Nr. 294 Der Sietzrner Anzeiger erscheint täglich, anher EonntagS. - Beilagen: -IcKenerFanrlljrribliitter; KseisMott ffl? den Kreis Liehen. vezugspreis: monatl.'J){f.l. 35 ,üievtel- jährlich Mt. 4.05, durch rlbbole- u. Zweigstellen nwnatl. Alk. 1.25, durch diePost Bit. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitung112 Berlag,Geschäitsstelle51 Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Erster Blatt 158. Jahrgang §amrtag, 11. Dezember M8 Postscheckkonto: 5ranksur1 a.M. 11685 etger M Gveryessen Zwillingrrundöruck u. Verlag: vrühl'sche Unrv.-Such- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung. Geschästrstelle u. Druckerei: Zchulpr. 7 yankverkehr: Gewerbebank Gletzrn Annahme von Anzeige« s. die Laqesmmuner dis zuin Nachmittag vorher ohne jede Berbmdl lchkett Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 25 Vi.fur auswärtige 30 Bi., für Reklamen Nik.1.- nebst 20" ..Tene- runqszusmlag; Plahvor- schril! 20 % Anijchlag. Hauptschriitieiter: Goeg. Berantlvorttich für Politik: Aug. Goey; für den übrigen Teil: Or. Reiuhold Zenz; für den Anzelgenteü: p. Beck; za Bckantttmachung In testet Zeit ist es vielfach zur Gepflogenheit gekommen, > daß ffirsg'.ii'bsckxl'lien sich wenig oder gar nicht um die in Gießen übliä-e Polizeistunde kümmerten. Es ist bei dem Mangel an Kohlen absolut notwendig, mit den^ noch zur Verfügung stehenden Beständen hauszul>alten, und ist es daher ungelwrig, das ssstmieinwohl durch gelvisse Inhaber von gastioirtschaftlichm Betrieben schädigen zu lassen. Wir weisen darauf Ijin, daß die Polizeiorgane zur strengsten Kontrolle angehalten sind, sollte letzteres Mittel nicht genügen. so sehen toir uns veranlaßt, die Polizeistunde gleich, anderen Städten unverzüglich herabzusetzen. _ Das zur letzten Warnung. 97528 Auflösung von A.- u. S.-Räten. Um eventueNen Mißverständnissen von vornherein entgegen- zutreten, geben Nur der Oeffentlichkeit bekannt, daß der Eichener A- u. S.-Rat nicht im geringsten daran denkt, im Interesse be- stinrmter Kreise sich aufzulösen. Im Gegenteil halten wir nach wie vor an der Interessenvertretung des Volksganzen fest. 9lrbeiter- und Soldatenrat. I. A.:Schindlmcier. Kiel. Die Rückkehr des Regiments 115. Gießen, 14. Dezember. Das war ein festlicher.Tag für Gießen, als gestern kurz Vach 11 Uhr Glockengeläut ertönte und die Helden unseres aktiven Regiments 116 ihren Einzug in die alte Garnisonstadt hielten! Wir lasen die ausführlichen Berichte über die Einzugsfeierlichkeiten in der Reichshauptstadt, über die Begrüßungsreden der „Volksbcauftragten" und „Vollzugsräte" nur noch mit halbem Interesse, denn die.Wiederkehr unseres heimischen Truppenteils bedeutet für uns Oberhcssen, obwohl wir in etwas ruhigerem politischen Fahrwasser segeln als die Großstädter an der Spree,' die gleiche Erhebung der Herz«! und Geister. Sie kehren uns wieder, die wir in den ersten Augusttagen des Jahres 1914 nach jener denkwürdigen Abschicdsfticr in der Urriversitätsaula hinausziehen sahen — und es sind doch nicht dieselben von damals, die wir jetzt begrüßen, indem wir die Vielen betrauern, die in fremde Erde gebettet sind. Das gibt dieser Einzugsfeier, die Tausenden das froheste Ereignis seit langer, langer Zeit ist, einen gedämpften Klang. Am Abend erfuhr man sodann, daß der Waffenstillstand mit dem Feinde bis zum 17. Januar verlängert worden ist, nicht ohne daß die triumphierenden Wcstmächte noch weitere Stücke deutschen Landes zur „Sicherung" der Friedensverhandlungen, wie sie sie führen wollen, an sich reißen. Das ist ein weiterer herber Beigeschmack des festlichen Tages. Wir wollen den trüben Aus- und Rückblicken nicht so viel nach-hüngen; die Gestalt der tröstenden Pallas Athene, der Berklärerin der Heimkehr, schwebe uns voran und rufe uns, wie den Jthakern, mildernde und lindernde Worte zu. Es war eine kernhafte, wohlgeordnete und trotz großer Verluste noch recht ansekmliche Truppe, etwa 1100 Mann, die unter 85 Offizieren ihren Einzug durch das Walltor hielt. Vor den Toren der Stadt wurde das Regiment durch den Chef des Generalstabes der 1. Armee, Herrn Oberstlentl- nant H«sse und zwei weitere Herren des Stabes, begrüßt. Bis vor die Stadt war auch ein Teil der Bürgerschaft geeilt, die das Regiment geleitete. Wenige der alten Gesichter — über 430 Offiziere sind während des Krieges durch das Regiment gegangen, ein stetes Kommen und Gehen. Frohe, gesunde Männer, ungebrochene und unbesiegte Kämpfer, mit geschultertem Gewehr und mit Blumen, Bändern und Fähnchen in den Nationalfarben geschmückt. Alles ist hingerissen von der Freude des Wiedersehens, und so pflanzt sich das Gewoge unter den schmetternden Weisen der Regimentsmusik fort durch die innere Stadt, den Seltersweg und die Süd-Anlage. Am Selterstvr brachten Schüler des hiesigen Pädagogiums unter ihrem Direktor dem Regiment eine Kundgebung, worauf vor dem Stadthanse der große festliche Empfang durch den Stadtvvrstand und die Behörden folgte. Es war ein schönes, ergreifendes Bild- wie sich das Volk der .Heimat und das Volk in Waffen wieder einträchtig zusammenfanden. Wie ein Gelöbnis ging es durch die Heimkehrenden und die ergriffene Menge. Von der Tribüne des Stadthauses ersck-ollen nach einem Trompetensignal kurze Ansprachen, der Regimentsführer, zu Pferde, antwortete. Oberbürgermeister Keller sprach folgende Begrüßungsworte: Unfern U6eni. den herzlichen Willkommengruß der heimatlichen Garnisonstadt zu entbieten, hat die Stadt- verlretung hier vor dem Stadthanse sich versammelt. Lang? ift's I)er — mehr als vier Jahre —, daß wir dem ausrückenden Regiment die letzten Abschieds grüße zuwinken durften. Ausmarsch und Heimkehr, welche Fülle gewaltigen Geschehens mitten inne! Doch, wie verschieden Lage und Kriegsglück im Wechsel der ^ahre sich gestalten mochten, eins blieb sich gleich: die Liebe uni* Treue, mit der Gießens Bürgerschaft das Regiment allezeit begleitete, bei herrlichen Siegen und in; bangen Stunden, im Feuer der Schlachten, wie im Verhau der Stellungen. Das alles war unser