Ar. 291 Der (wie^ener Anzeiger erscheint tätlich, außer ConntagS. - Beilagen: Siekener^amiUenbUitter; Kreis^l«it für den Kreit Stellen. Vezugtpreit: monatl. Dir. 1.35, vierteljährlich Dik. 4.0h durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Rck. 1.25; durch diePost Dtk. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Bestell^. Zernsprech - Anschlüsse: tür die8chriitleitunqH2 Verlag,Geschälllstellebl Anschritt fnrDrabtnach- richten: Anzeiger Stehen. General-Anzeiger für Oberhesfen ZwIIlinarrM-druck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Such- u. Stein-rnckerei R. Lange. Zchristleitung, Seschäftrstelle u. Druckerei- Schulslr. 7. Erster Blatt 168. Jahrgang Mittwoch. 11. Dezember 1918 Annahme von Anzeige« f. die TageSnummer dis zuin Nachmittag vorher ohnejedeBerluiidllchkeit Seilenpreise: für örtliche 'Anzeigen 25 M.. für auswärtig« 30 Pi., für Reklamen Mk.1.-uebst 20" oTeue* rungszus st,lag; Plauvor- schritt 20 % 'Austchlag. Houptichrstlleiter: ^lng. Goeg. verantwortlich für Politik: Äluq. Goetz; für den übrigen Teil: 0r. Reiuhold Zenz; für den Anzeigenteü: H. Beck; sämtlich in Gießen. o Bekanntmachung Seit einigen Tagen werden in der Stadt Gerüchte verbreibet, der Arbeiter- und Soldatenrat sei durch das Grenadier-Rgt. 89 abgesetzt, die Bahnhosslvoche, die bisher durch Mannschaften des Ersatz^Batlö. ll»i gesollt wurde, seilgeivaltsam durch das 'Grenadier- Siegt. 89 abgelöst iwrten, das Grenadver-Regt. 89 wolle das aZte Regime in Gießen wieder einfühoen usw. Mle diese Gerüchte sind völlig .haltlos, sie ,verden von gewissenloseir Leuten verbreitet. Dem gegenüber lvird erklärt: Tie MaWaÄne der Verlegung des Greiurdier-Regts. 59 nach Gießen ijt vom A.-O.-K. 1 ans rein militärischen (Gesichtspunkten erwogen lind ungeordnet. > Sie ist nicht in bezug auf die besonderen Verhältnisse in Gießen besohlen. Tie gleiche Maßnahme ist in allen Orlen, in denen sich 2lusÄrnfts stellen befinden, du rchg: führt, so z. B. in Neuwied, Andernach, Westerburg. Riarburg, Hersfeld nsw. Ter Zweck der Berlvgnmg des Greimdicr-Regts. 89 nach Gießen ist, für lene umfangreichen. sssinrickstunge,: der.AuÄlunftssbelbni Mine Zirm Schub wichtiger militärischer Objekte die benötigte Anzahl von Offizieren und Mannschaften zur Verfügung zu erhalten. T-ie Ablösung der vom Ersatz-Batl. 116 gestellten Bahnhssswache durch das Grenadier-Regt. 89, wie überhaupt alte in Wehem im Auftrag? des A.-O.-K. 1 von der hierzu eingesetzten militärischen Tiensmelle, der Nehenanskunfts-Gruppe Gißnr. geschlossenen Einrichtungen des AuskunftÄyeserls und des militärischen Sicherheitsdienstes sind im Einvernel>men mit dem Arbeiter- und Sol baten rat Gießen durchgeführt tvorten. Tie Autorität des A.- uird .S.-Rates Gieße,: ist in keiner Ws'ise angetastet, vielmehr ist der A.- und S.-Rat in jeder Beiz te'hung als das von der Reich?regierung bis zur Einberufung der Nalionalversammllmg zur Ausübung der Vollzugsgewalt eingesetzte Organ airerkannt uich berücksichtigt tvvrdcm. Es wird enoartet, daß die Ruhe und Ordnung in der Stadt weiterhin weht durch Elenrente gestört wird, die die Verbreitung oben angeführter im wahrer irreführender Gerüche aus irgenh welchen mrveinen Motiven betreiben. 95821) Gegen solche Leute wird rücksichitslos voagegwigen. Urbeiter- u. Soldatenrat. Nebenausllmftsgr:rppe 1. Armee Gießen, g-z. Schindelmeier. I. A.: gez. Trüber. Kiel. Haichtmann und Generalslabsofftzier. vier deutsche Republiken? Die „KÄn, BolksM." predigt mit entern oich tvohl sein Selbstbestimmung srechtt behalten dürfen. Es liegt in dem Eifer dieser Neuordner Deutschlands doch auch ein gutes Stück Gewissenlosigkeit. Sie stellen einen Plan Mts und fordern, das gesamte Deutschiland solle sich danach richten. Solange die Mehrzahl der Einzelftaaten Uoch keine Gelegenheit gehabt hat, zu solchem Vorschlag Stellung zu nehane-n, ist die Kölner Gründung eine Quertreiberei, die freit Reichsgedanken und die Einheit des Reiches schädigt. Die „Köln. VolksM." ist auch in ihrer Avgrüitdung ihres Vorgehens nickst von Skrupeln geplagt. So AB. wem: sie schreibt: „Mit den: jetzigen revolutionären Deutschland schließt der Verband fernen Frichen. Darüber ist rächt nwhr der mindeste Zweifel möglich. Die Bildung einer einzigen großen teutsck-rn Republik, di' mit Teutsch-Oesrerreich neunzig, Millionen Menschen umfassen würde, wird der Verband nicht Anlassen. Ein Gebilde von solchem Umfang flößt , ihm Sorge ein. Aber mit eiivem neu aufgebauten., aus vier arten sstarken demokratisch-republikanischen Test«: errichteten .Deutschland, unter einem gemeinsamen Buntespräsitentau, wird er leichter zum Friedenssch-luß bereit sein. In diesem Sinne haben sich bereits im Rheinland anweserrde Pressevertreter dös Verbandes ausgesprochen." Enve energische Zurechtweisung erhalten die Kölner „Gruiwer" auch Durch eine entschiedene Erklärung oer Düsseldorfer Großindustrie, in der es heißt: .„Die _ heute atenb versammelten Vertreter der Düsseldorfer Großindustrie erklavm einstimmig, daß sie niemals der: Gedanken erwogen haben, noch erwägen werden, die Schaffung eirrer ftlb- standrgcn rheunsch-westfälisch?n Republik zu befürworten. Sie halten mn Deutschen Reich fest und mißbillige,: .alle auf eure Teilung Deutschlands m .einzelne Republiken hinzielenfren Bestrebungen. 9 ach Benehmen mtt eurer großen Anzahl von Industriellen der Großindustrie des Rheinlands und Westfalens sind wir zur ^ststÄlung der Tatsache berechtigt, daß auch diese denselben Standpunkt vcrtreteu inw memals mit einer solchen oder ülmlick-en Anregung hervorgetreten sind, so daß die in der Presse und br Versanlmlungen immer nncderkehrende Behauptung in nichts ßusammenfällt. Ebenso unbegründet und sinnlos ist das Gevede. daß die Großindustrie des Wjcstxns frie Besetzung ihres Gebietes durch feindliche Truppen betreibe Auch diese Behauptung ist glatt erfunden. Tie vorstehend behandelten Versuche zur Zerstückelung Deutschlands zeigen wie dringend Notwendig es ist, die Nationalversammlung in aller- tnachster Zeit einzuberufen, ha jeder Tag der Verzögerung die pouma-e Verwcrrung steigert 'und außerdem den wirtsäiaftsickien Zusammenbruch beschleunigt. Die Industrie des Rheinlands und Westfalens muß daher auch von diesem Gei'ichtspunkl aus schnellste Einberufung der 9üatioualversamnllung dringend forderir." Lin deutscher Vorschlag an die gegnerischen Regierungen. Berlin. 9. Dez. fWTB. Amllich.) Die deutsche Regierung sandte den gegnerisck-en Regierungen auf dem diplmnatiischen Wege folgende Note: Marschall Foch ließ am 6. Dezember der Wossenstillstands- kommission d-ie Cnffcheidung zugehen, wonach der Lebens nittelver- Üehr rrnd der gesanttc Verkehr der geraum len lftiksrhellnsä-en W- biete mit der neutralen Zorre und dadurch mit den übrigen 'Teilen Deutschlands unterbuiwen loird, da die Aufrechlerhaltung der Blockade in dein Wassenstillslo?rdsabkomine,t vorgesehen sei. Tie deutsche Negierung ist verpflichtet, gegen diese Anordimng den scksärfsten Protest zu erheben, weil diese einseitige Entscheidung mit dem klaren Wortlaut des WasfcnstillstandSab'boninwns in unlösbarem Widerspruch steht. Tie angekürrdigte inifr teiltveise schon b,rrchgeführte Maßnah,ue gibt der bssherigeir Blockade eine Ausdehnung auf die Sperr,,,aßnahncen zu Lrnd»e, die mit dem Wesen der Blockade m Widerspruch steht und allen Völkern seit den Zeiteii der eiiglischen Kbntinentulsperve gegen Z-rankreich fremd 'ist. Die-angeführwn Bestimmungen des WaftenstillstandsabkommeM über die Blockade ftnden sich daher auch sinngemäß in dem Abschnitt „clauses navales^ und fordern nur die Ausrechterhaltrmg l^er Blockade im gegeiiwärtigen Umfang. In der getroffenen Entscheidung liegt jedoch eine ganz er!