,» verleiht einer Reihe oon Beobachtungen des sranzösischen Arztes Barenne. der ein guter Kenner der Psychologie der Völker Ostasiens ist, ein besonderes Interesse. Er unterscheidet in der gelben Rasse, sowohl ihren körperlichen wie ihren geistigen Eigenschaften, nach vier Gruppen: Japaner, CHinefen, Koreaner »,nd Anamtten. Als die am niedrigsten stehende Völkerschaft unter diesen bezeichnet er die 4iua,niten. Sie ist durch lar»ge Sklavere» völlig deinoralisiert, -ie«ge, undankbar und ohne Z»igehür1qkeitSqei>lbl. Voll niedriger Instinkte, würde der Anamtt, zur Macht gelangt, diese in der furchtbarsten Weile mißbrauch«,,. Tabe» ist er nicht unintelligent und für dte Künste empfänglich. Etwa« bester steht eS um die Koreaner, aber auch d»ese zeigen all« Zeichen geistigen und körper- licheu Verfalls, ^chre Kultur ist ein Mtschprodlikt japanischer und chinesischer Einflüsse. Einst nahm ihre Ziviliiation eine Hobe Stuie e»,t, jetzt ist sie weil zurückgegangen. T»e Bevölkerung ist uniiueüigent ,md apathisch, hervorstechend ist ihre — anch sonst den Orientalen eige»tümliche — Grausamkeit. Sie best»alen Diebstahl mit den, Tode und töten bei gewissen Verbreche.» a»lch die Verwandten des Mörder» bis ins stintte Glied. Bemerken, wert ist das Urteil des französischen Arztes über dt« Japaner, die heute von den Franzosen als Bundesgenossen ersehnt werden, die er jedoch nicht besonders hock» ei,»schätzt. Er erkennt ihre Fähigkeiten »md Vorzüge, die sie zu den heutigen Lehrmeistern des Ostens gemacht haben, durchaus ai,. Sie sind mäßig nnd de,,, Opi»»n»- genuste nicht ergeben. Ter Wille des Japaner: ist so geschult, daß er den höchste» n,oral,schen wie körperkichen Schinerz ertrage» kann, ohne dt« Kunst zu verlieren. Herr »"wer sein Gesicht zu bleiben. Auffallend ist anch ftine bekam,te Anpaff»l„gZfähigkett an die von Mißen komnienden Kulturgüter. Aber lrohden» spricht ihm Darenne, und das »st der Ke»npu»»kt feiner Ansstihrun^ei», iede Originalität ad. Im Gegensatz dazu lchatzt er, wie dte u,eisten Etnnakenner, von allen Ostasiaten den lhiuescn an, höchsten und bält ihn für an, n,eiten entwicklungsfähig. auch das seelisch« eben der Chinesen bis heute stagniert har. sei»»« philolophiichen /»nschauungen ihm die 2edeudigkett »ind Frische seines Eeisles ge« raubt haben »,d die starke Tradition ihn bis in die letzte ^Zeit hiuetn Neuerungen nicht geneigt »»lachten, so bleibt eS doch n»ahr- chetnltch. daß »nan in China dereinst dte geistige Vormacht und Trzieherin Ostasien« erblicken wird. Dis Küche im Kriege. (Nachdruck dringend erwünscht.) Käse suppe: 2 Eßlöffel Fett, 4 Eßlöffel Mehl, lMf Liter Wasser, Satz. 50 Gramm geriebener Käse. Dine Helle Grundsiippe wird >/z Stunde gckockft, kurz, vor dem ?lnrichten wird geriebener Käse untergemiscyt. Stockfische: Den Stockfisch legt man 30 bis 36 St»m- den in einen Tops mit kaltem Wasser, aus dessen Boden tram ein Sieb oder einen Teller gelegt hat. Der Fisch muß reichlich mit Wasser bedeckt sein. In dieser Zeit muß da» Wasser drei- bis viermal erneuert werden Bor den» ersten und nach dem -weiten Wassern ist der Stockfisch mit einem Sritck hslß stark &n klopfen _ Deutsches Gebet. ,Im Staub« l,ea' ich vor dir, Herr; ich Sünder rule dich; hilf mir auS meiner Not l Tu hast geboten: »Liebe deinen Feind I* Wie kann ich das? WaS England uns getan, du weißt eS. Herr! Ter Rache (Nut durwloht «nein Herz. — »Schweig, töricht Kindl Wie kannst du deun mit denr vom Haß getrübten Blick ein sichres Ziel für dein Geschoß erspähen? Wie »villst du, deutscher Mann, »venu Wut den firm erzittern läßt, so führen dein Gennchr. daß Schub und Hieb» daß Stich und Stoß den Gegner treffen bis »nS Markt Ficht kalten BlutS mtt klarem Tlua' und wage, ivenn du hast erwogen! — Erzeuge! Michel l Zeuch da« Schwert! Zerspälle Tr»»g und Schein, beschirine treu den deutschen Herd! die Rache, die ist mein! ' R- vüchettisch. X Gedenkbiatt für unsere gefallenen Krieger. Gezeichnet von Kunstmaler Iohs. Gehrt« in Tüffetdorf. Ausgabe in Duplex-Lichtdruck aus Cifenbemkarton. (Format 40: bä em). Mk. 8,—, Ausgabe in Handpreffenklipierdruck (Heliogravsire) aus Kupkerdruckkartou mit China-Einlage Mk. ■*,—. Verlag von Emil Roth in Gießen. — Dieses Gedeukdlatt eignet sich besonders in der großen Ausgabe unter Rah neu als Ehrentafel gefallener Krieaer für Sitzungssäle, Gotteshäuser, Schulziuuner, Amtsstuben. Vereins- totale, Studentenhäuser, Offiziers- und Unteroffiziers-Kasino». Es btetet genügend Raun», um die Namen und Taten iür mehrere Gefallene emzulragen, und ist so eingerichtet, daß auch da« Bild de« Gefallenen etngeklebt werden kan»». Ta« Kunstblatt ist außerordentlich ivirksan», vornehn» und »vürdig, rnbtg und sympathisch. Auch dte Herstellung auf feinstem Kuvierdruckkarton intt China- Einlage in den» besten Verfahren (Handpreffenkupferdruck) ist vornehm. Dieses sinnige Gedenkbiatt ivtrd sicherlich ,ve»teste Verbreitung finde»» als Ehrenblatt für gefallene Angehörige sowohl im Familienheiin. als auch ganz besonders tu den Fällen, »vo gefallenen Kameraden, Mitgliedern usw. eine Ehrentafel gestiftet »verden soll. _ SileichHanq Ngtjel. Was ist daS für ein absonderlich Ti»»g: Bald »st es mächtig, bald wieder gering; Bald ist'« von der Schöpf»n»g mit Wasser gefüllt. Bald »vieder von Seiienjcha»»m nur verhüllt. In jeden» Orchester verübt es Radau, ES ist anch in jeglichem Knochenbau. Und stets ist cS r»>ndl»ch, doch würde vom Runde»», Sobald ihm der Kops fehlt, »vohl nichts mehr gesunden. Auslösung in nächster N»immer. Auslösung des Lciterrätsels in voriger Nummer. tt 0 K I S E N I S N A C H T H E I L 0 A P C H H E K L A V N ^checkest q Wo'! - Rotatiousdrnck und Verlag de. Brüll!'scheu Nni»'ersitätS-B»?ch' und Steindrnckerei, R Kgnge. Gseßew gl