Fühlen und Erleben, unser Stolz und unsere Freude. Das war auch unser Leid: denn vielen braven 116 crn und mit ihnen manchen Bürgern unserer Stadt ward beschieden, ins ehrlich Soldatengvab hinabzusinken. Heute aber tragen wir die Köpfe l>ocki, lassen Fahnen wehen, im frischen Grün die Häuser prangen und rufen freudig bewegten Herzens dem heimkehreirden Regiment entgegen: Willkommen iir Gießen! , ^ „ . , föcict) an Ehren kommt das Regiment aus dem Kriege zurück. Seine Leistungen an Mut, Entbehrung und Tapferkeit, sein opferreiches A u s h a r r e n gegen erdrückende Uebermacht werden als unvergleichliclw Ruhmestaten und leistende Beispiele der Geschichte dieses Weltkrieges erhalt ent bleiben. „Die Waffen rnhn, des Krieges Stürme schweigen." So oft jedoch die Erinnerung an dieses ungeheure Völkerringen lebendig weiden wird, werden Gießens Bürger bis in feruftie Zeiten voll Stolz und Dankbarkeit reden von „ihrem" Regiment, das treue Wacht im Westen gehalten und die Heimat sicher behütet hat. Wir grüßen swlz und dankbar -die Helden vom Reai- Wcnt 116. Willkommen, willkommen! Herr Schindlm-eier rief namens des Soldatenrates den Kameraden ein Willkommen 'zu, indem -er des neuen Baues unseres Reiches gedachte, zur Mitarbeit aufforderte und mit einem 5)och auf das freie deutsche Vaterland schloß. Der Rektor der Universität, Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Strahl hielt etwa folgerte Ansprache: Mit kurzem, aber lierzlichem Wort will die Landes-Universität, wollen Lel-rkörper und Studen'en dem hcimkehrenden Regiment 116 einen Willkommen-(Ämß entbieten. Wir glauben ein Recht dazu zu haben. Tenn solange das Regiment in Gießen seinen Standort hat, sind wir mit ihm aufs engste verbunden: nicht wenige unserer Dozenten haben ihm angehört, viel tausend unserer Schüler smd auch durch seine Schule gegangen. Gemeinsame Arbeit eint, und gemeinsam haben wir in all den letzten Jahrzehnten gearbeitet, gearbeitet an der Ertüchtigung unserer.akademischen Jugend. Wenn wir sie in das wissenschaftliclxe Leben einführcen, haben Sie den Wrper gestählt, daß er in Ehren in seinem Teil beitragen konnte zur Erfüllung der g^valtigen Aufgaben der letzten Jahre. Wenn ich versuche, den alten Wahlspruch unserer Ludoviciana zu verdeutschen, so mag er lauten: In Waffen wie in Wissenschaft, In beiden rul-et uns're Kraft. Daß Sie hierzu an Ihrem Teil gelwlfen, danken nnr Ihnen lrnt an dein Tage, da Sie wieder in die .Heimat zurückkehren und wir bitten Sie, daß es zwischen ams beim alten bleiben möge, heute imd morgen und immerdar. Besvrrders packend klangen dann die Worte des Herrn Böller, der für den Verein ehemaliger 116er sprach. Ein 70-Millionenv-vlk könne und' werde nicht untergehen; die draußen bewährte Kraft der Kämpfer werde auch für den geordneten Ausbau im Innern das Letzte auflvenden. Der Regimentsfühnr, Major Zickendrnht^ dankte für den eindrucksvollen Empfang an dem Tag, der von allen Regilnentsangehörigen in 4>/ 2 Fahren so oft herbeigesehnt worden sei. Er gedachte mit stimmungsvollen! Wort der Gefallenen und Venmrudeben, die nun heute nicht mit eiicziehen könnten. Die Zurtickkehrenden würden auch in der kommenden Zeit treulich ihre Schuldigkeit tun. Auf die Stadt Gießen und das deutsche Vaterland brachte er sein Hoch> aus. Die vielköpfige Menge sang daraus begeistert unser altes „Deutschland, Deutschland über alles". Der dem Einzug von der Tribüne zuschauende Kommandeur der Hess. Division, Generalleutnant Exz. v. Dreßler und Scharfen stein dankte sodann, der Stadtverwaltung ebenfalls für den wunderschönen Enrpsang. Durch die Lehrerschaft rourden Zigarren verteilt, die zum Teil von. der Mrma Emmeltus.gestiftet waren. Die Firma Gail hatte der Stadtverwaltung für jeden Soldaten zwei Päckchen Tabak zur Verfügung gestellt. Die Bevölkerung spendete reichlich Liebesgaben. Die Metzgerinnung mrd die Bäckerinnung ließen in der Kaserne Würstcheu und Brötchen verteilen. Dorthin zog das Regiment unter klingendem Spiet weiter. Major Zrckendraht verabschiedete sich vor der Kaserne vom Regiment nrit einer allen einzelnen dankenden Ansprache, die vom ältchten Bataillons kormnandeur, .Hauptnr a nn Frei- h»err Gans Edler 5^err zuPutlitz, mit einem Hoch auf den Regiments führer erwidert wurde. * Das Regiment hat einen ermüdend«! Marsch hinter sich. Es hat vom 11. November an bei mehr als 20 Marschtagen wohl über 500 Kilometer zu Fuß zurückgelegt! Vorher stand es in Rnckzugskäinpfen vor der An twer Pen-Maas-Stellung. Bei Valenciennes und östlich davon bestand cs die letzten Kämpfe mit dem Feind. Dann durchguerte es Belgien, zog südlich an Löwen vorbei, durch Lüttich hindurck> das von den Belgiern schon festlich geschmückt war, aber nicht zu Ehren unserer deutschen Krieger! In Lötven hatte sich gar schon ein „Cafe Wilson" aufgetan. Das Regiment, das in Belgien teilweise letzte 9öachhut war, besann sich aus die reckste hlegenkund- gebnng und hielt die deutschen Fahnen hoch. Bei Herbesthal wurde am 24. November 11 llhr abends unter den Klängen der Regiurentskapelke die Grenze überschritten. Die Bevölkerung der deutschen Städte und Dörfer bereitete den heimwärts' Marsckfferenden die beste Aufnahme, ging es über Düren nach Köln, von dort an: 28. November unter den Klängen der „Wacht am Rhein" über die Hohenzollern- brticke. Die Ueberfüklung der Mcrrschstraßen bedingte es, daß der Marsch nach Nordosten ging; in Remscheid, wo das Regiment vier Tage rastete, wurde ihm eine ungewöhnlich gastliche Auftrahnie zuteil. Die Einwohner wetteiferten geradezu iiw Angebot von Nahrung und Qu-artier. Der weitere Rück:narsch ging über Radevornrw'ald, Erndtebrück, Laasphe, Weidenhausen, Staufenberg. Trotz der Beschlverlichkeiten blieb kein Mann zurück. Auch die Pferde hielten sich gut. Der Troß beim Einmarsch in Gießen zählte über 100 Wagen und über 330 Pferde. Nichts wurde unterlvogs veräußert; überzählig geloordene Pferde sollten der hessischeir Landwirtschaft mitgebrachit »verden. Aus der K r i e g s g e s ch i ch t e des 116er