>eblick>e Vc'rschärftrng und Ausdehnung der Blockade, unter welcher die deutsche Frccueti- und Küldermelt der rechtsrheinischen Gebiete besonders hart leidet. Diese ist auf die Zuftrhr von Atilch ünd anderen unentbehrlichen, rasch verderblichen Lebensmitteln aus den geräumten Gebieten um so mehr augewiese,:, als das deutsche Volk die Versorgung von Lebensmitteln durch die Alliierten, wie sie in den crioähnteu Blockafrebcstim- mtetgeit des Waffenstillstandes in Aussicht gestellt ist, überhaupt noch ,ncht erhalten hat. Diese Entscheidung verletzt iveiter die Vorschrift des letzten Absatzes des Artikels 4 des Waffen- stillsta,tdsabkomme,is. ioonach keine allMmeinen staatlichen Maß- ,rühmen ergriffen werden dürfe,:, die eine Entioertnng der industriellen Anlagen oder eine Verringerung ihres Persouals zur Folge hätte,:. Durch die verfügte Unterbindung des Verkehrs wird die absolut uottvendige gegenseitige Zusul-r von Rohstoffe,: und Halb- sabritaten zur Auftechtechaltuug der irvdustriellen Anlagen unmöglich gemacht, ivodurch deren Ciitrvertung eiutreten muß. Die Produkt ionsunnchglickLeit z,vingt wederum zur Verringerung des Personals mvd Arbeitslosigkeit und neues Elend in den willkürlich ge- trermteu urdcutschen Gebieten sbvd die unabwendbaren Folgen. Tie deutsche Regiermrg sck-lägt deshalb vor, diese Frage bei den bevorstehenden Verhandlungen über die Verlängerung des Waffenstillstandes frahin zu regeln, daß unbeschadet des Aufsichtsrechtes der Alliierten eine dollkoimnene Verkehrssreiheit ztmscl/m den geräumter: Gebieten imfr den übrigen Teile,: Deutschlands gewährleistet ist. gr$. Sols. Staatssekretär des Arrswärtigen Amtes. -reue Vereinbarungen der Berliner RegierungSinftanzen. Berlin, 9. Dez. (LLntlich) Bekanntmachung. In einer gemeinsannen Sitzung des lVollzugsrates der Arbeiterund Soldatenräle urtd.des Rates der Volksbeauf- tragten wurde folgende .Vereinbarung getroffen: Beide, geschaffen durch die Revvbiction. streben demselben politischen Ziel zu, dem deutschen Volk die sozialistisckK? Republik zu sichern. Ter Rat der Volksbecrifftragten hält unbedingt an der durch die Revolutüin gegebenen Verfassung fest, die ohne Zustimmung des Dollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenräle nicht abgeändert werden kann, .dhus der Stellrmg des Vollzngsrates ergibt sich das Recht der Kontrolle. Dem Rat der Volksbeaust' tragten liegt die ihut übertragene Exekutive ob. Beide sind überzeugt, daß ihre Tätigkeit nrrr durch vertrauensvolles Zusammenarbeiten erspießlich ausgeübt loerden kann. Wir gebe,: der Zuversicht Ausdruck, daß unser Volk in Anerkennung der schwierigen unteren und äußeren Lage uns dabei tatkräftig unterstützen ivird. ^Ter Rat der Volksbeauftragten. Der Vollzugsrat der Arbeiter und Soldaten. Die Anordnungen der Engländer in Köln. i. Köln, 11. Dez. Heute vornnttag gelange»,: lt. der „Köln. Ztg. die vom Oberbefehlshaber der britischen Armeebefohlenen Anordnungen zmn Aushang. Sw lehnen sich :m großen ganzen an die vor einige,: Tagen in Düren erlassenen Besttmmunge,l an. Sie fordern n. a. von jedem über 12 Jahre alten Einwohner den Besitz eines Personalausweises mit Advesw, Bild Und Uttterschrift, sowie Unterschrift u,rd Stempel der stand, gen Zivillohörde. Was frcn Verehr abclangt, so heißt cs,' Laß kein Einioohiua >keine Stadt oder Gemeinde verlassen darf. Zwischen 7 Uhr abends und 6 Uhr früh nvsteuropäischer Zeit dürfen Personen sich rächt aus der Straße aufhallen. Auch für die Presse ftnb Einschränkungen vorgesehen. Keine Rnaschrift und kern Y-lugblatt frrrf gcdriickt, keine Zeitung ohne schriftliche Erlaubnis der britisck>en MUitärbchörde herausgegeben oder verbrei- tet werde::. Kein Vergnügirngsldkal darf ohne schriftlick)e Erlaub- ins geöffnet werden: die Benutz,mg des Fernsprechers ist unterlagt: s,c kann m ganz besonderen Fälle,: nachgesucht inertest Telegramme sind zu bestimmten Tageszeiten zugelasse,: und unterlegen der Zeirsur: Briefe dürfen nur mit der gewöhnlick)en Zivil- pöt verscholl werden und unterliegen ebenfalls der Zensur. Jede männliche Person bat britische,: Offizieren gegenüber und dein, Sprelen der britischen Natimralhymne eine Ehrenbezeugung zu erwnsen. Die Zivilisten habe,: den Hut abzunehmen. Die Nicht- besolgung dieser Anordnungen lwird bestraft. Die Schlüssel von Metz. Basel, 9. Te^. Die Havasagentur meldet unterm 9 Dezember: Präsident Poincarö wird heute morgen ftierlich in Straß, bürg einziehen. Während der Feier im Rathause zu M c tz ergriff nach den M- ftwachen tes Bürgermeilters und PoincorSs C l e m e n c e a u das Wort und führte aus: „.Herr Bürgermeister! Als die Deutschen kmrch Verrat in die Stadt einzogen und diese vergeivaltigten ge- ^ng & General Mapasset glücklicheriveise, die Schlüssel in Sicherheit zu bringen. Diese wrrden von semer Familie sorg- falllg verwahrt und mir jetzt zugeftellt. Ich vertraue sie Jhucu heute an. Hüten ;Sie sie g:tt." „Wir werden es verliehen sie PF uwmer zu bewahren," rief der Bürgernreister aus, indem er me Schlüssel aus der Hand Clemenccaus empfing. Staatssekretär Schiffer über Deutschland» Finanzlage und Stenerpolitik Berlin. 9. Deh. Vor geladen«: Vertretern des Wirtsck«f ^bms und der Presse enttvickelte heute abend im Festlsa.,1 l Dcrnoelsbairtmer der Staatssekretär jdes R-eiäZsschai'Mntes Schiff MUL & $mkn über DeusschlaM FnmnMge und Steuerpoll: Er führte u. a. aus, daß es heute kaum möglich sei, für den Augew, blick eine geregelte Finanzwirtschaft zu treiben, geschweige denn Pläne für die Zukunft aufzustellen. Sicher sei heute nur das eine, daß.wem: die jetzigen Zustände auch mir noch kirrze Zeit ant^nern, Teutschlaiü) unentrinnbar dem völligen Ruin, den: wirtsa-aftlul-eni und finanziellen Zusammenbruch zusdea^re. Das neue System arbeite weit teurer als das alte. Vor eiuigen Tagen sei eine Notiz durch die Pxesse gegcntgen. daß die Araber te.ri und Soldaten rate in der kurze,: Zeit von 14 Tagen 600 Millionen Mark verbraucht hatten. Das sei nühit so zu verstehen^ als ob diese Summe in die Taschen der gegenwärtigen Machthaber geflossen sei: aber die Tatsache siehe fest, daß ditrch Bezüge der gegenwärtigen Exekutivvrgane Z-urck- ErM-nng der Löhne und Gehälter, durch Teuerungszulage,: und Mehrauffvendungen aller Art loeit mehr als 1 Milliarde verbraucht worden sei. Schlimmer noch| Jd die ungeher:re Vergeudung von Nationalvermögen dr:rch geivissenlose Verfchlenterung von Vorräten und .Heeresgut. Die Produktion stete fast völlig still. „Unser Kredit int Aus-' lande ist aufs schoerste gefährdet. Bei der künftigen 'Gestaltung der Steuerpolitik, die gnnrdsätzlich, von taemgen Ausnahinen al>gesehe,:, der Befckstußfaffung der Natioiuckversmuntlung vorbei halte,: srerden solß werden