Das Paradies der Erde. Neman von A d a von Gersdorsf. (Rachdtrick verboten - (Fortsetzung.) Was hatte ick» da gesagt? — Wovon lebte benn ich selbst? Wo sollte ich das hernehuren, was ich ihr «lebe»« wollte?... Wie sollte ich überhaupt die riesenhafte Schwierigkeit besiegen, uns einen eigenen !>xrd zu grün den? Tante Lalli? Würde sie, die alte Vollblutaristokratin, trotz aller Güte, aller Liebe zu mir sich dazu verstehen? War zu hoffen, daß Tatianas Zauber auch auf sie einwirken würde, »venigftens so lveit, das; ihr meine Leidenschaft für sie begreif tich erscheinen müßte? Aber sie haben sich ja beide kennen gelernt und Tante Lalli hat mich sogar bei Tatiana gesehen, und ihr entgeht nichts, was irgend Wichtigkeit hat. Und sie sprach mit keiner Silbe von Tatiana. die ganzen Tage nicht, als wenn sie nicht tvichtig wäre! Als ich, schtvere Seufzer unterdrückend, säst scheu zu dem alten Mann aussah, begegnete ich seinem schtali beobachtenden Blick uttler den schweren schlafselt Lidern, die seine dunklen Augen halb verdeckten, und um den faltigen Mund mit dem struppig grauen Bart lag ein offenbar sarkastisches Lächeln. jIar machte eine hochmütig fragende Bewegung und erhob mich unwillkürlich, als betrachtete ich unsere Unterredung für beendigt, ganz vergessend, daß es Tatianas Vater war, den ich nm das Glück meines Lebens gebeten batte, und nicht der zudringliche Anliauitätenhändler, der ein Geschäft mit mir neachen wollte, das mir nirtit paßte. Welch häßlicher Zwiespalt hatte sich in mir erhoben schon bei Beginn des Kampfes! — „Was werden Sie jetzt zunächst tun, Herr von Rehn?" fragte ei schroff und kalt, als wir uns gegenüderstandcn. Gr hatte ein Recht zu der Frage, und ich sagte kurz: „Nebertegen werde ich, was ich zu tun habe, Herr Korro lewski." „Gut. Aber bis Sie da zu einem Ende gekommen sind oder zu einem Anfang, wie uum will, werden Sie keinen Ber such-machen, Tatiana zu sprechen. Sie werden sie meiden nnd verhindern, daß die Leute über meine Tochter reden." „Wie können Sie glaubet! !" stieß ich hervor und fühlte, wie die heiße Glut in mein Gesicht schoß. „Nun. ich glaube ja nichts Schlimmes," sagte er, den grauen Kopf wiegend, „aber die Versuchung ist groß und Ta- uanas Vorsicht reicht nicht für zwei ans. Sie haben ihr Herz ganz geblendet sie sieht nur Sie. So seien Sie. was Sie bis Etzt Urnen, gut und verständig und auch ferner wert, daß alle Leute Ihnen vertrauen und glauben. Und ich loilt meiner Tochter sagen, daß sie ruhig sein kann, wenn Sie sich omn letzt von ihr feruhalteu müssen, bis alles geordnet ist. bis Sie vor der ganzen Stadt als ihr Verlobter gelten. Ich werde sie jetzt nicht fortgeben und aus Ihrer Nahe bringen, sie soll ! uoch im Vaterhaus bleiben, wenn Sie, Herr Leutnant, mir versprechen wollen, sich memem Wunsche zu fügen." „Ich gebe Ihnen mein Wort," sagte ich leise, während sich langsam etwas tvie ein dicker grauer Nebel zwischen mich und Tatiana schob. Er nahm seine alte Pelzmütze von der Erde aus, tvohiu er sic gelenzt hatte, nnd machte mir eine kurze Verbeugung „Guten Abend, Herr Leutnant. Nichts sür ungut," jagte er und hinkte hinaus. Ich sank mit einem schweren Stöhnen nuf meinen Stuhl uno legte das Gesicht in die Hände. — Was soll ich tun? Mir war es, als sei ich von drei Seiten von Hoheit Mauern eingeschtossen uitb aus der vierten Seite gähnte ein Abgrund. Reicht die Spannkraft auch zum Sprung hinüber? Schwere, peinvolle Empfindungen durchwühl ten mich, ich stand vor Ungewohntem. Ungeübtem und — das Qualvollste von atleiu ich ftaub allein, ohne sie? Keinen Tropfen gab es für meines Herzens heißen Durst, nicht einmal satt trinken konnte ich mich an ihren Lippen vor bem heißen Kampfe um sie? — Dann stand ich rasch auf .Handeln wollte ich. handeln? Es war das einzige Mittel, nm schnell, schnell zu ihr zu gelangen. Den Sprurig »vagen wollte ich ohne Ausschub. Zunächst zum Kommandeur. Ach. der Gütige. Edle! Bor ihm bangen »vir zwei nicht. Tatiana! Aber war er's den» noch? —- Morgen, übermorgen noch — nm mt* bei zu- stehen? Wer