Regiments hat uns der Regimentsadjutant, Herr Leutnant Zschorlich, der dein Regiment seit 10. Mai 1915 angehört, übersichtliche Angaben gemacht, worüber w^ir, wie auch über die Erlebnisse der übrigen Gießener Truppensornijationen, in den nächsten Rumrnern unseres Blattes berichten werden. Es geht daraus hervor, daß das aktive Regiment 116 auf dem loeftlickien Kampfplatz unablässig in der heißesten Front gestanden hat. Es gibt kaum eine große Offensive oder Abwehrschlacht, an der die 116er nicht lebhaften Anteil gehabt hätten. Der waffcnstillstanLsverttag bis N- Januar verlängert. Trier, 13. Dez. (WTL^O Der Waffenstillstands- Vertrag wurde beute bis zum 17. Jarn ^' 1019 verlängert. Diese L>erlängerung wird vorbehaUluh bei: bex oUikatot Regierung bis zum Abschluß des Prälimimrrsnedens ^ausgekehlt werden. Das Oberkommando der Alliierten behält suy vor, d rv neutrale Zone auf dem rechten Rheinuser itoro- lich des Kölner Brückenkopfes bis zur. lwumümcoeltz Grenze zu besetzen. — Zu Beginn der Sitzung teilte Marschau Foch im Namen des amerikanischen LebensmittelkonLrolleuroi Hoover mit, daß die in Deutschland liegenden 2,5 Millioneir gönnen Schiffsraum unter Kontrolle der Alliierten zur Versorgung Deutschland s z u r Vers u g u ng gestellt werden müssen, wobei die Schcsse selbstverständlich deutsches Eigeirtum verbleiben mrd mit deutscher Besatzung! versehen werden können. Diese Versorgung mit Lebensmitteln wird von zwei Kommissionen geregelt werden. Eine, welche die Lebensmittel auffaust, I>at ihren Sitz in Paris, wahreiid die mit der Verteilung und dem Transport beauftragte ihren Sitz ur London hat. Die Untersuchung rechtswidriger Behandlung der Kriegsgefangenen. Berlin, 12. Dez. Die Kommission zur Untersuchung der Anklagen Wege n Völkerrechts widriger Behandlung der Kriegsgescmgenen m Deutschland hielt unter deni Vorsitz des Professors Tr. Schücklng gestern eine Vollsitzung ab, nachdem sie am Vormittag das Gefangenenlager in Töbritz besichtigt hatte. In der Sitzung wurde übec die bisherige Arbeit der ch et. die in der Hauptäche in der begönneren Durchstcht des uriHemein umfangreichen Aktenmaterials des Auswärtigen Amts besteht. Es handelt sich darum, über 1100 Akten- bände durck^usetzen, in denen die Torgelegenheiten der 'eurdkichen Kriegsgefangenen enthalten sind. Es wurde feftgestellt, ^ welche Arten von Beschocrden zunächst zum Gegenstand der Untersuckping gemacht toeriieri sollen. Zu den -aus den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung bei der Kommission gemachten Anregungen, - ihre Arbeit auch auf die völkerrechtsfoidrige Behandlmrg deutscher Kricgsgef-angener im Auslande zu erstrecken, fvurde festgestellt, daß das Ddaterial hierüber schon an anderer Stelle gesammelt wird nnd zu gegebener Zeit der Oeffentlichkeit unterbreitet werden sÄl. Die englische Blockade der Oftseeküste. Berlin 12. Dez. (WTB.) Der durch den Waffenstillstand den Engländern erlaubte Eintritt in die Ostsee, den sie während des ganzen Krieges zu erzwingen nicht gewagt haben, hat den ungestörten Berkel-r zwischen den deutsc^n und den nordischen Häfen mit einem Schlage lahmgelegt. Die Engländer verhängin über die deutsche Ostseeküste eine Hunger- sperre und entziehen Deutschland auch die Stellen der Versor^ gung, die es währeird des Krieges noch hatte. Das geschieh! nach Abschluß des Wasfenstillstandes, in d.ffien Artikel 25 die ausdrückliche Zusage gemacht war, Deutschland während der Dauer des Waffenstillstandes in dein als notwendig erkannten Maße mit Lebensmitteln zu versorgen. Auch die nordischen Länder bleiben vom dieser neuen englischen Vergewalttgung nicht unberührt. So liegen z. B. in Deutschland mehrere Dampfer mit Salz, Petroleum usw für den nordischen Heringsfang. Die Ge'ahr der Kaperung verhindert diese Dampfer, die Fahrt nach Norioegeu anzutreten. Eb.mso liegen in nordischen Häsen Dampfer mit Fischprodukten für Deutschland, die verderben, weil die Engländer ihre Hungersperre auch ans die Ostsee ausgedehnt haben. Die dänischen Fordernngen. Kopenhagen, 12. Dez. (WTB.) Das Regierungsblatt „Polittken" schreibt in einem Artikel „Nordschleswig" über die übertriebenen Forderungen an Land, die von gewissen Kreisen Dänemarks bei der bevorstehenden Lösimg der nordschleswigschen Frage erhoben werden, unter anderem: Zu einem Zeitpuntt, wo das Interesse für Nordschleswig in Dänemark zur Aufstellung von üücwtriebenen Wünschen führte, setzte der nord- schleswigsch Wählerverein mit Bestimmtheit die nationalen Rechte des dänischen Volkes fest und schuf dadurch die Bedingungen für die einzig richtige Lösung der nordschleswigschen Frage. Alle Tendenzen, die darauf hinauslausen, daß Dänemark nur versuchen soll, sich möglichst viel Landgebicst zu sichern, werden am politiscknn Verständnis und wachn Wirklichkeitssinn der nord- schleswigschn Bevölkerung abtprallen. Der Zionismus. Haag, 12. Dez. (WTB.) Das jüdisch Korrespondenzbureau meldet aus London, daß die I u d e n ans der F r i e d e n s k o n g f e t e ii 5 die Anerkennung des historischen nationalen Rechtes des jüdischen Volkes auf Palästina und die Möglichkeit zur AnstedlunA in Palästina derjenigen Juden, die es wünschn, und das englisch Protektorat über Palästina für die Uebergangszeit von 25 Jahren durchsetzen wollen, bis eine 9Nillion Juden oder mehr im Lande anwesend und imstande sind, selbst die Regierung zu übernelnnen. Der Korrespondent des jüdischen. Kvrrespondenzbureaus erfährt! von gutuitterrichteter Seite, daß die Alliierten auf der Friedenskonferenz die Zionisten in dieser Mchtung unterstützen loerden. Line Rede des amerikanischen Marinemimsters i. Köln. 14. Dez. Meldung, der „Köln. Ztg" ans deni Haag? Das Hollandsch Nieuive-Bur^ian meldet aus Washington: Bei Erörterung der Flotten Vorlage imKvngreß hielt M a r i n e ni i n i- ste r Daniels eine Rede, in der er auch viele wichtige Puntte ivc Zusammenchng? mit dem Frieden berührte. Er erklärte, A m e r i k a werde keine Entschädigung verlangen sondern es loerde darauf beste chm, daß der Friedensvertrag eine Bestimmung cmtlmlte, die den kleinen Staaten genau dieselben Rechte gewährt, wie den großen. Jede Bestimmimg in dem Mkvinmen, die zu neuen Kri-ogen Anlaß gel>en könnte, ntüfic im bedingt so rts allen. Solange die anderen Mää>te nicht abrnst'v.m< müsse auch Amerika sein Heer und seine Flotte belxrltm. Tic Ver. einigten Staaten würden von der Friedenskonseren; Gerechtigkeit verlangen, nnd nicht gestatten, daß Rache geübt werde. Es müsse aber eine Macht da sein, die die Erfüllung der Friddensbedingnngen sichern können, nnd die weiterhin die Erfüllung der Urteile deS Weltgerichtshofes durck^zufetz.