ms - Nr. 5 Mittwoch, den 6. Januar agfrvy»*« i Bas Mradies der Lrdr. Nomnn von Ada von G e r s d o r s s. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Herr Leutnant befehlen?" fragte der Antiquitätenhändler mit scharf polnischem Mzent. „Lieber Herr Korrolewski — ich wollte mich nur nach Jhrein Befinden erkundigen. Ich hatte das Unglück, Sie heute früh zu überreiten." „Der l-eilige Joseph hat mich beschützt. Mir fehlt nichts." „Nichts? — Aber lieber Herr Korrolewski, Sie haben doch Verletzungen —" „Herr Leutnant haben es doch nicht mit Willen getan) Herr Leutnant haben Unglück gehabt Ich habe zugesehen, wie Sie das w'ilde Pferd gezwungen haben, und habe gezögert in ineiner Freude über den großen Kampf zwischen schönen Menschen und dem schönen Tier. Und da bin ich eben gefallen. — Und Herr Leutnant haben dann neben mir gekniet und mich aufgehoben. Ich habe zu danken." „Aber lieber Herr Korrolewski, Sie haben Kurkosten, haben Arzt und Apotheker zu zahlen, alles durch meine Schuld „Jcb werde sie schon bezahlen können," sagte er lächelnd. „Aber das kommt doch mir zu und ist meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit." „Es ist freundlich von Ihnen, daß Sie kommen und nach mir fragen. Ich fühle wohl, daß Sie das nicht aus hochmütiger.Herablassung tun, sondern weil Sie ein guter Ndensch srnd... ich Hab' Ihr Gesicht gesehen, als ich unter Ihrem Pferde lag. Wollte Gott, daß meinem Wlaoislaus auch so die Betrübnis im Auge gestanden hätte, wenn er fremdes Unglück bemerkte. — Er ist dahin. — Braun und schwarz und schlank und hoch wie Sie, Herr Leutnant, ist er gewesen, aber nicht so gut. Die russischen Grenzposten haben ihn erschossen und ich habe nur noch die Tochter." Ans dem Tisch mit den Büchern und Rechnungen und der grünen Lampe stand eine moderne Photographie, das Bildnis eines Mädchens, noch sehr jung. Beschreiben läßt sich das nicht. — Das ganze Gesicht — nur zwei Äugen, von märchenhafter Schönheit? .Ihre Tochter?" 7,Ja. mich wie eine plötzliche Eine ferne Aehnlichteit Vision! Dies schöne Polenkind'— und die Kommandeuse Das schmale weiße Gesicht, die zwei ernst schweigenden Augen, das tvetße schmucklose Kleid, die Hand auf den: Herzen... auch die Kommandeuse hatte die linke Hand etwas erhoben auf dem großen Bilde in ihrem Salon, als wollte sie ihr Herz schützen oder verbergen. — - Eine niedrige Tür führte in einen Nebenraum, aus dem ein dämmerndes Licht schimmerte. Ein dicker Friesvorhang hing an Ringen über der Tür. Der Alte lud mich freundlich ein. in die Stube zu treten. Ich folgte etwas verlegen und benommen, ocmt zu einem Plauderstündchen hatte ich meine höfliche Anfrage nach feinem Befinden keineswegs ausdehnen wollen. Ueberhaupt kam ich mir so eine Schattieruna komisch vor mit meiner Uniform in der Rumpelkammer bei Herrn Korrolewski. Rach Schätzen sah es hier nicht aus. Und wenn er Geldgeschäfte machte — und das habe ich gehört — dann waren es wohl nur sehr kleine. Die Stube hatte unleugbar etwas Geheimnisvolles. Die Fenster waren dicht mit äusgeblichenen Damastgardtnen verhängt. An der grauen rußigen Wand hing in schwarz- geblakten Kupferketten Kupferketten eine schadhaste bunte Laterne, von der das dämmerige Licht ausging. Den Boden bedeckten Teppichstücke, die mir echt erschienen. Ein Bett mit Holzornamenten, jedenfalls muh auf irgend einer Auktion ersteigert, stand in der Ecke, und den großen, ordinären Holztisch in der Mitte umgaben drei alte geschnitzte Stühle verschiedenster Schadhaftigkeit und Zeit. — Auf einen der Stühle, der auf der Rückenlehne einen letzten Rest einer bunten Perlenstickerei zeigte, an der mein geübter Blick noch ziemlich deutlich die Helmzier eines Wappens erkannte, nötigte Herr Korroleioski mich zum Niedersitzen. Ich zog den Pallasch an mich linb setzte mich halb unentschlossen und von seiner Höflichkeit befangen, der ich eS nicht antun wollte, mich kurzerhand zu empfehlen, nächst- dem hielt mich noch etwas anderes, das mir damals kaum klar bewußt war. Ich konnte nämlich durch die Tür das schone rassige Mädchenbild sehen. Dieser Raritätenkram' war nun einmal seine Heimstätte, und das