Kr. 295 Der ftiegfKcr Anzeiger erscheint tätlich, außer ConntagS. - Beilagen: GiebencrZanrilftnblLtter; Nrrisdtatt für de« Kreis Gießen. Bezugspreis: monatl. Rck.1.35, vierteljährlich Mk. 4.05 durch Abhole- u. Zweigstellen rv.onatl. Mk. 1.25: durch die Post Mk. 4.05 viertel- "jährl. auäschl. Bestelle,. Fernsprech - Anschlüsse: iürdleSchristleitunq112 Verlag, Geschästsstelle51 Anschriit für Drahtnachrichten: Lttzeiger Gießen. Erstes vlatt W. Jahrgang Montag, jh. Dezember M8 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 11686 Hetzer vankverkrhr: Sewerbebank Gießen Zwillingsrunddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange.Zchristleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Zchulstr. 7. Annahme von Anzeige» f. die TageSnuminer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbiiidlichkeit Leilenprelse: für örtliche 'Anzeigen 25 Pf., sür auswärtig« 30 Pf., für Reklamen M.I.- nebst 20°/oTeue- rungszus dlag.Platzvor- schrist 20 % Anischlag. Hauptschri'tleiter: Aug. Goetz. Berantivortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übriqenTeil: Df Reinhold Zenz; für den Anzeigenteü: H. Beck; säintllch in Gießen. Die Aussichten des Friedens. Wilson ist in Paris angenommen, und er hat die lebhaften Ergüsse Poinearos, womit dieser ihn bei einem festlichen Frühstück begrüßte, wortreich, aber in vorsichtiger Weise i§:d nicht leicht erkennbarer Absicht beantwortet. Die Franzosen mögen denken, daß der Präsident in den ihn: zum Trinkspruch Vorgesetzten Wein einen reichlichen Guß Wassers hinzugesetzt habe. Wir Deutsche können Wilsons Worte so deuten, daß er noch jetzt die Absicht hat. keinen Frieden der Rache, sondern der Gerechtigkeit zu schließen. Wir hoffen darum, daß er die in englischen und französischen Blättern geforderten Kriegsziele, die ganz offen eine Rachepolitik verfolgen, ebenfalls stark verdünnen werde. Im übrigen müssen wir abwarten und dürfen uns keinen hocWspannten.Hoffnungen auf Wilsons Gerechtigkeit hingeben. Denn er hat bisher nicht den Willen, oder vielleicht auch nicht die Macht besessen, die Eigenmächtigkeiten der Westmächte bei der Erfüllung und Verlängerung des Waffenstillstandes einzuschränken. Was insbesondere die Besetzung eines weiteren Teiles der neutralen Zone nördlich von Köln bedeuten soll, die,, wenn sie ausgeführt wird, vom Oberkommando der Alliierten sechs Tage vorher angezeigt werden soll,', bleibt schleierhaft. Der Staatssekretär Erzbcrger hat (siche Letzte Nachrichten) dem Marschall Foch denn auch mit vollem Rechte erklärt, daß seine Organe in den klaren Wortlauts der Waffenstillstandsbeding ungen Verschärfungen hineingebracht haben/ die über das Ziel, Deutschland wehr- ü)s zu machen/ weit hinausgegangen sind. Er führte dabei auch die skandalöse Fortführung von Einwohnern zu Zwangsarbeiten an. Präsident Wilson mag sich von den Herren Franzosen nicht nur künstlich zurechtgemachte Zer- störungsbitder zeigen lassen, sondern er möge auch einmal Einblick nehmen in die „Attentate", die besonders von Frankreich heute noch gegen olles, was deutsch ist, beliebt werden. Wenn anders er wirklich wünscht,Idaß die Rache künftig aus dem Verkehr der Völker untereinander verschwinden soll. Vllson in Europa. London. 13. Tez. (W. B.) Ter Danwfer „George Washington" ist heute mittag um 12 Uhr 7 Minuten in Brest eingetroffen. Genf. 14. T^. (WB.) Wie Havas meldet, fand der Einzug des Präsidenten Wilsvnin Paris irnter der grüßtenDegciste- rrniQ der Bevölkerung statt. Tie Stadt war beflaggt. Die meisten Gesämite und Werkstätten hatten geschlossen. Am Bahnhof wurde Wilson von Poincare und Clemencean begrüßt und unter Hochrufen der die Straßen fülleitbcn Menschenmenge in den Palast des Prirrzen M n r a t geleitet. \m Wilson Wohnung nimmt. Vor denr Palast wiederholten sich die Huldigungen für Wilson. Mich Pvincare und Clenienceau wurden bei der Mfahrt lebhaft begrüßt. Trinkfprüche in Paris. Genf, 15. Tez. Präsident Wilson ist gestern vormittag Um 10 Uhr in Paris eirrgetroffen. Während des ganzer: Tages bereitete ihm die Pariser BevölSerung in Massen die lebhaftesten Kundgebungen. Arn Mtttag gab Präsidntt P v i n c a r 6 ein Frühstück zu El/ran Wilsons, wobei die ersten TrinLsprüchc ausgetauscht wurden. P o i n c a r e dankte dem Präsidenten in seiner Ansprache für die Hilfe Amerikas und gab der Freicke des französischen Volkes Ausdruck, ihn als Gast begrüßen zu können. Er ^erwähnte sodann. mit welcher Hingabe die amerikanischen Tvuppen nach Frankreich gekommen sind, Ufte die Kreuzfak/rer, die nach Jerusalem zogen. Er fügte dann hinzu, daß die ameri- Haniscl-en Soldaten in diesem Augenblick aber noch nicht wüßten, welchem gewaltiger: Attentat Franikreichj von seiten der Feiicke ausgesetzt gewesen sei. Sie hätten sich erst im Laufe des Krieges selbst davon überzeugt. Tie französische Regierurrg, so fälfrt Poin- oare fort, wird auch Ihnen, Herr Präsident, echte, unzweifelhafte Dokumente vorlegen, worin der deutsche Generalstab mit einein unglaublichen Zynismus sein Programm der Plünderung und Zerstörung cmsrffmndevgefetzt hat. Ihr edles Gewissen wird sich ülrer diese Grävaltakten ausspreck-en. Wenn sie ungestraft bleiben imb sich erneriern könnten, so würde:: die schönsten Siege umsonst gewesen sein. Tie Trauer um das, was gestern geschehen ist, verladt, daß der Friede eine.Vergeltung bringt. Um die Gefahr für die Zükmfft unmöglich zu machen, ist es notwendig, daß der Friede eine Gewähr dafür bringt, daß es möglich ist, die künftigen Geschlechter gegen der: Wiederbeginn eines derartigen Kol- le'ktivwahnsinns zu schützen. Wir müssen in den 'Friede::, den wir schließen, alle Bedingungen der Gerechtigkeit und alle Sicherungen der Dauer hineinbri'.pgen, die:nöglich sind. Präsident Mi Hon ifcxmfte in seiner Antwort für den Empfang, den er in Frankreich gefunden habe, lehnt jedoch alle persönlichen! lKomplimente für sich, ab. Ec habe nur getan, was er konnte, um die Gedanken des amerikanischen Volkes auszuführen. Vom ersten Augenblick an chabe das Volk der Vereinigte:: Staaten verstanden, daß es nicht ,genüge, den Krieg zu gewinnen, smckern daß er derartig genwnnen werden Müsse, daß die durch den Krieg aufgeworfenen Fragen endgültig gelöst werde::, so daß der Friede der Welt gesickert und die Grundlage gelegt lverde für die Freiheit und das .Glück zahlreicher Völker auf der Erde. Ich bin, so fuhr Wilson fort, überzeugt von der Notivendigkeit, in die endgül- ttge Regelung der Friedensprobleme Bestimmungen einzureihen, die nicht nur ähnliche Akte des Schreckens :md tes Mubes verurtellen, sondern Allen und an alle:: Orte:: begreiflich inachen, das; nickt ohne die Gelvißheit einer gerechten Strafe derartige Unternehmungen wagen .darf. >Dcr Präsident erklärte zum Schluß seine große Freude, in Frankreich zn fein, dessen Scksicksal für das Volk der Vereinigten Staaten stets ein Gegenstand der Fürsorge gclveser: sei. Er freue sich auch, Mit den Staatsmännern Frankreich und de:: übri^: Bundesgenosse:: ^nfammenzu arbeiten und Maßregeln vvrznbeveiten, aus denen eine auf freurckschaftliches gemeinsames >Zufammenarbeitcn der Völker gegründete dauernde Freiheit hervorgehe:: werde. Im LaM deS Nachmittags empfing Wilson eine Abordnung der sozialistischen Partei und des allgemeine:: Ge:verkschfftsaus- schnsses. bestehend aivs 25 namhaften Sozialisten, unter Führung des Abgeordneten Renaudel, der dem Präsideirte:: die bereits angekünbigte Adresse überreichte. Präsideitt Wilson erNärte in seiner Antwort: Der Krieg, de:: wir Überstunden haben, hat das Unlieil gezeigt, das eine willkürliche lrnb unvermttioortliche Rc- K ng vollbringen kann. Es ist nicht möglich, das Glück irnd ergeh«: der Böller zu sichern oder eöreu dauerhaften Frieden anfzustellen, wenn die Wiederholung eines derarttgen Unheils nicht unmöglich gemacht werden kann. Der Krieg ist in:ttrm>mmen worden von Völler:: .die vom Militarismus durchtränkt >varen, und es ist notwendig, daß alle Feinde der Freiheit in die Unmöglich- keit versetzt werden, in Zukunft ihren grausamer: Wüten der Menschheit criffzuzwingen. 