Jan von Werth. Roman aus dem Dreißigjährigen Krieg? von Franz Herwig. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) So lang wie der nächste Tag war Jan noch kein Tag zeit seines Lebens erschienen. Ein wahres Fieber hatte ihn gepackt, das ihn wie einen irrenden Geist im „Blauen Hecht" treppauf, treppab trieb. Der Abbe war schon frühzeitig auf den Roßkauf gegangen lind hatte versprochen, am Mittag zurück zu sein, aber Jan wartete vergebens. Er ging die wenigen Schritte nach den: Rheinstapet hinunter, um noch zum letztenmal das Bild der lauten und herzhaften Tätigkeit zu sehen. Da zogen die breiten Koggen, tiefbeladen und ein wenig zur Seite geneigt durch den Druck des großen braunen Segels, den Rhein hinauf. Die Fähren trieben langsam hinüber und herüber und die ängstlichen .Pferde schnaubten und wieherten. Am Ufer lagerten Wälle von Säcken, Mauern von Fässern und Türme von Kisten. Der große Kran, den der Kurfürst hatte bauen lassen, um die Ladegelder allein einzustecken, kreischte unaufhörlich und schwang mit seinem mächtigen Arm neue Güter aus den Schiffen au das Land, und auf der Höhe des geneigten Users zoA sich die Werftmauer hin, mit Pforten und Toren, gekrönt von winzigen Giebelhäusern, vor deren Fenstern Blumen blühten, und überragt von den Festungstürmen und der ungeheuren Masse des Turmes Groß Sankt Martin, dessen Schatten den Strom verdunkelte. Jan gedachte der Tage, da er so oft auf einem Sack mit Reis oder Weizen am Werft gesessen hatte und eine leise Wehmut stieg in ihm auf, daß er dieses alles, was ihm so vertraut war, nun verlassen sollte. Und hier waren auch die Neuigkeiten für ein Blatt Tabak feil, oder für einen kräftigen Schluck Branntweins. Schisser vom Oberrhein erzählten von Tilly, wie er in der Psal^ dem Mansselder und dem .Halberstädter im Nacken saß und wie ein prachtvolles Ungewitter die Weichenden immer nach Norden trieb. .Holländer, die von der Schelde kamen, wußten von den Freiheitskämpfen ihrer Brüder zu berichten, von den wilden Spaniern, die immer zahlreicher um den eisernen Svinola sich versammelten, tvährend ihr „groote Moriz" Bergen op Zoom und Breda befestigte und schwur, daß er all die spanischen Katzen in den Wallgräben seiner Festungen ersäufen würde. Es konnte nicht anders sein, als daß Jau diese klirrenden und lärmenden Neuigkeiten mit enrigem Entzücken Härte. Auck in Frankreich regte es sich? Desto besser! Der Kardinal wollte die Spanier auareifen? Vortrefflich! Da lief er ja geradewegs der Furie rn die Arme. Er schlug sich auf die Lxhenkel lind ging vergnügt nach dem „Blauen .Hecht" zurück, indem er vor sich hin pfiff. Als er in die Schenkstube trat, stand da Frau Joseph» mit einer Bäuerin und diese sagte gerade: „Materdeis, wenn ich doch von nichts weiß!" Frau Josepha aber gewahrte Jan: „Jan, komm geschwind her. Was ist dies?" Und sie deutete auf einen Beutel, den die Bäuerin fest am .halse hielt. „Das?" sagte Jan, „scheint ein Beutel zu sein. Ein Geldbeutel, wenn nicht alles trügt." „Das sehe ich wohl. Mer was sollst du damit. Sag eS mir, Jan." „Ich'?" machte er erstaunt. „Bist du der Jan?" fragte die Bäuerin. „Ich möchte fast drauf schwören." „Und dies ist der „Blaue Hecht". Und du bist der Jan. Also nimm-. Und vergiß das Kreuz nicht." Jan wog den Beutel; er war nicht leicht. Von Griet kam er, das war sicher. Aber was sollte er damit? Nun, wenn man reiste, durste man nicht ganz ohne Geld sein. Die Bäuerin war fort. Frau