mochte mir wohl den Aufenthalt hier nicht ganz so unheimlich widerwärtig erscheinen lassen, als wenn der werte Papa im langen, bräunlichen Schlasrock init Kordelschnur um seine dünne Taikle, dem schwarzsamtenen Käppchen auf den grauen Locken und ben großen silbernen Ringen in den Ohrläppchen das alleinige Interesse in Anspruch genommen hätte. Er schlürfte hinaus und klapperte in seiner Schreib- stube mit Maschen und Gläsern, was mir wieder große Lust zu einem sofortigen Fluchtversuch machte, wenn nicht meine Aufmerksamkeit durch die Regale mit nicht ganz uninteressant aussehenden Büchern an den Wänden und ein paar alte brüchige und jedenfalls wertlose Oelbilder erregt wor- den wäre. Die Bilder zeigten noch Schatten von Rüstungen und Puderlocken, also irgend jemandes Ahnen, der sie verkauft hatte oder verkaufen mußte. „Polnische .Herrschaften," sagte Herr Korrolewski auf meine Frage. „Die Stühle, auch aus Polen schlossern. In dem Bett dort hat mal ein König geschlafen!" Altertümer von kulturhistorischem Wert interessieren mich lebhast. und es konnte ja sein, daß hier nicht alles ohne Ausnahme wertloser Plunder war. ohne daß Korrolewski es wußte, dennoch war kaum anzunehmen, daß ein so gewiegter Altwarenhändler seine ausgehäuften Schätze unter dem Wert veranschlagte. Er brachte die Flasche, die ich vorher im andern Zimmer gesehen hatte, und das grobe GiaS und noch ein anbe»»* „‘'S«™ La.* uMtr trinkbar, sckpvcr und ölig — alter Malvasier. Ich mag nur den süßen Geschmack nicht. Jedenfalls tat ich meinem Bewirtcr Bescheid. Tabei fragte ich ihn, wo denn seine Tochter sei. Sie sei in einer Buchhandluua in Posen angesteNt, sagte er. Es wäre 'seit, daß sie Geld verdient. Gr stünde nahe vor den Siebzig, was hier in dem Lüdchen stecke, sei alles, »vas er ihr hinterlassen könne. -- Nun, dachte ich. wenn sich nicht etwa unter der Falltür oder der Diele besondere Kostbarkeiten verbergen, so »nacht diese Hinterlassenschaft aus dem schönen Kinde frei.ich keine reiche Erbin. Ich fragte dann beit Alten, wie lange er schon in Zwtelitfch sei. Acht Jahre? Vorher hatte er einmal Geld gehabt und aud> Ehrgeiz. Aber dann schtvenkte er gleich von dem Thema ab. Schien von der besseren Vergangenheit, die er sicher gehabt hatte, nicht gern zu reden "Ich stand auf und empfahl mich, ihm gute Besserung wünschend. Gr ersuchte »nich böslich, ihn bald wieder zu beehren, zu einem Gläschen, und seine Bücher da ständen mir zur Verfügung. Ich dankte ihm sehr und hoffte, einmal Zeit zu haben. . . . Wenn die schöne Tochter sie mir vorlegen könnte — ja dann würde sich diese Zeit wohl demnächst an einem meiner langen Tagebuchnachmittage gesunden haben . . . aber der Vater allein lockte »nich zu wenig. Zuletzt verriet sich doch noch der Geschäftsmann in den schwarzen, klugen Augen, und er fragte, ob ich nicht alte Familieuerbstücke zu verkaufen l)ätte, und bat. »nich doch ge- legentlich seiner zu erinnern. lucitn ich selbst Antiquitäten brauche zu meiner Einrichtung; er besorge mir alles pünktlich, gut und spottbillig, weil ich's war', solch ein guter Mensch! Nun, wenn mich das nicht in meiner Selbstachtung hebt, das; Wladzio Körrolewski nach unsrer, durch Apollo eingeleiteten Bekanntschaft mich für einen „guten Menschen" erklärt, so weiß ich nicht, »vas meinem Ehrgeiz noch mehr schmeicheln könnte, Ob er eigentlich erwartet hatte, das; ich ihn blos; überreiten und dann »chlecbtweg liegen lassen würde? Mus; angenehme Erfahrungen gemacht haben mit unkereinem. - r Oktober. Als ich nach Haus kam. hatte die Komman- deuse geschickt und mich zun, Tee bitten lassen. Um fünf Uhr. Meier hatte angenommen! Ich wußte nicht recht, ob ich mich ärgern oder freuen sollte über diese Selbständigkeit meines Faktotums. Recht getan hatte er ja. Ter Oberst ist auf acht Tage in Berlin. — Als ich hinkam. sah ich schon einen Säbel dahängen. Ich weiß auch nicht, warum »nich das eigentlich freute. Hatte ich mir eingebildet, ich »väre allein befohlen, zu einem traulichen Tete-a-tete, und »nich gefürchtet? Man befand fick» im Boudoir, nicht im Salon, und ich sah, wie ich die offenen Türen der vorderen Zimmer