2lber ein Prinzip genügt nickt. Es ist uotlvendig, daß es durch die Zusammenarbeit der Völker unterstützt witt>, deren wirksame Tachffeil drrrch das Mittel des Bundes der Nationen unterstützt wird. I»h Ibin überzeugt, das; auch diejenigen, die Ihr großes Volk regiere::, diese Auffassung teilen, u:ü) ich '5m glücklich, betonen zu können, daß ich mit Ihne:: znsammen- crrbeiten darf, um die notwendige: Garantien für eine:: dauernden, gerechten und billigen Frieden aufzustellen, der die Opfer des Krieges rechtfertigen lmrd, damit die Menschheit in Zukunft ihr Opster als das letzte tragische Mittel ihrer Emanzipation an- sehen wird. Zur Wgssenslittsiandsverlirngerung. Berlin. 13. Tez. Tie heutige Besprechung mit der interalliierten SckiffahrtsImmission hatte .unter mrderem folgendes Ergebnis: Grundsätzlich zugelassen ist der Verkehr von rechtsrheinischen nach rcchtsrhettrischen, u:ü> linksrheinisch«: Stationen und von linksrheinischen ümch linksrhe::::- schen Stationen, desgleichen der Verkehr vom Ausland nach sämtlichen 9U>einplätzen, der durch Konttvllposten in Enmerich und Basel beaufsichtigt wird. Untersagt ist der Güterverkehr von links- rhcinische:: nach rechtsrheinischen Stationen. Sofortige Freigabe aller fcstgehaltenen Kohlenschliffe .ist veranlaßt worden. Foch und die A.- und S.-Näte. Berlin, 14. Tez. (WB.) Wie die „Politisch-Parlamentarische'.: Nachrichte::" mitteilen, ftagte der A.- inrd S.-Rat 5ßreuznach in Trier an, ob für die besetzte:: Gebiete ungehi'iderte Ausreise- und Verkehrsmöglichkeiten der Delegierten zur Berliner Tagung der A.- und S.-Näte am 16. Tezenrber getvährleishef wird. Auf diese Anfrage erteilte Fock'durch die deutsch« Waffeustillstands- lommission die lakonische Anttvort: Die Alliiertenerkennen die A.- und S.-Räte nicht an. Tre Polizei in der ueutraken Zone. Berlin. 13. Tez. (WB.) Die deutsche WaffenstillstaudS- Kommission teüt mit: Marschall Foch hat fdlgande Aiwrdnungcn über die Pol izeiorganisa t: o n in der neutralen Zone Tei:tschla:ids getroffen: Zur Auftcckfterhütung der Ord- :rung dürfen ^deutsche Trippen, die grurcksatzlick), Potizeitruppan sind, in der neirttalen Zone unttwhalten werden. Tas alliierte Oberkommando behält sich das Recht vor, die Gesamtzahl dieser Truppe:: zu begrenzen und zu Kontrollieren. Tenmxch muß die Ordnung :Wrmalcn::«ise durch die Ortsgendarmerie, ausimhms- weise durch Sick^erheitsgarrrisone:: in besonders wichtigen Orten ausreckstett-alten werden. Tie P^lfteitruppen u::dersbel«n den Zivilbehönden, die für ihre Verlvendnng verantniortlich sind. Im Falle von Unruhen dürfen die deutschen Behörden Vorschläge zur Derstärftmg dieser Garnisonen dem Oberkonnnando der Alliierten einreichen. Als Verstärkungei: darf Kavallene. im stivtsalle Jnfantene dienen. Die 2rrmce Mackensen. Budapest, 14. Tez. (WTB.) „Az Est" meldet aus Groß- Wardein: Das hier befftckliche Oberkommando der Arniee Mackm- sen erhielt die Meldung, daß am 7. Dezember mehrere Tausend marschunfähige Main: der deutsckien Ar:nee von rumänischen Truppen enttoaffnet und interniert wurden. Hcn:ptn:ann Michaelis, ein Neffe des gewesene:: Reichskanzlers, ecUärte dem Berichterstatter des Blattes, daß Mackensen Heim rumänischen Ober- kommcnrdo in Bukarest protestierte. Tas deutsche Konsulat in Kronstatst richtete cn: Mackensen folgeickes Telegramm über den Dorf ll: Dcr Abmarsch der ans 2200 Mcrnn u:id 120 Oßizieren bestehenden dtachhut der Armee Mackensen wirrde von den hier eingetroffenen rmnänischei: Truppen verhirü-ert. Tie deutschen Truppen wurden interniert imb werden zum Teil sehr schlecht be- handelt. Tas Kmrsulat ve:'bleibt einstweilen hier. Berlin, 14. Tez. (WTB.) Wie die „B. Z." meldet, sind von der Armeegruppe Mackensen bis jetzt bereits große Teile in der Heimat eingetrosfen. Es si::d angelangt: die gesamte 11. Arnree, Telle der 2:8. und 226. Jnfanterie-Tivision. sowie seinerzeit ansd der Ukraine nach Rumänien entsandte Teile der 7. Landwehrdivision und Delle der 16. Infanteriedivision. Lima» von Sanders Truppen in Konftanttnopel. Berlin, 14. Tez. Die stnter dem Kommando des Generals Lim an von Sande rs stehende:: deutschen Triipi'en in Syrien und Armenien, in Stärke von rund 10 000 Manu, sind in Konst a n 1: n o p e l eingetroffen. Die Vorgeschichte der Abdankung des Kaisers. Berlin, 15. Tez. (WB.) Ein Bericht des 6Rlvährsmani:cs des „streuen politische:: Tagesdienstes", der bis zum 9. NEncker in persönlick-er Beziehung zum Kaiser stund, schildert die Vorgänge bei der Abdankung des Kaisers im Großen Hauptquartier. Tie Lluffassmrg des Kaisers über den Thronverzickst kam am 6. November folgendermaßei: zum Msdruck: „Ich denke nicht daran, abzickanke::. Von jedem Offizier verlange ich, das; er treu auf seinem Posten aushält. Als oberster Kriegsherr nruß ich treu aushalt«:, weil ich dadurch :rur meinem Volke dienen kann ; denn ich sehe den krassesten BolsckMvismus über Teittschland Hereinbrechen, wenn ich gehe, und da muß eine starke 5>n:d sein, um Deutschland vor einen: Chaos zn retten. Darum bleibe ich. Auch arbeite ich gerne mit dcr neuen Negierung. Melirere Herren, mit denen ich gesprochen habe, sind mir in chrer Mitarbeit sehr- sympathisch." Tas Urteil dcr Stabsoffizier-e der Arinee, das Hindenbnrg am 9. Noveinber- dem Kaffer überbrachte, lautet einstimmig: „Ge^n den Feind sind die Truppen sicher. Gegen die Kameraden wird Uwhl niemand kämpfen." stüff telephonisches Drängen wurde als Antwort nach Berlin gegeben, der Kaiser danke ab, als Kaiser von Deutschland, nicht aber als König von P r e u ß e n. Tavauf Kam die telephonische Nachricht zurück: Es ist zu spät. Wir lmbn: die Abdankung bereits veröffentlicht, stlüends legten die Herren der näheren Umgebimg dem Kaiser :mhe, nach Holland zri gehe::, aber der Kaffer Lvvllte nicht. Erst abends 10 Uhr entschloß er fidji auf das Trängm Hintzes zu dem folgenschlveren Schritt. Ms ausschlaggebend für die Enffck^eidimg des Kaisers Verden folgende Ettvägnngen mitgeteilt: „Die Entente betont iinnrer Ivieder, mit dem Kaiser keinen Frieden schließen zu wollen. Um also dem Volke da: Frieda: zu erteichteri:, gehe ich nach .Holland. Würde ich nach Deutschland gehen, so läge die Annahme nahe, ich suche eine neue Partei, um mit deren Hilfe einen Prctsch zu mtter- nelyne,:." Ter Kaiser hatte die Enipsffchinrg. daß die Armee ihn verlassen habe, und fühlte sick) frei von der Verpflichtung, für sein Reick) polüische Mtschadungcn zu treffen, da die Regierung aus eigener Machtvollkonimenheit die Abdankimg veröffentlicht Hab«. Un: 5 Uhr morgens fa:id die Abfal)r1 nach Holland statt. Ter deutsche Kronprinz. B e r l i n, 15. Dez. Der „Deutsche:: Zeitung" wird von unterrichteter Seite mitgeteitt, daß der deutsche Kronprinz nach Aus- br::ch der Revolution beim S o l d a t e:: r a t nacheinanbr versucht habe, als Heerführer bei der Armee blnben zu dürfen, ihm die seinen: Alter entsprechende Stellua:g in der Armee zu belassen und schließlich als gemeiner Soldat bei der Truppe zu bleiben. Als alle diese Forderungen abgelehnt:vurden, habe^er gebeten, sich dmin als Zivilist zn seiner Fanrilie begeben zu dürfen. Ev!t^als- auch 'das abgelehnt wurde, habe er sich zur Flucht entschloisen. * Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Polen. Warschau, 15. Dez. (WTB.)