tveiß, wo dann mein Kommandeur »var- Sein Abschied wurde verrnuttich genehmigt. Nun denn, also beule, heute abend noch — $u ,in dienstlicher Zeit - wie neulich aueij. - Diesmal kam ich in eigener unaufschiebbarer Angelegenheit. Was wollte ich eigentlich beim Kommandeur? Ihm meine bevorstehende Verlobung mit Tatiana Korro-' lelvsti, der Tochter des polnischen Händlers, anzeigen? — Nein, auch diesmal trieb es »oieder beit Mann zum Manne — den jungen unerfahrenen Menschen znm erfahrenen alten. Ich ging in mein Schlafziminer, mich umzuziehen. Das mußte ich allein besorgen, denn Meier tonnte noch lange nicht aus Groß Runow zurück sein. Hoffentlich fand ich alles rasch, denn viel Zeit hatte ich nicht Es »var gegen sieben Uhr. — Da wurde meine Flurflirigel gezogen. Ich stand in .Hemdärmeln nnd wollte eben in gewohnter Ungeniertheit, jo wie ich toar, ausmachen gehen, denn wer sollte »oobt lommen. den mein Neglige befreinden könnte, als mir noch lute eine Rakete der allerdings nicht unmögliche vR'danle aufseboß: sie! Tatian,t könnte in Verzweiflung, getrieben won demselben glühekiden Verlangen, wie icki es fühlte, hernbergeflogen sein, nm sich nur einmal noch au meine Brust, in meine Arme zu werfen, ehe »vir, Gott »veiß ans tvie lange, getrennt blieben. Ich fuhr im Gehen iu den Waffenrock, der mir geravt zunächst hing, nnd öffnete mit klopfendem .Herzen meine Wohnungstür. 58 — Herz und Auge waren so vorbereitet auf eine Frauengeftalt, daß ich betroffen und verwundert zu der Erscheinung, die mich weit überragte, emporsah. Wer konnte denn Vas...? „Mein Gott — Poncalet!" „Ja," sagte er lächelnd. „Darf ich hereinkommen? Oder- Haben Sic Besuch? — Dann Pardon ..." „Nein, Besuch habe ich nicht " „Ja — was denn? Sie stehen nämlich in der Tür in einer Pose, als wäre Ihnen meine Gegcnlvart nicht gerade angenehm. Ah — ich sehe: Sie roollni zu irgendeinem Kom- miftvekko—" „Durchaus nicht, Graf. Kommen Sie nur herein. Ich wollte zum Kommandeur." „Jehl? Im Dienst? Es ist nämlich sieben Uhr abends, lieber Rehn," sagte er mit Leichtem Svolt. „Was ist denn los bei Seiner Majestät vorntbmstein Linienregiment, daß an die stellvertretende Adjutantur so merkwürdige Ansprüche gestellt werden?" Ich sah ihn ganz erstaunt an. Er sprach so sonderbar, so eintönig und langsam und dabei in einer spöttisch scherzenden Art, die ihm sonst gar nicht eigen war. Ich haue noch nie einen Witz von ihm gehört, auch nie bemerkt, daß er herzhaft über einen gelacht hätte. Er verstand sie oft gar nicht. „Lediglich Privatsache. Aber die must ja nicht gerade ausgerechnet heute abend erledigt lverden," sagte ich in absichtlich^ leichtem Ton. „So — Privatsache? Im Wassenrock? — Abends spät? Sic haben sich wohl über Hals und Kops verlobt?" ,,Ich wützte wirklich nicht .gegen wen' —, wie man sagt, ich mich verloben sollte. Die holde Weiblichkeit im ,Paradies der Erde' ist nicht danach." „Oh, braucht ja nicht innerhalb des Weichbildes Ihres Varadreses zu sein. Ich dachte an das Goldsischchen brausten km Teich von Grost-Rnnow." ... „Großer Himmel!" rief ich sehr erheitert über diese fürchterliche Vermutung des melancholischen Grasen, „man soll zwar nur verschwören, daß man sich nicht die Nase ab- beißen will, und selbst das ist zuweilen gewagt!" schloß ich mit einem Blick ans die imposanten Dimensionen der seungen. „Na," entgegnete er, „gerade beim Verlieben nnd^Ler- loben gilt auch das Wort, daß man da oft genug gerade das tut, was man vorher am meisten verschworen hat. Und außerdem — Liebe erweckt Gegenliebe — " „Hö'ren Sie ans ums Himmels willen und — kommen Sie herein m die gute Stube," bat ich. — „Na nu? Sie sind ia in Uniform?" „ort- sehen Sie das erst jetzt? Wo, mein verehrtester Ersatzmann und vermutlicher Nachfolger, hatten Sie Ihre "Sinne? Alle fünf bei ihr?" „Was meinen Sie eigentlich mit diesen freundlichen An zuglichleiten? Sie denken wohl —" fragte ich mißtrauisch und ernst werdend. Wir standen jetzt in der Hellen Wohnstube und .ich brach 'Ur. Gott, sah der Mann aus? Wie eine „Leiche ans Urlaub"’ ?Aind und frisch hatte er ja nie ansgesehen, aber über diese laylgrune Blässe erschrak ich und noch mehr über diesen star- reii dnperenBlick, der an mir vorbei aus irgend etwasEntsetz- u irli ft J cren iHien. Ich dachte nicht mehr an mein eigenes 7. M Alles, was der andere erlebt und gelitten haben mußte, tt'.eg in furchtbarer Größe vor mir auf. - „Sind Sie denn wieder hier, Graf? Tun Sie wieder Dienst?" fragte ich, ihm den regennafsen Mantel abnehmend. Er stand am Tisch, als überlegte er sich die Antwort, die brettenSchultern etwas iiach vorn gebogen, den schinalenKops mit dem kurzgcschnittenen rotblonden Haar etwas in den Kragen gezogen, wie er aus dem Gaul zu sitzen pflegt, wenn es sehr kalt war. „Wegen der Uniform, meinen Sie? — Die Hab' ich hei zum letztenmal an. Alles Dienstliche ist erledigt. Ich rci heute nacht noch ab. zunächst aus Wolf- niid Bärenhatz in de Kaukarue und dann — ja dann — »vo anders hin. Ich woll Kosten aber nicht nur adieu sagen, sondern Ihnen meine '^vwlilicher Nachlatz anvertranen, wenn Sie die Gute habe wollen, sich dessen anzunehmen. Mitnehmen von meint Ounichtung werde ich nichts, ich mag mich nicht wieder scs ^lt iuachen — oder da, wo ich's täte, könnt' ich doch nicht tz?von brauchen." Wahrend er dies sagte, harte er sich in di ST 1 /**^-I^nddle.Vände rn die Taschen gesteckt, deuKoz leicht an die Wand lehnend, lote er immer saß, wenn er z einer längeren Dämmerstundenplanderei zu mir.gekomme „Alles wollen Sie hier lassen, Ihren ganzen, doch recht kostbaren Besitz'?" fragte ich befremdet. — ,Zhre Kunstsachcn, Ihre Bücherschätze, Ihre Rcnngewinne, Ihre Oelbilder?" „Ja. Muß ich schon." „Aber wer soll das kaiifcn? Hier in dem Nest — und auch in der Umgegend gibt cs gerade für solche gediegen^ Sachen feine Liebhaber." „Glaub's auch. Unb der Alte da drüben wird seine Anti- gnitätcn schwerlich damit bereichern wollen oder können. Alles will ich auch iiicht verkaufen. Das meiste verschenke ich. Nur die Möbel, und darin steckt eine hübsche Summe, möchte ich so allmählich Stück für Stück verkaufen und den Erlös sollen zur Halste die Armen hier habeil, zur anderen .Hälfte die Unterosfiziere. Die Wohnung habe ich noch bis zuin April." „Und alles andere wollen Sic verschenken?" „Bis aus die Familienbildcr — ja. Die gehen an einen entfernten Verwandten von mir nach Hainburg. Sic wissen, ilahe Vetterschaft habe ich nicht mehr. Aber meine andern Bilder, meine Büches meine Kunstwerke und meine beiden Renu- vreise möchte ich Sie bitten als Geschenke von mir anzunch- men. Sie sind mir der liebste Mensch hier gewesen, Harry Rehn, auch andre Menschen haben Ihnen Freundschast und Vertrauen erwiesen - besonders eine — und dafür danke ich Ihnen mid bitte Sie, mit dieser einen auch ferner jene treue Freundschaft zu halteii, die Sic in so reinem und edlem Sinne auffassen." „ Ich war noch am Tisch stehen geblieben, und jetzt sing ich seinen Blick aus und hielt ihn stumm eine Weile fest. „Also ein Testament," sagte ich langsam. „Wie Sic das nehmen »vollen. Wenn man in ein fernes Gebiet reist, wo au allen Enden und Ecken der Helle Aufruhr lodert, gemordet, geraubt und gesengt wird, und die allerdings sehr interessante Jagd, die ich dort finde, nicht als Spielerei gilt, dann macht man als besonnener Mensch eben so. eine Art Testament, besonders wenn man aus keinen Fall wieder in die Heimat znrückkehrcn will." „Und Sie sind ein besonnener Mensch, Graf? Sie waren es all die Zeit über, die. wir uns nun kennen?" fragte rch und setzte mich ihm gegenüber an die andre Seite des Tisches, ihm unverwandt ruhig und fest ins Gesicht sehend, denn seine Augen hielten nicht stand. „Was ich war? Ja, lieber Alter, das habe ich eigentlich, seit ich hier zwei Jahre Betzingslöwcns Adjutant war, vergessen. Und was ich bin? Ein „höriger Mann", der auf keine andre Weise mehr frei werden kann. Aber daran liegt mir auch gar nichts und darum kämpfe ich auch nicht. Ich war allezeit ein zäher Fatalist." „Poncalet, ich stehe Ihnen als vollkommen Wissender gegenüber: ^ie wollen