durchschritt. Pon- caletS hohe Gestalt mr einer Etagere lehnen. Er hielt ein Buch in der Hand, aus dem er vorgelesen hatte. Bei meinem Eintritt legte er es auf das Tischchen vor der Elmiselougue und sah wir mit seinen tiefliegenden melancholischen Augen freundlich entgegen. Sie streckte mir die Hand hin, die ich mit viel Hmgcbung küßte. Wahrhaft berückend sah sie aus! In schwarzem Scunt. ganz schlicht, aber kostbar. Wieder Perlen am Halse und in den Ohrläppchen Ich sah mit Erstaunen. daß ihre Allgen gar nicht so groß und nacht- schlvarz waren, »vie ich glaubte Klar und hellgrau in diesem Moment »venigstenS. In der Tat. es gibt solche Augen, die sich je nach der augenblicklichen Stimmung verändern, vorn hellen Grau bis »um Schwarz, wenn der Affekt hochkoinmt. Das lvörcu die gesahrlichsten von allen, sagte mir mal Tante Lallt. - Poncalct hatte vorgelesen. Das Buch hatte er »nitgebracht: Goethes Gedichte Also war er wohl schon eine ganze Weile hi, als ich kam .komisch! Ja. was war denn komlfch? Goethes Gedichte et»va? Oder daß er sich eine Stunde früher als ich eingesunden hatte ? Hatte er als alter Bekannter des Hanfes nicht dieses Recht vor dem Neuling, der ich doch war, voraus? Dennoch lag etlvas in der Atmo- sphare dieses Zimmers, was »nichletzte, meine Augen iminer verstohlen zrvischen beiden hin und her gehen zu lassen. Endlich Ißittc ich aber doch lache»» möge»», lachen über »nich selbst: ich »var wohl gar eifersüchtig aus Poucalet und unsere Allergnädigfte? Hätte wohl gern in diesem berauschenden roten Bolldoir solo zu Füßen ihrer Chaiselongue gesessen und der schwarzsamtenen Göttin mit den veränder ltchen Augen Gedichte vorgelesen-»vomöglich auch noch eigene! — Wer weiß, vielleicht »»»achte Poncalet Gedichte, »venu er aber auch keine machte, bei solcher Vergünstiauug wäke er ja nicht wert, als Kürassier iin „Paradiese" hu ftefren! Für mich wär's verflixt gefährlich, denk' ich mirl Solch einen verbotene»» Goldapfel vor Auge»»... und dann ausgerechnet ineine Kommandeufe! Ja — jo... „Gesundheit des Leibes, Auf dem Rücken der Pferde, Am Herzen des Weibes — Das Paradies der Erde!" ..m Hiinmels willen, Harry Reh»». Neffe Tante LalliS, nimm dich Zusammen u»»d bedenke, daß in bi: ae»veihte»r Blätter dieses Buches solche hirnverbrannten Torheiten keinen Zutrttt haben dürfen. Ein Engel flog durchs Zimmer — der große »veiße Seidenschirm über der Lampe »vehtc leise. — Sie spielte mit der goldenen Kette au ihrem sch»nalcn Handgelenk. Er lednte noch au der Etagere und blätterte in seine»»» Buch und ich —« ja ich fühlte mich überflüssig. So sagte ich denn: „Wollen Sie nicht »veiterlesen, Gras?" „Ach nein," sagte die kommandettse und blickte auf (ihre Augen »varen jetzt braun, glaub' ich), „das »väre zu. langwellig für Sie, Herr von Rehn —" „Bitte untertänigst, meine g»»äbigste Frau, mich nicht zu unterschätzen," entgegnete ich ganz gekränkt. „Verständnis für unsere Dichter fehlt mir hoffentlich nicht. Ich weiß sogar, daß Goethe zu der» allerersten gehört. Also bitte, gnädig« Frau, gestatten Sie mir teil an dieser idealen Unterhaltung z»» nehmen, sonst müßtL ich fürchten, zu stören." — Das »var ungeschickt? Er sah »nich fragend und ernstl-ast au, und ihre Augen »varen ganz schlvarz geworden. Ich freute mich meiner kasferubraunen Haut, die ein Erröten, »vie ich es jetzt mir ins Gesicht steigen fühlte, nicht durchläßt, und fühlte »nich erleichtert, als ec nach einer leichten Pause sagte: „Nun, so will ich »veuigsteus das Gedicht „Für c»vig" zu Ende lese»», das ich gerade begonnen l>atte, als Sie kamen." Welch weiches, »vu»»dervolles Lachen, eine ganz entzückende Tonleiter! Es »var das erstemal, daß ich sie lachen hörte. „Du lieber Himmel! Wenn uns jetzt jemand sähe: eine ernsthafte kommandense, die mit zwei jungen Leutnants Gedichte liest... »velch ein idealer Ton bei den Zlvielitscher Kürassieren!" sagte sie lachend „Ja" — »viedcrholte er langsam und strich mit der langen schnialen Hand über seine rotblonden Haarborsten — „ja, wenn uns jetzt — jemand sähe— Also lassen wir den großen Goethe sprechen: Denn »vas der Mensch in seinen Erdenschranken Von hohem Glück