-n vermöge. Tic-} könne nur durch die Flotte geschehen. Daniels freanimortete Ntnn die Frage der Kanfsalwteiflotte und sagte, ducke müsse möglichst kräfttg sein. Amerika l>abe jetzt die Aufgalv, Hilfe zu dem Wieder, ausbau zu leisten inrd in erster Lüne zur Weltenreuerung chckzu- tragen. Präsident Wilson als Vermittler. Paris. 12. Dez. (WTB.) Havas. Die l^nuiniscl^ Ee'andt- schaft gibt bekaimt, daß Peru die Vermittlung ivs Präsidenten Wilsonim Streit mit Chile ang^rommen chtt. Eine Sclbstbiographie des Kaisers'? D o n d e r S ch weizerGrenze, 12. Dez . .Daily Ex vreß^ veröffentlickst eine Depesche aus AmsteoOam, laut welch x der Kaiser mit deutschen Fachmännern auf dein O^ebiete des internationaler^ Rechtes über seine persönliche Zuge VcrchandbMLN führt. Döchs ^txxten find in gchesimrisVöller Werde in Amerongen e irrg et r of se u . wieder abgeveist. Ter Kaiser \ei gegenwärtig irrt Begriffe, eine Selbstbiagraphie mär eine Geschichte seiner Negierungszeit zrr schreiben, taorät er ferne öolhcng vor und wälneird des Krieges darlegt. Tiefe Arbeit ist für die Veröffentlichung bestimmt und soll für ben 3 *lü, daß der ExSchlec vor einen Gerichtshof gestellt wird, als (vrimdlage für seine Verteidigung dienen. Karlsbad von den Tschechen besetzt. Karlsbad 12. Tez. Heute abend wurde K a r l s b a d von 800 tschechischen Soldaten und 30 Offizieren besetzt. Ern stürmischer Tag in der französischen Kammer. Bern, 12. Dez. Laut Lyoner Blättern haben gestern in der Kammer einige sozialistische Deputierte beabsichtigt, die Regierung über die Demobilisierung zu interpellieren. Der neue Unters! aatssecketär für Demobilmachung, Descham ps, gab dar auf bekannt, daß vom 26. Dezember bis 5. Febnmr ein großer Teil der Terriüorialreserve entlassen werden soll. Deschamps erklärte im Namen der Regierung, daß der Interpellation nicht stÄt-rveben werden soll und stellt dieserhalb die Vertrauensfrage. Man könne nicht schneller demobilisieren, da sonst die Transportmittel überlastet toürden. Die Sozialisten, namentlich Jean Bon und seine Anhänger, protestierten auf das energischste. Tie Vertagung ^vhne Festsetzung eines Zeitpunktes sei uirzulässig. Unter großer Bewegung und lebliaftem Widerspruch wurde dann die Jrtterpellation mit 335 gegen 160 Stimmen vertagt. Lasso,rt und Alexandre Blanc brachten sodann ihre Interpellation über die Intervention in Rußland und über die Berbandspolitik gegenüber Rußland zur Sprache. Pichon Lehnte jede Erörterung der Interpellation ab, da sie ein (Gebiet berührte, tvegen dessen zur" Zeit Berlxrndlnngen mit den Alliierten stattfinden. Er verlangt die Vertagung und stellt darauf die Vertrauensfrage. In außerordentlich energischem Tone und Unter lebhaften, Beifall der gesamten Sozialisten erklärt dann Blanc: Die Expedition nach Rußland, wo immer noch gekämpft werde, sei die glatte Ablehnung des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Er möchte nicht, daß die französische Republik sich die .G-mmel: Gewalt geht vor Recht! zu eigen mache. Tie Rechte und das Zentrum protestierten. Teschanel ruft Blanc zur Ordnung. Blanc will sich aus einige Deputierte der Rechten stürzen, tviä> aber von einem Bedienten des Saales davon ahgehalten. (Lcb- ^hjafiber Tumult.) Cachin erllärt sodann, seit vier Jahren habe die Regierung das Parlament uitb seine Ausschüsse vollkommen im Linklaven über ihre auswärtige Politik gelassen. Jetzt, da im >Kion.gi?eß von Versailles die ernstesten Fragen, die jemals an die Welt heran getreten seien, erörtert würden, müsst das Parlament . wissen, loas die Vertreter der französischen Republik dort vor- nefnnen werden. Deshalb verlange er, daß die Regierung nun spreche. Lafsont und Albert Thomas schließen sich den - Forderungen Cachins an und verlangen von der Regierung eine offene Sprache. Mehrere andere Sozialisten und Linksradikalet foröern das gleiche. Tie Kammer steht jedoch sichtlich unter dem Eindruck der Rede Clemencecvis über seinen Besuch in Elsaß- Lathangen, und so wird auch diese Interpellation mit 357 gegen 141 Stimmen abgelehnt. Paris, 12. Dez. (WTB.) Nach einer HavasMeldung berichtete Präsident Deschanel in der Kammer über die Reise der Vertreter Frankreichs nach Elsaß-Lothringen und er- Üärte u. a.: Wir gehören dem elsaß-lothringischen Volke, wie est auch für immer zu uns gehört, und sind entschlossen, alles zu tun, was dazu nötig ist. Ministerpräsident Clemenceau, der nach ihm das Wort ergriff-, schloß sich den Erklärungen Deschanels an und schilderte ebenfalls den von der elsaß-lothringischen Bevölkes rung den französischen Vertretern bereiteten Empfang. Bern, 12. Tez. Je näher der Kongreß für den Präliminarfrieden heran rückt, um^ so nachdrücklicher ,oird in einer wachenden Zahl französischer Matter der Rhein als natürliche Grenze bezeichnet. Bern, 12. Ter. (Havas.) Der Minister des Innern Pa ms hat gestern die Deputierten Renaudel und Dalbiez empfangen, um mit ihnen über die Organisierung der Straßen- kundgebung der CoNstderation Generale du Travall zu Eh reu Wilsons Rüchpcache zu nehmen. am Abend emberusenen Volkst^ersamnrlungen angenommen ,ourde, Venvahrung ein gegen das Vorgehen der Polen, insbesondere beim Ausbruch der Revolution, gegen die lange Reihe von Uroergränm, die rn dem bekannten Beschluß des TeilgebietsLandtages ihren Höhepunkt fanden, gegen das den Wortlaut und Sinn dos 8 13 der Wllsonschen Friedensbotschaft