viel mdhr noch, als es bisher der Fall war, die Bedürfnisse des Wirtschaftslebens rickstung- und ausscl>lag- -gtend sein müssen. Angelldtdigt ist bereits die Wiederhol,mg ter Kriegsabgabe der Gesellschaften für das Jahr 1918/19. Wie aus frcm bereits erlassenen Sicherungsgesetz ersichtlich.ist, ist ihre Erhöhung von 60 auf 80 Prozent ins Auge gefaßt. Die Kriegs^ steuer der Privatpersonen wird einen ,volleren Ausbau und ei„4 gründliche Umgestaltung erfochten. Sie wird, wie es ursprünglich g/plant war, auch das MehreinÜommen erfassen nrüssen, mrd rück- ioiröeiü) den Starrd vom 31. Dezember 1913 zum Aus^iartgspuukL nehme,:. Tie hohen Kriegs gewinne, soweit sre auf der Ausnützung der Kviegskoirjunllnr beruhen, werden so bestcuert werten, daß man von einer fast restlosen Erfassung wird sprechen können. Bei der Erhebmrg der einmaligen Vernwgensabgabe soll tmt* gehnrdste Rücksicht genommen werden auf Alter, Familienstand, Ern-erl'ssähigkeit u. a. m. Erwogen .wird zur Zeit noch die Frage, ob die Vermögensabgabe nicht zu einem Teil wenigstens' in Form einer (unverzinslichen? Ter Berichterstatter) Zwrngsnnleche zu kl eiten sein wird, so daß den Besitzern eine spätere Rückgabe in Aussicht gestellt ,verden kann. Die neu^eschifsenen einmaligen Bcsitzsteuern, insbesondere die .Steuer auf den Vermögenszuwachs, wenden iveiter ausgesdaltet und zu regelmäßig hneberiHjrattenlj Abgaben gemacht werten müssen. Auch die EinkomTnen- und Er^ gänzungssteucr wird ausgebaut werten müssen. Urller allen Um>< istänfren sollen die ganz hohen Einkommen in irgend einer Weise zu den Lasten tes Reiches herangezogen werden. Geplant ist täte weise auch der Uebergang zu dem englischen System ter Erfassung tes Einkommens an ter Quelle. Die Erbschaftssteuer wird nicht nur erhöht auf die nächsten Benvandten ausgetehs" werben, son^ der,: cs soll künftig auch eine Berücksichtiaung ter Verntogensiaga tes Erben stattsinte,:. Bei ^ dem AuÄZan der indirekten Steuern wird in erster Linie der Tabak und ter Zucker heran- gezogen,verden. Die Erhöhung ter Zigarettensteuer soll schon in den nächsten Tagen erfolgen. Auch eine Vevcintell!üh,mg und Neugestaltung ter Stempelsteuer ist geplant. An Stelle von Produktions- und Rohstoffsteuern, die man endgültig fallen gelassen hat, soll die Umsatzsteuer iveiter erhöht werten. Die Luxns- steuer wird aus eine Reihe, neuer Gebiete auszutehnen sein. Die Hauptsache ist aber, baß die neuen Steuern nicht irur gefcfafterif stxnten, stmtern daß 'sie and? eingehen. Eine völlige Reform des Veranlagungswcsens ist.dazu Vorbedingung. Gegen die Steuerflucht jeder Art sollen die schärfsten Maßnahme,: getroffe,: werten. Mit Steuern allein aber werten wir die Lasten mcftt auf-, zubringen vermögen. Jv weitgehendem Maße wird ter Staat aw Wir t i cha ft slebcn beteiligt ^werten müssen. Das Nt keineslvegs gleichbedeutend mit Sozialisierung im Sinne einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Sorgfältige Prüfung der individuellen'Eignung ist Vorbedingung jeder solche,: Vörßuohmest Von vornherein werbm ausscheiten Müssen das komplizierte weit- lderzweigte Kreditgewerbe und alte diejenigen indirstricllen Be- triebc, die 1-eute< schon im Besitz des Staates silw. Teile tes Versid-erungsgewerbes. ter Elektrizitätsindustrie, die Wasserstraßen nnd die Ms Nutzung .der Wasserkräfte. Auck noch auf anders Weise ijt eine Betelligung des Staates möglich. Die d-rrch Konzentration ter Industrie zu Kartellen und Syndikate,: erzielten Essternisse an Produktionskosten toerfren in irgend einer Weise tem Staate nutzbar zu machen sein. Tos kann am besten geschehe,: in der For,n wirrsd>astlicher Unternebmunge,:. _,. Mit einem Ausblick aus die Gestaltung tes kommenden Friedens, schloß ter Staatssekretär seine mit stxrrkem Beiflll ausgenommenen^ Ausführungen. Der deutsch-böhmische Gedächtnistagc ^ Reichen borg, 9. Dez. (WTB? In 40 größeren StädttM " Dentscki-Böhmens fanden am Somitag massenhaft besuchte Volkstage statt, in weld>en gegen die Vergenxsstigung tes tentschenj Teiles von Böhmen, durch tsctedx>-sLowakild>e Truppen scierlich Protest eing.legt wurde. Aus 40 teutsd^-bölgnischeu Städten wirten an Wilson unb die Ententeffihrer Telegramme abgesandt- in N^lchen das dentsss>-bülm:ssche V-ssk in seiner Not im ter Gerechtigikcit. Kulll:r und Menschlichkeit die Well zum Ridfter auruft. Lloyd George über die Zriedensdedingungen. London, 9. Dez. (WB.) Reuter. In einer Fra u e n ve r> sammlung in London sagte Lloyd George zur Frage de, F r i e d e n s b e d i n gu n g e n: Es muß einen Frieden geben de, zünftige Kriege :m,nöglich macht oder dock, mintesbms erichl'ocnt Es muß ein A'reckst er Friede sein: die Bedi,vg,:ngen dürsci: teiiu leidäcn sein, sonst wären sie nickst gerecht; beim leichte Bedingungen würden zu eurem neuen Kriege anreize,:. Illcht um Rache sonterr um Gerechtigkeit hmrtelt es sich. Ein Friede ter Rache würde Nicht Gereckstigllnt sein. Wir dürfe,: keine neue etsaß-toliwil,gisch Frage habe,: m:s tem einfachen Grunde. ,vcil wir nur den Fe'ste, Deittschlanfrs wrÄxwholtcn. Der Friede muß streng gerecht uni billig fern. Die ff:r tee Schrecken dieses Krieges Verantwort- l i ri> e n müssen zur Verantwortung, .wzogcn wcaten Di-s ist um so notwendrger, je hi her sie stehen. Olme sie wäre nickst Min llrwge gekommen. Unser Urtcll muß derart ausfallen das Könige. Kaiser und Kroi,r»rii^e,: für alle Ewigkeit wissen ' daß wenn sre Verruckstbeiden dieser Art iüx'x die Erde brin.vn die Straft imcmsbleiblich auf ihr Hncht fallen ,mrd. Lloyd (teor« ftrhr svrt: Ahn das deutsche Volk, das im Krft^ sich gw g'bacten l>at. das mit voller Begeisterung in den Kam n vg. tes letzt über ten Sieg jubeln würde, wenn er ihm zuteck mmvrten wave. muß auch zur Verantwortung gezogen werden. T:e Volker lstüssen wissen, daß sie nickst ungestraft cm«, anfamrm dürfen. Ferner müssen wir bei der Festsetzung der FrredenSbedingLMsen darauf sehen, daß em Bestand von Riesenheeren, die zum Kriege verlerteu und die Herrscher in Ver- suchungen bringen können, hinfort nicht mehr gestattet lein darf. Wenn Fri-Le mrf Erden herrschen soll, darf es in Eurvpa Leine gvoßen Heere geben. Ich bin ein Anhänger des Völkerbun - des, weil er ein Mittel darstellt, eine Kriegserklärung zu erschweren. Auf die.Anfrage, ob die Deutschen au^ England aus- gesioben werden sollten, sagte Lbot-d Georges: Zch kann der Fragestellerin versichern, daß auch unsere Männer darauf achten tverden. Ich habe wiederholt gesagt, dag nach meiner Ansicht diese Leute die Gastsvamdsck-a ft miiJjrmutt ixrben, daß man ihnen nicht eine »weite Gelegenheit geben.darf, dies zu tun. Aus dem Reichr. Die Verteidigung des MgiernngSmitgliebes Barch. Berlin, 9. Dez. iWTB.) Im Funkspruch des Genossen Joffe wird erÄärt, daß ich von ihm Geld, Waffen u:rd Munition für revolutionäre Zwecke erhielt. Ich erkläre hierzu, daß ich niemals, weder von »ihm noch anderen russischen Genossen Geld oder Waffen erhielt. Durch meine Hände gingen zur Vorbereitung und Propaganda der Revolution mehrere hunderttausend Mark, die ich lediglich von deutscl)en Genosse:: erhielt. Ich habe de:: Genossen Joffe nur einmal, etloa 14 Tage vor der .Revolution, gesehen und gesprochen, nachdem ich bereits den grüßten Teil der Waffen angeschafft hatte. Ferner erkläre ich, daß ich von der Waffenbeschaffung überhaupt der Parteileitung der unabhängigen sozialdemokratischen Partei, insbesondere Haase, erst Mitteilung machte, als ich Waffen besaß, sie also vor vollendete Tatsachen stellte. ge*.: Emil Barth. Die Rückkehr der Berliner Truppen. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Im Steglitzer Iiathaus hat sich heute abend 7 Uhr ein feierlicher Akt vollzogen. In Gegenwart der Volksbeauffragten Ebe r t H aa se, Scheidemann, Di tt- mann und des Kricgsministers haben Offiziere, Unteroffiziere? und VLannschaften der deutschen ISger-Tivision und der Garde- Kavallerie-Schützen-Tivision für sich mrd die von ihnen vertretenen Kamenuxm das feierliche Gelöbniszureinigen deutschen Republik abgelegt. Ans &etfen< Auflösung der Arbeiter- und Soldatenräte in Hessen. Darm st ad t, 10. Dez. (WTB.) Der hessische Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat löst sich auf. Es wird an seiner Stelle der Bolksrat für die Republik Heffen gebildet. Dieser Volksrat stützt sich auf alle DevölLerungsschichten der Republik Hessen, die aus dem Boden der Republik und der Demokratie stehen. Die örtlichen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrate werden auiaefordert, sich aufzulösen und ihre Aufgaben dem neu zu bildenden Bokksrate zu übertragen. Der hiesige Arbeiter-, Bauern- und Soldaterrrat schließt sich dem an und konstituiert sich sofort neu als Bolksrat. m Rieder-Ingelheim, 10.Dez. Herr Pfarrer Kor eil schreibt der „Frtf. Ztg.": Das Wolfbureau verbreitet die Meldung, meine Behauptung, mir sei das Kultusmini st erium im hessischen Ministerium an geboten »vorden sei nicht zutreffend. Das Amt sei mir von keiner zuständigen Stelle angeboren worden. Ich erkläre, daß am Vcvntag, 11. November, der Ministerpräsident Ulrich im Klammergebäude, nachdem der Abgeordnete Bach mit ihm verhagelt halle, zu mir sagbr: „Dann übernehmen Sie ^e Stelle." Ferner hat der Abgeordmie Henrich eine halbe Stunde später — und er hatte mit Ulrich wegen der Besetzung der Minifterialstellen verhandelt — mich aufgefocdert, Nachfolger Süfferts zu werden. Als ich ablehnte, bot Henrich dem Abgeord- 'rteten Urstadt die Stelle an. Ich halte darum au meiner Behauptung fest. 33*89 Stadt «nd EanS. Gießen, den 11. Dezember 1918. ** Petroleum-V er teilung. Tie Marken für Petroleum Mur Versorgung bis zum >.15. Januar 1919 «verden Donnerstag den 12. ds. Mts., vorniiltags von 8 1 /* bis 12 Uhr in den zuständigen Bezirken ausgegeben. Ter Verkauf des Petroleums beginnt am 12. Dezember durch die bekannten Verkaufsstellen. Ter Verkaufspreis beträgt —,45 Mk. für das Liter. Näheres siehe Vekanntmack-ung in vorliegender Nummer. ** Freibank. 12. Dezember 1918, von 2—4 Uhr, von Nr. 1—40 und 151—210. ** Rückkehr der 116er. Das aktive Jnfanterie-Regi- ment 116 befindet sich auf dem Marsch zwischen Betzdorf uitb Gießen: der Einzug in die alte Garnison .Gießen steht sonach unnrittelbar bevor. Ein Teil dos Trosses und der Karn m erbestände ist bereits mit der Eisenbahn hier eingetroffen. ** Zugverkehr und achtstündige Arbeitszeit. Ter Arbeiter- und Soldatenrat schreibt uns: Zu der Notiz „Zugverkehr und achtstündiger Arbeitstag'", betr. die Strecke Gießen— Grünberg, haben wir zu erwidern, daß wir dem Inhalt voll und ganz zustimmen. Wir haben außerdem zu erklären, .daß sofort, nachdem :ms die Beschwerde mündlich vorgelragen wurde, eine diesbezügliche Eingabe an die Eisenbalmdirektion erngereicht wurde. ** Lesehalle. Solange das östliche Torhäusck-en am Sclterswr fikr militärisch Zwecke in .Anspruch genommen ist, werden Zeitschriften und ZeicungO: der Lesehalle im klcmcr, Leseraum der Universitärsbiblivthek ausgelegt. Das Zimmer be- ffndet sich rechts vom Hauptvortal und ist Montag bis Freitag von 3—9 Uhr allgemein zugänglich. ** Dankbare Heimat. Mit Bezug aus das in Nr. 290 d. Bl. unter vorstehender Spitzmark erschiene::? Eingesandt wird utts mitgeteilt, daß die Aushelferin, die am Telegrammannahmeschalter des Hauptpostamts die in dem erwähnte:! Eingesandt besprochene höchst ungehörige Aeußerung getan hat, aus dem Schallcr- i-ienst zurückgezogen rvorden und beim Hauptpostamt ausgeschieden ist. ** Tiebstahl. In der Nacht zum 10. d. Mts. wurden in einem Hause in der Buddestraße mittelst Einbruchs 600 Mk., 37 Handtück-er, 11 Bettück^r, 6 Bettbezüge, 10 Seernuschelu, ein Rock und 1 Schürze gesbvhlm. urtd in der gleichen Nack-l aus einen» AusßcU lassen eines Gesck-äfts in der MäuSburg verichiedcne schvarze und braune Geldtaschen, schwarze und bvcrune Uhrenzipfcl, Nickel- und Tonble-Uhrketten mittelst (Änbruchs enctoelidet. Sach-' dienlich Mitteilungen ninrmt die hiesige Kriminalpolizei eMgeg»ar. Dessen Nassau. Frankfurt a. M., 10. Dez. Das Nachrichtenamt des Arbeiter- und Soldatenrates teilt mit, daß morgen, Mittwoch, in Bad Nauheim ein Delcgiertentag der im Bereiche des 18. A.-K. augenblicklich sich aushaltenden Fronttruppenl stattnirdet; Vertreter der Presse haben Zutritt. ][ Marburg, 10. Dez. Zu oem gemeldeten Zwischenfall, der die Studentenschaft vergangene Woche zu einer Kundgebung auf dem Marktplätze veranlaßre, hat der Magistrat heute eine Erklärung erlaßen. ,Jn dieser nnrd festgestellt, daß der Oberbürgermeister nicht einen früheren Sck-luß des Semesters sondern aus militärischen Rücksichten nur einen früheren Beginn der Weihnachtsferien angeregt habe. Beleidigende Aeußeruuge» feien überhaupt nicht gefallen und im übrigen könne festgestellt werden, daß die Belieferung der Studeitten mit Heizmaterial mindestens die gleiche wie in allen anderen Universitätsstädten sei, mit der Lebensmittelversorgung seien sie den Bürgern gleichgestellt. Tie Stadtverwaltung sei wie immer bemüht, die Ansprüche der Studenten nach Möglichkeit zu berücksichtigen, auf ein Zusammenarbeiten tznit der Universität lege sie das größte Gewicht. Aus dem Wege Wetzlar, Großen-Linden, Klein-Linden nach Gießen ist am Sonntag abend ein militärischer Gepälksack verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, denselben bei der OrtSkommandantur Gießen, Seltersweg 93, abzugeben. 9583 D Nach 4 Jahre langem Zusammenhalten der Armee-tlraftwagenstaffe! \ findet vor Trennen am \2. d. M. abends 8 Uyk ein Abfchiedrlranzchen im Saale des Hotels Zirrstenhof statt, wozu sämtliche Damen eingeladen werden. 082l7 Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß Ich. zurückgekehrt,mein Geschäft wieder ausgenommen habe. Meine Werkstatt befinde: sich jetzt Kl. Müblgaffe 4. Aufträge werden auch in meiner Wohnung, Slein- straße 35, entgegeugenommen. 08215 Heinrich Gminert, Zchreinermeifter. Vermietüngen V^icKinm Wopnuua lm l.St^8—10Zim., große Diele, Badez., Zentr.-Heiz.,GaS, el. Licht, pr. 1. Avril 1919 z. verm. Chr. Reifeer, Seltersw. 38,11. Student vom Lande, seither Offizier, 'gut möbl.Zimmer, wenn mögl. mi: MittagStisch b.VervfiegungSzuschuß.Schr. Ang. u.9542a.d. Gieß. Anz. erb. LI. Wehsss* für 1—2 Leute z. vorm. Neustadt 53. Pferdestatt Sinaife «. 