mit Götternamen nennt: Von Harmonie der Treue, die kein Wanken, Von Freundschaft, die nicht Zrveiselsorge kennt, Das Licht, das Weifen nur zu einsamen Gedanken, Das Dichter»» nur in schönen Bildern brennt, Das l)att' ich »all in meinen besten Stunden. In ihr entdeckt und es für mich gesunden." Er las hübsch So ohne Pathos, so einfach, als erzählte r-r uns das, und ineine momentan aufgestiegene Todesangst, daß ich über das Geringste, das bei seinem Borlesen noch so entfernt an Komik streife»» könnte, rettungslos wurde lachen müssen, schwand schon bei den ersten Worten Denn ich habe eine schrecklich seine Empfindung für alles Lächerliche, und wenn mir das Lache»» ankoinint, dann muß ich losplatzen und sollte ich dafür erschossen werden! „Sehr hübsch, lieber Graf, sehr stimmungsvoll." sagte sie, »vührend ich, um ein Wort des Lobes verlegen, still- schwieg. „Haben Sie nichts Neues von —" sie stockte. „Eigentlich nichts Rechtes," sagte er rasch einfalle»»d und ein paar Seiten umschlagend „Aber uneigentlich?" lächelte sie. „Wenn's schon nichts Rechtes ist, so lesen Sie eben das —" „Das Unrechte?" vollendete er »nit seine»»» schlvermüti- gen Lächeln. „Also: Ich »veiß es »vohl, du bist Mir gut! Nie kränkte dich mein Herz, das tat mein »vildes Blut, Ich »reiß es »volst, du bist mir gut. Du l-ast's gewollt: So laß »nich scheiden nun — Niemals »verd' ich au deinen» Herzen ruh'»» — Sei's in den Tod ich habe Kraft und Mut. Ich weiß es ja: Du bleibst mir gut . . . O höre mich, »nein Lieben ist so heiß —" "Das ist in der Tat nichts Rechtes," unterbrach sie ihn lachend und erhob sich, um ihm das Buch aus der Hand zu. nehmen. „Genua für heute tnit den Gedichten. Nur nicht ^ntimental werden. Spielen Sie uns lieber etwa-, einen flotten Reitermarsch." (Fortsetzung folgt.) Die donnernde Nacht. Von Kurt K tt ch l e r. Fünfmal in fünf Tagen war daS kleine Torf, daö -wischen zwei Obsthügcln sorglich eingebettet lag. gestürmt worden. Zweimal von den Franzosen, dreimal von den Deutschen. Schrecklich war der Kamps in den engen brennenden Gassen gekvesen. Manu gegen Mami, Faust gegen Faust, Stich gegen Stich . . . eine fünfmal aufbrüllende. flammende, vom Blut der zahllosen Opfer dampfende Hölle. . Nun war daü Tors leer, nun loar es nur noch ein arau und braun und schwarz rauchender Trümmerhaufen. Kein Deutscher war mehr darin und kein Franzose, sie standen mit ihrer Artillerie aus den Hügeln einander gegenüber. Das Steilfeuer der Mörser beschrieb seinen heulenden Himmelsbogen über den alüherüben, dampfenden Schutthaufen, und die Granaten und die Schrapnells, von blauweissen Wolktnfetzen cingehüllt. ivcinten ihre T.'des- lieber von Hügel zu Hügel, flogen wie schreiende und klagende Vögel über die Schützengräben und fuhren zerschmetternd, platzend. Eisenhagel verspritzend, unerhörtes Verderben auSsäend. in die Stellungen der Batterien. Tie miersältliche Erde trank Blut . . . Als es Abend wurde, schickten die Deutschen eine Patrouille in das zerschossene Torf. Man cnvartete ein neues Vordrängen der Franzosen in der Nacht, ein verwegenes, lautloses Herankomme,t* aus schleichenden Sohlen, einen stillen Sturm, wie ihn die Franzosen in diesem Krieg von den Deutschen gelernt hatten. Ter Leutnant, der die Patrouille führte, wußte: es war ein Gang auf Leben und Tod. In schweren, wolkigen Ballen stieg der Rauch aus den Ruinen des Torfes. Tahinter stand die untergehende Sonne, kraftlos, trostlos, eine düsterrote Scheibe, unfähig, ihr Licht durch die dampfenden, unförmig über dein Tors schwankenden Ranchmassen zu schicken Langsam und vorsichtig bahnte sich die Patrouille ihren Weg. Schrecklich war. was die Männer erlebten. Zwei Monate waren sie im Krieg, ihre Herzen waren hart geworden und ihre Augen batten mehr gesehen als die menschlich Phantasie, die sich doch so gern das Grauenhafte ausmalt, sich vorstellen kann. Aber hier war daö Letzte . . hier war das Chaos, die vollkommene Vernichtung menschlichen Werks. Brandgeruch quoll stickig auS der aufgewühlten Erde, auS den zerschossenen Vtauern, aus den schwarz gähnenden Fensterhöhlen. Es dampfte heiß und wolkig aus glimmenden