vom 8. Januar 1918 vergewaltigende Vorgehen der Polen. Tor Zusammenschluß aller Deutschen ohne Unterschied des Standes und Geschlechts, der Parteien und der Arbeiter- und Soldatenräte wird als Forderung der Stunde bezeichnet. An den Rat der Volks beauftragten .dieprcußischeRe- Zreru n g, die Wa ffensti ll stan d s kom mi ssi o n und an Wr Non nmrden Protesteabgesgndt gegen den Versuch, den Eirtscheiduugen der Friedenskonferenz vorzugreisen und eineu Staat rm Staate zu schaffen. Tagung des westfälischen Zentrums. Hamm i. W., 12. Dez. Die Provinzralvertretung der westfalischen Zentrums Partei hat eine Entschließung über die von Köln angeregte Frage, betreffend Errichtung einer rheinisch-westfälischen Republik, angerwmmen, in der betont wird, daß d ie^ je tzigen Organe in Berlin bisher nicht imstande ivaren. die Ordnung und Sicherheit im Reick-e wicdcrherzustellen, und daß dre von den Leitern des preußischen Kultusministeriums bei Be gurn il/rer Tätigkeit angekündigten, der gesetzlichen Grundlage ent behrenden Anordnungen aus dem Gebiete des Kirchen- und Schul Wesens die heiligsten Gefühle der Archänger der chrisllichen Kirche verletzen. Die Frage an sich sei noch nicht spruchreif, es könnten indes Verhältnisse eintreten, welche die Errichtung einer rheinisch-l westfälischen Republik wünschenswett machen; daun müßten aber möglichst alle Parteierr herangezogen werden. Die Provinzialver- tretung verlangt unverzüglich die Wahl zur Reichs-Nationall^r- sammlung und zur preußischen Landesvertretung, sowie deren schleunigste Einberufung. Bis zum Zusammentreten der National Versammlung seiner bestehende Reichstag als gesetzliche Vertretung des deutschen Volkes ohne Verzug einzubernsen. Sollte die Negierung nicht in kürzester Frist die Herbeiführung geordneter und gesetzlicher Zustände im Reiche und in Preußen bewirken, so werde die Volksbewegung in den westlichen Landesteilen für eine! Abtrennung von Preußen in stark zunehmendem Maße wachsen und zur Gründung einer westfälischen Republik als deutscher Bundesstaat führen. Streik im Ruhrgebret. B e r l i n, 12. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung des „Berl. Tageblattes" dehnt sich der S t r e i k i m R u h r r e v i e r auf die Gesellschaften Concordia in Oberhausen und Mathias Stinnes-« Es,en aus. Aus dem Reiche. Achrenbach in Berlin. Be-rlin, 12. Dctz. (WB.) Der Reichstagspräsident Feh- r e n b a ch ist in Berlin emgetnoffen. Wie er einem Vertreter des Berliner Lokalanzeigers gegenüber äußerte, beabsichtigt er nicht, zu ttgendwelchen Verhandlungen mit der Regierung die Initiative zu ergreifen. Er glaubt erst abwarten zu sollen, wie die Regierung sich weiterhin verhalten wird, zumal er der Meinung ist, daß in der Frage der Einberufung des Reichstages ohnehin schon in den nächsten Tagen die Entscheidung fallen wird. Der Rat der Bolksboauftnagben hatFehrenbach folgendes geantwortet: Auf Ihr gefälliges Schreiben .vom heutigen Tage erlauben wrr uns, folgendes zu antworten: Die Behauptung, daß die Entente der jetzigen Reichsleitung die Berhandlungsfähigkeit ab- sprrcht, daß sie i«dvch Bupdesrat und Reichstag als berechtigt anerkennt zur ^cksaffung einer legitimen Reichsregierung rvie zur Besmlußsassung über die Wahlgesetze für die Nationalversammlung? entbehrt der Begründung. Sie ist nur geeignet, die Entente rn Widerspruch zu der tatsächlichen Macht der gegen-t wirttgen Regierung rn den.irrigen Glauben zu versetzen als ob erne verhandlungsfähige Regierung nicht vorhanden wäre Der Rat der Volksbeauftragten hat wiederholt dargelegt, daß durch die ^wlrtrsche Umwälzung Mrndesrat und Reichstag als aesetzgebeirde Organe zu existieren aufgehört haben. Sollten Sie ttotzdem den nrcht mehr bestehenden Reichstag einberufen, so werden Sie die Verantwortung für alle Folgen zu tragen haben. ^ Der Wichltermin in Preußen. v"lin. 13. (WM Amtlich.) Dre preußische Reqie- rmrg I>at bestrmmt, daß bic Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung m Preußen acht Tage nach den Wahlen der verfassunggebenden Nationalversammlung stuttfin-, den sollen. Vrrtrrtertag r^r deutschen Volksräte der Pwvinz Posen. Posen ,12. Tez. Ter heute hier znsanimengekvmmcne V e r - rreiertag der deutschen Volksräte der Provinz Po'en legte rn einer Entschließung, die auch in den vier Aus Stadt ttttfc Land. Gießen, den 14. Dezember 1918. Lebensmittel. Ausgabe der Vollmilch karten an Kinder unter b Jahren, werdende und stillende Mütter, sowie an alle Kranken, denen scher den 1. Januar 1919 hinaus Vollmilch be» wllligt worden ist, findet in. den zuständigen Bezirken vormittags von M/z—10 iUhr in der Zett vom 16. bis einschl. 18. d. M. lstatt S. 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Justizrat Metz erofftiete die Versammlung, sprach von der Stunde der Not, ist der sich das Vaterland befinde, und von der Pflicht aller, ihre Kraft letzt in politischer Arbeit in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Er wies vor allem mich daraus eriergisch hin, daß es nicht den Daffachen enffpreche, tanm m einer Notiz der ,Frvnff. Ztg." be- haupttt sei, die Ortsgruppe Gießen fjafce sich gegen eine Mitarbeit National liberalen im Rahmen der neuen Partei ausgesprochen Dann ergriff der Hauptredner des Abends, Herr Jpstizrat G rün e- wald, das Wort. Nach einem Rückblick auf die Ereignisse der letzten Wochen, m welchem er diese in ihren Gründen und in ihrer Tragweue der Versammlung begreifbar zu machen suchte, nef er das Bürgertum, das sich bisher allzu eilig ins Mauseloch verkrocheir habe, zu energischer AnstreiigunC und polittscher Arbeit. „Wenn )vir uns nicht mit Polin? befckstjsti- gen .so wird sich die Politik mit uns beschäftigen?" Er entwickelte daraus m großzügiger Weise das Wesen der demokratischen Partei, ermnerte an die große demokratische Vergangenheit der forlschritt- l^yen Volkspartei, die heute ihre Umwandlung in die iteue Partei iit der Oessentüchksit vollziehe. Er grenzte die neue Bsoegung in ihrer Ergentümlichkeit rrach rechts wie nach links