sterben in seiger Fahnenflucht, wollen die Freiheit suchen aus der Liebeshörigkeit, in der Sie gefangen sind. Daß es eine solche Fessel gibt, und daß diese ebenso hoffnungslos wie unerklärlich ist, glaube ich. Daß Sie aber lener ^rau, die viel mutiger und stärker ist als Sie, Ihnen nicht gehören kann und nicht gehören rvill, Ihr Leben und Ihre Pflichten gegen König und Vaterland, denen Sie sich doch durch einen heiligen Schwur angclobt haben, als Opfer darbruigen, um sich von ihr sreiznmachcn — das begreife ich Nicht." „Dann bewahre Sie Gott davor, daß Sie es nial begreifen," entgegnete er finster. „Sie sprack-en non feiger Fahnenflucht, Sie halten mir König und Vaterland vor. Diese bedürfen meines Lebens und meiner Kraft nicht zu ihrem Bestehen. Da ist reichlicher Ersatz vorhanden. Ich habe heiligere Pflichten zu erfüllen." , v ^ch jemand da, der Ihres Lebens, Ihrer Kraft bedarf? Und dennoch wollen Sie feige fliehen, sterben, weil Ihnen die Qual zu schwer wird," beharrtc ich ernst. . md)t immer Feigheit und Schwäche, wenn man reiwillig den Tod. sucht. Es kann Fälle geben, in denen es ff 1 ö" sterben, wo der Tod eines Menschen eine Er- lofung für aridere ift, für viele oder auch nur einen einzigen. Em solche» Opfer kann auch ein besonnener Mensch dar- brnigen und. sogar nach reislickxr Ncberlegnng. Scheu Siv> Rehn, Harriet kann nie, nie von mir lassen, sie kann ihre ~oie ganz tu der ineinigen ansgegangen ist, nie wieder loswfen - — „Sie hat es bereits getan Ich seltzst war dabei," ' (Fortsetzung folgt.) v < ^ 5eldhunior. Von einem O f f i - i e r i nr Fe1 b e. (Nachdruck verboten.): „Au f in den Ka mpf." Das Dort A. in 9tordostfrankreich wird durch einen Kanal, her an beiden Ufern von Sumpsstreifeu bonleitet ist, in zwei Hälften geschieden. Die diesseitige Dorfhälfte war von uns gestürmt worben, wir konnten jedoch nicht über den Kanal, da die einzige über ihn führende Brücke iin feindlichen Gewehr- und Maschinengewehrfeuer aus dem Rand der jenseitigen Dorf- hälfte lag. Also hieß es, in ^cm der Brücke zugekehrten Rande der diesseitigen Dorshälfte Stellung nehmen. Das war nicht ganz einfach, da diese Häuser nur dem Feinde zugewandte Eingänge besahen, die überdies verrammelt waren. Aber zu den praktischen .Kriegserfahrungen gehört es, eine verschlossene Tür mit einem Fußtritt _ju sprengen, uiü> so gelangte ich denn glücklich mit meinen beiden Maschinengewehren in eins der vor deren Häuser und begann mich dort „einzurichten". Die beiden Maschinengewehre wnrdeu auf Tischen ans Fenster gerückt, die Blüschtisckchecken verhinderten sehr schön ein Rutschen der Gewehre. die Bedienungsmannschaft nahm in kissenbelegten Korbsesseln „Stellung", mir selbst rückten sie einen urgemütlichen Großvaterstuhl in .die Mitte, „seulemeut un demr-heure", und dann begann das Gefecht gegen die im jenseitigen Dorfrand versteck teil Schützen. Ab und zu mußten wir freilich unsere Stellung ändern, lvenu nämlich das feindliche Feuer gegen unfcrc ftencitr zu lebhaft wurde. „Klack — llak, tlak" — ging es Dann gegen die Wand oder „piiing — pii—iug" durch die Fensterscheiben. Tann setzten wir uns eine Stufe tiefer, nämlich auf den Fußboden. Wenn wir wieder schossen, verstummte drüben das Feuer, wahrscheinlich machten sie es dort drüben genau so. Was unsere Behaglichkeit aber am meisten erhöhte, rpar die Entdeckung eines Phonographen im unteren Stocke unseres Hauses. Schnell wurde er von sachkuirdiger Hand in Gang gebracht, und während oben unsere Maschinengewehre ihr rasendes „Tack — tack — rack" hämmerten, klang es von unten braust herauf: „Auf in den Kampf, Torerv..Ich l)abe noch me meine Schützen mit solcher Hingebung schießen sehen wie ber dieser Begleitung! * „H a l t — wer d a?" Das Bataillon hatte Ersatzmannschaften bekommen. Ta die alten Mannschaften erschöpft waren, wurden sie gleich vom Ersatz abgclöst. Auch ein ziemlich nah am Feind stehender Posten wurde von einem Ersatzmann besetzt. Wacker stand der neue Kneger auf seinem Posten, und die Minuten wurden ihm in fieberhafter Spannung