„Drahttmchr. Tie polnische Negierung hat die diplomatischen Beziehungen m: i Deutschland abgebrochen und den deuffchen Geiandlen aufgefordert, das Lmch zu verlassen. Abdanknna des Hetmans der Ukraine. Kiew, 15. Tez. (WTB.) Trahtmeld. Kiew ist am SamStag nachmittag von Truppe:: des Direktoriums besetzt worden. Der Heim an n dankte ab. Sein Kabinett ist zurückgetreten. Der Präsident von Portugal ermordet. Lissabon, 15. Tez. (WTB. Drahtn.) Reutermeldung. Der Pr äsident der Republik ist ermordet morde::. Die Vergrößerung der arncrikanischen Flotte. Washington, 14. D?z. (WTB0 Drahtlos. Kontreadmiral Badger verlangt in der Wehrkommission des Repcäseniante::- l)anses eine solche A::sbreitung der amerikanischen Flotte, daß sie im Jahre 1925 der größten Flotte der Weld gleichkomme. Aus dem »eiche. Freiwillige sozialdemolratische VoltSwchr. Berlin, 14. Dez. Vom Rat der Volksbeauftragten :st sol- lgender Gesetzentwurf zur .Bildung ev:er freiwilligen) Volkswehr beschlossen lvorden: 1. Zur stLufrechterhaltung ,der öffenllichen Ordnung und Sicherheit ist eine freiwillige Volkswehr zu bilden. 2. Die Bollnvachten zur Aufstellung der Abteilungen dieser Bolkswehr ei'teilt ausschließlich der Rat der Volksbeauftragten, der auch Zahl und Stärke der stlbteilungen fesffetzt. 3. Die Bolkswehr untersteht ausschließlich dem Ra: der VolksbelUlftragten. Sie verpflichtet sick der sozialdemokratischen Republik durch Handsckstgg 4. In >der lVolkswehv Iverden nur Freiwlllige auf- genomn^en. Sie wird außerh-alb des Rahmens des Heeres stehen. Gcrichtlick)e ruck Tiszip!inarve:'l)atti:isse werde:: noch geregelt. 5. Tie FreiNTÜligen wählen ihre Führer selbst und zwar etwa 100 Fveiwlllige (Hundertschaft), einen Führer und drei Zugführer. Mehrere Hundertschaften bilden eine Ahtellrmg und wählen den Abteilungsführer und einen Stab. Jhm^ steht ein Vertrauensrat von fünf Freiwillige:: .beratend zur Seite. 6. Jeder Freiwillige ist im Dienst zun: Gehorsam gegenüber seinem selbst gewählten Führer verpflichtet. 7. Für die Ämmhme der Freiwilligen ist Vorbedingung: n) In der Regel Zurücklegung des 24. Lebensjahres, b) körperliche Rüstigkeit, e) längerer einwandfreier Frontdienst. 8. Tie Freiwilligen haben zunächst eine Probezeit von 21 -vagen zu leisten: wird ihre Eignung festgestellt, so sind sie zrrnächst aus 6 Monate zn verpflichten. Tic Verpflichtung kann nach Ablauf ^dieser Zeit von drei zu drei Monaten verlängert werden. Frühere Lösung des TienstverMtnisses ist bei sckyverer Verletzung der durch dasselbe begründeten Pflichte:: zulässig. Sie erfolgt durch den Abteilungsführer «ntcr ?0Nitwirkm:g des Vertraumsratcs. 9. Tie Freiwilligen sind wie' Ncannfckaften des Soldatenstcnckcs zu bekleiden, auszurüsten, zu bewaffnen und unterzubringen. Wegen besonderer Bekleidung und Mzeichtzn bleibt Bestimmung Vorbehalten. Gebiitrnisse nv.d Versorguugsgnsprüche bleiben bestehen. 10. Tas preußische Kriegsministerimn hat nnt Zusttmnmng des Rates der Volksbeauftragten die erforderlichen Ausführungs- besftmmungen zu erlassen. Die Frage der Einberufung des Reichstags. Berlin, 14. Tez. (VZTBO Der Präsident des Reichstages Tr. Fehrenbach richtete an die Reichsleitung folgcudtsSchreiben: „Gegenüber der dortigen Erklärung auf meine Berufung des Reichstags und im Zusammmhang nnt PresseänßenmgQv habe ich nur das Bedürfnis, folgnckes festzustellen: 1. Es ist falsch, von der Msicht «mtcr Gegenrevolution zu sprechen, die ich der Rftgi^erung machen wolle. Es ha:chelt sich für mich nur um die Schafftmg von Voraussetzungen für den baldigsten Abschluß des Vorfriedens. .Herr Ebert ist über meine Msichten und die Ueber-einsttminung der Parteiführer mit diesen vm: mir loyal unterrichtet worden. 2. Tne Voraussetzung meiner tatsächliche: Berufung des Reichstags durch die 3R'stimmung von Ort und Zeit fft die zweifelsfreie Feststellung der Tatsach, das; die jetzigen Gemalte:: in Deutschland von unseren Feiicken nicht anerkannt! Herbert. Diesen Zeitpunkt, der nach Zeitnngsnachrichten vom Tage zuvor unmittelbar bevorstchcn sollte, wollte ich aus der einleuchtenden EriväMmg heraus nicht abwarten, ich durfte es auch nicht angesiclfts der ungezähtte:: Zuschriften und Telegramme, welch die Berufung des Reichstags ;orderten nick nauientlich mdgeftchts des Noffchreis von Köln mck Koblenz. Die Auimhme, daß die Eitente erst durch mich auf deu Gedanke:: Kommen kü:ntte, es fehle an einer verhmcklirngsfähigen Regi-'nmg. ist durch die vora:isgega:u;:mei: Erör erungea in der flindlichn Presse widerlegt. 3. Die Folgen meiner Pflichterfüllung veran'ueorte ich nnt ruhigen: Gnvissen. Ich warte das pflichtinäsjige Handeln dcr Mgwnmg ab, wen,: sich die Voraussetzung meiner Kundgebung erfüllt." Die Reichsvrrsaimnlu'.tg der Arbeiter- und Soldlltcnräte. Berlin, 14. Tez. (WTB.) Tic R e i ch s v e r s a m m l u n g der Arbeiter-undSaldalenräte wird am 16. Dezember 1918 um 10 Uhr früh im ehnnaligen Preußischen ?lpgcordnrtc:i- Haus eröffnet. Eine 'Feststcllurng der preußischen Regiernng. . , , 15. Dez. (WTB. AintliÄ) Zeilmtgsnackrichtru u- folge soll das M:tgl:ed des Kalünttts, H? r AoolpI' H o s > me n « m einer öffentlich:: Versammlung am Somnag graaßert \xi\ku: Wenn die Wahlen zn der Natimm!Versammlung niän eine 'r;iatt- sttsch Melwheit ergebe::, würde die kcnfftttuiereicke Natwna!Versammlung ebenso vne in sttußlaick mit Waffengewalt aickeinander- getnehcn werden. Tie preußische Regierung :st üffol« efcier Ghtfrmtftrrtg des Sxrnt .Adolph .ftDiTirtatm nicht irr der Lage, fastzustÄlen, ob diese Aeußenmg tatsächlich gefallen, ist. Sollte sich Derr Abiolph Hoffmnnn in diesem od?r ähnlichem <Änne geändert Aaben, Jo erklärt die Regierung -demgegenüber, daß sie aus dem xtoöot der Demokratie steht und den durch das Ergebnis der Wahlen zrrr National vevsnm m lung.zum. Ausdruck grb rauhten Willen des Volkes respektieren wird. Aus dem preußischen Kultusministerium. , ^ Berlin, 14. Tez. (WTB.) Aus dem Kultusministeriumwird utttgetetlt: Tr. Wyneken mar als Vertrau msmairn und pcüa- Mischer Beirat des Ministers Hämisch in das Ministerium für Wissenschaft, Kunst and Vo kslitdung be ufe i wvrd n. Di sich regm seine Wirksamkeit im Ministerium eine beionders heftige Opposition geltend madjte und man die gegenwärtige gespannte Lage nicht dnrck, öffentliche Kämpfe enter weiteren Belastungsprobe aus setzen wollte, ist mit Tr. Whneken eine anderweitige Verwen- d u n g seiner Kraft im Dienst der Allgemeinheit des Staates ver- emüart worden. Kundgedunsrn in Stuttgart. Stuttgart, 14. Dez. (WTB.) Auf dem SchloMatz fand müt mittag eine große Versammlung der Arbeits- lv sen statt .in der U .a. mitgeteilt wurde, daß die Regierung die taglul-en Unterstützungssätze auf 10 Mk. für die Verheirateten und Durch diese MMchfaamg. so sagt der „Borwäctsi'^ besteht für etwa 200 000 Arbeiter die unmittelbare Gefahr der Arbeitslosigkeit. Aus Stadt und LariS. Gießen, den 16 . Dezember 1918 . I Lebensmittel. "Törr-Mifchobst-Ausgabe. Bom 16. bis 21.b.M. . wird täglich in der Stadt. Obst- 'und Gemüseverkavfsftelle (Markt- ' landen) gegen Abgabe der Obstmarken 246 bis 16 und 1356 bis 1406 Dörrmischobst verkauft. Tie Obstmarken 546 bis 256 verlieren am 18. d. M. ihre Gültigkeit. 