gegen Reaktion und "Lozralismus ab und lvarb um Beitritt aus den weitesten Kreisen des Bürgertums. Herr Professor Michel ^der zweite Redner des Abends, erörterte in packender Weise das Programm der neuen Parter rm einzelnem Er richtete unter aittecem einen warmen 2lppell an die Sttldentenschast, erinnerte sie an ihre große Vergangenst, die Zeit der Burschenschaft vor 100 Jahren, und malmte sie, ftch dortlnn zu stellen, wolstn sie gehöre, an die Sette der Dent- schen demokrattschen Partei. Das Sckstußwort sprach Herr Gcheim- rat E ck mtt 'zündender Kraft. Er führte die Versannnlung zurück m die Tage des Frankfurter Parlaments, in denen das dentiche Burgertum ftch sckwn einmal an der stolzen Aufgabe zu erproben versucht habe, die Fundamente des Reiches zu legen Jetzt feien etimfcen von gleicher, ja, noch größerer Wichtigkett. M ihnen hange unser aller Schicksal. Wir wollen die Arbert tun und mit kühnem Mut in das neue unbellmnte Land dringen, aber so, daß wir dabei wahren das Erbe der Väter: alles, was an der deutschen Vergangenhett gut und wertvoll sei, und alles, was aus der deuffchen Geschichte unsere Herzen er- M mcklsM Abklltkser kl §m Kglghgtz $ml Roman von A. H. Adams. (Nachdruck verboten.) (31 (Fortsetzung.) ^Wthie, wenn dich irgend ettvas quält — vielleicht könnte ich dir helfen, wem: du es mir sagtest." Das Mädchen schaute ihren Vater in Hellem Erstaunen an. Sie l-atte ihm niemals ein derartiges Mitgefühl zu- getvaut; sie hatte sich ihn immer vorgestellt als ganz und E mit seiner Arbett mrf der Bank beschäftigt, oder mtt dem Fischfang in Balmoral. Dieser pedantische, geschäftsmäßige Vater war die letzte Pierson, die sie sich als Vertrauten hätte vorstetlen können Aber es war heute abend ein neuer .Klang in seiner Stimme. Vietteicht weil er krank war und selber die Notwendigkeit des Mitgefühls verspürte Xbtv rhm vertrauen? Nein! Ihr ganzes Herz sträubte sich bet dem Gedanken, „Nern! es ist nichts — nichts, woboi du mir lhelstzn mrntejt/ „Dann ist also doch etivas vorgefalten?" „O, nur — nur, daß ich ein Schaf gewesen bin, Vater." Galahads Geist warrdertie schnell zu Sibyl zurück In ihren Augen hatte er dieselbe Angst gesehen, und — seltsam genug, bmjewen trrumphierenden Stvl^ der damtt ün Widerspruch sbrnd. War es auch eine Liebesangelegenheit? Serne Käthre verliebt! Sie war noch so ein Kind/so zart, und lieblich. Und doch, mußte sie älter' sein als ^whl. Jetzt war er feiner Sache sicher. „Du 'bist verliebt?" wagte er sanft zu fragen. , Ein jähes Erröten, dem plötzlick-en Lufspr'inaen irgend- enrer herrlichen Blüte vergleichbar, überzog ihr blasses Ge- srcht. Sie wandte sich ab und hielt sich die heißen Wangen. - . "?*' nichts Unrechtes, Kind," fuhr er rasch stwt, bekümmert darüber, daß er ihr lvehgetan hatte, „där- tnrttchl grbt es da immer einmal Zartt und Enttäuschunaen aber am Ende wird doch alles gut. Sieh, deine Mittler und tch litten auch Meinungsverschiedenheiten in Unfern Ltevestagien." ' Das Mädchen schaute ihn mtt erschrockenen Augen an. chr rtie in oen Sinn ^kormnen, daß Vater und Mutter ernst so gefühlt haben könnten, wie sie es jetzt tat. Es war rhr wie eine ganz besrmoere Offestbarung vvrgeckon/ men. Sie brödete snh ein, daß niemals vorher in der Wett gottlickies Wrrnder wie das ihre geschehen sei. Me- nrals! Ganz sick)er war sie, daß ihr Batrb ihre Mutter rne so gelrebt hatte, wie jie ihr: liebte. Jhve Angelegenheit mußte erne ganz andere geiwsen sein; es war ganz unmög- l^^ßrhre Mutter jemals den Vater geliebt hadL kvrrnw vtaturluii-erwetse mochte sie ihn recht gern gehabt haben- aber Lrebe das war doch ettre ganz andere Sache. ’ m i %$atcr unterbrach ihr langes erstMMtes Sch weigen. hebend zu uns herüberklinZe. Reicher Beifall lohnte dir eürzeln-est Redner, ** Beim Einzug« bet 116er I>at der Bürger rat für Stadt und Kreis Gießen, dessen Vorsiverrder auf der Tribüne vor dem Stadll-aus auf Emladung des Herrn Ober» bürgermeffttrs dem Empfange bedoobnte, nnoverunl je 10 Zigarren in Tüten an jeden Akann verteilen lassen. Bislier hat der Bürger» rat an die zurüMchrendeu Truppen bereits über 20000 Zigarren ausgegeben. Gerichts-Personalien. . Zurückversetzt wurden bk Mt.-Afs. E tellcr von Ober-Jngelheinr und Keitzer von Pstd- derschüm zum Amtsgericht Gießen. *" Aus belgischer Gefangenschaft schrieb Grenadier Ernst Greb von vier, welcher s?it 14. Oktober als oerriüßt gatt. ** O ber he ssi s cher Kun stv e re in. In der Ge m ä ldc- Ausstellung wurde in dieser Woche wieder eine durchgreifende Aeuderungen vor genommen, indem an Stelle der verkauften anders neue Bilder zur Ausstellung gckailgten. Ter Besuch der Ausstellung. die über 100 Gemälde ausiveist, kann aufs angelcgenllichfte emvsvhlen werden. Tie Ausstellung ist am Mttttvoch und Frettag von 11—1 und am SiTTmtag vou 11—3 Uhr geöffnet. ** Diebstahl. Am 11. d. M. wurden in der Neustadt zwei Fahrräder gestohlen, und zwar ein Weilrad Nr. 28 mit dckrj Fabrihrummer 40 416 und ein feldgrau gesttichenes Milttär-Fahr- rad mit neuer Gummibereifung. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei erttgeg-en. ** Das Gießener Pädagogium weihte, wie es uns schreibt, am 7 Tez. ihre beiden neuen schn' d e ne wollene Fahne de ' Iim.eud- ko mpagln ie. Einer gemernsamen, dem Gedächtnis der Kriegs loten gewchmeten Lludacht. folgte im Park der Anstatt der Weiheakt, den ein flotter Parademarsch beschloß. Nachmittags fand ein Ausmarsch nach dem Sckiffeuberg statt, bei dem die Schule zuvor mit roehmden Fahnen das emrMenbe Lanvlvehr-Jnf.