zu Ewigkeiten, indes die Nacht immer tiefer ihre schlvarzen Schatten breitete, so daß mau kaum zehn Meter weit sehen konnte. So mußte p»r sich denn zimr gut Teil auf sein Gehör verlassen. Er lauschte lauge, lange. La endlich hörte er vor sich im Felde ein Knacken, Breckn-u, Schlür ~V*' cr schlug ihm bis ans Herz. Er täuschte sich nicht. Das Gewehr inachte er schußbereit. Er würde seinen. Posten nicht kampflos verlassen. Näher kam das Raschln — nun gewahrte er auch dicht vor sich einen schivarzeu Schatten^ ^etzt war es Zeit? „Halt — wer da?" rief er „ach seiner Vorschrift. Kerne Anttvort; die Gestalt hatte einen Augenblick gesttitzt, jetzt benagte sic sich genau auf ihn zu. Noch ziveimal gellte rasch hintereinander des Postens Anruf: „Halt — wer da?" Dann knallte er los. Ein rasendes Alarmseuer — die jchwar^e Gestalt verschwand. Tie ganze Linie war alarmiert. Tie. t»orberen Schützen lagen im Anschlag. Tie Reserven bezogen ihre Stellung. Im Laufschritt rückte die Feldivachc zu dein Posten, der das Alarm fkuer gegeben hatte. Ter stand noch vor Aufregung erftarct. Behutsam fchlrch sich eine Patrouille zu der Stelle vor, wo der Posten den Angriff erkannt zu haben glaubte. Richtig — da lag der Feind Hl seinem Blute. War's auch diesmal' nur eme — äknh, so doch immerhin eine französische! Die redliche Teilung. Fm Ruhequartier. Ich ging gerade gemächlich die Dorfstraße entlang, als ich von meinem Hof her ein lautes Gczeteq -crnahm. Als ich hinging, sah ich einen Unteroffizier von mir damit beschäftigt, eine Gans zu schlachten, roährend zwei alte Knechte unter den heftigsten Gestikulationen auf ihn einredeten. Ta sie m Mir den Offizier erkannten, kaureu sie gleich ans mich zu gestürzt mrd beklagten sich in den lautesten Tönen, dar umn ihnen ihre Gans weygcnommen hätte. Ter. Uitterofsizi.' erklärte freilich, der eigimtlrckfe Besitzer des Hofes sei überhaupt nicht da und die beiden alten Leute seien höchstens Knechte, denen die Gans gewiß nicht gehörte. Wie dem auch mor, ich verlvarnte ben Unteroffizier und ermahnte ifnt, mit den „Eingeborenen" etnnrS lmmger grob zn verfahren, was er mir dann auch treu herzig versprach. ,Anf dein Rückweg kam ich wieder über den Hof. Ta fab ich tn einer Ecke die beiden alten Knechte brummend damit beschäftigt, die Gans zu rupfen, daß nur so die Federn flogen, wahrend der Unteroffizier auf einem umgekehrten Bottich saß und behaglich fei,re Pfeife schmauchend der Arbeit mit breitenr Grinsen zusah. Ms ich. fragend, was nun los sei, herantrat, antwortete er schmunzelnd: „Alles in bester Ordnung, Herr Leutnant! Wenn sie sch-n meinen daß ihnen die Gans gehört har, haben mir sie uns redlich geteilt. Sie bekommen die Federn und dürfen die Gans dafür rupfen. . . * Das Weinfaß. Ich war einem anderen Trupventeil zugeteilt worden und kam mit meinem Zug erst spät in ein kleines Dorf ins Quartier, das die früher ins Quartier gekommenen Truppenteile bereits belegt hatten. Auch die in den verlassenen Häusern ausgcsunbenen Wein Vorräte waren bereits verteilt. T« es ein anstrengender Tag gewesen war und ich großen Durst verspürte, gab ich meinem Bursche?, den Auftrag, unter nUen Umständen noch einige Flaschen Wein mr mich anfzu treiben. Er kehrte jedoch betrübt mit der Meldung zuruck, daß er keinen mehr finden könne. Ich ließ mich darauf.aber nicht ein, sondern wiederholte den Befehl in ctlvas schärferer Form. „In einer Viertelftnnde ist Wein da, verstanden?!" Mein Bursche trabte ab. Nach einer Viertelstunde erschien er wieder, einige alte Wcin^ pullen trnmiphierend in der Hand. Es waren ausgezeichnete Marken. „Nun, Junge," fragte ich gnädig, „wie bist du nun dazu gekommen?" Er lachte verschmitzt: „Ich hatte in einem Keller eilt altes leeres Wem,an gefunden. Das Hab ich mm mit Wasser gefüllt und zum Nachbarhaus rübergerollt, wo sie ein ganzes Lager von Wemflafchen gefunden hatten. „Herrschaften," sagte ich zu denen Drüben, „seht mal, wir sind nur zu zweit mein Leutnant und ick, roas ,ollen wir mit einem ganzen Wein,aß? Gebt uns ein paar recht gute, extrafeine Pullen, dann bekommt Ihr das ganze Faß. Ihr werdet'ö schon klein kriegen." Na —> und nu habe ich meine Pulten, und die norden an dem alten Faß schon nüchtern Meiben." * Die Ablösu n g. Ick) war Kommandant eines Schützengrabens, der mit ^00 schützen besetzt war. Als die Mannschaften abgelöst ivurdcu. waren mir zwei Kompagnien Landwehrleute als Ersatz zugesagt worden. Ich nahm an, daß ich mm eine große Streitmacht befehligen würde. Ms die alten wackeren Landwehrer aber an rückten., mußte ich erfahren, daß ihre „Kompagnien" nur et,va 50 Manu ?