Balken, glühenden Schutthaufen, zerschossenem Hausrat, schmälenden Strohschobern und verkohlten Paumperippen. Verwesungsgeruch siel giftig und unerträglich auf die Männer ein. Tote Pferde lagen mit geblähten oder geplatzten Leibern reihenweis a,rf den Straßen. Aus den Fenstern hingen neben zerschossenen Maschinengewehren, den Kops nach unten, tote Soldaten Hüf- los und traurig lagen die Anne mit den erstarrten Händen über der Brüstung . . . roteS Blut rann in Streisen durch den Brandschmu tz der Mauern. Durch den Schutt der einaestürzten Häuser, durch das Gewirr von qualmenden Balken und verbotenen Eisenträgern irrten, jammervoll blökend, ein paar Schafe nnt halbverbrannter Wolle... vor einem verschütteten Ziehbrunnen, dessen langer Hebel trostlos, schwarz verkohlt, dampfend wie eine ausgebrannte Fackel in die Luft ragte, ftaub eine Kuh mit abgescngtcr Haut, geschwollenen Eutern, qualvoll brüllend. Man durfte sie nicht erschießen, keine Kugel durste das Rohr verlassen. , Mit zusaimnengcpreßten Zähnen und gemarterten Nerven suchte die Patrouille, leicht ausgeschwärmt, in diesem Chaos der Vernichtung den Feind. Manchmal horchten die Männer auf. Aus den Ruinen kam, wenn das Geimtter der Kanonen eine Sekunde schwieg, ein merkwürdiges Knirschen ... ein schrecklich gedehntes Aechzen . . . wie die letzten Seufzer furchtbarer Todeskämpfe . . . Die Sonne war weg. Es war ganz dunkel im Dorf. Unheimlich, riesengroß, schwankte die Rauchwolke über den Ruinen. Mit einem Mal blieb der Leutnant stehen und pfiff kaum hörbar durch die Zähne. Formlose Schatten krochen, hindert Schritt vorauf, über den Schutt. Zwei . . . drei. . . vier . . . fünf Schatten, ganz hin- flebudt an die Erde. Ein rasch hingeslüsterter Befehl. Ein Mann der Patrouille kroch zwanzig Schritt voran, kroch wieder zurück. „Franzosen!" Nun häuften sich die Schatten und bewegten sich langsam und lautlos vorwärts wre kriechende Tiere. Zehn . . . fünfzehn . . . mm waren sie nicht mehr zu zählen. Ter Leutnant griff in eine Tasche, die er über der Sckiulter hängen hatte. „Deckung!" J£ie Soloaten krochen nach rechts und links hinter die zerschossenen Mauern. Ter Leutnant ließ die Raketen steigen. t sst . . . ssst. . . sst . 1 . laue Leuchtkugeln . . . vier blaue Leuchtkugeln zischten hoch in die Lust hinauf, beschrieben einen schönen Bvgcn und zerplatzten! zu tausend weißglüheirdcn Sternen. Ssst ssst in Noch einmal warf der Leutnant vier Leuchtkugeln in die Lust. Hellblau strahlten sie wie frühlingsfrisch erblühte Hyazinthen tmb versprühten in weißen Sternen. Gelb blitzte eS aus den Reihen der kriecheirden Franzosen. Gc- wehrseuer knatterte. Ein Soldat neben dein Leutnant schrie auf und stürzte vornüber. Und dann gellende Trompetenstöße .... Brüllen von tausend Stimme,i . . . die Franzosen stürmten durch das zerschossene Torf hinauf zu den Reihen der Deutschen. Aber die warkn gut gewarnt, denn gleichzeitig barsten, zerkrachten uirb zersplitterten über den Stürmenden die ersten deutschen Granaten. Feurige rote und gelbe Gönnen erhellten sekmrdelüang die Nacht. Ausstäubcn von Schutt und Erde . . . schreckliche TodeSschreie . . . hinstürzendc Franzosen. Mit einem mächtigen Satz war der Leutnant in ein leerac- brauntes Haus gesprungen. An ibm vorbei raste todesmutig die brüllende, stürzende, sich wieder aufraffende, iveiter betzende Meute. Granaten heulten hinein mid zersprangen... Schrapnells ver- sprtziten ihren bleieriien Tod.. . neue Flammen brachen aus> den Ruinen... letztes Lebe,» stieß funkensprühend aus elendetil Resten schivarz starreiide Balkeil waren mit einemnial wieder lodernde Fackeln, die zuckende Lichter in die verzerrten Gesichter der unaufhaltsam vorwärtsstürmenden Franzosen lvarfcn. Mit einenimal fühlte der Leutnant, rvie jenumd von unten her mit klammernden Fingern um die Knöchel seiner Füße griff. Er wollte schreieil, aber kein Wort kam ans der Kehle. Er wollte fick an Pfosten und Mauerwerk festhalten, aber mit eineni heftigen Ruck wurden seine Füße vom Boden weggezogen. Er stürzte mit vorgcstrecktcn Armen vornüber... der Helm flog ihm vom Kopf... und dann zogen ihn die knöchernen