-Ngt. 116 begrüßte. .Im Fest.saal machte abends ein gemeinsames Essen der Lehrer und Schüler mit folgendem Kvwert des Schülerorchesters den Beschluß des Tages. In liebens:oütt>iger Werse Ijatte der 5bommandeur der Viocklerrburg>isck)en Grenadiere zum Ausmarsch Reitpferde zur Verfügung gestellt und die Regimerüsnrusik zum Spielen beurlaubt. ** Lernt ein Handwerk! Jetzt macht es sich sckan bemerkbar, daß es schwor hält, die ungelernten Arbeiter, insbesondere die Jugendlichen, zu beschäftigen, während gelernte Handwerker noch überall gesucht iverden. Die Hermtbildung des Nachwuchses im Handwerk hat in der Kriegszeit vollkommen geruht, mir die jungen Leute, die wälzend des Krieges in der Kriegs- üidusttie oder sonst beschäftigt waren, dürste es sich deshalb jetzt noch empfehlen, ein 5)Mldioerk zu erlernen oder zu der bereits angefangenen Lehre im .Harrdwerk zurückzickehren. Hierdurch ist ihnen später ein besseres Einkommen und eine ständigere Beschäftigung gef chert. Den bereits im Alter vorgeschritttmen L Uten mw lotchen, die in einem verwandten Beruf bereits beschäftigt waren, kann auf Antrag die Lehrzeit verkürzt toerden. Landkreis Gießen. -M. Lich, 14. Dez. Im hiesigen Bahnhof entgleiste nt gestern rrachmittag, wahrscheinlich infolge falscher Weicheustellung, zwei Wagen einesMtterznges der Streck: Gelnhausen—Gießen. Ein Wagen, in dem sich mehrere Ochsen befanden, wurde zertrümmert und zwei Tiere derart verletzt; daß sie abgeschlachtet werden mußten. Zur Aufräumung der Trümmer wurde ein Gerätewagen von Gießen hierher beordert. Der schon mit einer Stunde Verspätung! in Gießen abgegangene erste Abendzug erlitt hierdurch noch weiter« Verspätung, so daß er statt um 7 Uhr erst um Vr10 Uhr tit Hungen eintraf. Kreis Lauterbach. rr -12. Tez. Musketier Heinrich Karl, Sohn der Wrlwe Karl, ist nach 3Vsj ädriger russischer Gefangenschaft ivohl- behatten in die Heimat zurückgekehrt. — Unser Städtchen ist mit Militär völlig belegt, sowohl in Bürger- wie auch in Massenguar- ti-ererr. In Schloß Hallenburg hat der Stab der 24. fttes. -Division Quartier genommen; auch die umliegenden Dörfer sind mit Kvlorr- itert stark belegt. Uebevatt finden die Soldaten hierzulande l-erz- lrche Aufturhme. Starkenburg und Rheinhessen. n. Offenbach a. M., 12. Dez. Die hiesige Stadtvervrd-< Elenversammlung befaßte sich in ihrer hercttgen Sitzung mtt der Erwerbs losen für sorge. Nach dem Entwürfe sollen alle! über 15 Jahre alten Personen, die infolge des Krieges ertverbslos rmd bedürftig sind, unterstützungsberechtigt settr, vorausgesetzt, daß ihre Arbeitslosigkeit unfreiwillig und unverschuldet ist. Die Sätztt betragen für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren 2 Mk., bis 21 Jahre 4 Mk., ledige Aeltere erhalten 4,50 Mk., Verheiratete 5Mk. Für Kinder werden je 75Pfg. Zulage gewährst. Bei Arbeitslosigkeit scher 4 Wochen erhalten Ledige einen Mietszuschuß von 5 Mk., Verheiratete 15 Mk. Weibliche Personen erhalten nur dann Unterstützung, werrn sie tatsächlich auf Erwerbstättgkeit angewiesen sind. Von den K o ft e n soll die Stadt ein Sechstel, der Staat ein Drittel und das Reich die Hälfte übernehmen. Hessin-Nassau. Frankfurt a. M., 13. Dezember. (WTB.) Wie Scheidemann und Ebert dem hiesigen Arbeiterrat mitteilten, ist nach dem augenblicklichen Stand der Waffenstitlstandsverhandlungcn. mtt einer Besetzung Frankfurts nicht zu rechnen. Besetzt wrrd nur der neutr ale Streifen von Köln bis Holland. Airchlkche Naehvrchtsn. Gottesdienst am Sonntag den 45. Dezember (3. Advent) Evangelische Gemeinde. IN der Sladtkirche. 9i/ 2 : Pfr. Mahr; 11: Kinderk. f. Miatth.- u. Mark.-Gem. Psr. Mghr; 5: Professor Ehringhaus Beichte n. U. Mendm. f. d. Mark.-Gem. — In der I o h a n n e s - ki rche. 9^: Pwf. v. Sckstan; 11: Kinderk f. d. Luk-lrseni Pfr Bechtolsheimer: 5: Psr. Ausfeld. Beichte u. hl. Ab-ndm. f. d. Jvh, Gem. — Kirchberg. Vorm. 10. — Lollar. Nachm iy 2 . ttathslische Gemeinde. 6Vs: Beichtgel.: 7: Hl. Meise, gem. Komm. b. Jüngl ; 8: Aust, b. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred.; 11: .Hl. Messe m. Pved., Mili- tär-Gottesd.; &h: Christenl., daraus sakram. Bruderschaftsand Dienstag u. Fwitag, abds. 6: And. z. Erflehung bald. Friedens. Samstag, 21., nachm. 5 u. abds. 8: Beichtgel. — Diaspora-Gottesd am 15. Tez.: Lanbach 10, Lich 9Vr. „Wenn dn es mir nur fugen könntest, Käjüie, vietteicht könnte ich dir helfen." „Ach nein; ich könnte es dir nie sagen!" Und leise, w-ie sie alle Dinge M tun pflegte, verließ sie das Zimmer, um sich in ihrem Bett «ruszuweinen.^ Endlich kam der Morgen, an dem Em ihm unter mancherlei Beforgnissen erlaubte, sich nach der Bank zu begeben. Und sobald Galahad die Wr hinter sich geschlossen hatte und wankenden Schrittes fortging nach dern Bootsplatz, sank chm sein Mut, was sich nicht leugnen läßt. Die Zikaden in den Gummibäumen zirpten zum Verrücktwerden. Ihr C)e- sang peinigte sein Ohr wie txrs Quietschen einer mißhandelten Violine, und in seinem .Her^n wcrr eine noch schlimmere Qual. Es kam ihm vor, als ob der Bankdirektor ihn erwarte, als ob die Krancheit seirre Sttafe nur aufgeschoben habe, als ob der gefürchtete Brief, der seine Estcklärungj forderte, im Briefgeslett des Bu.recrus auf ihn warte, als ob der Polizist heimlich die Mr bewache. ^Mit solcher Furcht im Herzet: betrat Galahad das Bank- qebäude. Kerne gewalttge Hand sttectte sich hinter der Mr aus, um ihn z-u saffen, kerne larternde (Gestalt schob ein blaues Papier jüt seine Finger; es üvarchijrhk eiinnal ein Brief für tfju int Gestell. So hatte ihn bis jetzt das Unheil^ noch nicht erreicht. (Fortsetzung folgst.^ hi 294 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag. \\ Dezember lN8 Ans Stadt nnd Land. Gießen, den 14. Dezember 1918. , _abe. Wie uns l^s LebensmittelninL mit- .eilt, wird der Zucker für den Monat Dezember am 18. ds Mts zur AnScpabc gelangen. * ** Besitzwe chsel. Das Dr. Sticdascke Molckestr. 16^ ging für 78 000 Mk. in bcn Besitz des srühe^n Fn- Libers der Weinhandlung Gebr. Schwan, des Kaufmanns August Schwan, uder. ^ . ** dfer d e-Versteigern n g e n. Am Montag Mütwoch mch Freitag, m der nächsten Wockie werden je 100 Pferde in ® \S ? c l £ der alten Kaierne, unter den bekannten Bedingungen verü-ergert.^Tesgleulien finden Bersbeigerungen am Dienstag Mitt- wvch und ^lmerstag in Grünberg statt. Dieselben beginnen ^"nttags 9 Uln. (Bergl. Bekanntmachung.) ttb- wt?