^^ltckltä,e Gefechtsstärke darstellten, so daß ich nur etwa 100 schützen zur Bersügung hatte, womit der Schützengraben recht lrcht besetzt war. Ich äußerte meine Bedenken dem einen „Kom- pagmeführer". einem alten wetterfesten Feldwebel. Der aber beruhigte mich und meinte: „Ta können Herr Leutnant versichert icm. tvir lassen keinen durch? Wenn wir man auch nur knapp llX) Mann stark sirrd, so haben wir doch insgesamt 500 Kinder! Verstehen, Herr Leutnant?" Das Land des Fernsprechers Die Bereinigten Staaten können mit Recht ani den Titel des .Landes des Fernsprechers* Anspruch erheben: zählt die Union mit ihren 10 Millionen Fernfprechanfchlüffen doch 2'/ mal so viel solcher Einrichtungen, wie die ganze übrige Kulturwell zusammen. Nach einer hübschen Uebersicht. die Burton I. >dendrtck tn McClures Magazine gibt, hat allein New York fo v,ele Fern- sprecbanfcblusfe, wie sechs europäische Länder zusammen uäncktch Oesterreich-Ungarn. Italien. Belgien. Norwegen, Dänemark und »olland. Eblkago, eine 2-Millionenstadt. lwt mehr Fernsprech- anfchlnssc als ganz Frankreich mit der 40 Millionen-Bevölkernng; Philadelphia mit seinen ea. I'/. Millionen Einwohnern ütn-rtrifft an Fernsprechern daS ganze russische Reich, und KansaS Eito lstlt noch mehr Fernspreckianschlüsse als ganz Belgien, l^anz England hak 650 000 Femjprecha,,schliche rnd ul>er1r,fft die Stadt New York nur um 200000! Vor 15 Jahren hatten die Vereinigten Staaten erst 650 000 Fernsprechanfchlüsje; in 15 Jahren also hat sich deren Zahl mehr alö veriünfzehnfack.t. Heute ist der Fernsprecher in den Vereinigten Staateii' allmächtig und allgegenwärtig: wo der Europäer schreibt. benutzt der Ainerikaner den Draht, ja. der Fernsprecher ist weiter verbreitet, als die Briespoft. nämlich in 70000 Orten gegen 58 000 der Post! In Euror>a gibt es nur »venige Gegendei,, die auch aus dem Lande ein dichtes Fernsprechnetz haben, während in den Bereinigten Staaten ein reichliches Dritte! der 10 Millionen Anschlüsse ans den» Lande zu fmben ist. Der Unterschied zwischen Stadl und Land ist damit tn mancher Hi»,stcht auf schoben: der Landbewohner kamt an de»n Cladtleben tetlnehi'.ien, er braucht ,»icht n,ehr die Erzenginsse seines BodenS zirr Stadt zn fahren, sondern verkailst sie dralstlicl). ferner ist die ländliche Einsaiilkeit persch,vn»»den: auf den, Lande kann inan jederzeit mit dem Feruspr-echcr die Fener,vehr l>erbeiruien. der ^eri,fpreck>er er-fetzt zunl Teil die Zeitung und fchl,eßl,ch hat sich herauSgestellt, daß Land'ireick)er imb Dieb« Häuser und Oftschaiten u,it Fernsprechanschlüssen ,neiden. Die amerikanifche.i Fern« preck^rgesellschaften rechnen mit einer gewalt.gen Weiterentwicklung de« FemfprechwesenS und legen daher jetzt schor, eine Menge neuer Linien an, die sich vielleicht nach zwei oder drei Jahrzehnten' de zahlt »nachen. So hat die BeÜ-Gesellschaft ln, vergär,ge::en Jahre für SOO ®UIUcneu nrite SMnini gebaut. Cie , „tnbfilt oear ffn eigenes rtatlftifd»e£ Amt, und) dessen Berechnungen sie »reue Linien anlegt. Eine nnderc große Gesellsdmst hat jüngst eine unterirdisch« Linie von New Port nach Washmckon für 20 Millionen Alark gebaut, obwohl die oberirdischen vorläufig nusreichen. In wenigen Iabren ,edoch können diese den Verkehr r«icht »nehr bewältigen, und n»«nu ungünstige WitternngSbednigunoen die oberirdischen Leitung«,: an-stmlien, ist durch die unterirdische Verbiudiuig der Verkehr au> alle Fälle gesichert. vermischte». — W i e «veil kann die Fliege