1 ** Städtischer Pferdefleisch-Verkauf. Am 17. d. M. werden im stcw-tischen Schlachthof die hellgrüne^ Bestellnummern 81—160 gegen Abgabe der Bestell marken mit Pferdefleisch beliefert. Siehe Bekanntmachung. ** Freibank. Dienstag 17. Dezember werden von 2 —4 Uhr die Nummern 311—500 beliefert. * 8 die Unvertznrateten festgesetzt habe. Im Anschluß daran die Menge, etwa 2000 Personen, vor das Gebäude des deutsch- demvlcattschen „Stuttgarter Neuen Tageblattes" .um zu demonstrieren. Am Tore des Hauses wurden unter heftigen! Ausfallen gegen die bürgerliche Presse mehrere Reden gehalten, dre fortwalxrend von Zurufe i gcen die R dfa teure unterbrach n tznndcn. Darauf begab sich eine Abordnung aus die Redaktion, wo frc Legen die angebliche Verletzung und VerlemUdung.sck-arse Be- schroerdeir vorbrachte. Dar stellvertretende Hauptzchriflleiter gab die Erklänmg ab, daß die Schriftleitung niemals die Abjrcht gehabt habe und aych ferner nicht gewillt sei, zu verhetzen ttnd zu verleumden, daß sie aber das Recht in Anspruch nehme, so zu schreiben, wie sie es vor ihrer Ueberzeugung verantworten [ömre Aus das drtilgende Verlangen der Tcmon»tranten mußte tye Fahne in den schwarz-roten Landessarben, die sich zum Empfang der Truppen auf dem Gebäude befand, eingezogen nvrdcn Ti-e Menge ging mit der Drohung auMnairder, 'daß, im Falle sich die Haltung des Blatts nicht ändere, der Betrieb aufgeräumt würde. Eine Schießerei im Gefangenen lnger zu Langensalza. . Berlin, 13.Dez. Wie gemeldet wurde, haben die Franzosen sckxrrse Repressalien angedroht, weil im Gefangenenlager in Langensalza mehrere französische Krtegsgesan gene e rschossen worl«n sind. Ueber die Vor- erfahret wir folgendes' Fm Lager Langensalza wurden die sogenannten Thoa-terbavackeit von den französischen Kriegsgefangelten ordnungsmäßig gercmmt. Während der Ausräumungsarlietten scharten sich französische Kriegsgefangene in Stärke von 700 Mann Mts der Baracke zusammen, um sie zu demolieren und das Holz als Brennholz zu benutzen. Ein Wachtposten glaubte, es würde zu einer Mvolte und zu Angriffen kommen und ließ Alarm blasen. Die WachwmpagNie rückte an. Wie es nun zu dem daraus beginnenden EchtesMi geko^irmen ist, ist noch nicht klargestellt. Die Untt>r uchung daEr ist tm Gange. Es ist auch nicht ausgeschlossm, daß der erste Echtlß ttou eurem französischen Kriegsgefangenen ansging. )oci bie'ar Sclnr ßeret sind mehrere französtsä)e Kriegs gefangen getötet uno verwundet worden. ^ ^ * cm §Erlin, 14.T^. In einer Berfanunlung der Kruppschen Metstergehllfen teilte das Direktorium mit, Krupp könne Höchstens noch 10 000 bis 12 000 Arbeiter beschäf- t t g e n. Von eurer regelmäßigen Produktion könne keine Rede mehr fern, zumal vermutlich eine feindliche Besetzung zu erwarten sei ** Zugverkehr und achtstündiger Arbeitstag. Ter Arbeiter- und Soldatenrat hat, wie uns mitgeteilt wird, Veranlassung genommen, bezüglich der Späterlegung der in Gieszeu ankominenden FrülMge der Strecke Gießen—Grünberg Schritte zu unternehmen. Tie Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. teüt hierzu mit, daß dies Wrlaß zu Erhebungen gegeben hat, nach deren Abichluß wertere Mitteilung erfolgen wird. **Tas 3. Bataillon Res.-Inf.-Rgts. 254, das rn Gießen aufgestellt wurde und in der Hauptsache aus Gießenern besteht, wird nvorgM hier seinen Einzug halten, um hier demo- btifftert zu werdet. Tas Bataillon verbleibt heute noch in Kinzenbach. wird nrvrgen vormittag 7*11 U'h-r über die Lahnbntc^ in Gießet einziehcn " ' - - - . .. c Tas Bataillon gehört der 76. Reserve-Division cm. die den 9tuf der besten Division im ganzen Korps hatte, mW stand zuletzt fünf Monate ununterbrochen im Feuer. ** Der Verein der deutschen demokratischen Partei m Gießen hält eine Mitgliederversammlung heute Montag .den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im „PosMler" ab. Auf der Tag'sordinmg steht die Aufsixllmrg der Kandidatenliste für die koninnmden Wahlen. ** Die Deutsche VolkSpartei für Hessen veranstaltet am kommenden Mittwoch abend eine öffentliche Wählerversamm- lmrg im Stadttheater. ** Vom Herbstgemüse. Selten noch in einem Jahre' waren^ wer bis um diese Zeit so reichlich und so gut mit srisckiem ^mü,e aller Art versuchen, Nne in diesem Jahre. Trotz der starken ^-ruhrroste sind Weißkraut, Rotlraut, Wirsing usw. au^ dem Felde gut mW haltbar geblieben. Der Frost ist, wie die Lmtdwirte mrd Gärtner sagen. Witwer,FusA^ogen". Wegen Mangels an Arbeits- Erarfcai i imb Gespannen, sowie infolge des schlechten Herbstwetters' hat sich dre Ernte des Krautes, der Gelbrüben, Rotrüben, Kohil- raben usw. sehr in die Länge gezogen. Dazu kommt noch, daß die L5aEmrte, vre tn den letzten Lhriegsjahren bedeutend mehr .Hack- sruck^e angc-baitt haben als früher, die bei ihnen in Arbeit swl)erwen Krtegsgefangenen abgeben mußten. Und so kommen denn die ae- nannten Gemusearten tmnrer noch frisch auf deu Markt. Auch der Spinat hat sul) gut gehalten, selbst der Mangold ist noch gut mW brauck>bar. Tw sorgsame Hmisirau sollte daher daraus bedacht fein Uirm Vorrat m frischem Gemüse, das im Keller oder (Äarten zur Aufbewahrung gekommen ist, ebenso den Vorrat an eingemachtem und getrocknetem Gemüse jetzt aufzusparen und nur frisches Ge- mu,e zu verwenden, das tägGch in der städtischen Geniüsestelle zu Meriim zu haben ist. Denn später tvird bis weit ins Fruhiahr lnnein ein großer Mangel eiittre-ten, weil uns di? Fuluhr aus den^ Rhema egenden., die uns immer das F-rühgenmse lieserten, abgesckxinttQi ist. Tie dicken Gelbrüben und Rotrüben, wie auch ine weißen Erdkohlvabni, die recht zart, gut lochend mW schnw^hcrit und, bleiben iw Keller lange Zeit haltbar mW brauchbar, mW Weißkraut, Rotkraut und Wirsing, die anscheinend durch den Fwst ge. litten hatten, sind noch gut und haltbar, so daß die weitere .Ehr- deckung für den Hausbwarf nur sehr zu einpsehle«'! ist. Starkenburg und Nheinhessen. T a r m sta dt. 16. Dez. Tie liessische Nationnlliberale Partei macht bekannt: Nachdem sich jetzt die Parteiverhälttrisse im Deut- sci/en Reiche und in «unserem Lande soweit geklärt haben, insbesondere. nachdem in Tarmsdadt mW an anderen Orten Hessens die Möglichkeit einer Vereinigmi-g der Nationalliberalen Partei nrit der Temökratischen Partei nicht gelimgen ist, tritt morgen der Landesaussckmß der hessischen Nationallibeaalen Partei znsantmen, um über die politische Lage und die Stellungncchme per Parteien zu beraten. Es ist unbedr.rat für die Parteigenossen und Parteifreunde im Lande geraten, diese Stellungnachne abzuwarten, di^ um so mehr, als auch der Zentralvorstand der Nationalliberalqn Partei des Reiches am Sonntag, den 15. d. M. in Berlin über die Gestaltung der ParteiverMtnisse Enffckieidmrg trejfen wird. cka. Dormstadt, 16. Tez. Die Grenzlinie zwischen l^esetztem und neutvalem Gebiet verläuft, wie von zuständigen Seite mitgeteilt wird, 100 Meter jenseits des Hauptbahnhofes. Das ÄeKri- zitätswerk und die dort liege^wen Kasernen fallen also in das besetzte .Gebiet. Als Polizeitruppe, wie sie in den Waffenstlllstands- 'vechandlungen nachträglich für che neutrale Zone borg, sehen wurde, sind das Iiff.