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Tagesordnung: t Zuiammenschlntz mit der gemeinnützigen Baugenoffen- schast. L Aenderung der Satzung und zwar der 84 4, 18, 19 n.20 (Zusammensetzung u. Wahl des Vorstandes u. AufsichtS- ratö, insbesondere Erhöhung der Zahl der Mitglieder). Die Genossen werden dringend gebeten, zu erscheinen i damit möglichst in der ersten Versammlung Beschlußfassung möglich ist. Der Vorfitzende de» AuffichtSrateS der Baugenossenschaft 1894 E. G. m. b. H. vr. vrauSmüller. 9317V Ohne Bezugschein Säml(>che^lruin|if«varen Wolle, Halbwolle, B’wolle SSmtl. Um^äng^tücheB« Wolle, B’wolle, Halbwolle Sämtliche Korsetten Sämtliche Unterteilten Alle gestrickten Damenwelten, Kornett- schöner, Sweatera, ^portatatzen, KUuichen, BruaUchUtzer, Schale Socken - Ueichsware nur Bedftrftigkeitsaciiein. Kaufhaus Kafz Gesangbücher, Geschenk-Literatur (Romane, Iugenüschriftenusw.s.vUderbücher.Photogr.- Kostkarten-Aldum und -Nahmen. Sriefpapier- Aaffetten, Spiele, Ansichtrartilel und Kalender. 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Fabrikanten! ^elft mit das für HeereSgerät verwendete Material der Volkswirtschaft, soweit als möglich, wieder dienstbar zu machen und dadurch ni * Tausenden von heimkehrenden Kriegern Arbeitsgelegenheit zu geben. Ich bitte um Vorschläge, um fertige und halbfertige Munition und sonstiges HeereSgerät für Gebrauchsgegenstände oder für Teile zu solchen umzuarbeiten. Es kommen aber nur wirkliche Gebrauchsgegenstände (keine Zigarrenabschneider, Aschenbecher rc.) in Frage. Alle Anregungen werden in schriftlicher Form erbeten, Besprechungen können nicht stattftnden. Eingesandte Vorschläge, Zeichnungen und Modelle werden nur dann zurückaegeben, wenn genügend Rückporto beiliegt. Nicht angenommene Vorschläge, Zeichnungen und Modelle, denen kein Rückporto beiliegt, werden vernichtet. Für brauchbare Vorschläge, die zur Annahme kommen, soll in einer von der zuständigen Behörde festzustellenden Weise eine Vergütung erfolgen. Mein Unternehmen arbeitet ausschließlich nach der Sozialreform Goßweller, deren Grundsatz behördliche Festlegung und behördliche Kontrolle von Löhnen, Unkosten und Verdienst ist. Zentral-Stelle nach der Sozialreform Sotzweiler. )nh.: klarl Sotzweiler, Schwarzenberg/Sa. iiiraii Puppeuperückeu. Puppen- köpfe.Puppenbtilge.Zöpie, Haaricbmuck, Parfüm ulw. Harnbacli, Kuplansgasse 27 . empfiehlt in grober Auswahl J, Thörner, Ludwig ttr. 40. (0741 Zur Vorbereitung der Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung. sowie zur hessischen Voltskammer hat sich auch hier eine Ortsgruppe der Deutsch - nationalen Volkspartei gebildet. Anmeldungen zum Beitritt nimmt entgegen Oberpostsekretär Uohlhase, Bückingstratze 2. Eine öffentliche Gründungr- versammlung findet statt: Freitag den 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Stadttheater. 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Beleuchtung in den Wohnräumen, nicht aber m der Küche (1 Marke), 8. Beleuchtung in der 5küche, nicht aber in den Wohnräumen <1 Marke! haben, 4. Alleinstehende Personen, denen Beleuchtung nicht zur Verfügung steht l2 Marken). Auf jede Marke entfällt */, Liter. Der Verkauf des Petroleums beginnt am 12. Dezember durch die bekannten Verkaufsstellen. Der Verkaufspreis beträgt Dkk. — .46 für daS Liter. 9090B Gienen, den 10. Dezember 1918. _Ter Oberbürgermeister (LebenSmittelamt). eeht Schwarzwälder, seidefreie Saat, ScBiwedenklee, Italienisch. Raugras offeriert zu Richtpreisen Heinrich Hahn, Giessen Samen handln ng Talopboi 483. Un! Bahaftofatr&Be. pferoe-versteigerung Donnerstag d. ,2. ö. M.. norm. 9 Uhr. Pferde. Versteigerung au? dem Trieb in Sieben des Land- wehr-Infanterie-Uegiments Utz. «d __Die pserdekommisfion. Bekanntmachnng ES wird darauf aufmerksam gemacht, das die Unter- erhebstellen in VcrSrod und Beuern bei der BeztrkS' ivarkasse in Giesten lieber,veifungskomen unterhalten- Den Einwobnern von Bersrod und Beuern wird zur Verminderung deS BargeldumlausS dringend empfohlen, künftlg ihre Steuern und sonstigen Schuldigkeiten an die Unlererhebstellen durch Ueberweisung zu entrichten. Grünberg, den 11. Dezember 1918. Bezirkskasse Grüuberg. 9446V Der :dlan über die beabsichtigte streckenweise Um^ Wandlung einer oberirdischen Tele§ravbenltnie in eine unterirdische an der Landstraste von Eberstadt ($br. Giekent nach Dorf Güll liegt bei den Postämtern in Lich lOber- heffen! und Butzbach von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1918. 8588V __ Ober-Postdtrektion. Bekanntmachung. In der Generalversammlung vom 5. Oktober 1018 wurde einstimmig beschlossen, den Creditverein Hcuchel- beim e. Erscheinungen,22 u.24Jahre, Kanfleure. vermögend, suchen i die Bekanntschaft zweier I ln».men nur ans guten Fam. ^ im Alter von 18—21 Jahr n j zwecks späterer Heirat. s Jt r ernstgemeinte Angeb. mögp. j m. Bild u. 0^144 an d. Gieff. Anz. erb. Anonym zwecklos. Berwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Margaretha Rock geb. Lauchch im Alter von 64 Jahren heute nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Rock Familie Karl Rock nebst Berwandten. Hattenrod, den 10. Dezember 1918. 081#Ä Die Beerdigung findet Donnerstag den 12. d. M. nachmittags 2 1 / i Uhr statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bet dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir unteren innigsten Dank: insbesondere der Krankenschwester für die liebevolle Pffege sowie Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe, ferner für die vielen Kranzspenden und allen denen, die unserer lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Name« der trauernden Hinterbliebenen: Familie Pbilivv Weller Wtw. Familie Karl Rein Familie Adolf Dölzel. Wteseck, den IO. Dezember 1918. ^ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank, insbesondere für die liebevolle Pffege der Krankenschwester, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und allen denew die unseren lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carlo Brühl. Gieffen, den 10. Dezember 1918. 9682 Für alle erwiesene herzliche Teilnahme während der Krankheit und beim Heimgang unseres lieben teuren Entschlafenen sagen wir allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten unseren tiefgefühltesten, herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Preuschen für die trostreichen Worte am Grabe und Herrn Direktor Wagenschein sür den ehrenden Nachruf. Frau Marie Schäfer geb. Dern uud Kinder. Hausen, den I I. Dezember 1918. osro« Pianohandlung Femspr.389. Seltersw.91 Ankauf von Alteisen, Lumpen, Papier, Flaiwen. Louis Rolhrnbkrger, Teleph. 