Josepha faßte ihn am Arm. „Jan — ich dächte, du würdest gut tun, mir zu sagen, von wem das Geld ist und wozu?" „O," sagte Jan, „wenn Jhr's durchaus wissen wollt: von einer ehrenwerten Dame, die mich besser hält als Ihr, von der ick) Zeit meines Dienstes noch keinen blanken Karolin oder Ferdinandsgulden gesehen habe." „Jan!" rief Frau Josepha, „Jan! Was tust du mir an! habe ich das um dich verdient?!" Es ist schon alles eins, dachte Jan und wollte ent- wischcn, aber sie hielt ihn fest. Da gellte die Klingel und es trat jemand herein, den Jan zuerst für einen Retter ansah, der aber keiner war, wie sich nur zu bald zeigte. Es war ein Wirt, der Wein kaufen wollte und der Frau Josepha nicht unbekannt war. Jan mußte Rede stehen über die Vorräte und Proben holen und dabei glaubte er nicht lveniger auf glühenden Kohlen zu ehen, wie Frau Josepha auf ihnen zu sitzen. Sie hofften eide, daß das Geschäft endlich abgewickelt sein möchte, und der Mann zog auch schon den Geldbeutel. Aber im Aufzählen begann er einige Worte zu sagen, die Jan undj Josepha mehr erschreckten als hundert Musketenschüsse vor den Fenstern plötzlich abgefeuert. Er fragte nämlich teil- namsvoll, ob denn Iran Josepha ihren Mieter, den .Herrn AbbL, sie wisse schon, nun ganz verlieren würde, da erhellte bei ihm zwei Reisepserde gekauft hätte? Denn solange der „Störrische Ochse" in seiner Familie sei, hätten dort immer die wackersten Gäule zum Verkauf gestanden. — Ei, dachte Frau Josepha, und ihre Mienen drückten das deutlich aus, nur allzudeutlich für Jan, — ei, da 'kommt mir ein Wind in die Nase, der recht übel riecht. Tenn der Äbb6 stand bei ihr noch, sozusagen, in der Kreide. Jan aber versuchte den „Störrischen Ochsen" mit Zeichen zum Schweigen zu bringen, aber als er ihn herzlich auf den Fuß trat, 126 sagte der Wirt nur: „Du lustwandelst auf meinem Eigentum," und als Jan einen Hustenansan bekam, daß er blaurot im Gesicht wurde, nieinte er wohlwollend, ohne im Geldzählen innezuhalten: „Roter Aßmannshauser mit Zi- beben, und im Kessel heißgemacht, Hilst am besten gegen Husten." Im Gegenteil war Krau Josepha begierig, mehr von den Neuigkeiten des „Störrischen Ochsen" zu vernehmen: „Zwei Pserde, sagtet Ihr?" „Zwei." -.Und wohin die Reise geht, und mit wem und wohin, daS sagt mir doch geschwind." „Wohin und mit wem, kann ich Euch nicht sagen. Nur daß die Gäule gleich nach Mitternacht bereit stehen sollen, habe ich gehört." „Seit wann reisen rechte Ehristcnmenschen um Mitternacht?" Aber der Gastwirt hatte sein Geld ausgezählt, sagte „Behüte Gott" und ging hinaus. Jan hätte sich gern eins gepfiffen, um harmlos zu erscheinen, ooch fühlte er die Blicke der Frau Josepha wie zwei Degenspitzen an sich herumkitzeln und brach schließlich heraus: „Zunr Teufel, ich tveiß von nichts!" ,,Du weißt von nichts, aber ich weiß von etwas. Von höchst verdächtigen Dingen weiß ich etwas, die da Vorgehen, lieber Jan, und wenn du mir nicht auf der Stelle, vor meinen sehenden Augen und hörenden Ohren schwörst, die Wahrheit zu sagen t dann—. Also der Abbs loill verreisen, nicht wahr? Das wissen wir ja. Mer wozu braucht er zwei Pferde und woher hat er das Geld, und ivas ist das für Geld, das noch in deiner Tasche steckt, und was hat es mit dem schwarzen Kreuz aus sich und mit der Abreise um Mitternacht? — Nun, lieber Jan? Tu antwortest nicht? Also weißt du alles. Und ihr beide wollt fort, du mit, wehre nicht mit den Händen. Aber ich werbe zunr hohen