-Regt. ,115 mW die beiden hiesigen 'DrLaoner-Reai- menter bestimmt worden. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar 15. Dez. Tie Erben des Geweih Josef Raab haben zum Gedächtnis ihres Vaters eine Stiftung ü&t 5 0 000 Mark errichtet, deren Zinsen bedürftigen Bergarbeiterfamilien der Stadt Wetzlar zugewcndrck 'werden sollen. — Die Stadtverordnetenversammlung lehnte den Mittag auf vorschußweise Beivilligung von Barmitteln für den Arbeiter- mW Soldatenrat mit allen gegen zwei Stimmen ab. Vesftn-Nassau. --Bad EmS, 15. Tez. Ern Teil dsS amerrkanischen Haupte gnartiers wird aller Voraussicht nach, wie in der Stadtverordneten- sitzung mitgeteilt lvurde, nach hier verlegt, und zwar 200 Offiziere, 50 Bureaus. 75 Kraftwagen und bis 1100 Mrmn. Tie Leute erhalten in Gasthäusern Unterkunft. Ter Plan, in Ems Lazarette zu errichten, wurde ansgegeben. Frankfurt a. M., 15. Tez. Der Frcmkmrter Lazarettzug ist auf dem Bahnhof Michelstadt i. O., wo er seit längerer Zeit stand, von dortigen Einwohnern vollständig ausgeplündert worden. Spiegel, Lotten, Leinen, Eßwaren, Tische, schränke, Stühle, Sofas, kurz alles, was nicht niet- und nageltest war, Pj Mts den Wagen verschwunden. Der Scharm ist bedeutend. Nirehe «nv Schule. ^-I^n derkcssischcnLchrerschaft.T« «Mtaird dcs hc,st,ch^ Lmidk-z-Lchrsroereiiis hat Mitzer d«>m Sckml ^---yui uuijin oem >S7UlUI Programm des Deutz chm Lehrervereins nächste Hube speziell hessisck Forderungen ausgestellt: 1. Äbsck^afffcng der errveiterten Prüfling sü Hauptlelirer uiw Beseitigung der Altersgrenze von 50 Jahren I* Ernennung von solchen. Abänderung der Jnstruktton für die'.Hairpt lehrer und gletchzettlg Erlaß einer Vervrdnung. in der die Recht ^Klaffenlehrers sestgelegt .sind. 2. Gleichlegung der Ferier ^^vsorttger Abbwl der Vorschulen an höheren Lehrmistaltert un Mittel,ckMerr. 4. Lportige Einriclckung von Selbstverwaltungs körpern unter Heranziehung der Eltern und Lehrer. 5. Aus'ahlun^ Gehaltsbezüge ans der Staatkasse. 6. Berufung eine Volks» ckmUchrers als vortragcrwer Rat ins Ministerrmn für Bil dungsrvescn. Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigstgeltebteS Herzensbubi Hosenträger Georg tm zarten Alter von 10 Monaten und 18 Tagen am 14. d. Mts. zu sich in die Ewigkeit abzurufen. 9808 In tiefem Schmerz: Familie Georg Walldorf, Lehrer Villtngen, den 16. Dezember 1918. Die Beerdigung stndet Dienstag nachm. 3»/« Uhr vom Trauerhause auS statt. £ Osram Wir empfehlen Friedensgualirät: 1 fciapol. Alchiumtt mit Spiegelschrank und Marmor, italienisch Nuß- baum hell lieinste Arbeit),- 1 lütiifrtc Aichiw.er mit und o me Spiegel- -Äränken und Dtarinor. 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Ter gewerbliche Mittelstand müsse verschwinden, wenn das Prioatunternebmettum vernichtet werde, dir Entwicklung des Handwerks, des kleinen Unternehmers zum Mittelbetrieb, der Uebergang der Reisenden oder Angestellten zum Eintritt in die Firma und damit zur Selbständigkeit werde unterbunden. Tie Probe, die irrem mit dem Staatssozialismus, mit der Einrichtung der Kriegsgesellschaften unternommen habe, habe dessen Untauglichkeit erwiesen. Tausende von Verordnungen, ein Heer von Beamten, riesige Gehälter und Kosten hättQi allgemeine Kritik und Mißbilligung l>ervorgerufen Mare es aber anders, wäre der Gedanke der Staatswrrtschaff richtig, so ,er er letzt nicht anwendbar. Ter Wiederaufbau unserer Wittschaft, dre Bewältigung unserer Verbindlichkeiten bedingen unabweisbar, daß für jedes Wirtschaftsgebiet geprüft werden nruß, dre Erwerbschancen der Arbeitermassen verbessert und die Bedarfs Versorgung der Gesamtes ^..^rung erhöht werden können. Ties müsse der Leitstern für dve Pattei sem, und er sei überzeugt, daß die Sozialdemokratie sich gleicher Ernncht mcht verschließe, nicht entfernten Zielen nach- ttrebe, sondern die Blicke auf die Forderungen der Zeit richte. Eine sozialdemokratische Mehrheit der Nationalversammlung werde verhängnisvoll auch für die Sozialdemokratte werden, denn eswerde mcht lange dauern, und die gemäßigten Elemente würden verbrannt von den radikalen. In einer so armen Zeit, wie sie uns bevorstehe, werde Unzufriedenheit genu g entstehen und diese, Das mckrsme Mnlrukr ilcs Herrn Wchd Jsncs. Roman von A. H. Adams. (Nachdruck verboten.) (32 (Fortsetzung.) Er ging nach seinem kleinen, dumpfigen Zimmer, und Äs er dre Tür aufgeschlossen hatte, kam der Dust des Gummi cwabicums und des Kampfers feiner gequälten Seele Wie Balsam vor. In seinen Träumen und in jenen langen wachen Stunden hatte er geglaubt, er würde nie- rnals wieder diesen Raum betreten. Und nun saß er wieder bei der Arbeit, als ob die Ereignisse jener verhängnisvollen Nacht nrchts weiter als ein Alpdrücken gewesen wären Und nt dem großen Bureau saß der Bankdirektor, den er frer^lhafterwerse M Boden geschlagen hatte, und sein Opfer gäv kernerler Lebenszeichen von sich. Den ganzen YRorgen wartete der Bankbeamte und zitterte, wenn jemattd an die Tur klopfte Mer kein Dontwrkeil durchsauste die Atmosphäre von Kampfer und Tabak, kein Zeichen gab der verborgene Feind von seinem Dasein. Durch vorsichtige Nachfrage brachte Galahad heraus, daß der Direktor am Taae nach dem Ueberfall nicht ins Buwcm gekommen war und daß er am folgenden Dag einen Verband über dem linken Auge getragen hatte. Es war den Beamten halbanttlich bekanntgegeben worden, daß Herr Boach auf einer Stufe im Garten ausgeglitten sei. adressiere sich stets an die radikalsten Elemente and wende sich «gen die herrschende Richtung. Eine nicht sozialdemokratische Mehrheit werde selbstverständlich eine Regierung gemeinsam nnt der Scyurl. bentofratie bilden, was auch umgekehrt ermattet werden müsse Ter Redner meint, wir dürften mutig in die neue Zukunft schauen, die schon jetzt einige Lichtpunkte aufweise. Tah Wilson au dem Kongreß erscheine, könne den Friedensschluß mrr rm günstigen Sinne für Deutschland beeinflussen. Die baldige Einberufung der deutschen Nationalversammlung erscheine gesichert, sie dürfe keinesfalls m Berlin tagen. Tie Vorbereitung der Wahlen und die Be teiligung an ihnen sei für die nächste Zukunft die wichtigste Aus gäbe für jeden deutschen Mann und für jede deuffche Frau. Jahr- zehMelang habe sich das deutsche Bürgertum zu vornehm gedünkt Und sei zu faul gewesen, sich Mit der Politik zu befassen, infolgedessen müsse es ffch jetzt seine Bedeutung erst wieder erringen. * ** Schärfste Er sassung der Lebensmittel. Vom Kommimalverband Gießen wird mitgeteill: Tie außerordentlich ernste Lage, die sich für dre Versorgung Deutschlands aus dem Fott- sall der besetzten Gebiete und der Verzögerung der von der Entente bzw. den Bereinigten Staaten in Aussicht gestellten Hilfeleistung erg.'ben hat, zwingt zur schärfsten Erfassung der einheimischen Produktion; nur eine restlose und rückl-altsbose Erfüllung der Ab- lieferimgsffist von seiten aller Erzeuger wird die zurzeit höchst ungünstige Ernährungslage so weit zu bessern vermögen, daß die schlimmsten Gefahren für die Bolksgssundheit und die öffentliche Ordnung abgewendet werden können. In beiden Beziehungen hängt alles an dem guter: Willen und an der kriegswirtschaftlichen Pflichttreue der Erzeuger; wenn sie in ihren Leistungen in dieser allerschwersten Zeit der nächsten Wochen versagen, droht weiten Kreisen in den Haupüvohnbezirken der Hungertyphus und die Oedemkrankheit und der Gesamtheit der Bevölkerung jene verhängnisvolle Störung des bürgerlichen Friedens, die unvermeidlich wird, wenn die vom Hunger getriebenen Stadtbewohner auf das Land dräng»m, um ihr Leben zu ffisten. Diese schweren Gefahren müssen unserem ohnehin aus tausend Wunden blutenden Volke erspart bleiben: deshalb müssen alle Erzeuger in den nächsten Wochen zum äußersten Höchlmak nnttschafflicher Leistungen hin sichtlich Erzeugmvg und Ablieferung angespannt und zur pnn lichsten und gewissensaftesen Pstichlerfüllnng angehalten werden. ** Nach welchem Wahlrecht wählen wir? Zur Aufklärung über dieses Thema veranstaltet der Verein für Frauenstimmrecht heute abend eine Frauenversammlung, m welcher das für die bevorstehenden Wahlen geltende neue Wahlgesetz besprochen und jede Frage eingehend beantwortet wird. Zugleich wird eine Uebersicht über die letzten politischen Vorgänge Anknüpfung geben zu einer gewiß regen Aüssprache. Frauen und Mädchen aller Stände sind herzlich tvillkvmmen. Tie Versammlung ffndet heute abend 8 Uhr im Großen Hörsaal der Universität statt. Alle Frauen, ohne Unterschied auf Pattei und Stand, sind zu dieser Versammlung willkommen. ** Eine öffentliche Frauenversammlung wird am Donnerstag den 19. Dezember 1918, abends 8 Uhr, im Stadttheater statt finden. Herr Tr. Hvrneffer wird auf Veranlassung der vereinigten Gießener Frauen-Bereine sprechen über „Tie Revolution und die deutsche Frau". ** Gedankenleser Bary «rffjiert ab Montag den 16. Te- zember^ffu Solmser Hof. Infolge der augenblicklichen mißlichen ^aalverhältnisse ist der Saal für die Vorstellungen eigens hergerichtet. Es ist ratsam, sich fttllizeitig mit Kutten zu versehen. Wir verwer,en auf die Anzeige irr dieser Nummer. Starkenburg ltno Meinhessen. I. Darmstadt, 12. Dez. Wie wir hören, wird der Truppen- übimgsplatz Griesheim von den Franzosen mit zwei Batall- lonen Infanterie und einer Schwadron belegt. Tie neutrale Zone beginnt am Tarmstädter Waldfriedhof. Den Offizieren ist das Betreten der Stadt in Zivil erlaubt. Desscn-Nassau. -- Frankfurt a. M., 14. Dez. Im Gebäude des General- anzergers am Roßmattt brach heute mittag ein Brand aus. uer einen Teil des Dachstuhls zerstötte. Die Feuerwehr hatte längere Zeit mit der Bekämpfung des Brandherdes zu tun -- Frankfurt a M., 14. Dez. Für ein Volksbil- dungshaus wurde dem Magistrat von nichtgenannter Sette ern Legat über 235 000 Mark zugeeignet mtt dem Bemerken, daß dre Stiftung später eine Steigerung erfahren wird. Ferner steht nach Mitteilungen des Oberbürgenneisters Voigt für die Zukunft eine große Stiftmrg ch der Art der Jeiraer Zeißstiffung in Aus- sicht. Es besteht besttmmte Aussicht, daß das bishenge Kaufmännische Verernshaus am EscheNst-rrner Tor zu einem Volks- bildungshaus umgawaridelt wird. Hochschulnachrichten. a. M., 13. Dez. Die rochtswissenschastliche Fakultät der Universität Frankfurt veranstaltet für nehmer m der Zeit von Anfang Februar bis Ende April F e r i e n- ' u 1 1 e — In der ^medizinischen Fakultät hat sich der Assistent mr der Dr. Senckertbergischcm Amtomie, Dr. Günther Hert wia für dve normale Anatomie habilitiett. Seine Antrittsvorlesurm behandelt „Dre morphologischen Grundlagen der Geschlechtsb^ sttmmung". ^ über Letzte Nachrichten. Die neuen Waffenstillstandsoerhandlungen. Berlin, 14. Tez. (WTB. Amtlich.) Zu den Verhandlimga, ^ ^ Verlängerung des Waffenstillstandes \vax Marschau Fach rm Sonderzuge aus seinem Hanptguartier nach Trier gekommen, und zwar in Begleitung seines Generalstvbs- cheis Weygand und des Ersten englischen Seelords Wemyß. Tie Besprechungert fanden in demselben Eisenbahmvag en statt, jn So war es also doch wahr! Urrd gleichzeitig mtt dem Umschwung der Gefühle, der durch seine Sicherheit er-eugt wurde, verspürte Galahad ein Erbeben, das einem Driumph- gefühle verdächtig ähnlich sah. Er, ein Bankbeamter, der entwertete Banknoten zählte, hatte es gewagt, nach dem Tyrannen auf seinem Throne einen Streich zu führen, und war unbeschädigt dewongekomtnen. Demnach waren Bankdirektoren auch nur sterbliche Wesen. Galahad hatte gewagt und gewonnen. Zwischen seinen Banknoten Haufen weidete er sich an dieser Tatsache. Und ms er am selben Nachmittag in des Direktors Pnvatkontor gerufen wnrde, duckte er sich nicht, wie er ftch sonst immer grundlos geduckt hatte. Er füllte, daß er ein Mann sei, der mit einem andern Manne, den er besiegt hatte zu tun habe. Und wenn das Schlimmste qeschch und Herr Baach ihm mit seiner Fahrmarke gegenübertrat wurde er der Sachlage mnttg die Stirn bieten. Aber die ersten Worte des Bankdtrektors beruhigten chm „Es tat mir leid, zu hören, Sie seiet: an Fnsluenza erkrankt, Herr Jones. Ich hoffe, es war nichts Scl-limmes^ küssen werde. uicht, Herr Direktor," erwiderte Galahad in glückselrgkr GesckMmtzigkeit im Gefühl !>er Erleichterwm „Erna scheußliche Erkältung, die —" ö * „Gut, lassen Sie das bttte nicht itneder Vorkommen — werden sich hoffen sich, in Znkmrsi besser vorsehen. Dre GesclMfte der Bank leiden, wie Sie wis en tatfj die Wwesenheit eines jeden Beamten, llnfer welchem der Waffenstillstand im Wald? von. Eompiögne abgeschlossen war. Von deutscher Sette nahmen an den Besprechungen Staatssekretär Erzberger, Gesandter Graf Oberndorff, Generalmajor von Winterseldt und Kapttält Vanseww teil. Marschall Fach eröfsnete die Verhandlungen nrtt der Bemerkung, der einzige Gegenstand der Tagesordnung sei die .Verlängerung des Waffenstillstandes. Tann ließ er durch seiner: General- stabschej eine Note übergeben, woriir Verstöße, die bei Ausführung des Waffenstillstandes von deutscher Sei.e vorgekommen sein sollen, aufgestellt waren. Staatssekretär Erzberger erklärte, er werde diese stdode, wenn möglich, noch heute schriftlich beantwottM. Staatssekretär Erzberger gab hierauf vmn deutschen Standpunkt eine Uebersicht über die Durchführung der Waifen- sttllstandsbedittgungen. Marschall Fach erioid-rte, er sei bereit, unter gewissen Bedingungen den Waffenstiss,'la:id um einen Monat zu verlängern. Er bitte um Antwort innerhalb 24 Stunden. Tie Darlegungen des Staatssekretärs Erzberger über die deutsche Auffassung von der Durchführung des Waffenstillstandes lauteten u. a.: Um seine feste Absicht, zum Frieden zu kommen, noch deutlicher zu dokumentteren, hat Teirtschland beretts mit der Demobilmachung seiner Stteitkräfte begonnen. Unsere Armee ist