Hände, 'ohne datz er im Schjntt und im heiße,! Geröll Halt stndent konnte, langsan, in die Tiefe. Eine schwere Falltür kractpe über- ihm zusammen... er hörte, während leine Sinne in halber Bewustlos^keit hinschloauden, nn heiseres Lachen... daö klang wie der Schrei einer hungrigen Nebelkrähe. Erst als er festen Boden berührte, ivurde er lvieder Herr über seine Sinne. Dump, donnerte,i draußen die Kanonen. Geivehrschtlsse knallten -wischen dein Brechen und Krachen und Schütten, des spiit- teniden Gebälkes und des stürzenden Gemäuer-. Durch ein schmales. vergitterte- Fenster des Keller- stieß, ein gelbes Licht »vie von zuckenden Fackeln, tanzte nnld durch den Raum, ivarf formlose Schatten hin und her und spritzte Licht in all« Winkel. In einer Ecke des Kellers hockte ein armes, altes Weib, ganz in sich, znsammcngcduckt, aber mit lauernd verkniffenen Augen. Weiß hing ihr das Haar über der aefurchten Stirn. Tie mageren Hände lagen gefattet auf den Knien. Zu Lumpen -jerrissen, halb verbrannt, hing ihr da- Kleid um den Leid. Tas flackernde Licht tanzte gelb kutnd rot über sie hin. Bor den, lauernden, fast gierigen und höhnischen Blick der Alten ivich der Leutnant zurück. Er stand dicht unter dem schmalen Fenster. Das tanzende Licht streifte sein blondes Haar. Langsam hob er seinen Revolver gegen daS Weib, bas ihn tu dieses verfluchte Loch hineingezogen hatte. Tie Frau sah ihn Kroß an, verzog spöttisch den Mund und warf ihm ei», paar verächtliche, unverständliche Worte hin. Dann steckte er den Revolver wieder weg. Pah... ein altes Weib totschießen? Hatte sie ihn nicht, wenn man's recht bedachte, vor den Schüssen der stürmenden Franzosen gerettet? Mochte sie leben! Nun sah er deutlicher in ihr zermürbtes Gesicht und erkannte, mit* hinter de,n Hohn und der Rachsucht der Jammer lag und die grenzenlose Not und der schreckliche Hunger Der Kfrieg und me Zerstörung der Heimat hatten dieses Gesicht gezeichnet... »vie die Nagende, ttagisch verstörte, dumpf verzweifelnde, hilflos hingekaucrte Mutter Frankreichs war dieses Weib. Er konnte den Anblick nicht länger ertragen. Er wandte den Kopf und sah in der anderen Ecke des KellerS, im Schivanken des gelben Lichtes, ein junges Mädchen. Sie saß. aus einer Kiste, mit dem Rücken gegen die Wand. Dunste- Haar, schimmernd wie braune Bronze, floß um ein blasses, lächeliibe- Gesicht. Tie Augen waren geschlossen... ivunderoar fein lagen die dunsten Wimpern ans der blassen Haut. Die ioeißen Hände lagen im Sckoss, seltsam erstarrt. Die eine Hand hielt eineu zerknitterten Brief. ,,Sie schläft," dachte der Leutnant. „Sie schläft und üttu sie her flammt und kocht und donnert blutrot die Hölle... sie schläft und tädKtt und träunrt den Himmel.. Da -ivang ihn ein Nagender Ruf der Alten »vieder, den. Kopf zu wenden. Sie zeigte mit dem hageren Arm auf das Mädchen und schrie französische Worte, die er nicht verstand. Jammerte sie... drohte sie... klage sie an...? Unaufhörlich donnerten von draussen die Geschütze dazwischen, bellten die Salven der Infanterie. Wnnmernd sanken die letzten Ruinen zu Schutt. Ter Leuttrant konnte es nicht länger ertragen. Lieber draußen jm wüsten Handgemenge... lieber abgeschossen werden von einer ehrlichen feindlichen Kugel, als noch eine Stimde Ln dto- ser schrecklickwn Not unter den ir/immem eines verbmvnten HauseS Rasch sprang er zur Treppe, donnerte mit den Allsten gegen die Falltür. drehte sich um und suchte mit den: Rucken die Tür zu heben. . . aber' sie rübrte sich nicht in den .lngeln. Berge von Schutt und Mauerbrnch lagen darüber. Doch daran dachte der Leutnant nicht. Außer sich schrie crr „Ocssncn Sie. .. vorwärts... marsch ... öffnen Sie!" Die Alte richtete sich langsan, auf. Ebern wurde ihr Gesicht... rachsüchtig. . . hart fordernd stand sie da und zeigte mit knochigem Finger ans da« Mädchen in der Ecke DaS Mädckr-en saß im flackernden Licht. Wie schinnnerndes, braunes Gold floß das Haar um ein blasses Gesüßt... die Augen waren geschlossen... dunkel und lang waren die Wimpern.. . und der Mund tvar gebogen zu einem nierkwürdig erstarrten Lächeln. Dem Leutnant froren die Worte aus den