Rate gehen und zum durchlauchten Herrn Kurfürsten. Man wird dich in Eisen legen, Jan. Das ist noch immer die Strafe für freche Verstihrer gewesen und ich bin eine ehrbare und unbeschriene Witwe. Eine arme Witwe, Gott sei's geklagt, die du deinen schmutzigen Gelüsten gefügig gemckcht hast. Ogottogott, daß doch der selige Schmitz noch lebte; aber deinen sauberen Herrn Abbs lasse ich in den Schuldturm werfen, so wahr ich selig werden will, denn cs gibt noch ein Recht für schutzlose Witwen hier aus Erden und drüben im Jenseits." Jan fühlte sein Herz wegschmelzen. Er kam sich in der Tat ungeheuer schlecht vor. Und nun weinte sie noch dazu. Sie war unschuldig und er war ein Wüstling. Zacker- bombenundslöh. Und wenn er in Eisen lag und Jo!s Maria im Stockturm, wer rcfcete dann Marie-Anne und Griet? „Frau Josepha," stotterte er, „ich bitte Euch, weint nicht so schrecklich, ich schwöre Euch —" „O, Jan, daß du mich verrateil konntest!" „Ich schwüre Ellch —" „Tu schwörst mir — daß du mich nie verlassen willst? Schwörst du das?" Jan dachte zwar, daß er gestern abend geschworen hatte, er wolle um Mitternacht —, aber das ging nun schon in eins hin. „Hier in meine Hand schwöre!" sagte Frau Josepha und ihre Tränen tropften herab. „Ich schwöre es!" „Bei Gott." „Bei Gott!" ,/D Jan," rief sie und umarmte ihn, „wenn du dock- recht ein sehen wolltest, wie gut ich es mit dir meine." Und sie führte ihn zu der Wirtsbank und zog ihn neben sich und legte sein Haupt an ihre Brust, die heftig wogte. „Sieh, sprich nur ein Wort an rechter Stelle, und du kannst hier immer sitzen, als mein lieber Mann, mit dem Läppchen aus dem Kopf und wenn die Gäste mit dem Becher ausstoßen, dann brauchst du nur zu rufen: Jupp, oder Klees, eine Kanne Achtzehner. Und den Beutel gib nur mir. Ich wahre ihn dir gut." Aber Jan erinnerte sich plötzlich des Weines für den „störrischen Ochseir" und schwur, sofort in den Keller zu nmssen. um abzuzapfen. Doch erst mußte er noch sein Gesicht in einer Sturzflut tränenfeuchter Küsse baden lassen, ehe er die schwere Falltür heben und in den Keller steigen konnte. Sic rief noch in die Finsternis hinunter: - „Das t. Unter den zahlreichen Dramen- lkizzen, die ihren Stoff dem fiebeit großer deutscher Männer eilt- nehmen, sittd die Arminius, Wallenstein und Friedrich d. Gr. ge- weihten Werke am tveitesteit gediehen. Während er an sein.Leben und Tod Albrechts von Waldstein" die letzte Hand nicht mehr legen konnte, scheint seilt BolkLschauspiel .Friedrich II.* vollendet gewesen zu sein, obgleich uns eilt böses Geschick nur daS prächtige Vorspiel .Die Torgatter Heide* erkalten hat. All diese Pläne tmd Hoff- nungen eiltes int Wollen so übermettschlich hohen Wirkens hat aber der Dichter kurz vor seinem Lebensende in einem ungeheuren letzten Entlvttrs z»isantlneuge*aßt, in dem sich Morgen und Abend feines LebeuS seltsam berührten und gleichsam die Summe feine« Wirkens wie in einer erhabenelt Vision vor sein sehnsüchtige- Auge trat. ES ist der Gedanke eines detltschert Nationalgedichts, „der schon meinen Ktnderjahren angehört tmd der tttich nie völlig loSgelafsen*. In der Leipziger Jugendzeit hatte er sich diesert Visionen monatelang hingegebett: dem Schiverkraukett traten sie kurze Zeit vor seinem Tode wieder vor die Seele. „Die eigentliche Hanpthandlung*, schreibt er, »nutfc eilte sür diesen Zweck prägnante sein, eine weltgeschichtliche, in lvelche die Hauptwendungen deutscher Geschichte tmd Entivicklnng