fliegen? Diese Frage hat keineswegs nur wissenschaftliches Interesse, sondern sie ist auch von groncc prattiscker Wichtigkeit im Zusammenhang mit der verhängnisvollen Rolle, die die Fliegen als Krankbeits' träger spielen. Im „Journal os the American Medical Association" schildert ein Mitarbeiter eine Reihe von Untersuchungen, die über diese Frage angcstellt worden sind. Von den medizinischen Instüuten in Cambridge »ourden über 25OOC) Fliegen, die zum Zlvecke der Identifizierung durch Farben gezeichnet waren, unter verschiedenartigen meteorologischen Bedingungen sreigelassen. Von diesen Insekten wurden 19l an etttxi 50 Beobachtungsstationen, die man hierzu eingerichtet hatte, gefangen. Es zeigte sich, daß die Äaussliegen ellNoi'dar gegen oder gner zum Winde zu Uiegen. vilegen. Die Richtung, die sie einschlagen, kann entweder diretl. durch den 9i1inb beeinflußt sein oder auch indirekt, indem die Flie gen durch vom Winde herangervehte Gerüche augezogen werden. Die Orte, an denen die gekennzeichneten Fliegen gefangen wurden, sprechen für die letztere Annahme: denn es handelte sich um einen Schlächterladen und um Wirtshäuser, die bekanntlich stets einen besonderen Anziehungspunkt für die Fliegen darstellen. Die wichtigste Bedingung, die weite Zerstreuung von Fliegen zn ermöglichen, ist schönes, warmes Wetter. Hinsichtlich des senkrechten Fluges der .Hausfliegen hat man beobachtet, das; sie fast diretl auswärts bis zu einer Höhe von 45 Fuß steigen können. Ein merkwürdiger Unterschied zeigte sich in den verschiedenen Tageszeiten' wenn sie am Nachmittage sreigelassen wurden, so zerstreuten sie sich mcht entfernt so leicht wie des Morgens. Di« ineisten Flüge, die in den dichtbevölkerten Teilen von Cambridge beobachtet wurden, erstreckten sich etwa über 400 Meter. In einem Fall, in dein der Weg über offenes Land führte, wurde ein Flug von 700 Meter beobachtet. Zu ähnlichen Ergebnissen kam S. A. Forbcs. der Versuche in Cook County in Illinois anstellte. Auch hier war die. Entfernung, in der man die ac zcichnctcu Flieger, lvieder fing, nicht größer als 400 Meter. Die größere oder geringere Flugnn'ite war natürlich luvon abhängig. Ul welcher Entfernung die Fliegen Nahrung zu finden vermochten. dieser Gelegenheit glaubte man auch eine merkwürdige Vorliebe für bestimmte Farben bei den Fliegen wahrzunehmen. Ein Beobachter hatte bemerkt, daß die Fliegen nicht aus Wänden sich luedcrlieyen, die mit blauer Tapete oeocckt waren: er ließ die Wände seiner Milchkamincr blau streichen und fand, daß die Fliegen ihn darauf mit ihrem Besuche verschonten. Andere Beobachter, die die Vorliebe oder Abneigung der Fliegen fiir bestimmte Farben durch genaue Versuche festst eilen wollten. konnte jedoch zu be- stimmten Ergebnissen nicht gelangen. 'Die g e w a r u t e n M i s s e L. Ter Urieg hat in England eine uNvor Herges ebene und recht unerwünschte Folge. In Londo" hat sich der Retz, den die braunen Geselle,» aus Indien, die ma u zur C>i(,'« gegen die Deutschen herb-igernie-, hat. auf die Misses ausnven. als so stark erwiesen, daß es bei dem beliebten Flirt nicht geblieben ist. sondern eine ganze Reihe von Heiraten stall' fanden. Infolgedessen hat sich der Generaldirektor der englischen Standesämter in einen, Rnndjchreiben a>, alle Ctandcsbeanrten sehr energisch dagegen eingesetzt. Alle Engländerinnen, die einen Farbigen heiraten wollen, sollen ausdrücklich darauf hu,gewiesen iverden. daß ihre Ehe nicht mehr gültig ist, wenn sie England verlassen und in Landern leben wollen, deren Gesetze von der nwhaimnedanischen Religion oder non e uer ande en, die die Viel- «oecbere, gestattet, algeleilek und. Elen, die mit Indiern, Mohammedanern'oder Brahmancn geschlossen wurden, halten schon viel Ungemach üb«, die Frauen, die sich dazu verleiten ließen, ge» bracht. Man ist aber sehr im Zweckel, ob die Misses diese Tarnung be<>erzigen i,w'rk«n. 5peachecle der Allgemeinen Deutschen Zprachvereinr. ^ " Die de nt ich c Sprache in Belgien. I„ nusereu ^age-n ,verdient es («sonders hcrvorgehobeu zu iverden, daß es auch \m rrönrqreich Betgicu ein bodenständiges Deutschtum gibt. In den Prooiuzeu Lüttich und Lnrcntbnrg, also an der Grenze unserer heiuproviu. und dcc. Geoßhcizoistmi S Lnrembnnp gi k es zwei leider nicht uriteincmder zajammenhäig,rüde Gebiete, n, denen et«va -<..