Lippen. Er wußte uicht mehr was er tat. Sein Hirn fieberte. Seine Nerven bebten schmerzhaft... Langsam, mit steifem Arm, hob er den Revolver gegen die alte Frau. Da u>arf sich das Weib auf die Erde, hob flehend, wie in Angst die Arme und kroch, hastige Worte murmelnd, niit weit und lvahnstnnig ausgerissenen Augen auf den deutschen Offizier los. Der stand bebend, mit vorgestrecktem Oberkörper. Nun war das Weib bei ihm. .. hob sich dicht vor ihm in die Höhe... tastete sich mit zitternden Fingern an seinen Schenkeln, an seinen: Leib hinauf.. . nun lagen ihm die mageren Hände flach auf der Brust... die weit geöffneten Augen flehten um Gnade. .. wie Spinnen krochen die Hände höher und höher... und jählinas, cs war ,vie ein olitzhafter Schlag, lagen die krummen Finger zerdrückend um den Hals deS jungen Menschen. Und ein tierischer, triumphierender Schrei zerfetzte für eine Sekunde den schweren Donner der Schlacht. Mit äußerster Kraft stieß der Leutnant seine häufte gegen die Brust des Weibes. Die drosselnden Finger lösten sich... taumelnd stürzte die Frau zurück... der Kopf schlug chart auf den Steinboden ... ein letzter, stöhnender Schrei... Blut quoll aus dem alten Mund. „Welch eine Nacht... welch eine schreckliche Nacht" fuhr es dem Leutnant durchs Hirn. Kam da nicht ein Seufzer aus der Ecke, in der daS Mädchen saß? Er blickte hinüber. . . das Mädchen saß regungslos.. weiß war das Gesicht. . . geschlossen die Augen .. die Lipven lächelten. Wild sprang er zu dem Mädchen hin und griff nach ihren Händen, um sie ans dem Schlaf und Traum herauszureißen. Wer durfte schlafen mü> selig träumen in dieser donnernden Nacht, in der Welten zu Höllen ineinarrderstürztcn? Kalt wie der Stahl der Kanonenrohre vor dem ersten Schuß waren die Häirde... steif fiel das Mädchen um ... die Kellerwand knirschte hinter ihrem Rücken... Putz bröckelte ab. Das Mädchen war tot. Halb bewußtlos nahm er den Brief a,cs den erstarrten Händen. Im schwankenden Licht las er die ersten Worte: „Süße Geliebte... ich liege in Bordeaux im Hospital u,ld barmherzige Schwestern pflegen mich. Die Preußen haben mich totwund geschossen :md ich lverde Dich... süße Geliebte.. Du tausendmal Geküßte... ich werde Dich nie wieder sehen.. Da ließ er erschüttert den Brief sinken. Krieg... Krieg... grauenvoller, entsetzlicher .Krieg! Er lehnte sich an die Wand und schloß die Angen. Eine namenlose Erschöpfung kam über ihn. Die Arme sanken schlaff herunter, langsam glitt er an der Kellerwand nieder . . ein letztes Bild nahm er mit in den Schlaf: ein kleines, efcuumranktes Haus in einem großen und stillen Garten. Vöyel sangen und Schwäne ruderten über einen tiefen und dunklen Teich. Rosen hingen schwer und rot und süß duftend über einer weißen Bank und darauf saß ein Mädchen mit hangen, sehnsüchtigen Augen und auf ihren weichen, süßen Lippen und in ihren bangen, sehnsüchtigen Augen lag sein Name. Still ruderten die Schwäne auf dem dunklen Teich und die Vögel singen in den hohe,: Bäumen und die Rosen öffneten sich unter dem tropfenden Licht der Sonne... Dann schlief er ein. Und draußen donnerten die Kanonen und die Nacht schrie unter dem Jammer der Schlacht und die schwarten Rauchwolken stiegen zum Himmel und spannten mitleidig emen ^Vorhang vor die Scharen der weißen Sterne. Gegen Morgen wurde er wach. Blitze der Sonne kamen durch die Lücke, die der Schutt vor dem schmalen Fenster frei gelassen hatte. Und vieltausendstimmiger Gesang erschütterte die Luft. „Deutschland . . . Deutschland über alleS!" Kein Gebrüll der Schlachten mehr ... die Mäuler der Kanonen schwiegen. Zehntausend Schritte dröhnten ... die Deutschen ... die Deutschen? Immer brausender, wie Geflatter von tausend Fahnen, schwoll und bebte es über das leergebrmmle Dorf hin: Deutschland . . J Deutschland! Der junge Leutnant stürzte zum Fenster und schrie hinaus. Er wußte kaum, daß er um Hilfe schrie . . . über allem Bewußt- sem jauchzte die Freude: Sieg! Sieg! Sieg! Lange hörte man ihn nicht. Dann aber beugte sich das bärtige Gesicht eines Lanidwehr- mannes zur Fensterlücke. „Donner und Doria!" Er sprang auf und schrie und winkte mit beiden