sich cinschaltett lassen. DeS hartttotlischen Ein- druckS lvillett muß die Toitika des Gedichtes Lob, Ruhm und Ver- herrlichtlttg sein tntd Schutach tmb Warnung nur der herauGhebende Schatten des Bildes. Die Heldengestalten Deutschlaitds aller Art, mit physischen und geistigen Waffen, sändett Platz, keine irgettd historische Stadt Deutschlands dark ohite gebührettdett Ruhm bleiben, tvoztt dann irgend eine patriotische oder ztt Deutschland« Ruhm gereichettde Tat in deren Geschichte ztt vertvendeit ist. Jeder Stand desgleichen, z. B. die Bäcker bei Gelegenheit Ludwigs des Bauern: keine malerische Gegend darf übergaitgen werden.* Den Rahmen für das ganze Werk sollte eilt Traum Ottos deS Groben geben, den eilt schöner Knabe in einen hohen Dom führt. „Der Knabe ver- schlviltdet ivie int Nebel von Weihrauch, der nebst wunderbarer Musik den Dom durchzieht, daß seilte Säulen voll der süßen Ge- ivalt zittern, nicht geschreckt, sondern wie vor Wonne. Da erhell sich ein wtutdcrvolles Rlesenweib von feinem Thron und heißt 128 Otto dufferen. Nebel und Duft heben sich nun und lassen eine deutsche Landschaft erscheinen, deren Geschichte in dem Schicksal einzelner Helden und großer Massen dargestellt wird. Im schwarzen Flor erscheint das verlorene Elsaß, als Wegenbtld das schwedische Pommern bitvd) den Großen Kurfürsten befreit, die Mordbrennereten unter Ludwig XIV., der Kampf um Schleswig-Holstein usw. Tie nationale Idee ist die Führerin; »immer prophetisch werden Himmel und Hölle vor die Augen gestellt als Deutschlands Rufunft. Aber der Himmel als Hoffnung, d. h. eine neue deutsche Größe, die auch die Entfremdeten »viedergewtnnen wird. Deutschland gilt so^ weit, als „die deutsche Zunge klingt/ Gegen alle antinationalen Tendenzen die donnerndsten Reden des TickterzornS. Zurückrufe zur Natur aus Ueberbildung, Ueber- sichtigkeit usw. zur Männlichkeit, Schlichtlieit und Praxis. An eben an die einzelnen deutschen Landschaften und ihre historischen Oerter." Otto der Große fühlt durch diesen Traum, »daß Deutsch landS Große und Dauer kein Traum fein muffe, wenn Deutschland sein Heil und seine Kraft erkennt, und so geht er in die Schlacht gegen die Ungarn mit Zuversicht und gewinnt sie, das Borbild so vieler Befreiungsschlachten/ Das AnSjpmnen dieses voeti'chen Traumes zum großen Natioualgedicht, in dem alle Schilderung und Handlung, alle Visionen einer fernen Rutimtt in anschauliche Bilder verwandelt iverden sollte, war Otto Ludwig freilich versagt. Der ge,völlige Plan harrt eines größeren, den uns eine größere Zeit hoffentlich erstehen lassen wird. „ob der Anteil Englands an diesem Krieg der Masse des sraw- zösischen Volkes jemals in einem klaren und gerechten Lichte erscheinen wird, denn wir sprechen nicht mir verschiedene Sprachen, sondern wir denken auch in fel>r vielen Dingen verschieden, und die Kritik der Frauen wird viel da-n beitragen." vermischte«. * Die kritische Französin. Ueber die kritische Französin, die die großen Taten und Leistungen der Engländer irf diesem Kriege durchaus nicht sehen und anerkennen will, beklagt sich bitter ein Pariser Berichterstatter der „Times". Bisher hatte freilich scharfe Kritik noch nie zu den Tugenden der Französin gehört: es scheint aber fast, als ob diese „ahnungsvollen Engel" jetzt besser und klarer urteilen als ihre Männer und die hohe Regierung Wir erfahren aus diesem Aufsatz so ganz nebenbei, daß die französische Bolksstimmung, die uns sonst