176. Neuenwea 22. Leitung Hermann Stelngoetter. Samstag b, 14. Dezember, abends 7',, Ubr: I. Fraltag-Aheaneneats- ▼arstellaao: 9602o von William Shakespeare. Nr. 29 [ zweites vlatl Eichener Anzeiger (Senerai-Anzeiger für Gberhchen> Mittwoch, N. Dezember ty>8 Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Dezember 1918. ** An alle in Deutschland ^-ebenden Frauen aus Amerika, Belgien, England, Frankreich und Italien. Ter Presse geht folgender Ausruf zu, den wir auch den hier lebenden Ausländerinnen zur Kenntnis bringen wollen: Wir Unterzeichneten Amerikanerinnen, Engländerinnen, Französinnen und Italienerinnen, die wir in Deutschland unsern dauern», den Aufenthalt haben, fühlen uns in der Not unserer Herzen gedrungen, den Regierungen der alliierten Staaten wlgende Bitte M unterbreiten: Tie Waffenstillsbandsbcdingningen, die Deutschland auferlegt worden sind, müssen, wenn sie peinlich beobachtet werden Zustände Hervorrufen, die der stolzeste Sieger am wenigsten wollen kann. Die fortdauernde.Blockade, die Wegnahme der Transportmittel, die Belegung der Rheinlande mit feindlichen Truppen und die Beschlagnahme unserer wichtigsten Rohprodukte müssen notwendigerweise zu Hungersnot, Hungerseuchen und Hungertod zahlloser deutscher Volksgenossen .führen. Das kommende Elend, unter dem auch wir, die Töchter Eurer Länder, bitter werden leiden müssen, ist nicht anszudenken. — Ihr habt der ganzen Welt verheißen, als Sieger bem Recht, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit eine Stätte auf Erden zu bereiten. Nun seid^hr die Sieger — seid Ihr des Sieges würdig! Wir bitten die Regierungen unserer Heimatländer: seid mensä-lich und überantwortet nicht ein Volk dem unsäglichsten Jammer, das sich über vier Jahre tapfer und heldenhaft gehalten hat! Bedenkt auch daß wir in Deutschland, unserem zweiten Heimatland. iväh- rend der Kriegszeit stets freundlich aufgehoben und ritterlich geborgen waren. Laßt nicht die Rachsucht den Adel Eures Sieges schänden! Scljafft dem deutschen Volk Erleickfterungen der Wasfen- stillstandsbed'.ugungen und seid gewiß, daß solcl>e Nachgiebigkeit Euch nicht als Schtväche, sondern als Größe gedeutet werden wird! Lucy Thayer Gregory, aus Cambridge, ?Rassachusetts; Ann Fischer g.'b. Wäkeman, aus Birmingham; Emma Mehl- Horn geb. Besannen aus Glay bei Montböliard; Cecile 5krast geb. Grangie. aus (Lahors (D6p. Lot); Antonietta Soanferlabo Lüpke aus Cvnegliarv. Damen, die fid> bei dieser Bestrebung beteiligen wollen, werden gebeten möglichst innerhalb drei Tagen ihre Namen der Redaktion des „Gicßener Anzeigers" oder Herrn Geh. Kirchienrat Professor D. Dr. Krüger mitzuteilen. ** Ernennung. Lehramtsrefereickar Joses H i p p l e r zu Bansheim wurde zum Lehramtsassesfor, Schreibgehilfe bei dem Amtsgericht Grlinberg Karl Rahn als Schreibgehilse bei dem Amtsgericht Gießen ernannt. ** Von der Un iversität. Die Zahl der für das Wintersemester 1918/19 an hi siger Univer HLt angem ldeten Studrerenbsn beträgt 1946 gegen 1409 im vorigen Seucc,rer. ** Deutschnationale Volkspartei. Man schreibt uns: Auch hier hat sich eine Ortsgruppe der Deutschnativnalen Vvlkspartei gebildet. Dieser Partei haben sich bekanntlich sämtliche Gruppen der Rechten des Reichstages entweder schon angeschlosfen, icker sind im Begriffe, es zu tun. Sie hat aber auch schon Zuzug aus liberoleit Kreisen, bcsmtders vom rechten Flügel der Nationalliberalen erhalten. Aicmeldungeu nimmt entgegen Oberpostsekretär Kvhlhast. Bückingstraße 2. Näheres siehe Anzeige. ** Der Verein selbständiger Schuhmacher hielt am Montag bei Gastwirt Laichinger eine gutbesachte Versamm- l ung ab. Nach einer Begrüßung der Erschienenen durch Schuh- rnachermeister Ehr. Weeg fand eine eingehende Besprechung des L e h r l i n g s w e. s e n s statt. Hierbei .wurde besonders zum Ausdruck gebracht daß zur Heranziehung eines tüchtigen Nachwuchses für das Schuhmachergewerbe unbedingt auch seitens des Meisters Opfer gebracht werden mstßtcn, damit die Eltern schon während der Lcchrzeit die Vorteile der Erlernung eines Handwerks erkennen würden. Dem Lehrvertrag sollen deshalb für die kommende Zeit folgende Richtlinien zugrunde gelegt werden: dreijährige Lehrzeit, wenn möglich Gewährung von Kost und Logis, oder, soweit die nicht angängig, Zahlung einer Vergütung. die im ersten Jahre 100 Mk., im zweiten Jahre 250 Mk., im dritten Jahre 500 Mk. betragen soll. Im wetteren Verlaus der Verhandlungen hielt Berufsgenossenscliaftssckretär H. Kirchner-Gießen einen kurzen Vortrag über die für den Handwerker nächtigsten Bestimmungen des neuen 1l m s a tz ste u e r g e s e tz es. In der Aussprache wurde besonders auf die Wichtigkeit der Anlage einer geordneten Buchführung hingewiestn und darauf aufmerksam qema.ä)t, daß die Geschäftsstelle des Ortsgewerbevereins Gießen die ordnungsmäßige Führung der Bücher für Handwerker übernimmt. Auch die übrigen Punkte der Tagesordnung: Lederbeschaffung, Veröffentlichung der Richtpreise, Beibehaltung der Barzahlung besonders für Reparaturen, Zusammenkunft zu Ehren der aus dem Felde zurückgelehrten Berufskollegen, gaben Anlaß zu eingehender Ausspvache. ** T ruppendu rchM ärsche. Die 8. bayerische Reservedivision. die am Montag zum Teil durch Gießen zog, ist gestern mit dem letzten Teil hier durchgezogen und bezieht Unterkunft im Raume östlich von 'Staufenberg. Ter Divisionsstab beftndet sich in Großen-Buseck. ** P sketch per re. Laut Mitteilung des lchesigen Postamts können am 10., 11. und 12. Dezember gewöhnliche, Eil- und Wertpakete nicht angenommen werden. Die Meldung konnte nicht früher erfolgen, da sie verspätet hier eingeMurgen ist. ** Teuerungszulage für die Organisten in den -Landgemeinden. Das hessische Oberkonsistorium empfiehlt den evangelischen Kirchenvorständen, daß in den Gemeinden, in denen noch ein auf Grund des Gesetzes vom 28. Mai 1904, die Erhöhung des Orgcmistengehaltes betreffend, auf 150 Mark bzw. 200 Mk., lZw. auf einen den vorliegenden Verhältnissen Rechnung ttagenden Betrag festgesetztes Mindestgehalt gewährt wird, bis aus weiteres 50 Prozent dieses Gehaltes als Teuerungszulage an den Organisten ausgezahlt werden. Ebenso wird empsvlflen, daß die Gemeinden, welche schon bisher ihre Organist-ergehälter über dosMnidestmaß festgesetzt, indes den gegenwärtigen Teuerungsverhältnissen noch nicht Rechnung getragen haben, ihren Organisten eine den Verhältnissen entsprechende Teuerungszulage gewahren. Es ist erwünscht, daß die Wirkung dieser Zulage schon mtt dem 1. April 1918 beginnt. Wo dies nach dem Stand der Mittel ausgeschlossen ist, wird der 1. Oktober 1918 als Beginn für die Teuerungszulage empfohlen. Landkreis Greßcn. e. Tie Bezirks! ehrervereinc Grvßen-Linden und Gießen-Land haben sich auf einstimmigen Beschluß in einen Verein zusammengeschlossen, der den Namen Gießen- Land führt. ** Jnheid n, 10. Dez. Der seit 20. Oktober vermißte Müsketier Karl Schmidt, Reserve-Infanterie-Regiment 222, 2. Kompagnie schrieb seinen Angehörigen, daß er sich gesund und mwerwundet m englischer Gefangenschaft beftndet. Kreis Büdingen. e. Al ten st ad t, 9. Dez. Leider fiel noch in den letzten Tagen des Weltkrieges der früher hier bedienstete Lehrer Heinrich T h e i s. Leittnant d. Res., Jn5>aber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Kriegsehrenzeichens in Eisen. Erst im letzten Herbste tvurde er kricgsgetraut. § Herchenhain, 8. Dez. Gestern nachmittag 2 Uhr wurden unter einem großen Trcmergefolge die beiden Kinder der Eheleute Karl Winter II. lfter zu Grabe getragen. Die 18jährlge Lina Winter und der 14jährige Karl Winter starben nach kurzem schweren Kranksein wenige Stunden voneiimnder und ltnirben in ein Grab gebettet. Im vorigen Jahre starben in derselben Familie zwei Kinder an ber Ruhr. e. Ulfa, 9. Dez. Der Gefreite Otto Ludwig wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. .Kl. ausgezeichnet, früher erhielt er bevetts die Hessische Tapferkeitsmedattle. Starlenbnrn und Ntieinhessen. = Mainz, 