trotz außewrdentlrcher Schwierigkeiten in dem angesetzten kurzen Zeitraum hinter den Rhein zurückgenommen wordei: und be.rndet sich aus dem Weitermarsch ostivärts. Schon im Wald von Compiögue habe ich Ihnen jedoch erklären müsssr, daß Sie etwas Unmögliches verlangen, wenn Die gleichzeitig mit der Rückführung der Armee, der Heimführung der Kriegsgefangenen und der Räumung der Gebiete bis zum Rhein die Auslieferung von 5000 Lokomiotiven und 150 000 Eisenbahnwagen beanspruche. Selbstverständlich hat sich die Regierung auf das äußerste angestrengt, um auch dieser Forderung gerecht zu werden: Während ich in der Lage bin, darzulogen, daß Deutschland alles ^tan hat. was in seinen Kräften stand, um Ihren Ferderungenj gerecht zu werden und dadurch dem Frieden schnell nahe zu kommen, muß ich zu meinem Bedauern sagen, daß Ihre Organe in den klaren Wortlaut der Waffenstill standst bedingungen Verschärfungen hineingebracht haben, Pie über das Ziel, Deutschland wehrlos zu mackxen, wett hin ausgegangen sind. Trotz des Artikels 6 des Waffenstillstands- verttages, in dem Sie uns ausdrücklich die Zusage gaben, daß in den geräumten Gebieten die Fortführung von Einwohnern untersagt sei und dem Eigentum der Einwohner kem Schaden oder Nachteil zugefügt fverde, haben in Elsaß-Lothringen Fortsührunget: und Ausweisungen stattgefunden, und es wird dem Eigeittum der Einwohner Nachteil zugefügt. Trotzdem im Attikel 26 gesagt war, die Blockade bleibt im gegen- wattigen Umfang .bestehen, ist die Msperrung Deutschland da- durch verschärft wordeit, daß der. Verkehr mit den neutralen Nachbarstaaten noch Wetter ettmeeirgt wurde, als dieses im Kriege der Fall tvar. Eine weitere Entscheümng geht dahin, das besetzte deutsclM Gebiet durch Einbeziehung in die Absperrung von dem rnchtbesetzten Deutschland zu trennen. Dieses widerspricht nicht nur dem Artikel 6, letzter Absatz, und Attikel 26 des Waffenstill^ standsabkommens. londern auch den Besprechungen im Walde von Eompißgcte. Ich gebe aber auch der Hoffnung Ausdruck, daß die jetzigen Verhandlungen dazu führen werden, daß ungeschadet der Kontrolle der alliietten und asfoziietten Mächte volle Set« rehrsfreiheit zwischen dem besetzten deuffchen Gebiet und den übrigen Tellen Deutschlands gewährleistet wrd. Mtt tiefem Bedauern muß ich ferner feststellen, daß die wertvolle Zusage, die :m Walde von Comptägne durch emen Zusatz zum Attikel 26 die außerordentliche Hätte der Waffenstlllslandsbiä>rngmtgen milderte bisher nicht erngettelen ist .Dieser Zusatz.lautet: Die Müettrm und dre Vereinigten Staaten nehmen in Aussicht, während der Tauer des Waffenstillstandes Deutschland in dem als notwendig erkannten Mast mit Lebensmitteln zu versorgen. Deutschland steht in kürzester Zell vor der Erschöpfung der für dte^ Verteilung cm die Bevölkerung verfügbaren Lebensmittel. Seren 'Lre sich selbst Aar. welche Verantwortung Sie durch eine weitere Verzögerung der Lebensmtttelzuftihr auf sich laden. Ich verzichte darauf, im einzelnen auszusührcn, daß die Bedingimgen des Waffenstillstandsab^kommeus von Ihrer Seite auch durch eine für Tcuffchland ungünstige Auslegung und dtzrrch willkürliche Zusätze verschärft worden such. Es seien nur ervMtt. die schon, gestreiften Verschärfungen auf das Eisenbahrtmatertal, die For«, derung rechtskräftig veruttellte Prisen auszilliestrn. die Eingriffe in das Verkehrswesen der besetzten Gebiete und die Gefangemuchms der auf ihren Vorschlag Mrückgelassene- Kranken und Verwundeten. Deutschland hat auch das auf sich gnwmmen, well es zum Frieden kommen will. Meine Herren! Wtt stehen vor der Verlängerung des Waffenstillstandes, der hvffenllich recht bald zu einem dauernden Rechtsffieden führt, um den hatt geprüften Völkern die Ruhe und damit die Möglichkeit der Gesundung zu bringen. Bis zum Frieden bleibt aber noch eine Uebergangszett. Ich sprech: heute den Wunsch aus, daß in dieser Uebergangszett der Tatsache Rechnung getragen wird, daß das deutsche Volk mit seinen 64 Mll^ lwnen Köpfen sich durch die AusMhrung der Wafstwstlllstmtds^ bedingungen vollkommen in Ihre Hände gegeben hat. Lassen Sie dre Frauen und Kinder nicht lange hungern. Wtt wissen daß Sie in der Lage sind zu helfen, wenn Säe wollen. Erklären Sie :ch nunmehr muh bereit, daß die in Ihrer Hand beffMichen Krregsgesangenen im Interesse der Menschlichkett baldigst chren Famllien zurückgegeben werden. Herren! Wir nähern uns dem Weihnachtsfeste, dem Feste des Frtedens. Die jetzige nach der tiefgreifenden Umwälzung geblldete Ätsche Regierung hat wiederholt sett der Unterzeichn nung des Waffenstillstandes um sofortige Aufnahme der Verhandlungen über einen Präliminarfrieden ersucht, ohne eine Anttvvtt von den Miietten zu erhalten. Ich stelle heute im Aufträge dreier Regierung erneut dies Verlangen Md bitte um . Ort= imb Zeitbestimmintg. Möge der versölMende Geist des Wethnluhtsfestes unsere Arbeiten letten, so daß wtt schnell zum Zrele kommen: Fttede auf Erden! Mntenstckb ist nicht überreichlich. M-er ich gebe z-u, daß Krcntkheiten nicht verhindert werde,: köntte::. Ich habe da! znm Beispiel selber eine dumme Geschichte gehabt; Ich glitt auf einer Stufe in meinem Garten aus und mußte den gartzen Tag im Bett lieget:. ^Nein Mge — sehen Sie^ Galahad schaute vorsichtig hin. Das Auge war noch von einem leichten gelblichen Schimmer umrandet. Seim- Seele jauchzte. „Es wird schon wieder gehe::," sagte Herr Beach trocken, ent wenig ärgerlich darüber, daß er sein zitronenfarbetteSI Auge tns Gespräch gebracht hatte. So war denn alles in Ordnung. Galahad war glück- lrch davongekommen. In seinen: dunrpfigen kleinen Zimmer angelangt, sturzche er sich wie wahnsinnig auf die Rück- stände semerArbert. Er war davongekommen. Er wollte sich in acht nchmen ;e wieder zu sündigen! Feierlich tat er etn stumm^ Gelübde daß Sibyl und Horace und gl^inie^ umrankte Lattten :hn nie wieder sehen sollten. Als er an diesem Mend nach Hmrse kam, war feint erstes Mtrt zu Em, daß alles in Ordnung sei. Das nächst was er dann bat, war, daß er sie küßte. Und wett sie möa- llcherwerse dachtt, daß die Neuigkeit den Kuß entsclmldiaä. schren chn Em :m großen und ganzen nicht übelzunehmem ^ber.^b ^lchbe rn der nächsten Mrnute den Kt:ß zerstreut mrt rhrer Schurze und kehrte zu ihrer Kocharbeit zurück. m . xl - Nemesis schlummerte nur, und am nächsten NachmUta^ erwachte sre — noch dazu in schleckster Laune (Fortsetzung folgt.) Kauenversammlung Montag. 16. vezember, 8'/, Uhr im Hotel Großherzog. Redner: Herr Professor vr. Emetin. AI« Krauen (ohne Rücksicht auf parteizugehörigkrit und Stand) find willkommen. E_ Nationaüiberaler Verein. Oessentliche Zrauenversammlung am Donnerstag den 19. Dez. 1918 abends 8 Uhr, im Stadttheater Herr vr. Horneffer »» m. °b--: „Die Nevolutton und die deutsche Frau." EViilitär-, u. Privat- Stempel- farben Behördenstempel Stempelkissen Petschafte, Schablonen Gießener Stempel- und Farben-Fabrik Joseph Kreator« Gießen. ujoix u.raCKXax, Me wahlberechtigten Frauen und Mädchen werden hierzu eingeladen. CT7BD Die vereinigten Gießener Zrauen-Vereine. Verein der Deutschen demokrat. Partei in Gießen. UUtglredrvversaminlttng heut« Montag den 16. Dezember abends 8 Uhr im „Postkeller". Tagesordnung: Aufstellung der Kandidatenliste für die kommenden Wahlen. Zu zahlreichem Besuch ladet ein _ Der Vorsta nd. VjkWndlel-Vttsainiiilnng. voimrrrtag den 1(9. Dezember, nachmittags 2 Uhr. in der Wirtschaft „Zum postieller" (lvagengasse). Tagesordnung: Stellungnahme zu der neuesten Ein» und Der Kaufsverordnung für Zuchtvieh. Aus dem Felde zurück, habe ich mein Geschäft wieder ausgenommen Ludwig Scheid Sattlerei und Polstergeschäft _ Grohen-Buseck _, Fein gemusterte Tischdecken und Kreppstoffe aus Zellstoffgarn, sehr haltbar u.waschbar Kokosa- und Lino-Läufer schönster und dauerhaftester Belag für Treppen und Fußböden Behang- und Auflegerstoffe empfiehlt za Weihnachten 1 Tapetenhaus Hochstätter | Brandplatz 1. *,« | UcJ)tfp teil) aus, B?