die englischen Blätter so gern als von Tank für die Briten überftrömend schildern, nicht besser, d. h. Großbritannien freundlicher werden wird, wenn es nicht gelingt, die Frauen, die in Frankreich eine so große Rolle spielen, ..von dem Opfermut und der Hilfsbereitsckiaft Großbritanniens zu überzerigen". Die Französin „wird nnt neuen Geschichten für und gegen uns von jedem Wind gefüttert, der bläst". Wie stellen sich mm die verschiedenen .Nassen der weiblichen Bevölkerung in Frankreich dazu? Am ehesten glaubt noch die Frau des Volkes, daß die Engländer ihre Pflicht trm. „Sie ist weniger) kritisch, weniger zynisch, weniger argwöhnisch den Beweggrün- den der anderen gegenüber, als ihre Landsmänninnen, deren Verstand stärker ist als der Instinkt, und ob gleich auch sie, wie die Französinnen aller Nassen heutzutage, sich weidlich über den Luxus aufregt, den die englischen Soldaten angeblich im Kriege treiben, so ist sie doch duldsamer, als die Damen, denen der Lu- rus eine tägliche Notwendigkeit geworden ist. Die abenteuerlichsten Geschichten über den Reichtum der Ausstattung, über die Bequemlichkeit und Unverfrorenheit Tommys werden von den Frauen in ganz Frankreich verbreitet. Das sind zwar nur unbedeutende und unwichtige Dinge, und was die Frauen an dem militärischen Dienst billigen und mißbilligen, ist von geringem Wert, aber sie beeim Nüssen die Stimmung des französischen Bürgers, wie eine hartnäckige Fliege an einem Sommernacknmttag die Nerven dessen beunruhigt, der einschlafen möchte. Diese Anschauungen verwirren die öffentliche Meinung und zerstören das schöne Zutrauen in die Pläne der Verbündeten, das für den inneren Frieden und da? Gefühl der Sicherheit so wichtig ist." Den Grund für diese Mtßstiimmmg in den französiscl-en Frauenkreisen gegen England mcht der Verfasser in der „völligen Unkenntnis von England und der Rolle, die England im Kriege spielt. Die Frauen wissen, daß nur Truppen nach Frankreich geschickt haben, aber sie wissen auch, daß sie un Vergleich zu dem französischen Feldheer nur einen,' sehr kleinen Faktor darstellen. Sie siird der Ansicht, daß man die Taten der englischen Soldaten ungebührlick, aufgebauscht hat im Verglerch zu dem, was ihre eigene Armee leistet, und sie halten für unnötige Verschwendung und übertriebenen Luxus, was doch in Wirksichkett nur die bessere Organisation des Verpflegungsund Berwundctenwesens bei den Engländern ist". Ter Engländer wirst den Französinnen Taktlosigkeit vor, weil sie immer wieder betonen, man brauche sich nicht jeden Tag zu rasieren und aus 'andere Kleider den höchsten Wert zu legen, um ein tapferer Mann -u sein, rveck sie dem Tommy seinen Komfort nicht gönnen. Für o,e rNanzösin sei eben dieser Krieg „ein französischer Krieg", in dem.die Franzosen die Hauptlasten tragen müßten; sie glaube, caj] „England sich drücke und sic im Stich lasse", und sie befindet na, ui einer beklagenswerten Unkenntnis über aN das, ivas die englische Flotte und das englische Geld vollbringen. Die Französin empfindet es als bitter, daß in England das Geschäft blüht, daß man sich m England amüsiert und daß cs unter dem Krieg noch gar mcht gelitten hat. „Es ist zweifelhaft," schließt der Aufsatz, Die Küche im Kriege. (Nachdruck dringeud erwünscht.) Brotsuppe: Kommißbrot wird in Stiicke geschnitten in soviel Wasser getan, wie zur Suppe nötig ist, und mit genügend Backpflaumen zusammen gekocht. Das Ganze wird dann durchgeschlagen. Man kann crber