<» . ' enscheu „'stzucu, deren Muttersprache di? tenljche ist. Da außerdem noch etwa GoöOO Text sch! vrachige in Belgien in der ^erstrecurrig wohnen, ergibt sich st'ir dieses Land eine Gesamtsunnue i>ou I4ÜOOO Einwohnern mit deutscher Muttersprache. Auf dem ('apicr gilt die deutsche Sprache mit den beiden anderen LandesSch, ckrleitnnq: A» g Go eh. - Rotationsdruck und Verlag der B, sprachen, der flämischen und der französischen, als gleichberechtigt.' in der Wirkitcbk it hat aber die belgische Regierung unsere Sprad)e immer mehr benachteiligt trog den großen Vort ilen, die dreier Staat gerade vom Handel mit dem Dentsdien Reiche hat. Früher ,var Deutsch in den nrei'len höheren Schulen Belgiens Pflichtfach, legt hat es diese ihn, rusommende Stellung nur nod) in den höhere,. Schulen der «Grenzstädte. In den, 19H erlassenen Militärgesetze wurden die Rechte unserer Volksgenossen auf ihre Sprache trotz ihren Hinweisen ans die Verfassung so nnßachtet. daß mau merkte, bic belgischen Machthaber wollten ein» für allem, l mit der deutschen Sprache als auch anerkamuer Staatssprache mckräumen. Heute steht es anders anS! Heute l>at doL denlsche Schwert den 'Artikel 2J5 der belgischen Verfassung wieder znr Gellnng gebracht, der den Tentjcheu den sreien Gebrauch ihrer Mutte,stracke zuüchert. Belgien hat rviedcr drei Landessprad)en: deulsd', flämisch, sranzösisch. _ M. Ra», (Zwickau). vücherllsch. — <5 m « n u t \ Gerb els Werke. Bier Teile in einem Bande. AuSgewädlt und herausgegeden von Dr. R. Schacht. Mit drei Bildnissen, zwei Abbildungen und vier Handschriften Leipzig. Hesse & Becker Verlag. XL u 800 Seiten. Gebunden 2.50 Mt' Emanuet Geibel. nach Kaiser Friedrichs Ausspruch der Herold des Deutschen Reiches, gehört nach dem übereinstiinmeuden Urteil der Literarhistoriker zn unfern besten vaterländischen Sängern und zu jenen Dichtern, die deutsches Wesen ruck deutsche An am reinsten verkörpern. Dieses ltrleil nachzuprüfen und sich einen Uebechlick über das reiche Gesamtlvcrk des Dich.erü zn verschaffen, war bis jetzt des hohen Preises der Original Ausgabe wegen nur lvenigen mög lich. Es ist daher mit Tank zu begrüßen, daß im Rahmen der wohl bekannten Hesseschen Deutschen Klassiker Biblwlhek eine Geibel gäbe erscheint, deren Anschasfnngskosten auch der Minderbemittelte erschwingen kann. —- Hermann Hesse: Der Latein schüler. Mit einer Eiiüeitnng von Martin Lang und Bildern von Wilhelm Schulz. („Volksbücher" Heft 38.) Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis Stiftung in Hanchurg-E)roßborstel. 62 Seiten. Preis geheftet 0,30 Mk., gebunden 0,70 Mk. Das prächtige Buch erzählt von einem, der in einem schwäbischen Landstädtchen aufs Landexamen gedrillt tvird. Wohnung und Kost haben die Buben bei einfachen Familien, aber es geht knapp her. Woher nehmen und nicht stehlen? So erblüht denn dem hungrigen Jungen in der Geschickte seine erste, stacirelige Diebesfreude und Not. Einen neuen Streich spielt ihm sein heiratslustiges Herz: er trägt es einer hübschen Dienstmagd an. Das ist ein so festes klares Geschöpf, in seiner- armen Hoheit am Brunnen so schön anzusehen, lvie Gudrun in ihrer stolzen Niedrigkeit am Meere. Und wie vor alters die Kaiser ihre Edlen zu Rittern, so schlägt das waltende Leben den Knaben zum Manne. „Er ist anders geworden." meint nachdenklich seine Mutter. „Beinahe schon wie ein rechter Mann. Und mehr soll er ja auch nicht werden." Die Erzählung ist ein Meisterstück des berühmten Verfassers. _ 5chach-Nllfgavt Schwarz. . Auflösung in näckister Nummer. Auslösung des Silbetirätsels in voriger Nummer: Ilclni&eH — Kbifou ~ Iba — IVabuin — ttunkelrübv — |i| — <1y.nba1 Iflatlimajch — Skilmiae; H einei eh S d) l i e in a n n. 'schei, ttnipersitäiS-Bnch- und Cteindrnckerei, N. Lange, Gießen.