9. Dez. Nachdem schon am Sonntag die französische Militärmission hier eingetroffen war, haben heute nachmittag kurz nach 2 Uhr die ersten größeren Truppenverbände ihren Einzug in die Rhettrfestung gehalten. Kurz nach dem Einzug veranstaltete ein Infanterie-Regiment unter Fan scrrenkl äugen «einen Umzug durch die Hauptstraßen, von der Bevölkerung mit größter .Kühle und Reserviertheit begrüßt. — Die letzten deutschen Truppen hatten.Mainz in der Nacht zum Sonntag unter herzlicher Ver- abschicdmrg von der Eiwvohnerschaft verlassen. — Im ganzen rheinhessischen Gebiet, einschließlich Manrz, kam am Z-onntag die westeurvpäisckie Zett zur Ettiführung. — Das Stadttheater ist sett gestern geschlossen. Letzte Nachrichten. Der Einzug der Garde in Berlin. Berlin, 10. Dez. (WB.) Ucber den Einzug der Garde in Berlin meldet die „B. Z. a. M." u.a.: Mtt militärischer Pünktlichkeit setzte sich um 11 Ul/r die mtt Ruhm bedeckte Garde- Kavallerie-SchützendiVision in Bewegung. Brausendes Hoch und .Hurrarufen gmßen die Tapferen. Sämtliche Formationen marschieren zu Fuß, nur die Offiziere sind berttten. Jede einzelne Abteilung trägt eine große schloarz-weiß-rote Fahire, oben mtt Tannenreisern geschmückt. Am schvcrsten mitgenommen ist das Garde-Kürassierregiment, das in den letzten Kämpfen an der Aisne fast ganz anfgerreben wurde. Es blieben nur 48 Mann und zwei Offiziere. Tie Spitze des Zuges bildet das Bundesbataillon. in dem Abgesandte bayerischer, württembergischer, badischer und sächsischer Truppen die Einheit des soldatischen Geistes verkörpern. Es folgt der Tiviswnsstab des Generalleutnants von Hofmonn, dann der endlose Zug der Garde- und Leib-Kavallerie-Reg irnenter. Volköbcanstragter Ebert richtete am Brandenburger Tor an die einziehenden Gardetruppen folgende Ansprache: „Kameraden, Genossew, Bürger! Eure OpHer und Taten sind ohne Beispiel. Kein Feind hat Euch überwunden. Erst als die Uebermacht der Gegner an Menschen und Material immer drückender tvurde, haben wir den Kampf aus- gogoben. und getreu Eurem Heldemmtte gegenüber war es eine Pflicht, nicht noch zwecklose Opfer von Euch zu fordern. Erhobenen Hauptes dürft Ihr zurückSchren. Nie haben Menschen Größeres geleistet und gelitten als Ihr. Namens des deutschen Volkes sage ich Euch tiefinuigen Tank! Nun liegt Deutschlands Einhett in Eurer Hand. Sorgt Ihr dafür, daß Deutschland beieinander bleibt, daß nicht das alte Kleinstaatenelend uns Ivieder überrennt, daß nicht die alte Zerrissenhett unsere Niederlage vervollständigt. Rettet Ihr die Einheit der deittschen Nation, die Ihr nun Bürger werdet der einen, der untrennbaren deutschen Republik. Und dann geht mit uns an den Wiederaufbau des Zerstörten. Arbeit ist die Religion des Sozialismus, arbeiten müssen wir mir aller Kraft, mit ganzer Hingabe, sollen wir nicht zugrunde gehen und verkommen, sollen wir nicht zum Bettelvolk herabsinken. Ein Reich der Zerstörung habt Ihr verlassen, die Pforte ireuen Schaffens tut sich vor Euch auf. Eure Tatkraft, Euer Mut, die draußen nie erlahmten, müssen uns zu neuem Friedensglück führen. Bald schlägt^die ersehnte Stunde des Friedens, bald wird die konstituierende Nationalversammlung die Freiheit und die Republik fest verankern durch den unantastbaren Willen des ganzen deutschen Volks. Uird so laßt mich Eure Treue zur Heimat, die uns allen gemeinsame Liebe zur Einheit Deutschlands, unsern Stolz auf die Freiheit und die große unteilbare deutsche Republik zusammensMießen in den Ruf: „Unser deutsches Vaterland, die deutsche Freihett, der freie Volksstaat, Deutschland sie leben hoch !" Ansprache des Führers der republikanischen Soldatenwehr. Berlin 10. Dez. (WTB.) Bei dem Empfang der Garde richtete nach den Regierungsvertretern der Führer der republikanischen Soldatenwehr Feldwebel Suppe eine Ansprache an die Truppen, in der er sagte: Wir Unteroffiziere haben uns zusammengeschlossen, um der Regierung Ebert-Haase den Rücken zu stärken gegen das terroristisch: Gebaren Liebknechts, der Spar- takusse, Deserteure und ähre Mitläufer. Bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung, die dein delttscl>en Volt' allein die polittschen Rechte, die Ordnung nach innen und die Sicherheit nach außen geben kann betrachtet! wir die Regierung Ebert-Haase als die einzig rechtmäßige und lehnen alle Arten von Nebenregierungen mit Entschiedenheit ab. Wir wollen, den endgültigen Frieden, den unsere Feinde nur mit der Vertretung des gesamten deutschen Volkes schließen werden. Darum schnelle Einberufung d e r N a- tionalversammlung, in der auch die Feldtruppen selbstverständlich eine geordnete Vertretung haben müssen. Nur so rverdeu wir vor dem Einmarsch der Entente bewahrt. Ruhe, Ordnung und Sicherheit, dann kommt Ar beit und Brot Euch von selbst! Es gilt, mit der Regierung Ebert-Haase aufzubauen, nicht weiter zu zerstören! Eine Unterredung mit Schcidemami. J Am st erd am, 10. Dez. iWTB.) Nach einer Reutermeldung aus London hatte der Berichterstatter des „Daily Expreß" in Berlin am 6. Dezember -eine Unteri-ednng mtt Schcibemann, worin dieser u. a. sagte, daß die deittschen Friedensbelegicrten von der jetzigen Regierung ernannt loerdeu würden, daß darüber aber noch keine Beratuug-en stattgefunden hätten. Auf die Frage, welche Bürgschaften Teutschl.rnd den Alliierten für die Festtgkeit der gegenwärtigen Regierung geben werde, antwortete Scheidemann, die Bürg,chast dafür würde die möglichst baldige Einberufunc: der Nationalversammlung sein. Auf die Frage nach der Haltung der heutigen Negierung gegenüber dem Kaiser und der Forderung der Alliierten, daß er vor ein Gericht gestellt werden solle, antwortete Schndemann, die Frage der Errichtung eines ORrichtshofes. der über alle Persozren, denen die Schittd an dem AuSbruch des Ktieges beigemessen werde, aburtetten solle, werde jetzt besprochen. Tie Entscheidung müßte von der Nationalversammlung gefältt werden. Schndemanu sprach als seine Ansicht aus, daß der 5vcriser bereffs genug bestraft sei, daß aber sein Anteil an der Verursachung des Krieges deuttich festgestellt werden müßte. Der Oberbürgermeister von Köln fordert Einberufung des Reichstags. Kölm 10. Dez. Der Oberbürgerineister Adenauer richtete, une die „Köln. VoWztg." meldet, folgendes Telegramm an den Ireichstagspräsidenten F ehren buch: Im Namen der Metropole i>er nach untrüglichen Mitteilungen aufs schwerste gefährdeten Rheinlaridc bitte ich aufs dring-.mdste, den Reichstag zur Bestätigung der Negierung Ebert-Haase nachLimburg an der Lahn oder nach Koblenz sofort cinzubernfen. Eine zu Friedensver- handlungen fähige Regierung sofort herzustellen, ist die dringendste nationale Notwendigkeit. Nur auf diesem Wege ist ihre sofortige Schaffung möglich. — Ein ähnliches Telegramm hat der Ober- bürgerinecster von Kvblenz geschickt. Ter „Vorwärts" gegen Adolf Hoffmann. Ter „Vorwärts" toendet sich in seiner gestrigen Mendausgrbe mit großer Schärfe gegen die Ajeußerimgen des uriabhmrgigen preu- ßischeir Ministers Adolf ,Hofsmann der erklärt hatte, hie konstituierende Nationalversammlung müßte, wenn sie nickxt in der Mehrheit sozialistisch wäre, nach russischem Muster mtt dem Bajonett au sein an dergejagtiw erden. Der „Vorwärts" schreibt dazu: Wir