^ 0 ^ rÜ5 a o»? r ' Nochmals sei daran erinnert, daß die ,ur heute v'org.e,eheiie AbonnenrentsVorstellung von „K a u f m a n n "mter .verschoben werden mußte, da die -vndervocßelluug für unsere tznmgekehrten 116 er heute stattfindet. . / ^Schwarr-Wery-Lichtstz-iele, Seltersweg- 81. Ab schließlich. ?)üontag witkt Professor Leon oJ^nkinS rn seinem glänzenden Detektiv- lchau spiel o f fe l Nr.1 7 m wer fpanneirden Akten. — Für T das Lustspiel in zwei Mten „Meine vorge,ehen. — Mit dem .zweiaktigen E 'at 1 "n?^rhanginis volles Sprichwort" mit nt den Hauptrollen schließt der gutgewählte ^ Kreis Schotten. mJLl Das Generalkommando des 16 Armeekorps hat hier fernen vorläufigen -Standort genommen nm von hier aus die Entlaffnng,sgeschäfte vorzmrehmen. Das Darm- M/r Lar^hr-^fant^e-Erfa^Ball. XVIII/36 ist vollständig hierher verlegt worden, .damit von hier arrs seine letzten Truppen entlaßen werden. Mßer diesen ständig, hier jetzt ansässigen Fvr- mattoEl waren Soldaten aller Wafschigatümgen bei ihrem Durck>- marsch m unferem ^tädtckien in großer Zahl einguartlert, nnd immer mach sorgen Quartiermacher für neu ankvmmendc Truppen. . " t t e n 12. Dez. Die Geldsammlmig. für die Deutschi- landsspnwc für Säuglings- und Kleinkinderschutz er- ^874^45 Malck^^ ^ Greises Schotten den Gesamtbetrag von Starkenbur« und Meiichessen. .DiE französischen Besatzungstruppen übernahmen den militärischen Wachdienst. Die Bürg^- i^hren verfallen der Auslösung, dafür werden die Polizeimann- U^iften verstärkt. Die Befatzungstruppe, die unter dem Oberbefehl jgtetften Geybat steht, wird den Frie- densstand von 10 000 Mann nicht übersteigen. Die Briefzensur wurde gestern angeführt alle Briefe müssen in offenem Umschlag aufgeliefert werdeii. Lluch die Telegramme unterliegen der Zensur mW werden m der Post nur angenommen, wenn sie den französi- ichen Stempel tragen. vessen-Nassau. i Frankfurt a. M., 12. De^. Me Mikit ärperso-, nen, dre nach Darmstadt und darüber hinaus reisen wollten tmirden heute am Hauptbahn Hof znrückgehalten und dalstn be schieden. daß Doirmstadt für Militär gesperrt sei. Vom Ostbahnho aus Sonnten die Leute ihre Reise nach Darmstvdt. dem Odenwald usw. an treten ^ v a n k fu r t a. M. 12. Tetz. Die Jnfanterie-Rcgimeiiter , - und 368 von der 115. Inf.-Division hielten heute mittag ihren Einzug m die Stadt, um fortan ihres Amtes als V o l i * e u Ü r® 1 Frankfurt zu walten. Tie Truppen nahm eil in der Gutleutkaserne Quartier. Eingesandt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel üoermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) ,Wohnungsnot der Studenten". (Siehe „Eingesandt" Nr. 292 d. Bl.) ,/£j@@i9 "MZ eröffnet. Dasselbe befindet sich provisorisch aus einige Tage Schanze,istr. 2 (Pfälzer Hofs, von Anfang nächster Woche ab dauernd „„.D ScBianzesisirasse S. Als Postadresic, besonders auch für Reu- ainiicldu.igen, genügt Deutsche demokratische Partei Gießen. Gießen, den Dezember 1918. Ter «orftand. Nicht allein in Offuncinord sondern auch in Süd u. West behauptet Oberhessens größt. Möbelveriandbaus Z.Ittmann. 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Unvergeßlich wird mir sein Andenken sein. Justus Formhals, Zigarrenfabrik, *y ( Großen-Lmden. 9701 Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Tochter, unsere gute Schwester, Gote und Nichte Anna Vogel im blühenden Alter von noch nicht 18 Jahren nach kurzem, aber schwerem Leiden uns heute durch den Tod entrissen wurde. In tiefem Schmerz: Christian Vogel und Frao ged. Weimer Marie Vogel Kmilfe Vogel M illi Vogel Heinrich Vogel und alle Angehörige. Die Beerdigung findet am Sonntag den 15. d. M. nachm. 2 Uhr statt 9713 Alten-Buseck, Daubringen. Oppenrod, den 12. Dezember 1918. Todes-Anzeige. Nach Gottes uuerforschlichem Ratschluß verstarb gestern unerwartet zu Davos an der Grippe unser geliebter Sohn und Bruder stud. med. Hermann Sauerwein im 20. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Sauerwein, Dekan Hedwig Sauerwein Hedwig Sauerwein, geh. Thum Erwin Sauerwein. Alsfeld, den 13. Dezember 1918. 9742 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, datz gestern Mittag 12 Uhr unsere liebe Tochter, Schwester, Enkelin und Nichte Marie im Alter von IL'/rJahren plötzlich und unerwartet in der Klinik zu Gietzen sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: milie Louis Schmandt milie Gg. Jakob Schmandt amrlie Jobs. Häuser XII., Schretnermeister 08356 und alle Angehörigen. Steinberg, den 13. Dezember 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 15. d. M- nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. §*: Am 8. b. M. entschlief sanft nach viertägigem Krankenlager unsere innigstgeliebte Tochter und Schwester Margarete im nahezu vollendeten 34. Lebensjahre. Sie ist glaubensstark durch das Leben gegangen, so war ihr der Tod leicht. Heinrich Kurz, Eisenbahnobersekr. i. P., und Familie. z. Z. Breitenbach a. Herzberg. m Am 12. ds. Mts., II 1 /, Uhr, verschied an der Grippe meine liebe Frau, unsere tteusorgende Mutter und Schwägerin Fvair pmtUi Toronrki im Alter von 42 Fahren. Die ttauernden Hinterbliebenen: m. Toronski nebst Rindern und allen verwandten. Gietzen (Kl. Mühlgasse 3), den 14. Dez. 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 15. Dezember nachm. 2 Uhr auf dem Israel. Friedhof statt. 0 , gei K.-A.-Seife K.-A.-ScifenjiMlofr la. gfftiitrmittBitttl schäumend und markenfrei, WOBm. "TJr hat laufend abzugeben: 6eorg Wallenfels, gegen iib. der Engelnpoth. Särge! fertig lackiert und beschlagen, sowie in einzelnen Teilen fertig zum Zusammenbau liefert ab Lager Emil H. Müller . Eelswareafabrik.Bisßen Scheuertücher sehr weich u. saugf., Probe- dtz. M. 19.—, Handtücher Qual. L,50xl00!cm, gesäumt, weich u. gut trockn. Probe- dtz. M. 3«.-,Qual.IIM.31.20 Staubtücher 42x42 cm, sehr weich u. fain- fädig, Probedtz. M. 19 — Tellertücher 50X50 cm, kräft. gute Ware, weiß mit blau Karo, Probedtz. M. 16.50. Mindestabgabe 1 Dtz.. größere Posten billiger 974i id Au,?ust Rettl Berlta-Sentei tetug, pelhof 73. Schöne Christbäume in allen Grützen empfiehlt K. 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