Armen. Und es dauerte noch zwei M timten, sdann klirrten Spatenh rtssen Hacke,: das verbrannte Gebälk zur Seite, wühlten Schaufeln :m hohen Schutt. Kreischend in den Angeln fuhr die Falltür hoch ... ein Strom glühenden Lichtes brach :n die Nacht des KellerS. Der Land,vehrmann erschrak und wurde still, als er in das blasse und zerfurchte Gesicht des Mannes sah, der ans dem Dunkel herausstieg, "schwankend, sich mit beiden Hände:: an: Mauerwerj emportastend. Aber in den Angen des Gerettete:: war ein schöner Glanz . . . denn das Graue:: der donnernden Nack)t war weg . . . ausgelöscht von dein Strom des goldenen Lichtes und hinweggerissen von den brausenden Fanfaren des deutschen Gesanges, der rhn herrlich einhüllte, so daß er zum Licht emporstieg wie tu einer feurigen Molke. _ vüchertisch. — Krteg 8 „ u ,nmer 22 der ,Illustrter 1 e „ Zeitu ng" (I. I- Weber. Leipzig). Den textlichen Teil leitet das tiefempfundene und packende, eine ernste Mahnung an da« deutsche Volk einbaltende Geeicht „Neujahr 191b- von Theo Sommerlad ein. Fenier ent- fiiü die Nnnuner neben der allwöchentlichen chronologischen Darstellung der kriegerischen Ereignisse e:„e Anzahl interessanter Aussätze, von den n besondeis erwähnt seien: „Die Zusammenkunft der dre: nordischen Könige in Malmö": „Dte religiöse Erneuerung des deutschen Volkes durch den Krieg" und „Polizeirecht in der Krieg-,eit". Der Humor konunt in dem 'Artikel „Allerlei von der deuts , en Soldatensprache" und vor allem in der hübschen > rtegS- geschichle von Rodert Misch „Die drei Ohneigeu" zur Geltung. Eine vrerseitige besondere Beilaae in Offsetdruck i rinnt eine Anzahl von Zeichnui'gen aus dem Skizzenbuche deS Wiener Malers Ludwig Koch, der Typen und Begebenheiten aus der österreichi'ch-uuaarischen Armee mit Stvt und Jeder in flotter Manier sei',gehalten hat. Außerdem sind wieder Pro-effor Hans v. Hayek und O. I. Olbertz, ferner Victor Schramm, Enrt Ltebich, Ernst Busch, ©. Wagenführ und Hugo L. Braune mit flotten Skizzen vertreten, denen sich .oelter eine g'oße Zahl zum Teil kleinerer Streutnl er von den Weih« nacht^elern im Felde, der ößerreichisch-ungariichen M rine usw. zuaesellen. Einen besonderen Schmuck erhält die Rvmmer noch durch ein doppelseitiges Bild in Vierfarbendruck »Angriff bayerischer Schwerer Reiter aut französische Dragoner" von Angela Jank. — Preis der Nummer 1 Mk.. VierteljahrSabonuement S Mark. — Kürschners Jahrbuch (Hermann Hillger Verlag, Berlin. Der soeben erschienene 18 Jahrgang für 1915 hat auch in dieser schweren Zeit sei en alten Ruf. immer gerade da« zu bringen. ivaS den Zeitgenoffen am interessantesten ist und zu wiffen am meisten nolt»t, bewahrt. Es ist auf den Krieg gestimmt. Naturgemäß l'i ein oder das andere, was die Leser im Frieden zn finden gewöhnt waren, weggelaffen worden, weil es während des Krieg S eine Bedeutung verloren hatte. Dcvür ober find alle Fragen, die durch den Krieg hervorgerulen wurden, in eingehender Weife behandelt worden. Die Statistik nimmt schon Rücksicht auf dte Umwälzungen, die in Handel und Wandel während der ersten KrierSinonate einqetreten sind. Ein ausführlicher Aufsatz beschäftigt sich mit dem Kriege selber und ein dariernden Wert behaltendes Kriegswöiterhuch gibt er-chöpsende Auskunft über alle Worte und Begriffe, die iw Kriege Bedeutung gewonnen haben. Das Fahrbuch unterrichtet über die Technik mit besonderer Berücksichtigung der KricgStechnsk, eS unterrichtet über die wichtigsten völkerrechtlichen Bestimmungen, es gibt Aui-chluß Über dte Kriegs- füriorge für dte Hinter bliebe en der Opfer des KrteoeS. Diese knappe Uebersicht crscböp't bet weitem nicht den außergewöhnlich reichen Inhalt deS Buches, das einen besonderen Wert „och dadurch gewinn t, daß eS die Kriegsnotgesetze und Verordnungen enthält. Logognph. Mit „e■ der Schmuck gar vieler Tiere, Mit „i* versteckt im Waldreviere. Auslösung in nächster Nummer. .Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummert Ter Zorn ist ein schlechter Ratgeber. Schristleitung: Aug. Goeti. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scben UnIversitätS-Buch- und Sleindrttckerel, R. Lange, Gießen.