“i neue peruorragende KUnftlepKapellc. heute letzter rag.- KMNyTOttM. vo n Dienstag bis fretta g: UellaNwsa in ihrem neuesten lnftfptclfrt)lagcr ln 4 flkttn: „Sie und er" außerdem: ein glänzendes Beiprogramm 9765* xi xrtxjrciarrrrci i Allen denen, die mich zu meinem 70. Geburtstage durch Gratulationen und Geschenke erfreut haben, sag« ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank Ganz besonders danke ich allen Kameraden der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz für die mannigfachen Ehrungen. E Heinrich Salser. Anatomiediener i. P. Photo-App«rate sowie sämtliches Zubehör als praktische Geschenke empfiehlt Central - Drogerie, Schnlitr. Emil Karn. helbutKefertlcte 9720 Schulranzen für Knaben und Mädchen ln großer Anawahl Aus. Miifolnjreir, Seiiersweg 79. Zu dieser Versammlung laden wir alle Viehhändler, insbesondere auch die aus dem Felde heimqekehrten Händler, sowie di« Landwirte aus Gießen und Umgegend höfl. «in und bitten bei der dir fernere Existenz betreffenden Wich, tigkeit der Tagesordnung um zahlreiches Erscheinen. Der Einberuser. Aus dem Heeresdienste entlassen, bringen wir unser Fuhr- und Weißbindergeschäft in empfehlende Erinnerung. Hocbacbtend 68439 Hellmold & Plank Steinstraße 31 «Telephon 858 n Weserstraße 27 N ach fast Utigtgem Aufenthalt scheiden wir aus der schmucken Hauptstadt Oberhessens. Glücklich und wohl kühlten wir uns In ihr dank der uns gewordenen freundlichen Aufnahme und der uns stets bewiesenen selbstlosen Gastfreundschaft seitens ihrer liebenswürdigen Bewohner. Dankbaren Hertens werden wir stets der Tage gedenken, die wir innerhalb Glessens Mauern haben verleben dürfen. Im Namen der Mecklenburgischen Grenadiere: de Ralnville, Major und Regimentskommandeur. m4 D acht SebwanwMder, leidefreie Harnt, Schwedenklee, Italienisch. Raygras offeriert zu Richtpreisen Heinrich Hahn, Glessen Manien handlang Ttlspbu 4*3. Ui) BahihoSstrufe. In stMeMmKen: ttri* fn xni rrxU aPTrttm ,n rllrn PrdJlaflen nnd Hufmaänngfii, önCIPäpiCUndUCllUl au(6 mu Moasgrsmm, od. namtn«Äofdru4 Dcrlobungshartcn und Briefe Bcfmös&artcn ncuiabrs^eiü&rounfdiliartcn -n», 8887 tclepbon ri5 Bucfiüru&crtt und PapicrDandlung neuenroeg» i. welnert, Sichen EelNtimtzigt SflHgenoScnf^oft Cießen S. G. m. b. H. AchmrdeiilliA Zchrki»n!»«ili»i« Montag den 3V. Dezember 1918, abends 8 Uhr in den Geschäftsräumen der Allgemeinen vrtskrautenkaffe (Ludwigstraße 12). Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht für 1918. 2. Auflösung der Genossenschaft zum Zwecke deS Zu- sammenfchlusses mit der „Baugenossenschaft 1894". 3. Verschiedenes. Um vollzähliges Erscheinen unserer Mitglieder wird gebeten. Der 1. Vorsitzende de» Auffichtsrate»: Or. Rosenberg. S767v Haus grand stücke in jeder Größe können Kaufliebhabern stets nachiowiesen werden. Hausbesitzer-Verein e. V., Bahnhofstr. 46. 6713 97418s Zigaretten Aonssorst günstl|»s Angebot 500 St sortiert Alk. M, - 1000 . 12 ,.- Kein Pappmundstück! Gar. reim oriental. Tabakei B«i Niehtoefall.Znrfleknahise. Versand franko Naehnahme nnr an 8elbetverbranoher. Versand-Haus „Stambul“ Draadan-A. 78, Anaanstr. 39. Vorzügliche 1915 et und 1917er Weiß- und Rotweine preis würdig bei „„ August Wallenfels Marktplatz 17. Tel. 202 . ftlfieiv Kämme aus Zelluloid, inclß u. lihwar) === ocrfdticdcnc örößen s= empstehll mctU Drogerie z. Krraiplab »renwlatz ». 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Rosenbaum und Kinder Hochelheim, Wittelshofen, Frankfurt a. M., Fronhausen und Fürth (Bayern), den 16. Dezember 1918. 08441 Heute morgen V a 3 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere trensorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabethe Vogel geb. Heibertshausen biAUNg im Markussaal Student sucht für sofort cinfaih möbl. Zimmer mit oder ohne Pension. Schr. Angebote unter 9763 an den Gießener Anzeiger. evtl. m. eleftr. Kraftanschluß, in Gießen oder Umgebung gesucht. Schriftl. Angebote unter 08456 an den Gien. Anz. L ad e bi furZtgarrengeschäst geeignet, SelierSweg,Kreuzpl.,Mäus- b»rg, Marktplatz oder Bahn- hofslraße gesucht. Angebote unter 9692 an den Gieß. Anz. Ordentliches Mädchen anfangs Januar gesucht. Frau Avotber Heß, Bad Nauheim, Karlstraße 45 . 9707 Reisender der bereit ist, gegen gute Provision einen notmendipen Winterarukel in Mes. Ladengeschäften bestimmter Branchen einzuführen, wolle sich melden n. Muster z. Engrospreis v. 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Vermietungen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns so plötzlich betroffen, sagen wir aus diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Insbesondere danken wir für die überaus trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler am Grabe unseres teuren Entschlafenen. ferner für die vielen Kranzspenden und allen denen, die ihn zur letzten Ruhestätte begleiteten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie W. Dappcr. Wieseck, den 13. Dezember 1918. 9749 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dein Hinscheiden unseres innigstgeliebten Sohnes und Bruders I Artur sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr und die liebevolle Pflege der Krankenschwester sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Familie Georg Nesseldreber. Heuchelheim, den 16. Dezember 1918. 9786 Danksagung. . . Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme oer unserem schweren Verluste sagen wir allen unteren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Emilie Stohr geb. Frech Auguste Stobr« Gießen, den 13. Dezember 1918. 08438 Bekanntmachung. Behufs einer Ergänzungswahl des Vorstandes unserer Gemeinde für die Mitglieder Geheimer Kommerzienrat S. Heichelheim. Zadok Kann Moritz Strautz und den verstorbenen Herrn Max Friedberger, deren Wahlzeit abgelausen ist, liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei Tage lang zur Einsicht der Beteiligten m der Wohnung des Unterzeichneten 1. Vorstehers offen, und können Einwendungen gegen den Inhalt der Liste nur während dieser Frist zugelassen werden. Gießen, den 14. Dezember 1918. 9800D Der Vorstand der isr. Religionsgemein-e Sieben. S. Heichelheim. Mod. 6 Zimmer-Wobng. mit Bad. 1. Stock, Gas und Elektrisch, zum 1 . Avril an ruhige Familie zu vermieten 084:i8 Diczstrakc 6 , v. Ehepaar ohne Kinder sucht r-bZimmcr-Wiihiimiq. Angeb. unter 08449 an den Gießener Anzeiger. Junge Frau mit einem Kinde sucht schöne 2- bis 3 - Zimmer - Wohnung für sofort oder später. 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