müssen dazu erklären, daß wir nicht imisljande sind, ldie Aieußevungen des Ministers zu decken, wir müssen sie vielmehr preisgeben. Tie Nationalversammlung, die von allen mehr als 20 Jahren Deutscknen ohne Unterschied des Geschlechts gewählt werden soll, ist der Willensausöruck des Volkes, dem wir uns alle unterordnen. Wir betrachten jeden Versuch, sich gegen den Willen des Volkes aufzulehuen, als verbrecherisch u»rd halten die Anwendung jedes Mittels füx seine Abwehr für geboten. Wir halten die Auffassung des Ministers Adolf Hoffmann aber nicht nur für grundsätzlich verwerflich, sondern auch für dumm, (denn die Deutsckien sind keine Russen und sie dürfen nicht dulden, daß man ihre rechtsmäßig gewählte Vertretung mit dem Bajonett auseinanderjagt. Wir bedauerix aufs tteffte, daß ein Mitglied der gegenwärtigen Regierung eine solche Aeußerung tat und daß ein früherer Sozialdemokrat sein Programm so gründlich vergessen kann. Die Räumungen im Osten. Berlin, 11. Dez. (WTB.) Tie Räumungen im Osten werden fortgesetzt. Tie Heeresgruppe Mackensen hat BefeU. den Rückmarsch mit der Bahn und den Fußmarsch fortzusetzen. Eine Reihe weiterer Formationen der Heeresgruppe ist in Deutschland eingetroffcn. Die Sozinlisierung von Betrieben. Danzig, 11. Dez. (WTB.) Wie kürzlich mitgetettt worden ist, hat der G/heime Kommerzienrat August V e n tz k e in Graudeuz feinen ganzen Betrieb zwecks Sozialisierung seiner Arbeitern schaft zur Verfirgung gestellt. Nach einer Meldcmg der „Dauziger Zeitung"^ haben nunmehr die Arbeiter beschllossen, dieses Angebot abzulehnen weil sie eine heradgehende Konj'mrktur befürchteir und es für besser halten, rvenn das Unternehmlen in einer starken Harrd bleibt. Plüi derungen und Straßenkämpse in Aussig. Prag, 10. Dez. Im Aussig kam es gestern nachmittag und abend zu umfangreichen Plünderungen. Große MensckLN- mengen drängten in die .Kaufläden ein und zerstörten und plünderten. Polizei und Votkswehr waren völlig ohnmächtig gegen die lobende Masse. Gegen 8 Uhr abends zog der Soldatenvat Verstärkungen heran, doch vermochten sie den Plünderungen keinen Einhalt zu tun. Es wurden Gewehre und Maschinengewehre in Tätigkeit gesetzt und bis in die Abendstunden stark gc- schiossen, wobei bisher 3 Tote und 5 Schwerverletzte zu verzeichnen sittd. Tie Zahl der Leichtverletzten ist »ehr groß. Bis 11 Uhr abends dauerten die Plünderungen noch an. Auch in dern benachbarten Schönwiesen kam es beretts nachmittags zu Ausschreitungen, wobei das Militär von der Waffe Gebrauch machen mußte. Mehrere Personen wurden dabei verletzt. Das wiiiiijtksiiine Sl&fntfnrr dcs $frrn MW Jones. Roman von A. H. Adams. (28 (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Em sah ihn in einem ganz neuen Lichte. Er, ihr Ehemann, hatte gez-eigt, was in ihm ’iwnr, er hatte seinen Gvgner Au Boden geschlagen. Des Weibes elvige Bewunderung männlicher stärke verklärte ihr hausbackenes Gesicht. Sie entsann sich, daß er einst, ehe sie verlobt waren, einen frechen Lüinmel, der sie auf der Straße angesprochen hatte, auf die Nase hieb. Das war der eigentliche Anfairg ihrer Be- ziehungeir zu Gally gewesen. Zufällig hatte sich Gally damals geirrt und den Unrechten Mann gezüchtigt — das hatte tl)ii fünf Schilling gekostet. Aber daß er irgendeinen Menschen ihretwegen geprügelt hatte, das hatte sie mit glückMigen Schauern erfüllt. Galahad war ein Mann. Obgleich sie seit ihrer Verheiratung keine Anzeichen solcher Berserkertwrt mehr au ihm tvahrgerwmmen hatte, so hegte sie doch in ihrem Herzen ein ganz unbegründetes, aber ebenso tveibliches Zutrauen zu seiner Streitbarkeit. Ihr Mann wußte sich sein Recht zu wahren. Gerade die Erinnerung an jenen seirrdlichen Zusammenstoß brachte sie darauf, begierig weiterzufragen: „Du hast es um meinetwillen getan, oder wegen etwas, das er von mir gesagt hatte, ooer von einem der Mädchens' Einen Augenblick Kang lvar Galahad versucht zu lüaen; ober er hatte darin so wenig Uebung. „Nein," geftatto er ein, indem er das ganze rosige Zuttxruen seiner Frau ^erj.chmettrrte. ,Min, es war wegen etwas andevem." Flink war sie auf der Fährte. „Wegen einer andern Frau?" klopfte sie sehr erregt auf den Bttsch „Em, ich kann dir's jetzt nicht sagen," gestand er kläglich ein. „Ich weiß nicht, was daraus entstehen wird — etwas Schreckliches, fürchte ich. Und lvenn ich morgen verhaftet werde und meine Stellung verliere und —" Er konnte nicht tveiter. Sibpl tvar fort, seine Stellung an der Bank wankte und nun auch noch Em! Seine Frau las sein ganzes Elend in seinen Gesichtszügen; eine Woge des Mitleids und des Mitgefühls schwemmte ihren weiblichen Zorn hinweg. Er, ihr Mamr, ftarrd allein der Welt gegenüber, tvar in Schande gestürzt und hatte niemand, der an ihn glaichte. In diesem Augenblick begriff sie alles. Auf jeden Fall gehörte er ihr; ei? war stets ein guter Ehemann gewesen und nun brauchte er sie in seiner Not. Die mütterlichen Gefühle triumphierten. Sie ging aus ihn zu und faßte ihn beim Arm. „Armer Gally!" sagte sie. „Ich bin da und stehe dir zur Seite. Du wirft sehen, es wird alles gut werden. Nun erzähle mir alles, unc> wir werden sehen, was zu machen Aber ihr Gatte schüttelte nur stumm oen .Kopf. „Du wirst es erfahren," stteß er endlich mühsam heraus. „Jedermann wird es erfahren, jeder auf der Straße, jeder auf ber Bank. Aber ich kcnrn er dir jetzt wirklich nicht sagen." Sie war enttäuscht und verletzt, aber ein wetterer Blick auf ihren entmutigten, gedemütigten und ausgestoßenen Gally machte sie tvieder weich. Er würde es ihr später schon sagen, sie konnte es nach und nach aus ihm heraus- dringeu, aber er durste jetzt nicht gequäll und beunruhigt werdeir. Sie mußte ihn mit ihrer Sorge umgeben, ihm zeigen, daß wenigstens sie an der Seite ibres gesetzlich, ange- trauten Ehemannes stehen würde. In ihrer tüchtigen, massiv-nüchternen Art konnte Em prächtig sein. „Es wird schon alles gut gehen. Gally." sagte sie be- sänfttgend. „Tie Dinge werden nicht mehr so trübe aus- sehen, wenn du erst einen Löffel Suppe iin Kagen hast. Noch da^u naß!" fügte sie hinzu, als ihre Hausfraüenan.gLn die kleine Wasserlache auf.dem Fußboden bemerkten, die aus seinen Stiefeln gesickert tvar. „Bist du in den Hafen gefallen? Schnell, du wirst dir den Tod holen,'wenn du mit nassen Füßen da stehst! So ein Gedanke! Setz dich und zieh sofort die Stiefel ans! Und ich will dir im Augenblick eine Dasse heißen Tee bringen." Halb führte sie, halb schob sie ihn zu einem Stuhl hin; und als sie an seiner niedergedrückten Gestalt hinabsll>aute und den stummen Blick der Dankbarkeit in seinen Augen auffing, da spürte sie ihre mütterlick)en Gefühle wiäer emporsbeigen, und chr Blick verschleierte sich. Er war eben nur ein Kind, ein Kind, das gehätschelt urw bemuttert werden mußte. Die Männer sind alle Kinder, wenn sie in Kummer geraten oder krank werden, und ihre Liebe zu ihm war längst in der weniger selbsffüchtigen mütterlichen Sorge Mlfgeganaen. Daruin war sie in ihren Augenblicken der Zuneigung dahin gekommen, ihn als Kind zu behandeln, ihm das spärliche Haar zu streicheln, seinen Rock Lurechtzuzupfen und nachMsehen. ob seine Krawatte gerade sitze und sein Toast hübsch gebräurtt sei. (Fortsetzung folgt.)